Hauptmenü öffnen

Bundesautobahn 369

Bundesautobahn in Deutschland

Die Bundesautobahn 369 (Abkürzung: BAB 369) – Kurzform: Autobahn 369 (Abkürzung: A 369) ist eine Autobahn zwischen Goslar-Vienenburg und Bad Harzburg in Niedersachsen. Sie verbindet die Bundesautobahn 36 mit den Bundesstraßen 4 und 6.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A
Bundesautobahn 369 in Deutschland
Bundesautobahn 369
Karte
Verlauf der A 369
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Goslar-Vienenburg
(51° 56′ N, 10° 35′ O)
Straßenende: Bad Harzburg-Westerode
(51° 55′ N, 10° 33′ O)
Gesamtlänge: 4,2 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Bundesautobahn 369 – AS Vienenburg-Süd, Blick in Richtung Halle (Saale), 22. April 2019.jpg
A 369 bei Vienenburg, Blick Richtung Großer Fallstein

Inhaltsverzeichnis

VerlaufBearbeiten

Das gesamte Straßenstück liegt im Landkreis Goslar und ist im Stadtgebiet von Bad Harzburg und Goslar gelegen. Die Strecke geht am Autobahndreieck Vienenburg aus der östlichen BAB 36 hervor. Über ein TOTSO ist diese an ihren Nordteil Richtung Braunschweig/Wolfenbüttel angebunden.

Die BAB 369 führt südlich an Vienenburg vorbei. Sie verläuft durch landwirtschaftliches Gebiet, einzig das Radauer Holz ist als Wald zu nennen. Am Bad Harzburger Dreieck geht die A 369 in der Bundesstraße 4 über, die von hier aus weiterhin vierspurig und ohne Standstreifen in das Bad Harzburger Stadtgebiet und den Harz Richtung Nordhausen in Thüringen führt. Von Westen mündet die aus Richtung Harlingerode bzw. Goslar kommende autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 6 ein. Die Bahnstrecke Braunschweig–Bad Harzburg verläuft im Südteil wenige 100 Meter parallel zur Autobahn.

In südliche Fahrtrichtung wird dem Fahrer ein großzügiger Blick auf den Harz und seine direkte Grenzlandschaft erlaubt, das Stadtgebiet Bad Harzburgs, einiger umliegender Dörfer und insbesondere dem westlich liegenden Butterberg sind sehr gut zu beobachten.

GeschichteBearbeiten

VorplanungBearbeiten

 
Die alte Bundesstraße 4 bei Vienenburg, 2019

Erstmals vorgeschlagen wurde die Basis der heutigen A 369 von einem Braunschweiger Planungsbüro im April 1953. Zu dieser Zeit nahm die Verkehrsbelastung auf den Bundesstraßen 4 und 6 als Ortsdurchfahrten von Oker, Bündheim und Bad Harzburg merklich zu, sodass sich die Frage nach einem Neubau der beiden Trassen stellte. Der Vorschlag, in welchem der heutige Verlauf in etwa vom Ende der heutigen A 369 über den Hornberg durch das Stadtgebiet verzeichnet war, wurde vom Bad Harzburger Stadtrat im November 1953 angenommen. Jedoch kam es zu keinem weiteren Fortschritt, da die damalige Gemeinde Bündheim einen gemeinsamen Flächennutzungsplan ablehnte. Mit der Erlassung des Bundesbaugesetzes am 23. Juni 1960 wurde den Gemeinden die Planungshoheit übergeben. Damit verbunden war sowohl vonseiten des Gesetzgebers als auch dem Kreisausschuss des damaligen Landkreises Wolfenbüttel, gemeinsame Pläne für die bauliche Entwicklung und hier im Zusammenhang mit dem Bau der Bundesstraßen 4 und 6 zu erstellen. Die Erarbeitung eines solchen Plans wurde vom Kreisbauamt Wolfenbüttel übernommen.

Problematisch war, dass 1962 stattdessen ein weiter westlich liegender Verlauf der B 4 über den Langenberg und südlich von Bündheim und Bad Harzburg vorgeschlagen wurde. Diese Westumgehung lehnte die Gemeinde Bündheim ab, weil sie sich in ihrer räumlichen Entwicklung eingeengt sah. Erst im August 1969 wurde die endgültige Planung der Neubaustrecke vorgeschlagen und letztendlich als vierspurige Trasse zwischen Gut Radau und der Bad Harzburger Innenstadt realisiert, die am 18. Dezember 1971 eröffnet wurde.[1]

 
Ursprüngliche Planung der A 369 im Jahr 1976

Inzwischen wurden in den 1970er-Jahren weitergehende Planungen aufgenommen, die B 4 als BAB 369 von Bad Harzburg nach Braunschweig neuzubauen. Auf einer amtlichen Netzkarte aus dem Jahre 1976 ist die BAB 369 als Zubringer aus dem Raum Braunschweig ersichtlich. Weiterhin zu erkennen sind die früheren Planungen der BAB 36, die das heutige Dreieck Bad Harzburg als Autobahnkreuz im Rahmen einer nach Osten hin erweiterten Strecke aufführt, deren Verlauf von der innerdeutschen Grenze nördlich von Eckertal über eine etwas nördlich gelegenere Umgehung Goslars und Lutter am Barenberge bis zu Bockenem und von dort aus weiter nach Hameln in Richtung Ostwestfalen vorgesehen war.

Realisierung des Teilstücks als BAB 395/B 6Bearbeiten

Als erstes Teilstück der Strecke Bad Harzburg–Braunschweig wurde 1972 die Ortsumfahrung Vienenburg errichtet, die sich zwischen der jetzigen AS Osterwieck und der AS Westerode auf einer Länge von 5,9 Kilometern erstreckt.[2] Die Kosten für den Abschnitt zwischen der AS Harlingerode und der AS Vienenburg-Süd beliefen sich auf ca. 9,3 Millionen DM (1976), das entspricht inflationsbereinigt 11,4 Millionen Euro (2018).[3]

Abschnitt km Jahr Bauweise Letzte Widmung
AD Bad Harzburg-Westerode–AS Osterwieck/Vienenburg 5,9 km 1972 vierstreifig      

Weiterhin war der Weiterbau der BAB 369 nach Braunlage vorgesehen. Zwar war die Bundesstraße 4 schon 1971 bis in das Stadtgebiet Bad Harzburgs hinein vierspurig ausgebaut, jedoch wurde der weitere Bau nach Süden über Torfhaus nach Braunlage verworfen. Ein vierspuriger Ausbau der B 4 erfolgte erst in späterer Zeit und weder kreuzungsfrei noch ohne Lücken.[4]

Die Aufgabe der alten Planung der BAB 36 bedingte die Umbelegung der Streckenbezeichnung zur Nebenautobahn der zu jener Zeit Anfang der 1980er entstehenden BAB 39. Sie wich nach der Fertigstellung der Autobahn daher der Bezeichnung BAB 395. Ergänzend zum bisherigen Verlauf wurde 1982 das Bad Harzburger Dreieck und zwischen 1982 und 1987 die vierspurige B 6 zwischen Bad Harzburg und Goslar errichtet. Mit der Errichtung der B 6n zwischen den AS Vienenburg-Süd und Vienenburg-Ost der BAB 395 nach der Wende ab 2000 wurde eine durchgehende Nummerierung der B 6 möglich; dies erfolgte durch die Abstufung der BAB 395 zur B 6 am 2. Oktober 2001 zwischen dem neuen AD Vienenburg und dem AD Bad Harzburg. Seit diesem Datum war dieser Abschnitt der BAB 395 eine autobahnähnliche Straße.

Ankündigung der Aufstufung der B 6 zur BAB 369Bearbeiten

 
Überklebte Beschilderung

Nachdem Anfang 2017 eine von verschiedenen Seiten im Harz angestrebte Aufstufung der Bundesstraße 6 zwischen Vienenburg und Bernburg zur Bundesautobahn 36 Erfolg zeigte und angekündigt wurde, forderte der damalige niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies September 2017 in einem Schreiben an Dobrindt, zusätzlich den 2001 von der BAB 395 abgestuften Abschnitt zwischen Vienenburg und Bad Harzburg wieder heraufzustufen.[5] Auch der Bad Harzburger Bürgermeister Ralf Abrahms forderte die Aufstufung des Streckenabschnitts.[6]

Am 10. Januar 2018 kündigte das Bundesverkehrsministerium die Rückaufstufung des Streckenabschnitts zur Bundesautobahn 369 an, die im Gegensatz zur früheren Auslegung wesentlich kürzer gehalten ist und nur das Endstück umfasst, das nicht zur Aufstufung zur BAB 36 fähig ist. Die Nummerierung der ursprünglichen Planung wurde gewählt, um der BAB 36 als neue übergeordnete Autobahn gerecht zu werden.[7]

Im Vorfeld der Aufstufung wurde die westliche Fahrbahn der Strecke sowie die Ausfahrten Vienenburg-Süd und Harlingerode zwischen dem 13. Juni 2018 und Dezember 2018 saniert.[8][9]

AufstufungBearbeiten

Die Aufstufung der BAB 369 erfolgte synchron zur BAB 36 in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am 1. Januar 2019.[10][11] Für das Jahr 2019 ist geplant, die Fahrbahn in Richtung Halle (Saale) komplett zu sanieren, wodurch in diesem Zusammenhang eine Anpassung und Erneuerung der Schilderbrücken erfolgt.[12] Das Kostenvolumen der Sanierung der A 369 beläuft sich auf rund 4,3 Millionen Euro.[9]

TriviaBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bundesautobahn 369 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Baumgarten: Mitgestaltet: Das größere Bad Harzburg. 1993, S. 94.
  2. Neubau von Bundesautobahnen. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1972. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 12. Januar 2018.
  3. Deutscher Bundestag: Verhandlungen: Stenographische Berichte. Anlagen zu den stenographischen Berichten. Drucksachen, Band 228. 1976. S. 186.
  4. Bauleistungen auf Bundesfernstraßen im Jahre 1976. Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985. Anlage zum Straßenbaubericht 1974. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 12. Januar 2018 (Kartenausschnitt).
  5. B6: Autobahn auch im Westharz | GZ Live auf live.goslarsche.de, abgerufen am 11. Oktober 2017.
  6. Goslarsche Zeitung: Autobahn bis kurz vor Bad Harzburg. 10. Januar 2018, abgerufen am 10. Januar 2019.
  7. Bundesstraße wird aufgewertet: Autobahn bis kurz vor Bad Harzburg auf live.goslarsche.de, veröffentlicht am 10. Januar 2018, abgerufen am 11. Januar 2018.
  8. Niedersächsische Behörde für Straßenbau und Verkehr: B 6: Fahrbahnerneuerung zwischen Vienenburg und Dreieck Bad Harzburg. 6. Juni 2018, abgerufen am 18. Dezember 2018.
  9. a b B6 bei Bad Harzburg: Bauarbeiten dauern 6 Monate. News38.de, 6. Juni 2018, abgerufen am 17. März 2019.
  10. Aus gelb wird blau: B 6 und A 395 werden zu A 36 hochgestuft. Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, 18. Dezember 2018, abgerufen am 19. Dezember 2018.
  11. Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: Niedersachsen erhält neue Autobahn – Bundesstraße 6 (B 6) wird zur Autobahn 36 bzw. 369 (A 36 bzw. A 369). 26. Januar 2018, abgerufen am 28. Januar 2018.
  12. Katrin Schröder: Ehemalige Bundesstraße 6 heißt seit 1. Januar Autobahn 36: Schildertausch wird Monate dauern. In: Mitteldeutsche Zeitung. 4. Januar 2019, abgerufen am 12. Januar 2019.