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Scheden

Gemeinde im Landkreis Göttingen in Niedersachsen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Scheden
Scheden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Scheden hervorgehoben

Koordinaten: 51° 27′ N, 9° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Samtgemeinde: Dransfeld
Höhe: 222 m ü. NHN
Fläche: 26,69 km2
Einwohner: 1906 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37127
Vorwahl: 05546
Kfz-Kennzeichen: , DUD, HMÜ, OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 59 031
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile[2]
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 2–4
37127 Scheden
Website: www.scheden.de
Bürgermeister: Ingrid Rüngeling
Lage der Gemeinde Scheden im Landkreis Göttingen
NiedersachsenStaufenbergHann. MündenSchedenBührenNiemetalJühndeDransfeldAdelebsenFriedlandRosdorfGöttingenBovendenGleichenLandolfshausenSeulingenWaakeSeeburgEbergötzenDuderstadtObernfeldRollshausenRüdershausenRhumspringeWollershausenGieboldehausenWollbrandshausenBodenseeKrebeckWalkenriedBad SachsaBad Lauterberg im HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHattorf am HarzHattorf am HarzWulften am HarzElbingerodeHörden am HarzOsterode am HarzBad Grund (Harz)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Landkreis GoslarLandkreis NortheimLandkreis NortheimHessenThüringenSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Blick vom Gaußturm nach Scheden

Scheden ist eine Gemeinde im Landkreis Göttingen in Niedersachsen (Deutschland).

Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Dransfeld an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dransfeld hat. Der Ort Scheden entstand aus den Orten Nieder- und Oberscheden.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Scheden liegt im Naturpark Münden am Südwestfuß des Hohen Hagens und wird vom östlichen Weser-Zufluss Schede durchflossen. Im Südostteil der Gemeinde befindet sich Meensen und das Quellgebiet des westlichen Leine-Zuflusses Dramme. Bei Meensen erhebt sich der Brackenberg, auf dem sich die Reste der Burgruine Brackenburg befinden.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Scheden besteht aus den Ortsteilen Scheden, Dankelshausen und Meensen.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde erstmals in einer Schenkungsurkunde König Heinrichs III. an das Kloster Hilwartshausen aus dem Jahr 1046 urkundlich als villa, quae dicitur Schitvn erwähnt.[3] Der älteste Teil der Siedlung lag im Bereich von Oberscheden und war ein Drubbel mit etwa neun Hofstellen, der wahrscheinlich erst im 14. Jahrhundert nach dem Wüstfallen mehrerer umgebender Dörfer deutlich erweitert wurde.[4] Seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts lautet die Namensform Sceden, Scheden oder Scheiden. Eine Unterscheidung von Oberscheden und Niederscheden ist seit dem 14. Jahrhundert überliefert: 1317 wird Nederen Scheden, 1322 Superiori Scheden schriftlich erwähnt, 1397 auch in der niederdeutschen Form Oueren Scheden.[5]

Auf der Karte der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1785 sind für Niederscheden 79 Feuerstellen, für Oberscheden 85 Feuerstellen verzeichnet. Die Struktur eines rein agrarisch ausgerichteten Ortes änderte sich erst 1852 mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Göttingen nach Hann. Münden, eines Teils der Hannöverschen Südbahn, die die Ansiedlung von Industriebetrieben ermöglichte.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Dankelshausen und Meensen eingegliedert.[6]

PolitikBearbeiten

Gemeindewahl 2011[7]
Wahlbeteiligung: 56,88 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,07 %
29,66 %
14,26 %

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Nach der Kommunalwahl 2016 blieb die Sitzverteilung unverändert.[8]

BürgermeisterBearbeiten

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling wurde am 29. April 1996 gewählt.

Wappen und FlaggeBearbeiten

Blasonierung:„Geviert mit blauem Herzschild, darin eine goldene (gelbe) Hausmarke in Form eines oben mit einem Kreuz besteckten, durchbrochenen Dreieck; 1 in Gold (Gelb) ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit drei goldenen (gelben) Kleestengeln; 2 und 3 in Blau ein silberner (weißer) Schräglinkswellenbalken; 4 in Gold (Gelb) eine vierendige schwarze Geweihstange, deren Sprossen in sechsstrahligen Sternen enden.“

Das Wappen wurde 1973 vom Regierungspräsidenten in Hildesheim genehmigt. Es zeigt Elemente aus den Wappen der Ortsteile. Das Kreuz ist dem Ortswappen von Dankelshausen entlehnt. Es hält die kirchliche Bedeutung des Ortes als Parochiezentrum fest, die Kleestängel versinnbildlichen die zur Parochie gehörenden Nachbargemeinden. Das Geweih, ein altes Cheruskerzeichen mit Sternenspitzen, ist ein seltenes Symbol in der Heraldik. Es stammt aus dem Siegel des Dietrich von Meensen von 1352. Der silberne Wellenbalken versinnbildlicht die Schede, ein Bach der den Ortsteil Scheden durchfließt; die blauen Bereiche stehen für die ehemaligen Ortsteile Ober- und Niederscheden die sich 1964 unter dem Namen Scheden zusammengeschlossen haben. Der Herzschild ist an das alte Ortswappen von Scheden zu angelehnt. Die goldene Hausmarke stand einst im Siegel des Henning von Scheden, Schultheiß zu Münden.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Scheden befinden sich die Baudenkmale von Scheden.

Kirche St. MarkusBearbeiten

 
St. Markus-Kirche in Oberscheden

Die Markuskirche[9] in Oberscheden wird auch als „Schedener Dom“ bezeichnet. Sie zählt zu den größten Dorfkirchen Südniedersachsens. Etwa 450 Besucher finden in der 1742–1747 im spätbarocken Stil erbauten Saalkirche Platz, die in Querausrichtung auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert errichtet wurde. Aus dieser Zeit (1577) stammt auch der heute noch erhaltene Taufstein. 1860–1861 wurde der Innenraum derart umgestaltet, dass seine Ausrichtung nunmehr nach Osten weist. Der seither in neoromanischem Stil ausgeführte Kirchenraum weist eine Scheinapsis mit dem Altar auf. Ihn schmücken neben dem Kruzifix und Figuren der Evangelisten zwei Halbreliefbilder. Sie zeigen die Anbetung Jesus durch die Heiligen Drei Könige und seine Taufe durch Johannes. Die an der linken Raumseite aufragende Kanzel ist mit Figuren der Verfasser der neutestamentlichen Episteln geziert. Die Kirche wurde 1984–1989 grundlegend renoviert und erhielt zwei neue Bronzeglocken als Ersatz für die 1949 anstelle der während des Zweiten Weltkriegs entfernten Bronzeglocken eingebrachten Stahlglocken, die zur Erinnerung vor der Kirche aufgestellt wurden.

Die in ihren ursprünglichen Teilen aus dem Jahr 1829 stammende Orgel ist ein Werk von Johann Dietrich Kuhlmann aus Gottsbüren. Ursprünglich hatte sie 15 Register auf einem Manual und Pedal, wurde aber bereits 1860 durch Carl Giesecke verändert und 1937 von Paul Ott um ein Rückpositiv erweitert. 2011 wurde die Orgel mit Hilfe von Spenden von der Orgelbaufirma Krawinkel aus Trendelburg restauriert und erweitert. Sie besitzt seitdem 22 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Disposition der neuen Orgel:

I Hauptwerk CD–f3
Bordun 16′
Prinzipal 8′
Hohlflöte 8′
Fernflöte 8′
Gedackt 8′
Octave 4′
Spitzflöte 4′
Quinte 22/3
Octave 2′
Mixtur III–IV 11/3
Trompete 8′
II Rückpositiv C–f3
Gedackt 8′
Principal 4′
Octave 2′
Sesquialter II 22/3
Quinte 11/3
Krummhorn 8′
Pedal C–c1
Subbass 16′
Octavbass 8′
Violon 8′
Octavbass 4′
Posaune 16′


Seit 2004 befindet sich in der St. Markuskirche die Dauerausstellung zum Gedächtnis an den 1697 in Oberscheden geborenen Flötenmeister und Hofkomponisten Johann Joachim Quantz. Sie ist von April bis Oktober sonntags von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten ist auch der Kirchenraum außerhalb der Gottesdienste zugänglich.

WüstungBearbeiten

 
Kirchenruine der Wüstung Wetenborn

Rund 1,5 km östlich des Ortes liegt die Wüstung Wetenborn (51° 27′ 51″ N, 9° 45′ 31″ O). Von dem um die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert aufgegebenen Dorf sind noch Mauerwerksreste einer als vorromanisch eingestuften Kirche erkennbar. Der geostete Bau war nur 10,80×7,00 Meter groß und besaß einen eingeschnürten rechteckigen Chorraum. In den 1970er Jahren wurde die Ruine entdeckt und die Reste freigelegt.[4]

MuseenBearbeiten

  • Quantz-Ausstellung in der St. Markuskirche.
  • Mariannes Heimatmuseum, privates Museum das Gegenstände von vor 100 Jahren zeigt

SportBearbeiten

Der Weser-Harz-Heide-Radfernweg sowie der Durchgangswanderweg Studentenpfad berühren den Ort.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
VT 085 als FDt „Roland“ 1953 durchfährt Oberscheden

Es existiert eine Arztpraxis für Allgemeinmedizin, Betriebsmedizin, Kinderheilkunde und Rettungsmedizin.

VerkehrBearbeiten

Scheden liegt direkt an der Bundesstraße 3, die von Hann. Münden nach Göttingen führt. Der nächste Anschluss zur A 7 ist Hann. Münden/Hedemünden in ca. 10 km Entfernung.

Von 1876 bis 1980 war Scheden mit dem Bahnhof Oberscheden an die schon 1856 eröffnete Hannöversche Südbahn angebunden, einst zweigleisige Hauptstrecke, danach wurde der Personenverkehr auf dem Dransfelder Abschnitt eingestellt. Die bis Dransfeld schon abgebaute Strecke wurde bis 1995 als Güteranschlussgleis für einen ansässigen Futtermittelhersteller (Firma - Hemo) genutzt.

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Johann Joachim Quantz-Denkmal in Scheden
  • Johann Joachim Quantz wurde 1697 in Scheden geboren und war Musiker, Komponist sowie Flötenlehrer Friedrichs des Großen.
  • Der Göttinger Senator Justus Christoph Grünewald wurde 1764 in Niederscheden geboren. Auf seine Initiative hin wurde am 22. Juni 1801 die „Spar- und Leih-Casse“ in Göttingen als erste kommunale Sparkasse Deutschlands gegründet.
  • Otto Feick baute im Niederschedener Zieh- und Stanzwerk in den Jahren 1925 bis 1926 das erste Rhönrad der Welt.
  • Theodor Krohne wurde 1846 in Dankelshausen geboren. Er wurde Stadtverordnetenvorsteher und Ehrenbürger von Königsberg i. Pr.

LiteraturBearbeiten

Joachim von Stockhausen, Dankelshausen - Wellersen zwischen Göttingen und Hann. Münden. Ein dorf- und familiengeschichtlicher Streifzug. Disserta Verlag. Hamburg 2014. ISBN 978-3954257966

WeblinksBearbeiten

  Commons: Scheden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. a b Hauptsatzung der Gemeinde Scheden (PDF). Abgerufen am 3. März 2019.
  3. Monumenta Germaniae Historica, H. Bresslau und P. Kehr (Hrsg.): Die Urkunden Heinrichs II. In: Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser, Band 5, Berlin 1930. Urkunde Nr. 163, S. 205
  4. a b c Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Göttingen, Teil 1. Altkreis Münden mit den Gemeinden Adelebsen, Bovenden und Rosdorf. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 5.2. CW Niemeyer, Hameln 1993, ISBN 3-87585-251-6, S. 245 ff.
  5. Kirstin Casemir, Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil IV. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-494-X, S. 356 ff.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 213.
  7. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152401_000028/index.html
  8. http://scheden.de/?page_id=53
  9. Kirchenkreis Münden