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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Walkenried
Walkenried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Walkenried hervorgehoben
Koordinaten: 51° 35′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 20,97 km2
Einwohner: 4370 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 208 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 37445, 37447, 37449Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 05525, 05586
Kfz-Kennzeichen: , DUD, HMÜ, OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 59 036
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 17
37445 Walkenried
Website: rathaus.walkenried.de
Bürgermeister: Dieter Haberlandt (fraktionslos)
Lage der Gemeinde Walkenried im Landkreis Göttingen
NiedersachsenStaufenbergHann. MündenSchedenBührenNiemetalJühndeDransfeldAdelebsenFriedlandRosdorfGöttingenBovendenGleichenLandolfshausenSeulingenWaakeSeeburgEbergötzenDuderstadtObernfeldRollshausenRüdershausenRhumspringeWollershausenGieboldehausenWollbrandshausenBodenseeKrebeckWalkenriedBad SachsaBad Lauterberg im HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHattorf am HarzHattorf am HarzWulften am HarzElbingerodeHörden am HarzOsterode am HarzBad Grund (Harz)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Landkreis GoslarLandkreis NortheimLandkreis NortheimHessenThüringenSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Walkenried ist eine Einheitsgemeinde im deutschen Land Niedersachsen am Rande des Südharzes im Landkreis Göttingen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Walkenried liegt an der Wieda. Bis zur Wiedervereinigung befand sich Walkenried unmittelbar an der innerdeutschen Grenze, die südlich und östlich der Gemeinde verlief. Walkenried und der Ortsteil Zorge sind staatlich anerkannte Luftkurorte; Wieda gilt als heilklimatischer Kurort.

Die Gemeinde Walkenried liegt im Dreieck der Bundesstraßen 4, 27 und 243 am Südrand des Harzes.

Die ursprünglich bewaldete Walkenrieder Sumpflandschaft wurde ab dem 12. Jahrhundert durch die Mönche des anliegenden Zisterzienserklosters Walkenried in eine reichhaltige Teichlandschaft mit einem fruchtbaren Ackerland umgewandelt. Heute sind noch 50 davon nachweisbar. Alle Teiche befinden sich in einem Natur- und Vogelschutzgebiet und werden heute teilweise durch den örtlichen Sportfischereiverein bewirtschaftet.

Das Gebiet der Gemeinde liegt zwischen 280 und 710 m ü. NN.

Nächstgelegene StädteBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Walkenried gehören folgende Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl am 31. Dezember 2015):

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Walkenried wurde im Jahr 1085 erstmals erwähnt. Historischer Mittelpunkt ist das 1127 von Zisterziensern errichtete Kloster Walkenried. Die ursprünglich bewaldete Walkenrieder Sumpflandschaft wurde ab dem 12. Jahrhundert durch die Mönche des Klosters in eine reichhaltige Teichlandschaft mit einem fruchtbaren Ackerland umgewandelt. 365 Teiche wurden von den Mönchen angelegt, um der Überlieferung nach für jeden Tag des Jahres einen Teich zum Abfischen zur Verfügung zu haben. Heute sind allerdings nur 50 davon nachweisbar. Alle Teiche befinden sich im NaturschutzgebietPriorteich/Sachsenstein“. Einige Teiche werden heute durch den örtlichen Sportfischereiverein bewirtschaftet.

Für den Braunschweiger Herzog August Wilhelm wurde von 1725 bis 1730 aus Abbruchsteinen des Klosters durch Landesbaumeister Hermann Korb ein Jagdschloss südlich des Klostergeländes errichtet. Die festen Mauern, welche den Garten des Schlosses im Süden und Westen umfassen, stammen noch aus der Zeit, als sich vor dem Schlossbau das klösterliche Gestüt Wildenhof dort befand. Das erhalten gebliebene Jagdschloss Walkenried ist heute in Privatbesitz und wird als Hotelpension genutzt.

 
Jagdschloss Walkenried

Deutschlandweit bekannt wurde der Ort nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich hier zwischen Ellrich und Walkenried auf der sogenannten Südharzstrecke einer der bedeutendsten Eisenbahn-Grenzübergänge zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone befand.

Zur Entwicklung des Postwesens in Walkenried siehe: Postroute Braunschweig-Blankenburg

Am 1. November 2016 schlossen sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Walkenried Zorge, Wieda und Walkenried zur Gemeinde Walkenried zusammen, die Samtgemeinde Walkenried wurde aufgelöst.[2] Mit dem Zusammenschluss der Landkreise Osterode am Harz und Göttingen am selben Tag gehört diese Gemeinde zum Landkreis Göttingen.

ReligionenBearbeiten

Mit rund 56 % gehört die Mehrzahl der Einwohner der evangelisch-lutherischen Kirche an, 10 % sind katholisch, und rund 34 % gehören keiner dieser beiden Konfessionen an (Volkszählung in der Europäischen Union 2011).

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Walkenried gehört zur Propstei Bad Harzburg. Der Kapitelsaal des ehemaligen Zisterzienserklosters wird seit 1570 für evangelische Gottesdienste benutzt.

Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1960 erbaut. Nach 1945 bildete sich in Walkenried eine katholische Kirchengemeinde, die bis zur Errichtung der Kirche ihre Gottesdienste im Kapitelsaal des ehemaligen Klosters feierte. Heute ist die Heilig-Kreuz-Kirche eine Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Benno in Bad Lauterberg.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Gemeindewahl 2016[3]
Wahlbeteiligung: 56,85 % (2011: 60,31 %)
 %
40
30
20
10
0
34,37 %
30,39 %
11,33 %
10,29 %
8,71 %
2,20 %
1,89 %
0,83 %
n. k.
BVZd
Blaug
Beikirchh
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-0,67 %p
-12,10 %p
+11,33 %p
-1,38 %p
+8,71 %p
-1,45 %p
-2,74 %p
+0,83 %p
-2,52 %p
BVZd
Blaug
Beikirchh
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g Einzelbewerber Steffen Blau
h Einzelbewerber Kurt-Rainer Beikirch
Sitzverteilung im Gemeinderat
     
Insgesamt 14 Sitze

Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 seit November aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren und dem hauptamtlichen Bürgermeister zusammen (Veränderung zur Samtgemeinderatswahl 2011). Als Vergleichswert für Gewinne und Verluste der Parteien wird die Wahl zum Samtgemeinderat 2011 herangezogen.[4]

Sitzverteilung

  • SPD: 5 Sitze (±0)
  • CDU: 4 Sitze (−2)
  • Bürgerliste Walkenried und Südharz: 2 Sitze (+2)
  • Bürgerverein Zorge: 2 Sitze (±0)
  • AfD: 1 Sitz (+1)
  • Einzelbewerber Steffen Blau: 0 Sitze (−1)

GemeindebürgermeisterBearbeiten

Der hauptamtliche Bürgermeister der Gemeinde Walkenried ist seit 2016 Dieter Haberlandt. Er kam als einziger Bewerber auf 69,2 % der Stimmen. Seine Stellvertreter sind Andreas Viehweger (CDU) und Ulrich Kamphenkel (SPD).[4]

Chronik der Amtsinhaber

  • Ehrenamtlich
    • 2015–2016: Andreas Viehweger (CDU)
    • 2011–2015: Herbert Miche (CDU)
    • 2007–2011: Monika Prier (SPD)
    • bis 2007: Günter Domeyer (SPD)
  • Hauptamtlich
    • seit 2016: Dieter Haberlandt

OrtsratBearbeiten

Ortsratswahl 2016[5]
Wahlbeteiligung: 58,75 % (2011: 57,6 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
37,69 %
(+0,31 %p)
30,39 %
(-20,20 %p)
25,33 %
(n. k.)
4,31 %
(-6,30 %p)
2,28 %
(n. k.)
n. k.
(-1,43 %p)
Blaud
Beikirche
2011

2016

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Einzelbewerber Steffen Blau
e Einzelbewerber Kurt-Rainer Beikirch

Neben einem Gemeinderat, der für die gesamte Einheitsgemeinde Walkenried zuständig ist, wurde auch ein Ortsrat gewählt, der politische Aufgaben des gleichnamigen Ortsteils Walkenried wahrnimmt. Als Vergleichswert für Gewinne und Verluste der Parteien wird die Wahl zum Gemeinderat von Walkenried 2011 herangezogen.

Der Ortsrat setzt sich nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 seit November aus fünf (Gemeinderat 2011: 13) Ratsherren zusammen.[6]

Sitzverteilung

  • SPD: 2 Sitze (−3)
  • CDU: 2 Sitze (−5)
  • Bürgerliste Walkenried und Südharz: 1 Sitz (+1)
  • Einzelbewerber Steffen Blau: 0 Sitze (−1)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister des Ortsteils Walkenried ist Claus Eggert (SPD). Sein Stellvertreter ist Marius Klenner (SPD).[6]

WappenBearbeiten

Das Kommunalwappen der Gemeinde Walkenried wurde aus den Hauptsymbolen der Wappen seiner drei Ortschaften zusammengesetzt. Das Wappen, das zuvor der Samtgemeinde Walkenried gehörte, wurde am 14. Mai 1975 vom hildesheimischen Regierungspräsidenten genehmigt. Am 1. November 2016 hat die Gemeinde Walkenried das Wappen der Samtgemeinde Walkenried übernommen.

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin ein schwebender goldener Abtstab mit silbernem Velum und nach unten gekehrter Krümme, gespalten durch eine aufsteigende, eingebogene goldene Spitze, rechts in Rot ein halber schreitender silberner Hirsch, links ein rot-silbern geschachtes Feld.“[7][8]
Wappenbegründung: Walkenried, berühmt wegen seiner Klosterruine, war einst Mittelpunkt eines kleinen geistlichen Staatswesens im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Deshalb spielt der goldene Abtstab, der an die Äbte erinnert, in dem Wappen, das die Territorialgeschichte Walkenrieds erzählt die Hauptrolle. Der halbe schreitende silberne Hirsch erinnert an die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Klettenberg, später Grafschaft Hohnstein-Klettenberg, welche das rot-silberne geschachte Feld im Wappen führte. Die goldene Spitze dient lediglich zur Trennung der beiden unteren Felder.

VerkehrBearbeiten

SchienenverkehrBearbeiten

Walkenried liegt an der Südharzstrecke. Am neuen Bahnhof im Ortszentrum halten stündlich Regionalbahnen der DB Regio nach Northeim und Nordhausen. Der alte Bahnhof liegt ein kurzes Stück weiter Richtung Northeim, dort endeten bis zur Wende alle Personenzüge. Früher begann in Walkenried auch die meterspurige Schmalspurbahn Walkenried–Braunlage/Tanne, welche aber später durch die heutige Buslinie 470 ersetzt wurde. 1963 wurde der letzte Streckenteil endgültig stillgelegt.

ÖPNVBearbeiten

Walkenried ist über 2 Buslinien mit dem Umland verbunden, wobei aber nur die Linie 470 auch an Sonn- und Feiertagen verkehrt. Die Linie 470 bindet auch den abgelegenen Ortsteil Zorge an, während die Linie 472 auch den abgelegenen Ortsteil Wieda anbindet. Am Bahnhof sowie im Ortszentrum am ehem. Kloster befinden sich kleine Busbahnhöfe. Beide Buslinien werden von Hahne Reisen betrieben.

  • 470: Bad Sachsa – Walkenried – Zorge – Hohegeiß – Braunlage
  • 472: Bad Sachsa – Walkenried – Wieda

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die kulturhistorische Teichlandschaft ist für Wanderer erschlossen.
  • Das ehemalige Zisterzienserkloster Walkenried aus dem 12. Jahrhundert wurde umfangreich saniert und kann besichtigt werden. Im Kreuzgang finden jeden Sommer die Walkenrieder Klosterkonzerte statt.
  • Walkenried liegt im Südharzer Gipskarst-Gebiet und weist einige geologische Besonderheiten auf, darunter die in Deutschland einmaligen „Zwerglöcher“, Gips-Quellungshöhlen, die sich während der Umwandlung von Anhydrit in Gips durch Aufwölbung bilden.[9] Unweit des Ortes befinden sich die Naturschutzgebiete „Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried“ und „Priorteich/Sachsenstein“[10]

VereineBearbeiten

  • TV Friesen Walkenried e. V.
  • Förderkreis Kloster Walkenried e. V.
  • Deutscher Schäferhundsverein Ortsgruppe Walkenried
  • Wir Walkenrieder – Walkenrieder für Walkenried e. V.
  • Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Walkenried

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Walkenried, Landkreis Osterode am Harz. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 02/16. Hannover 25. Februar 2016, S. 36 (Digitalisat [PDF; 524 kB; abgerufen am 4. Mai 2019] S. 6).
  3. Gemeindewahl Walkenried 2016. In: Internetseite der Kommunalen Dienste Göttingen. Abgerufen am 13. September 2016.
  4. a b Gemeinderat Walkenried. In: Internetseite der Gemeinde Walkenried. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  5. Ortsratswahl Walkenried 2016. In: Internetseite der Kommunalen Dienste Göttingen. Abgerufen am 13. September 2016.
  6. a b Ortsrat (Walkenried). In: Internetseite der Gemeinde Walkenried. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  7. Arnold Rabbow: Braunschweigisches Wappenbuch. Die Wappen der Gemeinden und Ortsteile in den Stadt- und Landkreisen Braunschweig, Gandersheim, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Hrsg.: Braunschweiger Zeitung, Salzgitter Zeitung und Wolfsburger Nachrichten. Eckensberger & Co. Verlag, Braunschweig 1977, DNB 780686667, S. 117.
  8. Hauptsatzung der Gemeinde Walkenried. (PDF; 130 kB) § 2 Wappen, Flagge, Dienstsiegel. In: Internetseite der Gemeinde Walkenried. 10. November 2016, S. 1, abgerufen am 4. Mai 2019.
  9. Matthias Reimann, Firouz Vladi: Zur Entwicklung der sog. Zwergenkirche am Sachsenstein bei Walkenried, Landkreis Osterode am Harz, Niedersachsen und vergleichende Beobachtungen zur rezenten Entstehung von Quellungshöhlen in einem aufgelassenen Gipssteinbruch bei Dingwall, Nova Scotia, Kanada. In: Mitteilungen des Verbandes der Höhlen- und Karstforscher, Ausgabe 49 (3), München 2003.
  10. Naturschutzgebiet „Priorteich/Sachsenstein“. In: Internetseite Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Abgerufen am 23. August 2011.