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Roermond

Stadt in der niederländischen Provinz Limburg
Gemeinde Roermond
Flagge der Gemeinde Roermond
Flagge
Wappen der Gemeinde Roermond
Wappen
Provinz Limburg Limburg
Bürgermeister Rianne Donders-de Leest (CDA)
Sitz der Gemeinde Roermond
Fläche
 – Land
 – Wasser
71,05 km2
60,84 km2
10,21 km2
CBS-Code 0957
Einwohner 57.686 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 812 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 11′ N, 5° 59′ OKoordinaten: 51° 11′ N, 5° 59′ O
Bedeutender Verkehrsweg A73 N280 N293 N570
Vorwahl 0475
Postleitzahlen 6041–6045, 6049, 6071
Website Homepage von Roermond
LocatieRoermond.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Roermond ([ʁuːʁˈmɔnt], Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i; limburgisch Remunj, französisch Ruremonde) ist eine Stadt mit 57.686 Einwohnern (Stand 31. August 2017) in der niederländischen Provinz Limburg an der Grenze zu Deutschland und nahe Flandern in Belgien.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

 
Roermond an der Maas und der Rur
 
Roermond mitsamt Maasplassen im niederländischen und belgischen Limburg

Die Stadt liegt an der Mündung der Rur (niederländisch Roer) in die Maas, am rechten Maasufer. Die Innenstadt liegt unmittelbar an der Rur. Das Gemeindegebiet besteht im Wesentlichen aus dem rund 5 Kilometer breiten Streifen zwischen Maas und der Grenze zu Deutschland.

Durch Kiesabtragungen sind im Gemeindegebiet zahlreiche miteinander verbundene Seen entstanden, die Maasplassen (dt. Maasseen oder Maastümpel). Das rund 3.000 Hektar große Gebiet ist das größte Binnen-Wassersportgebiet der Niederlande.

GeologieBearbeiten

Schlagzeilen erhielt Roermond am 13. April 1992, weil 4 km südwestlich der Stadt das Epizentrum des Erdbebens von Roermond lag, eines Erdbebens der Magnitude 5,9 auf der Richterskala. Es war damit das stärkste Erdbeben in Mitteleuropa seit dem Jahre 1756 (siehe dazu auch: Erdbebengebiet Kölner Bucht).

StadtteileBearbeiten

Roermond gliedert sich in insgesamt 36 Stadtteile. Zum Jahresbeginn 2007 wurde die nördliche Nachbargemeinde Swalmen mit 8.790 Einwohnern eingemeindet. Die Gemeindefläche vergrößerte sich durch die Eingemeindung erheblich von 46,87 auf 71,19 km².

Die zehn Stadtbezirke haben folgende Einwohnerzahlen:

Bezirk Jahr
2006 2012 2018
Centrum 9.010 9.360 10.160
Roermond-Oost 5.670 6.130 6.395
Roermond-Zuid 5.860 5.675 5.865
Maasniel 7.530 7.660 7.555
Donderberg 4.960* 4.765* 7.095
Hoogvonderen 6.120* 5.825* 3.360
Asenray 890 870 930
Herten 5.420 7.055 7.595
Swalmen 8.670 8.660
Maasplassen 150 125
Gesamt 45.460 56.160 57.740
* Aufgrund anderer Gemeindegliederung liegt eine abweichende Einwohnerzahl vor.

NachbargemeindenBearbeiten

NameBearbeiten

Der Stadtname „Roermond“ legt zwar nahe, dass die Mündung (niederländisch monding) der Rur (Roer) in die Maas gemeint ist (wie Rijnmond), hat aber einen anderen Ursprung, allein da die Mündung der Rur in die Maas vor 1338 etliche Kilometer weiter westlich fern der Stadt lag. Die zweite Silbe mond stammt wahrscheinlich von der Bezeichnung „monte“ für eine Erhebung. Gemeint ist ein Burgberg, eine alte Befestigungsanlage, genannt Motte – Roermond bedeutet demnach „Rurburg“. Nach anderer Lesart ist „mond“ von lateinisch mundium – Stadt hergeleitet, also „Stadt an der Rur“ oder „Rurbrücke“ mit keltisch-germanisch „monde“ = „Brücke“.

 
Stadtbefestigung um 1650
 
Marktplatz 1793 mit französischer Truppenparade

GeschichteBearbeiten

Die städtischen Ursprünge reichen bis zu den Römern zurück. Ein der Göttin Rura geweihter Altarstein, der im Stadtgebiet gefunden wurde, stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Cäsar soll den römischen Ort „Villa Optima“ – „bester Wohnplatz“ genannt haben.

Die älteste bis heute erhaltene Urkunde, in der Roermond erwähnt wird datiert 1130; damals gehörte sie zum Herzogtum Geldern. Im Jahr 1213 wurde sie vom deutschen Kaiser Otto IV. zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau begann man auch 1224 mit dem Bau der Münsterabtei, von der noch heute die Liebfrauen-Münsterkirche erhalten geblieben ist.

1232 erhielt Roermond ein eigenes Siegel sowie das Recht, Steuern zu erheben und zur Rechtsprechung. 1441 wurde Roermond Hansestadt. 1472 erhielt die Stadt das Recht zur Münzprägung.

1338–1342 wurde der Lauf der Maas künstlich um ca. 7 km an die Stadtgrenze verlegt und damit auch die Rurmündung.

1543 kam Nimwegen und das Oberquartier Gelderns durch den Vertrag von Venlo unter spanische Herrschaft. 1554 ereignete sich der erste große Stadtbrand. 1559 wurde erstmals das Bistum Roermond gebildet; 1801 („Franzosenzeit“) wurde es vorübergehend – bis 1853 – aufgelöst. 1665 ereignete sich der zweite große Stadtbrand.

Von 1702 bis 1716 war Roermond ein selbstständiger Staat. Anschließend gehörte es bis 1794 zu Österreich, wobei die Stadt im Dezember 1792 erstmals von den Franzosen unter Francisco de Miranda erobert wurde. Im März 1793 eroberten die Österreicher Roermond zunächst zurück, bevor es im April 1794 von den Franzosen besetzt wurde, welche die Stadt in Rurmonde umbenannten. Die Besetzung durch die Franzosen währte bis 1814, als es durch russische Truppen befreit wurde.

Von 1815 bis 1830 war die Stadt niederländisch, anschließend gehörte sie bis 1839 zu Belgien. Es folgte bis 1866 eine Doppelzugehörigkeit Ostlimburgs zu den Niederlanden und zum Deutschen Bund. Seit 1866 ist die Stadt wieder ausschließlich niederländisch.

Beim Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande (10. Mai 1940) war Roermond eine der wenigen Städte, in denen für einige Tage militärischer Widerstand geleistet wurde ("Slag om Roermond").[2] Die Niederlande kapitulierten am 15. Mai 1940.

Am 29. Dezember 1944 wurden etwa 3.000 Männer zwischen 16 und 60 Jahren aus Roermond deportiert. Sie verbrachten die Nacht auf den 30. in Dülken im Freien, wurden am 30. mit dem Zug nach Wuppertal transportiert und von dort zur Zwangsarbeit in verschiedene Städte gebracht. Hieran erinnert seit 1953 ein Denkmal in der Nassaustraat in Roermond.[3] Wenige Tage zuvor, am 26. Dezember, waren 14 Roermonder Männer im Alter zwischen 16 und 48 Jahren von der deutschen Wehrmacht in den Elmpter Wald getrieben worden, wo sie ohne Urteil, nachdem sie gezwungen worden waren, sich ihr eigenes Grab zu schaufeln, erschossen wurden. Im Elmpter Wald erinnert an dieses Kriegsverbrechen das Mahnmal Lüsekamp.[4]

 
Der Marktplatz von Roermond, rechts das Rathaus, im Hintergrund die Kathedrale

Die Westalliierten eroberten das Geländedreieck zwischen Roermond, Sittard und Heinsberg im Rahmen der Operation Blackcock (14. bis 26. Januar 1945).[5]

Die Deutschen befürchteten seit dem Geländeverlust durch die Operation Blackcock, dass ihr Frontabschnitt zwischen Heinsberg und Venlo, die seit Herbst 1944 provisorisch befestigte Maas-Rur-Stellung, beidseitig umfasst werden würde. Deshalb zogen sie sich aus diesem Frontabschnitt kampflos zurück. Deutsche Besatzer sprengten vor ihrer Flucht am 28. Februar 1945 den Turm der Christoffelkathedraal (Bischofskirche des Bistums Roermond).[6] Am 1. März erreichte die Recce Troop (Aufklärungseinheit) der 35. US-Infanteriedivision („Santa Fe Division“) das von der Deutschen Wehrmacht bereits verlassene Roermond.

Am 13. April 1992 war die Stadt das Epizentrum eines Erdbebens der Stärke 5,9.

2001 eröffnete in Roermond ein Outletcenter. Es wurde 2005 und 2011 vergrößert; die Läden haben eine Gesamtfläche von 35.200 m² (Stand 2012). Eine Erweiterung um weitere 50 Ladenlokale sowie der Bau eines Parkhauses mit 4500 Stellplätzen befinden sich in Bau (Stand Juni 2016), die Eröffnung ist für Frühjahr 2017 geplant. 2013 wurde das Outletcenter von etwa 4,6 Millionen Menschen besucht.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt von Blau und Silber, oben ein doppelschwänziger, aufrechter, rotbezungter und -bewehrter, goldbekronter, goldener Löwe, unten eine rote heraldische Lilie. Der Schild ist mit einer goldenen Dreiblattkrone, geschmückt mit zwei Perlen, drei roten Rautensteinen und zwei blauen Ovalsteinen, bedeckt“.

Erklärung: Der Löwe repräsentiert den „Geldrischen Löwen“, das Wappentier Gelderns, an dem das Roermondsche Land, Obergeldern oder Oberquartier genannt, seit dem 13. Jahrhundert einen großen Anteil hatte. Die Lilie ist dem Wappen der Familie „van Wachtendonck“ (In Silber eine rote Lilie; siehe auch Wachtendonk mit Lilie im Wappen) entnommen, die etliche Vögte zu Roermond stellten. Ein Siegelstempel aus dem 13. Jahrhundert ist überliefert und zeigt die Lilie. Das älteste überlieferte Stadtsiegel Roermonds datiert von 1250 und stellt das Wappen der Herzöge von Geldern dar.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahlen 2018[8]
 %
30
20
10
0
26,6
18,9
15,3
10,1
8,0
5,6
4,0
3,5
3,3
4,6
LVR
DS
SPR
Sonst.j
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-2,2
+7,1
± 0,0
+2,1
-0,4
-0,8
+4,0
-1,0
+3,3
-12,4
LVR
DS
SPR
Sonst.j
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
j PvdA 2,4 % (–5,2 %), PvLeD 1,8 % (–0,2 %), Lijst Ramdani 0,4 % (+0,4 %), BBR 0,0 % (–2,5 %), OPA 0,0 % (–2,3 %), Artikel50 0,0 % (–1,6 %), PVDE 0,0 % (–1,0 %)

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[9][Anm. 1]
1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018
Liberale Volkspartij
Roermond
10 9
GroenLinks 3 4 4 3 2 2 4 7
CDA 9 8 9 7 5 7 5 5 5 5
Demokraten Swalmen 3 2 3 3
VVD 5 4 4 5 7 10 9 11 3 2
D66 0 1 1 1 1 0 1 2 2
SP 3 2 1
Stadspartij Roermond 1 1 1 1
DENK 1
PvdA 3 7 4 4 4 4 5 4 3 0
Burgerbelangen Roermond 3 3 2 0
Partij Voor De Eenheid 1 0
Liberalen ’97 0 1
Demokraten Maasniel,
Asenray, Leeuwena
3 3 3 3 3
Demokraten Roermonda 3 2 2
Algemeen Ouderen
Verbond/Unie55+
1
Centrumdemocraten 1
Demokraten Roermond
Veld, Kapel, Kemp,
Kitskensberg
1 1
Roermond Linksb 1 1
Raad ’70 2 1
Donderberg/
Hoogvonderenc
1
Gesamt 25 25 27 27 27 29 31 31 31 31
  1. Parteien, die zwar bei der Wahl teilgenommen haben, aber keinen Ratssitz erlangen konnten, werden nicht berücksichtigt.
a Mitglieder der Demokraten Maasniel, Asenray, Leeuwen und der Demokraten Roermond schlossen sich bei den Kommunalwahlen 2002 der VVD an.
b Roermond Links war ein Zusammenschluss der Parteien PSP und PPR.
c Im Jahre 1986 ging die Lokalpartei Donderberg/Hoogvonderen in die örtliche VVD-Fraktion auf.

Kollegium von Bürgermeister und BeigeordnetenBearbeiten

Die Koalitionsparteien CDA, D66, Demokraten Swalmen und GroenLinks stellen dem Kollegium im Zeitraum von 2018 bis 2022 die Beigeordneten bereit. Abgesehen von GroenLinks steuern alle Parteien jeweils einen Beigeordneten bei, jene hingegen sind mit zwei Beigeordneten im Kollegium zugegen. Folgende Personen gehören zum Kollegium und sind in folgenden Bereichen zuständig[10]:

Funktion Name Partei Ressort Anmerkung
Bürgermeisterin Rianne Donders-de Leest CDA öffentliche Ordnung und Verwaltungssachen; integrale Sicherheit/integrale Vollstreckung; Beschwerden-Regelung; Bevölkerungsangelegenheiten, Personenregistrierung und Wahlen; administrative und (EU)regionale Zusammenarbeit; Repräsentation und externe Beziehungen; Dualismus; Integrität seit dem 30. Januar 2015 im Amt
Beigeordnete Angely Waajen-Crins CDA wirtschaftliche Angelegenheiten und Arbeitsmöglichkeiten; Arbeitsmarktpolitik (Arbeitgeber); Raumplanung; Wohnungswesen; Umgebungskonzept; Beigeordnete für die Projekte N280 und vitale Stadt
Marianne Smitsmans-Burhenne GroenLinks gesellschaftliche Fürsorge; Sozialwesen; Volksgesundheit; Kommunikation; Bürgerpartizipation; soziale Angelegenheiten; Arbeitsmarktpolitik (Arbeitnehmer) stellvertretende Bürgermeisterin
Rens Evers GroenLinks Nachhaltigkeit; öffentlicher Raum und städtische Verwaltung; Mobilität und Infrastruktur; grüne Umwelt und Rohstoffe; Natur, Landschaft und Wasser; Bezirksentwicklung und bezirksgezieltes Arbeiten; Umweltgesetz (Implementierung); Umweltgenehmigungen; Beigeordneter für das Projekt Bahnhofsumgebung
Frans Schreurs Demokraten Swalmen Finanzen; Grundlegendes und Eigentum; rechtliche Angelegenheiten und Qualitätsmanagement; Personal, Organisation und Informationsversorgung; Sport und Sportanlagen
Ferdinand Pleyte D66 Bildung und Erziehung; Kultur; Vielfalt; Denkmäler, Erbgut und Archäologie; Beigeordneter für das Projekt Entwicklungsplan für den Bezirk Donderberg
Gemeindesekretär Han Geraedts seit Oktober 2011 im Amt

GalerieBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Städtisches Museum

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Die Stadt Roermond verleiht jedes Jahr den Halewijnpreis für Literatur.

WirtschaftBearbeiten

Roermond ist eine Einkaufsstadt für Besucher aus den Niederlanden und aus Deutschland. 2001 wurde in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt auf einem aufgegebenen Kasernengelände ein großes Einkaufszentrum mit dem Namen McArthurGlen Designer Outlet Roermond gebaut. Das Einkaufszentrum umfasst über 150 Geschäfte und lockt im Jahr rund 2,8 Millionen Besucher an. Entgegen ursprünglichen Befürchtungen besuchen rund 40 % davon auch die Roermonder Innenstadt, die seitdem einen erheblichen Aufschwung erlebt. Durch die Anziehungskraft des Outlet Centers ist Roermond dabei, dem wesentlich größeren Venlo unter den deutschen Besuchern den Rang abzulaufen. Speziell ausgerichtet auf deutsche Besucher sind sämtliche Sonntage in der Roermonder Innenstadt verkaufsoffen, während das Outlet-Center sogar 363 Tage im Jahr geöffnet ist.

Roermond ist Sitz der Peek & Cloppenburg Düsseldorf Komplementär B.V.

VerkehrBearbeiten

SchienenverkehrBearbeiten

Roermond hat einen Bahnhof im Stadtzentrum. Die Stadt liegt an der Bahnhauptstrecke MaastrichtEindhoven, über die Intercity-Züge bis Amsterdam verkehren. Ferner beginnt in Roermond eine Nahverkehrs-Bahnstrecke entlang der Maas nach Venlo und über die Maaslinie nach Nijmegen.

Durch Roermond führt außerdem die Bahntrasse Eiserner Rhein von Antwerpen nach Mönchengladbach. Die Strecke ist derzeit auf den 16,5 Kilometern zwischen Roermond und Dalheim an der deutsch-niederländischen Grenze außer Betrieb. Es existieren Pläne, sie für den Güterverkehr zu reaktivieren, gegen die es allerdings erheblichen Widerstand gibt.

SchiffsverkehrBearbeiten

 
Industriehafen Roermond

Der Schiffsverkehr benutzt (Stand 2011) den Rurhafen mit seiner alten Looskade (Ladekai). Hier finden Besucher mit Booten bis zu 8 mtr. Länge einen "Passantenhafen" z. B. für einen Besuch von Roermond, ein Übernachten ist jedoch nicht erlaubt. Die Rur ist hier max. 30 m breit, jedoch oft auf beiden Seiten von Booten belegt. Die Bootslänge musste darum begrenzt werden, weil ansonsten ein Wenden in dem engen und strömenden Rurarm längeren Booten unmöglich bzw. nur mit erheblichen Gefahren möglich wäre.

An der Maas liegt der ehemalige Frachthafen nieuwe Maashaven, um 1935 gebaut. Sein Becken ist nun Teil des eigentlichen Fracht- oder Industriehafens, der von 1963 bis 1967 gebaut wurde und von der königlichen Familie auf den Namen Prinz Willem Alexander Haven getauft wurde. Im Regional Overslag Centrum Roermond (ROC),[11] Teil des Industriehaven Willem Alexander, werden auf einer Fläche von 2 ha mit 400 m Hafenkai pro Jahr mehr als 500.000 Tonnen an Schütt- und Stückgütern zwischen LKW und Binnenschiff umgeschlagen. Rund um den Hafen, im gleichnamigen Industriegebiet, sind mehr als 1000 Menschen beschäftigt.

Die Reedereien Rederij Cascade, Rederij de Corporaal und Rederij De Veermann fahren Roermond mit ihren Ausflugsschiffen regelmäßig an (Stand 2011).

 
Rundfahrtboot der Rederij de Corporaal an der Rurkade

BuslinienBearbeiten

Mit einer Reihe von Stadt- und Landbussen werden sowohl die Stadtteile als auch benachbarte Orte an den Roermonder Bahnhof angebunden. Seit April 2008 hat die Stadt außerdem „Shopbusse“ eingerichtet, die als Pendelbusse die Stadtmitte mit dem Outlet Center und dem neu errichteten Retail Center verbinden.

RadwegeBearbeiten

Roermond verfügt inner- und außerorts über ein umfangreiches Fahrradwegenetz.

StraßenverkehrBearbeiten

Seit Anfang 2008 ist Roermond direkt an das niederländische Autobahnnetz angeschlossen. Der Rijksweg 73 (A 73) führt entlang der Maas von Nijmegen über Venlo und Roermond nach Maasbracht. Von dort verlängert der Rijksweg 2 (A 2) die Strecke weiter nach Maastricht und Lüttich.

Die Autobahnanbindung an die deutsche Bundesautobahn 52 nach Mönchengladbach und Düsseldorf wurde am 18. Mai 2009 zwischen der niederländischen Grenze und Elmpt freigegeben. Auf niederländischer Seite ist die N 280 bis zur Grenze bereits autobahnähnlich fertiggestellt.

Die N 280 stellt nach Westen die Verbindung nach Weert und zur A 2 Richtung Eindhoven her. Die einer deutschen Bundesstraße entsprechende N 271 verläuft in etwa parallel zur A 73 und bedient nun vorwiegend den Nahverkehr.

HochwasserschutzBearbeiten

Hochwasser der Maas bei Roermond, Januar 2011
 
Geschlossene Hochwasserschutztore in der Rur an der Looskade
 
Die Hochwasserschutztore in der Rur an der Looskade in offenem Zustand, man beachte den Unterschied im Pegelstand der Rur

Die exponierte Lage der Stadt an Rur und Maas ist Ursache häufiger Überschwemmungen nach langanhaltendem Regen sowie der Schneeschmelze in der Eifel bzw. den Ardennen. Der Wasserverband Waterschap Roer en Overmaas hat zum Schutz Roermonds vor Hochwasser seit 2008 Hochwasserschutztore in die Rur verbaut, die bei Bedarf (erstmals im Januar 2011) die Rur im Stadtkern über die Hambeek umleitet. Zudem riegeln sie das Maaswasser zur Stadt hin ab.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Gerhard IV. (* um 1185; † 22. Oktober 1229), Graf von Geldern
  • Dionysius von Roermond (* 1402/03 in Rijkel; † 12. März 1471 in Roermond), Philosoph, Theologe, Mystiker und Scholastiker

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Roermond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Roermond – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. siehe auch niederländische Wikipedia
  3. Britta Marzi: Was Krieg für Kinder bedeutet. In: Rheinische Post. 13. Oktober 2012, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  4. Bericht in der Westdeutschen Zeitung vom 2. Januar 2009,abgerufen am 21. September 2013
  5. Report on Operation 'Blaclcock' (PDF; 5,2 MB)
  6. www.kathedraal-roermond.nl (auf 'Historie' klicken)
  7. http://www.outlet-center-info.de/news_erfolgreicher-jahresabschluss-2013-fur-das-designer-outlet-roermond.html Berichterstattung auf Outlet-Center-Info.de, abgerufen am 21. April 2014
  8. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 24. August 2018 (niederländisch)
  9. Sitzverteilung im Gemeinderat: 1982–2006 2010 2014 2018, abgerufen am 24. August 2018 (niederländisch)
  10. College van B & W Gemeente Roermond, abgerufen am 24. August 2018 (niederländisch)
  11. http://www.kallebakker.nl/