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Landkreis Blankenburg (Niedersachsen)

Landkreis in Niedersachsen (1945-1972)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Blankenburg
Landkreis Blankenburg (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Blankenburg hervorgehoben
Koordinaten: 51° 44′ N, 10° 37′ O
Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1945–1972
Bundesland: Niedersachsen
Regierungsbezirk: Braunschweig
Verwaltungssitz: Braunlage
Fläche: 131,05 km2
Einwohner: 14.700 (31. Dez. 1971)
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: BRL
Kreisschlüssel: 03 7 31
Kreisgliederung: 6 Gemeinden

Der Landkreis Blankenburg war bis 1972 ein Landkreis in Niedersachsen. Sein Gebiet gehört heute zu den Landkreisen Goslar und Göttingen. Der Landkreis wurde bis 1950 auch als Restkreis Blankenburg bezeichnet. Heute wird er aufgrund der Kreisstadt und vor allem aufgrund des Kfz-Kennzeichens fälschlicherweise auch Landkreis Braunlage genannt.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Landkreis lag in der Mitte des Harzes direkt an der innerdeutschen Grenze. Der Wurmberg, der zweithöchste Berg im Harz, gehörte zum Kreisgebiet.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Kreise Wernigerode und Nordhausen (beide in der DDR) sowie an die Landkreise Osterode am Harz und Zellerfeld (beide in Niedersachsen).

GeschichteBearbeiten

 
Der Raum Braunschweig-Harz mit Vorkriegsgrenzen und der späteren Zonengrenze

Im Herzogtum Braunschweig wurde 1833 als einer von sechs Landkreisen der Landkreis Blankenburg gebildet. Bei der Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Braunschweig und damit auch der gesamte Landkreis Blankenburg gemäß dem Londoner Protokoll von 1944 zunächst der Britischen Besatzungszone zugeordnet. Da der größere Ostteil des Landkreises aber nur durch die damalige Reichsstraße 242 und die Schmalspurbahn Walkenried–Braunlage/Tanne mit dem Rest der Britischen Zone verbunden war, wurde im Juli 1945 die Grenzziehung korrigiert und der Landkreis an seiner schmalsten Stelle westlich von Sorge geteilt.

Der kleinere Westteil des Landkreises verblieb in der Britischen Besatzungszone. Er gehörte dort als Landkreis Blankenburg bis zum November 1946 zum Freistaat Braunschweig und seitdem zum neugegründeten Land Niedersachsen. Braunlage wurde zur neuen Kreisstadt bestimmt, der Name des Landkreises wurde jedoch nicht geändert. In Niedersachsen gehörte der Landkreis Blankenburg zum Verwaltungsbezirk Braunschweig.

Der größere Ostteil des alten Landkreises Blankenburg mit der namensgebenden Kreisstadt Blankenburg fiel in die Sowjetische Besatzungszone und wurde dort in das neue Land Sachsen-Anhalt eingegliedert. Seit 1949 gehörte der Kreis zur DDR und bestand noch bis zur Kreisreform von 1950 fort.

Der niedersächsische Landkreis Blankenburg wurde am 1. Juli 1972 aufgelöst. Braunlage und Hohegeiß kamen zum Landkreis Goslar, während Neuhof, Walkenried, Wieda und Zorge zum Landkreis Osterode am Harz kamen. Gleichzeitig wurde Neuhof nach Bad Sachsa eingemeindet.[1]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Quelle
1946 17.809 [2]
1950 17.215 [2]
1960 14.200 [2]
1970 14.200 [3]
1971 14.700 [4]

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BRL zugewiesen. Es leitet sich von der ehemaligen Kreisstadt Braunlage ab und wurde bis zum 11. Oktober 1972 ausgegeben. Seit dem 15. November 2012 ist es im Landkreis Goslar erhältlich.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 266.
  2. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. blankenburg.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  3. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  4. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973