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Preußische Armee

Armee des preußischen Staates (1701-1919)
Preußische Kavallerie-Standarte

Die Königlich Preußische Armee (informal preußische Armee, von 1644 bis 1701 Kurfürstlich Brandenburgische Armee) war die Armee des preußischen Staates von 1701 bis 1919. Sie ging aus dem seit 1644 existierenden stehenden Heer Brandenburg-Preußens hervor. 1871 ging sie ins Deutsche Heer ein und wurde 1919 als Folge der Niederlage des Deutschen Kaiserreiches im Ersten Weltkrieg aufgelöst.

Die militärische Stärke dieser Armee war Voraussetzung für die Entwicklung Brandenburg-Preußens zu einer der fünf europäischen Großmächte des 18. und 19. Jahrhunderts. Ihre Niederlage zu Beginn der Napoleonischen Kriege 1806 stellte eine Zäsur in ihrer Geschichte dar. Sie leitete eine grundlegende Modernisierung unter Führung von Gerhard von Scharnhorst ein, die die Armee völlig veränderte. Historiker sprechen deshalb von der altpreußischen Armee (1644–1807) und der neupreußischen Armee (1807–1919).

Nach der Reform nahm die preußische Armee zwischen 1813 und 1815 an den Befreiungskriegen teil und leistete einen entscheidenden Anteil zur Befreiung der deutschen Staaten von der französischen Fremdherrschaft. Während der Zeit vom Wiener Kongress bis zu den deutschen Einigungskriegen wurde die preußische Armee zum Instrument der Restauration und trug wesentlich zum Scheitern der nationalstaatlich-bürgerlichen Revolution von 1848 bei.

Die militärischen Erfolge der preußischen Armee in den Einigungskriegen waren entscheidend für den Sieg der verbündeten deutschen Truppen über Frankreich. Im Kaiserreich bildete sie den Kern des deutschen Heeres. Die Verfassung von 1871 sah vor, dass zu Kriegszeiten die preußischen Armeeverbände in die Verbände des deutschen Heeres integriert werden. Im Ersten Weltkrieg war die preußische Armee damit rechtlich nicht selbständig. Nach Kriegsende musste Deutschland entsprechend den Vorschriften des Versailler Vertrags seine Landstreitkräfte auf 100.000 Mann verkleinern. Die bestehenden Länderarmeen Preußens, Bayerns, Sachsens und Württembergs wurden aufgelöst.

Eines der wichtigsten Merkmale der preußischen Armee, das ihr Bild bis in die Gegenwart bestimmt, war ihre bedeutende gesellschaftliche Rolle. Ihr Einfluss auch im zivilen Teil des Staatswesens prägte Preußen als Inbegriff eines militaristischen Staates.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Unter Georg Wilhelm I. (1619–1640)Bearbeiten

Das Kurfürstentum Brandenburg-Preußen entwickelte sich im Verlaufe des 17. Jahrhunderts zu einem Staat von europäischen Dimensionen. Das Territorium erstreckte sich von der Memel bis zum Rhein. Es bestand aus dem Herzogtum Preußen, der Kurmark, Hinterpommern, dem Erzstift Magdeburg, den Bistümern Halberstadt und Minden, den Grafschaften Mark und Ravensberg und dem Herzogtum Kleve. Von 1598 bis 1648 wuchs es von 40.000 auf 110.000 km².[1]

Die Entwicklung des Militärwesens im frühneuzeitlichen Europa wurde vor allem durch die Oranische Heeresreform beeinflusst. Diese sorgte europaweit für einen langanhaltenden Umbau der spätfeudalen Heereshaufen. Im 17. Jahrhundert setzte in Zentraleuropa der Frühabsolutismus ein, in denen die Landesfürsten nach absoluter Herrschaft zu Lasten der Ständeinstitutionen strebten. Der Aufbau und die Kontrolle eines stehenden Heeres wurde dabei ein wirkungsvolles Machtinstrument der Territorialherrscher nach innen und nach außen. Hierfür gab es zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Brandenburg noch keine sichtbaren Ansätze. Der Staat war erst durch kürzlich erworbene Landesteile in Preußen und am Rhein erheblich gewachsen und hatte noch keine zentralstaatlichen Institutionen außerhalb der fest tradierten und aus dem Mittelalter stammenden Einrichtungen der einzelnen Landesteile entwickelt. Wie überall im frühabsolutistischen Europa war auch unter der Regierung Georg Wilhelms die staatliche Hoheit zwischen Landesherren und Landständen geteilt. Finanzierung und Verfassungsrecht hingen eng zusammen, vom Steueraufkommen hing wiederum der kostspielige Truppenunterhalt ab und die hierzu erforderlichen Verwaltungsstrukturen fehlten. Folglich gab es auch keine funktionierende zentralstaatliche Verteidigungspolitik. Stattdessen hatten die regionalspezifischen und zentrifugal wirkenden politischen Kräfte die politische Initiative in diesem dynastischen Herrschaftsverband inne und die zentralstaatlichen Kräfte in dem zergliederten Staatsgebilde waren schwach entwickelt.

 
Kurfürst Georg Wilhelms Leibgarde genannt Blauröcke um 1632 (das spätere Infanterieregiment No. 1), links Musketier, rechts Reiteroffizier

Entsprechend dem Zeitgeist stellten die Regierenden nur im akuten Kriegsfall ein bezahltes Söldnerheer auf, das sofort nach Kriegsende wieder aufgelöst wurde. Dieses Verfahren, so zeigte der Verlauf des Dreißigjährigen Krieges, war nicht mehr zeitgemäß. Das Vorgehen zum plötzlichen Heeresaufbau ohne Stammtruppen erforderte eine lange Anlaufzeit, die Kampfkraft der neugebildeten Einheiten war zweifelhaft, da sie nicht einheitlich ausgebildet wurden. Das mögliche Leistungsniveau in der Kriegsführung durch geworbene Truppen war insgesamt niedrig und lag deutlich unter dem abrufbaren Leistungsspektrum der stehenden Heere ein Jahrhundert später. Daneben gab es noch ein älteres Milizensystem und eine Landesdefension deren Aufstellung aber auf reine Verteidigungshandlungen gebunden war und zudem nur auf eigenes Territorium begrenzt war.[2]

Im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit stellte der brandenburgische Kurfürst Johann Sigismund (Brandenburg) 1609 bewaffnete Truppen von etwa 4000 Mann auf, darunter stellte der Adel 1000 Infanteristen, die Städte boten 2600 Mann auf, 400 Reiter komplettierten das Korps. Diese Truppen wurden auf Kosten der Stände für wenige Monate unterhalten. Nach Ausbleiben der Zahlungen gingen die Einheiten wieder auseinander.

Während Brandenburg die meisten Heerführer im Dreißigjährigen Krieg wie Hans Georg von Arnim-Boitzenburg, Georg Ehrentreich von Burgsdorff oder Christian von Ilow stellte, waren die administrativen Amtsinhaber nicht in der Lage, ein schlagkräftiges Heer aufzustellen. Noch um 1618 verfügte der Kurfürst lediglich über eine kleine Trabantengarde zum persönlichen Schutz. Erst als die Kriegshandlungen auch nach Norddeutschland übergriffen, begannen in Brandenburg die Söldnerwerbungen. Doch bewilligten die Stände viel zu geringe Mittel, um eine eigene wirksame Verteidigung aufzustellen. 1623 waren erst 3000 Infanteristen und 600 Reiter gemustert worden. 1631 betrug die Truppenstärke noch 1600 Mann in zwei Regimenter.[3] Nach dem Prager Frieden 1635 erfolgte auf Betreiben von Adam von Schwarzenberg eine Heeresvermehrung. Nach dem Plan des Ministers sollte eine Truppe von 25.000 Mann aufgestellt werden. Die Aushebungen fanden statt und die Treueschwüre erfolgten auf den Kaiser und den Kurfürsten. Die Generäle dieser Armee wurden Hans Caspar von Klitzing, Hildebrand von Kracht und Georg Ehrentreich von Burgsdorff. Klitzing, der den Oberbefehl dieser Armee führte, gilt als der erste brandenburgische General. Bei der Musterung bei Neustadt-Eberswalde 1638 erschien das Heer in einer Stärke von 8000 Mann Infanterie und 2900 Reitern, doch schon kurz darauf wurde es wieder deutlich reduziert, da die Finanzmittel zur Unterhaltung fehlten.[4] Brandenburg geriet durch das Fehlen einer starken Militärmacht in eine Bedrohungslage und Gefährdung seiner Existenz durch äußere Mächte. Fremde Heere durchzogen das Land ungehindert. Kurfürst Georg Wilhelm I. und sein Hof musste mehrfach vor dem Anmarsch fremder Truppen fliehen.

Trotz der geringen Truppenzahl fanden im Dreißigjährigen Krieg 30 Gefechte mit brandenburgischen Truppen, vornehmlich innerhalb von Brandenburg bis 1640 statt.[5]

Unter dem Großen Kurfürsten (1640–1688)Bearbeiten

 
Brandenburgischer Soldat und Schalmeienpfeifer des Infanterieregiments „Kurfürstin Dorothea“ nach 1675
Zeichnung von Maximilian Schäfer
 
brandenburgischer Hauptmann und Leutnant des Infanterieregiments „Kurfürstin Dorothea“ nach 1675

Übergang vom Kriegswesen zum MilitärwesenBearbeiten

Als der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierung antrat, war Brandenburg schwer von den Kriegsfolgen gezeichnet. Nach Einschätzung der politischen Gesamtsituation durch Johann Friedrich von Calcum († nach 1640), brandenburgischer Hofmarschall und Prinzenerzieher, drohte um 1640 die Annexion des Herzogtum Preußen durch Polen-Litauen, der Verlust der Ansprüche auf Pommern und die Kontrolle Kleves durch die Niederlande. In den Köpfen der Zeitgenossen hatten sich die extremen Gewaltexzesse der Söldnerarmeen und deren schwere Beherrschbarkeit durch die Landesfürsten im 30-jährigen Krieg dauerhaft verankert. Um die Unabhängigkeit Brandenburgs wiederherzustellen und den außenpolitischen Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurde eine disziplinierte und zuverlässige Streitmacht notwendig. Die Schaffung einer solchen Institution wurde ein Hauptanliegen in der Herrschaftszeit Friedrich Wilhelms. Damit folgte der Kurfürst einer europaweiten Konjunktur des Militärwesens. In nahezu allen Territorien des Reiches oder der Staaten Europas setzte eine vergleichbare Entwicklung ein.[6] Im Heiligen Römischen Reich begannen viele der Reichsstände nach 1648 stehende Heere zu errichten. Dies ermöglichte ihnen der gestiegene Kompetenzbereich den sie als Reichsstände im Westfälischen Frieden zugestanden bekamen. Seit dem Westfälischen Frieden wurde das jus armorum (Artikel 16, §5), das Recht Heere zu unterhalten, ein Bestandteil der den Reichsständen zuerkannten Landeshoheit, des jus territori et superioritatis. Das jus armorum wurde nun im Zusammenhang zum Bündnisrecht (jus foederum) gesehen, welches den Reichsständen im Westfälischen Frieden ebenso zuerkannt wurde.[7] Die Landesherren mussten künftig die Integrität des Territoriums auch in Kriegszeiten mit militärischen Mitteln gewährleisten können. Dafür hatten alle Reichsfürsten ein Mindestmaß an Vorkehrungen zu treffen. Die beschleunigte Professionalisierung des Militärwesen setzte einen langanhaltenden Innovationsprozess in Gang, der Umstrukturierungen, eine Personalpolitik, eine klarere Hierarchisierung, logistische Vorsorge und Uniformität nach sich zog die weit bis in das 18. Jahrhundert andauerte. Strukturen mussten aufgebaut werden um auf längere Sicht eine größere Zahl von Soldaten zu unterhalten. Die vielen neuen Aufgaben bedeuteten gleichzeitig eine Vergrößerung der staatlichen Strukturen und eine Verdichtung der landesherrlichen Herrschaft.[8] Die Dynamik dieser Periode wurde im 20. Jahrhundert von Historikern als Militärische Revolution beschrieben.

Reichsrechtlich führte der Aufbau eines dezentralen Militärwesens zu legitimatorischen Problemen. Der Kurfürst war wie die anderen Reichsstände nicht Souverän (wie ein König) und die Reichsverfassung ermöglichte die bedarfsorientierte Stellung von Militärkontingenten für den Kaiser und die Errichtung einer kooperativen Verteidigungsorganisation. Zudem ließ sich eine Söldnerarmee offensiv einsetzen und widersprach damit der reichsrechtlichen Defensivbindung militärischer Reichsgewalt. Der Ausweg fand sich im Jüngsten Reichsabschied von 1654 (§180) mit der Einbindung der Fürstenarmeen in die Sicherheitspolitik des Reiches. Die Fürstenarmeen legitimierten sich fortan als Teil der Reichsverteidigung, als armierte Reichsstände.[9]

Heeresstärken und RekrutierungBearbeiten

Der Kurfürst verfügte um 1640 über einige Truppenteile mit zweifelhafter Loyalität zum Herrscherhaus, insgesamt 4650 – 6100 Mann, darunter 800 – 2500 Reiter.[10] Diese hatten sowohl auf den Kaiser als auch auf den Kurfürsten geschworen und nutzten diese unklare Doppelstellung zum Ausbau der eigenen Autonomie. Die kleine Truppe, die Adam von Schwarzenberg aufgestellt hatte, war am Auseinanderfallen und es fehlte Geld, diese zu ersetzen. Offene Befehlsverweigerung der Regimentsinhaber war ein alltägliches Vorkommnis. Zum Beispiel drohte der Regimentskommandeur Oberst Hans von Rochow Spandau in die Luft zu sprengen, als man ihm einen Befehl sandte, der ihm nicht passte.[11] Kurz darauf wechselte Rochow die Seiten und heuerte beim Kaiser an. Gleich zu Beginn des Regierungsantritts von Friedrich Wilhelm versuchten die höchsten dreizehn Offiziere der Armee, den Kurfürsten zur Zahlung eines höheren Salärs zu erpressen unter Androhung, sie würden ansonsten ebenso zum Kaiser wechseln.[12] Unter diesen Umständen war die Aufrechterhaltung dieser Truppen gefährlicher, als deren Auflösung zu veranlassen die zudem nur unter Schwierigkeiten umgesetzt werden konnte. Ein Waffenstillstand mit Schweden ermöglichte den Neustart in der Heeresrüstung.

Die Zusammenstreichung der Truppen erfolgte bis auf 2000 Mann. Fast die gesamte Kavallerie wurde dem Kaiser überlassen. Vornehmlich die Leibgarde des Kurfürsten und Garnisonskräfte blieben erhalten. Zum Schutz der Neutralität Brandenburgs erfolgte zeitnah eine Wiederaufrüstung. In einer Sitzung des Geheimen Rates am 5. Juni 1644 wurde die Verstärkung dieser Rumpftruppen und die Aufstellung einer dauerhaft stehenden Armee beschlossen.[13] Bezahlt werden sollte dies aus den Schatullgeldern des Kurfürsten.

Das Wachstum des Heeres erforderte massive Rekrutenaushebungen in Brandenburg. Die nötigen Rekrutenzahlen konnten nur mit Zwangsmaßnahmen aufgebracht werden. Die Anregung zur ersten Truppenwerbung ging von dem Berater des Kurfürsten, Konrad von Burgsdorff aus. Noch bestanden für jeden Landesteil eigene Verteidigungseinrichtungen und Traditionen, die hinderlich zur Ausprägung einer gesamtstaatlichen Institution wie das einer gemeinsamen Armee waren.[14] Die für die neue Armee unternommenen Werbungen brachten allein in Kleve 4000 Mann zusammen. Im Herzogtum Preußen konnten 1200 reguläre Soldaten und etwa 6000 Milizen ausgehoben werden. In der Kurmark war die Bilanz aufgrund der dezimierten Bevölkerung weit geringer. Lediglich 2400 Soldaten konnten rekrutiert werden. Hinzuzuzählen waren noch die 500 Musketiere der Leibgarde des Kurfürsten. Bereits 1646, zwei Jahre nach seiner Gründung, bestand das kurfürstliche Heer aus 14.000 Mann, bestehend aus 8.000 regulären Soldaten und 6.000 bewaffneten Milizen.[15] Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges 1648 setzte bei den meisten Mächten eine Reduktion der Truppen ein. In den kriegsfreien Jahren wurde auch in Brandenburg das Heer auf gut die Hälfte reduziert, so dass die Friedensstärke der Armee eher symbolischen Charakter aufwies und die verbliebenden Truppen gerade zur Deckung der Landesfestungen, der Stellung einiger Stadtsoldaten und einer Leibgarde für den Kurfürsten ausreichten.[16]

 

1651 als der Kurfürst im Düsseldorfer Kuhkrieg gegen Pfalz-Neuburg rückte, bestand die Armee bereits aus 16.000 Mann.[17] Da der Krieg aber ausblieb, wurden bereits im November der Großteil wieder abgerüstet. 1653 beschnitt der Landtag die Finanzmittel des Kurfürsten derart, dass die Truppen verringert werden mussten. Die Leibkompanie zu Pferde und die Leibgarde blieben bestehen. In allen Garnisonen der Mark Brandenburg gab es noch 1200 Mann. In den anderen Territorien Brandenburg-Preußens gab es nur noch 20 Kompanien.[18] 1654 erfolgte durch den drohenden Krieg mit Schweden wieder eine Heeresvermehrung. Im Zweiten Schwedisch-Polnischen Krieg (1655–1660) erreichte das brandenburgisch-preußische Heer bereits eine Gesamtstärke von rund 25.000 Mann[19][20] bis zu 38.000 Mann[21] einschließlich der Garnisonstruppen, Artillerie und zehn Reiterregimenter. Nach Friedensschluss 1660 wurde die Armee auf zunächst circa 12.000 Mann reduziert, um die Finanzen zu entlasten. Neben 34 Garnisonskompanien existierten nun 5100 Mann Infanterie und zwei Kompanien Dragoner 300 Mann stark. 1666 gab es dann wieder ein Heeresaufwuchs: es entstanden sieben Kavallerieregimenter zu je 500 Reitern, acht Infanterieregimenter und zwei Dragonerregimenter. 1667 betrug die Stärke des Feldheeres 8200 Mann.[22] Im Feldzugsjahr 1674 standen dann 15.400 Mann im Feld, davon 5950 Mann Reiter und 1150 Mann Dragoner.[23] 1679 zum Ende des Nordischen Kriegs gab es 21.033 Mann an Infanterie verteilt in 17 Regimenter, 4178 Mann Garnisonstruppen verteilt auf neun Festungen, 3454 Dragoner verteilt auf drei Regimenter und zwei Schwadronen und 9703 Reiter in 13 Regimenter und zwei Schwadronen. Das sind zusammen 38.368 Mann, wobei Landmilizen und die Artillerie hierbei fehlen.[24]

In der Rekrutierungspraxis gingen die Werber zwar vorsichtiger vor als zuvor, allerdings waren militärische Qualifikationen bei der Auswahl des Personals entscheidender als Loyalitätsaspekte. Bedeutende Generäle der ersten Dekaden wurden Christoph von Kannenberg, Georg Adam von Pfuhl, Joachim Ernst von Görzke, Albrecht Christoph von Quast, die alle aus schwedischen Diensten in die brandenburgische Armee wechselten. Für die Werbungen wurde von den Landkassen nach bestimmten Sätzen Mittel angewiesen. Dazu kamen Oberste, die auf eigene Kosten Soldaten anwarben. Dies galt vor allem für einzelne Schwadronen und Kompanien, die als Freikompanien als selbständiger Truppenkörper agierten. Sollte ein Regiment errichtet werden, so wurde mit dem Obersten eine Kapitulation abgeschlossen und darin die Bedingung der Errichtung, die Höhe der Besoldung, die Kosten der Werbung festgesetzt, die Werbe- und Musterplätze und der Zeitpunkt bestimmt, bis zu dem die Formierung des Regiments abgeschlossen sein sollte.[25] War die Truppe formiert, wurde sie von einer Kommission aus drei Beauftragten gemustert, einem Generalleutnant, einem Kriegskommissar und einem Regierungsrat oder Landrat. Jeder einzelne Soldat, der in der Musterrolle aufgenommen wurde, hatte nun seinen körperlichen Zustand und seine materielle Bewaffnung zu beweisen. War alles in Ordnung befunden worden, bildete die Truppe einen Kreis und hörte den Artikelbrief bei wehender Fahne an, schwor auf den Kurfürsten und marschierte dann unter klingendem Spiel an der Musterungskommission vorbei. Diese Musterung wurde alles zwei Jahre wiederholt, in Kriegszeiten auch häufiger.[26]

Es handelte sich bei dem Heeresaufwuchs nicht um einen linear-stetigen Wachstumsprozess, da die Verstärkungen der 1640er Jahre nicht dauerhaft waren und plötzliche starke Aufwüchse kurz darauf wieder drastisch zurückgeführt wurden, so dass man bis hierhin noch nicht von einem vollständig stehenden Heer sprechen kann sondern allenfalls von einem schwankenden Heer.[27] Allerdings blieben die Regimentskerne um die Offiziersstellen fortan erhalten. Die Mannschaftsstärke der Regimenter wurde dann in Kriegsfällen durch Werbungen wieder ergänzt. Letztlich bewirkte die institutionelle Kontinuität, das sich der Charakter der Einheiten von Privatunternehmungen der Obersten hin zu einer Art öffentlich-rechtlichen Einrichtung wandelte.[28] Was bedingt durch die kurzzeitigen Heeresstrukturen planlos und regellos wirkte, konnte nun ausgehend von den inneren Regimentskernen einer festen Regel und Ordnung unterworfen werden und sich als feste Tradition verstetigen und damit das formell zulässige Handeln der militärischen Akteure stärker regulieren. Obwohl im 17. Jahrhundert bereits 18 der 60 in der Stammliste von 1806 aufgeführten Infanterieregimenter der Altpreußischen Armee aufgestellt wurden, war der Fortbestand eines Regiments in dieser Phase nicht gesichert. Einzelne Regimenter wurden ganz oder teilweise abgedankt und bei Bedarf wieder vergrößert oder neu aufgestellt. Von der Mitte der 1650er Jahre bis 1688 wurden über 75 Regimenter aufgestellt und wieder aufgelöst.[29] Die Verstetigung der Regimenter zu dauerhaften militärischen und sozialen Einheiten war ein längerer Prozess.[30]

Auch in der Militärverfassung blieben noch lange traditionelle Elemente neben dem kleinen Stehenden Feldheer erhalten. So gab es weiterhin Lehensaufgebote und bäuerliche Milizen, die zum Landesschutz aufgeboten wurden.[31] Dieses Mittel wurde aber nur noch in besonders schwerwiegenden Situationen wie zum Beispiel beim Einfall der Schweden in die vom Militär entblößte Mark Brandenburg in den Jahren 1674/1675 so angewandt. Ebenso 1661 und 1663 wurden die neumärkischen Lehnpferde vom Kurfürsten gefordert.[32] Auch bei den Städten deren Verteidigungsrechte zunehmend geschmälert. Dies betraf die Befestigung der Städte, die Einrichtung städtischer Zeughäuser oder die Stellung städtischer Geschützmeister. Auch diese wurden der neuen monarchischen Ordnung unterworfen.

Sozio-demographische EntwicklungBearbeiten

Aus den improvisierten Truppen der 1640er und 1650er Jahre entwickelte sich allmählich eine Art stehendes Heer. Dieses war allerdings vom Charakter her noch immer ein Söldnerheer, das sich aus Soldaten unterschiedlicher Herkunft rekrutierte. So waren 1681 im Regiment Kurfürstin von 1105 Angehörigen der Mannschaftsdienstgrade Vertreter aus Preußen, Pommern, Sachsen, Westfalen, Schlesien, der Mark, ferner 36 Dänen, 83 Schweden, 47 Polen, 15 Böhmen, 8 Ungarn und andere eingeschrieben. Solche Erscheinungen erklären sich aus den Kriegsfolgen. Das eigentliche Ziel Friedrich Wilhelms war es aber, zu einer homogenen Armee aus Landeskindern zu kommen. Weitere sozio-demographische Merkmale des damaligen Truppengefüges um 1680 waren:[33]

  • Die Masse der Soldaten war zwischen 20–30 Jahre alt.
  • Von den Älteren hatten Einzelne bis zu über 30 Jahre gedient.
  • Verheiratet waren nur die Wenigsten.
  • Die berufliche Herkunft war im Grund ein Querschnitt der Bevölkerung, die Soldaten stammten aus allen Schichten und Berufen.
  • Die Unterbringung in Privatquartieren, auf dem Land meist weit verstreut, machte einen regelmäßigen Exerzierdienst unmöglich.
  • Einzelne der Ausgedienten fanden in der „Spandauer Blessiertenkompanie“ ein Auskommen.

MilitäreinsätzeBearbeiten

Die Jahrzehnte nach dem Dreißigjährigen Krieg waren in Nordeuropa eine Zeit heftiger kriegerischer Konflikte, die vornehmlich von Schweden bestimmt wurden. In diesem gefahrvollen Umfeld erwies sich das wachsende Heer Brandenburgs als unverzichtbar.[34] Große Teile des Heeres befanden sich daher in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts länger fernab der eigenen Territorien auf den damaligen europäischen Kriegsschauplätzen. Da die kontinentale Mittellage Brandenburg-Preußens dazu führte, dass das Land ständig mit den politischen Absichten der anderen europäischen Mächte in Berührung kam, musste die Staatpolitik regelmäßig darauf reagieren und Bedrohungssituationen abwenden. Neben der schwedischen Armee waren zeitweise polnische, Osmanische oder französische Armeen die Gegner im Feld. Vom Großen Kurfürsten persönlich geführt, besiegten 8500 Brandenburger und 9000 Schweden 40.000 Polen in der Schlacht bei Warschau. Dabei tat sich die brandenburgische Armee das erste Mal als militärische Truppe in der europäischen Öffentlichkeit hervor. In diesem Krieg erlangte Friedrich Wilhelm im Vertrag von Oliva im Jahre 1660 die Souveränität im Herzogtum Preußen. Es folgten weitere Kriegseinsätze im Türkenkrieg von 1663–1664 in Ungarn und im Holländischen Krieg am Rhein. Friedrich Wilhelm und sein Feldmarschall Derfflinger schlugen 1675 die schwedische Armee im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg in der Schlacht von Fehrbellin. Anschließend vertrieb die kurfürstliche Armee die Schweden aus Deutschland und später aus Preußen während der „Jagd über das Kurische Haff“ von 1678. Diesen Siegen verdankte Friedrich Wilhelm seinen Beinamen „Der Große Kurfürst“.

Darüber hinaus bedeutende militärische Einzelereignisse im Zeitraum von 1674 bis 1678 waren: die Schlacht bei Türkheim, der Pommernfeldzug von 1675/76, der Bremen-Verdener Feldzug, die Belagerung von Stettin, die Schlacht bei Warksow, die Invasion Rügens, die Belagerung von Stralsund. Während die Armee in den 1660er Jahren eher als Kontingentarmee und Hilfskraft stärkerer Armeen eingesetzt wurde, so zum Beispiel in Ungarn im Kampf gegen die Osmanen, stieg ihr militärischer Wert in der Betrachtung der Zeitzeugen stetig an. Mit Anwachsen der generellen Armeegröße wuchs auch die Größe der für einen Feldzug mobilisierbaren Truppen an. In den Gefechten der 1670er Jahren am Rhein und in Norddeutschland nahmen mehrfach 20.000 Kombattanten der kurbrandenburgischen Armee teil. Im Vergleich dazu erreichten westeuropäische Armeen wie die französische, holländische oder kaiserliche Armee in den Schlachten dieser Zeit Kampfstärken von 30.000 bis zu 40.000 Mann.

In den 181 Jahren von 1626 bis 1807 fanden mindestens 4000 Kampfhandlungen mit Beteiligung der preußisch-brandenburgischen Armee statt. Darunter waren 270 Belagerungen oder Verteidigungen eines festen Platzes die sich auf 210 Truppenverbände der Stammliste von 1806 verteilten. Bis 1715 überwiegen die Belagerungen vor Schlachten und Gefechten. Später nahm der Kampf im freien Feld eine höhere Bedeutung ein. Die Regimenter mit den meisten Kämpfen hatte das Husarenregiment H 8 mit 537 Kampfhandlungen, gefolgt vom Husaren-Regiment H 2 mit 482 Kampfhandlungen und dem Husaren-Regiment H 5 mit 395 Kampfhandlungen.[35]

Die Armee gewann die deutliche Mehrzahl ihrer Kampfhandlungen in dieser Zeit.

Festungswesen, Generalstab, Taktik, Ausbildung und AusrüstungBearbeiten

Der Staat richtete auf seinem Territorium 24 Feste Plätze ein, die ständige Garnisonen, die der Armee unterstanden, unterhielten. Diese waren 1688:[36]

Zum Generalstab gehörten 1657 sieben Personen. Dies waren: Generalfeldmarschall von Sparr, Generalkriegskommissar von Platen, Generalmajor Joachim Rüdiger von der Goltz, der Generalproviantmeister, der Generaladjutant Balthasar von der Goltz und der Generaladjutant Von Brandt.

Es folgte eine numerische Ausweitung des Generalstabs. 1675 gehörten zum Generalstab insgesamt 28 Armeeangehörige, darunter der Generalfeldmarschall Georg von Derfflinger, der General der Kavallerie Landgraf von Hessen-Homburg, die Generalleutnants von Goltz und Herzog von Holstein, die Generalmajore Joachim Ernst von Görzke, Alexander von Spaen, Pälnitz, Götzen, Marcus von der Lütcke, Ludwig von Beauveau und der Kurprinz, ein Generalquartiermeister, drei Generaladjutanten, ein Generalauditeur, ein Generalproviantmeister, ein Rat und Kommissar, ein Kriegskommissar, ein Generalquartiersmeisterleutnant, ein Generalauditeurleutnant, ein Feldarzt, ein Ingenieur, ein Kassierer, ein Feldapotheker, ein Feldscherer, ein Baumeister, ein Kondukteur.

Durch Verbesserung der taktischen Ausbildung und Bewaffnung nach dem Vorbild der französischen, niederländischen, schwedischen und kaiserlichen Armee wurde das brandenburgische Heer auf den neuesten Stand der europäischen Kriegstechnik gebracht. Die Piken wurden ausgemustert und die unhandlichen Luntenschlossgewehre der Infanterie wurden durch leichtere, schneller feuernde Steinschlossgewehre ersetzt. Bei der Artillerie wurde ein Standardkaliber eingeführt, damit Feldgeschütze flexibler und effizienter eingesetzt werden konnten. Die Gründung einer Kadettenschule für Offiziersrekruten war ein wichtiger Schritt hin zu einer standardisierten Ausbildung der Offiziere. Bessere Lebens- und Versorgungsbedingungen von Soldaten und Versehrten sorgten für eine stabilere Befehlsstruktur. Durch diese Neuerungen wurde zugleich der Zusammenhalt und die Moral der niederen Dienstgrade gestärkt. Dies zeigt sich an der geringen Anzahl von Deserteure in den 1680er Jahren.[37]

Die Ausbildung erfolgte nach niederländischem und schwedischem Reglement. Ein erster Schritt zur schulmäßigen Erziehung des jungen Offiziersnachwuchses erfolgte durch die 1653 für bis zu 30 Kadetten eingerichteten Ritterakademie zu Kolberg.

Einer der berühmtesten Vertreter dieser Aufbaudekaden des ausgehenden 17. Jahrhunderts war der oberösterreichische Bauernsohn Georg von Derfflinger, der zum Reichsfreiherrn und zweiten Generalfeldmarschall der Kurbrandenburgischen Armee aufstieg. Nach seinem Eintritt in die Kurbrandenburgische Armee 1654 baute er vor allem die Kavallerie als eigene Truppengattung auf.[38] Außerdem nahm er Einfluss bei der Herausbildung eines neuen, nicht mehr auf Söldnertum basierenden Soldatengeistes und einer leistungsfähigen Wehrverwaltung. Das Offizierskorps prägte er durch Anerziehung eines immateriellen Ehr- und Pflichtgefühls und einer empfundenen Treuepflicht gegenüber dem Landesdienst über den Militärdienst hinaus. Eine weitere prägende Persönlichkeit der frühen preußischen Armee war der erste brandenburgische Generalfeldmarschall Otto Christoph von Sparr. Dieser kümmerte sich vor allem um die Artillerie und das Pionierwesen.[39] Die Kanonen waren schwer, unbeweglich und wenig leistungsfähig. Vor allem reduzierte er die große Zahl der verschiedenen Kaliber bei den Geschützen. Außerdem veranlasste er die Bildung eines besonderen Artillerietrain, mit dem die Beweglichkeit der Geschütze erhöht wurde.

Finanzierung, Verwaltung und innere VerfasstheitBearbeiten

Die althergebrachte Regimentsordnung mit einem Regimentschef als Inhaber des Verbandes und der zügellosen Soldateska wirkte noch in den ersten Jahrzehnten nach Gründung des stehenden Heeres fort. Da staatliche Strukturen und Versorgungseinrichtungen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts nur gering entwickelt waren, galt auch nach 1650 weiter das Prinzip des söldnerbasierten Kriegsunternehmertums (Regimentsinhaber als private Unternehmer in herrschaftlichem, obrigkeitlichem Auftrag), wonach sich der Krieg von Krieg ernährt. Da es keine staatlichen Versorgungseinrichtungen gab, breiteten sich die Söldnerheere wie Heuschreckenschwärme über die besetzten Gebiete aus, wobei nicht zwischen Freund und Feind unterschieden wurde. Nicht der Landesheer war der Anführer der Armee, sondern der General oder Obrist, der als militärischer Führer und Unternehmer zugleich auftrat. Oft über beträchtliches Eigenkapital verfügend, das er für die Anwerbung und Entlohnung der Söldner einsetzte, galt ihm der Krieg als Geschäft.[40] Der Obrist schloss mit den kriegführenden Seiten eigenständig Verträge ab, so genannte Kapitulationen und er wechselte die Fronten, wenn dies opportun war. Die zeitgenössischen Schilderungen der brandenburgischen Regimentschefs dieser Zeit vermittelten nur geringfügige Unterschiede zwischen einem Oberst der Armee und einen Räuberhauptmann. Aus diesem strukturell bedingten verselbständigten Söldnertum ergaben sich für die Zentralgewalt erhebliche Nachteile.

Viele der strukturellen Probleme gingen von der Führungsebene der Armee, dem Offizierkorps aus und mussten von dort aus behoben werden. Ausgehend von modernen Beurteilungskritieren war das soldatische Niveau der damaligen Offiziere niedrig. Die Offiziere und Generale untereinander duellierten sich, überfielen sich untereinander, stachen sich tot, ohne das der Kurfürst wirkungsvoll intervenieren konnte und eine Meuterei der Obersten auch für den Landesherren zur Gefahr werden konnte. Problematisch war auch das Schuldverhältnis des Kurfürsten gegenüber seinen Obristen. Aufgrund der finanziellen Engpässe der kurfürstlichen Kasse gingen die Obristen im Kriegsfall wie zum Beispiel im Zweiten Nordischen Krieg in Vorkasse. Der Kurfürst konnte daher deren Autonomie nicht beschränken.[41] Zunächst ging es dem Kurfürsten darum, die Offiziere und Generäle von Spekulanten und Unternehmern in eine loyale und pflichtbewusste Truppe umzuwandeln. Als Mittel hierfür suchten die kurfürstlichen Stellen vor allem das Vorrecht der Besetzung der Offiziersstellen und die autonome Gerichtsgewalt innerhalb der Regimenter den Obristen zu entziehen. Der Machtkampf um die Besetzung der Offiziersstellen machte verschiedene Phasen durch. Die Obersten wollten unbedingt das Ernennungsrecht behalten. 1659 wurden sie dazu gezwungen, in die Ernennungsurkunden den Passus aufzunehmen, das sie ihre Offiziere nur nach Urteil und Recht entlassen. 1672 erfolgte die Aufnahme des Passus, dass es tüchtige, fähige, kriegserfahrene und dem Kurfürsten gegenüber loyale Personen sein müssen. Der Kurfürst hatte damit zumindest ein Verweigerungsrecht bekommen.[42] Erst Friedrich Wilhelms Nachfolger, Kurfürst Friedrich III., hat nach dem Regierungswechsel 1688 das volle Ernennungsrecht erhalten.

Der geringen Disziplin in den Verbänden, den Plünderungen und der Gewalt an der Zivilbevölkerung begegneten die Landesherren auf deutschem Gebiet durch Aufbau einer eigenen Administration und Reglements. Die Regimenter wurden bis dahin wenig von der Administration gesteuert. Dies änderte sich ab April 1655, als zwei Generalkriegskommissare bei den Truppen eingesetzt wurden, die die finanziellen und materiellen Ressourcen der Armee überwachen sollten. Der eine war Klaus Ernst von Platen, ein märkischer Adliger und der andere Johann Ernst von Wallenrodt. Beamte dieser Art hatte es schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gegeben, bis auf eine entscheidende Neuerung. Sie waren nicht mehr an ein Regiment gebunden und traten stattdessen als Sachwalter der einzelnen Territorien auf. Sie achteten auf die Besoldung, Vollzähligkeit und generell auf die Erfüllung der Kapitulationen der Obersten und Kapitäne im Interesse des Landesherren. Dieses System der lokalen Kriegskommissare entwickelte sich zur zentralen Militärverwaltungsbehörde mit ständigen Beamten. Es bildete sich eine Aufgabenteilung zwischen dem Oberbefehlshaber, dem Generalfeldmarschall und dem Generalkriegskommissar heraus, die nicht ohne Spannungen war, weil sie die Selbständigkeit der obersten Militärs beschnitt.[43] Nach 1679 wurde die Zuständigkeit des Generalkriegskommissariats unter Leitung von Joachim von Grumbkow auf das gesamte Territorium der Hohenzollern ausgeweitet. Dabei übernahm es nach und nach die Funktion der ständischen Beamten, die traditionell die Aufsicht über Militärsteuern und -disziplin vor Ort hatten. Um 1688, beim Tod des Kurfürsten waren Generalkriegskommissariat und die Amtskammer noch relativ kleine Institutionen. Diese wurden aber in der Zeit danach ausgebaut und mit ihrer Hilfe der brandenburgische Zentralstaat weiter gegenüber den Ständeinstitutionen gefestigt.

Wie in allen anderen Armeen stand die Rangordnung nicht von vornherein fest, sondern bildete sich allmählich aus, analog der Beseitigung des Regimentsverbandes. 1684 folgte die Verordnung, dass der Rang ausschließlich durch das Dienstalter bestimmt wird. Die monarchische Militärgesetzgebung begann, die Kapitulationen zu verdrängen und sich über die einzelnen Verträge mit den Obersten zu legen.

Die dauerhafte Sicherung der Finanzierung der Armee blieb der wichtigste Baustein auf dem Weg zum Stehenden Heer. In Brandenburg fand sich kein militärischer Unternehmer wie etwa Wallenstein, der im großen Stil auf eigene Rechnung Truppen anwerben konnte. Der Landadel war selbst vom allgemeinen Niedergang betroffen. Niemand konnte mit Eigenkapital Kompanien oder gar Regimenter aufstellen. Daher blieb der Kurfürst abhängig von den Subsidien fremder Mächte und den Bewilligungen der Stände.[44] Um das Heer als Grundlage außenpolitischer Mitsprache im Frieden zu erhalten, musste Kurfürst Friedrich Wilhelm die dem Stehendem Heer und dem sich in ihm zuerst verkörpernden gesamtstaatlichen Denken widerstrebenden Landstände zum Unterhalt ständiger Garnisonen und zur Steuerbewilligung zwingen. Den größten Anteil an der Finanzierung der Armee hatten die Stände, da diesen das Steuerbewilligungsrecht zustand. Mühsam musste der Kurfürst auf Landtagen den Ständen die Zahlungen abringen. Stehendes Heer und landständische Rechte liefen einander entgegen und waren doch eng aufeinander angewiesen; denn ohne Sicherheit und ohne den Schutz von Leben und Eigentum konnte sich kein Aufschwung entfalten. Im traditionellen Stammland Brandenburg gelang das ohne größere Probleme. Die 1641 aufgestellten Regimenter wurden jeweils nur jährlich von den Ständen bewilligt. Im Landtagsabschied vom 21. April 1643 waren hierfür 118.000 Taler vorgesehen. Dieses Verfahren wurde so bis 1652 fortgeführt. Auf dem Landtagstreffen vom 5. August 1653 gelang es dem Kurfürsten, im Landtagsabschied Steuern in Höhe 530.000 Talern jährlich bei einer Laufzeit von sechs Jahren für den Unterhalt der Truppen bewilligt zu bekommen. Damit wurde im Wesentlichen das Prinzip der Truppenhaltung in Friedenszeiten anerkannt. Faktisch datiert die Institution des Miles Perpetuus (Stehenden Heeres) von daher.[45] Probleme bereiteten vor allem die Stände in Preußen. Die preußischen Stände lehnten sich stark an die polnische Krone an und orientierten sich am polnischen Adel und dessen Freiheiten. Der Kurfürst drohte mit militärischen Exekutionen (ähnlich einer Reichsexekution) und Einmärschen in das Herzogtum, um seine Forderungen durchzusetzen. Nach dem Königsberger Aufstand und unter Einsatz von Gewalt stimmten die preußischen Stände den neuen Prinzipien unter Führung eines zentralen Staats und einer gesicherten Finanzierung auf Basis eigener Finanzverwaltungsstrukturen zu. Erst danach war die dauerhafte Aufstellung eines Heeres in Brandenburg-Preußen gesichert.[46] Mit der Einführung der Akzise 1676 konnten sicherere Einnahmen generiert werden, die der Kriegskasse zuflossen. Die Stände hatten da schon stark an Einfluss verloren und auch die Landtage wurden nicht mehr einberufen.

ZusammenfassungBearbeiten

Die Phase der Herrschaftszeit von Friedrich Wilhelm kann als Übergangszeit zum System des Absolutismus klassifiziert werden, in denen in der Armee neue Strukturen eingeführt wurden und die Alten zunächst noch fortbestanden. Während der Regierung Friedrich Wilhelms erreichte die Armee zeitweise eine Friedensstärke von 7.000 und eine Kriegsstärke von 15.000 bis 30.000 Mann. Der Armeeausbau erfolgte nicht linear und die überkommenen Strukturen der Söldnerära wirkten weiter fort. Die Armee wurde während der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm zu einem wichtigen Instrument bei der Transformation der Personalunion der Hohenzollerlanden in eine Realunion und ebenso bei der Durchsetzung des Absolutistischen Ständestaats. 1688 betrugen die Militärausgaben bei einer Heeresstärke von 30.000 Mann und einer Einwohnerzahl von 1,1 Millionen Einwohner 1,62 Millionen Taler bei einem Staatsgesamthaushalt von 3,3 Millionen Talern. Der Militäranteil an den Staatsausgaben lag folglich bei 50 Prozent. Der Große Kurfürst hinterließ eine auf den Anfängen einer zentralistischen Militär- und Finanzverwaltung ruhenden Armee. Erste Schritte zur Einbindung des Adels in die Armee wurden eingeleitet.[47] Das Offizierkorps bestand im Jahr 1688 aus 1030 Offizieren, rekrutiert aus überwiegend dem einheimischen Adel und rund 300 hugenottischen Offizieren.[48] Die Rechte und Bereicherungsmöglichkeiten der Obristen, die im Dreißigjährigen Krieg als autonome Militärunternehmer in Erscheinung getreten waren, drastisch beschnitten.

Stand die brandenburgische Armee um 1640 in militärischer Hinsicht weit hinter der Bayerischen oder Hessischen Armee zurück, so war um 1688 die Armee die stärkste im Reich nach derjenigen des Kaisers und in etwa so groß wie die dänische Armee.[49] Kurfürst Friedrich Wilhelm setzte zusammengefasst wesentliche Prinzipien der Kurbrandenburgischen Armee gegenüber der althergebrachten Ordnung durch:[50]

  1. Zentrale Personalverwaltung durch den Staat über die bestellten Kriegskommissare
  2. Anciennitätsprinzip bei Beförderungen
  3. landesherrliches Musterungsrecht
  4. landesherrliche Militärgesetzgebung über die Kanzlei des Kurfürsten

Unter Kurfürst und König Friedrich I. (1688–1713)Bearbeiten

Vermietung der Truppen an England und HollandBearbeiten

1688 übernahm der Nachfolger des Großen Kurfürsten, Friedrich III. die Regierung über Brandenburg-Preußen. Die bereits aufgebauten Grundprinzipien des Vorgängers wurden weitergeführt und im militärorganisatorischen Bereich änderte sich in der Regierungszeit von Friedrich I. wenig. Zwischen 1688 bis 1713 befand sich der Staat Brandenburg-Preußen bis auf eine vierjährige Friedenspause im Krieg mit Frankreich. Dabei kämpften die Regimenter auf allen Kriegsschauplätzen, weil es als Reichsstand dazu verpflichtet war. Bei Beginn des Reichskrieges mit Frankreich 1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg ordnete Kurfürst Friedrich III. erstmals an, dass zum Mannschaftsersatz neben der Werbung durch einzelne Regimenter auch seine lokalen, kurbrandenburgischen Landesbehörden innerhalb des Reichs einen Teil der Rekruten aufzubringen haben. Seither ergänzte sich die Armeemannschaft mehrheitlich durch zwangsrekrutierte „Inländer“ und weniger durch geworbene „Ausländer“.[51] Nach dem Frieden von Rijswijk wurde aufgrund von finanziellen Engpässen die Hälfte der Armee entlassen.[52] Im Jahr 1701 krönte sich Friedrich III. zum „König in Preußen“. Dies hatte zur Folge, dass seine Armee seitdem „königlich-preußisch“ und nicht länger „kurbrandenburgisch“ hieß. Der Name Preußen ging im Laufe des 18. Jahrhunderts auf den gesamten, inner- und außerhalb des Reichs gelegenen brandenburg-preußischen Staat über. Der Preis, den Preußen für die kaiserliche Anerkennung der Standeserhöhung zu zahlen hatte, war die Teilnahme am Spanischen Erbfolgekrieg. Vor dem Hintergrund leerer Kassen betrieben die Minister in Berlin einen gesteigerten Soldatenhandel im Tausch gegen Subsidien, die als zusätzliche Gewinne der prunkvollen Hofhaltung Friedrichs zugeführt wurden. Der Spanische Erbfolgekrieg war geradezu ein Höhepunkt der Subsidienpolitik. In Subsidienverträgen verpflichtete sich der ausleihende Landesherr, gegen eine finanzielle Vergütung für einen festgelegten Zeitraum, der zumeist über die Dauer des Krieges hinausreichte, ganze militärische Einheiten einem anderen Landesherrn zur freien Verfügung im Rahmen selbständig vom Entleiher geplanter Operationen zu überlassen.[53] Während des Spanischen Erbfolgekrieges teilte Friedrich I. seine Truppen an die verschiedenen Kriegsschauplätze auf. 5.000 Mann wurden in die Niederlande geschickt, 8.000 Soldaten nach Italien.

Die preußischen Truppen nahmen unter anderen an den Schlachten von Höchstädt, Ramillies, Turin, Toulon und Malplaquet teil. Die preußische Armee hatte insbesondere in der Schlacht von Malplaquet (11. September 1709) sowie bei der Belagerung und Einnahme von Aire an der Lys (Pas de Calais; 12. September bis 2. November 1710) schwere Verluste erlitten. Infolge der langen Kriegsphase verfügten die preußischen Provinzen offenbar kaum mehr über Wehrfähige. In der Regel wurden keine Rekruten mehr aus den einzelnen Provinzen gestellt, sondern die Stände leisteten nur noch Zahlungen und die Aushebung der Truppen erfolgte durch die Militärs selbst oder durch vertraglich vereinbarte Ubernahme ganzer Einheiten von anderen Landesherren.[54] Einzelne Teile der Armee beteiligten sich insgesamt an 56 Gefechten während des Krieges in Italien und an der Rheinfront. Durch die vielen Kämpfe verbesserte sich die Kampfkraft der Armee. Sie lernte als Verband verschiedene Kampfarten wie zum Beispiel den Festungskampf. Schon zu der Zeit hatten die preußischen Truppen einen sehr guten Ruf. So hielt Prinzen Eugen die preußische Infanterie für die beste Infanterie Europas.[55][56]

Disziplinierung und DrillBearbeiten

Die Außenwirkung der Armee wandelte sich um 1700 drastisch, weg von einer gering disziplinierten und buntcheckigen Truppe hin zu einem gleichförmig wirkenden Gesamtkörper in der alle Unterschiede verschwinden. Angestoßen wurde dies durch die übergeordnet stattfindende Gesellschaftstransformation, die durch eine staatlich gesteuerte umfassende Sozialdisziplinierung gekennzeichnet ist. Eine Vielzahl von Disziplinierungstendenzen setzte ein, die nicht mehr nur oberflächlich wirkten, sondern auf alle gesellschaftlichen Bereiche und den Menschen selbst abzielten. Die sich langsam entwickelnde politische Ordnung sollte durchgesetzt, disziplinierte Verbundenheit im Staatswesen sollte geschaffen werden. Der Soldat soll schanzen, der Adel soll arbeiten, der Untertan gehorchen, der Staatsbeamte uneigennützig die Regierungs- und Verwaltungsgeschäfte führen; der Mensch soll mit seinem Verstand die Gefühle besiegen. Alle müssen arbeiten.[57]

In dem Rahmenprozess der gesamtgesellschaftlichen Disziplinierung wurde Fürst Leopold von Anhalt-Dessau als Chef des preußischen Korps im Spanischen Erbfolgekrieg ein bedeutender Akteur für die preußische Armee. Er spielte eine ähnliche Rolle für die Preußische Armee wie Prinz Eugen für die Kaiserliche Armee. Als Verfechter der Infanterie bewirkte er bei seinen Truppen durch einen neuen Drill und weitere organisatorische Änderungen deutliche Leistungssteigerungen. Die Situation in den Truppen war damals von einer allgemeine Laxheit der Dienstauffassung im adligen Offizierkorps außerhalb der Schlacht gekennzeichnet. Diese folgten dem Bild des Honnêteté homme aus Frankreich. Die Offiziellen aus Preußen versuchten eine andere Mentalität und Dienstauffassung durchzusetzen. Statt Kavaliere sollten die Offiziere Funktionäre, Praktiker und Drillmeister sein.[58] Bedingt durch die frühe Autonomie der Regimentsinhaber war die Ausstattung der Armee höchst unterschiedlich und jedes Regimenter exerzierte nach eigenem Reglement. Ein organisiertes Chaos war die Folge. Demgegenüber lag die zeitgemäße Idee zugrunde, dass die Soldaten zu einem disziplinierten Truppenkörper geformt werden sollten, in dem jeder Schütze mit der gleichen Präzision und Geschwindigkeit seine Waffe trug, lud und abfeuerte. Dieses gleichförmige Handeln im Verband war noch nicht fest verankert und minderte die Leistungsfähigkeit des Truppenkörpers im Einsatz. Vereinheitlichung wurde zur Maxime der Reorganisationen des Kurprinzen und des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau.

Durch die Einführung der Steinschlossgewehre und die Ablösung der Haufenheere durch die Linientaktik im vorangegangenen Jahrhunderts stiegen auch die technischen Möglichkeiten. Höchste Präzision und Schnelligkeit des Ladevorgangs und ein geregelter Exerzierschritt nach Takt und Tempo wurden die wirksamsten Mittel zur Verbesserung der Kampfkraft der Infanterie im Gefecht. Fürst Leopold führte um 1700 den eisernen Ladestock (bis dahin aus Holz) ein. Der eiserne Ladestock ermöglichte ein schnelleres und sicheres Laden. Um den Ladestock entwickelte Leopold zunächst für sein Regiment ein Exerzierreglement, das zur Grundlage einer Heeresreform wurde. Das Exerzieren spielte sich nun folgendermaßen ab. Zunächst wurden die Griffe geübt. Dann wurde zugweise und divisionsweise gefeuert. Dann wurde unter langsamem Vorrücken in gleicher Weise gefeuert, ebenso im Zurückgehen. Zum reibungslosen Funktionieren dieses „Uhrwerks“ gehörte eine weitere Neuerung Leopolds, der Gleichschritt. Er gewährleistete, dass alle Soldaten einer Einheit stets gleichauf mit ihren Kameraden manövrierten und exakt zur gleichen Zeit ihre Position in der Formation einnahmen. Aufgrund des besonders harten und intensiven Drills der preußischen Soldaten waren diese zu Bewegungen auf dem Gefechtsfeld fähig, die andere Armeen in Unordnung gebracht hätten. Auch hatte Fürst Leopold erkannt, dass der taktmäßige Marschschritt das Feuern aus der Bewegung heraus ermöglichte. Das konzentrierte Pelotonfeuer führte Leopold ebenso ein. Ziel der regelmäßigen Trainingsmaßnahmen im preußischen Korps war die Erlangung der absoluten Feuerüberlegenheit der dünnen Infanterielinien im Gefecht gegenüber der feindlichen Heereslinie. Beweglichkeit und Feuergeschwindigkeit wurden von den Offizieren mit der Uhr in der Hand überprüft. Das Training erreichte, das die Feuergeschwindigkeit der einzelnen Pelotons auf drei Salven pro Minute anstieg,[59] während österreichische oder russische Verbände nur auf zwei Schuss in der Minute kamen. Die erhöhte Beweglichkeit und die schnelle Schussfolge ermöglichte eine Veränderung der Taktik. Waren die Schützenlinien früher mit bis zu sechs Gliedern aufmarschiert, reduzierten die Preußen dies auf bis zu drei Kompanien. Der preußische Drill bewirkte, das den Soldaten jede Eigeninitiative abtrainiert wurde, bis sie maschinengleich auch unter den größten Belastungen funktionierten.

Unterstützung in seinen Bemühungen erhielt Prinz Leopold von Anhalt vom Kronprinzen Friedrich Wilhelm, der mehrfach in die Kriegsgebiete reiste und die dortigen Truppen inspizierte. Beide freundeten sich an. Anders als der amtierende König, der das Militärwesen durch Generalfeldmarschall von Wartensleben leiten ließ, war der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm ganz und gar militärisch geprägt. Er betätigte sich bereits seit dieser Zeit im Militärwesen und förderte die innere Entwicklung der Armee in den Bereichen Ausbildung, Uniformierung und Organisation. Als Friedrich Wilhelm 1709 die Feldtruppen auf dem Kriegsschauplatz in Brabant zum zweiten Mal besuchte, hat er die Infanterieregimenter im Beisein der alliierten Generale Marlborough und Prinz Eugen unter anderem nach der Dessauischen Methode vorexerzieren lassen. Beide verstanden allerdings nicht die Sinnhaftigkeit des Tuns des zukünftigen Königs, der sich ganz mit seinem preußischen Korps umgab und pausenlos Exerziergriffe und Gewehrgriffe übte. 1729 führte schließlich König Friedrich Wilhelm I. Leopolds Neuerungen in der gesamten preußischen Armee ein.

Neben der typischen Exerzierschule die in Erscheinung trat, wirkte die begonnene militärische Kleinarbeit auf allen Gebieten des Heereslebens unter dem Gesichtspunkt der Vereinheitlichung. Alles wurde in der ersten Dekade des 18. Jahrhunderts bis ins kleinste von oben vorgeschrieben: die Bekleidung, die Ausrüstung, überhaupt der gesamte Ausbildungs- und Feldbetrieb, das Meldewesen, die Lagerordnung bis zum Aufstellen der Latrinen und die Waffenpflege. Für die Einhaltung der gegebenen Befehle wurden die Offiziere verantwortlich gemacht. Die Soldaten wurden fortan einheitlicher gekleidet. Eine uniforme Kleidung brachte mehrere Vorteile: Erstens erfüllte die Uniform die Soldaten mit einem gewissen Korpsgeist. Zweitens war es leichter, Freund und Feind zu unterscheiden. Drittens wurde die Einkleidung der Soldaten durch die Massenanfertigung günstiger. In der preußischen Armee dominierte als Grundfarbe Blau. Das erste preußische Exerzierreglement wurde 1702 erlassen. Durch solche einheitliche Reformarbeit im Detail wollten Friedrich Wilhelm und sein Unterstützer Leopold von Anhalt die Truppen zu einem absolut willfährigen, gleichförmig funktionierenden Instrument formen.

Der Kronprinz erarbeitete in dieser Zeit ein Armeeprogramm, das er nach Amtsantritt umsetzte. Neben einer Heeresvermehrung wollte er den verbliebenen Rückstand zu den größten Heeren durch eine bessere Ausbildung beseitigen. Er entwickelte die Idee der preußischen Verwaltung und Disziplin weiter zum preußischen Drill.[60] Dieser wurde zu einer Tradition des preußischen Militärwesen und zur Grundlage der Klischeevorstellung vom blind gehorsamen preußischen Soldaten.

MilitärgerichtswesenBearbeiten

Das frühneuzeitliche Militärgerichtswesen als Sonderjustiz setzte sich aus der

Im 17. Jahrhundert wurde beim Militärgerichtsverfahren unterschieden zwischen Unter- oder Regimentsgericht, Garnisonsgericht, Standgericht und Ober- oder Generalkriegsgericht. Die Gerichtshoheit lag noch bei den Regimentsobersten und nicht beim Landesherren, den Kurfürsten.

Zwar gab es seit dem 2. September 1656 ein Kurfürstliches brandenburgischen Kriegsrecht, das 1673 erneuert wurde. Eine Gerichtsordnung wurde aber nicht erlassen.[61] So gab es bis 1712 keine einheitlichen Bestimmungen über die Kriegsgerichtsbarkeit sondern nur eine gewohnheitsmäßig entwickelte Gerichtsverfassung und Prozessordnung. 1712 erließ Friedrich I. eine Kriegsgerichtsordnung.

Mit der kurfürstlichen Verordnung vom 27. April 1692 wurde unter der Aufsicht Eberhard von Danckelmanns ein Militärgericht in kirchlichen Angelegenheiten des Militärs gegründet. Das geistliche Militärgericht blieb von der militärischen Führung unabhängig und stärkte die kurfürstliche Kontrolle über die Armee um eine weitere Instanz. Neben grundsätzlichen Regelungen schrieb es schriftliche Instruktionen für den Umgang der Feldprediger mit den Soldaten fest. Als unabhängige Kontrollinstanz war das Konsistorium dafür zuständig, dass die Inhalte der Kriegsartikel (Militärgesetze) von den Soldaten auch tatsächlich eingehalten wurden und die Disziplin der Soldaten gehoben wird.[62] Die Kriegsgerichtsbarkeit der Armee verstärkte die soziale Militarisierung bedeutend. Die Kriegsgerichte besaßen die Zuständigkeit nicht nur für die noch nicht gezogenen „Enrollierten“ sondern auch für die Familien der Soldaten und die Gesinde der Offiziere. In den Städten war ein großer Prozentsatz der Bevölkerung von der Kriegsgerichtsbarkeit umfasst.[63]

Die Kriegsartikel der schwedischen Könige Gustav II. Adolf von 1621 und Karl XI. von 1683 galten als fortschrittlich, so dass sich viele Landesherren, als auch 1656 der Kurfürst Friedrich Wilhelm die früh bürokratisierte Struktur des schwedischen Militärrechts zum Vorbild nahmen.[64] Die Kriegsartikel oder auch Artikelbriefe vom 2. September 1656 haben mit Abwandlungen rund 200 Jahre in Brandenburg-Preußen Geltung gehabt und dienten als Grundlage für die preußische Militärstrafgesetzgebung, seit Friedrich Wilhelm I. jedoch nur noch für die Unteroffiziere und Mannschaften.[65] Die drei darauffolgenden Modifikationen der preußischen Artikelbriefe erfolgten 1673, am 12. Juli 1713 und am 31. August 1724 und bis 1870 folgten sieben weitere Modifikationen. In der Modifikation von 1673 umfasste das brandenburgische Kriegsrecht insgesamt 19 Titel und 91 Paragraphen. Gemäß § 91 der brandenburgischen Kriegsartikel von 1673 mussten alle Kriegsartikel jedem Regiment alle drei Monate vorgelesen werden.[66] 1712 wurde eine Kriegsgerichtsordnung eingeführt. Dieser lag ebenso wie bei den Kriegsartikeln das schwedische Vorbild, die General- und Obergerichtsordnung zu Grunde. Als Schlussstein zum Militärrecht trat das Dienstreglement vom 1. März 1726 hinzu. Dieses Reglement enthielt die Gesetze zu den Offizieren, während die Kriegsartikel fortan nur für die Mannschaften und Unteroffiziere galten.

Weitere kurfürstlich-königliche Regelungen aus der Zeit um 1670 bis 1720 betrafen die Verpflegungsordonnanz, ein Einquartierungsreglement, ein Enrollierungsreglement, die Aufstellung einer Rang- und Quartierliste, Beförderungsregeln der Generale, ein Marschedikt, eine neue Musterordnung, eine Uniformierungsregelung, Werbeverbote fremder Heere und so weiter. Das Generalkriegskommissariat hatte inzwischen den höchsten Einfluss gewonnen und entschied selbst in den Personalangelegenheiten der Offiziere, während die Generalität bis 1700 ohne Einfluss auf die innere Entwicklung der Armee blieb.

Armeegröße im VergleichBearbeiten

Als der König Anfang 1713 starb, war die Armee auf 40.000 Mann Heeresstärke angewachsen bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 1,6 Millionen Einwohnern. Zu diesem Zeitpunkt standen fünf Regimenter mit knapp 4000 Mann in englisch-holländischem Sold.[67]

 

Die Armee hatte sich von ihrer Gründung als stehendes Heer 1644 bis 1713 etwa verzehnfacht. Auch die Meisten der anderen Mächte haben in dem Zeitraum ihre Armeestärken stark erhöht. International gesehen war die absolute Kriegsstärke der Armee im Vergleich mit den anderen Spitzenarmeen in Europa im Jahr 1710 nicht sehr stark. Die preußische Armee (Abbildung-Nummer 1) erreichte annähernd oder übertraf numerisch die Höhe des (sächsisch)-polnischen Kronheeres (Abbildung-Nummer 11) in Kriegszeiten, des dänisch-norwegischen Heeres (Abbildung-Nummer 9), der Janitscharen des Osmanischen Reiches (Abbildung-Nummer 10), der portugiesischen Armee (Abbildung-Nummer 12) und sie erreichte auch annähernd die Stärke der Spanischen Armee (Abbildung-Nummer 8). Deutlich stärker war die schwedische Armee (Abbildung-Nummer 6), die russische Armee (Abbildung-Nummer 3), die englische Armee (Abbildung-Nummer 7), die holländische Armee (Abbildung Nummer 4), die Kaiserliche Armee (Abbildung-Nummer 5) und zuletzt die stärkste Armee des Kontinents, die französische Armee (Abbildung-Nummer 2) die rund neunmal so groß wie die preußische Armee war. Rein numerisch war die preußische Armee damit die 11. größte Armee des Kontinents.[68] Das Wachstum der Streitkräfte in Europa hielt im gesamten 18. Jahrhundert an, wobei die preußische Armee bis zur Jahrhundertmitte deutlich gegenüber den Spitzenarmeen aufschließen konnte und fortan zu den stärksten Armeen gehören sollte.

Die Armee verfestigte in den 25 Jahren der Regierungszeit Friedrichs I. weiter ihre Strukturen. In dieser Zeit gewann die Armee erheblich an Außenreputation bedingt durch ihr innovatives Ausbildungssystem, das in einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber den anderen Armeen kumulierte.

Unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (1713–1740)Bearbeiten

Besondere Bedeutung erlangte die Armee in der Regierungszeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (1713 bis 1740). Die Armee genoss Priorität im sich nunmehr herausbildenen preußischen Staat, der ohne Armee undenkbar wurde. Bereits bei seinem Regierungsantritt 1713 veränderte Friedrich Wilhelm, die Rangtabelle drastisch und privilegierte die militärischen Würdenträger vor den Zivilen. Anstelle des abgeschafften zivilen Oberkämmerers führte nun ein Generalfeldmarschall die Tabelle an. Ihm folgte der Statthalter und die Generale der Infanterie. Der König trug fortan nur noch Uniform.[69] Am 4. März 1713 wurde die Miliz, die eine Stärke von 7.767 Mann hatte aufgelöst. Die Miliz die nur wöchentlich am Sonntag exerzierte und daher kaum als militärische Einheit durchging, hatte den militärischen Ansichten Friedrich Wilhelm I. nicht entsprochen.[70] Auch modisch folgte ein tiefer Schnitt zur Praxis seines Vorgängers. Noch 1713 führte der König den Soldatenzopf als Pflichtmode für sein Heer ein und verbot das Tragen der Allongeperücke, die sein Vater noch trug.

 
Preußische Rekrutierungsweise unter Friedrich Wilhelm I., Darstellung von 1858

In der Zeit als Kronprinz hatte Friedrich Wilhelm seine Grundprinzipien der Staatsführung erarbeitet. Preußen war unter der Führung seines Vaters eine europäische Mittelmacht, die keine eigenständige Außenpolitik betreiben konnte und nur gegen Hilfsgelder anderer Mächte seine Armee unterhalten konnte. Die Unterhaltung der Armee mit eigenen Mitteln, zentraler Staatszweck Friedrich Wilhelms, war allerdings nur durch die Umbildung des eigenen Staates möglich. Mit dem Tode des Königs Friedrichs I. wurde durch seinen Nachfolger der gesamte Haushalt zusammengestrichen und die kostspielige Hofhaltung auf ein Minimum reduziert. Die freigewordenen Finanzmittel wurden stattdessen der Armee zum Unterhalt zugeführt. Das führte wiederum dazu, das nach der Beendigung des Spanischen Erbfolgekriegs und dem Wegfall der Subsidienzahlungen eben nicht mehr das halbe Heer reduziert werden musste, so wie es alle anderen europäische Mächte im Anschluss taten.[71] Der Mannschaftsbestand des preußischen Heeres konnte bedingt durch finanziellen Zuflüsse aus den Einsparungen der anderen Ressorts zwischen 1713 bis 1715 um Sieben Regimenter verstärkt werden.[72] Die Verstärkung geschah nach dem Prinzip der freien Werbung, so dass jedes Regiment auf eigene Faust agierte und teilweise durch illegale Betrügereien seinen Rekrutenbedarf deckte. Dieses Vorgehen sorgte für schnelle Rekrutenbedarfsdeckung, führte aber gleichzeitig zu einer Massenflucht der dienstfähigen Bevölkerung in das „nahe Ausland“ und zu einem Ansteigen der Desertionsrate. Um den Aderlass an Bevölkerung und Wirtschaftskraft zu begegnen wurden eine Vielzahl von Maßnahmen eingesetzt. Zunächst versuchte der König durch angedrohte Bestrafung der Flüchtlinge der Entwicklung entgegenzuwirken. Die brachte aber keine Besserung. Am 9. Mai 1714 führte der König per Dekret die allgemeine Dienstpflicht für alle jungen Männer ein. Zumindest de Jure bestand damit eine allgemeine Wehrpflicht. Diese blieb aber undurchführbar, da der Entwicklungsstand des frühneuzeitlichen Staatswesens noch zu gering war und eine Überforderung der feudal-ständischen Gesellschaft nach sich zog. Um die Desertionsrate zu begrenzen erteilten offizielle Stellen zunehmend Urlaubsscheine für die Dienstverpflichteten. Dies brachte dann tatsächlich ab Mitte der 1720er Jahre Verbesserungen mit sich. Nach und nach verzichteten die verantwortlichen Stellen auf inländische Werbungen. Stattdessen wurde vermehrt im Ausland Werbungen durchgeführt, die den Rekrutenbedarf zu einem Anteil von 30 Prozent deckten. Betroffene Gebiete waren die anderen Staaten im Heiligen Römischen Reich, Polen, Russland, Südosteuropa und Irland.[73] Die anderen Staaten wehrten sich gegen das Vorgehen Preußens und erließen Werbeverbote. Ausdrücklich wurden die Menschen aufgefordert, beim Heranrücken preußischer Rekrutierungstrupps die Sturmglocken zu läuten. Kurhannover erließ am 14. Dezember 1731 folgenden Verordnung:

„Preußische und andere Werber ... sollen als Straßen- und Menschenräuber, Störer des Landfriedens und Verletzer unserer Hoheit traktiert und, wenn sie schuldig befunden werden, am Leben gestraft werden. ... Wer einen preußischen Werber tot oder lebendig einliefert, erhält aus der Kreigskasse fünfzig Taler.“

CBL, Bd. III, 102-104[74]
 
Inspektion von Rekruten der Langen Kerls durch den Soldatenkönig in Potsdam, Max Koch

Im Inland gingen die Rekrutierenden dazu über, alle dienstfähigen Männer in regional spezifische Listen einzutragen („zu enrollieren“) und nur einen Teil davon im Bedarfsfall zu rekrutieren. Daraus entwickelte sich durch diverse königliche Verordnungen im Jahr 1733 ein rechtsverbindliches Rekrutierungssystem, das so genannte Kantonreglement, welches bis 1814 Bestand haben sollte. Ziel war es, die oftmals gewaltsamen Werbungen der Armee zu beenden. Das Kantonreglement erzwang eine Registrierung zum Militärdienst aller männlichen Kinder. Zusätzlich wurde das Land in Kantone unterteilt, denen jeweils ein Regiment zugeteilt wurde, aus dem es die Wehrpflichtigen rekrutierte. Die Dienstzeit eines Kantonisten (Wehrpflichtiger) betrug in der Regel zwei bis drei Monate im Jahr. Den Rest des Jahres konnten die Soldaten zu ihren Höfen zurückkehren. Städtische Bürger waren oft vom Militärdienst befreit, hatten aber für die Soldaten Quartiere bereitzustellen.

Die Vergrößerung des Heeres wurde auch in der Folgezeit betrieben. 1719 zählte es bereits 54.000, 1729 reichlich 70.000, 1739 über 80.000 Mann, darunter waren 26.000 angeworbene Ausländer. (zum Vergleich: im Jahre 1739 hatte Österreich 100.000 Mann, Russland 130.000 Mann, Frankreich 160.000 Mann unter Waffen). Da sich die Heere der anderen Mächte nach 1713 bis 1740 deutlich verringert hatten, wog der Aufwuchs der preußischen Armee schwerer. Dem allgemeinen Abrüstungsbestrebungen lag ein stabiles Mächtegleichgewicht in Europa zu Grunde, das eine relativ friedliche Periode nach sich zog. Preußen steckte „als Zwerg in der Rüstung eines Riesen“. In der Rangfolge der europäischen Staaten an 13. Stelle stehend, besaß es die dritt- oder viertstärkste Militärmacht. Insgesamt gab Preußen zu dieser Zeit 85 % seiner Staatsausgaben für das Heer aus. Im Vergleich dazu lagen die Heeresausgaben der anderen Mächte bei etwa 40 bis 50 % der Staatsausgaben.[75] Von der Gesamtsumme der Einnahmen und Ausgaben des preußischen Staatshaushaltes die 1740 rund sieben Millionen Taler betrugen, wurden fünf Millionen Taler für die Armee verbraucht und aus dem Rest die Kosten für die Hofhaltung und die Verwaltung bestritten. Aus den Ersparnissen wurden bis 1740 ein Kriegsschatz von acht Millionen Taler zusammengetragen. Was zur Ebenbürtigkeit mit den Großmachtheeren noch fehlte, wurde durch die Qualität der Ausbildung wettgemacht.

Die Armee lag in dem nun folgenden Frieden von 1715 bis 1740 verteilt auf die städtischen Bürgerquartiere und wurde von der städtischen Akzise und Grundsteuern unterhalten. Durch ihren Massenbedarf an Nahrung, Bekleidung und Ausrüstung wurde sie der größte Konsument und Arbeitgeber in Preußen. Auch die eigene Rüstungsindustrie wurde zur Versorgung der Armee mit Waffen und Ausrüstung ausgebaut. Es wurde unter anderem die Königliche Preußische Gewehrfabrique und das Königliches Lagerhaus als bedeutende Produktionszentren errichtet. Wurde die Armee mobilisiert so erfolgte sofort eine Unterbrechung des wirtschaftlichen Kreislaufs, die Steuerzahlung sanken und die Armee musste vom Kriegsschatz unterhalten werden. Aufgrund dieser Wechselwirkungen vermied es der König in kriegerische Konflikte hineingezogen zu werden, so dass der Pommernfeldzug von 1715/16 der einzige Kriegseinsatz der Armee in der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm I. war.

 
Friedrich Wilhelm I. inspiziert in Potsdam seine Garde, Carl Röhling

Als Lehr- und Mustertruppe diente das Königs-Regiment der Langen Kerls in Potsdam. Dieses Regiment entsprang der Soldatenliebhaberei des „Soldatenkönigs“. Der König ließ in allen Himmelsrichtungen Europas Werbeoffiziere aussenden, um aller großgewachsenen Männern ab 1,88 Meter habhaft zu werden, die es gab. Diese Leidenschaft des Königs für „lange Kerls“ hatte einen praktischen Sinn, da diese Füsile mit längeren Läufen benutzen konnten. Der Ladestock konnte schneller aus dem Vorderlader gezogen und eingeführt werden. Damit konnten diese genauer und weiter im Gefecht schießen. Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Armeen.[76] Das Regiment umfasste drei Bataillone mit 2400 Mann. Die Langen Kerls waren bildhafter Ausdruck des gut geführten Heeres und der soldatischen Staatsraison unter Friedrich Wilhelm. Die Armee verkörperte gleichzeitig das in Preußen drastisch veränderte Verhältnis zu absolutistischer Reputation und Herrschaftssymbolik, weg vom Hofstaat hin zum effektiv gelenkten Militärstaat.[77] Die preußischen Soldaten dienten daher dem König zur Repräsentation der preußischen Monarchie. Statt höfischer Prachtentfaltung und Festlichkeiten bei Staatsempfängen hatte das Militär bei den offiziellen Anlässen häufig die zentrale Rolle bei Fürstenempfängen inne. Programmpunkte waren die Besichtigung der Riesengarde, Durchführung mehrerer Revuen, Artillerieschießen und der Besuch des Berliner Zeughauses. Auch Manöver mit Abschluss einer Parade gehörten zu den offiziellen Anlässen. Gelegentlich kam noch die feierliche Übergabe eines Regiments hinzu.[78]

Dem Adel wurden im Zuge des anhaltenden Ausbaus des absolutistischen Zentralstaates seine politischen Rechte aus der mittelalterlichen ständischen Ordnung mehr und mehr genommen. Als Ausgleich erhielt er eine größere wirtschaftliche Unabhängigkeit und wurde über den Offizierskorps der Armee an die Monarchie gebunden. So bestand das Offizierskorps seit der Regierungszeit Friedrich Wilhelm I. im Wesentlichen aus Angehörigen des Adels. Dies war in Europa einzigartig. Obwohl auch die Offizierkorps in Österreich, Frankreich, Schweden und Russland überwiegend vom Adel geprägt waren, stammten in Preußen fast alle Offiziere aus dem ansässigen Ritterstand.[79] Dieser musste allerdings regelrecht systematisch gezwungen werden, in die Armee einzutreten. Friedrich-Wilhelm I. verbot außerdem dem Adel den Militärdienst in einer anderen als der preußischen Armee. Der Adelsanteil schwankte zwischen den einzelnen Regimentern bzw. Truppengattungen erheblich. So waren in den leichten Truppen wie den Husaren erheblich mehr Offiziere bürgerlicher oder bäuerlicher Herkunft als in alten und prestigeträchtigen Feldregimentern. Weiterhin erließ er die Anordnung, dass der Adel seine Söhne im Alter von 12–18 Jahren zur Ausbildung und Erziehung in das neu geschaffene Kadettenkorps zu geben hatte. Unter seiner Regentschaft rekrutierte sich ein Fünftel des Offiziersnachwuchses aus den Kadettenhäusern. Das Kadettenkorps diente aber nicht nur der Vorbereitung auf den Offiziersdienst, sondern besaß auch eine starke soziale Komponente. Unbemittelte Adlige konnten ihre Söhne hier versorgt wissen. Somit wurde der Adel, ähnlich den einfachen Bauern oder Bürgern, einer Dienstpflicht unterworfen. Grundsätzlich wurden in Friedenszeiten nur in Ausnahmefällen langgediente und besonders bewährte nichtadlige Unteroffiziere zu Offizieren ernannt. Aufgrund dieser Rekrutierungspraxis bildeten sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts regelrechte Militärdynastien heraus, wobei einzelne Familien immer wieder in denselben Regimentern dienten. Zahlenmäßig entwickelte sich das Offizierskorps im 18. Jahrhundert wie folgt:[80]

Jahr 1713 1720 1733 1740 1755 1786
Zahl der Offiziere 1163 1679 2148 2523 4276 5511

Im Zuge der stetigen Heeresvergrößerung im 18. Jahrhundert stieg auch die Zahl der benötigten Offiziere. Obwohl Friedrich Wilhelm I. als Soldatenkönig in die Geschichte einging, führte er in seiner gesamten Amtszeit seine Armee nur einmal in den Krieg und zwar während des Großen Nordischen Krieges in der Belagerung von Stralsund (1715).

König Friedrich Wilhelm setzte wesentliche Prinzipien der preußischen Armee durch:

  1. Verbindung des Werbesystems mit der Dienstpflicht einheimischer Bauernsöhne,
  2. Rekrutierung der Offiziere aus dem einheimischen Adel,
  3. Finanzierung des Heeres durch die kurfürstlichen Domäneneinkünfte, durch die Ausgleichszahlungen adliger Lehnspflichten und durch Besteuerung der Städte.

Seit der Zeit des Soldatenkönigs wurde die preußische Armee von den Zeitgenossen anerkennend mit Akkuratesse, Diensteifer, Gehorsam, Pflichtbewusstsein und Effizienz in Verbindung gebracht. In negativer Hinsicht entstanden Stereotype zu Militarismus, Kriegstreiberei, einem barbarischen Strafwesen und gefühllosen Umgangsformen.

Unter Friedrich dem Großen (1740–1786) bis zur Niederlage von 1806Bearbeiten

Einsätze im Ersten und Zweiten Schlesischen KriegBearbeiten

Der Nachfolger von Friedrich Wilhelm I., Friedrich der Große (1740–1786) übernahm von seinem Vater eine nahezu perfekt organisierte Armee. Das Armeeprivilegierende System des Vaters führte der Sohn im Verlauf seiner Regierungszeit bis auf einige Kriegsbedingte Modifikationen weiter. Das führte dazu das auch weiterhin die Bedürfnisse der Armee an der ersten Stelle der staatlichen Anstrengungen gesetzt wurden und alle anderen nicht militärischen Bedürfnisse zurückgestellt wurden. Der Absolutismus erreichte in den ersten Jahrzehnten der Herrschaft Friedrichs seinen Höhepunkt. Stabilisierend und konservierend für das preußische Militärsystem wirkte der zum Dienstadel umgebildete preußische Landadel, der als Reservoir für das Offizierskorps ausersehen blieb. Offiziere mit Landbesitz wurden zur Ausnahmeerscheinung und der auf den königlichen Dienst angewiesene Adelige zum Normalfall. Dadurch ergab sich eine Doppelabhängigkeit des Adels, der nur in diesem Treuesystem seinen Einfluss erhalten konnte und Veränderungen seine gesellschaftliche führende Stellung bedrohten. Der König hatte förmliche Standesschranken ausgebildet, die eine Durchmischung der sozialen Schichten verhinderte. In diesem auf den König ausgerichteten Gesellschaftssystem standen auf der einen Seite Gutsherr und Offizier, auf der anderen Seite Gutsuntertan und Kantonist. Das Ergebnis dieser verschränkten Standespolitik war die Unterordnung aller zivilgesellschaftlichen Stellen unter den militärischen Bediensteten bei gleichzeitiger zunehmenden Erstarrungstendenzen in der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung.[81] Mit zunehmender Dauer der Herrschaft Friedrichs II. überlebte sich dieses System. Der Hintergrund der den König zur Ausbildung dieses starren Gesellschaftssystems unter Führung des Offizierskorps bewog, waren seine außenpolitischen Maximen, denen er alles andere unter ordnete. Preußen galt es demnach als Staat im Wettkampf mit seinen Nachbarn zu erhalten und zu vergrößern.

Der König führte sofort nach dem Regierungsantritt die von Friedrich Wilhelm I. betriebene Heeresvermehrung fort und erhöhte die Truppenstärke auf fast 90.000 Mann. Ein halbes Jahr nach der Thronbesteigung begannen die Schlesischen Kriege und den, in europäischer Perspektive, übergeordneten Österreichischen Erbfolgekrieg. Die preußische Armee fiel in die habsburgische Provinz Schlesien ein. Unter der Führung von Feldmarschall Kurt Christoph von Schwerin besiegte am 10. April 1741 in der Schlacht bei Mollwitz die österreichischen Truppen und entschied so den Ersten Schlesischen Krieg zu Gunsten Preußens. Doch die siegreiche Schlacht zeigte auch die Schwächen der Armee auf. In der Schlacht zeigten Monarch und Truppe die Mängel einer fehlenden Praxis und einer auf dem Exerzierplatz erworbenen Friedensausbildung. Mangelnde Übersicht auf Seiten der Kommandeure und Panik in den Regimentern brachten die preußische Armee einer Niederlage gefährlich nahe. Nur der Triumph des Drills über die Angst bei der preußischen Infanterie wendete das Blatt in letzter Minute. Die Schlacht hatte die Unterlegenheit der schwerfälligen preußischen Kavallerie verdeutlicht. Solange sie nicht zu Angriffsoperationen in der Lage war, fehlte dem König das wichtigste Element einer beweglichen Kriegführung.

Die kurze Friedenszeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Schlesischen Krieg (Juni 1742 bis August 1744) nutzte Friedrich II. zur kritischen Reflexion über die Kriegsereignisse. Seine Erkenntnisse verarbeitete er am 1. Juni 1743 in Lehrschriften und Instruktionen bei der Kavallerie und der Infanterie. Der König begründete 1743 die Praxis von Herbstmanövern, in denen Gefechtslagen simuliert wurden. Bereits seit 1715 gab es jährlich von seinem Vater durchgeführte Generalrevuen. Spezialrevuen fanden im Frühjahr statt, wurden aber nicht unter Gefechtsbedingungen abgehalten. Bei den Spezialrevuen wurde nur ein einziges Regiment vom König gemustert, bei den Generalrevuen große Truppenverbände.

Die Regimenter mussten sich während der Revuen in voller Stärke halten und Beurlaubte Dienstanwesend sein. Neue Taktiken wurden erprobt und der König dachte sich besonders komplizierte Manöver aus. Bei den Spandauer Manövern 1753 wurden 44.000 Soldaten zusammengezogen. Dadurch geriet ganz Zentraleuropa in Aufruhr. Ausländische Beobachter waren nicht zugelassen. So war es für Ausländer schwer, zu entscheiden, ob es sich um ein großes Manöver oder um eine Mobilmachung handelte. Diese Manöver vor dem Siebenjährigen Krieg haben wesentlich dazu beigetragen, die Schlagkraft der Truppen zu erhöhen. Fehler bei der Revue konnten leicht zu Wutausbrüchen des Königs führen und eine bis dahin erfolgreiche langjährige Offizierskarriere beenden, auch abhängig von der Laune des Königs. Regimenter, die im Krieg eine Schlappe hinnehmen mussten, hatten es besonders schwer, danach bei einer Truppenrevue zu bestehen. Der zeremonielle Aspekt der Revuen band die Armee an ihren König. In den späteren Regierungsjahren setzte der König Inspekteure ein, die ihn teilweise entlasteten. Sie suchten die ihnen zugewiesenen Regimenter auf, überzeugten sich von ihrem Zustand und gaben Meldung an den König.

Seine besondere Sorge galt neben der Ausbildung der Kavallerie der Vermehrung der Husarenregimenter, die für die Geländeerkundung und die Feindaufklärung zuständig wurden. Die preußische Armee wuchs in den zwei Friedensjahren um neun Feldbataillone, 20 Husarenschwadronen (darunter 1 Schwadron Bosniaken) und sieben Garnisonsbataillone. Durch die neue preußische Provinz Schlesien kamen acht weitere Festungen in den preußischen Festungsgürtel hinzu. Dies waren die Festung Glogau, Breslau, Brieg, Festung Cosel, Festung Neiße, Festung Silberberg, Festung Schweidnitz und die Festung Glatz. Die Aufgaben des Generalstabs beschränkten sich im Krieg auf ingenieurtechnische Dienste und der König war folglich sein eigener Generalstabschef. Die Offiziere waren, ähnlich wie die Adjutanten, dem König persönlich zugeordnet und er bedurfte als oberster Kriegsherr keiner selbständigen Organisation, sondern nur der Erfüllungsgehilfen.

Österreich versuchte, Schlesien im Zweiten Schlesischen Krieg zurückzuerobern. Den Zweiten Schlesischen Krieg begann Friedrich ähnlich wie den ersten mit einem raschen Vorstoß in feindliches Gebiet. Der Feldzug von 1744 verlief für Preußen jedoch katastrophal und endete in einer fast vollständigen Auflösung der Armee. Der König hatte sich zu weit von seinen Nachschublinien entfernt, und auch eine Versorgung aus dem besetzten Gebiet misslang. Ohne eine Schlacht geschlagen zu haben, verlor die preußische Armee fast die Hälfte ihrer Mannschaften durch Gefangennahme, Desertion oder Mangelkrankheiten. Im nächsten Feldzugsjahr wendete sich das Blatt. So wurden Österreich und Sachsen in der Schlacht bei Hohenfriedeberg 1745 besiegt. Besonders die Husaren (auch Zietenhusaren genannt) unter der Führung von General Zieten konnten sich in dieser Schlacht auszeichnen. Die Erfolge bei Hohenfriedberg, Soor und Kesselsdorf wurde dank einer verbesserten Kampfweise der Kavallerie sowie durch Präzision und Angriffsschwung der Infanterieregimenter erzielt. Die Gesamtverluste der Armee im Zweiten Schlesischen Krieg betrugen 14.000 Mann.

ZwischenkriegsjahreBearbeiten

Die Folgejahre bis zum erneuten Kriegsausbruch waren eine Zeit des gezielten Ausbaus der Armee. Bis 1755 wuchs die Gesamtstärke der preußischen Streitkräfte auf 136.629 Mann und bis zum Beginn des Siebenjährigen Krieges auf 156.000 Soldaten an. Die Kriegserfahrungen wurden in der Armee genutzt, um durch Maßnahmen der Reorganisationsund der Organisationsentwicklung die Leistungsfähigkeit der Truppe insgesamt zu erhöhen. Die Truppengattung der Kavallerie wandelte sich fortlaufend weiter und verbesserte ihre Leistungskraft stetig. Sie wurde so von einer mängelbehafteten Truppe, wie sie noch im ersten Schlesischen Krieg wahrgenommen wurde, zu einer leistungsstarken Stütze der Infanterie im Siebenjährigen Krieg. Der Wandel gelang vor allem durch das Vorhandensein fähiger Führer. Bei der Kavallerie tat sich neben Zieten Friedrich Wilhelm von Seydlitz hervor. Er war nach dem Urteil englischer und französischer Militärhistoriker neben Joachim Murat der bedeutendste Reiterführer der modernen Kriegsgeschichte. Neben seiner erfolgreichen Führung großer Kavallerieverbände wie z. B. bei Roßbach (1757) und Zorndorf (1758) gilt er als der Schöpfer der modernen Kavallerie. Seine Grundsätze für die Ausbildung zu Pferde und im Gefecht galten noch bis zum Ersten Weltkrieg. Die ersten beiden Schlesischen Kriege zeigten ebenso Mängel bei der Feldartillerie auf. Es entstanden in der Folgezeit neue Einheiten und die Zahl der Feldgeschütze wurde von 222 im Jahr 1744 auf 723 Geschütze im Jahr 1763 mehr als verdreifacht. 1763 betrug die Kampfstärke der Preußischen-Artillerie 6.309 Soldaten.[82]

Das preußische Magazinwesen war im 18. Jahrhundert stark ausgebaut worden. Die Nahrungsmittelzuweisungen pro Soldat betrugen zunächst zwei Pfund Brot und zwei Pfund Fleisch wöchentlich, 1746 wurde die Ration dann auf eineinhalb Pfund gekürzt. Zu Beginn des Siebenjährigen Krieges verfügte Preußen über 32 Kriegsmagazine, in denen knapp 80.000 Pfund Getreide eingelagert waren. Für die geistige Betreuung sorgten 120 Feldprediger im Heer.[83] Im Ersten Schlesischen Krieg reichten die Rücklagen des Kriegsschatzes für den Unterhalt aus. Beim Zweiten Schlesischen Krieg wurden die Rücklagen völlig aufgezehrt und zusätzliche Anleihen nötig. Der Kriegsschatz, der zum Unterhalt der Armee diente, wurde nach 1744 rasch wieder aufgefüllt und betrug zu Kriegsbeginn fast 18 Millionen Reichstaler. Diese Rücklage reichte etwa für ein Jahr aktive Kriegsführung aus. Die Ausgaben wurden für die Mobilmachung, Auffüllung der Magazine oder die Bildung von Feldkriegskassen getätigt.

Einsätze im Siebenjährigen KriegBearbeiten

In den 1750er Jahren veränderte sich das außenpolitische Klima erneut. Österreich verbündete sich mit Frankreich im Zuge der Diplomatischen Revolution (1756); Österreich, Frankreich und Russland standen gemeinsam gegen Preußen. Friedrich der Große griff seine Feinde präventiv an, womit er den Siebenjährigen Krieg auslöste. Obwohl zahlenmäßig unterlegen, erreichte die preußische Armee 1757 beachtenswerte Siege in der Schlacht bei Roßbach und der Schlacht bei Leuthen. Hingegen wurden die preußischen Kräfte 1759 in der Schlacht bei Kunersdorf deutlich besiegt. Entgegen der eigenen Handlungsmaxime, unbedingt Abnutzungskriege zu vermeiden und stattdessen alles auf eine schnelle offensive Kriegsentscheidung auszurichten, musste die preußische Armee doch den Abnutzungskrieg führen, den es aufgrund der begrenzteren eigenen Ressourcen im Vergleich zu den Feinden schlechter durchstehen konnte. Es gelang aufgrund der Verluste nicht, die Personalzahlen zu halten. Allein die Winterfeldzüge von 1759 und 1761 führten infolge von Erkrankungen und Erfrierungen zu soviel Opfern wie mehrere Schlachten. Der Siebenjährige Krieg führte zu Verlustzahlen in der preußischen Armee zwischen 142.722 und 186.000 Mann. Durch Desertion verlor die Armee weitere 80.000 Mann. (Österreich: 62.000 Mann, Frankreich: 70.000 Mann).[84] Die Armee musste im Laufe der Feldzüge praktisch neu aufgestellt werden, wobei der Substanzverlust im Zeitverlauf höher war als die Zuführung neuer Kräfte in die Armee. Insbesondere die Rekrutierung mit Ausländern war in Kriegszeiten nur eingeschränkt möglich und verringerte das Rekrutierungspotenzial. Die Anforderungen an die Qualität des Ersatzes mussten ständig herabgesetzt werden. Die Kämpfe waren deutlich intensiver und fanden häufiger statt als noch im 17. Jahrhundert. Allein im Feldzugsjahr 1757 fanden 188 Kampfhandlungen der preußischen Armee statt (3. September 1756 – 31. Dezember 1756: 39 Gefechte). 1760 waren es bereits 296 Gefechte, 1762 waren es 204 Kampfhandlungen. Im Schnitt ergaben sich etwa 200 Gefechte pro Jahr, auf den gesamten Konflikt zusammengerechnet sind dies rund 1250 Kampfhandlungen der preußischen Armee von September 1756 bis Ende 1762.[85] Neben den vielen Vorhhutgeplänkeln oder Aufklärungsgefechten gab es nur wenige Dutzend Hauptschlachten die feldzugsentscheidenden Charakter hatten. Von diesen 21, nach Aufzeichnung von Friedrich II. Hauptschlachten siegte die preußische Armee in 14, während sieben verloren gingen.[86]

Mit schwindenden physischen Reserven gewann vor allem der Kleinkrieg immer größere Bedeutung. Um die Überlegenheit der Österreicher (Grenzer, Panduren) und Russen (Kosaken) hier ausgleichen zu können, stellte Friedrich Freibataillone („Dreimal blau und dreimal des Teufels, ein exekaberes Geschmeiß!“) auf und griff sogar, mit Aufstellung von Milizeinheiten, der militärischen Entwicklung der Befreiungskriege vor.

Der offensiv orientierte Friedrich II. war ein Verfechter der „Schiefen Schlachtordnung“, welche beträchtliche Disziplin und Mobilität der Truppen erforderte. Dabei wurde der Großteil seiner Streitkraft auf den linken oder rechten Flügel des Feindes konzentriert. Diese ließ er gestuft um die gegnerische Flanke vorrücken. Um den Zug zu vertuschen, griff Friedrich gleichzeitig die gegnerische Linie mit weiteren Einheiten frontal an, um den Gegner beschäftigt zu halten, damit der keine Zeit bekam, seine Formation dem Zug anzupassen. Wenn die Truppen nah an der Flanke des Gegners positioniert waren, konnten die preußischen Einheiten lokale Überlegenheit erlangen, in die Flanke eindringen, die feindlichen Reihen von der Seite her aufrollen und die Formation damit sprengen. Obwohl diese Taktik bei Kunersdorf fehlschlug, wurde sie mit großem Erfolg in der Schlacht von Leuthen und der Schlacht von Roßbach angewandt. Gegen Ende des Siebenjährigen Krieges begann Friedrich II., neue Taktiken auszuarbeiten, um die schräge Gefechtsreihe zu ersetzen.

Die preußische Niederlage schien unausweichlich, doch Friedrich der Große wurde durch das „Mirakel des Hauses Brandenburg“ gerettet. Der plötzliche Tod der Zarin Elisabeth führte zum Ausscheiden Russlands aus dem Krieg und zur Rettung Preußens. Der Besitz Schlesiens wurde im Frieden von Hubertusburg (1763) bestätigt. Die Armee zählte 1763 etwa 150.000 Mann, davon waren etwa 68 % Landeskinder.[87]

 
Die Französische Revolution veranlasste Preußen, im Bündnis mit Österreich zu einer gegenrevolutionären Invasion. Infolge der Kanonade bei Valmy am 20. September 1792 endete sie mit dem Rückzug der preußischen Armee aus Frankreich. Das Ereignis markierte in aller Welt den entscheidenden ersten Erfolg Frankreichs im Ersten Koalitionskrieg (Gemälde aus dem Jahr 1835 von Jean-Baptiste Mauzaisse)

Stagnation, Hybris und ZusammenbruchBearbeiten

 
Einmarsch preußischer Truppen in Amsterdam

Um eine abschreckende Wirkung zu entfalten, wurde die Armeegröße auch im Frieden weiter ausgebaut. Ihre Mannschaftsstärke betrug im Jahr des Todes von Friedrich II. etwa 193.000 Soldaten bei einer Bevölkerungszahl von 5,5 Millionen.[88] Darunter befanden sich 140.000 Infanteristen, 40.000 Kavalleristen und 10.600 Artilleristen. Die Armee war damit die drittgrößte Streitkraft des Kontinents nach der Russischen und der Französischen Armee. Auf 29 Untertanen kam ein Soldat. Preußen war demnach ein stark militarisierter Staat, ohne notwendigerweise eine stark militarisierte Gesellschaft aufzuweisen. Es gab keine allgemeine Wehrpflicht und die Ausbildung war nach heutigen Maßstäben kurz und oberflächlich.[89] Um die negativen Auswirkungen der Wehrpflicht auf die Wirtschaft zu verringern, war die preußische Armee auf eine große Zahl ausländischer Soldaten angewiesen. Rund 110.000 Ausländern standen 80.000 Inländer gegenüber. Ausländer in der Armee galten als weniger diszipliniert, weniger motiviert und desertierten eher als Inländer. Durchschnittlich befanden sich 90.000 Soldaten im Urlaub und wurden nur zu den Übungen eingezogen. Die benötigte Zeit zur Mobilisierung dauerte sechs Tage. Sie übertraf damit alle anderen Armeen ihrer Zeit. Daraus resultierte ein strategischer Vorteil, denn sie konnte vor einer feindlichen Streitmacht die Initiative übernehmen und in die Offensive gehen. Der Anteil der Militärausgaben an den gesamten Staatsausgaben betrug nun 66 %, deutlich weniger im Vergleich zu den 85 % Anteil an Militärausgaben in Preußen im Jahr 1740.

Der Nachfolger Friedrichs des Großen wurde sein Neffe Friedrich Wilhelm II.. In den 11 Jahren seiner Regierung kümmerte er sich kaum um die Armee. Er hatte wenig Interesse an militärischen Fragen und übertrug die Verantwortung für sie vor allem an Karl-Wilhelm Ferdinand, Herzog von Braunschweig, an Wichard von Möllendorff sowie an Ernst von Rüchel. Der König unterließ schon bei seinem Amtsantritt, Posten im Militär und Verwaltung neu zu besetzen. So war die Mehrzahl der Amtsträger und Offiziere bereits seit Ende des Siebenjährigen Krieges in ihren Ämtern. Da sie in jungen Jahren große Verdienste um den preußischen Staat erworben hatten, beließ der neue König sie aus Dankbarkeit in Ihren Ämtern. Die Friedensstärke der preußischen Armee wuchs unter Friedrich Wilhelm II. auf 189.000 Mann Infanterie und 48.000 Mann Kavallerie. Auch der folgende König Friedrich Wilhelm III., der als Zauderer galt, vermochte keine neuen Impulse zu setzen.

Zwar wurden nach dem Bayerischen Erbfolgekrieg 1779 Verbesserungen in die Armee eingeführt. Die mobilen, leichten Einheiten und Jägerkontingente waren verstärkt worden und es wurde ein neues Requisitonssystem eingeführt. Das reichte jedoch nicht, um die Kluft zur französischen Armee zu schließen. Zum Teil war die preußische Armee der französischen Armee mit ihrem Levée en masse numerisch unterlegen. Seit Beginn der französischen Revolution hatten die Franzosen zudem Infanterie, Kavallerie und Artillerie in festen Divisionen zusammengefasst, die von einer unabhängigen Logistik unterstützt wurden und imstande waren, autonom gemischte Operationen durchzuführen. Später wurden diese Verbände dann zu Armeekorps zusammengestellt, die eine beispiellose Flexibilität und Schlagkraft ermöglichten. Im Gegensatz dazu stand die preußische Armee erst am Anfang des Prozesses und hatte erst angefangen, die Möglichkeiten von Divisionen mit kombinierten Waffengattungen auszuloten. Auch beim Einsatz von Scharfschützen hinkten die Preußen hinterher. Die Gesamtzahl dieser Truppen (Jäger) blieb klein, auch war die Güte der Waffen nicht hoch und es gab keine Überlegungen zum Einsatz von Schützenverbänden innerhalb großer Truppenkontingente.[90]

Insgesamt stagnierte die Entwicklung des Militärwesens nach 1763. Die Veränderungsdynamik verringerte sich, hervorgerufen durch die Erfolge der vorherigen Dekaden. Hinzu kam eine Überalterung des Militärpersonals. Die meisten im Offizierskorps waren schon 65 und manch einer auch schon über 70 Jahre alt. Gerade das überalterte Offizierskorps der preußischen Armee sollte sich im Koalitionskrieg für Preußen verheerend auswirken, da sie die militärischen Konzepte der Franzosen nicht verstanden. Die verdienten Funktionsträger lehnten aufgrund der eigenen Kriegserfahrungen fundamentale Neuerungen ab. Bereits um 1790 begannen Kritiker eine Reform des frideridzianischen Systems zu fordern. Die Debatten gingen bis nach 1800 weiter, als die ersten Vorreiter erkannt hatten, was die Revolutionskriege und Feldzüge Napoleons für Lehren nach sich zogen. Christian von Massenbach sah auf Basis der Kriegsführung der Massenheere eine notwendige Professionalisierung der militärischen Planung und Führung voraus, um die Abhängigkeit einer Armee von der Begabung eines Kriegsherren, wie dem König zu verringern. Es sollten dauerhafte Strukturen existieren, die Sicherstellten, dass alle Informationen verarbeitet werden die eingingen. Dies sollte in die Gründung eines modernen Generalstabs münden. Wichtigstes Forum für die Debatte um eine Heeresreform wurde die 1802 gegründete Militärische Gesellschaft. Demnach war das Heer nicht abgeschottet gegen Diskussionen oder Kritik, es setzte die Änderungen nur nicht um. Jede Reformgruppe stieß irgendwann auf eine Interessengruppe, die um ihre Positionen fürchteten und folglich alles neue Boykottierten. Der Erzkonservative Möllendorff, Feldmarschall und 1806 ein immer noch aktiv dienender Greis von 82 Jahren, erwiderte nach Angaben von Christopher Clark auf Reformplänen sinngemäß «Das ist mir zu hoch» und schmetterte diese damit ab. Solche Leute waren aber in der Armee hochangesehe Veteranen und entschieden über die Entwicklung der Armee. Selbst der König Friedrich Wilhelm III. traute sich nicht in Angesicht der scheinbar fachmännischeren Urteile der Veteranen zu widersprechen.[91]

Dies rächte sich noch nicht sofort. Ganz im Gegenteil lief es für die Armee weiter günstig. Die Erfolge der Armee aus den vorherigen Kriegen hatten einen Nimbus erzeugt, der auch bei anderen europäischen Armeen zu Nachahmungstendenzen führte. So wurde in der Kaiserlich Russischen Armee 1796 das preußische Exerzierreglement eingeführt. Insgesamt gab es in diesen Nachkriegsdekaden ein sehr großes Sendungsbewusstsein in der Armee, das auch außenpolitisch spürbar wurde. Kurz nach Amtsantritt des Königs Friedrich Wilhelm II. erfolgte die Invasion Hollands.

Die Armee ruhte sich auf den Erfolgen früherer Tage aus und verbrauchte ihr Prestige. Die relative Schlagkraft der preußischen Armee nahm daher seit Ende des Siebenjährigen Krieges ab. Es wurde vermehrt großen Wert auf immer komplexere Formen des Drills gelegt. Sie dienten vor allem zum Erlernen der mechanischen Funktionsweise, die jeder einzelner Soldat im Truppenkörper beherrschen musste. Die von Kritikern geforderten Reformansätze wurden innerhalb der Armee abgelehnt, obwohl es bereits neuere Ausbildungsmethoden gab, die ein anderes Menschenideal als das des willenlosen Automaten vertraten. Noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts gingen die militärischen Innovationen, die die Entwicklung der Armeen in Nordamerika und Europa im 18. Jahrhundert maßgeblich gestalteten noch von der preußischen Armee aus. Nun ging die Rolle des Innovationstreibers im Zuge der gesellschaftlichen Umbrüche ab Ende der 1780er Jahre in Frankreich auf die französische Armee über. Bereits in den 1790er Jahren zeigte sich, dass die nach preußischer Manier gedrillten Soldaten in ihrer starren Formationsweise im Einsatz gegen die freier beweglichen französischen Truppen unterlegen waren. In der Folgezeit büßte die Armee ihren militärischen Qualitätsstandard ein. Geführt durch alternde Veteranen der Schlesischen Kriege, zudem schlecht ausgerüstet, konnte sie nicht mit der französischen Armee der Koalitionskriege mithalten. Das zeigte schon im Ersten Koalitionskrieg die Niederlage bei der Kanonade von Valmy. Im Ergebnis hielt sich Preußen strikt an einen Neutralitätsgebot und vermied jegliche kriegerische Konfrontation mit der französischen Armee, auch auf Kosten der eigenen Bündnispartner, die fortan häufig wechselten. Stattdessen wurde die Armee 1794 in den polnischen Freiheitskampf hineingezogen, den es zusammen mit der russischen Armee militärisch niederdrückte. Kurz vor dem vollständigen Zusammenbruch des altpreußischen Staats durchlebte Preußen eine Art Hybris.

Von der Heeresreform unter Scharnhorst bis zu den BefreiungskriegenBearbeiten

Einen großen Umbruch brachte das Jahr 1806. Das Heer, das bis dahin aus Zwangsverpflichteten und Geworbenen bestand, wurde in der Schlacht bei Jena und Auerstedt von der französischen Armee vernichtend geschlagen. Die preußische Armee befand sich in völliger Auflösung, binnen weniger Wochen kapitulierten zahlreiche Festungen trotz guter Versorgungslage ohne Kampf. Der Krieg setzte sich zwar mit russischer Unterstützung bis in den Sommer 1807 fort, doch dann musste Friedrich Wilhelm III. einen Friedensvertrag unterzeichnen, der Preußen hart traf. Preußen verlor als Folge dieser Niederlage im Frieden von Tilsit 1807 große Teile seines Territoriums und die Armee wurde auf eine Stärke von 42.000 Mann begrenzt. Im Juli 1807 als der Schock von Tilsit noch frisch war, gründete der König eine Reorganisationskommission deren Aufgabe es war, alle erforderlichen Reformen auszuarbeiten. Führender Kopf der die Heeresreform wurde Gerhard von Scharnhorst unterstützt von August von Gneisenau, Carl von Clausewitz, Hermann von Boyen, Carl Wilhelm Georg von Grolman. Wichtige Strukturänderungen folgten. Die militärische Exekutive wurde gestrafft, dazu gehörte auch die Schaffung eines Kriegsministeriums, in dessen Rahmen sich allmählich die ersten Ansätze eines Generalstabs herauskristallisierten. Größere Bedeutung wurde dem Einsatz flexibler Jägereinheiten beigemessen, die fortan in einer offenen Schlachtordnung operieren sollten. Beförderungen waren künftig ausschließlich an entsprechende Verdienste geknüpft. [92]

Scharnhorst öffnete die Armee für Bürgerliche mit dem Ziel, den Leistungsgedanken vor den Geburtsrechten des Adels zu verstärken. Dies galt besonders für das Offizierskorps. Das Bürgertum und der Adel sollten eine neue Offiziersschicht bilden, die des wissenschaftlich gebildeten Offiziers.

 
Fahnenweihe Regiment Garde zu Fuß 1808

Er befürwortete das Konzept der Massenaushebung (französisch levée en masse) für das preußische Heer, um die begrenzte preußische Armee zu verstärken; daraufhin wurde die Landwehr als Miliz geschaffen, die eine Stärke von 120.000 Mann erreichte. Sie sollte als hochmotivierte Hilfstruppe die regulären Armee unterstützen. Die Reform ging einher mit einer beispiellosen Säuberung der preußischen Militärführung. Nach Abschluss der Reorganisation im September 1808 dienten von den 142 preußischen Generälen des Jahres 1806 nur noch 22, von den übrigen waren 6 gefallen und 17 strafweise ausgeschieden.[93] 17 wurden entlassen und 86 mit allen Ehren verabschiedet. Insgesamt waren durch die Säuberung mit Befehl vom 6. August 1808 200 Offiziere aus der Armee ausgeschieden. Unmittelbares Ziel war es einen neuen Führungskader aufzubauen. Die alte kastenartige Exklusivität des Offizierkorps sollte überwunden werden. Durch aufrechten Patriotismus sollte der Elan und das Engagement aufgebaut werden, der 1806 fehlte. Um dieses Ziel, der Hebung eines nationalen Geistes für die Armee nutzbar zu machen, sollte eine allgemeine Wehrpflicht folgen. Die Befreiungen vom Wehrdienst, die Exemtionen sollten wegfallen. [94]

Scharnhorst führte das „Krümpersystem“ ein, indem bis zu einem Drittel der jeweiligen Soldaten beurlaubt und durch neue Rekruten ersetzt wurde. Dadurch wurde die festgesetzte Höchststärke von 42.000 Mann nicht umgangen und doch ein Reservoir an dienstfähigen Männern geschaffen.

Scharnhorst reformierte ebenfalls den Strafenkatalog. Stockprügel und der Spießrutenlauf wurden verboten, stattdessen sah das neue System nur noch Arreststrafen vor. Bei kleineren Vergehen wurden die Strafen entsprechend abgestuft, vom Nachexerzieren bis hin zum Arbeitsdienst oder der Strafwache. Diese Reform der Disziplinarstrafen war notwendig, damit das Konzept des Volksheeres aufgehen konnte. Das Bild des in den Dienst gepressten Soldaten, der mit Desertion drohte und den man mit Gewalt in der Armee halten musste, sollte abgelöst werden. Stattdessen sollte der Soldat ein angesehener ehrenhafter Berufsstand werden, der seine Pflichten freiwillig erfüllt. Das Menschenbild des Soldaten in der Armee entsprach damit nicht mehr dem eines willenlosen Automaten wie zuvor. Den Mannschaften wurden nun Empfindungen wie Gefühle, Stimmungen, Moral, Hunger, Kälte, Müdigkeit und Angst zugestanden. Soldaten hatten jetzt einen Willen und wurden zu subjektiven Variablen die von den Offizieren berücksichtigt werden mussten. Offiziere sollten nicht mehr bei ihren Untergebenen Angst verbreiten, die größer als die vor dem Feind war, sondern die Soldaten erziehen.[95]

 
Richard Knötel: Ferdinand von Schills Tod in Stralsund

Der Erfolg dieser Reformpolitik ermöglichte Preußen wenige Jahre später, an den Befreiungskriegen erfolgreich teilnehmen zu können. Doch zunächst folge eine Politik des Abwartens um zu verhindern durch ein alleiniges Vorpreschen erneut unter die Räder der Großmachtpolitik zu geraten. Der Aufstandversuch des Majors Schill 1809 scheiterte im Ansatz kläglich und wurde auch nur von einer Minderheit im Offizierkorps befürwortet. Die Aufrüstung in Preußen begann Mitte 1811, als sich die Vorboten eines Kriges zwischen Russland und Frankreich ankündigten. Nach Intervention Napoleons wurden die Rekrutierungen und Befestigungsarbeiten wieder eingestellt. Es folgte eine diplomatische Demütigung durch Napoleon, die Preußen zur Stellung eines Kontingents für den kommenden Feldzug gegen Russland zwang. Die Vereinbarung vom 24. Februar 1812 wurde allerdings erst dann nach Berlin durch einen Kurier durchgestellt, als eine vollständiges französische Armeekorps bereits kurz vor der Stadtgrenze stand. Aus diplomatischer Perspektive hieß dies, das Napoleon dem Staat Preußen keine bedeutende Berücksichtigung in seinem konstruierten Staatensystem zugestand, sondern das es nur die Rolle eine Satellitenstaates wie die anderen deutschen Mittelstaaten innerhalb des Rheinbundes erhielt. Ein Staat auf dieser Rangstufe war im Hierarchiesystem der napoleonischen Staatenwelt ein Gemeinwesen, das nicht auf Augenhöhe stehend gefragt wird, sondern die Befehle des Kaises entgegenzunehmen und auszuführen hat. Da Preußen eine andere Ausgangsstufe als die anderen Mittelstaaten Deutschlands hatte, wurde dieser Politikansatz von der informellen Bevölkerungsmehrheit und den Führungsstellen im Land als Zurücksetzung empfunden. Einige Reformer quittierten angesichts des erneuten Stillhaltens und Zurückweichens der Regierung und des Königs ihren Dienst und gingen in den Dienst des russischen Kaisers über, mit der Erkenntnis, das nur dieses Land in der Lage war, die Macht Napoleons noch zu brechen.[96]

Der Vormarsch der Grande Armee erfolgte über preußisches Territorium. Auf diesem Weg kam es zu vielfachen Verstößen durch die Soldaten, die in Exzesse umschlugen. Die Vorgänge heizte die Atmosphäre weiter auf, so dass zumindest in Preußen die Stimmung der Bevölkerung von allgemeinen Unmut in glühenden Hass auf die napoleonischen Truppen umschlug.[97]

Der mit militärischem Nachdruck an die preußische Regierung übermittelte Bündnisvertrag vom 24. Februar 1812 verpflichtete Preußen zur Stellung eines Hilfskorps von 20.000 Mann (14.000 Mann Infanterie, 4000 Mann Kavallerie, 2000 Mann Artillerie mit 60 Kanonen) für den Krieg gegen Russland. Dieses Hilfskorps wurde der 27. Division des X. Armeekorps der „Grande Armée“ zugeteilt. Die teilnehmenden Bataillone und Regimenter wurden per Losentscheid ausgesucht. Das preußische Hilfskorps (Yorcksches Korps) geriet aber nicht in den Untergang der Großen Armee auf ihrem Weg nach Moskau und zurück, da es auf der linken Flanke in Kurland eingesetzt war. Widerrechtlich wurden dagegen auf direkten Befehl Napoleons zwei Stammkompanien der preußischen Artilleriebrigade der französischen Garde-Artillerie als Trainsoldaten angeschlossen. Diese kamen bis nach Moskau und sind dort im Gefolge der Garde-Artillerie mit untergegangen. Von diesen beiden Einheiten gab es fast keine Rückkehrer.[98] Trotz einiger Gefechte konnte das Hilfskorps von Yorck weitgehend geschont werden und bildete nach einer Ergänzung im Januar/Februar 1813 in Tilsit den Kern der ersten Truppen im Befreiungskampf gegen Frankreich.

Nach der Niederlage der „Grande Armée“ in Russland wurde am 30. Dezember 1812 bei Tauroggen (Tauragė in Litauen) der Waffenstillstand zwischen Preußen und Russland durch den preußischen Generalleutnant Graf Yorck und von Diebitsch, General der russischen Armee, unterzeichnet. Yorck handelte dabei aus eigener Initiative ohne Befehl seines Königs. Die Konvention besagte, dass Yorck seine preußischen Truppen aus der Allianz mit der französischen Armee herauslösen solle. In Preußen wurde dies als Beginn des Aufstandes gegen die französische Fremdherrschaft verstanden. Die preußische Regierung war in den folgenden Vorgängen nur reaktiv beteiligt und billigte zumeist nachträglich das ohnehin nicht mehr änderbare Ergebnis, das in eine offene Konfrontation mit Frankreich zulief. Angesichts der vorherigen Ereignisse aus dem Vorjahr strömten scharenweise Freiwillige in die Armee um an dem kommenden Feldzug teilzunehmen.

Als am 17. März 1813 das Volk zum Befreiungskampf aufgerufen wurde, standen 300.000 preußische Soldaten (6 Prozent der Gesamtbevölkerung) bereit. Für die Dauer des Krieges wurde die Allgemeine Wehrpflicht eingeführt, ab 1814 galt sie auch für die Friedenszeit. Neben dem Stehenden Heer und der Landwehr wurde mit dem Landsturm-Edikt vom 21. April 1813 noch ein drittes Aufgebot geschaffen, der sogenannte Landsturm, der nur für den Verteidigungsfall eingesetzt werden konnte und das letzte Aufgebot darstellte. Im zusammengesetzten Kommando mit der Österreichischen und Russischen Armeespitze zeigte die preußische Führung das energischste Vorgehen, teilweise Befehle missachtend und kompromisslos.[99] Dies setzte sich im Herbstfeldzug 1813 und im Feldzug 1814 fort, als sich die preußische militärische Führungsriege gegen ihre alliierten Kollegen durchsetzten und darauf drängten, den Kampf bis zur Beendigung der napoleonischen Herrschaft fortzusetzten, anstatt wie in Kabinettskriegsmanier Frieden zu schließen. Die sehr guten Leistungen der Armee in diesen zwei Jahren gingen auf die Verbesserung der Befehlsstrukturen zurück. Diese waren so flexibel, dass Korpskommandeuren auf dem Schlachtfeld ein gewisses Maß an Autonomie gestattet wurde. Dies ermöglichte begründete Insubordinationen und wurde als Mittel auch genutzt. Zudem wurden Stabsoffiziere in die Kommandostrukturen eingebettet. Im Falle von Blücher und dem Chef des Generalstabs Gneisenau ergab dies ein schlagkräftiges Team das sich ergänzte. Die Kampftruppe wurde insgesamt elastischer und kohärenter.[100]

 
Eisernes Kreuz 1813

Dennoch blieben auch Mängel der Armee bestehen. Die Refomer hatten sich vorwiegend um die Themen Mannschaft, Kommunikation und Motivation gekümmert. Die Leistungen der Landwehr waren durchwachsen. Die Ausbildungsmöglichkeiten waren noch rudimentär, so dass viele Landwehrmänner nur die nötigsten Elemente des Soldatenhandwerks beherrschten. Die militärische Infrastruktur reichte nicht aus mit der vermehrten Einbestellung von Landwehreinheiten fertig zu werden. Noch im Sommer 1815 gab es keine ausreichende Ausrüstung. Es hing viel von privater Inititiative ab. Entsprechend groß waren die Unterschiede in der Kampfkraft. Einige Landwehreinheiten wie die der Nordarmee zugeteilten kämpften ähnlich wirkungsvoll wie die Liniensoldaten. Die Landwehreinheiten der Schlesischen Armee Blüchers erwiesen sich aber bei Beschuss als unzuverlässig. Den volkstümlichen Charakter dieses Krieges unterstrich die Einführung des Eisernen Kreuzes, das erstmalig an alle Dienstgrade verliehen wurde.[101] Am Ende des Jahres 1815 hatte die preußische Armee eine Stärke von 358.000 Mann.

Vom Wiener Kongress bis zu den EinigungskriegenBearbeiten

Nach dem Wiener Kongress wurde ein Großteil der Landwehr und ein Teil der Linienarmee demobilisiert, so dass die Stärke von 358.000 Mann 1815 auf etwa 150.000 Mann im Jahre 1816 sank. In den Jahren zwischen 1816 und 1840 (Tod Friedrich Wilhelm III.) wurde der Militärhaushalt infolge eines strukturellen Haushaltsdefizits des preußischen Staates durch vielerlei Sparmaßnahmen begrenzt. 1819 betrug der Militäranteil am Staatshaushalt 38 %, 1840 waren es 32 %.[102]

Nach den Befreiungskriegen verblassten viele der zum Teil idealistisch gedachten Militärreformen. Dies ging mit der allgemeinen Restauration der alten Zustände einher. Die Landwehr war nicht in der Lage, den Platz, den ihr neben dem stehenden Heer zugedacht war, einzunehmen, da ihr militärischer Wert zu begrenzt war. Der Offiziersberuf stand zwar weiterhin dem Bürgertum offen, jedoch wurde die Adelsschicht offensichtlich bevorzugt. So wurde die preußische Armee wieder ein Hort für konservative, aristokratische und monarchische Gesinnung. Während der Revolution von 1848 war die preußische Armee das Instrument, das dafür sorgte, dass die Revolution scheiterte und die Herrschaftsstrukturen unangetastet blieben. Nachdem Preußen im Jahre 1850 eine Verfassung bekam, wurden die Soldaten auf den Herrscher vereidigt und nicht etwa auf den preußischen Staat.

1859 wurde Albrecht von Roon (Kriegs- und Marineminister) von Wilhelm I. beauftragt, eine Heeresreform durchzuführen, um sich den veränderten Verhältnissen anzupassen. Die Ursachen für den erneuten Reformbedarf lagen im technischen Fortschritt und der stark gestiegenen Bevölkerungszahl (Die Heeresgröße lag wie 1816 bei 150.000 Mann). Weiterhin zeigte sich nach zwei chaotischen Mobilmachungen 1850 und 1859, dass die Landwehr für einen Verteidigungskrieg zwar gut zu gebrauchen war, jedoch bei einem Angriffskrieg nur von begrenztem Wert.

Sein Ziel war es, das System von Scharnhorst auszudehnen und eine bewaffnete Nation zu schaffen. Um dies zu erreichen, schlug er in seiner Heeresreform vor, die Wehrpflicht bei drei Jahren beizubehalten, die Rekrutenzahl um 1/3 zu erhöhen, das Feldheer zu vergrößern und die Landwehr zu verkleinern. Durch einen dadurch ausgelösten Verfassungskonflikt wurde die Reform erst 1866 vom Norddeutschen Bund angenommen. Durch die weitere Zurückdrängung der Landwehr wurde der Prozess der „Entbürgerlichung“ des Heeres weiter vorangetrieben.

Außerdem wurde in dieser Zeit (1850er und 1860er) die veraltete Ausrüstung modernisiert. Die preußische Armee war die erste, die die gesamte Infanterie mit gezogenen Gewehren, den Zündnadel-Hinterladern, ausstattete. Ebenso wurden die bisherigen glattgebohrten Geschütze allmählich durch neue Geschütze mit gezogenen Geschützrohren ersetzt. Im Mai 1859 bestellte das Allgemeine Kriegsdepartement bei Alfred Krupp 300 Kanonen aus Gussstahl (vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen Österreich, Frankreich und Italien → Sardinischer Krieg). Krupp verwarf angesichts dieses Großauftrags seine Idee, die Kanonenproduktion und -entwicklung einzustellen.[103] Der starke Drill (Exerzieren und Formaldienst), der noch von Friedrich Wilhelm I. stammte, wurde von einem besseren Ausbildungssystem verdrängt; Gefechtsübungen und Scheibenschießen gewannen an Bedeutung. Dadurch stieg die Kampfkraft der Armee. Die lange Zeit vernachlässigte Berufsausbildung der Offiziere brachte man wieder auf einen hohen Stand. So wurde die preußische Armee wieder eine der kampfkräftigsten ihrer Zeit. Dies zeigte sich auch im Deutsch-Dänischen Krieg (1864) und im Deutschen Krieg (1866).

Im KaiserreichBearbeiten

 
Preußische Husaren
(frühes 20. Jahrhundert)

Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches im Jahr 1871 wurde die preußische Armee zum Kernbestandteil des Deutschen Heeres, die Badische Armee ging als XIV. Korps in ihr auf. Die preußische Armee blieb in Friedenszeiten rechtlich neben den anderen Länderarmeen (Sächsische Armee, Bayerische Armee, Württembergische Armee) bestehen.

So gab es nach Artikel 63 Absatz 1 der Reichsverfassung vom 16. April 1871 zu Kriegszeiten ein gesamtdeutsches Heer, das dem Oberbefehl des Kaisers unterstand. In Friedenszeiten dagegen war den Bundesfürsten mit eigenem Heer (Preußen, Sachsen, Württemberg und Bayern) der Oberbefehl vorbehalten. Somit hatte in Friedenszeiten der preußische König (der zugleich deutscher Kaiser war) den Oberbefehl über die preußische Armee. Zudem behielt das preußische Parlament in Friedenszeiten das Etatrecht für den Militärhaushalt. Durch die Reichsgründung besaß kein Bundesstaat mehr ein souveränes Kriegführungsrecht.

Die preußische Armee als rechtlich eigenständige Armee wurde 1919 mit der Aufstellung der Reichswehr aufgelöst.

Ein wichtiges Nachschlagewerk für und über die preußische Armee war – und ist noch heute zum Beispiel für Historiker oder Genealogen – die regelmäßig vom Kriegsministerium zu Berlin herausgegebene Rangliste.

Die Gesamtstärke der preußischen Armee zu ausgewählten Zeitpunkten ihres Bestehens:
Jahr 1646 1656 1660 1688 1713 1719 1729 1740 1756 1786 1806
Soldaten 14.000[104] 25.000 8.000 30.000 38.000 54.000 70.000 83.000 150.000 193.000 240.000
Jahr 1807 1813 1815 1825 1840 1859 1861 1867 1870 1875 1888
Soldaten 63.000 300.000 358.000 130.000 135.000 150.000 211.000[105] 264.000[106] 313.000[106] 325.000 377.000[107]

Nach der AuflösungBearbeiten

Artikel 160 des Versailler Vertrages begrenzte die Größe des (nicht nur preußischen) Landheeres im Deutschen Reich auf 100.000 und die der Marine auf 15.000 Berufssoldaten. Der Unterhalt von Luftstreitkräften, Panzern, schwerer Artillerie, U-Booten und Großkampfschiffen war dem Reich untersagt. Zugleich wurde die Auflösung von Generalstab, Kriegsakademien und Militärschulen verfügt.

Die meisten Soldaten wurden entlassen; viele hatten Schwierigkeiten, sich nach dem Krieg im Zivilleben zurechtzufinden.

Reichswehrminister Otto Geßler begnügte sich während seiner Amtszeit mit begrenzten politischen und administrativen Aufgaben; es gelang dem Chef der Heeresleitung Hans von Seeckt, die Reichswehr der Kontrolle des Reichstages weitgehend zu entziehen. Unter Seeckt entwickelte sich die Reichswehr zu einem „Staat im Staate“. Sie fühlte sich eher einer abstrakten Staatsidee als der Verfassung verpflichtet und stand der politischen Linken mit ausgeprägtem Misstrauen gegenüber.[108]

V. Seeckt war 1885 in die preußische Armee eingetreten und hatte bis 1918 eine steile Karriere gemacht. Während des Kapp-Putsches 1920 verweigerte Seeckt den Einsatz der Reichswehr gegen die putschenden Freikorps; den Aufstand der Roten Ruhrarmee ließ er aber brutal niederschlagen. Die Reichswehr organisierte außerdem mit der sogenannten „Schwarzen Reichswehr“ eine geheime und mit paramilitärischen Formationen vernetzte Personalreserve, als deren Führungskader sie sich begriff. 1926 wurde v. Seeckt gestürzt.

Unter der Reichspräsidentschaft Hindenburgs erlangte die Reichswehrführung zunehmenden politischen Einfluss und bestimmte schließlich auch die Zusammensetzung der Reichsregierungen mit. Dadurch trug die Reichswehr maßgeblich zur Entwicklung eines autoritären Präsidialsystems während der Endphase der Weimarer Republik bei.[109]

Uniformierung und militärisches BrauchtumBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

 
Grenadier und Offizier (im Hintergrund ein Unteroffizier) des Infanterie-Regiments Fürst Leopold von Anhalt-Dessau 1698 kolorierte Zeichnung von Richard Knötel 1857–1914

Uniformen im modernen Sinn wurden erst mit Einführung der stehenden Heere und der Gründung von Textilmanufakturen eingeführt. Die Grundfarbe der Uniformen war in Preußen blau. Diese war günstig in der Herstellung und meist die Farbe der ressourcenschwachen protestantischen Staaten im Nordosten Europas, wie zum Beispiel Schweden oder Hessen-Kassel. Im Gegensatz dazu trugen reiche römisch-katholische Staaten im Allgemeinen helle (Weiß, Grau und Gelb), reiche protestantische Staaten rote Uniformröcke (Kurhannover, Dänemark, Großbritannien).

Ursprünglich wurde in Brandenburg-Preußen die Uniform Livree oder Montierung genannt, erst ab Friedrich II. setzte sich die Bezeichnung Uniform durch, die alten Begriffe haben sich aber umgangssprachlich noch lange behauptet.

Als grobe Regel galt, dass der preußische Soldat einmal im Jahr eine neue Uniform bekam, insgesamt gab es bis zu fünf Garnituren. Die erste Garnitur wurde zur Parade angelegt, die zweite als Ausgehuniform, die dritte und vierte Garnitur zum täglichen Dienst und die fünfte Garnitur, sofern vorhanden, lag für den Kriegsfall in der Kammer. Jeder Soldat konnte – nachdem er eine Austauschgarnitur erhielt – seine alte Uniform zur freien Verfügung behalten. In der Regel wurde diese zur Einkleidung der Familienmitglieder weiterverwendet. So kam es, dass besonders auf dem Land die ausgesonderten Uniformen durch die Zivilbevölkerung jahrelang getragen wurden. Hergestellt wurden die preußischen Uniformen zum größten Teil durch das extra dafür im Jahre 1713 durch königliche Weisung gegründete königliche Lagerhaus in Berlin.

Insbesondere die Offiziersuniform erfüllte nicht nur repräsentative Funktion, sondern wurde von ihren Trägern auch im Rahmen einer jeweils spezifischen Regimentskultur als Distinktionsmittel genutzt. Auch ohne Dienstgradabzeichen ließen sich über Details der Uniform (z. B. Hutfedern, Portepees) Binnendifferenzierungen vornehmen.[110]

InfanterieBearbeiten

Kurbrandenburgisch/preußische Infanterieuniformen (1644–1709)

Blauer, vorne offener Rock, dazu Halsbinde, Weste, Hosen und Strümpfe in Regimentsfarben. Breite Halbschuhe mit Spangen, eine große Patronentasche und einen breiten, aufgeschlagenen Hut oder Grenadiermütze. Die Offiziere unterschieden sich durch bessere Stoffe, Schnitte und Stickereien an der Uniform. Zeichen ihres Standes waren auch Sponton, Degen und die Offiziersschärpe.

Altpreußische Infanterieuniformen (1709–1806)

 
Preußische Füsiliere des Regiments „Prinz Heinrich von Preußen“ (No.35) im Jahre 1757

1709 wurde ein Reglement für einheitliche preußische Uniformen eingeführt. Es wurde von allen Soldaten (Mannschaften, Unteroffizieren und Offizieren) im Prinzip der gleiche blaue Rock getragen. Die Röcke unterschieden sich in der Qualität der Stoffe und der Schnitte. Dazu eine weiße oder gelbe Weste und eine gleichfarbige Hose. Die Gamaschen waren anfangs weiß, ab 1756 schwarz, mit Halbschuhen. Stiefel wurden zumeist nur von den Stabsoffizieren und Generälen getragen. Ärmel, Rabatten, Kragen und Aufschläge waren in den Regimentsfarben ausgeführt. Ebenso war das jeweilige Regiment an der Form der Ärmelaufschläge sowie der Farbe und der Gestalt der Knöpfe, Borten, Schleifen, Tressen und Stickereien zu erkennen. Kopfbedeckung war der Dreispitz, bei den Grenadieren die Grenadiermütze.

Offiziere waren am Portepee, der Schärpe und am Ringkragen zu erkennen. Die Offiziere untereinander unterschieden sich durch die Stickereien am Rock. Ab 1742 wurden die Generäle durch eine Straußenfeder an der Hutkrempe erkenntlich. Unteroffiziere waren an einer glatten Litze am Hut und Tressen an den Ärmelaufschlagen sowie an der Seitenwaffe zu erkennen. Seit 1741 in der Garde und seit 1789 allgemein durften die Unteroffiziere ab Vizefeldwebel auch das Portepee tragen.

Jäger trugen einen grünen Rock mit grüner Weste und dazu eher olivefarbene Hosen mit schwarzen Gamaschen, ab 1760 Stiefel.

Neupreußische Infanterieuniformen (1806–1871)

 
Uniformen der Landwehr 1813

Infolge der französischen Revolution und den sich anschließenden Erfolgen der napoleonischen Armeen nach 1789 passten sich die auch die preußischen Uniformen mehr dem neuen französischen Stil an. Bis zum Untergang der altpreußischen Armee in der Schlacht von Jena und Auerstedt glichen sie noch weitgehend den Uniformen zu den Zeiten Friedrichs II.

Im Zuge der Heeresreformen nach dem Untergang der altpreußischen Armee 1806 wurden auch neue Uniformen eingeführt. Die Grundfarbe blieb blau. Die neuen Röcke waren der Mode entsprechend sehr kurz, die Hosen weit nach oben gezogen, teilweise jetzt eher grau, sehr hohe Stehkragen, Rock und Hose sehr eng geschnitten. Als Kopfbedeckung wurde das Tschako in einer hohen und weiten Form eingeführt. Schulterstücke bzw. Epauletten zur Unterscheidung der Dienstgrade wurden ab 1808 eingeführt.

 
Uniformen des preußischen Heeres während der Befreiungskriege 1813

Die neu entstandene Landwehr hatte eine einfach gehaltene Uniform mit einer Litewka aus blauem oder schwarzem Tuch mit farbigem Kragen und weiten leinenen Hosen. Die Abzeichen am Kragen, Aufschlagvorstoß, Mützenrand und Deckelvorstoß waren in den Farben der jeweiligen Provinz gehalten. Auf der Mütze trugen sie ein großes Landwehrkreuz.

1843 wurde ein neuer Helm, im Volksmund „Pickelhaube“ genannt, eingeführt. Die Glocke war anfangs sehr hoch geschnitten. Allgemein änderten sich die Uniformen der Mode entsprechend Mitte des Jahrhunderts zu niedrigeren und weicheren Stehkragen, längeren Rockschößen, weiterem Hosenschnitt und niedrigerem Helm mit kürzeren und runden Augenschirmen in mehreren Schritten. 1853 wurde der sogenannte Gefreiten-Knopf am Kragen als Dienstgradabzeichen eingeführt. 1866 kamen die endgültigen Schulterstücke für die Offiziere. Der Waffenrock wurde einreihig mit acht Knöpfen. Die Stiefel wurden niedriger bis zu der bekannten „Knobelbecher-Form“.

Preußische Infanterieuniformen im Kaiserreich 1871–1919

Die Uniformen blieben bis zum Kriegsausbruch weitgehend unverändert. Nach der Reichsgründung wurde ab 1897 neben der Landeskokarde nun auch die Reichskokarde getragen. 1907 wurde versuchsweise die erste feldgraue Uniform eingeführt, die aber nur im Kriegsfalle angelegt werden sollte. Die feldgraue Uniform erfuhr bis zum Kriegsbeginn und während des Krieges noch einige Änderungen, so wurde die Farbe beispielsweise eher ein Graugrün, der Name „Feldgrau“ aber beibehalten. Im Weltkrieg wurde ausschließlich eine feldgraue Uniform getragen, anfangs die „Pickelhaube“ mit Überzug, ab Mitte des Krieges wurde flächendeckend der Stahlhelm M1916 eingeführt.

Jäger und Schützen trugen einen dunkelgrünen Waffenrock und als Kopfbedeckung ein Tschako. Die Artillerie trug ebenfalls einen dunkelblauen Waffenrock mit schwarzem Kragen. Die Helmspitze endete in einer Kugel. Die Soldaten des Trains trugen dunkelblaue Waffenröcke mit hellblauem Kragen und ein Tschako.

KavallerieBearbeiten

Die Husaren trugen eine Attila in Regimentsfarben mit Schnurbesatz und Achselschnüren. Einige Regimenter trugen dazu einen Pelz. Die Dragoner hatten einen Waffenrock aus kornblumenblauem Tuch mit je nach Regiment verschiedenenfarbigen Kragen, Aufschlägen und Schulterklappen. Der Helm war ähnlich dem der Infanterie. Die Ulanen hatten eine Ulanka (Waffenrock) aus dunkelblauem Tuch mit Epauletten und je nach Regiment verschiedenenfarbigen Kragen, Aufschlägen und Vorstößen. Als Kopfbedeckung wurde eine Tschapka getragen. Bei den Kürassieren war der Koller aus weißem Kirsey mit gleichfarbigem Kragen und Schulterklappen, je nach Regiment mit verschiedenenfarbenen Ärmelaufschlägen, Borten, Vorstößen und Kragenpatten. Kopfbedeckung war ein Stahlhelm (Kürassierhelm). Die Jäger zu Pferde hatten einen Koller und Waffenrock aus graugrünem Tuch mit hellgrünen Schulterklappen und Aufschlägen. Geschwärzter Stahlhelm als Kopfbedeckung.

TruppenfahnenBearbeiten

Truppenfahnen als Erkennungs- und Identifikationssymbol militärischer Einheiten hatten ihren festen Platz in der preußischen Armee. 1713 legte König Friedrich Wilhelm I. einheitliche Maße und Motive für Fahnen und Standarten seiner Truppen fest. Die Fahnentücher waren quadratisch, die Standarten etwas länger als breit und hatten einen dreieckigen Ausschnitt an der dem Stock abgewandten Seite. Beide hatten in ihrer Mitte den preußischen Adler in einem Lorbeerkranz mit Krone. In den Ecken lagen das Siegel des jeweiligen Herrschers, ebenfalls in einem Lorbeerkranz mit Krone. Außerdem wurden für die einzelnen Truppengattungen verschiedene Farben für die Grundtücher festgelegt. Der Rand war mit goldfarbenen Borten eingefasst.

DienstgradeBearbeiten

DienstgradgruppenBearbeiten

Es gab sechs Dienstgradgruppen in der preußischen Armee: 1. Mannschaften (Gemeine), 2. Unteroffiziere (mit und ohne Portepee), 3. Subalternoffiziere, 4. Hauptleute, 5. Stabsoffiziere und 6. Generale.

Der Mannschaftsdienstgrad beschränkte sich auf den einfachen Soldaten, seinerzeit „Gemeiner“ genannt, der auch nach der jeweiligen Waffengattung bezeichnet wurde und als zweiter Dienstgrad den Gefreiten bei der Infanterie. Bei der Kavallerie verzichtete man ganz auf den Gefreitendienstgrad. Erst 1859 änderte sich dies durch die Einführung des Obergefreiten-Dienstgrades teilweise. Allerdings blieb dieser Dienstgrad nur auf die Artillerie beschränkt. Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts wurden einige Dienstgradbezeichnungen in Preußen modernisiert. Anstelle der bisherigen Bezeichnungen Obristwachtmeister und Obrist setzte sich die Bezeichnung Major und Oberst durch.

Im 18. Jahrhundert waren Dienstgradabzeichen zur Unterscheidung der verschiedenen Dienstgrade noch nicht üblich. Sie wurden erst 1808 in Preußen eingeführt. Mit der Einführung einer einheitlichen Uniformierung in der preußischen Armee, bekamen die Offiziere nach und nach Abzeichen zur Unterscheidung der verschiedenen Rangklassen. So galt das Tragen eines Degens im 18. Jahrhundert bereits als Rangabzeichen. Weitere Unterscheidungsmerkmale waren zum Beispiel die Qualität und der Schnitt der Uniform an sich.

Die Dienstgrade der preußischen Armee waren Vorbild für die Dienstgrade der nachfolgenden deutschen Armeen bis zur heutigen Bundeswehr.

DienstgradabzeichenBearbeiten

(ab 1866)

 
Epauletten und Achselstücke der Offiziere

Die Gefreiten trugen an jeder Kragenseite einen Auszeichnungsknopf (der sog. Gefreitenknopf) mit dem preußischen Adler. Die Obergefreiten trugen an jeder Kragenseite den größeren Auszeichnungsknopf der Feldwebel und Sergeanten, außerdem die Säbeltroddel der Unteroffiziere.

Unteroffiziere ohne Portepee trugen goldene oder silberne Tresse am Kragen und den Aufschlägen des Waffenrocks. Säbeltroddel oder Faustriemen mit einem in der Landesfarbe gemischten Quast. Die Sergeanten trugen dazu einen großen Auszeichnungsknopf.

Unteroffiziere mit Portepee (Feldwebel, Wachtmeister, Vizefeldwebel und Vizewachtmeister) trugen dazu das Offiziersseitengewehr mit Portepee.

Offiziersstellvertreter trugen die Abzeichen der Vizefeldwebel (beziehungsweise Vizewachtmeister) mit dem Unterschnallkoppel der Offiziere. Die Schulterklappen hatten eine Tresseneinfassung.

Leutnants und Hauptleute trugen ein Schulterstück (Achselstück) aus mehreren nebeneinander liegenden Pattschnüren. Darauf befand sich, aus Metall geprägt die Nummern oder Namenszüge, die auch die Mannschaften tragen. Ein einfacher Leutnant trug keinen Stern, ein Oberleutnant trug einen silbernen Stern, ein Hauptmann hatte zwei silberne Sterne. Die Epauletts waren ohne Fransen, sonst wie die Schulterstücke.

Die Epauletten der Stabsoffiziere hatten geflochtene mit Silber durchzogene Schnüre. Beim Major ohne Stern, der Oberstleutnant hatte einen goldenen Stern, ein Oberst zwei goldene Sterne. Darauf befand sich, aus Metall geprägt die Nummern oder Namenszüge, die auch die Mannschaften trugen. Epauletts mit silbernen Fransen, sonst wie die Schulterstücke.

Die Generale besaßen am Kragen und den Aufschlägen eine Eichenlaubstickerei. An den Schulterstücken waren die goldenen geflochtenen Schnüre silberdurchwirkt. Generalmajor ohne Stern, Generalleutnant ein Stern, General der Infanterie usw. zwei Sterne, Generaloberst drei Sterne und der Generalfeldmarschall zwei gekreuzte Kommandostäbe. Epauletts mit goldenen Fransen.

BewaffnungBearbeiten

 
Objekte der Preußischen Armee aus dem Siebenjährigen Krieg im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum. Im Vordergrund Unteroffiziers-Spontone (Kurzgewehre).
 
Vitrine in der Zitadelle Spandau (von oben nach unten): Muskete 1770, Dreyse- Zündnadelgewehr 1854 und Infanteriegewehr 1871
 
Oberstes der drei Gewehre ist das Infanteriegewehr M1809

Die Bewaffnung der Soldaten der preußischen Armee war je nach Dienstgrad und Regiment verschieden. Im 17. und 18. Jahrhundert bestand das Wehrmaterial aus Degen, Säbel, Pike, Bajonett, Muskete, Gewehr (Steinschlossflinte), Karabiner, Kanone, Haubitze und Mörser.

Seit dem 17. Jahrhundert waren Feuerwaffen die Hauptwaffen im Gefecht. Vor 1700 wurden Steinschlossgewehre eingeführt, die die Luntenschlossgewehre ablösten. Ein neues Muster wurde unter Friedrich Wilhelm I. eingeführt, als ab 1713 aus Lüttich Gewehre gekauft wurden. Nach gleichem Muster wurden dann ab 1723 in Potsdamer Gewehrfabrik eigene Gewehre mit der Bezeichnung Infanteriegewehr Modell 1723 gebaut. Damit wurde vorwiegend die eigene Armee versorgt. Das Muster von 1740 blieb maßgebend für die Zeit des Siebenjährigen Krieges und danach. Erst 1780 und 1787 wurden neue Modelle in die Bewaffnung aufgenommen. 1811 wurde dann das Infanteriegewehr M/1809 eingeführt.

Die Hieb- und Stichwaffen änderten sich wenig im Laufe des 19. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen die sogenannten Zündnadelgewehre hinzu, Hinterlader, wovon 60.000 Stück im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1840 gefertigt wurden. In den Kriegen gegen Dänemark 1864 und Österreich und seine Verbündeten 1866 bewies Dreyses Konstruktion trotz Schwächen ihre Vorzüge. Der Hinterlader hatte eine deutlich höhere Schussfolge als herkömmliche Vorderlader. Pro Minute waren fünf gezielte Schüsse möglich. Das österreichische Lorenzgewehr (M1862), ein Vorderlader, erreichte eine Schussfolge die nicht einmal halb so hoch wie die des Zündnadelgewehrs war. Zunächst geheim gehalten und nur an wenige Einheiten ausgeliefert, waren 1866 die meisten preußischen Truppen mit dem Zündnadelgewehr ausgerüstet. Hinzu kamen außerdem ein größtenteils neugeschaffenes, erleichtertes Material an altbewährten glatten Geschützen (Kanonen und Haubitzen), bei denen sowohl Wirkung als auch Beweglichkeit ausgewogener berücksichtigt wurden.

OrganisationBearbeiten

Altpreußische ArmeeBearbeiten

Wie alle Armeen in der Zeit von 1644 bis 1806 bestand die Armee aus den Waffengattungen der Infanterie und Kavallerie. Als eigenständige Waffengattung kam die Artillerie später hinzu. Die preußische Armee konzentrierte sich mehr auf die Infanterie. So stellten die beiden Waffengattungen Kavallerie und Artillerie wenig mehr als Unterstützungskräfte der Infanterie in der Ansicht der damaligen Befehlshaber dar. Dies äußert sich zum Beispiel in der sehr auf die Infanterie zentrierten Ausbildung der Artillerie oder der Dragoner. Wie der Anstieg der numerischen Größe der Armee im Verlaufe der Zeit vermuten lässt, so stieg die Zahl der neugegründeten militärischen Einheiten parallel mit an. Bei allen drei Waffengattungen stellte das Regiment die größte Organisationsform in der Armee dar. Die Stärke veränderte sich natürlich im Verlaufe der Zeit, so dass einheitliche Zahlenangaben nicht möglich sind.

Die Infanterie bildete bis 1806 nach und nach insgesamt 60 Infanterieregimenter aus.

Die Kavallerie hatte bis 1806 eine Anzahl von 35 Regimentern gebildet.

Die Artillerie bestand 1806 aus 4 Feldartillerieregimentern, einem reitenden Artillerieregiment und 17 Garnisonartilleriekompanien.

Neben diesen drei Waffengattungen gab es auch noch kleinere Gruppen in der preußischen Armee. Zu nennen wären die technischen Truppen (zum Beispiel Mineure und die Ingenieure), Spielleute, das rudimentäre Sanitätswesen und die Feldprediger.

Neupreußische ArmeeBearbeiten

Die altpreußische Armee wurde im Krieg von 1806 durch Napoleon völlig zerschlagen, viele Soldaten gingen in Gefangenschaft. Die preußischen Generäle hatten 1806 schmerzlich erfahren, dass die bisherige Organisationsstruktur mit dem Regiment als größte Organisationsform, strikt getrennt nach den einzelnen Waffengattungen, nicht mehr zeitgemäß war. Mit der Neuaufstellung der Armee ab 1807 wurde beschlossen, die alten Regimenter in ihrer bestehenden Form aufzulösen und eine neue Struktur zu schaffen.

Die Reformer um Scharnhorst bildeten daraufhin gemischte Truppenverbände, in denen die verschiedenen Waffengattungen (Artillerie, Kavallerie, Infanterie) integriert waren. Diese Truppenverbände sollten in der Lage sein, sämtliche in einer Schlacht bzw. in einem Feldzug auftretenden Probleme/Aufgaben eigenständig zu lösen. So entstanden zusätzlich zu der bisherigen Gliederung folgende Großverbände: 1. das Armeekorps, 2. die Division, 3. die Brigade.

Die neue Gliederung der preußischen Armee war folgende:

  • Armeekorps,
    • Division,
      • Brigade,
        • Regiment,
          • Bataillon,
            • Kompanie.
 
Preußische Landwehrkavallerie in den Befreiungskriegen
Farblithografie von Richard Knötel (1857–1914)

Nach der erfolgten Reformierung und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1814 entstand das typische Nebeneinander von Linienarmee und Landwehr in der Armee. So wurde im Kriegsfall jedem Linienregiment ein Landwehrregiment zugeordnet, die zusammen eine Brigade bildeten. Eine weitere wichtige strukturelle Änderung stellte die Einrichtung des preußischen Kriegsministeriums ab dem 25. Dezember 1808 dar, anstelle der zuvor auf verschiedene Behörden verteilten Militärverwaltung.

Die preußische Infanterie gliederte sich ab 1807 in eine Linieninfanterie, Leichte Infanterie/Jäger und der Landwehrinfanterie. Die Linieninfanterie behielt weiterhin die alten Bezeichnungen Musketier, Füsilier, Grenadier, jedoch gab es außerhalb des Namensbereiches keinerlei Unterschiede mehr. Die Kavallerie gliederte sich ebenfalls in eine Linienkavallerie und die Landwehrkavallerie, letztere wurde jedoch 1866 aufgelöst. Die Linienkavallerie bestand weiterhin aus verschiedenen Kavallerietypen: den Kürassieren, Husaren, Dragonern und neu hinzugekommen die Ulanen. Ein Sonderfall in der Armee stellten die Garderegimenter dar, die zusammen das Gardekorps bildeten (Armeekorps mit eigener Gliederung). Die preußische Armee bildete bis 1914 insgesamt acht Garde-Kavallerieregimenter und 11 Garde-Infanterieregimenter aus.

Von Ende 1815 bis 1859 blieb die Struktur der preußischen Armee weitgehend gleich. Eine größere Veränderung fand 1861 infolge der Heeresreform durch von Roon statt, als zusätzliche Linienregimenter gegründet wurden auf Kosten der Landwehr, die erheblich an Bedeutung verlor. Durch die Bildung des Norddeutschen Bundes wurden weitere Kontingente kleinerer Staaten in die Armee integriert. Von der Reichsgründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs stieg die Stärke der preußischen Armee immer mehr an. Sie bildete bis zu 80 % der Reichsarmee.

1900 bestanden 17 preußische Armeekorps (daneben drei bayerische mit separater Nummerierung, zwei sächsische und ein württembergisches). Einem Armeekorps unterstanden in der Regel zwei Divisionen. Die Gesamtstärke eines Armeekorps betrug: 1.554 Offiziere, 43.317 Mann, 16.934 Pferde, 2.933 Fahrzeuge.[112] Die Divisionen umfassten in der Regel zwei Infanteriebrigaden zu je zwei Regimentern, zwei Kavallerieregimenter zu vier Schwadronen und eine Feldartilleriebrigade zu zwei Regimentern. Ein Infanterie-Regiment bestand aus normalerweise aus drei Bataillonen, welche aus je vier Kompanien bestanden, pro Regiment also zwölf Kompanien.

Daneben standen einem Armeekorps als Korpstruppen ein bis zwei Fußartillerieregimenter, ein Jägerbataillon, ein bis zwei Pionierbataillone, ein Trainbataillon sowie teilweise verschiedene weitere Verbände, wie beispielsweise ein Telegraphenbataillon, ein bis zwei Feldpionierkompanien, ein bis zwei Sanitätskompanien, Eisenbahnkompanien usw. zur Verfügung. Ein Infanterieregiment hatte 1900 eine Friedensstärke von 69 Offizieren, sechs Ärzten, 1.977 Unteroffizieren und Mannschaften sowie sechs Militärbeamte, insgesamt also 2.058 Mann. Ein Kavallerieregiment kam auf 760 Mann und 702 Dienstpferde. Diese Stärke galt für Regimenter mit hohem Etat, Regimenter mit mittlerem oder niedrigerem Etat hatten eine geringere Stärke. Eine Infanteriekompanie mit hohem Etat hatte fünf Offiziere und 159 Unteroffiziere und Mannschaften, mit niedrigerem Etat vier Offiziere und 141 Unteroffiziere und Mannschaften.

1914 umfasste die preußische Armee 166 Infanterieregimenter, 14 Jäger-/Schützen Bataillone, 9 MG- Abteilungen, 86 Kavallerieregimenter, 76 Artillerieregimenter, 19 Fußartillerieregimenter (Festungsartillerie), 28 Pionierbataillone, 7 Eisenbahnbataillone, 6 Telegrafenbataillone, 4 Fliegerbataillone, 1 Kraftfahrbataillon, 19 Train-Abteilungen.[113]

GeneralstabBearbeiten

Für die Aufgabenbereiche Kampfeinsatzplanung und praktische Führung im Feld kam es in den frühmodernen Armeen zunehmend zur Bildung eines Stabes zur Führung von unterstellten Einheiten, Verbänden, Großverbänden oder sonstigen Dienststellen der Streitkräfte. Diese bestanden aus Spezialisten und hochrangigen Offizieren. Kurfürst Friedrich Wilhelm schuf den Vorläufer des modernen Generalstabs, einen Generalquartiermeisterstab nach dem Muster der damals hochangesehenen schwedischen Armee. Die Aufgabe des Stabes war es, den Ingenieursdienst der Armee zu betreuen, die Marschrouten zu überwachen und Lager und befestigte Stellungen auszuwählen. Zur selben Zeit entstanden ähnliche Einrichtungen in England unter Oliver Cromwell, in der Habsburgermonarchie und anderen süddeutschen Staaten. Unter Friedrich II. waren die Generalstabsoffiziere von der Funktion her besser gestellte Adjudanten und Befehlsempfänger des Königs als ein autonomes Beratungsorgan.

Christian von Massenbach und Levin von Geusau entwickelten die Einrichtung 1803 weiter. Unter Gerhard von Scharnhorst wurde der Generalstab dann ab 1808 als Zentralorgan im neu gegründeten Kriegsministerium mit den Generalstabsoffizieren bei den ebenfalls neu formierten Truppenbrigaden institutionell verankert.

Der preußische Generalstab bewährte sich in den Befreiungskriegen gegen Frankreich und in den Einigungskriegen. Die militärischen Planungen basierten auf militärwissenschaftlichen Grundlagen.

OffizierkorpsBearbeiten

Dem Offizierkorps bekam eine besondere Aufmerksamkeit durch die Herrscher zu. Den Offizieren der Armee widmeten insbesondere der Soldatenkönig und Friedrich II. Zeit und Aufmerksamkeit die bis in die Planung der individuellen Lebensläufe der Offiziere hinabging. Der Ansatz der Könige war eine geistige und moralische Elite der Nation zu formen. Die Rekrutierung hierfür entnahmen sie aus den besten und vornehmsten Familien des Landes, den Adel. Daraus ergab sich unmittelbar ein aristokratischer Charakter des Offizierkorps, dessen Haltung der Armee Stabilität versprach. Die Rekrutierung vollzog sich im 18. Jahrhundert häufig mit Gewalt und der Anwendung von Drohungspotenzialen. Der Adel wurde zwangsverpflichtet und durch den Dienst an der Waffe domestiziert und an die Anforderungen des Königs gewöhnt. Der allgemeine Hintergrund ist auch hier eine nichterklärte Machtauseinandersetzung des Adels mit den Monarchen, den Letzterer eindeutig entschied. Die Umerziehung des Adels war eine schwierige Angelegenheit. Die späteren berühmten Abkömmlinge der von Bismarck, Alvensleben, der Schulenburg aus der Altmark waren zu der Zeit in den Augen der Könige nach Gustav Schmoller «renitente Querulanten, zudem ungebildet, roh und faul».[114]

HeeresverwaltungBearbeiten

Von hoher Bedeutung für den Übergang zum miles perpetuus war eine leistungsfähige Heeresverwaltung die zunächst die Finanzzahlungen und das Personalwesen organisieren musste. Die Truppen mussten schließlich versorgt und bewaffnet werden. Der Prozess des Übergangs zum stehenden Heer lief neben der Verstetigung der Truppen auf eine stärkere Verstaatlichung hinaus. Die Verwaltung der Truppen vollzog sich bis 1655 autonom über die eigene Regimentsstruktur. Der Regimentsoberst war der eigentliche Verwalter, der Regimentsinhaber und kaufmännische Leiter. Erst mit Schaffung von Institutionen wie die Kriegskanzlei und die Generalität, wurden Organe geschaffen, die die straffe Lenkung nach den Vorgaben des Landesherren garantieren sollten. Kriegskommissare kontrollierten die Offiziere, regelten Unterbringung und Verpflegung der Truppen und trieben Steuern ein, die sie auch verwalteten. An weiteren Strukturen entstanden Getreidemagazine und Zeughäuser, deren Verwaltung ebenfalls den Kriegskommissaren unterstand.[115] Daneben gehörte ein stetig zunehmender Liegenschaftsbestand zur Armee, der ebenso bewirtschaftet werden musste. Neben den Festungsanlagen der Garnisonen gehörten auch funktionale Einrichtungen wie Bäckereien, Fourage- Schuppen, Trainschuppen, Montierungs-Depots, Kasernen, Wachthäuser, Pferdeställe, Pulvermagazine zum Bestand der Armee. Die Heeresverwaltung der altpreußischen Armee war bis zu Beginn der Militärreformen Anfang des 19. Jahrhunderts ein Teil der Staatsverwaltung gewesen. Heer und Heeresverwaltung waren damit institutionell getrennt.[116]

KadettenanstaltenBearbeiten

 
Das alte Berliner Kadettenhaus wurde 1777 abgerissen, um 1757

Als Erziehungsanstalt für die Kinder verarmter Adliger Familien dienten die preußischen Kadettenanstalten. Den Sprößlingen wurde so eine standesgemäße Ausbildung und Erziehung zu teil und die Armee konnte gleichzeitig einen Teil, nach Gerhard Ritter um 1850 „reichlich die Hälfte“ des Rekrutierungsbedarfs für das Offizierkorps decken.[117]

Kurfürst Friedrich Wilhelm gründete das sogenannte Kadettenkorps mit den Anstalten in Kolberg, Berlin und Magdeburg. Das Kolberger Kadettenkorps bestand aus 60 bis 70 Kadetten und wurde 1716 in das neu gebildete „Königlich Preußische Kadettenkorps“ in Berlin verlegt und dort auf 110 Kadetten erhöht. Für dieses Korps bestand von 1717 an in Berlin ein eigenes Kadettenhaus. 1719 wurden auch die Kadetten von Magdeburg nach Berlin verlegt, und das Berliner Kadettenkorps bestand nun aus 150 Kadetten. 1776 erfolgte der Neubau des Berliner Kadettenhauses. 1790 bestand es aus 252 Kadetten.[118]

 
Königl. Kadettenhaus zu Stolp um 1793

Weitere Kadettenanstalten wurden in Stolp (1769), Kulm (1776) und in Kalisch (1793) gegründet. Die von Friedrich II. gestiftete Kadettenanstalt in Stolp war anfangs für 48 Kadetten ausgelegt worden und wurde im Jahr 1778 auf bis zu 96 Kadetten erweitert, die in sechs Klassen unterrichtet wurden.[118] Das Kadettenhaus in Kulm war anfangs für 60 Kadetten ausgelegt und wurde im Jahr 1787 durch eine Bewilligung von König Friedrich Wilhelm II. auf 100 Kadetten erweitert.[118] 1793 wurden in Berlin 260 Kadetten, in Potsdam 40 Kadetten, in Stolp 96 Kadetten und in Kulm und Kalisch je 100 Kadetten unterrichtet.[119] Im Tilsiter Frieden wurden Kulm und Kalisch abgetreten, Stolp wurde 1811 aufgelöst und nach Potsdam verlegt.[120] Nach dem Ende der Befreiungskriege wurde Kulm wieder errichtet, bevor die Anstalt dann 1890 nach Köslin verlegt wurde.

1902 bestand das Preußische Kadettenkorps insgesamt aus acht Kadettenhäusern und der Hauptkadettenanstalt.

Lebensverhältnisse der Armeeangehörigen in der altpreußischen Armee (1644–1807)Bearbeiten

WohnverhältnisseBearbeiten

Nach der Einführung des stehenden Heeres durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm änderte sich das Leben der Soldaten grundlegend. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges hatten die Landsknechte Anspruch auf Sold und die Beute bei Erstürmung und Plünderung einer eroberten Stadt. Einen sonstigen Anspruch auf Verpflegung gab es nicht. Ein einheitliches Rechts- und Bestrafungssystem hat es für die Soldaten ebenfalls nicht gegeben. Zur Sommerzeit verblieben die Truppen in temporären Lagern und zur Winterzeit wurden sie einquartiert.

Diese Form der Einquartierung wurde nun für die stehenden Regimenter üblich. Das heißt, dass die Bürger den Soldaten eine Stube (zur Straße gelegen) in ihren Häusern zur Verfügung zu stellen hatten. Diese Einquartierungen verursachten bei den Wirten eine erhebliche Last (dies gilt besonders für verheiratete Soldaten). Als Ausgleich erhielten die Wirte für einen verheirateten Soldaten 14 Groschen, für einen unverheirateten 10 Groschen pro Monat. Die Kavallerieregimenter lagen zunächst in Dörfern auf dem Land, wurden dann aber auch in die Städte verlegt. Der Grund für die Verlegung lag in der besseren Kontrolle der Soldaten in der Stadt (die Stadt als abgeschlossenes System) und den ausufernden Disziplinlosigkeiten derselben gegen die ländliche Bevölkerung. Alle von der Einquartierung nicht betroffenen Hausbesitzer hatten eine Abgabe zu entrichten.

Die unverheirateten Soldaten mussten zusammen mit anderen Soldaten kameradschaftlich ihren Haushalt führen. Die täglichen Lebensmitteleinkäufe und die Zubereitung der Mahlzeiten geschah eigenständig und ohne Bevormundung.

Nur in den Festungsorten Magdeburg und Kolberg lagen die Mannschaften in der Zeit vor dem Siebenjährigen Krieg in Baracken. Ansonsten dauerte es noch sehr lange, bis das gesamte Heer in eigenen Kasernen untergebracht wurde. Kurz nach dem Siebenjährigen Krieg wurde in Berlin die erste Kavalleriekaserne errichtet, der bald weitere folgten. Diese sollten in erster Linie die verheirateten Soldaten und ihre Familien aufnehmen. Die erste Infanteriekaserne wurde 1767 in Prenzlau gebaut. Sie war für 240 Mann gedacht. Weitere Kasernen folgten in Berlin, Spandau, Nauen, Neuruppin, Frankfurt/O und Königsberg. Auch in diesen Kasernen lag die Kapazität bei 240 Mann. Allerdings reichten die Kasernen bei weitem nicht aus, um alle Soldaten und deren Familien dort unterzubringen.

In den Kasernen teilte sich ein Verheirateter mit Frau und Kindern und zwei ledigen Soldaten eine Stube. Die Reinigung oblag der Frau des Verheirateten. Sie erhielt dafür von jedem Soldaten 6 Groschen im Monat. Diese beengten Wohnverhältnisse führten zu häufigen Konflikten und gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Soldaten durften zum Teil heiraten, wenn das Verhältnis zu unverheirateten in einer Kompanie nicht 1/3 überstieg. Dazu benötigten sie die Erlaubnis des Kompaniechefs. Besonders bei den angeworbenen Ausländern wurde gern gesehen, wenn sie heirateten, da dann die Gefahr der Desertion erheblich verringert war.

Verdienst und UnterhaltBearbeiten

Ein einfacher Fußsoldat erhielt nach Abzug von Brot- und Kleidungskosten einen Taler und acht Groschen im Monat[121] (zum Vergleich: eine Mahlzeit mit Getränk kostete um 1750 etwa 2 Groschen, ein Taler bestand aus 24 Groschen). Das Quartier der Soldaten war dagegen frei und ein Soldat erhielt 1 1/2 Pfund Kommißbrot täglich. Auch bedingt durch diese äußerst karge Entlohnung durften die Soldaten einem Beruf nachgehen, um einen Zuverdienst zu erhalten. So gab es Handwerksmeister, die Ungelernten arbeiteten bei den Tuchmachern, als Wollspinner oder als Handlanger im Baugewerbe. Während eines Feldzuges versorgte sich der Soldat von seinem Gehalt und den Zulagen, die er erhielt. Diese waren zwei Pfund Brot täglich und wöchentlich zwei Pfund Fleisch.

Was den Offiziersrang betrifft, so musste sich ein Offizier der unteren Ränge mit einem sehr niedrigen Gehalt von 9–13 Talern pro Monat zufriedengeben. Davon musste er das aufwendige standesgemäße Leben finanzieren, das von einem Offizier erwartet wurde. Somit war eine solche Position für eine längere Zeit ein Verlustgeschäft. Erst mit dem Kapitänsrang (Befehlshaber einer Kompanie), den man nach durchschnittlich 15 Jahren Dienstzeit erreichte, konnte der Offizier ein reichlicheres Einkommen erwarten. Dem Kommandierenden einer Kompanie oblag neben der militärischen Führung die wirtschaftliche Haushaltsführung einer Kompanie. Wirtschaftete der Capitain einer Kompanie gut, so konnte er durchaus 2000 Taler Überschuss pro Jahr erwirtschaften, welchen er für sich beanspruchen durfte. Der eigentliche Sold war allerdings immer noch knapp bemessen und lag bei etwa 30 Talern pro Monat.

Rekrutierung und DesertionBearbeiten

Zu Beginn der Frühen Neuzeit waren drei Rekrutierungsverfahren bei der Infanterie üblich: Die Werbung von Freiwilligen, die Zwangsaushebung sowie die von Söldnerunternehmern vorgenommene Rekrutierung. Die letzte Methode war besonders im Dreißigjährigen Krieg die gebräuchlichste. Gegen eine Geldsumme stellten die Söldnerunternehmer den Fürsten ein fertiges Heer zusammen. Die Herrscher waren oft abhängig von diesen Unternehmern und zugleich von unzuverlässigen multinationalen Söldnertruppen.

Eine Veränderung der Rekrutierungsweise der Soldaten in Preußen erfolgte beim Übergang des Söldnerheeres zum stehenden Heer seit Ende des 17. Jahrhunderts. Das Ziel war, ein stehendes Heer von Berufssoldaten zu schaffen, das auch während der Friedenszeiten dienen würde. Durch den Spanischen Erbfolgekrieg war die Armee nicht mehr in der Lage, die hohen Abgänge in den Regimentern durch freie Werbung zu ersetzen, somit stellte nicht mehr das Finanzierungssystem, sondern das Aufbringungsproblem die Hauptsorge der preußischen Armee dar. So ging man zur Zwangswerbung als maßgeblichen Rekrutierungssystem über. In der Praxis wurden die Rekruten fortan unter Zuhilfenahme von Einwohnerlisten ausgelost. Trotz der dadurch entstehenden Probleme (Desertion) setzte sich das Verfahren durch, Teile der Bevölkerung zu Soldaten zu pressen. Im Laufe des Spanischen Erbfolgekrieges kam es zu regelrechten Menschenjagden. Die Werber bedienten sich dabei aller möglichen Listen und Verbrechen, um möglichst großer, wehrtauglicher Männer habhaft zu werden. So änderte der Spanische Erbfolgekrieg radikal den Soldatentypus innerhalb der preußischen Armee, vom freiwillig verpflichteten Söldner zum gepressten, zwangsdienenden Soldaten. Statt eines Lebensberufes war das „Soldat-Sein“ zu einem lebenslangen Schicksal ohne Ausweg verkommen.

Nach dem Krieg und der Rückkehr der Regimenter in die Garnison setzte eine Desertionswelle ein, die alles bisher Dagewesene übertraf. Allein 1714 desertierten 3.471 Musketiere (fast drei komplette Regimenter). Der dadurch hervorgerufene Mangel an Soldaten rief eine erneute Menschenjagd hervor, indem die Werber wiederum brutal, rücksichtslos und willkürlich jeden Mann rekrutierten, dessen sie habhaft werden konnten. Dadurch kam es in einigen Provinzen des Landes zu Aufruhr in der Bevölkerung. Aus Furcht vor lebenslangem Militärdienst verließen viele junge Männer in dieser Zeit das Land.

Zu einem größeren Desertionskomplott kam es im Januar 1730 in Potsdam, als sich 40 Gardegrenadiere des besonders vertrauten Königsregiments Nr. 6 (lange Kerls) sich verabredeten, mordend und plündernd die Garnison zu verlassen.[122] Die geplante Revolte, die im Kern wohl von basisreligiösen Sektierern ausging, flog noch vor ihrer Durchführung auf. Es folgte die Bestrafung der Haupträdelsführer nach zeittypischer Manier. Die Beteiligten wurden ins Verhör genommen, kriegsrechtlich verurteilt und öffentlich Bestraft. Einer der drei Grenadiere, welche als Haupträdelsanführer galten, wurde mit glühenden Zangen verletzt. Danach hackte man ihm die Schwurfinger ab und hängte ihn. Der Zweite musste ebenfalls durch die Zangen-Folter durch, bevor man ihm die Nase und die Ohren abschnitt und danach halbtot ins Spandauer Festungszuchthaus brachte, wo er verstarb. Der Dritte wurde vom Scharfrichter geohrfeigt und ausgepeitscht und anschließend in Haft gebracht. Die Übrigen mussten den Spießrutenlauf hinter sich bringen, bevor sie für eine gewisse Zeit lang nach Spandau kamen.[123] Wenige Monate später erfasste auch die Königsfamilie ein Desertionsereignis. Im August 1730 kam es zum berühmtgewordenen Fluchtversuch des Kronprinzen mit seinem Begleiter Hans Hermann von Katte.

Die Anfälligkeit der Armee für Desertionen änderte sich erst mit der Einführung des Kantonssystem 1733. Dieses System machte die quasi vorhandene Wehrpflicht berechenbarer. Das Kantonsystem trug auch dazu bei, dass die Desertionen in Grenzen gehalten wurden. Insgesamt desertierten von 1713 bis 1740 30.216 preußische Soldaten.[124] 1720 desertierten 820 Infanteristen, 1725 nur noch 400 Infanteristen. Diese Zahl blieb bis 1740 etwa konstant.

Während des Siebenjährigen Krieges war die Desertionsrate des preußischen Heeres nicht höher als in anderen europäischen Heeren. Ein guter Nachweis ist neben den Zahlen die Weigerung des allergrößten Teils der kriegsgefangenen preußischen Soldaten, in die österreichische Armee einzutreten. Dies obwohl sie nicht auf Rückkehr hoffen durften und die Haftbedingungen sehr schlecht waren. Selbst in den bittersten Momenten, zum Beispiel nach der Schlacht bei Kunersdorf 1759, verlor die preußische Armee, im Vergleich zu anderen europäischen Streitkräften, nur wenige Männer durch Desertion. Die im preußischen Diensten stehenden Nicht-Preußen hatten keine höhere Desertionsrate als die Preußen selbst.

Militärische Ausbildung und AlltagBearbeiten

 
Militärstrafen: „Wie ein ehrlicher Mann Prügel empfängt“, Daniel Chodowiecki
 
Militärstrafen: „Wie ein Schurke Prügel empfängt“, Daniel Chodowiecki

Für die damalige Linientaktik im Gefecht wurden Soldaten benötigt, die ihre Waffe und den Gleichschritt perfekt beherrschten und auch unter dem enormen Stress des Gefechts zuverlässig „funktionierten“. So entstand ein System, in dem der Soldat zum willenlosen Vollstrecker der Befehle seiner Vorgesetzten erzogen wurde.

Der militärische Alltag während der eineinhalbjährigen Ausbildung bzw. der jährlichen zweimonatigen Dienstzeit bestand aus bis zu fünfstündigen Exerzier- und Drillübungen auf Exerzierplätzen und anschließendem Putzen und Reinigen der Ausrüstung. Dienstantritt war bereits um 5:30 Uhr, allerdings war gegen Mittag in der Regel schon Dienstschluss. Bei den Exerzier- und Drillübungen bediente man sich auch der Prügelstrafe (galt bis 1812), die allerdings rechtlich begrenzt waren. So wurde laut Militärstrafenkatalog derjenige bestraft, der einen Mann bei der Prügel blutig schlug.

Zu den drakonischen Körperstrafen hingegen zählte der Spießrutenlauf, der in den neuen Kriegsartikeln von 1713 mehrmals angedroht wurde. In Fällen extrem möglichen Durchlaufes – bis zu 30-mal – kam diese Strafe einem Todesurteil gleich. Trotz der teilweise sehr harten Strafen muss auch der Kontext gesehen werden, dass die Gewalt in den Regimentern zum Charakter der damaligen Zeit gehörten. So war es auch normal, dass der Bauer von seinem Gutsherren geprügelt wurde. Strafen wie Spießrutenlaufen oder Hängen waren dagegen im Dreißigjährigen Krieg viel schlimmer ausgeprägt als in späteren Zeiten. Der Unterschied zwischen den Strafen der preußischen Armee und denen anderer europäischer Armeen lag dann auch nicht in der Härte, sondern in der Rechtmäßigkeit. So wurde die traditionelle Härte und Misshandlung des gemeinen Soldaten in der ganzen Armee nach gleichen Regeln, nach Rechtsgrundsätzen und nicht mehr nach persönlicher Willkür durchgeführt.

 
Die Militärstrafe Gassenlaufen
Radierung von Daniel Nikolaus Chodowiecki – 1776

Durch Friedrich Wilhelm II. wurde die Prügelstrafe eingeschränkt, nach der Reorganisation der Armee 1807 quasi abgeschafft und nur für strafweise in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetze Personen beibehalten. Durch das Militärstrafgesetzbuch von 1872 wurden alle Körperstrafen aufgehoben.

Ab 1714 wurde ein Beurlaubungssystem eingeführt, bei dem die etwa 18 Monate lang ausgebildeten Soldaten jedes Jahr nach einer zweimonatigen Exerzierzeit für zehn Monate beurlaubt wurden. Diese Regelung galt allerdings nicht für die geworbenen Ausländer (1740: 1/3 Anteil am Heer), die als Wach- und Ausbildungsposten durchgehend ihren Dienst in der Garnison verrichteten.

Die Beurlaubten mussten während ihrer Urlaubszeit immer ein militärisches Kleidungsstück tragen (vermutlich die Stiefeletten). Damit waren sie äußerlich gekennzeichnet und auch vor der Willkür der Gutsherren geschützt, denn sie unterlagen nur der Militärgerichtsbarkeit.

Der Dienst in der Armee war theoretisch lebenslang bis zur Dienstuntauglichkeit. In der Praxis diente aber die Mehrheit der Soldaten 10–15 Jahre. Erst ab 1787 gab es offizielle Richtlinien, wonach Soldaten bei der Kavallerie 12 Jahre und Soldaten der Infanterie 10 Jahre dienen und danach entlassen werden sollten.

Alters- und InvalidenversorgungBearbeiten

Da Preußen ein im internationalen Maßstab gesehen großes stehendes Heer unterhielt und dieses häufig in Krieg eingesetzt wurde, gab es folglich eine große Zahl an Kriegsversehrten und das Problem mit dem Umgang dieser sozialen Gruppe hatte demnach eine hohe Priorität. Die Praxis, wonach versehrte Söldner überwiegend ihrem Schicksal überlassen wurden und sich im besten Falle Armenhäuser, kirchliche Einrichtungen oder mildtätige Einzelpersonen um die Betroffenen kümmerten, begann sich Ausgang des 17. Jahrhunderts langsam zu wandeln.[125] Es hatte ein Mentalitätswandel stattgefunden, der aus den Söldnern Soldaten gemacht hatte, die nur dem Staat und in Person dem absoluten Fürsten diente. Aus diesem gewandelten Dienst- und Treueverhältnis zwischen Militärangehörigem und Kriegsherren ergab sich für den Fürsten eine gesteigerte Fürsorgepflicht, so dass dieser geschädigte Soldaten nicht mehr einfach ihrem Schicksal überlassen konnte. Der in Preußen stark einwirkende Hallesche Pietismus prägte hierzu um 1700 die Vorstellungen der Herrscher und Bediensteten. Es entwickelten sich mehrere Formen staatlicher Fürsorge, in denen vor allem der elementare Versorgungsgedanke im Mittelpunkt stand, der verhindern sollte, dass sich die Betroffenen der großen Masse an Vagabunden und Bettlern anschloss.[126]

Für die preußische Führung hatten gut ausgebildete und kriegserfahrene Soldaten einen hohen Wert. Deshalb wurden sie so lange wie möglich in der Truppe gehalten. Eine klassische Dienstzeitbegrenzung hatte es im 18. Jahrhundert nicht gegeben. So galt der Dienst theoretisch lebenslang. Nur wenige konnten jedoch im Alter die Rolle eines ehrwürdigen Vorbilds für die jungen Rekruten erfüllen. Die meisten wurden lediglich aus sozialen Gründen bei der Truppe belassen wurden. Solche zweitklassigen Soldaten die nicht mehr für einen Feldzug herangezogen werden konnten, erhielten vor allem Aufgaben im Garnisonsdienst. Ab 1717 waren in Preußen eigenständige Garnisonsregimenter gebildet worden. 1726 zählten die Garnisonseinheiten bereits eine Stärke von 7.000 Mann (Invaliden).

Veteranen, die nicht mehr in der Lage waren, Posten zu verrichten, gewährte man hingegen die oft als „Gnadengehälter“ bezeichneten Invalidenpensionen aus speziell dafür eingerichteten Invalidenkassen, die zum Teil nach dem Versicherungsprinzip funktionierten. Solche Zahlungen konnten als einmalige Zuwendungen oder wiederkehrende Leistungen erfolgen, wobei sie im letzteren Falle an den Verbleib im Lande selbst gekoppelt blieben.

Ende des 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann die Institutionalisierung der Invalidenversorgung. Invalidenhäuser für Schwerbeschädigte und Pflegefälle wurden europaweit gebaut, zum Beispiel 1682 das Royal Hospital Chelsea in London und 1708 das Hôtel des Invalides on Paris. In Lüneburg-Celle ließ Herzog Georg Wilhelm als erster Fürst im Reich zwischen 1679 und 1684 ein Invalidenhaus errichten. Im Jahre 1703 wollte Friedrich I. in Berlin ein Invalidenhaus errichten lassen, was jedoch an den fehlenden Geldmitteln scheiterte.[127] Die hohen Verluste nach den beiden Schlesischen Kriegen, ließen Friedrich II. die Idee des Invalidenhauses wieder aufnehmen. Friedrich II. gab die Anweisung zum Bau von Invalidenhäusern in Berlin, Stolp und Carlshafen für ausgediente, kriegsinvalide Soldaten.

 
Das Königliche Invalidenhaus im 18. Jahrhundert
ursprünglich nach einem kolorierten Stich von Matthias Seutter, um 1750

Am 15. November wurde das Invalidenhaus in Berlin eröffnet. In dieser Einrichtung waren insgesamt Plätze für 631 Personen, davon 13 Offiziere und 126 Frauen, vorgesehen. Der geringen Zahl der Invalidenplätze in dem Haus standen viel höhere Verwundetenzahlen auf dem Schlachtfeld gegenüber. Aufgrund des begrenzten Entwicklungsstands der Gesellschaft im 18. Jahrhundert erhielt nur ein kleiner Bruchteil der Verwundeten eine medizinische Nahversorgung. Die Transportsterblichkeit der Verwundeten lag bei 30 %. Auch die Sterblichkeit in den Lazaretten war sehr hoch. Die kleine Zahl der Genesenen stellten die Invaliden. Die geringe Aufnahmekapazitäten dürften in Kriegszeiten jedoch nicht immer ausgereicht haben. Aufgabe der Invalidenhäuser war es, kriegsbeschädigten Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften ein Unterkommen, Verpflegung, Kleidung und ärztliche Betreuung kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Invalidenhäuser hatten ein ausgesprochen militärisches Gepräge, so hatten die Invaliden neben Wachdiensten auch außerhalb des Dienstes Uniform zu tragen.

Die dienstuntauglichen Offiziere erhielten bei Bedürftigkeit Gouverneur- oder Kommandantenposten in den Festungen. Fehlten freie Stellen, zahlte der König den Generälen eine einmalige Pension von 1.000 bis 2.000 Talern, Stabsoffizieren einige hundert, Kapitänen und Leutnanten weit weniger. Ein Anspruch darauf bestand allerdings nicht. Jede Versorgung war reine Gnadensache und einen rechtlich einklagbaren Versorgungsanspruch hat es nicht gegeben. Die Fürsten erkannten höchstens eine moralische und sozialethische Verpflichtung für die in ihren Diensten beschädigten Soldaten an.

Um die Not der häufig mittellosen Witwen mit oft zahlreichen Kindern zu lindern, ließ Friedrich aktive Offiziere deren Patenschaft übernehmen oder stellte die Söhne bei entsprechendem Alter vorrangig in die Armee ein. Friedrich Wilhelm I. sorgte durch das von ihm im Jahre 1724 gestiftete Militärwaisenhaus für die zahlreichen Kriegswaisen. Dieses war zunächst nur für die Kinder seines Leibregimentes, der Langen Kerls, gedacht. Später fanden dort auch die Kinder anderer Soldaten Unterkunft und der Platzbedarf wuchs, so dass das Haus bereits 1742 erweitert und 1771 durch einen Neubau ersetzt werden musste. Im Jahre 1758 beherbergte das Haus 2.000 Waisen.

Mit der schrittweisen Abkehr von der Heeresverfassung des Absolutismus ab dem Ende des 18. Jahrhunderts vollzog sich gleichzeitig der allmähliche Übergang zu einem gesetzlichen Pensionsanspruch Kriegsversehrter. Preußen machte hierzu mit Artikel 19 des Reglements für die ausländische Werbung vom 1. Februar 1787 früh den Anfang.[128]

Lebensverhältnisse der Armeeangehörigen in der neupreußischen Armee (1807–1919)Bearbeiten

1860 kamen 65 % der Offiziere aus dem Adel; nur ein gutes Drittel waren Bürgerliche. 1913 waren es noch 30 % Adlige und 70 % Bürgerliche.[129]

Verdienst und Unterhalt (um 1900)Bearbeiten

Das Einkommen (Löhnung) der Mannschaften und Unteroffiziere bestand aus der Löhnung, Brotgeld, dem Beköstigungsgeld und der Bekleidung und Wohnung mit Heizung, Beleuchtung usw. In besonderen Fällen wurde hierfür eine finanzielle Entschädigung gezahlt. Dazu kamen kostenlose ärztliche Behandlung und Arzneien. Verheiratete Unteroffiziere bekamen auch für ihre Familie kostenlose ärztliche Behandlung und Arzneien.[130] Einige Unteroffiziere (wie zum Beispiel Wallmeister, Zeugfeldwebel) bekamen auch ein Gehalt.

Dazu im Vergleich:

  • 1910 verdiente ein Metallarbeiter (Dreher, Schlosser, Eisenbieger, Schleifer usw.) wöchentlich zwischen M 20,– bis M 40,–.[132]
  • 10,00 M würde heute einer Kaufkraft von 58,24 Euro entsprechen.

Lebensumstände des OffiziersBearbeiten

Die finanziellen Verhältnisse der unteren Offiziersdienstgrade waren ausgesprochen karg. Die Leutnante waren auf Zulagen von zu Hause angewiesen. Je nach Exklusivität des Regiments und des daraus resultierenden Lebensstiles waren Zulagen von M 50,– bis M 200,– monatlich nötig. Von seinem Gehalt konnte ein Leutnant nicht leben. Dies sorgte natürlich auch für eine soziale Auswahl, der angehende Offizier musste aus Verhältnissen kommen, die es sich leisten konnten, die Offiziere zu bezuschussen. Im Regelfall vergingen bis zur Beförderung zum Hauptmann rd. 10 Jahre, die nächste Beförderung zum Major dauerte dann noch einmal rd. 15 Jahre. Die wenigsten Offiziere schafften es bis zum Stabsoffizier, sondern verließen vorher das Heer, was jederzeit problemlos möglich war, da es keine Verpflichtungszeiten gab.

Für eine Ehe wurde ein Jahreseinkommen von wenigstens M 4.000,– als notwendig angesehen, was erst der Hauptmann erreichte. Vorher konnte der Offizier nur heiraten, wenn die Braut genügend Geld mit in die Ehe brachte. Um zu heiraten, musste die „Heiratserlaubnis“ vorliegen, die vom Vorgesetzten erteilt wurde. Die finanzielle Frage spielte bei der Erteilung der Heiratserlaubnis eine wichtige Frage, genauso wie die Herkunft der Braut. Erst ab Hauptmann aufwärts wurden die Offiziersgehälter denen der höheren Beamten vergleichbar.[133]

Militärische Ausbildung, Alltag und RekrutierungBearbeiten

Jedes Armeekorps hatte seinen eigenen Ersatzbezirk, um seinen Personalbedarf zu decken. Die allgemeine Wehrpflicht hat sich aus heutiger Sicht als Integrationsfaktor bewährt. Mit rund 200.000 bis 300.000 jährlich eingezogenen Männern wurden längst nicht alle Wehrpflichtigen gezogen. Die jungen Männer erlebten eine Organisation mit großer Disziplin, in der versucht wurde, Gerechtigkeit zu praktizieren, wenn auch nicht immer mit Erfolg. Unzulänglichkeiten und einzelne Übergriffe wurden sogar im Reichstag diskutiert und die obere Führung war bemüht, drastisch durchzugreifen. Die Menschenführung war aber deutlich besser als zu Zeiten vor den Reformen der Befreiungskriege und auch vielen ausländischen Heeren in ihrer Zeit voraus. Der Dienst im Heer wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts deutlich attraktiver, und so meldeten sich 1912 bereits 64.000 Männer freiwillig zum Dienst.[134]

Die Masse der Unteroffiziere ging aus den Reihen der Kapitulanten hervor, Wehrpflichtigen, die ihren zweijährigen Wehrdienst freiwillig um ein Jahr verlängert hatten. Ein Aufstieg zum Offizier war in der Regel nicht möglich, so dienten die meisten zwölf Jahre und wechselten dann wegen fehlender Aufstiegsmöglichkeiten in die zivile Verwaltung.

Bei dem Offiziersnachwuchs wurde immer mehr auf nichtadlige Bevölkerungsschichten zurückgegriffen. Voraussetzung war in Preußen für den Offiziersbewerber die Primareife, vor dem Ersten Weltkrieg hatten aber bereits 2/3 der Offiziersbewerber das Abitur. 1913 waren 70 % der Offiziere bürgerlicher Abstammung. Das Offizierskorps gewann in Preußen nach 1815 eine dominierende gesellschaftliche Stellung, so dass das Bürgertum den Lebensstil der militärischen Elite nachahmte. Jeder Offizier war verpflichtet, die „Standesehre“ zu wahren und zu verteidigen. Die Standesehre beinhaltete Treue gegenüber dem Monarchen und Volk und Vaterland, das „preußische“ Pflichtbewusstsein unter dem Überbegriff des „Dienens“, aber auch Treue nach unten, eine persönliche Fürsorgepflicht für seine Untergebenen. Diese Standesehre führte zu einem homogenen, geschlossenen Offizierskorps, welches über einheitliche konservative Normen und Wertvorstellungen verfügte.[134]

Wehrpflicht in der Preußischen Armee 1815–1918Bearbeiten

Allgemeine WehrpflichtBearbeiten

Im Jahr 1871 dehnten die Artikel 57 ff. der Reichsverfassung die in Preußen seit 1814 geltende allgemeine Wehrpflicht auf ganz Deutschland aus. So hatte nun „jeder Deutsche“ mit vollendetem 20. Lebensjahr 7 Jahre lang dem Heer oder der Marine anzugehören. Um im Allgemeinen wissenschaftliche und gewerbliche Ausbildung so wenig wie möglich durch die allgemeine Wehrpflicht zu stören, war es jedem jungen Mann überlassen, schon nach dem vollendeten 17. Lebensjahr, wenn er die nötige moralische und körperliche Qualifikation hatte, freiwillig in den Militärdienst einzutreten.[135] Alle Wehrpflichtigen waren, wenn sie nicht freiwillig in die preußische Armee eintraten, vom 1. Januar des Kalenderjahres an, in welchem sie das 20. Lebensjahr vollenden, der Aushebung unterworfen (militärpflichtig). Sie hatten sich zu diesem Zwecke bei den zuständigen Ersatzbehörden regelmäßig zu melden, bis über ihre militärische Verwendung entschieden wurde, jedoch höchstens zweimal jährlich.[136] Jedes Armeekorps hatte mit Ausnahme des Gardekorps und der Marine einen eigenen Ersatzbezirk, aus welchem es seine Soldaten bezog. Das Gardekorps bezog seine Soldaten aus allen preußischen Provinzen und einzelnen Bundesstaaten, die Marine aus dem ganzen Reich. Die Garde konnte sich die geistig und körperlich besten Wehrpflichtigen aussuchen mit mind. 1,70 m Körpergröße (die Hälfte des Gardekorps musste mind. 1,75 m groß sein).

Gemäß der Reichsverfassung galt, die 7 Jahre Wehrpflicht aufzuteilen in eine 3-jährige Grundwehrdienstzeit und eine 4-jährige Ersatzreservepflicht in der Ersatzreserve 1. Klasse, die der Ergänzung des Heeres für den Fall einer Mobilmachung und zur Bildung von Ersatz-Truppenteilen diente. Dieser Grundsatz ließ sich aufgrund der schnell wachsenden Bevölkerung und damit auch der wehrfähigen Männer nicht voll umsetzen. In vielen Fällen wurden die Wehrdienstleistenden nach zwei Jahren von ihrer aktiven Wehrpflicht beurlaubt (sog. Dispositionsbeurlaubungen) und in die Ersatzreserve 1. Klasse geschickt, in der sie statt vier dann fünf Jahre blieben. Ab 1890 wurde schließlich eine 2-jährige Wehrpflicht gesetzlich festgelegt (Gesetz vom 15. Juli 1890). Sie begann im Oktober eines jeden Jahres mit dem Verlesen der Kriegsartikel und der Vorbereitung durch die Priester der eigenen Konfession, die zur Vereidigung auf den jeweiligen Landesherrn und den Kaiser mit der Hand auf der Fahne (bei der Artillerie mit der Hand auf der Kanone) führten. Elsässer und Lothringer wurden nur auf den Kaiser vereidigt.

Nach dem 7. Jahr in der Preußischen Armee wurde jeder Preuße in die Ersatzreserve 2. Klasse versetzt, in der er in Friedenszeiten von militärischen Verpflichtungen befreit war, im Falle der Mobilmachung jedoch bis zur Vollendung des 31. Lebensjahrs ebenfalls der Ergänzung der Preußischen Armee zur Verfügung zu stehen hatte (§§ 23 ff. Reichsmilitärgesetz). Nach der Vollendung des 31. Lebensjahres gehörte man einer Einheit der Landwehr an.[137]

Darüber hinaus war in Preußen nach dem Landsturm-Edikt vom 21. April 1813 die gesamte nicht in die stehende Armee oder in die Landwehr eingereihte wehrbare männliche Bevölkerung vom 17. bis zum vollendeten 60. Lebensjahr verpflichtet, dem Aufgebot des Landsturms Folge zu leisten. Er bildete gewissermaßen die letzte Landesreserve. Das Höchstalter wurde 1875 nach der Gründung des Deutschen Reiches auf das 42. Lebensjahr herabgesetzt.[138] Mit dem Gesetz, betreffend Änderungen der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888[139] gab es zwei Aufgebote: Der Landsturm I umfasste alle Männer bis zum 39. Lebensjahr, der Landsturm II alle Älteren. § 24 des Gesetzes verlängerte die Landsturmpflicht bis zum 45. Lebensjahr. Mit der Mobilmachung am 1. August 1914 wurden viele Landsturm-Verbände aufgestellt und mobilgemacht, im Laufe des Ersten Weltkriegs noch weitere.[140]

Wehrpflicht auf Zeit (Berufssoldat)Bearbeiten

Neben den allgemeinen Wehrpflichtigen bestand die Preußische Armee selbstverständlich aus Berufssoldaten und Soldaten, die sich für eine bestimmte Zeit verpflichteten. Diese Freiwilligen schlossen eine so genannte „Kapitulation“ ab und wurden danach als Kapitulanten bezeichnet. Man konnte sie auch an einem besonderen Abzeichen an der Schulterklappe der Uniform und an der sog. „Kapitulanten -Troddel“ am Seitengewehr erkennen. Als Kapitulant konnte sich nur verpflichten, wer seinen 3-jährigen (ab 1890 2-jährigen) Grundwehrdienst absolviert hatte, sich zum Vorgesetzten eignete und dessen Führung einwandfrei war. Die Kapitulanten konnten sich für 1 bis 2 Jahre verpflichten und wurden bevorzugt zu Unteroffizieren rekrutiert. Bei Verpflichtung für 3 Jahre erhielten die Kapitulanten ein so genanntes „Kapitulationshandgeld“ in Höhe von 50,- Mark. Wer sich bereits bei der ersten Kapitulation für 4 Jahre verpflichtete, erhielt ein Handgeld in Höhe von 100,- Mark. Der Kapitulant wurde nach ungefähr 5 ½ Dienstjahren zum Sergeanten und nach 9 Dienstjahren zum Vizefeldwebel. Besonders befähigte Soldaten konnten zum Feldwebel befördert werden. Nach Ableistung von 12 Dienstjahren hatten die Soldaten Anspruch auf den „Zivilversorgungsschein“ und eine Dienstprämie von 1.000,- Mark.

Verhältnis zwischen Armee und Zivilgesellschaft (1644–1871)Bearbeiten

Das Verhältnis der Armee zur Zivilgesellschaft der preußischen Armee unterlag im Verlauf der Zeit verschiedenen Deutungswandeln, die auch abhängig vom Außenbild der Preußischen Armee als Ganzes war. Die im In- und Ausland entwickelten stereotypen Bilder von der Armee waren Zuschreibungen starker Eigenschaftsausprägungen[141] unterworfen. Insbesondere die Kriegspropaganda der alliierten Siegermächte aus beiden Weltkriegen versuchte die Stärke des Militarismus in Preußen hervorzuheben.[142] In der Nachbetrachtung nach Auflösung des preußischen Staates 1947 galt Preußen in den Augen der Alliierten und etwas später auch in der Betrachtung durch die Deutschen als militaristischer Staat mit einer militarisierten Gesellschaft. Die lange Zeit gültige Argumentationskette der Nachkriegshistoriker sah eine historische Kontinuität der Entwicklung, die zwangsläufig in die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs münden musste. Demnach soll schon im 17. Jahrhundert die vom Hohenzollernherrscher geförderten Symbiose zwischen ostelbischer Gutsverfassung (Junkertum) und der altpreußischen Offiziersklasse den Nährboden für die spätere Katastrophe in sich getragen haben. Der Argumentationskette folgend, entstand aus dieser Symbiose im 18. Jahrhundert eine stabile staatliche Machtgrundlage, die im 19. Jahrhundert eine starke Reaktionstendenz gegen gesellschaftspolitische Strömungen entwickelte und ihren konservativen Wertebezug mit Erfolg auf die Bevölkerung übertragen konnte.

Die geschichtswissenschaftlichen Lehrmeinungen des Westlichen Bündnisses und des Ostblocks vertraten und lehrten bis Ende der 1980er Jahre die Auffassung, dass die rechtskonservative Grundhaltung der Bevölkerungsmehrheit des preußischen Staates den Aufstieg Hitlers begünstigte.[143][144][145]

Das Wesen des Staates wich im Urteil der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs von dem seiner umgebenden Nachbarn ab und ermöglichte so eine Sonderentwicklung, die erst durch die Auflösung Preußens und seiner Institutionen beendet werden konnte.[146] Die Geschehnisse von damals, als auch die einseitigen Bewertungen der Nachkriegszeit werden mit zunehmendem zeitlichen Abstand in der Geschichtswissenschaft reflektierter und objektiver betrachtet und bewertet. Dabei werden die Zwischentöne hervorgehoben, die das Bild im Ergebnis nicht Weiß oder Schwarz färben, sondern ganzheitlich und ausgewogen erscheinen lassen. Die preußische Armee war letztlich eine zunehmend die Gesellschaft durchdringende Institution und bestimmte ihr Verhältnis mit, genau wie die Zivilgesellschaft, namentlich das Bürgertum auf die Armee im Positiven wie Negativen einwirken konnte. Charakteristisch für die Preußische Armee in Bezug auf die Zivilgesellschaft wurde das Bonmot von der „Armee als die Schule der Nation“.

Zur Zeit der altpreußischen Armee (1644–1806)Bearbeiten

Bis zur Einführung des stehenden Heeres 1644 war das Verhältnis zwischen Armee und Zivilisten ähnlich schlecht wie in anderen Ländern zur damaligen Zeit. Die Angeworbenen hatten keine Bindung an das Land, das sie verteidigen sollten. Dadurch waren die eigenen Söldner mindestens genauso gefürchtet wie die Feinde, vor denen sie es schützen sollten. Nach der Einrichtung eines stehenden Heeres wurde das Ansehen der Soldaten nur langsam verbessert. Der Grund dafür lag in den großen Belastungen der Zivilisten. Sie waren es, die die finanziellen Belastungen zu tragen hatten und ständig von Zwangswerbungen bedroht waren. Allerdings wurde durch das stehende Heer die Disziplin der Soldaten verbessert und die Übergriffe auf Zivilisten verringerten sich.

Durch die Einquartierung der preußischen Soldaten waren sie der Zivilbevölkerung näher als die Soldaten anderer Armeen. Die Abkapselung der Soldaten fand erst durch die Errichtung und Einquartierung der Soldaten in ummauerten Kasernen ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts statt. Durch das Kantonssystem war eine Trennung zwischen Zivilisten und Militär nur schwer möglich gewesen, da die preußischen Soldaten in der Zeit des 18. Jahrhunderts in Friedenszeiten nur zwei Monate im Jahr zum Dienst verpflichtet waren. In der Zeit von 1644 bis nach Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 gab es noch keine strukturellen Konfliktpunkte zwischen Zivilisten und Militär. Die Auseinandersetzungen, die stattfanden, waren persönlicher Natur. Ab den 1770er Jahren gab es vermehrt Kritik aus dem Bildungsbürgertum. Gründe waren insbesondere die niedere soziale Herkunft der Mannschaften, die ausgeklügelten Vorkehrungen gegen Desertionen und das mittlerweile als barbarisch empfundene Strafsystem. 1795 wurde aufgrund dieser Kritik, die mittlerweile auch von Offizieren geäußert wurde, eine Kommission eingesetzt. U. a. forderte der Stabsoffizier v. Boyen (später Kriegsminister und Reformer) eine Abschaffung der entehrenden Körperstrafen und Sold- und Broterhöhungen. Diese wurde von der Kommission auch anerkannt.

Friedrich der Große verstärkte den Anteil des Adels im preußischen Offizierskorps, da er von ihrem besonderen tadellosen Geist überzeugt war. Bis dahin gab es auch vielfach bürgerliche Offiziere in der Armee (zum Beispiel Derfflinger). Diese Veränderung der Offiziersstruktur wirkte sich auch auf die soziale Entwicklung und der Klassenstruktur der preußischen Gesellschaft aus. Mit der Verdrängung der bürgerlichen Offiziere setzte die Abkapselung der Armee von der Gesellschaft ein. Die Bezeichnung der preußischen Armee als «Staat im Staat» wurde von dieser Zeit an Wirklichkeit. Das Offizierskorps (zugleich die Elite im Staat) bildete eine fest abgeschlossene mit festen Grenzen versehene Einheit. Ebenso bildeten sie den späteren Hort der Reaktion im 19. Jahrhundert. Der Historiker Hans Rosenberg urteilte dazu, dass letztlich die bildliche Nähe der Armee zur strengen Junkerherrschaft und der Unfreiheit der Bauern sich nachteilig auf die Entwicklung der politischen und sozialen Verhältnisse in Preußen auswirkte. Der anerkannte Historiker Wolfgang Neugebauer stimmte dieser Einschätzung in seinem Standardwerk zur preußischen Geschichte zu.[147]

Durch die auch im internationalen Vergleich hohe Mannschaftsstärke der Armee ergab sich für die Zeitgenossen der Eindruck, dass alle Anstrengungen der Bürger und des Staates auf den Erhalt der Armee gerichtet schien. Tatsächlich hatte seit dem Soldatenkönig und seinem Nachfolger Friedrich II. die Armee die höchste Priorität um das Hauptziel, den Erhalt und die Sicherung des Staates nach innen und außen zu gewährleisten. Preußen befand sich seitdem im „Dauerstress kontinuierlicher Überanstrengung“ für die Armee.[148] Diese wurde zu einem Selbstzweck. Darauf bezieht sich das nachfolgende berühmt gewordene Zitat eines Zeitzeugen.

„Die preußische Monarchie ist nicht ein Land, das eine Armee hat, sondern eine Armee, die ein Land hat, in welchem sie gleichsam nur einquartiert steht[149]

Alles in allem bot Preußen gegen Ende der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. das Bild einer durchorganisierten militärischen Gesellschaft. Anders wäre die überdimensionale Militärmacht nicht aufzubauen gewesen. Furcht vor militärischen und staatlichen Autoritäten und Unterordnung wurden auch Muster der zivilen Gesellschaft. Die Rolle des Volkes im 18. Jahrhundert beschränkte sich darauf, für die Versorgung der Armee, also die Ausstattung mit Nahrungsmitteln, Uniformen, Geld, Wohnraum für die Soldaten und natürlich für Rekrutennachschub zu sorgen. 1806 bestand das Offizierskorps aus 7.000 Offizieren. 6.300 davon entstammten den Adel.[150]

Während der Napoleonischen Zeit (1807–1815)Bearbeiten

 
Militär-Reorganisationskommission, Königsberg 1807

Die Grundüberlegungen der preußischen Reformer waren nicht originär in Preußen, sondern fanden auch in anderen deutschen Staaten, wie in Österreich, Bayern und den Rheinbundstaaten statt. Allerdings musste in Preußen mehr gegen den Widerstand des Adels gerungen werden, dafür waren die Reformen dann dauerhafter als in anderen Ländern und wurden 1814 Bestandteil der preußischen Heeresverfassung. Nach der Niederlage 1807, bis nach den Befreiungskriegen, entwickelte sich die bis dahin nach außen geschlossene Armee zu einer Volksarmee, wenn auch nur für eine kurze Zeit.

Bis 1806 setzte sich die Armee aus den Wehrpflichtigen der nicht-allgemeinen Wehrpflicht (Kantonreglement) und den nichtpreußischen geworbenen Söldnern zusammen. Im Zuge der Reformen wurden die Ungerechtigkeiten bei der Rekrutierung durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beseitigt. Unter anderem deswegen entstand in dieser Zeit eine Volksarmee, bei der für alle Männer die gleichen Maßstäbe galten. Das Ziel der preußischen Reformer war es, das Volk durch den Dienst in der Armee zu einem neuen vaterländischen Geist zu erziehen. Der Bürger sollte den Staat und seine Strukturen und Prinzipien (und damit auch die Armee) „innerlich“ und freiwillig annehmen. Im Reglement am 6. August 1808 wurde folgendes erlassen (Brechung des Adelsprivilegs):

„Einen Anspruch auf Offiziersstellen sollen von nun an in Friedenszeiten nur Kenntnisse und Bildung gewähren, in Kriegszeiten ausgezeichnete Tapferkeit und Überblick. Aus der ganzen Nation können daher alle Individuen, die diese Eigenschaft besitzen, auf die höchsten Ehrenstellen im Militär Anspruch machen. Aller bisher stattgehabte Vorzug des Standes hört beim Militär ganz auf und jeder hat gleiche Pflichten und gleiche Rechte.“ Von diesem Zeitpunkt an erhöhte sich der Anteil der Bürgerlichen im Offizierkorps bis auf 70 % Anfang des Ersten Weltkrieges. Auch außerhalb des Militärs wurden die Standesschranken zwischen Adel, Bürgertum und Bauernschaft sowie die „Gutsunterthänigkeit“ aufgehoben und die Beteiligung der Bürger an der Selbstverwaltung der Städte eingeführt. Dies waren wichtige Voraussetzungen, für ein „Volk in Waffen“. In der Verfassung der Reserve-Armee hieß es 1807: „Alle Bewohner des Staates sind geborne Verteidiger desselben“.

Die preußische Regierung kündigte 1808 an, dass auch Männer aus dem Bürgertum eingezogen werden können. Da der gemeine Soldat bis dahin „keine bürgerliche Ehre besaß“, lehnte das Besitz- und Bildungsbürgertum dies ab. Die Hoffnung der Reformer, dass das Bürgertum seine Einstellung bis zu den Planungen bis 1810 geändert haben würde, waren Illusion. Erst 1812/13, nach jahrelangem Druck der französischen Willkürherrschaft, begann im Bürgertum der Wille zum militärischen Widerstand die früheren Vorbehalte zu überwiegen. Allerdings spielten auch Zugeständnisse des Königs eine Rolle. Wer in der Lage war, sich selbst einzukleiden und zu bewaffnen, konnte mit weitreichenden Privilegien bei den Jägern dienen. Auch der Adel wandte sich gegen die Öffnung für Bürgerliche, weil er um sein Anrecht auf die Besetzung von Offiziersstellen fürchtete.

Vom Wiener Kongress bis zur Revolution von 1848 (1815–1849)Bearbeiten

Nach dem Wiener Kongress standen sich in Preußen zwei Lager gegenüber. Auf der einen Seite die Reformer wie der Kriegsminister Boyen, die ein modernes Volksherr auf Milizbasis schaffen wollten und dazu das Bürgertum gewinnen mussten. Das Offizierskorps sollte sich, dem liberalen Zeitgeist entsprechend, aus dem Bürgertum rekrutieren, sozial angesehen sein und ein hohes militärfachliches und allgemeines Wissen haben. Auf der anderen Seite standen der König und der Adel. Der König fürchtete um seinen Einfluss auf die Streitkräfte und lehnte eine „Außenkontrolle“ ab. Auch der Adel stand den Reformen ablehnend gegenüber, weil er um seine Privilegien und Sonderstellung im Staate fürchtete. Die folgenden Auseinandersetzungen drehten sich um die beiden Gegensätze liberales Volksheer oder diszipliniertes Kampfheer, welches in der Gesellschaft einen besonderen Stand einnimmt. Dies spitzte sich in der Kontroverse zu, ob die Armee an die Verfassung gebunden sei oder an den König und auf wen der Eid abgelegt werden soll.

Durch den Abschied sämtlicher Reformer (Boyen trat 1819 von seinem Amt als Kriegsminister zurück) wandelte sich nun das Bild des Bürgersoldaten, zu einem außerhalb der Gesellschaft stehenden Soldaten. An der Tagespolitik wollte und sollte ein Offizier nicht teilnehmen. Die Kluft zwischen Bürger und Militär verstärkte sich. Die restaurativen Elemente gewannen in den Jahren bis 1840 die Oberhand. Die von diesen Kreisen gewünschte Abschaffung der Wehrpflicht gelang aber nicht.

 
Erstürmung der Barrikade an der Konstablerwache in Frankfurt am Main am 18. September 1848 durch preußisches Militär,
Lithographie von E.G. May nach einer zeitgenössischen Zeichnung von Jean Nicolas Ventadour. Historisches Museum, Frankfurt am Main

So veränderte die preußische Armee ihr inneres Gesicht. Die neue Offiziersschicht, die in diesen Jahren entstand, war weit vom humanistischen, universellen Geist der Reformer wie zum Beispiel Scharnhorst, Gneisenau oder Boyen entfernt. Es entstand ein Offiziersnachwuchs, der enger aufs Fachliche begrenzt und in der Truppenführung geschult wurde. Der Anteil des Adels sank insgesamt, aber die Bürgerlichen kopierten die Formen des „höheren Standes“, dadurch entstand ein Offiziersstand von großer innerlicher Geschlossenheit und mit festen Traditionen. Mit der Thronbesteigung Friedrich Wilhelm IV. stieg die Hoffnung auf eine Liberalisierung. Unter anderen wurde Boyen wieder Kriegsminister.

Diese Hoffnung endete als im Zuge des Pauperismus der einsetzenden Industriellen Revolution, die Armee nach 1846 immer häufiger zu blutigen Polizeieinsätzen gegen innere Unruhen eingesetzt wurden. Die Ordnungseinsätze verstärkten die zunehmende Entfremdung zwischen Zivilbevölkerung und Militär weiter. Bei einer Ansprache des Königs am 18. März 1848, in welcher er Zugeständnisse versprach, nahm das Volk die Zusagen mit Begeisterung auf. Die bereitstehenden Truppen jedoch deuteten die Freudenäußerungen falsch und eröffneten aus Angst vor dem Beginn einer Revolution das Feuer in die Menge, wobei dreizehn Menschen starben. Während der Revolution von 1848 sah sich die Armee als einziger Garant gegen die Revolution. Das Offizierskorps sah seine Grundlagen gefährdet und hielt sich bereit, auch ohne königlichen Befehl, nötigenfalls selbst in die inneren Wirren einzugreifen. Nach dem Eingreifen stärkerer preußischer Verbände gegen die Volksaufstände in großen Teilen des deutschen Bundes gelang es der preußischen Armee, den Aufstand in blutigen Kämpfen schließlich niederzuschlagen. Mit dem Ende der Revolution 1849 scheiterten endgültig alle Versuche, Armee und Zivilgesellschaft zu versöhnen.

Von 1849 bis zur Reichsgründung 1871Bearbeiten

Seit der Einführung der oktroyierten Verfassung im Jahr 1849 bestand verfassungsrechtlich die militärische Kommandogewalt des Königs. Das Parlament hatte demgegenüber die Budgetgewalt und bestimmte über die gesamten Militärausgaben. Während des preußischen Verfassungsstreites (1862–66) (Heereskonflikt) setzte sich der König in der Frage der militärischen Kommandogewalt gegenüber dem Parlament durch. Durch die Heeresreform konnte die Armee schließlich ihre Sonderstellung als monarchistisches Machtinstrument (es unterstand nur dem König) festigen. Die Armee wurde zum Erziehungsinstitut des Volkes und rückte völlig ins Zentrum staatlicher Anstrengungen. Auch politische Entscheidungen wurden von militärischen Aspekten geprägt. Militärische Normen und Wertvorstellungen hielten immer stärker Einzug in den Alltag. Die militärischen Tugenden Pünktlichkeit, Ordnungsliebe und Disziplin wurden zu zivilen Tugenden. Das Leben in Deutschland wurde militarisiert und in dieser Zeit begann die Gesellschaft sich in ihrem Alltagsleben von anderen europäischen Gesellschaften zu unterscheiden. Paraden, Kaisermanöver und Stapelläufe wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen und begeisterten die Bevölkerung. Die Reichsgründung im Spiegelsaal von Versailles vollzog sich schließlich als rein militärisches Schauspiel, symbolisch steht dies für die treibende Kraft die zur Bildung des Zweiten Kaiserreichs führte und letztlich auch das Wesen dieses Staates stark mitprägte.

 
Kaiser Wilhelm II. bei einer Militärparade am 9. Februar 1894 im Lustgarten in Potsdam.
Farblithografie von Carl Röchling (1855–1920)

Rede des Deutschen Kaisers Wilhelm II. in Potsdam am 23. November 1893 bei einer Rekrutenvereidigung:

„Rekruten! Ihr habt jetzt vor dem geweihten Diener Gottes und angesichts dieses Altars Mir die Treue geschworen. Ihr seid noch zu jung, um die wahre Bedeutung des eben Gesprochenen zu verstehen, aber befleißigt euch zunächst, dass ihr die gegebenen Vorschriften und Lehren immer befolgt. Ihr habt Mir die Treue geschworen, das – Kinder Meiner Garde – heisst, ihr seid jetzt Meine Soldaten, ihr habt euch Mir mit Leib und Seele ergeben. Es gibt für euch nur einen Feind, und das ist Mein Feind. Bei den jetzigen sozialistischen Umtrieben kann es vorkommen, dass ich euch befehle, eure eigenen Verwandten, Brüder, ja Eltern niederzuschießen – was ja Gott verhüten möge –, aber auch dann müsst ihr Meine Befehle ohne Murren befolgen.[151]

Kaiser Wilhelm II.

ZusammenfassungBearbeiten

Preußens Geschichte und sein Wesen war auch durch militärische Anteile geprägt, die in der Gesamtbetrachtung zu Pauschalurteilen führten, hier in der Annahme, dass das Militärische den Staat Preußen überformte und die Zivilgesellschaft nach Belieben einengte. Der Mythos vom Militarismus in Preußen steht dabei in einer Reihe von Allgemeinmythen, die sich im Alltags- und wissenschaftlichen Diskurs der Zeitzeugen bildeten. Weitere Beispiele sind:

  • Der Mythos der besonderen Geistigkeit des preußischen Staates.
  • Die preußischen Tugenden
  • Der Mythos der Unbestechlichkeit der preußischen Beamten
  • Der Mythos der preußischen Rechtsstaatlichkeit
  • Der Mythos von der preußischen Toleranz

Mythen sind soziale Konstruktionen über die historische Wirklichkeit, die die Traditionen einer sozialen Gemeinschaft verdichten und vereinfachen und auf diese Weise soziale Konventionen schaffen, die nicht mehr bewiesen und begründet werden müssen. Sie neigen in der Regel zur Vereinfachung und Verkürzung. In dem Sinn ist auch die Militarisierungslegende über Preußen eine Konvention, die Allgemeingültigkeit erlangt hat, in ihren Aussagen nicht grundfalsch sind, aber durch pauschale Urteile die Tendenz zu einer verfälschenden Vereinfachung und Verkürzung aufweisen.

Diese Tendenz liegt auch bei der Militarisierungsthese zu Preußen vor. In die Argumentationsmuster passen diverse Annahmen bei näherer Betrachtung nicht mehr zusammen. Zum Beispiel das Wirken der Militärreformer im Zuge der Befreiungskriege. Diese hatten einen zutiefst freiheitlich-progressiven Kernansatz in ihrem Reformprogramm. Die Disziplinierung durch Einsatz des Knüppels im 18. Jahrhundert in Armee und Gesellschaft wurde von den Vertretern der Militarismusthese als Beweis für den kasernenhaften Umgangston in der Gesellschaft gewertet, doch bewirkte die Sozialdisziplinierung keine gesellschaftliche Knebelung, sondern ermöglichte Fortschritte in die durch den Dreißigjährigen Krieg völlig enthemmte Gesellschaftsstruktur, so dass zivilisiertere und komplexere Institutionen – von Oben zwar – aufgebaut werden konnten. In Preußen gab es zu jeder Zeit die gleichen gesellschaftlichen Institutionen und Debatten in ähnlicher Dichte und Häufigkeit wie in den maßgeblichen westeuropäischen Staaten wie England oder Frankreich. Die Gesellschaft hat letztlich auch jede von England oder Frankreich ausgehende Modeerscheinung adaptiert und aufgenommen. All das spricht einer Sonderwegthese und der Annahme des Vorhandenseins einer schwachen Zivilgesellschaft entgegen.[152]

ErinnerungskulturBearbeiten

Die vielfachen Verbildlichungen preußischer Armeeangehörigen in Zeichnungen, Aquarellen, Kupferstichen und Ölgemälden sind bis heute bedeutende sichtbare Andenkenformen als Sammlungen in privaten Händen oder in öffentlich zugänglichen Museen. Bekannteste Maler dieses Genres mit Bezug zur preußischen Armee im 19. Jahrhundert waren Richard Knötel und Carl Röchling. An filmischen Verarbeitungen des Geschichtsstoffs überwiegt die Zeit Friedrichs des Großen. Die meisten Filme stammen aus der Vorkriegszeit (Fridericus-Rex-Filme), insbesondere aus der Zeit des Nationalsozialismus. Neuere Filmverarbeitungen sind selten geworden und werden eher als Dokumentationsfilm statt als Spielfilm produziert. Es gibt einen großen Bestand an Breitenliteratur, die sich der preußischen Militärgeschichte widmet und keinen wissenschaftlichen Anspruch erhebt. Diese Werke vermitteln interessierten Lesern häufig mit regionalen Bezug, überblicksartig und reichlich bebildert die militärischen Entwicklungen mit Schwerpunkten der Militärtechnik und -organisation, des militärischen Brauchtums, der Darstellung individueller Lebensläufe bedeutender Personen und bestimmter Einzelereignisse bis hin zu einzelnen Feldzugsdarstellungen.

Der Yorckscher Marsch, gespielt von der United States Marine Band
Militär-Verdienst-Kreuz
 
Goldenes Militär-Verdienst-Kreuz
 
Medaillen der Verdienstklasse 1793
 
Die Auszeichnungen in Kreuzform von Louis Schneider

In der Militärmusik halten sich bis heute viele Originalmärsche der preußischen Armee. Insbesondere der Militärmusikdienst der Bundeswehr nutzt den Musikbestand aktiv im Rahmen des aktiven Truppendienstes.

Bereits früh setzte europaweit die Tradition ein, zur Ehrung und zur Erinnerung der Teilnehmer von Einsätzen als auch ehemaligen Gedienten Kriegsauszeichnungen zu verleihen. In der preußischen Armee wurden eine ganze Reihe solcher Medaillen geprägt und verliehen. So gab es unter anderen ein Militärehrenzeichen I. und II. Klasse, eine Rettungsmedaille, Allgemeine Ehrenzeichen, ein 25jähriges Dienstauszeichnungskreuz, das Düppelkreuz, das Alsenkreuz, eine Kriegsgedenkmünze von 1813/15, eine Erinnerungsmedaille von 1863, eine Kriegsgedenkmünze von 1870/71, ein Erinnerungskreuz für 1866, eine Kriegsdenkmünze für 1864, eine Hohenzollernsche Gedenkmünze und eine Krönungsmedaille. die bedeutenderen Abzeichen waren das Militärverdienstkreuz, das aufgrund seiner niedrigen Verleihungszahl bezogen auf die Gesamtzahl der Soldaten, als „Pour le Mérite“ für Unteroffiziere und Mannschaften bezeichnet wurde und der Militärverdienstorden Pour le Mérite als solches.

In der heutigen Zeit werden in Deutschland im Rahmen von organisierten Reenactmentveranstaltungen Schlüsselszenen der preußischen Armee aus den verschiedenen Epochen nachgespielt. Thematischer Vorgänger dieser Bewegung waren die örtlichen Kriegervereine des 19. Jahrhunderts.

Sichtbare bauliche Hinterlassenschaften der preußischen Armee sind die Kriegerdenkmäler und Kasernenbauten in vielen deutschen Städten geworden. In Einzelfällen sind auch Befestigungsanlagen wie die Spandauer Zitadelle erhalten geblieben und werden heutzutage für touristische und Freizeitaktivitäten genutzt. Die Bundeswehr beruft sich seit ihrem Aufbau auch auf preußische Traditionslinien, darunter vor allem die Zeit und die Akteure der Preußischen Militärreformen von 1807–1813. Das Ziel der preußischen Militärreformer, eine Institution zu schaffen die den denkenden Staatsbürger in Uniform schafft, ist deckungsgleich mit dem Wertefundament der Bundeswehr und begründet die Erhaltung dieser Traditionslinie in der heutigen deutschen Armee.[153]

Ein bedeutendes Heeresmuseen in Deutschland ist das Deutsche Historische Museum in Berlin, das einen Sammlungsschwerpunkt für Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der preußisch-deutschen Armeen setzt.[154]

ForschungsgeschichteBearbeiten

Zur preußischen Armee existiert seit dem 18. Jahrhundert ein umfangreicher Literaturapparat. Bedeutender Autor dieses Jahrhunderts war der preußische König Friedrich II. selbst (vgl. Liste der literarischen Werke Friedrichs des Großen). Die klassischen Forschungsschwerpunkte neueren Datums liegen in der Sozialgeschichte und darin vor allem die Untersuchungsfelder Besoldung, Verpflegung, Unterbringung, Bekleidung, Sanitäts-, Justiz- und Verwaltungswesen. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist das Militär als Beruf, die Stellung des Einzelnen zur Armee (Motivation zum Eintritt, wirtschaftliche und soziale Lage, Zukunftsaussichten).[155]

Militärgeschichtsforscher untersuchen zudem das preußische Militär als Organisation und deren Adaption bei taktischen Veränderungen wie zum Beispiel der Einführung neuer Kampf- oder Waffentechnik. Insbesondere englischsprachige Geschichtsschreiber widmen sich der Untersuchung der Militärtaktik der preußisch-deutschen Armee unter der Prämisse der als ur-preußisch angesehenen Blitzkriegsführung im preußischen Kriegsansatz.[156] In Deutsch publizierende Autoren halten sich weiterhin bei dem Thema Kriegsführung zurück.

Folkloristische Publikationen befassen sich detailliert mit der Ausschmückung und der Ausstaffierung von Uniform- und Gebrauchsteilen und der Wiedergabe der einzelnen Regiments- und Formationsgeschichten. Bedeutende deutsche Schreiber aus dieser Kategorie sind Martin Guddat oder Hans Bleckwenn. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert dominierte besonders in Preußen die Nationale (Borussische) Geschichtsschreibung mit einem tendenziellen Hang zu militärglorifizierender Geschichtsklitterung. Das Standardwerk von Curt Jany entstammt dieser Zeit. Da sich seine Bücher auf archivarische Datensätze beziehen, die 1945 verloren gegangen sind, sind die truppenspezifischen Daten weiterhin als Quelle, aus Mangel an gleichwertigen Alternativen, bei Recherchen hinzuzuziehen.

Angesichts der spezifisch deutschen Entwicklung, die in einem Sonderweg im 19. und 20. Jahrhundert kumulierte, fokussiert sich der wissenschaftliche Erkenntnisblick der Historiker in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf das Verhältnis des Militärs zur preußischen Zivilgesellschaft. Bedeutende und anerkannte Autoren dieser Zeit sind Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer und Gordon A. Craig. Militärgeschichtliche Forschungen zur preußischen Armee betrieb das Militärgeschichtliche Institut der DDR und betreibt heute unter anderem über die Militärgeschichtliche Zeitschrift das Militärgeschichtliche Forschungsamt der Bundeswehr.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Geschichte

Lebensumstände

Organisation der Armee

  • Hans Bleckwenn (Hrsg.): Das altpreußische Heer: Erscheinungsbild und Wesen. 1713–1807, 8 Teile in 16 Bänden, Osnabrück 1973ff., ISBN 3-7648-0187-5.
  • Jörg Muth: Flucht aus dem militärischen Alltag. Rombach Verlag, Freiburg i. Br. 2003, ISBN 3-7930-9338-7 (auch für den Bereich Lebensumstände).
  • Olaf Groehler: Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806. Das Heerwesen. 1. Auflage. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1993, ISBN 3-89488-013-9.
  • Martin Guddat: Kürassiere Dragoner Husaren. Die Kavallerie Friedrichs des Großen. Verlag Mittler & Sohn, Bonn 1989, ISBN 3-8132-0324-7.
  • Martin Guddat: Kanoniere Bombardiere Pontoniere. Die Artillerie Friedrich des Großen. Verlag Mittler & Sohn, Bonn 1992, ISBN 3-8132-0383-2.
  • Martin Guddat: Grenadiere Musketiere Füsiliere. Die Infanterie Friedrichs des Grossen. Edition Nikol, Verlag E. S. Mittler & Sohn GmbH Hamburg, ISBN 3-930656-38-8.
  • Curt Jany, Eberhard Jany (Hrsg.): Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914. Biblio Verlag, Osnabrück 1967 (Erweitere Auflage der Originalausgabe von 1928), Drei Bände.
  • Philip Haythornthwaite: Die Armee Friedrich des Großen. Infanterie & Kavallerie. Siegler Verlag, Sankt Augustin 2004, ISBN 3-87748-641-X.
  • Dirk Oetting: Auftragstaktik. Frankfurt am Main/Bonn 1993.
  • Heiger Ostertag: Bildung, Ausbildung und Erziehung. Eliteideal, Anspruch und Wirklichkeit im Offizierkorps im Kaiserreich 1871 – 1918. Paris/New York 1990, 374 S., ISBN 3-631-42489-2.
  • Siegfried Fiedler: „Heerwesen der Neuzeit“ – Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Kabinettskriege. ISBN 3-7637-5478-4.

Ausrüstung der Armee

  • Die neue Uniformirung und die grossen Manoeuvres in Preußen. In: Illustrirte Zeitung. Nr. 37. J. J. Weber, Leipzig 9. März 1844, S. 163–169 (books.google.de).
  • Hans Bleckwenn: Die friderizianischen Uniformen 1753–1786. 4 Bände. Hardenberg, Dortmund 1984; Band I: ISBN 3-88379-444-9.
  • Der bunte Rock in Preußen. Militär- und Ziviluniformen 17. bis 20. Jahrhundert in Zeichnungen, Stichen und Photographien aus dem Bestand der Kunstbibliothek Berlin. Ausgewählt u.- bearb. v. Ekhart Berckenhagen u. Gretel Wagner. Ausstellungskatalog Berlin 1981 u. Celle und Bonn-Bad Godesberg 1982. Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1981, ISBN 3-88609-029-9.
  • Werner Eckardt, Otto Morawietz: Die Handwaffen des brandenburg-preußisch deutschen Heeres – 1640–1945. 2. Auflage. Hamburg 1973.
  • Hans Dieter Götz: Die deutschen Militärgewehre und Maschinenpistolen 1871–1945. 4. Auflage. Stuttgart 1985.
  • Hans Dieter Götz: Militärgewehre und Pistolen der deutschen Staaten 1800–1870. Stuttgart 1978.
  • Daniel Hohrath: Friedrich der Große und die Uniformierung der preußischen Armee von 1740 bis 1786 [Eine Publikation des Deutschen Historischen Museums]. 2 Bände, Verlag Militaria, Wien 2011, ISBN 978-3-902526-50-2.
  • A. Mila: Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der Königlich Preußischen Armee in den Jahren 1808 bis 1878. Zugleich eine Ergänzungsschrift der Uniformirungs-Liste des Deutschen Reichs-Heeres. Reprographischer Nachdruck der Ausgabe Berlin: Mittler 1878. „Heere der Vergangenheit“ J. Olmes, Krefeld 1970.
  • Heinrich Müller: Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806. Die Bewaffnung. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1991, ISBN 3-327-01072-2.
  • Paul Pietsch: Die Formations- und Uniformirungs-Geschichte des preußischen Heeres. 1808–1910. Band I: Fußtruppen (Infanterie, Jäger, Schützen, Pioniere) und deren Landwehr. Verlag für nationale Literatur, Berlin 1911.
  • Paul Pietsch: Die Formations- und Uniformirungs-Geschichte des preußischen Heeres. 1808–1912. Band II: Kavallerie, Artillerie, Train, generalität usw. Verlag für nationale Literatur, Berlin 1913.
  • Carmen Winkel: Distinktion und Repräsentation. Deutung und Bedeutung von militärischen Uniformen im 18. Jahrhundert. In: Sandro Wiggerich, Steven Kensy (Hrsg.): Staat Macht Uniform. Uniformen als Zeichen staatlicher Macht im Wandel? (= Studien zur Geschichte des Alltags. Nr. 29). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-515-09933-2, S. 127–145.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Militär Preußens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufstieg zur Großmacht, Potsdam 1998, S. 10
  2. Bruno Gebhardt, Johannes Burkhardt, Wolfgang Reinhard: Handbuch der deutschen Geschichte, Vollendung und Neuorientierung des fühmodernen Reiches 1648-1763, Band 11, 10. Auflage, Klett-Cotta Verlag, S.135
  3. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademie Verlag, Berlin 1995, S.300
  4. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademie Verlag, Berlin 1995, S.302
  5. Günther Gieraths: Die Kampfhandlungen der brandenburgisch-preussischen Armee, 1626-1807: ein Quellenhandbuch, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 8, Walter de Gruyter, Berlin 1964, S. 522
  6. Ralf Pröve: Lebenswelten: militärische Milieus in der Neuzeit : gesammelte Abhandlungen, Band 11: Herrschaft und Soziale Systeme in der Frühen Neuzeit, LIT Verlag, Berlin 2010, S. 8
  7. Renate Just: Recht und Gnade in Heinrich von Kleists Schauspiel "Prinz Friedrich von Homburg", Wallstein Verlag, Göttingen, S.45
  8. Heinz Duchhardt: Der Westfälische Friede: Diplomatie - politische Zäsur - kulturelles Umfeld, Rezeptionsgeschichte, R. Oldenburg Verlag, München 1998, S.588
  9. Bruno Gebhardt, Johannes Burkhardt, Wolfgang Reinhard: Handbuch der deutschen Geschichte, Vollendung und Neuorientierung des fühmodernen Reiches 1648-1763, Band 11, 10. Auflage, Klett-Cotta Verlag, S.135
  10. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufbruch zur Großmacht, Kurt Vorwinckel Verlag, 1998, S. 40
  11. Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte, deGruyter Verlag, 1981, Band 2, S. 749f
  12. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der Preußischen Geschichte, Band I, Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, S. 207
  13. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der Preußischen Geschichte, Band I, Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, S. 205
  14. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der Preußischen Geschichte, Band I, Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, S. 205
  15. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 66 Anmerkung: Die dort angegebene Zahl von 8000 Mann für 1646 bezieht sich vermutlich nur auf die im Text genannten Stammsoldaten und schließt Milizkräfte aus.
  16. Bruno Gebhardt, Johannes Burkhardt, Wolfgang Reinhard: Handbuch der deutschen Geschichte, Vollendung und Neuorientierung des fühmodernen Reiches 1648-1763, Band 11, 10. Auflage, Klett-Cotta Verlag, S.138
  17. Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte, deGruyter Verlag, 1981, Band 2, S. 750
  18. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufstieg zur Großmacht, Potsdam 1998, S. 40
  19. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 66
  20. Bis September 1655 standen 8500 Mann unter Waffen, im Juni 1656 22.000 und Ende 1660, als der Friede von Oliva den Krieg beendete, waren es 27 000 Mann. in: Gordon Alexander Craig: Die preussisch-deutsche Armee, 1640-1945, Droste Verlag, 1960
  21. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufbruch zur Großmacht, Kurt Vorwinckel Verlag, 1998, S. 40
  22. Die Zahl gibt die Stärke der Armee ohne Garnisonskräfte an, in: Wolfgang Neugebauer: Handbuch der Preußischen Geschichte, Band I, Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, S. 206
  23. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufbruch zur Großmacht, Kurt Vorwinckel Verlag, 1998, S. 42
  24. George Adalbert von Mülverstedt: Die brandenburgische Kriegsmacht unter dem Großen Kurfürsten : quellenmäßige Darstellung aller einzelnen, in der Zeit von 1640 bis 1688 bestehenden kurbrandenburgischen Regimenter und sonstigen selbständigen Truppenkörper nebst Festungen, der Marine &c., Verlag Baensch, Magdeburg 1888, S. 29
  25. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufbruch zur Großmacht, Kurt Vorwinckel Verlag, 1998, S. 35
  26. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler – Geschichte Brandenburg-Preußens für jedermann, Verlag Volk&Welt, Berlin 1992, S. 87
  27. Bruno Gebhardt, Johannes Burkhardt, Wolfgang Reinhard: Handbuch der deutschen Geschichte, Vollendung und Neuorientierung des fühmodernen Reiches 1648-1763, Band 11, 10. Auflage, Klett-Cotta Verlag, S.134
  28. Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte, deGruyter Verlag, 1981, Band 2, S. 752
  29. Manfred Messerschmidt: Preußens Militär in seinem gesellschaftlichen Umfeld, Geschichte und Gesellschaft. Sonderheft Vol. 6, Preußen im Rückblick (1980), S. 43–88, Vandenhoeck & Ruprecht, S. 43
  30. Horst Carl, Ute Planert: Militärische Erinnerungskulturen vom 14. bis zum 19. Jahrhundert: Träger - Medien - Deutungskonkurrenzen, V&R unipress, Göttingen 2012, S. 245
  31. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der Preußischen Geschichte, Band I, Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, S. 205
  32. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 322
  33. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 340
  34. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 68
  35. Günther Gieraths: Die Kampfhandlungen der brandenburgisch-preussischen Armee, 1626-1807: ein Quellenhandbuch, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 8, Walter de Gruyter, Berlin 1964, S. XVII
  36. George Adalbert von Mülverstedt: Die brandenburgische Kriegsmacht unter dem Großen Kurfürsten : quellenmäßige Darstellung aller einzelnen, in der Zeit von 1640 bis 1688 bestehenden kurbrandenburgischen Regimenter und sonstigen selbständigen Truppenkörper nebst Festungen, der Marine &c., Verlag Baensch, Magdeburg 1888, S. 505–541
  37. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 67
  38. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufbruch zur Großmacht, Kurt Vorwinckel Verlag, 1998, S. 47
  39. Frank Bauer: Fehrbellin 1675 - Brandenburg-Preußens Aufbruch zur Großmacht, Kurt Vorwinckel Verlag, 1998, S. 60
  40. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648-1789, Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Verlag der Nation, Berlin 1987, 3. Auflage, S. 50
  41. Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte, deGruyter Verlag, 1981, Band 2, S. 750
  42. Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte, deGruyter Verlag, 1981, Band 2, S. 753
  43. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 331
  44. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 330
  45. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 330
  46. https://www.deutsche-biographie.de/pnd11853596X.html NDB, Band 5 (1961), ADB, Band 7 (1878), Lemma: Friedrich Wilhelm (Großer Kurfürst)
  47. Friedrich Beck, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in seiner Zeit, Verlag für Berlin-Brandenburg, Brandenburgische Historische Studien Band 12, Herausgegeben von der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V. und der Gesellschaft für Geistesgeschichte e.V., Potsdam 2003, S. 194
  48. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 341
  49. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der Preußischen Geschichte, Band I, Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, S. 209
  50. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 322
  51. Jany, Bd. I (Lit.), S. 546
  52. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 342
  53. Johannes Kistenich: „junge wolgewachsene Kerle geheim selbst aufzusuchen“ Lippische Rekrutierung für Preußen während des Spanischen Erbfolgekrieges, Westfälische Zeitschrift 154, 2004 / Internet-Portal "Westfälische Geschichte" URL: http://www.westfaelische-zeitschrift.lwl.org, S. 430
  54. Johannes Kistenich: „junge wolgewachsene Kerle geheim selbst aufzusuchen“ Lippische Rekrutierung für Preußen während des Spanischen Erbfolgekrieges, Westfälische Zeitschrift 154, 2004 / Internet-Portal "Westfälische Geschichte" URL: http://www.westfaelische-zeitschrift.lwl.org, S. 427
  55. Robert Adolf Kann, Friedrich E. Prinz: Deutschland und Österreich, Jugend und Volk, 1980, S. 498
  56. Hans Bleckwenn: Unter dem Preußen - Adler, Bertelsmann Verlag, 1978, S. 56
  57. Schulze Winfried, Gerhard Oestreichs Begriff „Sozialdisziplinierung“, in: ZfHF 14, 1987, S. 265–302
  58. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 344
  59. S. Fischer-Fabian: Preußens Gloria: Der Aufstieg eines Staates, Bastei Lübbe, 2007, S. 116
  60. Carl Hinrichs: Preußen als historisches Problem: Gesammelte Abhandlungen, Walter de Gruyter Verlag, Berlin 1964, S. 50f
  61. Renate Just: Recht und Gnade in Heinrich von Kleists Schauspiel "Prinz Friedrich von Homburg", Wallstein Verlag, Göttingen, S.50
  62. Beate Engelen: Soldatenfrauen in Preußen: eine Strukturanalyse der Garnisonsgesellschaft im späten 17. und 18. Jahrhundert, Schriftenreihe Herrschaft und soziale Systeme in der Frühen Neuzeit, Band 7, Herausgegeben vom Arbeitskreis Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit e.V., Lit-Verlag, Münster 2005, S. 51
  63. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 353
  64. Maren Lorenz: Das Rad der Gewalt: Militär und Zivilbevölkerung in Norddeutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg (1650-1700), Böhlau Verlag, Köln-Weimar-Berlin, 2007, S. 105
  65. Wehrkunde: Organ der Gesellschaft für Wehrkunde, Band 10, Verlag Europäische Wehrkunde, 1961, S. 256
  66. Renate Just: Recht und Gnade in Heinrich von Kleists Schauspiel "Prinz Friedrich von Homburg", Wallstein Verlag, Göttingen, S. 42
  67. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 342
  68. Jan Glete: War and the State in Early Modern Europe, Routledge, London 2002, S. 31–36.
  69. Carl Hinrichs: Preußen als historisches Problem: Gesammelte Abhandlungen, Walter de Gruyter Verlag, Berlin 1964, S. 58
  70. Martin Guddat: Handbuch zur preußischen Militärgeschichte 1688-1786, Hamburg 2011, S. 191.
  71. Carl Hinrichs: Preußen als historisches Problem: Gesammelte Abhandlungen, Walter de Gruyter Verlag, Berlin 1964, S. 56
  72. Carl Hinrichs: Preußen als historisches Problem: Gesammelte Abhandlungen, Walter de Gruyter Verlag, Berlin 1964, S. 55f
  73. Friedrich Beck, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in seiner Zeit, Verlag für Berlin-Brandenburg, Brandenburgische Historische Studien Band 12, Herausgegeben von der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V. und der Gesellschaft für Geistesgeschichte e.V., Potsdam 2003, S. 195–198
  74. Ralf Pröve: Lebenswelten: militärische Milieus in der Neuzeit : gesammelte Abhandlungen, Lit Verlag, Berlin 2010, S. 24
  75. Marian Füssel: Der Siebenjährige Krieg: Ein Weltkrieg im 18. Jahrhundert, Verlag C.H. Beck, München 2010, S. 14
  76. Es liegt die Vermutung nahe, dass die oft als „Tick“ bezeichnete Förderung langer Kerls durchaus um Kalkül des Königs lag: „Mein ganzes Leben hindurch fand ich mich genötigt, zwei Leidenschaften anzuhängen, die ich nicht [sic!] hatte: eine war ungereimter Geiz und die andere eine ausschweifende Neigung für große Soldaten. Nur wegen dieser so sehr in die Augen fallenden Schwachheiten vergönnte man mir das Einsammeln eines großen Schatzes und die Errichtung einer starken Armee. Beide sind da, nun bedarf mein Nachfolger weiter keiner Maske.“ Bericht des Geheimen Rates von Schliestädt, Kommissar des braunschweig-wolfenbüttelschen Hofes, zitiert nach Georg Malkowsky: Die Kunst im Dienste der Staats-Idee. Berlin 1912. S. 110.
  77. Friedrich Beck, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in seiner Zeit, Verlag für Berlin-Brandenburg, Brandenburgische Historische Studien Band 12, Herausgegeben von der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V. und der Gesellschaft für Geistesgeschichte e.V., Potsdam 2003, S. 201
  78. Friedrich Beck, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in seiner Zeit, Verlag für Berlin-Brandenburg, Brandenburgische Historische Studien Band 12, Herausgegeben von der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V. und der Gesellschaft für Geistesgeschichte e.V., Potsdam 2003, S. 94
  79. Gerd Heinrich, Der Adel in Brandenburg-Preußen, In: Helmut Rössner (Hrsg.), Deutscher Adel 1555-1740, Darmstadt 1965, S. 259–314.
  80. Zahlen nach Curt von Jany, Geschichte der Königlich Preußischen Armee bis zum Jahre 1807, 3 Bde., Berlin 1928/29, hier Bd. 1, S. 528, Bd. 2, S. 195
  81. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 354f
  82. Frank Wernitz: Die Armee Friedrich des Grossen im Siebenjährigen Krieg 1756-1763, Podzun-Pallas-Verlag, 2002, S. 54ff
  83. Guntram Schulze-Wegener: Illustrierte deutsche Kriegsgeschichte: von den Anfängen bis heute, Ares-Verlag, 2010, S. 68
  84. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 362
  85. Günther Gieraths: Die Kampfhandlungen der brandenburgisch-preussischen Armee, 1626-1807: ein Quellenhandbuch, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 8, Walter de Gruyter, Berlin 1964, S. 529–545
  86. Guntram Schulze-Wegener: Illustrierte deutsche Kriegsgeschichte: von den Anfängen bis heute, Ares-Verlag, 2010, S. 69
  87. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 361
  88. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 354
  89. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 257
  90. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 357ff
  91. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 376-378
  92. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 379
  93. Siehe die Statistik in Großer Generalstab. Kriegsgeschichtliche Abteilung II (Hrsg.): Das Preußische Offizierkorps und die Untersuchung der Kriegsereignisse. Mittler und Sohn, Berlin 1906, S. 104–107
  94. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 380
  95. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 380f
  96. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 410f
  97. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 412
  98. Das Preußische Heer im Jahre 1812; Bd. 1; Großer Generalstab; Berlin 1912
  99. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 429-431
  100. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 431f
  101. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 432-434
  102. Curt Jany, S. 149.
  103. Lothar Gall: Der Kanonenkönig Alfred Krupp. In: Forschung Frankfurt, 7. Mai 2010, S. 56 ff. (pdf online)
  104. Hans-Joachim Neumann, S. 46
  105. Curt Jany, S. 228.
  106. a b Curt Jany, S. 254.
  107. Curt Jany:, S. 287.
  108. Andreas Wirsching: Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft. München 2000, S. 55 f.; Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik. 6. Auflage, München 2002, S. 42.
  109. Hans Mommsen: Militär und zivile Militarisierung in Deutschland 1914 bis 1938. In: Ute Frevert (Hrsg.): Militär und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 273.
  110. Vgl. Carmen Winkel: Distinktion und Repräsentation: Deutung und Bedeutung von militärischen Uniformen im 18. Jahrhundert. In: Sandro Wiggerich, Steven Kensy (Hrsg.): Staat Macht Uniform. Uniformen als Zeichen staatlicher Macht im Wandel? (= Studien zur Geschichte des Alltags 29). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-515-09933-2, S. 127–145.
  111. Das Preußische Heer im Jahre 1812; Bd. 1; Großer Generalstab; Berlin 1912; S. 204
  112. Das kleine Buch vom deutschen Heere, Verlag von Lipsius & Tischler, Kiel und Leipzig 1901, S. 24 ff.
  113. Curt Jany, S. 326.
  114. Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte, deGruyter Verlag, 1981, Band 2, S. 763f
  115. Ralf Pröve: Stehendes Heer und städtische Gesellschaft im 18. Jahrhundert: Göttingen und seine Militärbevölkerung 1713-1756, R. Oldenbourg Verlag, München 1995, S.2
  116. Hartmut Schustereit: Deutsche Militärverwaltung im Umbruch, Oberbaum Verlag 2000, S. 17
  117. als Beitrag erschienen in: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte, deGruyter Verlag, 1981, Band 2, S. 855
  118. a b c Christian Friedrich Wutstrack: Kurze historisch-geographisch-statistische Beschreibung von dem königlich-preussischen Herzogthume Vor- und Hinterpommern. Stettin 1793, S. 691–693.
  119. Gottfried Traugott Gallus: Geschichte der Mark Brandenburg für Freunde historischer Kunde. Band 6, Züllich und Freistadt 1805, S. 274 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  120. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 12: Mecklenburg – Pommern, Kröner, Stuttgart 1996, S. 289–290.
  121. Olaf Groehler, S. 31.
  122. Jürgen Kloosterhuis: Legendäre „lange Kerls“. Quellen zur Regimentskultur der Königsgrenadiere Friedrich Wilhelms I., 1713-1740., Selbstverlag des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, Berlin 2003, S. 222
  123. Jürgen Kloosterhuis: Katte, Ordre und Kriegsartikel: aktenanalytische und militärhistorische Aspekte einer „facheusen“ Geschichte, Duncker & Humblot, Berlin 2011, 2. Auflage, S. 61
  124. Olaf Groehler, S. 20.
  125. Martin Guddat: Handbuch zur preußischen Militärgeschichte 1688 – 1786, E. S. Mittler & Sohn, Berlin 2012, S. 56
  126. Michael Reiff: Strandgut des Krieges: Die soziale Lage Kriegsversehrter in den deutschen Armeen des Absolutismus und der napoleonischen Zeit (1648–1815), in: Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Bulletin, Jg. V, Heft 1 (2001), S. 56
  127. Wolfram Sternbeck: Die Invalidensiedlung in Berlin-Frohnau – Ein vergessenes Erbe Preußens. Hrsg.: Invalidenstiftung Berlin, Sutton Verlag, Berlin 2007
  128. Michael Reiff: Strandgut des Krieges: Die soziale Lage Kriegsversehrter in den deutschen Armeen des Absolutismus und der napoleonischen Zeit (1648–1815), in: Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Bulletin, Jg. V, Heft 1 (2001), S. 57
  129. Karl H. Peter: Seeoffizieranwärter – ihre Ausbildung von 1848 bis heute (1969)
  130. Das kleine Buch vom deutschen Heere, Verlag von Lipsius & Tischler, Kiel und Leipzig 1901, S. 124 ff.
  131. a b Übertragungsfehler behoben gem. Hein: Das kleine Buch vom Deutschen Heere, Kiel und Leipzig 1901 S. 126
  132. Adolf Levenstein: Die Arbeiterfrage mit besonderer Berücksichtigung der sozialpsychologischen Seite des modernen Großbetriebes und der psychophysischen Einwirkungen auf die Arbeiter. München 1912. S. 68–75.
  133. Karl-Volker Neugebauer, S. 223–224.
  134. a b Karl-Volker Neugebauer, S. 220 ff.
  135. §§ 10-11 Reichs-Militärgesetz vom 9. November 1867, Bundesgesetzblatt S. 131 Scan auf Commons
  136. Personen, welche das Reichsgebiet verlassen, die Reichsangehörigkeit verloren, eine andere Staatsangehörigkeit aber nicht erworben oder wieder verloren hatten, waren, wenn sie ihren dauernden Aufenthalt in Preußen nahmen, meldepflichtig und konnten nachträglich ausgehoben, jedoch im Frieden nicht über das vollendete 31. Lebensjahr hinaus im Dienst zurückgehalten werden. Dasselbe galt von den Söhnen ausgewanderter und wieder nach Preußen zurückgekehrter Personen, sofern die Söhne keine andere Staatsangehörigkeit erworben hatten. Die vorstehenden Bestimmungen fanden auch Anwendung auf Ausgewanderte, welche zwar eine andere Staatsangehörigkeit erworben hatten, aber vor vollendetem 31. Lebensjahre wieder Reichsangehörige wurden. § 11 Reichs-Militärgesetz Scan auf Commons
  137. siehe z. B. 8. Landwehr-Division (Deutsches Kaiserreich)
  138. Kaiserliches 'Gesetz über den Landsturm' vom 12. Februar 1875; Deutsches Reichsgesetzblatt Band 1875, Nr. 7, Seite 63–64 Scan auf Commons
  139. Reichsgesetzblatt 1888, S. 11 ff.
  140. siehe z. B. Württembergisches Landsturm-Infanterie-Regiment Nr. 13
  141. Als sehr preußische Attribute galten im Angelsächsischen Raum im 20. Jahrhundert Militarismus, Kadavergehorsam, Untertanengeist, Uniformen, Pickelhauben, grimmige und sadistische Junker mit Schmissen im Gesicht ebenso wie Aggression, Expansionslust und Rassismus, siehe: David E. Barclay: Preußens Verschwinden Ein Streifzug durch die angloamerikanische Literatur, in: Zeitschrift für Ideengeschichte (4) 2011, S. 53
  142. Etienne François, Hagen Schulze (Hrsg.): Deutsche Erinnerungsorte, C.H.Beck Verlag, München 2001, Band 1, Kapitel: Die Junker, S. 526
  143. So beschreibt Reif in seinem Beitrag die Wandlung der geschichtswissenschaftlichen Bilder zum Junkertum in: Etienne François, Hagen Schulze (Hrsg.): Deutsche Erinnerungsorte, C.H.Beck Verlag, München 2001, Band 1, Kapitel: Die Junker, S. 520ff
  144. Grundlegend nachzulesen im Standardwerk von 1958 von Hans Rosenberg: Bureaucracy, Aristocracy, Autocracy. The Prussian Experience 1660–1815, Harvard University Press
  145. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 10 Clark zitiert in einer Gesamtzusammenstellung der Debattengeschichte in seinem international beachteten Standardwerk Ludwig Dehio, einen bekannten Historiker, wonach der Nationalsozialismus kein Zufall gewesen sei, sondern «das aktuelle Symptom eines chronischen preußischen Gebrechens».
  146. Der Inhalt des Abschnitts ist nachzulesen in: David E. Barclay: Preußens Verschwinden Ein Streifzug durch die angloamerikanische Literatur, in: Zeitschrift für Ideengeschichte (4) 2011, S. 52–64
  147. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 354
  148. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preußischen Geschichte: Band III, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Walter de Gruyter, 1992 Berlin New York, S. 354
  149. Georg Heinrich von Berenhorst: Aus dem Nachlasse. Neudruck der Ausgabe, Dessau 1845 und 1847, Biblio-Verlag, Osnabrück 1978, ISBN 3-7648-0850-0. S. 187.
  150. Olaf Groehler, S. 66.
  151. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler – Geschichte Brandenburg-Preußens für jedermann, Verlag Volk&Welt, Berlin 1992, S. 286
  152. https://www.preussenchronik.de/thema_jsp/key=thema_preu%25dfen-mythos.html Das Internetangebot www.preussenchronik.de ist als Begleitangebot zur sechsteiligen Fernsehdokumentation entstanden, die 2000/2001 im Ersten Programm der ARD, im ORB-Fernsehen, im WDR-Fernsehen, auf B1 (SFB) und Phoenix gezeigt wurde.
  153. https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/streitkraefte/grundlagen/geschichte/tradition
  154. https://www.dhm.de/sammlung-forschung/sammlungen00/militaria/uniformen.html
  155. Wolfgang Heil: Die Gemeinen Soldaten. Das Sozialleben der militärischen Unterschicht im altpreußischen Heer und seine Stellung in der altständischen Gesellschaft, 2001, S.151
  156. so zum Beispiel Robert Michael Citino in: The German Way of War: From the Thirty Years' War to the Third Reich, University Press of Kansas, 2005
  Dieser Artikel wurde am 8. April 2007 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
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