Hauptmenü öffnen

Bundesautobahn 61

Bundesautobahn in Deutschland

Die Bundesautobahn 61 (Abkürzung: BAB 61) – Kurzform: Autobahn 61 (Abkürzung: A 61) – ist eine deutsche Bundesautobahn, die von der niederländischen Grenze bei Venlo zum Autobahndreieck Hockenheim führt. Bis auf die letzten ca. zehn Kilometer bei Hockenheim verläuft die A 61 auf der linken Rheinseite und wird daher auch als linksrheinische Autobahn bezeichnet.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A
Bundesautobahn 61 in Deutschland
Bundesautobahn 61
 European Road 31 number DE.svg European Road 42 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 61
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Kaldenkirchen
(51° 20′ N, 6° 10′ O)
Straßenende: Autobahndreieck Hockenheim
(49° 20′ N, 8° 33′ O)
Gesamtlänge: 314 km

Bundesland:

Ausbauzustand: 2×2 und 2×3 Fahrstreifen
Grafschaft 058, Bundesautobahn A61.jpg
Die A 61 in der Nähe von Grafschaft
(Luftaufnahme von 2016)

Sie stellt die westlichste deutsche Autobahnverbindung von den Niederlanden und Belgien zum süddeutschen Autobahnnetz dar. Dabei wird der sehr hoch belastete Kölner Ring vermieden, die Autobahn wird daher stark von niederländischen Lkw und Touristen frequentiert.

Mit 320 km Länge war die A 61 bis zum Bau der A 20 die längste Autobahn mit einer zweistelligen Nummer in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

VerlaufBearbeiten

Die A 61 beginnt seit April 2012 am Grenzübergang Heidenend an der Grenze zu den Niederlanden als Fortsetzung der niederländischen A 74, der ursprüngliche Autobahnbeginn lag am weiter östlich gelegenen alten Grenzübergang Schwanenhaus und lag an einer städtischen Straße (Keulse Barrière). In diesem Bereich dient die Autobahn als Hauptverkehrsachse der weiträumigen Stadt Nettetal, die mit insgesamt fünf Anschlussstellen angebunden ist. Die Kreisstadt Viersen und die Großstadt Mönchengladbach liegen östlich der Autobahn und werden ebenfalls erschlossen. Zwischen dem Autobahnkreuz Mönchengladbach und dem Autobahndreieck Mönchengladbach-Wanlo besteht ein Tempolimit von 120 km/h.

Das südlich von Mönchengladbach gelegene Teilstück zwischen den Autobahnkreuzen Mönchengladbach-Wanlo und Jackerath führt mitten durch das zukünftige Abbaugebiet des sich nach Westen ausdehnenden Tagebaus Garzweiler. Während die im Tagebaugebiet unmittelbar an der Autobahn gelegenen Ortschaften bereits abgerissen wurden, wurde für das Teilstück die 2005 ebenfalls wegen des Tagebaus abgerissene A 44 zwischen dem neu errichteten, nun weiter südöstlich gelegenen Autobahnkreuz Jackerath und dem Autobahnkreuz Holz sechsspurig und auf veränderter Trasse neu gebaut, damit diese den Verkehr der A 61 nach deren Sperrung aufnehmen kann. Diese Ersatzstrecke wurde Richtung Venlo am 1. Juli 2018 und in Richtung Koblenz am 1. September 2018 eröffnet. Danach wurde bisherige A-61-Abschnitt stillgelegt.[1]

Der Kölner Raum wird südlich des vom Braunkohleabbau geprägten flachen Landstriches am linken Niederrhein erreicht, allerdings äußerst weiträumig umgangen. Der Kölner Ring ist über die bei Kerpen kreuzende A 4 (AachenOlpe) und aus südlicher Richtung zusätzlich über die A 1 (BlankenheimHeiligenhafen) erreichbar. Letztere verläuft auf einem kurzen, sechsspurig ausgebauten Abschnitt auf derselben Trasse wie die A 61, ehe sie am Kreuz Bliesheim nach Südwesten in die Eifel abzweigt. Dieses Teilstück ist jedoch nur zum Teil fertig, weshalb die A 61 ab hier zusätzlich die Verbindung Köln–Saarbrücken (via A 48) darstellt.

Die flache Bördelandschaft, die große Teile des Rheinlandes ausmacht, wird verlassen, nachdem bei Meckenheim die A 565, die als Stadtautobahn die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn anschließt, endet. Gleichzeitig wechselt auch das Bundesland – die Autobahn verläuft ab hier durch Rheinland-Pfalz. Hier in der Osteifel hat die Autobahn zunächst zahlreiche lange Talbrücken und anschließend einige markante Steigungs- und Gefällstrecken. Die erste Autobahnabfahrt in Rheinlandpfalz ist im Streckenverlauf der A61 dann das Autobahndreieck Bad Neuenahr-Ahrweiler, welche einen Anschluss auf die Bundesautobahn 573 Richtung Bad Neuenahr-Ahrweiler bietet.

Kurz bevor Koblenz erreicht wird, kreuzt mit der A 48 eine wichtige Verbindung ins Saarland und nach Luxemburg, die außerdem die Aufgabe der nach wie vor unfertigen Eifelautobahn A 1 übernimmt. Kurz nach dem Kreuz wird die Mosel und ihr enges, vom Weinbau geprägtes Tal auf einer 136 m hohen Brücke gequert, die eine Zeit lang die höchste Autobahnbrücke der Welt war. Nördlich der Moseltalbrücke befinden sich auf beiden Seiten bewirtschaftete Rastplätze, von denen über einen Fußweg unter der Brücke eine Aussichtsplattform erreicht werden kann.

Südlich der Mosel liegt der Hunsrück, ein sich der Eifel anschließendes Mittelgebirge. Der Streckenverlauf ist daher auch hier von Steigungen und Gefällen geprägt. Unmittelbar östlich verläuft das Obere Mittelrheintal, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Am Ausgang des Mittelrheintales bei Bingen verlässt auch die A 61 den Hunsrück und weist dabei zwei große Talbrücken sowie ein markantes Gefälle auf. Die nächsten Kilometer verlaufen in der Landschaft des Rheinhessischen Hügellandes. Die A 60 und A 63 schließen das Rhein-Main-Gebiet an.

Südlich von Worms erreicht die Autobahn die Rhein-Neckar-Region, deren westlichste Hauptverkehrsachse sie hier bildet. In einiger Entfernung westlich erheben sich die Höhen des Pfälzer Waldes. Nach der Umfahrung von Ludwigshafen quert sie bei Speyer den Rhein auf einer Schrägseilbrücke und erreicht das Bundesland Baden-Württemberg, wo sie nach etwa 10 rechtsrheinischen Kilometern am Dreieck Hockenheim, das in unmittelbarer Nähe der bekannten Rennstrecke liegt, in die A 6 mündet.

GeschichteBearbeiten

 
Zwischen Mendig und Plaidt 1981
 
Dieselbe Stelle, Blickrichtung Koblenz

Die Autobahnstrecke wurde größtenteils schon in den 1950er Jahren geplant, allerdings als Teilstück einer Bundesstraße mit der Bezeichnung B 400 von Moers bis Hockenheim. So datieren erste Planungen der 32,1 km langen Strecke zwischen Erftstadt und Gelsdorf aus dem Jahr 1956, allerdings noch als zweispurige Erfttalstraße. 1960 wurden die Planungen im Hinblick auf die Verkehrsentwicklung zu einer vierspurigen Straße mit zwei Fahrbahnen geändert.

Ab 1967 liefen die Planungen dieser Strecke unter der Autobahnnummer A 14, die nun von Goch an der niederländischen Grenze bis an die französische Grenze bei Lauterbourg führen sollte. Der Abschnitt nördlich von Erftstadt gehört heute zur A 1, ab dem Kreuz Köln-Nord der A 57. Noch heute lässt sich die ursprüngliche Streckenbezeichnung an der Kilometrierung südlich des Kreuz Bliesheim ablesen, die diejenige der A 57 und A 1 aus Richtung Goch übernimmt. Auch die Ausführung des Dreiecks Erfttal mit der durchgehenden Relation Koblenz–Köln zeugt noch hiervon.

In Rheinland-Pfalz wurde derweil in den 1950er Jahren mit Planungen begonnen, die entlang des Mittelrheintals führende B 9 zu entlasten, da aufgrund der engen topografischen Verhältnisse und der dichten Bebauung im Tal ein Ausbau nicht möglich war. Diese Planungen der Entlastungsstraße basierten großenteils schon auf dem später ausgeführten Streckenverlauf mit Längsneigungen von maximal 4 %.

Ab 1959 wurde im Rahmen einer Verkehrswirtschaftlichen Untersuchung einer linksrheinischen Bundesfernstraße zur Entlastung der B 9 beschlossen, die Entlastungsstraße über Koblenz hinaus bis nach Bonn zu führen, um die B 9 in diesem Abschnitt ebenso zu entlasten. Anschließend wurde eine südliche Streckenverlängerung von Bingen bis an die französische Grenze bei Lauterbourg in die Planungen aufgenommen.[2]

Der Bau der Strecke als Autobahn A 14 begann in den 1960er Jahren. 1968 wurde der erste Abschnitt zwischen Stromberg und Bingen fertiggestellt.[3] Kennzeichnend für diesen ist der Übergang vom Hunsrück hinab ins Nahetal. Die Trassierung wurde durch die Berührung eines nahegelegenen Wasserschutzgebietes im von der Autobahn durchquerten Trollbachtal beeinflusst; die Längsneigung beträgt bis zu 3,8 %. Die Nahe wird auf einer 523 m langen Brücke überquert.

1970 wurde die etwa 10 km lange Verlängerung der Autobahn von Stromberg bis zur Anschlussstelle Rheinböllen fertiggestellt. Hier mussten zur Querung zweier Täler zwei große Talbrücken gebaut werden. Die 665 m lange Pfädchensgrabentalbrücke und die 365 m lange Tiefenbachtalbrücke sind 42 bzw. 92 m hoch. Im gleichen Jahr wurde der 14 km lange Abschnitt von Kreuz Frankenthal mit der A 6 zum Kreuz Mutterstadt freigegeben. Auch wurde die Erfttalstraße in eine vierspurige Fernstraße umgebaut und der 12 km lange Abschnitt WeilerswistMiel fertiggestellt.[4]

Die Verlängerung von Mutterstadt bis Speyer wurde 1972 für den Verkehr freigegeben. Im gleichen Jahr wurde der erste Abschnitt auf baden-württembergischem Gebiet vom Dreieck Hockenheim bis zur Anschlussstelle Hockenheim fertiggestellt. Zur Fertigstellung des Abschnittes von Frankenthal bis Hockenheim fehlte noch eine Rheinquerung, die Rheinbrücke Speyer wurde als Schrägseilbrücke ausgeführt und 1974 fertiggestellt.

Zwei weitere Abschnitte wurden im selben Jahr bei Koblenz fertiggestellt: vom Kreuz Koblenz mit der A 48 zur AS Koblenz/Waldesch (15,6 km) und von der AS Emmelshausen bis zur AS Laudert (9,9 km).[5] Der Lückenschluss zwischen beiden Abschnitten wurde 1973 freigegeben. Dieser Streckenabschnitt zeigt eine topografisch aufwendige Trassierung. Zwischen Dieblich und Winningen wurde zur Querung der Mosel die 135 m hohe Moseltalbrücke Winningen gebaut. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung war sie die höchste Autobahnbrücke der Welt. Noch heute ist sie – nach der Kochertalbrücke im Verlauf der A 6 – bis zur Fertigstellung der Hochmoselbrücke die zweithöchste Straßenbrücke Deutschlands.

Südlich der Brücke folgt die Autobahn einer engen Kurvenkombination in Verbindung mit einer starken Längsneigung, um den Hunsrück zu durchqueren. Bis Rheinböllen verläuft sie ungefähr entlang der Wasserscheide zwischen Rhein und Mosel. Um den starken Höhenunterschied zu den Seitentälern des Rheins auszugleichen, wurden teilweise Dämme errichtet. Der höchste Punkt der Strecke befindet sich mit 529 m ü. NN südlich der AS Pfalzfeld.

Der Weiterbau der A 61 von Norden her in Richtung Koblenz wurde 1973 um den Abschnitt von Miel bis Bad Neuenahr-Ahrweiler erweitert. Hier verläuft die Autobahn über die Trasse einer nicht fertiggestellten strategischen Bahnlinie. Zwischen dem Autobahnkreuz Meckenheim und Bad Neuenahr wurde die A 61 als Autobahn-Behelfsflugplatz ausgeführt, damit sie in Krisenzeiten als Start- und Landebahn für Flugzeuge fungieren konnte, die hochrangige Regierungsmitglieder zum Regierungsbunker im Ahrtal bringen sollten. Ein kurzer Abschnitt zwischen Viersen und Süchteln vom 3 km Länge und ein Abschnitt von der AS Mönchengladbach-West bis Borschemich wurden im gleichen Jahr freigegeben.[6]

Der Abschnitt AS Türnich bis Dreieck Erfttal wurde ebenfalls 1973 fertiggestellt, allerdings noch unter der Bezeichnung A 201, die von der A 14 abzweigte.[7]

Mit Einführung der neuen Autobahnnummerierung 1974 wurde für die nun teils fertige und teils in Planung bzw. Bau befindliche Autobahnstrecke die Bezeichnung Bundesautobahn 61 vergeben. Am Dreieck Erfttal nördlich von Erftstadt sollte sie nun in Richtung Venlo weitergeführt werden anstatt die Nummerierung entlang der durchgehenden Strecke in Richtung Köln fortzuführen. Letztgenannter Abschnitt ist heute Teil der A 1, die bis zum Kreuz Bliesheim auf derselben Trasse wie die A 61 verläuft.

1974 wurden die Abschnitte AS Viersen bis AS Mönchengladbach-West (Lückenschluss, 6,0 km) und AS Mendig bis Kreuz Koblenz (19,5 km) fertiggestellt. Letztere Strecke führt durch die Osteifel ins Neuwieder Becken mit einer Längsneigung von bis zu 3,36 %.[8] Die 26,3 km lange Lücke zwischen Bad Neuenahr und Mendig wurde im darauffolgenden Jahr 1975 geschlossen. Dieser Streckenabschnitt führt über zahlreiche lange Talbrücken von teils über 1000 m Länge. Die Ahrtalbrücke ist bis zu 55 m hoch und außerdem mit 1526 m Länge die längste Brücke der Autobahn.

Die 56,9 km lange Lücke zwischen Bingen und dem Kreuz Frankenthal wurde ebenfalls 1975 geschlossen, womit die Autobahn nun von Kerpen bis zum Autobahnende am Dreieck Hockenheim durchgängig befahrbar war.[9] Die fertiggestellte Strecke führt größtenteils durch das Rheinhessische Hügelland mit nur geringen Steigungen und Gefällen, da sie mehr an die hügelige Landschaft angepasst wurde und in der Wiesbachniederung verläuft. Hinter Alzey verläuft die Autobahn über einige Talbrücken, an Worms vorbei und in südliche Richtung zum Kreuz Frankenthal.

Aufgrund des Braunkohletagebaus in der Region zwischen Mönchengladbach, Köln und Aachen wurde die Strecke von Borschemich bis Kerpen erst in den 1980er Jahren fertiggestellt. Begonnen wurde 1981 mit dem Abschnitt von Borschemich bis Autobahnkreuz Jackerath (5,9 km).[10] 1983 wurde sie in Richtung Süden um 14,8 km bis zur AS Bergheim (damals Bergheim/Elsdorf) verlängert,[11] 1986 um 3,6 km bis zur AS Bergheim-Süd[12] und 1987 schließlich bis Türnich[13] mitsamt dem Kreuz Kerpen (A 4). In diesem Jahr war die A 61 somit von der niederländischen Grenze bei Schwanenhaus bis zum Dreieck Hockenheim komplett fertiggestellt.

Seit dem 4. April 2012 ist die Autobahn von der Ausfahrt Kaldenkirchen ab neu trassiert und an das niederländische Autobahnnetz (Rijksweg 74) direkt angeschlossen. Die Strecke führt von Kaldenkirchen südlich der bisherigen Trasse über die Grenze in die Niederlande. Die Bauarbeiten begannen im Dezember 2009. Für den 3 km langen Netzschluss wurden inklusive Grunderwerb Gesamtkosten in Höhe von rund 60 Millionen Euro veranschlagt. Fünf Millionen Euro davon übernahm gemäß Staatsvertrag das Königreich der Niederlande. Es gibt auch eine Ausfahrt zum entstehenden Gewerbepark Venete.[14][15][16]

AusbauBearbeiten

Die A 61 ist derzeit überwiegend vierstreifig. Der inzwischen gesperrte Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Mönchengladbach-Wanlo und dem alten Autobahnkreuz Jackerath, sowie der Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Erfttal bei Erftstadt und dem Bliesheimer Kreuz (auf diesem ist die Trasse identisch mit jener der A 1 und er ist deshalb von hohem Verkehrsaufkommen geprägt) sind sechsstreifig ausgebaut. Im Bundesverkehrswegeplan ist der vollständige sechsstreifige Ausbau der A 61 vom Kreuz Mönchengladbach bis zur Rheinbrücke bei Speyer, zum großen Teil in der Kategorie Weiterer Bedarf mit Planungsrecht vorgesehen. Nur der Abschnitt zwischen Kreuz Bliesheim und Mendig ist in der höchsten Kategorie Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung eingestuft. Die Abschnitte zwischen Rheinböllen und der Rastanlage Hunsrück sowie zwischen Kreuz Frankenthal und der Rheinbrücke sind als Laufende und fest disponierte Vorhaben enthalten. Einige Steigungsstrecken in Eifel und Hunsrück sind einseitig dreistreifig ausgebaut, zum Teil ist der Standstreifen als Fahrstreifen freigegeben.

Dreieck Mönchengladbach-Wanlo – Kreuz JackerathBearbeiten

Der Abschnitt zwischen dem damaligen Kreuz Wanlo und dem Kreuz Jackerath wurde bis September 2005 sechsstreifig ausgebaut, um den Verkehr der A 44 aufzunehmen, die von 2006 bis 2018 wegen des Tagebaus Garzweiler II unterbrochen wurde. Den Ausbau finanzierte die RWE-Tochtergesellschaft Rheinbraun. Im Juli 2018[17] begann der Rückbau der A 61 zwischen den Anschlussstellen Wanlo und Jackerath, da der Tagebau weiter in nordwestliche Richtung voranschreitet. Zuvor wurde die A 44 auf neuer Trasse wiederhergestellt, die dann den Verkehr der A 61 aufnimmt. Zusätzlich wurde die A 46 zwischen den Kreuzen Wanlo und Jüchen-Holz auf sechs Streifen ausgebaut. Seit 1. Juli 2018 ist der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Jackerath und Mönchengladbach-Wanlo in Fahrtrichtung Norden gesperrt, die Sperrung der Fahrbahn in Richtung Süden erfolgte am 3. September 2018. Durch diese Sperrung wurde das Kreuz Wanlo zum Autobahndreieck.

Baustellen-PilotprojektBearbeiten

Bei Fahrbahnausbesserungsarbeiten bei Gau-Bickelheim wurde 2009 ein Pilotprojekt in Baustellenstrecken erprobt, um den Verkehr flüssiger zu halten. Dabei wurde das reduzierte Baustellentempolimit von 60 km/h auf das übliche Baustellentempolimit von 80 km/h erhöht, jedoch gleichzeitig ein Überholverbot eingeführt und ein neues Baustellenschild mit der Kennzeichnung Versetzt fahren! aufgestellt. Nach Angaben der zuständigen Verkehrsbehörden war der Versuch ein Erfolg, die Zahl der Staus und der Unfälle ging deutlich zurück.[18]

Neue Anschlussstelle Mutterstadt-WestBearbeiten

Am 2. Juli 2014 wurde die Anschlussstelle Mutterstadt-West für den Verkehr freigegeben. Durch die neue Anschlussstelle sollen die Ortslagen Dannstadt-Schauernheim und Mutterstadt vom Schwerlastverkehr entlastet werden, der den Pfalzmarkt am Rande der Autobahn anfährt.[19] Der Abschnitt Kreuz Frankenthal bis zur Landesgrenze Rheinland-Pfalz/Baden-Württemberg soll sechsstreifig ausgebaut werden. Dabei besteht für den Abschnitt Kreuz Frankenthal bis Kreuz Mutterstadt seit 13. März 2015 und für den restlichen Abschnitt seit März 2018 [20] Baurecht. Der Ausbau soll beginnen, sobald die Finanzierung durch den Bund gesichert ist.[21]

Sechsspuriger Ausbau Rheinböllen – StrombergBearbeiten

Am 3. Oktober 2015 begannen im Abschnitt AS Rheinböllen – T+R Hunsrück die Vorarbeiten im Zuge des sechsspurigen Ausbaus. Die A 61 wurde am 16. und 17. April 2016 zwischen den Anschlussstellen Rheinböllen und Stromberg erstmals komplett für zwei Tage gesperrt. In diesem Autobahnabschnitt mussten zur Geländegewinnung zwei Brückenwerke abgerissen werden.[22] Seitdem laufen die Hauptarbeiten. In diesem Abschnitt müssen mit der Pfädchensgrabentalbrücke und der Tiefenbachtalbrücke zwei große Talbrücken unter laufendem Verkehr komplett neu gebaut werden. Die Bauzeit wird voraussichtlich acht Jahre dauern.[23] Der erste, symbolische Spatenstich anlässlich der Erneuerung der Großtalbrücken erfolgte am 30. März 2017.

LiteraturBearbeiten

  • Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. A44, A61: Eine Autobahn weicht Garzweiler II. In: Straßen.NRW.de. Abgerufen am 3. Februar 2018.
  2. Geschichte der A61. Auf: autobahn-online.de.
  3. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1968 auf autobahn-online.de.
  4. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1970 auf autobahn-online.de.
  5. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1972 auf autobahn-online.de.
  6. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1973 auf autobahn-online.de.
  7. Michael Ritz, mritz@gmx.de: ADAC Reisekarte Deutschland und angrenzende Gebiete 1:750.000 (1972) - Landkartenarchiv.de. Abgerufen am 8. Juli 2018.
  8. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1974 auf autobahn-online.de.
  9. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1975 auf autobahn-online.de.
  10. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1981 auf autobahn-online.de.
  11. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1983 auf autobahn-online.de.
  12. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1986 auf autobahn-online.de.
  13. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1987 auf autobahn-online.de.
  14. Inoffizielle Seite mit Bildern zur Neutrassierung der A 61.
  15. Pressemitteilung des Landesbetriebes Strassen.NRW. (Memento vom 5. April 2012 im Internet Archive)
  16. A 61 – A 74 Verknüpfung des deutschen mit dem niederländischen Autobahnnetz im Raum Venlo offiziell für den Verkehr freigegeben. (Memento vom 26. Juli 2012 im Internet Archive) Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Pressemitteilung, 4. April 2012.
  17. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/autobahn-61-verschwindet-erst-2018-aid-1.6504115
  18. Rhein Main Presse: Pilotprojekt mit Baustellenschild „Versetzt fahren“ auf A 61 bei Gau-Bickelheim erfolgreich. 6. Mai 2009.
  19. Verkehrsfreigabe des Pfalzmarktanschlusses. (PDF) Amtsblatt Mutterstadt, 2. Juli 2014.
  20. A 61, zw. AK Frankenthal und Landesgrenze. Abgerufen am 15. Juli 2018.
  21. A 61 – Baurecht für den Ausbau zwischen Frankenthal und Mutterstadt. In: lbm.rlp.de. Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, archiviert vom Original am 10. Januar 2017; abgerufen am 10. Januar 2017.
  22. Rhein-Main Presse: Brücken über der gesperrten A61 abgerissen. 17. April 2016.
  23. Volker Boch: Acht Jahre Bauzeit: A 61-Sanierung ist ein gigantisches Bauprojekt. In: Rhein-Zeitung. 15. April 2016, abgerufen am 26. Juli 2017.