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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Nordhausen
Nordhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Nordhausen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 30′ N, 10° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Nordhausen
Höhe: 208 m ü. NHN
Fläche: 110,86 km2
Einwohner: 42.228 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 381 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99734
Vorwahlen: 03631, 034653 (Rodishain, Stempeda)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: NDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 62 041
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
99734 Nordhausen
Website: www.nordhausen.de
Oberbürgermeister: Kai Buchmann (parteilos)
Lage der Kreisstadt Nordhausen
im gleichnamigen Landkreis
ThüringenBleicherodeBleicherodeEllrichGörsbachGroßlohraHarztorHeringen/HelmeHohensteinKehmstedtKleinfurraLipprechterodeNiedergebraNordhausenSollstedtUrbachWertherKarte
Über dieses Bild
Blick von St. Petri auf das Stadtzentrum von Nordhausen

Nordhausen (auch Nordhausen am Harz; in nordthüringischer Mundart Nordhusen[2]) ist eine Stadt an der Zorge im Landkreis Nordhausen (Thüringen) und ehemalige Reichsstadt. Die Kreisstadt nimmt als Hochschulstandort sowie als nordthüringisches Kultur- und Industriezentrum den Status eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ein.[3] Die nach Einwohnern siebtgrößte Stadt in Thüringen liegt am Südrand des Harzes im Nordwesten der Goldenen Aue.

Das 876 zum ersten Mal erwähnte Nordhusa wurde 929 als Nordhuse in einer Schenkungsurkunde Heinrichs I. an seine Frau Königin Mathilde genannt, die hier 961 ein Damenstift einrichtete. Nordhausen war ab 1220 neben Mühlhausen eine von zwei freien Reichsstädten in Thüringen, bis es 1802 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an Preußen fiel. Der Nordhäuser Roland als Wahrzeichen der Stadt symbolisierte die Reichsfreiheit. Im 15. Jahrhundert war die Stadt Mitglied der Hanse. Von 1937 bis 1945 wurden im Rüstungszentrum Mittelwerk Dora und ab 1943 im Konzentrationslager Mittelbau unterirdisch die V2-Waffe produziert. Anfang April 1945 wurde die Stadt durch zwei Luftangriffe der Royal Air Force zu drei Viertel zerstört und das von Fachwerkhäusern geprägte Bild von Nordhausen vernichtet.

Das Nordhäuser Stadtbild wird durch viele Anhöhen und Grünanlagen sowie eine lockere urbane Bebauung mit zahlreichen Nachkriegsbauten, verschiedenen Baudenkmälern und Kirchbauten geprägt. Bedeutendstes Bauwerk ist der romanisch-gotische Dom zum Heiligen Kreuz. Anlässlich der Landesgartenschau 2004 wurden Teile der Stadt modernisiert. Überregional bekannt ist die Stadt für ihre Spirituosenherstellung, besonders den Nordhäuser Doppelkorn. Der Nordhäuser Bahnhof verknüpft die Harzquerbahn am Beginn der Süd-Nord-Achse der Harzer Schmalspurbahnen mit der West-Ost-Achse der Bahnstrecke Kassel-Halle sowie vor Ort mit der Straßenbahn Nordhausen.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

 
Zorge
 
Sundhäuser See zum ICAN-Triathlon

Nordhausen ist eine Mittelstadt und liegt eingebettet zwischen den Vorhöhen des Harzes im Norden, der fruchtbaren Goldenen Aue im Südosten und der Rüdigsdorfer Schweiz im Nordosten. Nördlich angrenzend liegt der Naturpark Südharz. Die Umgebung von Nordhausen gehört der Schichtstufenlandschaft an, welche als südliches Vorland des Harzes den Raum zwischen dem Gebirgsrand und der Hainleite einnimmt. Dieses Vorland weist neben breiten und flachen, zuweilen beckenartig erweiterten Talniederungen eine Anzahl Höhenzüge von geringer Erhebung auf. Den Baugrund bilden diluviale Schotter über Oberem Buntsandstein.

Durch die Stadt fließen die Zorge – ein Nebenfluss der Helme – und die Salza, die der größten Quelle Thüringens, dem Salzaspring, entspringt. Das ursprüngliche Stadtgebiet (die heutige Altstadt) liegt auf einer westlich und südlich abfallenden Anhöhe.

Südöstlich von Nordhausen befinden sich sechs Baggerseen, die durch Kiesabbau ab den 1960er Jahren entstanden und allgemein mit „Kiesschacht“ oder „Bielener Kiesseen“ zusammengefasst werden: Auesee, Bielener See, Forellensee, Möwensee, Sundhäuser See und Tauchersee.

Nordhausen ist nach Erfurt, Jena, Gera, Weimar, Gotha und Eisenach die nach Einwohnern siebtgrößte Stadt in Thüringen, nahezu gleichauf mit Eisenach. Die nächstgelegenen Großstädte sind Göttingen (etwa 60 km westlich), Erfurt (etwa 61 km südlich), Halle (Saale) (etwa 81 km östlich), Braunschweig (etwa 87 km nördlich) und Magdeburg (etwa 91 km nordöstlich).

Die Fläche der Stadt beträgt 105,62 km² (2019), was 14,8 Prozent der Fläche des Landkreises ausmacht.[4] Die Nord/Süd-Ausdehnung beträgt 12,8 km und die Ost/West-Ausdehnung 19,0 km. Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes ist 165 m über HN und der höchste 360 m. Ursprünglich besaß Nordhausen wenig Ländereien rund um das Stadtgebiet. Im Jahr 1315 erfolgte der Ankauf Hohnsteinischer Gebiete rings um die Stadt. 1365 wurde das Neustadtgebiet eingemeindet und es gab weiterhin das Bestreben, durch Kauf Land im Westen und Süden über die Zorge hinaus bis zu Helme und Salza zu gewinnen (1368, 1370, 1559, 1578). 1950 wurden die Dörfer Krimderode und Salza eingemeindet, ab den 1990er Jahren folgten insgesamt zwölf weitere Eingemeindungen, wodurch die Stadtfläche von 79,14 km² (1994) auf 105,62 km² (2016) anwuchs.

StadtgliederungBearbeiten

BielenBuchholz (Nordhausen)HerredenHesserodeHochstedtHörningenKrimderodeLeimbachPetersdorfRodishainRüdigsdorfKernstadt NordhausenSalzaSteigerthalSteinbrückenStempedaSundhausen 
Orts- und Stadtteile

Stadt- und Ortsteile:

  • Bielen, etwa 1.370 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1994
  • Buchholz, etwa 210 Einwohner, eingemeindet am 6. Juli 2018
  • Herreden, etwa 850 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1994
  • Hesserode, etwa 660 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1997
  • Hochstedt, etwa 80 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1950
  • Hörningen, etwa 350 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1994 (am 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Herreden, am 1. Januar 1963 Ausgliederung aus Herreden)
  • Krimderode (Stadtteil), eingemeindet am 1. Juli 1950
  • Leimbach mit Himmelgarten, etwa 900 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1994
  • Petersdorf, etwa 390 Einwohner, eingemeindet am 1. Dezember 2007
  • Rodishain, etwa 320 Einwohner, eingemeindet am 1. Dezember 2007
  • Rüdigsdorf, eingemeindet am 23. März 1993
  • Salza (Stadtteil mit Siedlung Obersalza), eingemeindet am 1. Juli 1950
  • Steigerthal, etwa 400 Einwohner, eingemeindet am 1. April 1999
  • Steinbrücken, etwa 240 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1994
  • Stempeda, etwa 300 Einwohner, eingemeindet am 1. Dezember 2007
  • Sundhausen, etwa 1.200 Einwohner, eingemeindet am 1. Juli 1994

GeologieBearbeiten

Nordhausen liegt im Nordthüringer Hügelland, welches durchweg aus Buntsandstein besteht. Die beckenartige Hügellandschaft wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. In den Tälern gibt es Ablagerungen von Löss und anderem Lockergestein und durch unterirdische Auslaugungen zahlreiche Erdfälle.

KlimaBearbeiten

Die Umgebung von Nordhausen wird zum so genannten Bördeklima gerechnet, das sich durch Julimittel von über 17 °C, einem milden Winter (Januar nicht unter −1 °C) und gerade ausreichende Niederschläge mit 500–650 mm auszeichnet. Buchenwald, Eiche und Hainbuche bilden sein Charakteristikum. Westlich und nördlich schließt sich das etwas rauere mitteldeutsche Berg- und Hügellandklima an, während der Oberharz mit dem Brocken eine Sonderstellung durch sein Mittelgebirgsklima mit kurzer Vegetationszeit, überreichlichen Niederschlägen und verhältnismäßig tiefen Temperaturen hat. Der Harz nimmt eine Schutzfunktion für Nordhausen ein; der Harzrumpf ist so hoch und breit, dass er die von Norden und Nordosten sich heranschiebenden Kaltluftmassen voll wirksam abstaut. Viel offener liegt Nordhausen vor den Westwinden. In den Frühjahrs- und Herbstmonaten kann eine kräftige Bodennebelentwicklung auftreten. Die Stadtchronik berichtet von etlichen Jahren, in denen die Mühlen aufgrund des Ausbleibens der sommerlichen Niederschläge nicht mahlen konnten.

Von 1900 bis 1950 betrug die Durchschnittstemperatur 8,1 °C, von 1956 bis 2005 8,6 °C.[5] Im August 1998 wurde ein Temperaturmaximum von 38,6 °C gemessen, im Januar 1987 ein Temperaturminimum von −27,2 °C.[5]

22 schwere Unwetter verzeichnete der Historiker Friedrich Christian Lesser von 1615 bis 1781. Im 20. Jahrhundert wurden drei schwere Unwetter (1925, 1946, 1980) gezählt. Zum Jahreswechsel 1925/26 und im Januar 1946 verursachte Hochwasser große Schäden; die Sommer- und Winterhochwässer sind auf die spezifischen Abflussverhältnisse des Harzgebietes zurückzuführen.

Ein Orkan mit Windstärke 12 und Starkregen beschädigte am 15. Juli 1980 zahlreiche Häuser und entwurzelte Bäume. Im Stadtpark wurden 60 Prozent und im Gehege ein Drittel des Baumbestandes zerstört.[6] Auch der wertvolle Baumbestand im Park Hohenrode wurde erheblich dezimiert. Besonders verheerend wütete der Orkan in den angrenzenden Forstrevieren, wo er 240.000 Festmeter Bruchholz verursachte[6]; etwa 70 Prozent der getroffenen Bäume waren Buchen, Rest Fichten. Viele Hänge wurden zu Kahlflächen.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Nordhausen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,7 4 8,1 13,1 17,1 20 22,5 22,4 17,8 12,6 7,1 3,3 Ø 12,6
Min. Temperatur (°C) −0,9 −0,6 2,1 5,5 9,6 12,2 14,4 14 10,4 6,5 3,2 −0,2 Ø 6,4
Niederschlag (mm) 49,09 40,62 45,02 41,45 55,22 61,19 56,97 58,83 43,54 42,04 49,29 56,57 Σ 599,83
Sonnenstunden (h/d) 1,3 2,4 3,4 5,4 6,7 6,6 6,9 6,7 4,5 3,2 1,6 0,9 Ø 4,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,7
−0,9
4
−0,6
8,1
2,1
13,1
5,5
17,1
9,6
20
12,2
22,5
14,4
22,4
14
17,8
10,4
12,6
6,5
7,1
3,2
3,3
−0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
49,09
40,62
45,02
41,45
55,22
61,19
56,97
58,83
43,54
42,04
49,29
56,57
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Josef Tauchmann: Das Klima des Südharzvorlandes. Nordhausen, Köhler, 2006, S. 119, S. 130 (1956–2005); weather.msn.com

GeschichteBearbeiten

Name der StadtBearbeiten

Frühe urkundliche Namensformen sind Nordhusa (876), Nordhuse (929), Northusun (965, 1075, 1105), Northuson (993, 1042[7], 1105), Nordhusen (ab dem 12. Jahrhundert) und Northusia (1200, latinisiert).[8][9] Zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert überwiegt in Chroniken und Statuten die Schreibweise Northusen, ab 1480 ist die Lautung Northausen beziehungsweise später Nordhausen mit frühneuhochdeutscher Diphthongierung bezeugt.[9] Laut germanistischer Namenforschung liegt eine Bildung aus „Nord“ und „-hausen“ (ursprünglich ein Dativ Plural, also „bei den Häusern“) vor; die Bedeutung des Ortsnamens ist demnach „bei der nordwärts gelegenen Ansiedlung“.[9] Das namenkundliche Gegenstück bildet die Ortschaft Sundhausen, die etwa zur gleichen Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Nordhausen gegründet wurde und deren Name „bei der südwärts gelegenen Ansiedlung“ bedeutet (sunt ist mittelhochdeutsch für Süden). Die Einwohner der Stadt heißen korrekt „Nordhäuser“ (in der Mundart „Nordhisser“). Wegen seiner jahrhundertealten Tradition der Branntwein-Herstellung trägt Nordhausen auch den Ortsnecknamen „Branntwienpisser“ und „Schnapshausen“.[10] Ein weiterer Spottname ist „Priemköppe“ wegen der ehemaligen Kautabakproduktion.[10]

Vor- und frühgeschichtliche BesiedlungBearbeiten

 
Trepanation an einem neolithischen Schädel, Fundort: Nordhausen, Museum für Ur- und Frühgeschichte in Thüringen

Von frühen Siedlungen in der Region wusste man schon im 19. Jahrhundert durch „Abgrabungen“, allerdings mit ungeeigneten Mitteln und unter unzulänglicher Dokumentation, wie etwa an der Hügelgräbernekropole von Auleben (Solberg). Bei Windehausen südöstlich von Nordhausen fand sich eine der wenigen Grabanlagen Thüringens aus dem späten Neolithikum, wohl der Glockenbecherkultur. Dort fand sich ein Dreiviertelkreisgraben von etwa 12 m Durchmesser. Rund 300 m entfernt befindet sich eine spätbronzezeitliche Siedlung, das dortige Grab stellt möglicherweise die Gründerbestattung dieser Siedlung dar. Das Kriegergrab mit zahlreichen Beigaben weist Einflüsse aus der mittleren lüneburgischen Bronzezeit auf und lässt sich der frühen (westmitteldeutschen) Spätbronzezeit zuordnen. In der Umgebung sind weitere endneolithische und bronzezeitliche Gräber bekannt, die belegen, dass in der ausgehenden Mittel- und der beginnenden Spätbronzezeit die Sitte verbreitet war, Gräber im Ostteil von Kreisgräben anzulegen.[11] Schon länger bekannt ist der frühbronzezeitliche Fundplatz Nohra.[12]

 
Nordhausen im Helmegau

Der Raum Nordhausen war sowohl keltischen als auch germanischen Einflüssen unterworfen, wobei die archäologisch erkennbaren Elemente gemischt und lokal transformiert wurden. Es handelt sich dementsprechend um eine Mischzone mit zahlreichen (keltischen) Latènekulturelementen, wie etwa Drehscheibenkeramik oder Glasarmringen.[13] Zugleich fanden sich im Landkreis Nordhausen zahlreiche Elemente der polnischen Przeworsk-Kultur, die weiter südlich nicht vorkommen, hinzu kamen insgesamt sieben Siedlungen dieser Kultur im Umkreis von Nordhausen. Diese gehen möglicherweise auf Zuwanderer aus Schlesien zurück, die als Spezialisten an den Südharz kamen. Bei den Siedlungen lässt sich eine Hierarchisierung nachweisen, nämlich in die drei Typen der Höhenburg, die als Zentralorte aufgefasst werden, also als wirtschaftlicher, sozialer und kultischer Kristallisationspunkt, dann größere Siedlungen, denen die Funktion von Austauschorten und spezialisierter Produktion zukam, schließlich kleinere, offene Siedlungen. Nach dem 1. Jahrhundert verschwand diese Siedlungsstruktur, wohl durch Migrationsvorgänge.

Das Gebiet um Nordhausen gehörte vielleicht im späten 5. Jahrhundert zum kurzlebigen Thüringer Reich und wurde um 531 durch Eroberung fränkisch. Zwischen 650 und 700 besiedeln wendisch-sorbische Gruppen den Ortsteil Bielen. Nachgewiesen sind auch Slawenplätze.[14] Nach dem ehemaligen Nordhäuser Stadtarchivar und Museumsleiter Robert Hermann Walther Müller begann die Einsiedlung der damals als Surbi bezeichneten westslawischen Gruppen ab 640 infolge eines Friedens- und Freundschaftsvertrages zwischen dem Slawenkönig Samo und dem Thüringerherzog Radulf. Zunächst wurden die Gebiete westlich der Saale durch sorbische Kolonisten besiedelt. Müller stützt sich dabei insbesondere auf die Untersuchungen von Christoph Albrecht über Die Slawen in Thüringen[15]. Eine aktuelle Analyse des Hersfelder Zehntverzeichnisses durch Christian Zschieschang[16] zeigt eine signifikante sorbische Besiedlung im Friesenfeld und im Hassegau. Eine vergleichbare aktuelle Studie zur sorbischen Besiedlung westlich von Kieselhausen und Sangerhausen liegt derzeit nicht vor, obwohl sie seinerzeit bereits von Robert Hermann Walther Müller angemahnt wurde.[17]

Nach Robert Hermann Walther Müller ist Bielen neben Windisehen-Breitungen eindeutig slawischen Ursprungs. Als Slawenplätze sieht er in Übereinstimmung mit dem damaligen Forschungsstand die Ortschaften Sittendorf, Rosperwenda, Windehausen und Steinbrücken an, wobei letztere mittlerweile ebenfalls nach Nordhausen eingemeindet wurde. Hinzu kommen die Wüstungen Alt-Wenden, Nausitz, Lindeschu, Tütchewenden und Ascherwenden. Als weitere Slawenorte nennt er Nenzelsrode und Petersdorf, wobei auch Petersdorf mittlerweile zur Stadt Nordhausen gehört. Bei Berga stellte bereits Rudolf Virchow im Jahre 1872 die Reste einer Fischersiedlung fest. Wendischen Einschlag lassen die Ortschaften Görsbach, Sülzhayn, Branderode, Buchholz und Leimbach erkennen, wobei die letzten beiden mittlerweile ebenfalls nach Nordhausen eingemeindet worden sind. In Branderode ist sogar eine windische Tür in der Kirche nachgewiesen worden, genau so in Kleinfurra und Trebra. Flurnamen sorbischen Ursprungs finden sich in Kraja, Thalwenden, Worbis, „Wyndischen Luttera“, zwischen Petersdorf und Steigerthal und bei Stempeda, wobei die beiden letztgenannten mittlerweile ebenfalls zu Nordhausen gehören. In der Stadt Nordhausen selbst führt er die Straße Grimmei und die Grimm-Mühle (die spätere Kaisermühle) auf sorbische Ursprünge zurück. Auch im Zorgedorf Krimderode, heute ebenfalls zu Nordhausen, gab es einen inzwischen versiegten Bach Grimme gleichen sorbischen Namensursprungs: 'auf dem Sande; auf dem Kiese'. Selbst den Namen für die Zorge und den Mühlgraben führt Robert Hermann Walther Müller auf das Sorbische zurück. Für ihn hat auch die Nordhäuser Lindensage ihren Ursprung in der sorbischen Kolonisation, ist doch die Linde der Symbolbaum dieses Volkes.

MittelalterBearbeiten

Mangels schriftlicher Quellen und wenigen archäologischen Befunden ist die Entstehung von Ort und Stadt nicht gesichert.[18] Es wird angenommen, dass im ausgehenden 8. Jahrhundert auf dem „Frauenberg“ eine karolingische Königspfalz errichtet wurde.[19] Nördlich davon entwickelte sich später die Altstadt.[20] Bereits in einem Diplom Ludwigs des Deutschen vom 18. Mai 876 wird Nordhusa erwähnt.[21] Wohl zwischen 908 und 912 erbaute Heinrich I. eine erste befestigte Anlage. Nach einem geschichtswissenschaftlichen Vorschlag von Gerd Althoff wurde hier um 920 der Sohn von Heinrich I. und Mathilde, Heinrich, geboren. Am 16. September 929 übergab Heinrichs I. in einer Schenkungsurkunde Nordhuse in den persönlichen Besitz seiner Frau Mathilde.[22][23] Am 25. Juni 934 stellte Heinrich I. während eines Aufenthaltes in Nordhausen eine Urkunde aus.[24] Mathilde gründete im Jahr 961, in dem sie eine Reihe weiterer sakraler Einrichtungen wie den Kanonikerkonvent in Quedlinburg, institutionalisierte, neben der von Heinrich I. erbauten Burg ein Damenstift, das 1220 in ein Augustiner-Chorherrenstift umgewandelt wurde. Im Umfeld dieser Institutionen, der Burganlage und des Stiftes, siedelten sich in der Folge Handwerker und Gewerbetreibende um die Blasiuskirche an. In der Woche nach Pfingsten 993 hielt sich Otto III. in Nordhausen auf und stellte dort zwei Urkunden aus.[25][26] Als das Frauenstift dann im Jahr 1000 von Otto III. ein romanisches Prunkkreuz erhielt (das seit 1675 in Duderstadt aufbewahrt wird), entwickelte sich der Dom zum Heiligen Kreuz zum spirituellen Zentrum des Stifts. Im Frauenstift Nordhausen, als dessen erste Äbtissin im Winter 967 Richburga eingesetzt wurde, wurde wahrscheinlich die zweite Fassung der Lebensbeschreibung der Königin Mathilde verfasst. Mathilde bemühte sich immer wieder um den Ort.[27] Nach dem Tod Mathildes im Jahr 968 fiel deren Besitz wieder in die Verfügungsgewalt des Kaisers. In der Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu übergaben Otto I. und Otto II. im Jahr 972 Nordhausen als eine von mehreren Besitzzuweisungen der Mitgift an die Gemahlin Theophanu.[28] Eine Kaufmannssiedlung des frühen 12. Jahrhunderts um die Nikolaikirche entwickelte sich zur eigentlichen Stadt. Diese wurde durch eine jenseits der Stadtmauer Ende des 12. Jahrhunderts entstandene flämische Tuchwebersiedlung um die Petrikirche erweitert, im 13. Jahrhundert durch eine außerhalb der Mauer gebliebene Neustadt um die Jakobikirche.

Nordhausen lag in der mittelalterlichen Gaugrafschaft Helmegau, der 802 in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt wurde.[29]

1144 bis 1225 hielten sich in Nordhausen mehrfach deutsche Könige auf. Im Jahr 1158 schenkte Kaiser Friedrich Barbarossa alle Reichsbesitzungen in Nordhausen dem Domstift, das dadurch erheblich an Einfluss gewann. 1180 wurde die Stadt durch die Truppen Heinrichs des Löwen wegen eines Zerwürfnisses zwischen Heinrich und dem Kaiser zerstört. Beim folgenden Wiederaufbau wurde die Stadtbefestigung um 1206 verstärkt, um den Grafen und Rittern des Umlandes Paroli bieten zu können. Diese fühlten sich in ihren Rechten durch die Stadt eingeschränkt und befehdeten sie mehrfach. Am 22. Juli 1212 heiratete Kaiser Otto IV., Sohn Heinrichs des Löwen, in Nordhausen Beatrix von Schwaben aus dem Hause der Staufer, wodurch beide Herrscherlinien eine Versöhnung erfuhren. Bereits 1234 vernichtete ein Großbrand weite Teile der Stadt.

Am 27. Juli 1220 wurde Nordhausen vom König und späteren Kaiser Friedrich II. zur Freien Reichsstadt erhoben, was es bis zur Mediatisierung 1802 blieb. 1225 erhielt die Stadt ihr erstes Siegel, um 1260 wurde erstmals ein Rat gebildet und um 1280 ein erstes Rathaus am heutigen Standort errichtet. Gegen den bereits um 1220 belegten Vogt und Schultheiß setzte sich Ende des 13. Jahrhunderts der Rat durch: 1277 kam es einen Aufstand der Handwerker und Kleinbürger gegen die Reichsritter. Dabei wurde der Reichsvogt vertrieben und die Reichsburg zerstört. 1290 bestätigte der römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg die Reichsfreiheit Nordhausens und stellte die Stadt unter seinen Schutz, um sich mit den Bürgern zu versöhnen. Durch seine günstige wirtschafts- und verkehrsgeographische Lage verfügte Nordhausen wahrscheinlich im 13. Jahrhundert über einen beachtlichen Wohlstand.[30]

Im 13. und im 14. Jahrhundert griffen die Grafen von Schwarzburg, von Stolberg, von Hohnstein und die Ritter der Burg Klettenberg mehrfach Nordhausen an. Als im Jahre 1329 Ritter der Grafen von Hohnstein zu Sondershausen, der Grafen von Stolberg und aus der Burg Klettenberg – letztlich erfolglos – durch das Barfüßertor und das Altentor in die Stadt einzudringen versuchten, fielen der Nordhäuser Bürgermeister Helwig von Harzungen und drei Bürger, die ihre Tore verteidigten.[31] Bei einem weiteren Aufstand am 14. Februar 1375 wurde der Rat gestürzt und seine Mitglieder verbannt. Die Stadt erhielt eine neue Verfassung und die Handwerker übernahmen die Macht. In dieser Zeit ließen sich einige Orden in Nordhausen nieder, beispielsweise Augustiner, Dominikaner und Franziskaner. Auch die benachbarten Klöster in Walkenried und Ilfeld gründeten in der Stadt Klosterhöfe. Bereits seit dem 14. Jahrhundert verlangte die Reichsstadt Nordhausen von ihren Bürgersöhnen, die in einen dieser Orden eintreten wollten, einen schriftlichen Verzicht auf ihr Erbe, um zu verhindern, dass der steuerfreie Grundbesitz der Kirche („Tote Hand“) weiter zunahm.[32]

Oberster Kriegsherr der Freien Reichsstadt Nordhausen war ursprünglich der Reichsvogt, später der Rat, der aus seiner Reihe zwei Kriegsherren (sog. Pfeilmeister) ernannte. Das städtische Heer bestand aus der wehrhaften Bürgerschaft (Statuten 1350) und geworbenen Söldnern (Stadteinigung 1308). Einst waren die Pfeilmeister auch Stadthauptleute. Ab 1350 wurden ritterliche Hauptleute in städtischen Dienst genommenen. Die Bürgerschaft wurde in Rotten mit Zugrundelegung der Pfarr- und Kirchspieleinteilung (Pfeilmeisterliste 1443–1545) unterteilt. So gab es 21 Rotten mit je zwei Rottenmeistern, die Rottenstärke schwankte dabei (1491–1499) von 17 bis 48 Mann. Im Jahr 1499 wurden 577 waffenfähige Bürger gezählt. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts gab es Stadtsoldaten unter einem Hauptmann, die 1794 rund 70 Mann zählten. Die Bürgerwehr setze sich aus zwei Kompanien zusammen.

In das Jahr 1430 datiert ein Nachweis, dass Nordhausen im Rahmen der Hanse aktiv war. 1500 wurde Nordhausen Teil des Niedersächsischen Reichskreises. Im ausgehenden Mittelalter war Kursachsen Schutzmacht über die Stadt. Wohl nach 1277 wurde eine Mauer errichtet, die ein Gebiet von 35 ha umfasste. Diese Ummauerung wurde 1350 bis 1450 erneuert. 1365 wurden die Siedlungen auch rechtlich vereinigt. Um 1500 hatte die Stadt etwa 5000 Einwohner.

Frühe NeuzeitBearbeiten

 
Kupferstich von Nordhausen um 1611
 
Das ab 1710 erbaute Waisenhaus wurde ab 1716 bezogen, 1717 eingeweiht.

1507 wurde die Produktion von Branntwein in der Stadt erstmals urkundlich erwähnt. In Spitzenzeiten gab es 100 Brennereien in der Stadt. Auch Kautabak wurde in Nordhausen produziert. Schon im 16. Jahrhundert wurde auch Vitriolöl produziert; nach dem ersten Produktionsort Nordhausen wurde das Produkt „Nordhäuser Vitriol“ genannt.[33]

1523/24 setzte sich in Nordhausen die Reformation durch. Treibende Kraft war hierbei der Bürgermeister Michael Meyenburg. In diesem Jahr hielt sich Thomas Müntzer in der Stadt auf. Nordhausen war die erste Stadt, die sich per Ratsbeschluss 1524 offiziell der Reformation anschloss, nachdem bereits 1522 ein Gefolgsmann Martin Luthers in der St.-Petri-Kirche eine der ersten protestantischen Predigten in Deutschland gehalten hatte. In der Folgezeit wurden alle Pfarr- und Klosterkirchen der Stadt lutherisch und die Kirchengüter wurden säkularisiert, mit der einzigen Ausnahme des Heilig-Kreuz-Stifts, das bis 1810 als katholische Körperschaft fortbestand.

Obwohl zwei Stadtbrände (1540 und 1612), die Pestepidemien und der Dreißigjährige Krieg die Entwicklung der Stadt erschwerten, wuchs sie weiter an. Die Pest wütete in Nordhausen wiederholt in den Jahren 1393, 1398, 1438, 1463, 1500, 1550, 1565 und 1682.[34] 1550 wurde ein erstes Totenverzeichnis angelegt, das über 2.500 Opfer aufführt. Im Jahre 1626 gab es über 3.000[35] Todesopfer und für 1682 sind 3.509[34] Opfer bezeugt.

Nordhausen war 1559 bis 1644 von Hexenverfolgung betroffen. 27 Personen gerieten in Hexenprozesse, acht wurden hingerichtet, fünf zu Landesverweis verurteilt, vier starben in der Folter oder im Kerker.[36]

Zu weiteren Stadtbränden kam es in den Jahren 1710 – das abgebrannte Pfarrhaus wurde bis 1717 durch das heutige Waisenhaus ersetzt – und 1712, sodass nur wenig mittelalterliche Bausubstanz erhalten blieb. Von den zwölf Kirchen im Mittelalter blieben ebenfalls nur noch der Dom, die Blasiikirche, die Frauenbergkirche und die Altendorfer Kirche erhalten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt zeitweilig von den Schweden besetzt, dabei wurden hohe Kontributionen erpresst und sämtliche Kanonen der Stadt sowie einige der Kirchenglocken gestohlen. In der Folge unterstützte die Stadt die Harzschützen heimlich mit Geld, Unterkunft und Verpflegung.

Von 1703 bis 1714 besetzte Brandenburg die Stadt.

Vom 19. Jahrhundert bis zur Weimarer RepublikBearbeiten

Infolge des Reichsdeputationshauptschluss 1802 erhielt Preußen als Entschädigung für an Frankreich verlorene linksrheinische Territorien auch thüringische Gebiete. So wurde die Stadt Nordhausen am 2. August 1802 von preußischen Truppen besetzt und in das Königreich Preußen eingegliedert, womit ihre Reichsfreiheit verloren ging. Am 7. Februar 1803 verlor die Stadt das Münzrecht. 1807 bis 1813 gehörte Nordhausen zu dem von Napoleon für seinen Bruder Jérôme Bonaparte konstruierten Königreich Westphalen, danach wieder zu Preußen, was 1815 durch den Wiener Kongress bestätigt wurde. Nordhausen blieb bis 1945 eine preußische Stadt.

Im dritten Buch (zweites Kapitel) seines Romans Der Glöckner von Notre-Dame von 1831 rühmt Victor Hugo Nordhausen neben Nürnberg, Vitré in Frankreich und Vitoria in Spanien als gotische Musterstadt, die sich im Gegensatz zum Paris des frühen 19. Jahrhunderts ihre Ursprünglichkeit bewahren konnte.[37] Wegen seiner Kautabakfabrik G. A. Hanewacker (gegründet 1817) galt Nordhausen als Zentrum der Kautabakproduktion in Deutschland.

Unter preußischer Herrschaft war Nordhausen kurzzeitig Garnisonsstadt: 1832–1848 IV. Jägerabteilung, 1868–1870 II. Bataillon 67. Infanterie-Regiment.

 
Nordhausen um 1841

In der Zeit bis 1866 blühte in Nordhausen ein bis dato in Thüringen nicht gekanntes Schmugglerwesen. Geschmuggelt wurden vor allem Kaffee, Tee und Tabak, weil diese Genussmittel im benachbarten Königreich Hannover wesentlich geringer besteuert wurden als in Preußen. Auch strengste Strafandrohungen konnten nichts an dem Zustand ändern. Die Grenze verlief entlang der heutigen Straße am Gehege. Zeitweise wurden das Rauchen von Tabak und der Genuss von Branntwein in der Öffentlichkeit verboten.

1867 begründete Eduard Baltzer die deutsche Vegetarier-Bewegung in Nordhausen. Es folgt 1869 der erste Kongress der deutschen Vegetarier in der Stadt.

Zur Mitte des 19. Jahrhunderts setzte auch in Nordhausen die Industrialisierung ein und erstreckte sich zunächst auf Kautabak, Kornbranntwein (Nordhäuser), Tapetenfabrikation, Weberei, Eismaschinen und Kaffeesurrogat. Die wirtschaftliche Basis verbreiterte sich um 1900 hauptsächlich auf dem Sektor der Maschinen-, Motoren- und Schachtbauindustrie.

1866 erhielt Nordhausen Anschluss an die Eisenbahn aus Halle (Saale), die Fortsetzung nach Heiligenstadt und Kassel wurde ein Jahr später eröffnet. Es folgten in den nächsten Jahren Bahnstrecken nach Northeim und Erfurt. Seit dem 25. August 1900 gibt es die Straßenbahn in Nordhausen. Die Inbetriebnahme einer modernen Wasserleitung (1874), eines Krankenhauses (1888), der Harzquerbahn (1897/99) und der Bau der Nordhäuser Talsperre kennzeichnen im Weiteren den kommunalen Fortschritt bis zum Ersten Weltkrieg.

Von 1815 bis 1945 gehörte Nordhausen zur preußischen Provinz Sachsen, in der es seit 1882 ein eigener Stadtkreis im Regierungsbezirk Erfurt war. Zusätzlich befand sich hier das Landratsamt des Landkreises Grafschaft Hohenstein.

Mit Beginn des Weltkrieges wurden 3.000 Wehrpflichtige eingezogen, 1916 stieg die Zahl auf über 5.000 und im Mai 1918 auf etwa 6.500. Das 1925 errichtete Kriegerdenkmal erinnert an 1.048 gefallene Nordhäuser. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde zwar durch den Krieg unterbrochen, nahm jedoch einen positiven Fortgang, der sich u. a. in lebhafter Bautätigkeit äußerte; es entstanden das neue Stadttheater und das Stadion mit Freibad.[38]

 
Festumzug zur Tausendjahrfeier (1927)

Vom 27. bis 29. Mai 1927 feierte die Stadt ihr tausendjähriges Bestehen, zu dessen Anlass Sonderstempel, Briefverschlussmarken, Festpostkarten und Medaillen sowie eine zweibändige und reich illustrierte Stadtgeschichte herausgegeben wurden. Das Reichsfinanzministerium genehmigte zudem die Herausgabe einer kursfähigen 3-Mark-Gedenkmünze mit einer Auflage von 100.000 Stück.

Nationalsozialismus und Zweiter WeltkriegBearbeiten

 
Neues Rathaus, erbaut 1936

1933 übernahm die NSDAP die Kontrolle über die Stadt. Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erreichte sie in Nordhausen 46,7 Prozent der Stimmen. Bis zum Sommer 1933 wurden mindestens 20 Mitglieder von KPD und SPD in Schutzhaft genommen, mehrere jedoch nach kurzer Haft wieder frei gelassen.[39] Einige der Verhafteten wurden im Siechenhof interniert, andere in das Gerichtsgefängnis, die Mehrheit jedoch in das Polizeigefängnis in Erfurt und von dort in Konzentrationslager verbracht. In der Stadtverordnetenversammlung verfügten NSDAP und DNVP im März 1933 über fast 60 Prozent der Mandate. Es folgte die Gleichschaltung der Stadtverwaltung. Der als linksliberal geltende Oberbürgermeister Curt Baller versuchte vergeblich sich im Amt zu halten.[40] Am 1. Juli 1933 wurde der Rechtsanwalt Heinz Sting durch die Bezirksregierung zum Oberbürgermeister ernannt. Im September 1933 wurde der Sozialdemokrat und Redakteur der „Volkszeitung“ Johannes Kleinspehn verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Im Juni 1933 gründete sich die Ortsgruppe der Deutschen Christen unter dem Pfarrer der St.-Blasii-Gemeinde.[41]

Nach dem Tod des Landrates Gerhard Stumme entflammte im Frühjahr 1934 ein heftiger Machtkampf zwischen Sting und dem NSDAP-Kreisleiter Heinrich Keiser, was auch im Stab des Stellvertreters des Führers für Aufsehen sorgte.[42] Am 19. Oktober 1934 wurde Heinz Sting als Oberbürgermeister beurlaubt,[43] Keiser 1935 nach Saalfeld-Rudolstadt versetzt.

Nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht entstand 1935/36 für die Luftwaffe im Südosten Nordhausens die Boelcke-Kaserne mit Unterkunftsgebäuden und Fahrzeughallen. Der Fliegerhorst diente vor allem als Schulungs- und Testgelände, zeitweilig war hier auch eine Flugzeugwerft in Betrieb.

Während der Novemberpogrome 1938 wurden Wohnungen und Geschäfte zerstört, die Synagoge am Pferdemarkt in Brand gesetzt. Die etwa 400 Nordhäuser Juden emigrierten oder wurden später in die Konzentrationslager deportiert. Am 14. April 1942 begann der Abtransport der in Nordhausen verbliebenen Juden.[44]

Von Dezember 1939 bis Juni 1940 wurden rund 9.000 Saarländer in Nordhäuser Privathaushalten und Sammelunterkünften untergebracht.[45] Im Herbst 1939 trafen erste polnische Kriegsgefangene ein. Anfang 1942 waren etwa 450 und im März 1945 700 Kriegsgefangene registriert.

Von 1937 bis 1945 befand sich bei Nordhausen das Rüstungszentrum Mittelwerk Dora und ab August 1943 das Konzentrationslager Dora-Mittelbau mit 60.000 Häftlingen (von denen 20.000 bis 1945 ums Leben kamen), in welchem nach dem Angriff auf Peenemünde die Produktion der sogenannten Vergeltungswaffen, vor allem der neuen A4 (Rakete), aber auch der älteren Fieseler Fi 103, stattfand. Außerdem mussten 10.000 deutsche Strafgefangene und ausländische Zwangsarbeiter, die in 38 Lagern untergebracht waren, in diversen Unternehmen zwangsarbeiten. Das größte Zwangsarbeiterlager mit max. 6.000 Insassen, die teilweise für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke arbeiten mussten, befand sich in der Boelcke-Kaserne. Diese wurde ab Ende Januar 1945 ein „Kranken- und Sterbelager des Mittelbau-Komplexes“[46] und lag im südöstlichen Nordhausen. Es wurde bei den britischen Bombenangriffen am 3. und 4. April schwer getroffen. Die US-Armee zwang die Einwohner Nordhausens zu Bergung, Transport und Bestattung der Toten. Auf dem Ehrenfriedhof am Stresemann-Ring wurden die 1.300 Todesopfer bestattet. An sie erinnert ein 1999 errichtetes Denkmal. Daneben befindet sich ein 1946 angelegter Ehrenfriedhof für 215 sowjetische Todesopfer.[47]

In der Nacht vom 25. August auf den 26. August 1940 wurde Nordhausen erstmals Ziel eines Luftangriffs, als zwei Bomber den Flugplatz angriffen.[48] Kleinere Angriffe wurden am 12. April 1944[49] und am 4. Juli 1944 geflogen. Am 22. Februar 1945 griffen gegen 12 Uhr 30 US-amerikanische Bomber den Verschiebebahnhof an, trafen jedoch die Unterstadt, einige Anlagen des Industriegebietes und die frühere Fernmeldeschule der Luftwaffe in der Boelcke-Kaserne. Insgesamt fielen 296 Mehrzweckbomben und töteten 40 Menschen. Im Südharzer Kurier erschien am 26. Februar eine Todesanzeige für die „Gefallenen des Terrorangriffs“ mit der Ankündigung zur Beisetzung mit Trauerfeier der Stadt.

Am 1. Juli 1944 wurde der Reichsstatthalter in Thüringen mit der Wahrnehmung der Aufgaben und Befugnisse des Oberpräsidenten in der staatlichen Verwaltung des Regierungsbezirks Erfurt beauftragt. Am 29. Oktober 1944 wurden die Jahrgänge 1884–1928 für den Volkssturm erfasst und in 29 Bataillone unterteilt.[50] Die ersten 200 Volkssturmmänner wurden am 21. Februar 1945 zur Front gerufen.

Anfang März 1945 waren in Nordhausen 42.207 Einwohner gemeldet. Hinzu kamen 23.467 „Ortsfremde Personen“ (659 Kriegsgefangene, 503 verwundete Soldaten in 5 Lazaretten, 420 Angehörige der Kriegsmarine, 6082 ausländische Arbeitskräfte in Massenquartieren[51]).

 
Etwa 1200[52] bis 1300[53] Opfer forderten die Bombardierungen am 3. und 4. April unter den Häftlingen des KZ-Außenlagers in der Boelcke-Kaserne. Die Bomben detonierten auf den Lagerstraßen und in den Unterkunftsblocks.[54] Die Aufnahme zeigt das Kasernengelände mit den geborgenen Leichen

Noch eine Woche vor Einmarsch der US-Streitkräfte wurde die Stadt am 3. und 4. April 1945 durch zwei britische Luftangriffe auf Nordhausen zu 74 % zerstört, wobei etwa 8.800 Menschen ums Leben kamen und über 20.000 obdachlos wurden. Die Bombardierung wurde am 2. April 1945 vom Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force befohlen.[55] Dort forderte man einen Angriff zur Unterstützung der 1. US-Armee mit Priorität zur frühestmöglichen Gelegenheit. Der Zweck der RAF-Angriffe im April 1945 bestand darin, den Weg für einen ungehinderten Vormarsch von der im Südharzer Raum erwarteten Gegenwehr freizumachen. Der erste Großangriff am 3. April um 16 Uhr wurde ausgeführt von 247 Lancaster-Bombern und 8 Mosquitos der 1. und 8. Bombergruppe, die in 20 Minuten 1.170 Tonnen Sprengbomben, besonders auf den südöstlichen Quadranten der Stadt abwarfen. Dabei starben auch etwa 1.200 Häftlinge.[52][54] Der zweite Großangriff am 4. April um 9 Uhr mit 243 Lancaster-Bombern der No. 5 Bomber Group und 1.220 Tonnen Bomben gilt als der schwerste Angriff und zielte als Flächenbombardement, auch mit durch Phosphorbomben ausgelöstem Feuersturm auf das Innenstadtgebiet. Es wurden hauptsächlich Wohngebiete (10.000 Wohnungen), das Krankenhaus und zahlreiche Kulturdenkmäler von hervorragender Bedeutung zerstört. Das bereits am Abend des 3. April evakuierte Stadtkrankenhaus zog am 8. April in die Stollenanlage im Kohnstein um. Dorthin waren ab 3./4. April auch viele Tausende Nordhäuser geflüchtet. Bis auf die frühere Boelcke-Kaserne wurden keine als militärisch oder kriegswichtig identifizierbaren Ziele getroffen. So blieben der Bahnhof, der Flugplatz, die Gleisanlagen, die Industriebetriebe und das Konzentrationslager Dora, in dem auch die A4 (Rakete) produziert worden war, unzerstört. Schwer beschädigt wurden die St.-Blasii-Kirche, der Dom und die Frauenbergkirche. Zerstört wurden Frauenbergkloster, Neustädtische Pfarrkirche St. Jakobi, Marktkirche St. Nikolai, St.-Petri-Kirche (Turm teilweise erhalten). Die Reste dieser Gebäude wurden nach dem Krieg abgetragen. Die Stadtmauer einschließlich der teilweise genutzten Türme und Wiechhäuser wurde schwer getroffen, das Rathaus bis auf die Umfassungsmauern zerstört. In großer Zahl wurden die für Nordhausen charakteristischen bürgerlichen Fachwerkbauten aus Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko und Frühklassizismus vernichtet.[56] In der Innenstadt wüteten tagelang noch zahlreiche Brände, Bomben mit Zeitzündern explodierten, und das Stadtgebiet lag unter Beschuss durch Tiefflieger. Zunächst nur wenige Einwohner versuchten daher, Tote zu bestatten oder Hab und Gut zu bergen.

Die Verluste der ständigen Bevölkerung lagen bei 6.000 Personen, jene der nicht ständigen Bevölkerung bei 1.500, hinzu kommen noch 1.300 Häftlinge der Boelcke-Kaserne, was zusammen eine geschätzte Opferzahl von 8.800 ergibt. Diese bezieht sich nur auf das engere Stadtgebiet von Nordhausen, ohne die Verluste in den später eingemeindeten Ortsteilen. Es gibt auch höhere Schätzungen von über 10.000 Toten, so durch den Antifa-Ausschuss im Juni 1945.[57] Von den 8.800 Toten waren etwa 4.500 Frauen und Kinder.[58]

Anfang April 1945 wurden vom Volkssturm Vorbereitungen zur Verteidigung der Stadt getroffen. Ein Großteil der Offiziere und Fliegersoldaten setzte sich in den folgenden Tagen Richtung „Harzfestung“ ab. Kurz nachdem die Ordnungspolizei und Parteidienststellen die Stadt verließen, löste sich der durch die Luftangriffe dezimierte Volkssturm auf.

Am Morgen des 11. April 1945 besetzte die über Werther anrückende 104. US-Infanterie-Division (1. US-Armee) mit Panzerunterstützung kampflos Nordhausen. Gegen 11 Uhr stießen die Soldaten in der schwer zerstörten Boelcke-Kaserne auf die Überlebenden des Konzentrationslagers Dora-Mittelbau. Etwa 1.200 Häftlinge starben bei der Bombardierung der Stadt in den Unterkunftsblocks. Am gleichen Tag wurde das nordwestlich gelegene Konzentrationslager erreicht. Das Mittelwerk Dora selber war nie bombardiert worden und fiel den US-Truppen unzerstört mit allen Geheimwaffen und Unterlagen in die Hände. In der Umgebung des Kohnsteins und im Dorf Crimderode kam es zu kleineren Feuergefechten[59] Etwa 200 deutsche Soldaten und verdächtige Personen im Stadtgebiet wurden gefangen genommen und im Sammellager Rothleimmühle zusammengeführt. Am Nachmittag erfolgte die offizielle Übergabe der Stadt. Militärgouverneur wurde Captain William A. McElroy.

Die Militäradministration gab Nordhausen am 12. April acht Tage lang den ehemaligen Häftlingen und ausländischen Zwangsarbeitern zur Plünderung frei. Aktivitäten des Werwolf (Freischärlerbewegung) wurden Ende April bekannt und einige Waffen und Munitionsvorräte beschlagnahmt. Am 8. Mai 1945 musste der von den Amerikanern eingesetzte Bürgermeister, der sozialdemokratische Arbeiterführer Otto Flagmeyer, in einem Aufruf allen Plünderern die Todesstrafe androhen. Am 13. Mai fand auf dem Ehrenfriedhof eine Trauerfeier für die Opfer aus der Boelcke-Kaserne statt. An ihr mussten alle erwachsenen Nordhäuser teilnehmen, danach erhielten sie Personaldokumente und Lebensmittelkarten.[60] Da die Nordhäuser Krankenhäuser alle zerstört worden waren, wurde ab April 1945 ein Hilfskrankenhaus in Ilfeld eingerichtet. Auch in Nordhausen herrschte ab Frühjahr 1945 der Typhus, was die desolate Lage in der Stadt noch verschärfte.

Sowjetische Besatzungszone und DDR-ZeitBearbeiten

 
Neubebauung der Innenstadt aus den 1950er Jahren (2007)

Am 16. Juni 1945 wurde der bis dahin preußische Regierungsbezirk Erfurt und damit auch Nordhausen in das Land Thüringen eingegliedert. Die Rote Armee löste die US-Armee als Besatzungsmacht am 2. Juli 1945 ab.

Im Juli 1945 hielten sich über 7.200 Personen in Stadt- und Landkreis auf, die in den nun neu gebildeten drei westalliierten Besatzungszonen ihren Wohnsitz hatten. Sie suchten in der Region während des Krieges Schutz vor den Luftangriffen. Im Dezember 1945 betrug ihre Zahl noch 1.411.[61] Im Zuge der Vertreibung betrug die Zahl der Flüchtlinge im Juni 1945 10.463, im Dezember 1945 insgesamt 18.054.[61] Sie stammten aus Berlin und der Mark Brandenburg, aus Pommern, Ost- und Westpreußen, sehr viele aus dem Sudetenland und die überwiegende Anzahl aus Schlesien; sie wurden zunächst in größeren Lagern untergebracht.

Die kriegszerstörte Innenstadt von Nordhausen wurde nach Enttrümmerung ab 1945 in den 1950er und 1960er Jahren wieder aufgebaut. Dabei wurde die historische Siedlungsstruktur vollkommen missachtet. Stattdessen entstanden dem Zeitgeschmack entsprechende, breite Magistralen wie die Rautenstraße und die Töpferstraße. Nur im Nordwesten der Altstadt in der Umgebung des Doms blieb altstädtische Bausubstanz erhalten, die sowohl die Luftangriffe als auch die DDR-Zeit überstand. Das Bismarckdenkmal in der Promenade und das Wehrfreiheitsdenkmal auf dem Theaterplatz wurden 1945 abgetragen.

Der Nordhausen-Hauptprozess wurde als Kriegsverbrecherprozess der United States Army im Jahr 1947 durchgeführt. Nach Auflösung der Länder in der 1949 gegründeten DDR gehörte die Stadt von 1952 bis zur Neukonstituierung Thüringens als Bundesland 1990 zum Bezirk Erfurt. Dort war sie Kreisstadt des Kreises Nordhausen, der 1994 in den heutigen Landkreis Nordhausen umgewandelt wurde.

 
Das Nordhäuser Kino war das erste nach dem Zweiten Weltkrieg im Bezirk Erfurt erbaute Lichtspielhaus[62]

Nordhausen war am und um den 17. Juni 1953 ein Zentrum der Unruhen im Bezirk Erfurt. Schon in den ersten Junitagen 1953 erfolgten Streikaktionen gegen die verfügten Arbeitsnormerhöhungen.[63] Am 17. Juni gab es dann einen mächtigen Streik im VEB IFA-Schlepperwerk. Die Arbeiter konnten jedoch nicht zu Demonstrationen in die Stadt, da das Werk durch Volkspolizei und Kasernierte Volkspolizei umstellt worden war. Einen Streik gab es auch im Schachtbau- und Bohrbetrieb. Bald wurden die Losungen der Streikenden politisch: Hinweg mit der Regierung, freie Wahlen und Aufhebung des von der Sowjetarmee verhängten Ausnahmezustands. Streikführer wurde der Gewerkschaftsfunktionär Otto Reckstat (1898–1983), der als Hilfsschlosser bei der Nordhäuser VEB ABUS-Maschinenbau arbeitete. Streiks und Unruhen hielten auch noch am 18. Juni an, dann besetzten unter dem Schutz der Sowjetarmee Volkspolizei-Einheiten die Betriebe.[64][65]

Am 22. August 1961 war Nordhausen Ziel der 5. Etappe (Jena – Nordhausen; 136 km) sowie am Folgetag Start der 1. Halbetappe (Nordhausen – Kyffhäuser; Einzelzeitfahren; 24 km) der 6. Etappe (Nordhausen – Dessau; 164 km) der 12. DDR-Rundfahrt; am 14. August 1962 Ziel der 1. Etappe (Magdeburg – Nordhausen; 147 km) sowie am Folgetag Start der 2. Etappe (Nordhausen – Bad Langensalza; 100 km) der 13. DDR-Rundfahrt; am 5. September 1974 Ziel der 6. Etappe (Dessau – Nordhausen; 143 km) sowie am Folgetag Start und Ziel der 7. Etappe („Quer durch den Harz“; 134 km) der 22. DDR-Rundfahrt; am 20. August 1976 Ziel der 7. Etappe (Jena – Nordhausen; 165 km) sowie am Folgetag Start und Ziel der 8. Etappe („Quer durch den Harz“; 119 km) der 24. DDR-Rundfahrt.[66]

Am 29. Mai 1980 wurde bei einem Treffen von Vertretern des Kommandos der LSK/LV und der Grenztruppen der DDR aufgrund des gewachsenen Personal- und Technikbestandes die Verlegung der Hubschrauberstaffel 16 von Salzwedel an den neuen Standort Nordhausen beschlossen. In den folgenden Jahren wurde dieser Mitte der 1930er Jahre errichtete Luftwaffen-Fliegerhorst ausgebaut und mit betonierten Hubschrauber-Stellflächen, Rollwegen sowie einer Wartungshalle versehen. Am 14. Oktober 1986 verlegte die Staffel samt Stab.[67] Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 15 Mi-2 und drei Mi-8 im Bestand.

Mit 52.290 Einwohnern (1989) gehörte die Stadt zu den bevölkerungsreichsten im Bezirk Erfurt und war das zweitgrößte industrielle Zentrum.[68] In den Betrieben, die zahlreiche Produkte für die gesamte DDR herstellten, waren um 1989 ca. 25.000 Menschen beschäftigt.[68] Zu den wichtigsten zählten u. a. die IFA Motorenwerke, der VEB Schachtbau und das RFT Fernmeldewerk, in dem alle Telefone für die DDR produziert wurden.[68] Der VEB Nordbrand galt als der „größte und modernste Spirituosenproduzent der DDR“, der VEB Tabak als der „größte Zigarettenhersteller der Republik“; bis Ende der 1990er Jahre wurde hier u. a. die Zigarettenmarke Cabinet hergestellt.

Am 31. Oktober 1989 trafen sich auf dem August-Bebel-Platz ca. 25.000 Menschen zur ersten offenen Demonstration gegen das DDR-Regime, am 7. November 1989 versammeln sich ca. 35.000 bis 40.000 Teilnehmer.[68] Mitglieder des Neuen Forums besetzten am 4. Dezember 1989 die Kreisdienststelle des MfS in der Dr.-Kurt-Fischer-Straße (heute Ludolfinger Straße 13) und verhinderten eine weitere Vernichtung von Akten.[68] Nachdem im Februar 1990 Peter Heiter (SED) als Oberbürgermeister zurückgetreten war, hatte Olaf Dittmann (NDPD) das Amt inne. Am 6. Mai 1990 wurde der Arzt Manfred Schröter (CDU) erster frei gewählter Bürgermeister.

Nordhausen im wiedervereinigten DeutschlandBearbeiten

Seit dem 14. Oktober 1990 gehört Nordhausen als Kreisstadt dem Land Thüringen an. Bis Ende Juli 1991 verließen die letzten sowjetischen Soldaten ihre Garnison. Fast alle Großbetriebe der Stadt waren den neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht gewachsen und es kam zu einem enormen Verlust an Arbeitsplätzen, wodurch auch die Stadtbevölkerung schrumpfte.[69]

Am 1. Juli 1994 erhielt Nordhausen im Zuge einiger Eingemeindungen den Status einer Großen kreisangehörigen Stadt.

1997 wurde die Fachhochschule Nordhausen gegründet und seit dem 1. Mai 2004 ist Nordhausen offiziell „Hochschulstadt“.[70] Nach dem Anschluss an die Bundesautobahn 38 im Jahr 2002 kam es zu einer wirtschaftlichen Stabilisierung und Neuaufstellung der Nordhäuser Unternehmen.[69]

Im Rahmen der Landesgartenschau Nordhausen 2004 wurden weite Teile der Innenstadt wie der Petersberg erneuert. Seit dem 1. Mai 2004 ist Nordhausen offiziell „Hochschulstadt“.[71] Am 1. Dezember 2007 wurden Petersdorf, Rodishain und Stempeda eingemeindet.[72]

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Seit dem 5. Juni 2010 ist Nordhausen 17. Fair-Trade-Stadt.[73] 2012 erfolgte die Aufnahme in den „Städtebund Die Hanse“.[74] Nordhausen war die erste Stadt, die sich per Ratsbeschluss 1524 offiziell der Reformation angeschlossen hatte und ist Mitglied im Bund der Lutherstädte.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung von Nordhausen. Oben ab 1360 bis 2016. Unten ein Ausschnitt ab 1871

Per Zensus am 9. Mai 2011 zählte Nordhausen 42.473 Einwohner.[EE 1] Der Anteil der Ausländer wurde mit 2,3 Prozent ermittelt, 970 Personen hatten einen Migrationshintergrund. Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 31. Dezember 2014 auf 11,7 Prozent.[EE 2]

Jahr Einwohner
1360 ≈3.000
1550 ≈6.300
1626 ≈8.000
1750 ≈7.800
1802 8.355
1821 9.900
1824 9.700
1840 12.000
1880 26.198
1890 26.847
Jahr Einwohner
1900 28.497
1905 29.497
1910 32.564
1914 33.159
1918 29.515
1919 34.093
1924 34.759
1925 35.056
1929 36.759
1932 37.772
Jahr Einwohner
1933 37.635
1937 38.500
1939 39.618
1944 41.575
März 1945 [EE 3]42.207
Dezember 1945 [EE 4]31.743
1946 32.848
1950 [EE 5]39.452
1960 39.768
1966 42.279
Jahr Einwohner
1970 42.018
1977 45.400
1980 47.000
1981 47.121
1984 47.176
1985 47.000
1986 47.681
1994 48.028
1995 47.324
1996 46.750
Jahr Einwohner
1997 46.650
1999 46.057
2000 45.633
2001 45.196
2002 44.701
2003 44.311
2004 43.894
2005 43.594
2006 43.344
2007 44.057
Jahr Einwohner
2008 44.189
2009 44.127
2010 44.296
2011 [EE 6]42.191
2012 41.926
2013 41.839
2014 41.800
2015 42.217
2016 42.129
2017 [EE 7]42.014
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
  1. Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht zum 31.12.2011 vor und nach dem Zensus 2011 im Vergleich in Thüringen bei tls.thueringen.de, abgerufen am 2. Juni 2013
  2. Statistischer Jahresbericht 2014
  3. 1. März; 42.207 Einwohner, 23.467 Ortsfremde (659 Kriegsgefangene, 503 verwundete Soldaten in 5 Lazaretten, 420 Angehörige der Kriegsmarine, 6.082 ausländische Arbeitskräfte in Massenquartieren)
  4. 1. Dezember; 25.681 „ortsansässige“ Einwohner, 3.582 „Umsiedler, die bereits ihren festen Wohnsitz in der Gemeinde haben“, 2.480 „Umsiedler ohne festen Wohnsitz“
  5. mit Eingemeindungen (Salza, Krimderode)
  6. Nach Zensus 2011: Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht zum 31.12.2011 vor und nach dem Zensus 2011 im Vergleich in Thüringen@1@2Vorlage:Toter Link/www.tls.thueringen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei tls.thueringen.de, abgerufen am 2. Juni 2013
  7. Die Angabe in der Infobox (42.228 Einwohner für den 31. Dez. 2017) bezieht sich auf den Gebietsstand ab dem 6. Juli 2018.

BevölkerungsstrukturBearbeiten

Die folgende Übersicht zeigt die einzelnen Altersgruppen in Nordhausen. Alle Daten stammen vom 31. Dezember eines Jahres (Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik).

Jahr Gesamtbevölkerung Alter: unter 6 Alter: 6 bis 15 Alter: 15 bis 65 Alter: ab 65
2012 41.926 1.983 2.726 26.592 10.625
2013 41.839 1.972 2.755 26.514 10.598
2014 41.800 2.031 2.841 26.386 10.542
2016 42.217 2.124 2.914 26.534 10.645

SpracheBearbeiten

In Nordhausen wird die nordthüringische Mundart gesprochen, die zu den thüringisch-obersächsischen Dialekten zählt. Der Name der Stadt Nordhausen in dieser Mundart lautet Nordhusen.[2] Bis Anfang des 14. Jahrhunderts herrschte in Nordhausen überwiegend der nordthüringisch-harzer Sprachgebrauch mit starkem niedersächsischen Einschlag.[75]

ReligionBearbeiten

ChristentumBearbeiten

Mit 80,3 Prozent (2011) gehört der überwiegende Teil der Bevölkerung Nordhausens keiner Religionsgemeinschaft an. Die protestantischen Gemeinden umfassen rund 15,1 Prozent[76] der Stadtbevölkerung. 4,6 Prozent[76] der Stadtbevölkerung gehören zur katholischen Gemeinde am Dom zum Heiligen Kreuz, einer Pfarrei im Bistum Erfurt. Weitere christliche Gemeinden gehören zu den Siebenten-Tags-Adventisten (Kapelle der Adventgemeinde, Hesseröder Straße 4), der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten (Christuskirche, Grimmelallee 51) sowie zur Neuapostolischen Kirche (Riemannstraße 2).

JudentumBearbeiten

Die Geschichte der Juden in Nordhausen beginnt im 13. Jahrhundert. Die Nordhäuser Synagoge wurde zwischen 1843 und 1845 errichtet. Sie befand sich am Pferdemarkt und wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört und brannte aus. Die Zahl der Gemeindemitglieder erreichte 1910 mit 452 Juden ihren Höhepunkt.[77] Die Jüdische Landesgemeinde Thüringen hat heute mit einem Begegnungszentrum im Thomas-Mann-Haus wieder eine Zweigstelle in Nordhausen.[78]

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Bis zum Jahr 1220 stand an der Spitze der Stadt der Reichsvogt (Advocatus), der dreimal im Jahr den Vogtthing einberief. Unter ihm gab es den Schultheiß als Verwalter der inneren Angelegenheiten, des Marktgerichtes usw., dem auch sogenannte Marktschöppen zur Seite standen. Aus diesen und den Thingberatern des Vogtes erwuchs die Gemeinschaft der „Consules“.

Nach 1220 war der Consules konstituiert und erlangte gegenüber Vogt und Schultheiß Selbständigkeit (Nennung 1266). Aus ihrer Mitte wählten die Consules zwei „Magistri“ (Nennung 1290). Die Mitglieder des so geschaffenen Rates entstammten den Geschlechtern, es wählte der alte Rat jeweils am 6. Januar einen neuen. Auf diese Weise entstanden ein „sitzender“ Rat und zwei „gemeine“ Räte, die in dreijähriger Folge wechselten. Hinzugezogen wurden seit Anfang des 14. Jahrhunderts vier Vertreter der damaligen Stadtteile und sechs Handwerksmeister, außerdem seit etwa 1320 ein aus 24, dann 42 Männern bestehender Bürgerausschuss.

Nach 1375 wurde die Geschlechterherrschaft durch einen gewaltsamen Sturz beseitigt und die Ratssitze durch die Zünfte besetzt (bis 1802). Die Ratseinteilung blieb im Wesentlichen bestehen (ein „sitzender“ Rat und zwei „gemeine“ Räte). Aus dem sitzenden Rat wurden vier Bürgermeister gewählt und dazu 14 „Viermänner“, die eine Aufsichtsinstanz über den ganzen Rat bildeten. Nach 1626 wurde die Zahl der Ratspersonen eingeschränkt (jährlich nur zwei Bürgermeister, 14 Stadträte und aus denselben drei Vierherren).

Die Rechtsprechung über Leib und Leben lag zunächst in den Händen des Reichsvogtes, der auch später noch als Vorsitzender erscheint. Die Rechtsprechung erfolgte nach den Statuten (ab 1219), ab 1567 nach den Constitutio Criminalis Carolina. Ab 1546 oblag die Rechtsprechung ausschließlich in der Hand des Rates. Die Teilnahme des Vogtes erfolgte nur noch bei der öffentlichen Urteilsverkündung.

Die Bürgerschaft setzte sich zunächst aus zugezogenen Bauern und Handwerkern zusammen. Eine Oberschicht entstand durch zugezogene Ministerialen und reich gewordenen Handelsleuten, die die „Consules“ stellten und ab 1290 in wachsende Unabhängigkeit von Reichsvogt und Schultheiß gelangten. Im beginnenden 14. Jahrhundert versuchten die Kleinbürger und Handwerker, sich in den Ratsregimentern Geltung und Sitze zu verschaffen und erzielten zunächst geringe Erfolge bis zum gewaltsamen Sturz der Geschlechterherrschaft 1375. Seitdem herrschten ausschließlich die Zünfte bis zum Erlöschen der Reichsfreiheit 1802.

Von 1802 bis 1808 stand ein Königlich Preußischer Stadtdirektor an der Spitze, unter ihm ein Bürgermeister und der Magistrat. Unter der französischen Herrschaft des Königreich Westphalen bis 1813 gab es einen Präfekten mit Bürgermeister, Magistrat und Munizipalrat.

Nach 1814 erfolgte dann die endgültige Eingliederung in die preußische Verwaltung mit einem Oberbürgermeister an der Spitze sowie mit einer Stadtverordnetenversammlung als gewähltem Gremium. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde dieses System mit der Deutschen Gemeindeordnung 1935 im Sinne des Führerprinzips aufgelöst. Wichtige Neubauten der Stadtverwaltung waren das Stadthaus (1909) und das Neue Rathaus (1937).

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bildete die sowjetische Besatzungsmacht den Rat der Stadt mit einem Oberbürgermeister neu. Der Rat wurde durch eine Einheitsliste der Nationalen Front in unfreien Wahlen bestimmt.

Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland 1990 wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Der Oberbürgermeister wird seit 1994 direkt von den Bürgern für sechs Jahre gewählt. Er ist sowohl Vorsitzender des Stadtrats sowie auch oberster Dienstvorgesetzter aller städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter. Die Stadt hat zudem einen hauptamtlichen und zwei ehrenamtliche Beigeordnete, wobei der Erstgenannte gleichzeitig Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist.

Städtischer HaushaltBearbeiten

Der Schuldenstand der Stadt ist seit dem Jahr 2012 rückläufig und betrug damals noch 878 Euro pro Kopf. Bis in das Jahr 2015 sank die Verschuldung pro Kopf auf 699 Euro. Durch Schlüsselzuweisungen erhielt die Stadt 2017 einen Betrag in Höhe von 9.701682 Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen betrugen 2015 14.631.684 Euro.

StadtratBearbeiten

Wahl des Nordhäuser Stadtrats 2019[79]
Wahlbeteiligung: 51,2 % (2014: 42,1 %)
 %
30
20
10
0
22,2 %
21,8 %
21,0 %
17,4 %
9,1 %
7,2 %
1,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-9,3 %p
-1,4 %p
+21,0 %p
-11,8 %p
+2,2 %p
+2,0 %p
-2,6 %p

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 gab es in der Stadt Nordhausen 32.370 Wahlberechtigte.

Sitzverteilung im Stadtrat Nordhausen
      
Insgesamt 36 Sitze

Der Stadtrat zählt 36 Mitglieder; der Oberbürgermeister ist kraft Amtes stimmberechtigtes Mitglied.

Die Kommunalwahlen von 2004 bis 2019 hatten folgende Ergebnisse:

Parteien 2019 2014 2009 2004
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 22,2 8 31,5 11 25,9 9 36,0 14
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 17,4 6 29,2 11 35,3 13 28,7 11
Die Linke# LINKE 21,8 8 23,2 8 22,0 2 25,4 9
Freie Demokratische Partei FDP 7,2 3 5,2 2 7,3 3 5,0 2
Alternative für Deutschland AfD 21,0 8
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 9,1 3 6,9 3 6,3 2 4,8
Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD 1,3 3,9 1 3,1 1
prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben
Sitze gesamt 36 36 36 36
Wahlbeteiligung 51,2 % 42,1 % 48,6 % 40,8 %
# Bis einschließlich 2004 PDS

OberbürgermeisterBearbeiten

 
Das Stadthaus ist u. a. Sitz des Oberbürgermeisters
 
Historisches Landratsamt

Der Oberbürgermeister wird seit 1994 direkt für eine regelmäßige Amtszeit von sechs Jahren gewählt.

Seit Oktober 2017 ist der parteilose Kai Buchmann Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen. Er setzte sich bei der Stichwahl am 24. September 2017 mit 66,2 % der abgegebenen gültigen Stimmen gegenüber 33,8 % für Inge Klaan (CDU) durch.[80] Die Wahlbeteiligung lag bei 61,2 % und war die höchste seit 1994. An dem Tag fand neben der Oberbürgermeisterwahl auch die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. Bei der vorangegangenen Oberbürgermeisterwahl am 10. September 2017 erreichte keiner der fünf Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit: Inge Klaan (CDU, 35 %), Kai Buchmann (parteilos, 29,1 %), Jutta Krauth (SPD, 18,7 %), Michael Mohr (Linke, 11,4 %), Dirk Erfurt (parteilos, 5,7 %). Die Stimmbeteiligung lag bei 44,8 %.

Von Juli 2012 bis Mai 2017 war der langjährige Thüringer Minister Klaus Zeh (CDU) Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen. Er setzte sich bei der Stichwahl am 6. Mai 2012 mit 51,1 Prozent gegen Matthias Jendricke (SPD) durch.[81] Zuvor hatte bei der Wahl am 22. April 2012 keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht: Klaus Zeh (39,35 %), Matthias Jendricke (37,1 %), Hannelore Hasse (Linke, 16,8 %), Christian Darr (Grüne, 4,2 %), Martin Höfer (FDP, 2,6 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 44,1 %. Nachdem Zeh am 18. Mai 2017 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, wurde das Amt bis Oktober 2017 kommissarisch von der Bürgermeisterin Jutta Krauth (SPD) geführt.

Die Liste umfasst die Bürgermeister der Stadt seit dem Jahr 1899:

Andere WahlenBearbeiten

Nordhausen ist seit 1990 Teil des Bundestagswahlkreises 189 und wird seit 1994 durch den Direktabgeordneten Manfred Grund (CDU) vertreten, der zur letzten Bundestagswahl 2017 in der Stadt Nordhausen 30,2 Prozent der Stimmen erhielt. Weitere Bundestagsabgeordnete für Nordhausen sind Jürgen Pohl (AfD) und Kersten Steinke (Die Linke), die über den Listenplatz gewählt wurden.

Im 2014 gewählten Thüringer Landtag vertritt die Abgeordnete Katja Mitteldorf (Die Linke) die Stadt Nordhausen (siehe Wahlkreis Nordhausen II).

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Banner, Wappen und Hissflagge

Blasonierung: „Die Stadt Nordhausen besitzt ein Vollwappen, das aus Schild, Helm und Helmzier/Helmdecke besteht.
Schild: In Gold ein gekrönter, nach rechts blickender, schwarzer Adler mit roter Zunge und roter Bewehrung.
Oberwappen: Stechhelm mit schwarz-goldenen Helmdecken, darauf zwei goldene, mit je sechs goldenen dreiblättrigen Lindenstängeln besteckte Büffelhörner.
Fakultativ kann auch nur der Wappenschild mit dem Adler ohne Oberwappen verwendet werden.“[82]

Beschreibung: Das Wappen von Nordhausen zeigt den Reichsadler und einen schräg stehenden Schild mit reich verziertem Helm. Die Helmzier besteht aus zwei Büffelhörnern, die aus der Krone hervorstreben; beide sind nach außen mit sechs Lindenzweigen besteckt. Die Helmdecken sind schwarz-golden.
Nach der Sage soll der Helm dem Burgherr der Schnabelsburg am Kohnstein gehört haben. Dieser überfiel nach dem Bau der Burg 1366 immer wieder Reisende, Fuhrleute und Bürger. Der Nordhäuser Rat beschloss daher, ihn in die Stadt zu locken, unter dem Vorwand, man wolle ihm die Schnabelsburg für einen stattlichen Preis abkaufen. Als sich der Ritter in der Stadt einfand, stürmte ein Trupp seine Burg und brannte sie nieder. Wutentbrannt versuchte er aus der Stadt zu gelangen, wurde aber an der Stadtmauer aufgehalten. Mit einem Hieb wurde ihm der Kopf abgeschlagen und sein Helm flog in weitem Bogen an das Tor der Mauer.

 
Logo der Öffentlichkeitsarbeit

Seit dem Jahr 2003 führt die Stadt Nordhausen ein Logo, mit dem sie sich öffentlich präsentiert und welches für die städtische Korrespondenz genutzt wird. Dem Logo gehört ein Slogan an: „Nordhausen am Harz | die neue Mitte |“.

PartnerstädteBearbeiten

Nordhausen unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Bad Shemesh bei Jerusalem ist die einzig außereuropäische und zugleich jüngste Städtepartnerschaft von Nordhausen. Bad Shemesh war die erste israelische Stadt, die eine Partnerkommune in den Neuen Ländern hatte.[83] Die Partnerschaft wurde am 19. September 1992 unterzeichnet und im November gleichen Jahres traf die erste Delegation aus Israel in Nordhausen ein.[83] Seit 1993 finden im jährlichen Rhythmus Begegnungen zwischen Bürgern beider Städte statt. Veranstaltet werden u. a. Jugendaustausch, Studien- und Freundschaftsreisen und Begegnungen der Lokalpolitiker.
Bochum ist die größte Stadt, mit der Nordhausen eine Partnerschaft unterhält. Nach der politischen Wende zeigten sich rund 30 deutsche Städte an einer Städtepartnerschaft mit Nordhausen interessiert.[84] Am 28. Juni 1990 wurde die Städtebeziehung besiegelt und es entwickelten sich seitdem zahlreiche Aktivitäten, u. a. Verwaltungshilfe, Schüleraustausch und die Gründung von Vereinen zur Förderung der Partnerschaft. Durch die Hilfe der Stadt Bochum wurde 1993 das zweitälteste Nordhäuser Haus in der Rosengasse 55 restauriert, welches seither den Namen „Bochum-Haus“ trägt.[84]
2018 wurde das 40-jähriges Jubiläum der Städtepartnerschaft begangen.[85]

Seit dem 21. Januar 2004 besteht ein Städtebund mit dem benachbarten Sondershausen (Kyffhäuserkreis) sowie seit dem 11. Dezember 2008 eine Städtekooperation mit dem benachbarten Sangerhausen (Landkreis Mansfeld-Südharz).[86]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Nordhäuser Roland (2012)

Die Figur des Nordhäuser Roland am Alten Rathaus erinnert an den Sturz des Rates von 1375. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt. Das Rathaus selbst erhielt sein heutiges Aussehen um 1610. Um den Stadtkern herum finden sich Teile der alten Stadtmauer. Der am Alten Rathaus stehende Roland ist eine Kopie aus Gips, das hölzerne Original ist im Neuen Rathaus, direkt gegenüber, zu sehen.

StadtbildBearbeiten

Das Gefüge des spätmittelalterlichen Nordhausen zeigte vier Teile, die in einer Durchdringung von allmählichen Wachstum und einiger Anpassung an Terrassen und Hang entstanden. Es waren:[87]

  1. Die Altstadt mit unregelmäßigem Grundriss. Zwei Hauptstraßen nach Geländeabfall in flachem Boden verlaufend (Rautenstraße, Kranich-Barfüßerstraße). Diese Altstadt im engeren Sinne bildet ein Oval von 500 × 750 Metern, dessen größere Achse nordwärts zieht. Sie enthält Burg (Domstift) und Petersberg, in der Mitte den Markt, das Rathaus und die 1945 zerstörte Hauptkirche St. Nikolai.
  2. Der Frauenberg auf dem Bergsporn südlich des Petersbergs.
  3. Die Neustadt zwischen Mühlgraben bzw. Zorge und dem Hang der Oberstadt.
  4. Altendorf zwischen Geiersberg und Mühlgraben.

Diese vier Elemente wurden 1365 durch eine Stadtbefestigung vereinigt.

Der Charakter der Häuser in Nordhausen war durch überwiegende Fachwerkkonstruktion gegeben. Als Agrarstadt zeigte die Stadt überwiegend mitteldeutsche Formen, nahm jedoch mit zunehmenden Handelsbeziehungen immer mehr niedersächsische Bauweise an, wobei Goslar und Hildesheim als Vorbild dienten (Nordhausen steht dabei im Gegenspiel zum Nachbarort Heiligenstadt, das in seinen Häusern fränkische Formen zeigt). Dieses architektonische Gepräge und die räumliche Gliederung erhielten sich im Gebiet der alten Ober- wie Unterstadt durch die mannigfaltigen Stadtbrände hindurch im Wesentlichen bis zur Zerstörung Nordhausens im April 1945.

Die nachmittelalterlichen Erweiterungen, vorwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert, haben sich weitläufiger ausgebreitet und folgten dem Muster des Schachbretts. Als Bauformen kamen nicht mehr niedersächsische, sondern zeitgebundene zur Anwendung, wie sie im ganzen Reich zu sehen waren. Diese durchdrangen gleichzeitig die Altstadt im erheblichen Maße, gefördert durch die im ganzen sehr positive wirtschaftliche Entwicklung. Als Beispiel sei hier das 2017 abgerissene „Altendorf 30“ zu nennen, das erste Massivhaus in Nordhausen.

Die 1930er Jahre waren mit der Bebauung der Stadtrandsiedlungen geprägt. So wurde 1932 mit den ersten Eigenheimen der Siedlung Niedersalza begonnen und im Nationalsozialismus folgte die Hans-Maikowsi-Siedlung (heute Erich-Weinert-Siedlung) mit NSKK- und Weddigen-Siedlung (heute Blumensiedlung).

Im Jahr 1940 veröffentliche das Reichsheimstättenamt einen Erweiterungsplan, der eine Bebauung für den Geiersberg und seine Hänge vorsah; der Berg sollte locker eingeschossig bebaut werden, die Höhe durch einen zweigeschossigen Kern betonen und eine Sportanlage im Stadtpark anfügen.[88] In einem 1941 für die Stadt aufgestellten Wirtschaftsplan rechnete man für die Jahre 1960–70 mit 70.000 Einwohnern. Dementsprechend wurde mit zusätzlichen 5.100 Wohnungen gerechnet und 220 ha Land ausgewiesen. Vor allem wurde das Projekt Geiersberg von 1940 übernommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die weitere Entwicklung der Stadt durch die staatlichen Wohnungsbauprogramme in der DDR bestimmt. Die völlig zerstörte Stadtmitte wurde in den 1950er und 1960er Jahren wieder aufgebaut, wobei die historische Siedlungsstruktur keine Beachtung fand; es wurden breite Magistralen wie die Rautenstraße (1958/59) und Töpferstraße angelegt. Besonders prägend für das Stadtbild waren die Bauten des Stadtplaners Friedrich Stabe (1912–2000). 1949 wurde der erste Wohnblock am Weinberg errichtet, es folgten 1950 drei Wohnblocks an der Hohekreuzstraße. Von 1950 bis 1954 wurde das Wohnviertel Jüdenstraße-Predigerstraße-Königshof-Lutherplatz errichtet. 1954–56 wurden Blödau-, Körner-, Lindenstraße und Morgenröte bebaut.

Bis in die 1980er Jahre blieben jedoch weite Flächen des Stadtzentrums unbebaut. Viele Bauten, die die Luftangriffe 1945 überstanden hatten, mussten zu DDR-Zeiten wegen Baufälligkeit abgebrochen werden.

1966 bis 1968 wurden Wohnscheiben in Großplattenweise in der Töpferstraße errichtet. Später entstanden die beiden Großsiedlungen Nordhausen-Nord (1978 bis 1982) und Nordhausen-Ost (ab 1984) mit Wohnblöcken in Plattenbauweise.

Zu Ortserweiterungen kam es Anfang des 21. Jahrhunderts mit der Bebauung am Rössingsbach in Nordhausen-Ost sowie im Gumpetal im Norden der Stadt.

TheaterBearbeiten

 
Theater

Das Theaterleben blickt in Nordhausen auf eine über 400jährige Tradition zurück.

Im Frühjahr 1913 wurde an der Promenade mit dem Bau des neuen neoklassizistischen Theatergebäudes nach den Plänen des in Nordhausen lebenden Architekten Gustav Ricken und unter der Leitung des Ingenieurs Nerlich an seinem heutigen Standort begonnen. Nördlich vom Bau existierte von 1882 bis 1913 das „Neue Tivolitheater“ an der Stadtmauer der Promenade. Trotz erschwerter Rahmenbedingungen im Zuge des Ersten Weltkrieges konnte mit knapp drei Jahren Verzögerung das neu fertiggestellte Stadttheater am 29. September 1917 eröffnet werden. Der ursprüngliche Plan wurde jedoch nicht vollständig realisiert, ein geplanter nördlicher Anbau, in welchem unter anderem die Werkstätten des Theaters untergebracht werden sollten, wurde nicht gebaut. Das Theater wurde bei den Bombenangriffen im April 1945 zerstört und wieder aufgebaut. Die Fusion im Jahre 1991 mit dem Loh-Orchester Sondershausen zur Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH leitete die Bildung eines Drei-Sparten-Theaters ein (Musiktheater, Schauspiel und Ballett). 2004 musste aus Kostengründen die eigene Schauspielsparte abgewickelt werden. Seitdem tauschen die Theater Nordhausen (Musiktheater, Ballett) und Rudolstadt (Schauspiel) gegenseitig ihre Produktionen aus. 2006 kämpfte das Theater erneut ums Überleben. Orchester, Musiktheater und Ballett blieben trotz notwendiger Personalreduzierungen zunächst bis 2016 weiterhin erhalten.

Kirchen und KlösterBearbeiten

 
Nordhäuser Dom von Nordwesten (2019)

Nahezu alle Kirchen im Stadtgebiet von Nordhausen entstanden in der romanischen Epoche, wobei kein Bau im Stil rein erhalten geblieben ist.[89]

Die Stadtpfarrkirche St. Blasii wird heute als evangelisches Gotteshaus genutzt. Ein 1234 in einer Urkunde Heinrichs (VII.) erwähnter Vorgängerbau, von dem sich im Unterbau der Kirchtürme noch Reste finden, wurde 1487–1490 größtenteils ersetzt. Die Schäden durch die Luftangriffe von 1945 wurden 1949 beseitigt. Im Jahr 2004 wurde das Gebäude außen rekonstruiert, 2014 und 2015 im Innenraum saniert.[90]

Von den Vorgängerbauten des Doms zum Heiligen Kreuz Nordhausen, die ab der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts errichtet worden waren, sind kaum Spuren vorhanden. Der heutige Bau geht auf Um- und Neubaumaßnahmen ab dem 13. Jahrhundert zurück. Während der frühgotische Chorraum zwischen 1230 und 1267 (Weihedatum) entstand, wurde das spätgotische Langhaus um 1450 errichtet. In den 1970er-Jahren wurde der Kircheninnenraum saniert und in den 2000er-Jahren (2008 abgeschlossen) das Bauwerks instand gesetzt.

Die Kirche St. Maria im Tale („Altendorfer Kirche“) geht auf einen Vorgängerbau des ausgehenden 13. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1353 wurde sie als dreischiffige Hallenkirche mit hochgotischem Chor neu erbaut. Aufgrund von unterschätzten Schwierigkeiten mit dem Bauuntergrund mussten in den folgenden Jahrhunderten wiederholt Teile der Kirche erneuert werden. Als einzige Kirche in Nordhausen blieb der Bau von den Luftangriffen 1945 verschont.

Vier Kirchen wurden in den schweren Luftangriffen am 3. und 4. April 1945 größtenteils zerstört. So wurde die Frauenbergkirche St. Maria auf dem Berg durch Bomben am 4. April 1945 schwer zerstört. In den Jahren 1953 bis 1955 wurde die Ruine enttrümmert und nachfolgend das noch erhaltenen Mauerwerk gesichert, indem Dächer aufgebracht und Gewölbe eingezogen wurden. Im Jahr 1968 wurde der Innenausbau begonnen. Im Vorfeld der Landesgartenschau 2004 wurde der Außenbereich der Kirche restauriert und neu gestaltet. Auch die Kirche St. Petri wurde bei dem Bombenangriff am 3. April 1945 vollständig zerstört. Erhalten blieb der Turm, er erhielt 1954 ein Notdach und wurde als Petri-Turm zur Landesgartenschau 2004 restauriert. Seit die Kirche St. Jacobi am 3. April 1945 bei einem Luftangriff zerstört wurde, sind nur noch (wieder freigelegte) Grundmauern vorhanden. Nach dem Krieg wurden die Reste des Kirchenschiffs abgetragen und später die Turmruine beseitigt. Auch die sogenannte Marktkirche St. Nikolai wurde bei den Luftangriffen am 3. April 1945 zerstört.

Vom ehemaligen Barfüßerkloster ist als einziger Überrest das 1667 erbaute Torhaus des Spendekirchhofes erhalten. Das im Jahr 1287 gestiftete Dominikanerkloster in der Predigerstraße wurde 1525 aufgelöst, als seine Insassen abwanderten. Die fortan zu Schulzwecken bestimmt Gebäude hielten infolge einiger Ausbesserungen bis zum Jahr 1866. nach ihrem Abriss wurden die Gebäude des heutigen Humboldt-Gymnasiums errichtet. Das Augustinerkloster ist um 1300 errichtet worden. Der reiche Kirchenschatzes fiel im Laufe der Reformation an die Stadt und wurde 1532 zur Finanzierung der Türkensteuer verkauft. Die Kirche des Klosters brannte 1612 aufgrund von Blitzschlag nieder. Auch der in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründete Walkenrieder Hof ist seit der Reformation allmählich zugrunde gegangen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts diente es als Hauptzollamt, Hauptsteueramt und Stadtarchiv. Heute als Museumsdepot und Sitz von Teilen der Stadtverwaltung Nordhausen genutzt.

Von den vier ehemaligen Hospitälern der Stadt wird nur das Hospital mit der Cyriaci-Kapelle von der Kreismusikschule genutzt. Die Reste des Hospitals der 1828 abgebrochenen Kirche St. Elisabeth wurden Anfang der 1980er Jahre abgerissen. Vom Hospital und der Kirche St. Martini wurde 1808 der Turm niedergelegt und 1835 die Kirche abgebrochen. Das Hospital und die Kapelle St. Georg wurden bereits während eines Stadtbrandes im Jahr 1612 zerstört.

Museen und GedenkstättenBearbeiten

 
Flohburg und St. Blasii-Kirche (2011)

Das Städtische Altertumsmuseum wurde 1876 in den Räumlichkeiten der ehemaligen Höheren Töchterschule in der Blasiistraße eröffnet. Drei Jahre später erfolgte der Umzug in die Volksschule am Taschenberg. 1890 zählte das Museum 17 Ausstellungsräume. Weitere Standorte waren die städtische Volksschule in der Predigerstraße (1892–1906) und die Töpfertorschule am damaligen Friedrich-Wilhelm-Platz (1907–1934). In der Töpfertorschule befand sich zu dieser Zeit auch das Archiv und die Bibliothek. 1926 erwarb die Stadt die Villa Becker in der Oberstadt, wo bis 1938 zehn Stilzimmer präsentiert wurden. 1934 siedelte das Städtische Museum in die Villa Lindenhof um. Gleichzeitig erfolgte die Umbenennung des Stilzimmermuseums in Meyenburg-Museum. 1938 zog das Stadtmuseum in das Meyenburg-Museum ein, da der Lindenhof fortan dem Heeresbauamt als Sitz diente. Die Stilmöbel mussten dabei weichen. Der Zweite Weltkrieg verursachte große Verluste in der Sammlung. 1951 wurde das Meyenburg-Museum wieder eröffnet. Am 30. Juni 2012 öffnete das stadtgeschichtliche Museum in der Flohburg.

Parks, Naturdenkmäler und SchutzgebieteBearbeiten

 
Flehmuellers Eiche im Stadtteil Krimderode

Nordhausen besitzt zahlreiche Parkanlagen und Grünflächen (insgesamt 80 Hektar) und ist eine bis ins Zentrum durchgrünte Stadt. Etwa 18.000 Bäume säumen die Straßen im Stadtgebiet. 1874 entstand der Park Hohenrode, eine durch Heinrich Siesmayer und Philipp Siesmayer geplante zehn Hektar große Anlage, die sich der Fabrikant Carl Kneiff als privaten Villenpark errichten ließ. Dieser heute frei zugängliche Park gilt als bedeutendster und dendrologisch wertvollster der Stadt. Der älteste Naturpark von Nordhausen ist das 18 Hektar große Gehege am Geiersberg. Das Gebiet war ursprünglich kahl und wurde ab Mitte des 18. Jahrhunderts aufgeforstet. Es entstand im Laufe der Jahrzehnte ein Hochwaldpark mit einem großen Eichen- und Buchenbestand. 1817 legte Carl Friedrich Salomo, Schüler von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn, im Gehege einen der ersten Turnplätze Deutschlands an. Ein Gedenkstein am Eingang zum Gehege erinnert an den ersten Turnplatz in Nordhausen. Ab 1830 fanden hier regelmäßig Konzerte statt, es wurden Springbrunnen und Tonhallen errichtet, seit 1861 gab es Gasbeleuchtung. 1892 wurde der Gehegeplatz in seiner jetzigen Form angelegt und rundum entstanden die ersten Lokale. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gehege dann ein „Lustwäldchen“ und bis heute finden hier Veranstaltungen statt.

Nördlich vom Stadttheater befindet sich die Promenade. Das Gelände war ursprünglich ein Wallgraben, der von der inneren und äußeren Stadtmauer eingefasst wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts diente der Graben als Bauschuttdeponie, ab 1835 begann man mit der Einebnung und Bepflanzung des Areals. Im Juni 1900 wurde im nördlichen Bereich das Bismarckdenkmal enthüllt und im Oktober 1901 auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz (heute Theaterplatz) das Kaiser-Friedrich-Denkmal. Ab 1902 erfolgte eine umfassende Umgestaltung des Geländes zu einer Parkanlage, so wurden u. a. mehrere Blutbuchen gepflanzt. 1917 erfolgte die Einweihung des Stadttheaters am Fuße des Parks. 1935 wurde der Neptunbrunnen aufgestellt. Im gleichen Jahr erfolgte eine weitere Umgestaltung.

Der am Rande von Nordhausen gelegene Stadtpark mit der Kastanienallee wurde 1880 errichtet und war ursprünglich ein sumpfiges Überflutungsgebiet der Zorge. Tausende Bäume und Sträucher wurden gepflanzt, Rundwege und zwei Teiche angelegt, die durch einen künstlich geschaffenen Wasserlauf miteinander verbunden sind. Seit den 1950er Jahren befindet sich im Park auch ein Tiergehege.

1927 wurde der Rosengarten im Norden der Stadt eingeweiht, unweit des heutigen Südharz-Klinikums.

Im Zuge der Eingemeindungen befinden sich drei ausgewiesene Naturschutzgebiete im heutigen Stadtgebiet von Nordhausen: die Rüdigsdorfer Schweiz (Rüdigsdorf), die Sattelköpfe (Hörningen) und die Pfaffenköpfe (Petersdorf).

Das bekannteste Nordhäuser Naturdenkmal war die Merwigslinde, die sich oberhalb des Geheges auf dem Geiersberg befand.[91] Die Linde soll bereits vor der Reformationszeit ein stattlicher Baum gewesen sein. Die Merwigslinden-Sage erinnert an einen thüringischen Stammesfürsten oder -könig mit Namen „Merwig“, der sich vor seiner Königswahl auch als kunstfertiger Schuhmacher einen Namen gemacht hatte. Ihm zu Ehren pilgerten die Nordhäuser Schuhmacher alle sieben Jahre zu der Linde, wo einst ein Bote Merwig über das Ergebnis der Königswahl unterrichtet haben soll. Seit Dezember 1833 war die obere Hälfte der Linde durch einen Sturm abgebrochen. 1896 wurde ihr Stamm mit Steinen ausgemauert und die Äste mit Eisenstangen gehalten. 1972 musste die Merwigslinde schließlich gefällt werden. Eine zuletzt angebrachte Tafel wies die Linde mit 9 Meter Umfang aus und einem Alter von über 700 Jahren. Die heutige Merwigslinde wurde 1972 nachgepflanzt und ist umzäunt.

Ein weiteres Naturdenkmal ist die im Stadtteil Krimderode stehende Eiche, die mit etwa 600 bis 1000 Jahren eines der ältesten Naturdenkmale im Südharz ist. 2015 hat der Brusthöhenumfang 7,25 Meter betragen, bei einer Höhe von 21 Meter.[92] Die als Flehmüllers Eiche bekannte Stieleiche stand in einem Wald, der seit 1829 allmählich gefällt wurde. 1840 beantragte der damalige Krimderöder Rittergutsbesitzer Drechsler beim Hochgräflichen Stolberg-Hohnsteinischen Consisorium den Erhalt der Eiche. Seit 1992 wird unter dem Baum im Juni das „Eichenfest“ veranstaltet.

Mit der „Antiquar-Eiche“ befindet sich eine weitere Stieleiche im Stadtgebiet[93]; sie ist über 300 Jahre alt, hat eine Höhe von 20 Metern mit einem Stammumfang von 5,50 Metern.

Bibliotheken und ArchiveBearbeiten

 
Bürgerhaus mit Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“

Anfang des 16. Jahrhunderts begann der Prior Johannes Pilearius[94] mit dem Aufbau der Klosterbibliothek Himmelgarten, die durch die Wirren des Bauernkrieges 1525 in die St.-Blasii-Kirche gelangt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bibliothek zunächst im Kalischacht Wolkramshausen zwischengelagert und fand anschließend im Pfarrhaus von St. Blasii ihr Domizil. Danach wurde sie nach Naumburg überführt und von dort gelangte sie 1989 in das Evangelische Predigerseminar in der Lutherstadt Wittenberg. 2014 kehrte die Bibliothek nach Nordhausen zurück und ist im Museum Flohburg aufgestellt.[95]

Im 19. Jahrhundert entstanden erste privat betriebene Leihbibliotheken, die fast ausschließlich Trivialliteratur anboten. Unter Mitwirkung des Städtischen Vereins und der 1871 ins Leben gerufenen Gesellschaft zur Förderung der Volksbildung wurde 1877 die Volksbibliothek gegründet, die heutige Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“.

Mit Gründung der Hochschule Nordhausen entstand 1997 die Hochschulbibliothek mit etwa 120.000 Medien (2018).

Die Anfänge des Stadtarchivs in Nordhausen lassen sich aufgrund fehlender Quellen nicht zweifelsfrei rekonstruieren und reichen vermutlich bis in das 13. Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich ging die Archivbücherei aus der einstigen „Ratsbücherei“ (16. Jahrhundert) hervor. Der Gymnasiallehrer und Heimatforscher Ernst Günther Förstemann (1788–1859)[96] betreute nebenamtlich das Archiv sowie die Bibliothek und trug dazu bei, dass der Bestand ab 1834 erstmals systematisch geordnet wurde. Im Jahr der Jahrtausendfeier 1927 zogen das Archiv und die Historische Bücherei in das einstige Stadtgefängnis in der Mauerstraße 15. Unter dem Studienrat und Heimatforscher Hans Silberborth wurde die Archivbücherei 1939 neu geordnet und den modernen Grundsätzen angepasst (u. a. Katalogisierung). Die Luftangriffe auf Nordhausen am 3. und 4. April 1945 zerstörten das Archivgebäude und die Bibliothek. Anfang Mai 1945 wurden Akten, Chroniken und andere Handschriften, die in den Kellerräumen der Sparkasse ausgelagert wurden, größtenteils durch ehemalige polnische Zwangsarbeiter geplündert und vernichtet.[97] Bestände der wissenschaftlichen Bibliothek und Zeitungsbände wurden im Waisenhaus ausgelagert und von Nordhäusern vor den Plünderern im Keller der Heinrich-Mittelschule verborgen. Hans Silberborth stellte 1947 den „bescheidenen Rest der einst stattlichen Archivbücherei“ wieder geordnet zur Verfügung. Nahezu alle Urkunden überstanden den Krieg, Verluste waren bei den Akten, sehr große Verluste bei den Amtsbüchern und sonstigen gebundenen Handschriften, Innungsakten und Chroniken zu verzeichnen. Im Februar 1952 zog das Archiv in zunächst drei Zimmer des neu entstandenen Altes Rathaus um, 1975 in das Obergeschoss des Walkenrieder Hofes in der Waisenstraße, im Sommer 1997 dann in das Neue Rathaus. Der Bestand des Stadtarchivs beläuft sich auf 1.115 lfm.[98]

Das Kreisarchiv mit ca. 3.000 lfm (2012) befindet sich in der Grimmelallee 20 beim Historischen Landratsamt.[99]

FriedhöfeBearbeiten

 
Zivile und Soldaten-Kriegsgräber auf dem Nordhäuser Friedhof

1876 wurde an der Straße nach Leimbach der erste kommunale Friedhof der Stadt in Benutzung genommen.[100]

Der Hauptfriedhof am Stresemannring entstand 1921 als parkähnlicher Waldfriedhof und wurde 1927 mit Krematorium fertiggestellt. Die Friedhofsanlage ist mit ihrer funktionalen architektonischen Gestaltung Ausdruck der Friedhofsreformbewegung des frühen 20. Jahrhundert und gehört zu den bedeutendsten Vertretern Thüringens aus dieser Zeit. Ein 1997 angelegter Ehrenhain im südöstlichen Teil des Hauptfriedhofs erinnert an die 565 namentlich genannten Opfer der Luftangriffe auf Nordhausen und die etwa 1000 gefallenen deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

Gegenüber vom Hauptfriedhof fanden Mitte April 1945 insgesamt 2259 Häftlinge verschiedenster Nationen, vornehmlich aus der Boelcke-Kaserne ihre letzte Ruhestätte. 1946 entstand im südlichen Bereich ein Ehrenmal mit 215 Grabstätten für gefallene Sowjetsoldaten.

Am Ammerberg befindet sich der Jüdische Friedhof Nordhausen mit 320 Grabsteinen.

TreppenBearbeiten

Die zahlreichen Treppen in Nordhausen sind ein charakteristisches Merkmal des Stadtbildes. Die folgende Liste führt bedeutende Freitreppen auf, die im Stadtgebiet Nordhausens liegen.

Freitreppen
Name Geschichte Stufen Koordinaten Straßen
Wassertreppe Wahrscheinlich die älteste Treppe in Nordhausen und existiert wohl bereits seit dem 9. Jahrhundert. Für das 15. Jahrhundert ist sie nachweislich bezeugt. 74 51°30'11.4"N

10°47'22.8"E

Grimmel/Neuer Weg → Domstraße
Johannistreppe Wurde nach der Trockenlegung des Sumpfgebietes Grimmel angelegt. Die Treppe in ihrer heutigen Form entstand 1872. 85 51°30'07.0"N

10°47'24.1"E

Unter den Weiden → Neuer Weg
Kutteltreppe Gehört mit der Wassertreppe zu den ältesten Stiegen in Nordhausen. Die Kuttelpforte wurde 1206 sowie 1304 erstmals erwähnt. Sie besitzt als einzige Treppe eine noch erhaltene Maueröffnung der alten Stadtbefestigung. Der Name stammt von den Kutteln (Eingeweiden), welche die Fleischer zum Reinigen zum Mühlgraben schafften. 74 51°30'01.1"N

10°47'28.9"E

Lohmarkt/Neuer Weg → Predigerstraße
Schlunztreppe Ist seit dem Jahr 1411 nachweisbar. Die Treppe wurde 1899 umgebaut und durch die Luftangriffe auf Nordhausen 1945 schwer beschädigt; 1951 wurde der obere Teil zugeschüttet. 114 (bis 1945), 65 51°29'58.1"N

10°47'43.4"E

untere Rautenstraße → Petrikirchplatz
Altendorfer Stiege 86 51°30'22.9"N

10°47'28.1"E

Altendorf/Kreuzen → Wallrothstraße
Bingerhoftreppe Name der Straße und Treppe geht auf Louis Binger zurück. Sie sollte im Zusammenhang mit der „Liebestunneltreppe“ im Gehege gesehen werden. 86 51°30'31.5"N

10°47'21.6"E

Bingerhof → untere Wallrothstraße
Petersbergtreppe Wurde zur Landesgartenschau 2004 rekonstruiert. 33 (1945) 51°30'04.1"N

10°47'47.6"E

Weberstraße → Petrikirchplatz
Frauenberger Stiege Bis 1945 war die Stiege eine schmale Straße ähnlichen Verlaufs. Der untere Teil an der Kirche war eine schmale Gasse. 162 51°29'49.7"N

10°47'48.4"E

Martinstraße → Am Frauenberg
Jacob-Plaut-Treppe Benannt nach Jacob Plaut. 65 51°29'47.9"N

10°48'22.6"E

Plautstraße → Bergstraße
Liebestunneltreppe Vier Treppenstufen bestehen aus Steinen vom Geiersbergfriedhof. 145 51°30'32.5"N

10°47'29.0"E

Wallrothstraße → Alexander-Puschkin-Straße
Neue Lesserstiege In unmittelbarer Nähe der Stadtterrasse. 51°29'58.1"N

10°47'35.7"E

Rautenstraße → Jüdenstraße

Sehenswürdigkeiten und KulturdenkmaleBearbeiten

 
Petersberg-Gelände zur Landesgartenschau 2004
 
Finkenburg, erbaut um 1444
  • Alte Kautabakfabrik
  • Altes Postamt
  • Altes städtisches Wasserwerk
  • Eichamt
  • Harzquerbahnhof
  • Judenturm auf dem Petersberg
  • Lindenhof
  • Der alte Roland von 1717 im Neuen Rathaus
  • Der neue Roland von 1993 (Replik des Rolands von 1717)
  • Der Riese am Lutherplatz (urkundlich erwähnt seit 1375)[101]
  • Altstadt mit Fachwerkbauten
  • Domstraße 12, erbaut 1327 (d) und 1555 (d)
  • Altendorfer Kirchgasse 3, erbaut um 1370.
  • Finkenburg, erbaut um 1444 (d)
  • Altendorf 55, Haus Bochum, erbaut um 1450.
  • Gumpertstraße 1, erbaut ca. 1712 (älter Kernbau von 1643)
  • Torhäuschen, erbaut 1667.
  • Altendorf 48, erbaut 1668 (d) (zwei Bohlenstuben, Bäckereibackofen von 1900 vorhanden, Hausbrunnen im Keller)
  • Altendorf 49, erbaut um 1680.
  • Waisenhaus, erbaut 1715 bis 1717 (u)
  • Pfaffengasse 2, erbaut 1719.
  • Altendorf 50, Rokokofachwerk um 1770.
  • Altendorf 30, erbaut um 1850, spätklassizistischer Putzbau im Palazzo-Stil[102], 2017 abgerissen
  • Altendorf 24, Brennereigebäude, Historismus, erbaut 1842 (i) und 1849 (u)
  • Altendorf 27, Brennereigebäude, Historismus, erbaut 1873 (u)
  • Tankbahnhof der Rhenania-Ossag AG, errichtet 1930/31 im Stil des Neuen Bauens[103]

BrauchtumBearbeiten

 
Rolandgruppe (2017)

Zum Brauchtum der Stadt Nordhausen entwickelte sich die von Brautpaaren begangene Tradition, am nördlichen Stadtrand Im Gehege – dem Stadtwald von Nordhausen – einen Gedenkbaum zu pflanzen. Der so in den letzten zwei Jahrhunderten entstandene Waldpark bietet besonders im Sommer und Herbst Gelegenheit zu Spaziergängen. An der höchsten Stelle des Geheges befindet sich der Ort der sagenhaften Merwigslinde, der heutige Baum wurde 1972 nachgepflanzt. Die wohl schon in vorreformatorischer Zeit stattliche Merwigslinde wurde von der Nordhäuser Bevölkerung als Hutebaum betrachtet und war der verehrungswürdige Mittelpunkt des oft ausschweifend begangenen Nordhäuser Lindenfestes. Die Merwigslinde erinnert an einen thüringischen Stammesfürsten oder -könig mit Namen Merwig, der sich vor seiner Königswahl auch als kunstfertiger Schuhmacher einen Namen gemacht hatte. Ihm zu Ehren pilgerten die Nordhäuser Schuhmacher alle sieben Jahre zu der Linde, wo einst ein Bote Merwig über das Ergebnis der Königswahl unterrichtet haben soll.[104][105]

Zur jahrhundertealten Festkultur von Nordhausen gehört Martini. Die Martinsfeier (oder das Martinsfest) begehen die Nordhäuser am 10. November – dem Geburtstag Martin Luthers – um 17 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst vor der Blasiikirche. Danach ziehen Kinder singend mit einer Laterne von Haus zu Haus. Gebet, Predigt und das Absingen des Lutherliedes „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf dem Lutherplatz am Rathaus gehören zum Brauchtum dieses Abends. In traditionsbewussten Familien wird als Festessen Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl oder Karpfen aufgetischt. Das Fest hatte bis 1846 einen rein familiären Charakter und wird seitdem mit einem öffentlichen Aufzug verbunden.

Das dreitägige und jedes Jahr im Juni stattfindende Rolandsfest verfügt über die höchste öffentliche Resonanz. Das seit 1955 bestehende Volksfest mit Musikveranstaltungen, historischen Umzügen und zahlreichen anderen Darbietungen zieht etwa 100.000 Besucher an.[106] Die dabei auftretende Rolandgruppe besteht aus vier Figuren („Originale“): Nordhäuser Roland, Brockenhexe, Professor Zwanziger und dem Alten Ebersberg.[107]

Ein weiteres, 1994 entstandenes Stadtfest ist das jährlich im August begangene Altstadtfest mit mittelalterlichen und neuzeitlichen Handwerkständen, Musik- und Kinderprogrammen. Auch hier treten mit „Altstadt-Manne“, „Hannichen Vogelstange“, und das „Rote Arschloch von Salza“ Originale auf.

Musik und VeranstaltungenBearbeiten

Seit 1995 befindet sich die Kreismusikschule Nordhausen in der Cyriaci-Kapelle.

Zwischen 2000 und 2004 fand im Stadtgebiet die Rolandparade, eine Technoparade nach dem Vorbild der Loveparade in Berlin, statt.[108]

Im historischen Gesellschaftshaus Harmonie an der Promenade befindet sich das Jugendclubhaus Nordhausen, das sich an alle Mainstream-Genres und Altersklassen richtet. Auf dem Campus bzw. Gelände der Hochschule Nordhausen befindet sich der Studentenclub Karzer. Eine klassische Großraumdiskothek war die 1995 gegründete Alte Weberei im Stadtteil Salza mit Schwerpunkt auf House- und Electro-Musik. Nach Umbaumaßnahmen, unterschiedlichen Namen und wechselnden Eigentümern, eröffnete die Diskothek 2018 als Salt-Club.

Nordhausen ist die Heimat verschiedener Sänger und Bands, etwa von der Auld Corn Brigade und Maroon.

Veranstaltungsorte für Großveranstaltungen: Wiedigsburghalle am Herder-Gymnasium sowie die Freilichtbühne im Gehege. Für städtische Veranstaltungen wird der Ratssaal im Bürgerhaus genutzt.

VereinslebenBearbeiten

Für Vereine steht das Vereinshaus „Thomas Mann“ in der Wilhelm-Nebelung-Straße zur Verfügung. Mit Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich in Nordhausen ein reges Vereinsleben zu entwickeln. Bereits 1790 wurde die Freimaurerloge „Zur gekrönten Unschuld“ (Johannisloge) gegründet. 1853 wurde der Kunstverein ins Leben gerufen, 1855 entstand der Wissenschaftliche Verein. Der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein gründete sich 1870. Der älteste in Nordhausen existierende Verein ist die Nordhäuser Schützenkompanie von 1420 e. V. Im Jahr 1897 existierten ca. 175 Vereine, 1914 waren es über 240.[109]

SportBearbeiten

 
Hauptplatz im Albert-Kuntz-Sportpark (AKS)

Der erfolgreichste Fußballverein der Stadt ist Wacker Nordhausen, der seit 2013 in der Fußball-Regionalliga Nordost spielt. Überregional trat der Verein durch mehrere DFB-Pokalteilnahmen in Erscheinung. Seine Heimspiele trägt der Verein im Albert-Kuntz-Sportpark aus, der Platz für 8.000 Zuschauer bietet. Weiterhin gibt es den in der Kreisoberliga Nordthüringen spielenden Fußballverein FSG '99 Salza-Nordhausen.

Im Dezember 2014 wurden die Bundesliga-Boxer des Nordhäuser SV erstmals deutscher Mannschafts-Meister.[110]

In der Volleyball-Thüringenliga ist die Männermannschaft des SVC Nordhausen vertreten.

Seit 1971 findet in und um Nordhausen die Roland-Rallye statt. Sie zählt heute zu den Rallye 200 und ist Bestandteil des Schottercups. Ausgetragen wird die Veranstaltung durch den Nordhäuser MSC e. V. im ADAC Hessen-Thüringen.

Nordhausen besitzt eine ebenfalls langjährige Triathlon-Tradition. Seit 2013 wird mit Ziel am Nordhäuser Theater der internationale ICAN Nordhausen Germany ausgetragen. Die vorherigen zehn Jahre sorgte bereits der Scheunenhof-Triathlon für Bekanntheit über die Landesgrenzen hinaus. Organisiert wird das Event durch den Nordhäuser Triathlon-Verein.

Am Südrand Nordhausens befinden sich der Sundhäuser See und weitere Baggerseen, die heute u. a. als Tauchgewässer genutzt werden, erschlossen durch zwei Tauchbasen. So kann von Tauchern neben mehreren Wracks u. a. die Unterwasserstadt Nordhusia mit Deutschlands erster Unterwasserkirche besucht werden.

WirtschaftBearbeiten

Allgemeine WirtschaftsgeschichteBearbeiten

Die Stadt hat seit dem Jahr 962 das Marktrecht. Die wirtschaftliche Entwicklung Nordhausens gründete sich zunächst auf Landwirtschaft und auf den Austausch eigener Handwerkserzeugnisse im Marktverkehr mit Umgebung und Hinterland. Erste Keime einer Industrie brachte das Bierbrauereigewerbe, das 1308 geregelt und 1386 privilegiert zum Ausfuhrfaktor wurde. Versuche, den Weinbau heimisch zu machen, scheiterten Anfang des 16. Jahrhunderts, stattdessen erwuchs ab 1507 mit der Branntweinbrennerei (Roggen) ein Wirtschaftszweig höchster Bedeutung.

Bis zum Dreißigjährigen Krieg blieben die Brennereien und Brauereien Hausindustrien (1612 gab es über 100 Nordhäuser Brauhäuser), danach beherrschte Getreidehandel das städtische Wirtschaftsleben bis Ende des 18. Jahrhunderts. 1750 wurde an Markttagen 400 bis 600 mit Frucht beladene Wagen gezählt, die Verfrachtung allein von Thüringen her betrug jährlich 700.000 Scheffel.[111] Gleichlaufend entwickelte sich die Branntweinbrennerei zur selbstständigen Industrie. Seit 1721 war die Tabakverarbeitung in Nordhausen nachweisbar, insbesondere die Kautabakfabrikation, die nach 1945 einging.

Nach den schweren Luftangriffen auf Nordhausen 1945 und der Zerstörung zahlreiche Betriebe, lag die Wirtschaft der Stadt am Boden. Unter der sowjetischen Besatzung wurden die erhalten gebliebenen Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen, der Wiederaufbau der Infrastruktur sowie lebenswichtige Objekte und Anlagen forciert. Die Produktion war dabei auf wenige Industriezweige konzentriert (Maschinen- und Fahrzeugbau, elektronische Industrie, Bergbau und Baustoffindustrie).[112] In den folgenden Jahren erfolgte eine schrittweise Verstaatlichung der Betriebe. Einige Unternehmen gingen mit einem Teil ihrer Mitarbeiter in die westlichen Besatzungszonen und begannen einen Neuanfang.[112] Der relativ schnelle Wiederaufbau und Gesundunsgprozess der Nordhäuser Industrie führte dazu, dass die Stadt für die gesamte Südharzregion und Anfang der 1960er Jahre auch für den Bezirk Erfurt von hoher Bedeutung war und seine vor 1945 innegehabte Stellung als wirtschaftliches Zentrum von Nordthüringen wiedererlangte.[112] Mit rund 25.000 Beschäftigten war Nordhausen Mitte der 1980er Jahre der zweitgrößte Wirtschaftsstandort im Bezirk Erfurt. Die Wirtschaft war dabei von einer Konzentration landeswichtiger Produktion gekennzeichnet, wie Telefone, Motoren für LKW, Bagger, Alkohol und Zigarettenproduktion.

Nach der Wiedervereinigung setzte in der Nordhäuser Wirtschaft ein Umprofilierungsprozess und Strukturwandel ein. Der Großteil der Unternehmen wurden privatisiert bzw. reprivatisiert; durch Umstrukturierung erfolgte vor allem bei den führenden Betrieben ein radikaler Stellenabbau. Nach der Sanierung des IFA-Industrieparks siedelten sich auf dem Areal des ehemaligen IFA-Motorenwerkes rund 45 neue Unternehmen an. Es entstanden neue Gewerbegebiete vor allem im Süden der Stadt. Die Branchenstruktur ist weit gefächert und ausschließlich mittelständisch geprägt.[113]

Die Branntwein-HerstellungBearbeiten

 
Heute prägen zwei riesige Kornflaschen einen Teil des Stadtbildes von Nordhausen

Die Branntwein-Herstellung hat in Nordhausen eine lange Tradition. 1507 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, als die Stadt begann, die Branntweinproduktion zu besteuern und somit die erste Branntweinsteuer Deutschlands einführte. 1545 wurde die Kornbrennerei in Nordhausen wegen Fehlernten und drohender Hungersnot verboten; 1570 erlaubte die Stadt das Kornbrennen wieder. Ähnliches geschah in den nächsten Jahrhunderten (unter anderem auch während der Weltkriege) noch einige Male. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erreichte die Schnapsbrennerei überregionale Bedeutung; der so genannte Nordhäuser Korn brachte die Stadt wieder zu Reichtum. 1726 wurden jährlich 1,3 Millionen Liter Branntwein in 69 Brennereien erzeugt. Wenig später, in der Mitte des 18. Jahrhunderts, erreichte die Zahl der Branntweinbrennereien mit 100 ihr Maximum. 1775 erließ der Rat ein Auswanderungsverbot für Brenner.[114]

1789 wurde ein Reinheitsgebot für die Zutaten des Nordhäuser Korns festgelegt: mindestens zwei Drittel Roggen und maximal ein Drittel Gerstenmalz. 1795 wurde das gesamte Gebiet zwischen Rhein und Elbe mit Nordhäuser Doppelkorn beliefert. Als jedoch 1819 der preußische Staat die Branntweinherstellung aus Kartoffeln zu fördern begann, mischten viele Nordhäuser Brennereien dem Korn Kartoffelsprit bei.

Im April 1945 wurden bei der Bombardierung der Stadt alle Brennereien zerstört oder beschädigt. Bereits 1948 wurden wieder 200.000 Liter Branntwein produziert. 1949 wurden mit Gründung der DDR landesweit Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB) gebildet. Der VEB Nordbrand verdrängte in den folgenden Jahren die verbleibenden Brennereien. Ab 1961 wurde der Nordhäuser Korn auch nach Westdeutschland exportiert. Ende der 1960er Jahre wurden in dem Betrieb über 10 Millionen Liter Spirituosen jährlich hergestellt. Dies entsprach 15 % der DDR-Spirituosenproduktion. 1986 erreichte die Kornproduktion in Nordhausen ihren Höhepunkt, als jährlich 60 Millionen Liter Branntwein hergestellt wurden. Nach der politischen Wende 1989/90 halbierte sich die Korn-Produktion. 1991 wurde der Betrieb von der Eckes AG übernommen, woraufhin das Produkt deutschlandweit besser vermarktet werden konnte. Im Februar 1994 wurde begonnen, das ehemalige Museum der Nordhäuser Brennereigeschichte in ein arbeitendes technisches Denkmal mit eigenem Brennrecht von 103.500 Litern reinem Alkohol umzuwandeln. Die dort erzeugten Spirituosen sind so rar, dass sie nicht flächendeckend im Supermarkt verkauft werden können, sondern nur in wenigen Spirituosenläden zu erhalten sind.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

 
Die Südharzgalerie war das erste Einkaufszentrum in Nordhausen
 
Echte Nordhäuser Marktpassage, eröffnet 2014

Wegen seiner Kautabakfabrik G. A. Hanewacker (gegründet 1817) galt Nordhausen als Zentrum der Kautabakproduktion in Deutschland. Die 1849 in Nordhausen gegründete Firma Grimm & Triepel Kruse-Kautabak war bis zu ihrer Auflösung im Dezember 2016 landesweit der letzte Hersteller von Kautabak.

Von der „Montania AG vormals Gerlach & König“ werden seit 1907 Lokomotiven mit Verbrennungsmotor gebaut. Im Jahr 1912 wird die Montania von der Maschinenbau-Firma Orenstein & Koppel übernommen und in „Orenstein & Koppel AG – Nordhausen“ umbenannt. Bis 1935 wurden 5.299 Lokomotiven hergestellt, bis zur letzten Lieferung 1942 insgesamt 9.371 Stück, darunter vermutlich auch die Baureihe 50 der Deutschen Reichsbahn und die Kriegslokomotive BR 52. Im Januar 1942 wird der Lokomotivbau einschließlich 421 bereits begonnener Lokomotiven nach Prag verlagert. Nach Kriegsende wird der Lokomotivbau in Nordhausen nicht wieder aufgenommen.

Von 1925 bis 1935 wurden in der Fahrzeugfabrik Rudolf Weide Kleinwagen gebaut.

Zu Zeiten der DDR wurden im VEB Schwermaschinenbau NOBAS Nordhausen unter anderem Bagger hergestellt. Der Betrieb wurde in den 1990er Jahren von der GP Günter Papenburg AG übernommen und firmiert als deren Betriebsteil GP Papenburg Maschinenbau GmbH (zuvor (1998–2015): HBM-Nobas). Es werden hauptsächlich Motorgrader, Komponenten für Baumaschinen sowie Seilbagger hergestellt. Ebenfalls wurden zu DDR-Zeiten im Motorenwerk Nordhausen Motoren für die LKW W 50 und L 60 gebaut. Nach der Privatisierung konnte sich der Betrieb bis 1996 halten und ist seitdem insolvent. Das Firmengelände wurde durch die LEG-Thüringen saniert und beherbergt heute die Firma BBM Laseranwendungstechnik GmbH. Das seinerzeit größte Bohrunternehmen Deutschlands, die Firma H. Anger’s Söhne, siedelte 1952 nach Hessisch Lichtenau um. Auf dem Betriebsgelände entstand der VEB Hydrogeologie.

International tätig ist die Schachtbau Nordhausen GmbH, in großem Maße im Brückenbau. 1898 als Gebhardt & Koenig gegründet, durchlebte sie etliche Umbenennungen und Umfirmierungen, teilweise auf Grund der historischen Begebenheiten, bis sie 1992 in die Bauer Gruppe eingegliedert wurde.

Bekannt ist die Nordbrand Nordhausen GmbH, die sich aus dem ehemaligen DDR-Betrieb VEB Nordbrand Nordhausen entwickelt hat und seit 2007 zu den Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien gehört.

Die Stadt Nordhausen ist nicht nur ein Zentrum für die Industrie, sondern auch des Einzelhandels, und die vielen kleinen Handwerks- und Gewerbebetriebe spielen in der Stadt eine große Rolle. Seit Februar 2014 verfügt die Stadt über zwei Einkaufszentren, so gibt es neben der Südharzgalerie in der Bahnhofstraße auch in der Oberstadt ein weiteres Einkaufszentrum mit dem Namen Echte Nordhäuser Marktpassage.

Das Spektrum im Einzelhandel reicht von großen Warenhäusern und Discountketten bis zu kleinen Fachhändlern. In Nordhausen ist unter anderem auch der Sitz der Nordthüringer Volksbank eG und der Kreissparkasse Nordhausen. Auch durch die Ansiedlung der Fachhochschule sind in Nordhausen innovative neue Unternehmen entstanden, teilweise als Ausgründungen aus der Hochschule.

ArbeitsmarktBearbeiten

Zum 30. Juni 2018 gab es in Nordhausen 22.106 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und 15.586 Einwohner der Stadt waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt.[115] Dabei standen 11.683 Einpendlern 5.180 Auspendler gegenüber. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurschnitt 2017 9,4 Prozent (1.925 Personen). Auf Leistungen zur Ergänzung des Lebensunterhalts nach SGB II („Hartz IV“) waren im September 2018 3.427 Personen angewiesen.[116]

InfrastrukturBearbeiten

Schienenverkehr und Öffentlicher PersonennahverkehrBearbeiten

 
Bahnhof Nord, Anfang der Harzquerbahn
 
Straßenbahn in der Rautenstraße

Am Verkehrsknoten Nordhausen treffen die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden, die Bahnstrecke Northeim–Nordhausen und die Bahnstrecke Wolkramshausen–Erfurt aufeinander. Neben mehreren Regionalbahnlinien verkehren im Stundentakt schnelle Regionalexpresszüge nach Halle Hauptbahnhof und Leinefelde sowie zweistündlich nach Kassel-Wilhelmshöhe. Es halten keine Fernverkehrszüge in Nordhausen. In direkter Nachbarschaft befindet sich mit dem Bahnhof Nordhausen Nord seit 1898 zudem der südliche Endpunkt der meterspurigen Harzquerbahn (HSB) von Wernigerode. Für den ÖPNV in Nordhausen ist die Stadtwerke-Tochter Verkehrsbetriebe Nordhausen verantwortlich. Diese betreibt drei Straßenbahn- und acht Stadtbuslinien. Seit 2004 sind die Gleise von Nordhäuser Straßenbahn und Harzquerbahn am Bahnhof Nordhausen Nord verbunden. Straßenbahnen mit Hybridantrieb verkehren seitdem als Linie 10 durchgehend vom Krankenhaus in der Nordhäuser Innenstadt bis in den Nachbarort Ilfeld.

StraßenanbindungBearbeiten

Die Stadt liegt an der Autobahn A 38, die von der A 7 bei Göttingen nach Halle (Saale)) führt. Die Abfahrten verlaufen über die Anschlussstellen 10 „Werther“ (aus Richtung Westen), 11 „Nordhausen“, 12 „Heringen“ (aus Richtung Osten). Mehrere Bundesstraßen führen durch Nordhausen. So verbindet die B 4 (A 36/A 369 die Orte Bad Harzburg mit Erfurt. Die frühere B 80 wurde zur Landesstraße 3080 hinabgestuft. Ebenso ist aus der früheren B 243 die Kreisstraße 28 geworden.

LuftverkehrBearbeiten

Zwischen Nordhausen und dem Ortsteil Bielen liegt der Flugplatz Nordhausen, der für Segelflugzeuge und kleine Motorflugzeuge mit einem Start- und Landegewicht bis 7,5 t geeignet ist. Die nächsten internationalen Verkehrsflughäfen sind der etwa 60 km entfernte Flughafen Erfurt-Weimar, der 100 km entfernte Flughafen Leipzig/Halle und der 130 km entfernte Flughafen Hannover-Langenhagen.

WanderwegeBearbeiten

Zwei Fernwanderwege führen durch das Stadtgebiet. Der Kaiserweg ist ein thematischer Fernwanderweg mit einer Länge von 110 km, der von Goslar und Bad Harzburg am Nordharzrand über Walkenried und Nordhausen nach Tilleda am Kyffhäuser führt. Der Karstwanderweg ist 233,2 km lang und verläuft an der Südseite des Harzes entlang der mitteldeutschen Karstlandschaft durch die drei Landkreise Mansfeld-Südharz, Nordhausen und Göttingen.

BildungBearbeiten

 
Oberer Campus der Hochschule Nordhausen

Die erste schriftliche Erwähnung einer Schule stammt aus dem Jahr 1220.[117] Nordhausen war in den 1880er Jahren neben Halle die einzige Stadt der Provinz Sachsen, die zwei städtische höhere Knabenschulen besaß. Als große kreisangehörige Stadt besitzt Nordhausen eine eigene Schulträgerschaft für die Grund- und Regelschulen. Die in der Stadt gelegenen Gymnasien (Humboldt- und Herdergymnasium sowie das zum berufsbildenden Zentrum gehörende berufliche Gymnasium) befinden sich in der Trägerschaft des Landkreises Nordhausen. 1997 wurde die Fachhochschule Nordhausen gegründet.

Insgesamt gibt es acht Grundschulen, vier Regelschulen, zwei Gymnasien, drei Berufsschulen und zwei Förderschulen.[118] Erweitert wird dieses Bildungsangebot durch die Kreismusikschule, die Kreisvolkshochschule (KVHS), das Kreis- und Stadtarchiv sowie durch die Bibliothek der Hochschule Nordhausen und die Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“.

MedienBearbeiten

In Nordhausen ist mit der Lokalredaktion der Thüringer Allgemeine eine Tageszeitung vertreten. Wöchentlich erscheinen die beiden werbefinanzierten Zeitungen Nordhäuser Wochenchronik und Allgemeiner Anzeiger. Beide sind kostenlos und werden als Hauspost sowie über Auslagestellen im Einzelhandel vertrieben. Daneben gibt es die im Jahr 2000 gegründete Nachrichten-Website NNZ-Online (Neue Nordhäuser Zeitung), die sich ebenfalls durch Werbeanzeigen finanziert.

Als erste Zeitung ist für 1690 Northäusische Adlers Relation bezeugt. Seit 1766 erschien das Nordhäusische Intelligenzblatt mit wechselndem Titel, zuletzt als Kreis- und Nachrichtsblatt bis 1851. Ab 1848 erschien das neue Nordhäuser Intelligenzblatt, ab 1858 bis zur Einstellung 1943 unter dem Namen Nordhäuser Zeitung. Weitere Nordhäuser Zeitungen waren:

  • (neues) Kreis- und Nachrichtsblatt seit 1855, als Nordhäuser Courier bis 1896
  • Nordhäuser Post 1896, seit 1905 als Allgemeine Zeitung bis 1938
  • Nordhäuser Volksblatt 1890, als Nordhäuser Volkszeitung 1906–1933
  • Thüringer Gauzeitung 1937, Lokal-Ausgabe Nordhausen bis 1945
  • Das Volk 1946, Lokal-Ausgabe Nordhausen bis 1990 (Nachfolger Thüringer Allgemeine)

Im Juni 2000 wurde der Offene Kanal Nordhausen (OKN) gegründet, der sich im Januar 2016 in Radio Enno umbenannte.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

 
Amtsgericht Nordhausen

Nordhausen ist Sitz mehrerer öffentlicher Einrichtungen auch überregionaler Bedeutung.

Das Amtsgericht Nordhausen ist als Teil der ordentlichen Gerichtsbarkeit dem Landgericht Mühlhausen untergeordnet. Daneben existieren in Nordhausen ein Arbeitsgericht und ein Sozialgericht.

Die Landespolizeiinspektion Nordhausen ist die nördlichste von insgesamt sieben Landespolizeiinspektionen der Thüringer Polizei. Zum Schutzbereich gehören die Landkreise Nordhausen, Kyffhäuser, Eichsfeld und Unstrut-Hainich (insgesamt ca. 400.000 Einwohner). Auch eine der drei Thüringer Autobahnpolizeistationen (AS) hat ihren Sitz in Nordhausen. Die Landespolizeiinspektion befindet sich in einem ehemaligen Kasernengelände am Darrweg. Die Gebäude der Kaserne wurden Ende der neunziger Jahre durch Neubauten ergänzt.

GesundheitswesenBearbeiten

Krankenpflegeeinrichtungen in Nordhausen sind seit dem 13. Jahrhundert belegt, so das Sankt Georg-Hospital (1289), das Sankt Martin-Hospital (1389) und das Sankt Elisabeth-Hospital (1436).

Im Mai 1888 wurde das Kreiskrankenhaus Nordhausen am Taschenberg mit 28 Krankenzimmern und 103 Betten eingeweiht; 1913 folgte ein Erweiterungsbau. Das Gebäude wurde bei den Luftangriffen auf Nordhausen am 3./4. April 1945 zerstört.

Das heutige Südharz Klinikum Nordhausen ist mit ca. 1.900 Mitarbeitern das größte Krankenhaus Nordthüringens. Die Grundsteinlegung für den Gebäudekomplex westlich vom „Rosengarten“ im Stadtteil Nordhausen-Nord erfolgte 1976. Pläne für einen großen Krankenhausneubau an dieser Stelle gab es bereits Ende der 1930er Jahre, der Bau wurde jedoch aufgrund des Kriegsausbruchs 1939 verschoben.[119] Mit der Inbetriebnahme 1981/82 standen 850 Betten zur Verfügung. 1982 wurden die Kinderklinik mit 135 Betten und die Poliklinik angegliedert. 1983 erhielt das Krankenhaus den Namen „Maxim Zetkin“, 1991 folgte die Umbenennung in „Südharz-Krankenhaus Nordhausen“. Seit dem 1. Januar 1992 besteht das Krankenhaus als gemeinnützige GmbH mit dem Landkreis und der Stadt Nordhausen als Gesellschafter. Seit Oktober 1992 ist auf dem Gelände ein Rettungshubschrauber stationiert. In den folgenden Jahren wurde das Krankenhaus u. a. um ein Bettenhaus erweitert. 1999 erhielt das Südharz-Krankenhaus den ersten Preis für das umweltfreundlichste Krankenhaus im Bundesvergleich. Das Klinikum dient dem Universitätsklinikum Jena sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als Lehrkrankenhaus. Nach eigenen Angaben werden im Jahr mehr als 31.000 Patienten versorgt.[120]

TrinkwasserversorgungBearbeiten

 
Lutherbrunnen von Karl Schuler vor dem Riesenhaus, enthüllt 1888

Die Wasserkünste von Nordhausen zählen zu den „Sieben Wundern von Nordhausen“. Bis zum Anfang der 1970er Jahre geschah die Wasserversorgung der Stadt durch neun öffentliche Brunnen und zwei Wasserkünste, die „Oberkunst“ und die „Unterkunst“. Die Oberkunst im Altendorf (heute Altendorfer Kirchgasse 5), die 1546 durch Hans Saxner aus Niedersachswerfen angelegt und von Peter Günther aus Halle 1598 erweitert worden war, hob das Wasser aus dem von der Zorge abgeleiteten Kunstgraben 52 Meter hoch bis in das Reservoir am Geiersberg, das sogenannte „Schöpfmännchen“. Von dort lief das Wasser mit eigenem Gefälle in hölzernen Rohren zu den einzelnen Wasserkünsten und Gossenspülern. Die Unterkunst lag am Fuße der Johannistreppe, war 1598 ebenfalls von Peter Günther angelegt worden und trieb das dem Mühlgraben entnommene Wasser 44 Meter hoch in ein beim Neuen-Weg-Tor angebrachtes Reservoir und wurde im März 1837 beseitigt.

Gegenüber der Gebrauchswasserversorgung geschah die Trinkwasserversorgung der Stadt größtenteils durch natürliche Quellen. Eine solche Quelle befand sich im Rumbach (heute „Vor dem Vogel“), weiter galt das Wasser des Elisabethbrunnens (Elisabethstraße) als das beste der Stadt. Zudem war das „Tröppelbörnchen“ im Grimmel, unterhalb der Wassertreppe, sehr frequentiert; dieser Brunnen wurde um 1900 beseitigt. Die „Judenbrunnen“ oder „Wolfsbrunnen“ (um 1240 angelegt) in der ehemaligen Jüdenstraße und der „Frankenborn“ in der Barfüßerstraße galten als die ältesten Brunnen von Nordhausen. Ein sehr alter Brunnen scheint auch auf dem Königshof gestanden zu haben; 1434 wird hier die Herstellung eines neuen Brunnens urkundlich erwähnt. Weiterhin gab es noch mindestens sieben öffentliche Brunnen, die seit dem 15./16. Jahrhundert existierten und in den 1890er Jahren beseitigt bzw. zugeschüttet wurden.

1874 erwarb die Stadt noch das von der Gesellschaft „Neptun“ 1873 vollendete Wasserwerk. 1904/1905 wurde die Talsperre Neustadt errichtet.

GefahrenabwehrBearbeiten

Die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe in Nordhausen.[121]

Ebenfalls steht das Technische Hilfswerk Ortsverband Nordhausen für größere Einsätze zur Verfügung.[122]

PersönlichkeitenBearbeiten

   
Eduard Baltzer (1814–1887)

Töchter und Söhne der StadtBearbeiten

Die erste bekannte Persönlichkeit in der Stadt war Gerberga, Tochter von König Heinrich I. Ihre Mutter war Mathilde, die 961 neben der von Heinrich I. erbauten Burg ein Stift gründete. Die römisch-deutsche Kaiserin Beatrix von Schwaben heiratete und verstarb in Nordhausen.[123]

Der in Nordhausen geborene Justus Jonas war ein Wegbereiter der Reformation. Weitere bekannte Reformatoren waren Johannes Spangenberg und der Nordhäuser Bürgermeister Michael Meyenburg.

Bedeutende Geisteswissenschaftler waren Wilhelm Gesenius und Friedrich Christian Lesser. Im 19. Jahrhundert wirkten der Politiker Albert Traeger, die erste Kindergärtnerin Ida Seele und der Demokrat, Theologe und Gründer der deutschen Vegetarier-Bewegung Eduard Baltzer in der Stadt. Weltweit bekannt wurde der Mathematiker Oswald Teichmüller.

EhrenbürgerBearbeiten

Die Ehrenbürgerschaft wird in Nordhausen seit 1865 vergeben.[124] Diese höchste Würdigung der Stadt erhielten seitdem 26 Personen. Derzeit sind sechs Personen Ehrenbürger von Nordhausen: seit 1969 der Munitionsentschärfer Helmut Zinke; seit 2004 Andreas Lesser, der Stifter und Stiftungsvorstand der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung; seit 2009 der Propst (i. R.) Joachim Jaeger. Im Jahr 2010 wurde der in Nordhausen geborene Lothar de Maizière, der letzte Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik, Ehrenbürger der Stadt; im Jahr 2013 die Schriftstellerin Erika Schirmer und 2018 der Pfarrer und Superintendent Christoph Lerchner.

SonstigesBearbeiten

Die Nordhäuser Münzgeschichte geht bis ins 12. Jahrhundert zurück; in Nordhausen war nachweislich mindestens seit 1130 eine Münzstätte tätig.[125] Die Münzprägung in Nordhausen endete im Jahr 1685. Zur Jahrtausendfeier im Jahr 1927 genehmigte das Reichsfinanzministerium die Herausgabe einer kursfähigen 3-Mark-Gedenkmünze mit einer Auflage von 100.000 Stück.

Die Nordhausen war ein 1976 in Dienst gestelltes Frachtschiff vom Typ Mercator. Die Apfelsorte Schöner aus Nordhausen wurde im Jahr 1892 in den Handel gebracht. Der Sender Nordhausen/Hesseröder Berg ist eine Sendeanlage bei Hesserode. Die Nordhäuser Talsperre ist eine Stauanlage bei Neustadt/Harz. Der Name einer von dem Nordhäuser Max Krause im Jahr 1940 gezüchteten Strauchrose lautet Nordhausen und auch der Name eines Albums der Synthie-Pop-Band And One lautet ebenfalls Nordhausen. Das Vitriolverfahren ist das älteste Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure. Ab dem 16. Jahrhundert stieg die Nachfrage nach Schwefelsäure, weshalb das Vitriolverfahren im industriellen Maßstab angewendet wurde und nach dem Schwerpunkt der Produktion in Nordhausen erhielt das Produkt den Namen Nordhäuser Vitriol.

Quellen-, Literatur- und KartenverzeichnisBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • Adressbücher der Stadt Nordhausen von 1824 bis 1949[126]
  • Peter Kuhlbrodt (Bearb.): Spezialinventar von Quellen zur Geschichte der Freien Reichsstadt Nordhausen in auswärtigen Archiven. Nordhausen 2012.
  • Günter Linke (Bearb.): Nordhäuser Urkundenbuch. Band 1: Die kaiserlichen und königlichen Urkunden des Archivs. Nordhausen 1936.
  • Gerhard Meissner (Bearb.): Nordhäuser Urkundenbuch. Band 2: Urkunden von Fürsten, Grafen, Herren und Städten. Nordhausen 1939.
  • Robert Hermann Walther Müller (Hrsg.): Geschichte des Nordhäuser Stadtarchivs. Nordhausen 1953. Digitalisat.
  • Robert Hermann Walther Müller (Hrsg.): Amtsbuch der Reichsstadt Nordhausen 1312–1345. Liber privilegiorum et Album civium. Nordhausen 1956.
  • Johann Christoph Sieckel: Die nach zweyen unglückl. Feuers-Bränden sich wieder erhohlte Kayserl. fr. Reichsstadt Nordhausen, nach ihrem Nahmen, Alterthum und Beschreibung derer Strassen. Cöler, Nordhausen 1753.
  • Hermann Weidhaas: Fachwerkbauten in Nordhausen. Berlin 1955.

LiteraturBearbeiten

GeschichteBearbeiten

  • Mathias Seidel: Das Südharzvorland von der vorrömischen Eisenzeit bis zur Völkerwanderungszeit – Zur Besiedlungsgeschichte einer Altsiedellandschaft im nördlichen Thüringen (Weimarer Monographien zur Ur- und Frühgeschichte, 41), Beier & Beran, Weimar 2006.
  • R. H. Walther Müller: Merwigslinde, Pomei Bog und Königshof (= Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz. Band 7). Neukirchner, Nordhausen 2002, ISBN 3-929767-53-8.
  • Peter Kuhlbrodt: Nordhausen – eine Reichsstadt im Jahrhundert der Reformation (= Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung. Band 30). Atelier Veit, Nordhausen 2015, ISBN 978-3-930558-26-2. Inhalt
  • Arthur Propp: Die industrielle Entwicklung Nordhausens. Klinz, Halle 1935. Digitalisat
  • Julius Schmidt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Nordhausen (= Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Band 11). Hendel, Halle 1887.
  • Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz. Band 1.1953 bis Band 7.1995; Band 8 seit 2002. Geiger, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-883-6.

NS-Zeit und Zweiter WeltkriegBearbeiten

  • Walter Geiger: Nordhausen im Bombervisier. Neukirchner, Nordhausen 2000, ISBN 3-929767-43-0.
  • Peter Kuhlbrodt: Inferno Nordhausen. Schicksalsjahr 1945 (= Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz. Band 6). Archiv der Stadt Nordhausen, Nordhausen 1995, ISBN 3-929767-09-0.
  • Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes. Das KZ Mittelbau-Dora. Wallstein, Göttingen 2001 (2. Aufl. 2004), ISBN 978-3-89244-439-8.
  • Martin Clemens Winter: Öffentliche Erinnerungen an den Luftkrieg in Nordhausen. Tectum, Marburg 2005, ISBN 978-3-8288-2221-4.

Populärwissenschaftliche DarstellungenBearbeiten

Ältere LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Christian Lesser, Ernst Günther Förstemann: Fried. Chrn. Lesser’s Historische Nachrichten von der ehemals kaiserlichen und des heil. röm. Reichs freien Stadt Nordhausen gedruckt daselbst im Jahre 1740. Eberhard, Nordhausen 1860. Digitalisat
  • Ernst Günther Förstemann: Urkundliche Geschichte der Stadt Nordhausen bis zum Jahre 1250, Förstemann, Nordhausen 1840.
  • Ernst Günther Förstemann: Kleine Schriften zur Geschichte der Stadt Nordhausen. Förstemann, Nordhausen 1855 (Digitalisat).
  • Heinrich Heine: Geschichte von Nordhausen und dem Kreise „Grafschaft Hohenstein“. Meyer, Hannover 1900 (Neuauflage hrsg. von Vincent Eisfeld. Norderstedt: Book on Demand 2018. ISBN 978-3-7481-2995-0).
  • Magistrat der Stadt Nordhausen (Hrsg.): Das tausendjährige Nordhausen, 2 Bände, Verlag des Magistrats, Nordhausen 1927 (Bd. 1: Hans Silberborth, Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Geschichte der freien Reichsstadt Nordhausen, Nordhausen 1927, Nachdruck Geiger, Horb am Neckar 1997, ISBN 3-89570-288-9).

KartenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. a b Hans-Joachim Graul: Nordhuse – Nordhausen. Nordhausen-Salza 2005, S. 46.
  3. Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie: Historische Entwicklung der Verwaltungsstrukturen, Landkreis Nordhausen (online), abgerufen am 10. April 2019.
  4. Zahlen und Fakten auf einem Blick – 2019 (PDF), nordhausen.de, abgerufen am 27. April 2019.
  5. a b Josef Tauchmann: Das Klima des Südharzvorlandes. Köhler, Nordhausen 2006, S. 106.
  6. a b Eduard Fritze, Gunter Görner: Naturhistorische Chronik. Rockstuhl, Bad Langensalza 2015. S. 347.
  7. Harry Bresslau und Paul Kehr (Hrsg.): Diplomata 16: Die Urkunden Heinrichs III. (Heinrici III. Diplomata). Berlin 1931, S. 125–126 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  8. Fütterer, Pierre: Wege und Herrschaft. Untersuchungen zu Raumerschließung und Raumerfassung in Ostsachsen und Thüringen im 10. und 11. Jahrhundert (= Palatium. Band 2). Schnell + Steiner, Regensburg 2016, ISBN 978-3-7954-3064-1, Bd. 1, S. 296–301.
  9. a b c Manfred Niemeyer (Hrsg.): Deutsches Ortsnamenbuch. De Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-018908-7, S. 457.
  10. a b Frauenprojekt an der Umweltakademie Nordthüringen e.V. (Hrsg.): Erfrischendes aus der Region. Spitznamen aus dem Landkreis Nordhausen. Auleben 1999. S. 19.
  11. Mario Küßner: Eine außergewöhnliche Grabanlage am Übergang der Mittelbronzezeit zur Spätbronzezeit bei Windehausen (Landkreis Nordhausen), in: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen (2017) 164–178 (Digitalisat, PDF).
  12. Erika Schmidt-Thielbeer: Ein Friedhof der frühen Bronzezeit bei Nohra, Kr. Nordhausen, in: Jahresschr. Halle 39 (1955) 93–114. Einen Überblick über die Bodendenkmäler gaben Paul Grimm, Wolfgang Timpel, Johannes Löffler, Eva Blaschke mit Die ur- und frühgeschichtlichen Bodendenkmäler des Kreises Nordhausen, Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Nordhausen 1974.
  13. Michael Meyer: Einheimische und Migranten. Siedlungssysteme im eisenzeitlichen Südharzvorland, in: Svend Hansen, Michael Meyer (Hrsg.): Parallele Raumkonzepte, de Gruyter, 2013, S: 281–292.
  14. In: Ortsteil Bielen auf der offiziellen Webseite der Stadt Nordhausen (abgerufen am 29. April 2019).
  15. Christoph Albrecht: Die Slawen in Thüringen. Ein Beitrag zur Festlegung der westlichen slawischen Kulturgrenze des früheren Mittelalters. [= Jahresschrift für die Vorgeschichte der sächsisch-thüringischen Länder Bd. 12, 2.], Halle 1925. (Rezeption)
  16. Christian Zschieschang: Das Hersfelder Zehntverzeichnis und die frühmittelalterliche Grenzsituation an der mittleren Saale. Eine namenkundliche Studie. (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, Bd. 52) Böhlau, Wien 2017, ISBN 978-3-412-50721-3 (PDF)
  17. Robert Hermann Walther Müller: Die Merwigslindensage in Nordhausen. Ein Denkmal der Thüringer Frühgeschichte., Schriftenreihe heimatgeschichtlicher Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz / Nr. 1, Rat der Stadt, Nordhausen 1953, S. 34.
  18. Peter Bühner: Die Freien und Reichsstädte des Heiligen Römischen Reiches. Kleines Repetitorium. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2019, S. 222.
  19. Pierre Fütterer: Wege und Herrschaft. Untersuchungen zu Raumerschließung und Raumerfassung in Ostsachsen und Thüringen im 10. und 11. Jahrhundert (= Palatium. Band 2). Schnell + Steiner, Regensburg 2016, ISBN 978-3-7954-3064-1, Bd. 1, S. 298f Anm. 1350: „Archäologische Funde stützen diese Annahme bisher jedoch nicht.“
  20. Dies und das Folgende nach Karlheinz Blaschke: Nordhausen, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. VI, Lachen am Zürichsee 1999, Sp. 1236.
  21. Paul Kehr (Hrsg.): Diplomata 8: Die Urkunden Ludwigs des Deutschen, Karlmanns und Ludwigs des Jüngeren (Ludowici Germanici, Karlomanni, Ludowici Iunioris Diplomata). Berlin 1934, S. 238–241 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  22. Urkunde Heinrichs I. Nr. 20 Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 12: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hannover 1879, S. 55–56 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  23. Kaiserurkunden in Abbildungen
  24. Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 12: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hannover 1879, S. 70–71 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  25. Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 13: Die Urkunden Otto des II. und Otto des III. (Ottonis II. et Ottonis III. Diplomata). Hannover 1893, S. 538–539 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  26. Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 13: Die Urkunden Otto des II. und Otto des III. (Ottonis II. et Ottonis III. Diplomata). Hannover 1893, S. 539–540 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  27. Bernd Schütte: Untersuchungen zu den Lebensbeschreibungen der Königin Mathilde (MGH, Studien und Texte Bd. 9). Hahn, Hannover 1994, ISBN 3-7752-5409-9.
  28. Hans K. Schulze: Die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu, S. 32. Regest in: Hans K. Schulze: Die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu, S. 89.
  29. August von Wersebe: Beschreibung der Gaue zwischen Elbe, Saale und Unstrut, Weser und Werra. Im Verlage der Hahn'schen Buchhandlung, Hannover 1829, Seiten 59
  30. Hans Oelze: Das Wirtschaftsleben der Stadt Nordhausen am Harz in den letzten zwei Jahrhunderten ihrer Reichsunmittelbarkeit (17. und 18. Jahrhundert). Trosse, Nordhausen am Harz 1933. S. 6.
  31. Werner Mägdefrau: Der Thüringer Städtebund im Mittelalter. Böhlau, Weimar 1977, S. 145.
  32. Bernd Schmies: Aufbau und Organisation der Sächsischen Franziskanerprovinz und ihrer Thüringischen Kustodie von den Anfängen bis zur Reformation. In: Thomas T. Müller, Bernd Schmies, Christian Loefke (Hrsg.): Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen. Paderborn u. a. 2008, S. 38–49, hier S. 43.
  33. Claus Priesner: Johann Christian Bernhardt und die Vitriolsäure. In: Chemie in unserer Zeit, 1982, 16, 5, S. 149–159; doi:10.1002/ciuz.19820160504.
  34. a b Rudolf Eckart: Gedenkblätter aus der Geschichte der ehemaligen freien Reichsstadt Nordhausen. Leipzig 1895, S. 22.
  35. Ernst Günther Förstemann; Friedrich Christian Lesser: Historische Nachrichten von der ehemals kaiserlichen und des heil. röm. Reichs freien Stadt Nordhausen gedruckt daselbst im Jahre 1740. Nordhausen 1860, S. 245.
  36. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Band 2). Hamburg 2003, S. 252 f.
  37. gutenberg.org
  38. Das Stadion trug nach 1945 den Namen Ernst-Thälmann-Stadion.
  39. Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes. Wallstein, Göttingen 2004, S. 131.
  40. Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes. Wallstein, Göttingen 2004, S. 132.
  41. Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen. 1802 bis 1989 (= Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz. Band 9). Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-883-6, S. 343.
  42. Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen. 1802 bis 1989 (= Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz. Band 9). Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-883-6, S. 346 ff.
  43. Nordhausen im Nationalsozialismus: Adolf-Hitler-Haus (Memento des Originals vom 29. November 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nordhausen-im-ns.de, abgerufen am 16. Oktober 2013.
  44. Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen. 1802 bis 1989 (= Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz. Band 9). Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-883-6, S. 391.
  45. Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter. 1.2014, S. 10.
  46. Jens Christian Wagner: Nordhausen (Boelcke-Kaserne). In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 7: Niederhagen/Wewelsburg, Lublin-Majdanek, Arbeitsdorf, Herzogenbusch (Vught), Bergen-Belsen, Mittelbau-Dora. C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-52967-2, S. 320 f.
  47. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945 (= Heimatgeschichtliche Wegweiser. Band 8: Thüringen). Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 192 ff.
  48. Walter Geiger: Nordhausen im Bombenvisier. S. 61 f.
  49. Walter Geiger: Nordhausen im Bombenvisier. S. 221 f.
  50. Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Chronik der Stadt Nordhausen. 1802 bis 1989 (= Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen, Harz. Band 9). Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-883-6, S. 401 f.
  51. Peter Kuhlbrodt: Schicksalsjahr 1945. Inferno Nordhausen. Nordhausen 1995, S. 20, 32.
  52. a b Bilanz des Schreckens, heinz-ruehmann-gedenkseite.de
  53. Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945. Göttingen 2007, S. 185 f.
  54. a b Peter Kuhlbrodt: Schicksalsjahr 1945 – Inferno Nordhausen. 1995, ISBN 3-929767-09-0.
  55. Walter Geiger: Nordhausen im Bombenvisier. S. 158 f.
  56. Nordhausen von Rudolf Zießler. In: Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Hrsg. Götz Eckardt, Henschel-Verlag, Berlin 1978.
  57. Peter Kuhlbrodt: Schicksalsjahr 1945. Inferno Nordhausen. Nordhausen 1995, S. 115.
  58. Peter Kuhlbrodt: Schicksalsjahr 1945. Inferno Nordhausen. Nordhausen 1995, S. 126.
  59. Jürgen Möller: Der Kampf um den Harz April 1945. Rockstuhl, Bad Langensalza 2011. S. 127.
  60. Peter Kuhlbrodt: Schicksalsjahr 1945. Inferno Nordhausen. Nordhausen 1995, S. 48, 63.
  61. a b Joachim H. Schultze: Die Stadt Nordhausen. Eine Strukturuntersuchung ihrer Geographie, ihrer Lebens- und Umweltbeziehungen; Gutachten; abgeschlossen im Februar 1947. S. 46.
  62. Filmtheater „Neue Zeit“ Nordhausen bei NordhausenWiki. Abgerufen am 2. Dezember 2016.
  63. Hubertus Knabe: 17. Juni 1953. ein deutscher Aufstand. Ullstein-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-548-36664-3, S. 91–92.
  64. Geheimbericht der Bezirksbehörde der Volkspolizei über den 17. Juni 1953 (29. Juni 1953)
  65. Der Schrei nach Freiheit. 17. Juni 1953 in Thüringen. Katalog zur Ausstellung der Stiftung Ettersberg zum 50. Jahrestag des 17. Juni 1953. Zuletzt gezeigt im Juni 2012 im Thüringer Landtag
  66. Lutz Jödicke: Aus dem Rundfunkarchiv : Nordhausen und die DDR-Rundfahrt. In: Stadtarchiv Nordhausen (Hrsg.): Nordhäuser Nachrichten : Südharzer Heimatblätter. Band 27, Nr. 2. Iffland, Nordhausen 2018, 1030841349 im GVK – Gemeinsamen Verbundkatalog, S. 20–21.
  67. Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung. Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1, S. 136/137.
  68. a b c d e Flohburg, das Nordhausen Museum (Hrsg.): „Revolution der Kerzen“ in Nordhausen vor 25 Jahren (= Nordhäuser Flohburgblätter. Ausgabe 3). Nordhausen 2015, S. 6.
  69. a b Peter Bühner: Die Freien und Reichsstädte des Heiligen Römischen Reiches. Kleines Repetitorium. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2019, S. 223.
  70. Sozialminister überreichte Verleihungsurkunde - Ab 1. Mai: "Hochschulstadt Nordhausen". Website der Stadt, abgerufen am 6. Juni 2018.
  71. Sozialminister überreichte Verleihungsurkunde - Ab 1. Mai: "Hochschulstadt Nordhausen". Website der Stadt, abgerufen am 6. Juni 2018.
  72. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  73. www.fairtrade-towns.de. Deutsche Website der Kampagne/Deutsche Städteliste auf der Seite der Kampagne, abgerufen am 7. Juni 2018.
  74. OB Rike unterzeichnet Beitritt Nordhausens zum Hansebund. Thüringer Allgemeine, abgerufen am 22. Januar 2015.
  75. Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte (Band 2: Mitteldeutschland). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1941. S. 626.
  76. a b Zensus 2011. In: Zensusdatenbank. Abgerufen am 24. April 2019.
  77. Heinrich Stern (Text), Hans Wolff (Bilder): Geschichte der Juden in Nordhausen. Selbstverlag, Nordhausen 1927 (Neuauflage hrsg. von Manfred Schröter und Steffen Iffland. 2008, ISBN 978-3-939357-07-0).
  78. Webseite des Fördervereins für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V.
  79. Vorläufiges Endergebnis, nnz-online.,de 27. Mao 2019.
  80. Parteiloser Kai Buchmann neuer OB von Nordhausen www.Focus.de Sonntag, 24. September 2017, 23:49
  81. Homepage des Thüringer Landeswahlleiters
  82. § 2 Absatz 2 der Hauptsatzung der Stadt Nordhausen (Memento des Originals vom 5. Oktober 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nordhausen.de
  83. a b Partnerstädte - Bet Shemesh in Israel, nordhausen.de, abgerufen am 6. Mai 2019.
  84. a b Partnerstädte - Bochum, nordhausen.de, abgerufen am 6. Mai 2019.
  85. Partnerstädte - Charleville-Mézières in Frankreich, nordhausen.de, abgerufen am 6. Mai 2019.
  86. Nordhäuser Städtepartnerschaften
  87. Erich Keyer (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. 2. Band, Stuttgart 1941.
  88. Siedlungsgestaltung Heft 3, Berlin 1940.
  89. Robert Treutler: Kirchen in Nordhausen. Neukirchner, Nordhausen 1997, S. 10.
  90. Robert Treutler: Kirchen in Nordhausen. Neukirchner, Nordhausen 1997, S. 28.
  91. R. H. Walther Müller: Die Merwigslindensage in Nordhausen, Rat der Stadt, Nordhausen 1953.
  92. Flehmüllerseiche im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  93. Antiquar-Fischer-Eiche bei Nordhausen, baumkunde.de, abgerufen am 16. April 2019.
  94. Biografie auf NordhausenWiki. Aufgerufen am 19. August 2015.
  95. Himmelgarten-Bibliothek wieder in Nordhausen (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de
  96. Biografie von Ernst Günther Förstemann bei NordhausenWiki. Aufgerufen am 21. August 2015.
  97. Peter Kuhlbrodt: Inferno Nordhausen. Nordhausen: Archiv der Stadt Nordhausen, 1995. S. 47
  98. Stadtarchiv Nordhausen auf Archivportal Thüringen.
  99. Stadtarchiv Nordhausen bei NordhausenWiki. Aufgerufen am 19. Februar 2018.
  100. Rainer Hellberg, Paul Lauerwald (Hrsg.): Nordhausen – Tor zum Harz. Nordhausen 2004, S. 126.
  101. thueringer-allgemeine.de
  102. Altendorf 30 auf NordhausenWiki. Abgerufen am 12. Februar 2016.
  103. Tankbahnhof der Rhenania-Ossag AG auf NordhausenWiki. Abgerufen am 6. Mai 2018
  104. Rolf Wille: Sagenumwobene Merwigslinde. In: Das Volk. Erfurt 27. Juni 1969.
  105. Heidelore Kneffel: Frisch, fromm, fröhlich, frei – Nordhausens Stadtwald Gehege. In: Parklandschaften und ihre Denkmale in Nordhausen. Heft 7. Verlag Neukirchner.
  106. Thüringer Allgemeine: Rund 100.000 Besucher beim 45. Rolandsfest in Nordhausen, 16. Juni 2013. Abgerufen am 23. Juli 2015.
  107. Rolandgruppe auf NordhausenWiki
  108. Rolandparade. In: NordhausenWiki, abgerufen am 11. April 2019.
  109. Rainer Hellberg, Paul Lauerwald (Hrsg.): Nordhausen – Tor zum Harz. Nordhausen 2004, S. 66.
  110. NSV-Boxer sichern sich vorzeitig den Meistertitel (Memento des Originals vom 23. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.boxen-heute.de
  111. Erich Keyer (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte (Band 2: Mitteldeutschland). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1941. S. 626.
  112. a b c Rainer Hellberg, Paul Lauerwald (Hrsg.): Nordhausen – Tor zum Harz. Nordhausen 2004, S. 44.
  113. Rainer Hellberg, Paul Lauerwald (Hrsg.): Nordhausen – Tor zum Harz. Nordhausen 2004, S. 51.
  114. Historischer Führer – Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Erfurt, Gera, Suhl, Urania-Verlag Leipzig-Jena-Berlin, Leipzig 1978, S. 71
  115. Beschäftigung, Jahresstatistik 2019, nordhausen.de, abgerufen am 25. April 2019.
  116. Arbeitsmarktentwicklung 2019, nordhausen.de, abgerufen am 25. April 2019.
  117. Rainer Hellberg, Paul Lauerwald (Hrsg.): Nordhausen – Tor zum Harz. Nordhausen 2004, S. 144.
  118. Schulen auf Nordhausen.de, abgerufen am 17. April 2019.
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