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Regierungsbezirk Pfalz

ehemaliger Regierungsbezirk in Rheinland-Pfalz (1946-1968)
Regierungsbezirk Pfalz
Bestandszeitraum 1946–1968
Zugehörigkeit Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz Neustadt an der Weinstraße
Anzahl Gemeinden 625
Fläche 5.447,89 km²
Einwohner 1.305.377 (30. Juni 1968)
Bevölkerungsdichte 240 Einw./km²

Der Regierungsbezirk Pfalz war einer von fünf Regierungsbezirken, in die sich das 1946 neu gebildete Land Rheinland-Pfalz gliederte. Die anderen waren die ebenfalls 1946 neu errichteten Regierungsbezirke Rheinhessen (Sitz in Mainz) und Montabaur sowie die bereits 1816 von Preußen eingerichteten Regierungsbezirke Koblenz und Trier.

Inhaltsverzeichnis

Ehemalige VerwaltungsgliederungBearbeiten

Der Regierungsbezirk Pfalz umfasste das historische Gebiet der Pfalz, das bis 1946 als Bezirk Rheinpfalz zu Bayern gehörte, nach dem Zweiten Weltkrieg unter französische Besatzung kam und im August 1946 Bestandteil des Landes Rheinland-Pfalz wurde. Er gliederte sich in die kreisfreien Städte Frankenthal (Pfalz), Kaiserslautern, Landau, Ludwigshafen am Rhein, Neustadt an der Weinstraße, Pirmasens, Speyer und Zweibrücken sowie die Landkreise Bad Bergzabern, Frankenthal (Pfalz), Germersheim, Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Kusel, Landau in der Pfalz, Ludwigshafen am Rhein, Neustadt, Pirmasens, Rockenhausen, Speyer und Zweibrücken.

Der Verwaltungssitz, der sich während der Zeit des bayerischen Kreises Pfalz seit 1816 in Speyer befunden und während des Zweiten Weltkriegs durch Zusammenlegung mit den NS-Behörden der „Westmark“ mehrfach gewechselt hatte, lag seit 1945 in Neustadt an der Weinstraße.

GeschichteBearbeiten

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs hatten auch die Bezirksämter Homburg und Sankt Ingbert zur Pfalz gehört. Diese wurden jedoch 1919 dem Saargebiet zugeteilt und standen dadurch unter Völkerbundsmandat. Sie verblieben, seit 1939 als Kreise bezeichnet, auch nach dem Zweiten Weltkrieg beim Saarland und wurden 1974 im Rahmen der saarländischen Kreisreform zum Saar-Pfalz-Kreis (jetzt Saarpfalz-Kreis) vereinigt. Darüber hinaus wurden durch die „Verordnung Nr. 93 des französischen Oberkommandos in Deutschland betreffend Neuorganisation der Verwaltung der Rheinpfalz und des Saargebietes“ vom 6. Juni 1947 weitere Gemeinden im Ostertal östlich Sankt Wendel in das Saarland umgegliedert.[1]

Am 1. Oktober 1968 wurde der Regierungsbezirk Pfalz mit dem Regierungsbezirk Rheinhessen zum neuen Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz mit dem Verwaltungssitz in Neustadt an der Weinstraße vereinigt.[2]

Bei der rheinland-pfälzischen Kreisreform, die zwischen 1969 und 1974 vollzogen wurde, wurden die Landkreise zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengeschlossen. Zur Verwaltungsgliederung nach der Kreisreform siehe unter Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz. Das Ende der verbliebenen drei Regierungsbezirke im Land Rheinland-Pfalz kam mit Ablauf des Jahres 1999.

PräsidentenBearbeiten

PolitikBearbeiten

Bei der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Selbstverwaltungsrecht der Pfalz auf Druck der französischen Besatzungsmacht in der Landesverfassung verankert, die das Volk am 18. Mai 1947 annahm. Am 22. November 1949 trat die Bezirksordnung in Kraft, die sich an der bayerischen Kreisordnung von 1927 orientierte. In ihrer Fassung von 1949 räumte die Bezirksordnung allen damals bestehenden fünf rheinland-pfälzischen Regierungsbezirken die Möglichkeit zur Bildung von Bezirksverbänden ein. Diese Option wurde lediglich vom damaligen Regierungsbezirk Pfalz gezogen und mit dem Bezirksverband Pfalz umgesetzt. Somit wählen bis heute in Rheinland-Pfalz ausschließlich die Einwohner der Pfalz einen eigenen Bezirkstag (29 Abgeordnete), was gemeinsam mit den Kommunalwahlen alle fünf Jahre stattfindet (zuletzt 2014).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verordnung Nr. 93 vom 6. Juni 1947
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 157 (PDF; 2,6 MB)