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Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Ministerium der Bundesrepublik Deutschland

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (kurz BMVI)[2] ist eine Oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Es hat seinen Hauptsitz bzw. ersten Dienstsitz in Berlin, seinen zweiten – personell stärker besetzten Dienstsitz – in der Bundesstadt Bonn.

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Staatliche Ebene Bund
Stellung oberste Bundesbehörde
Gründung 20. September 1949
Hauptsitz BerlinBerlin Berlin
Behördenleitung Andreas Scheuer (CSU)
Bedienstete ca. 1450
Haushaltsvolumen 27,91 Mrd. EUR (2017)[1]
Website www.bmvi.de
Erster Dienstsitz des BMVI in Berlin, Invalidenstraße
Zweiter Dienstsitz des BMVI in Bonn, Robert-Schuman-Platz

Im Ministerium arbeiten etwa 1450 Mitarbeiter, davon ca. 810 in Bonn, ca. 625 in Berlin und bis zu 15 im Ausland.[3] An der Spitze steht der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Er wird von je zwei Parlamentarischen Staatssekretären (jeweils Mitglieder des Deutschen Bundestages) und beamteten Staatssekretären bei seinen Aufgaben unterstützt. Dem Ministerium sind 63 Behörden nachgeordnet,[4] in denen rund 25.000 Beschäftigte arbeiten.[5]

Das BMVI entstand durch Umbenennung aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) kraft Organisationserlass per 17. Dezember 2013 mit der Ernennung des Kabinetts Merkel III.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und DienstsitzBearbeiten

Das Bundesministerium für Verkehr wurde 1949 errichtet. Es befand sich zwischen 1949 und 1960 in Bonn im Gebäude der Landwirtschaftskammer Rheinland, anschließend bis 1974 im Sparkassengebäude am Bonner Friedensplatz[6], ab 1951 auch auf der Bad Godesberger Viktorshöhe. Das Ministerium hatte im Lauf der Jahre mehr als 28 Anschriften und war 1976 auf sieben verschiedene Standorte verteilt.[7] Von 1979 bis 1989 war das Ministerium in der Bonner Kennedyallee 64–70 untergebracht.

Ab 1989 hatte das Bundesministerium für Verkehr seinen Sitz am Robert-Schuman-Platz im Bonner Ortsteil Hochkreuz in einem Neubau, der von 1986 bis 1989 neben dem damaligen Bundesministerium für Post und Telekommunikation errichtet wurde. Im Mai 1980 konnten die Münchner Architekten Wilhelm Deiß und Heribert Bargou mit ihrem Gebäudeentwurf den Realisierungswettbewerb für sich entscheiden. Die Ausführungsplanung und Bauleitung wurde 1985 dem Düsseldorfer Büro Eller Meier Walter übertragen.[8]

Seit dem Regierungsumzug von Bonn nach Berlin im Jahr 1998 befindet sich in dem Gebäude der 2. Dienstsitz des Ministeriums.[9] Der 1. Dienstsitz ist seither in Berlin in der Invalidenstraße 44 in einem Gebäude, das von August Tiede 1878 für die Preußische Geologische Landesanstalt errichtet wurde[10] und in zwei Bauabschnitten nach Plänen des Schweizer Architekten Max Dudler erweitert wurde.[11]

Durch den Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 27. Oktober 1998 wurden das Bundesministerium für Verkehr und das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau zusammengelegt und das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) gebildet.[12] Es wurde 2005 in Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) umbenannt. Mit der Ernennung des Kabinetts Merkel III wurde das Ministerium am 17. Dezember 2013 zum Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) umbenannt. Der Bereich Bau inkl. Stadtentwicklung wurde dabei dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit angegliedert.

AufgabenBearbeiten

Das Ministerium nimmt mit seinen nachgeordneten Behörden die Ressortaufgaben auf den Gebieten wahr, die die Mobilität von Personen, Gütern und Daten betreffen.[13]

Die Zuständigkeit erstreckt sich auf die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (Bundesfernstraßen, Eisenbahnnetze, Wasserstraßen und Luftverkehrswege) sowie auf die flächendeckende Verfügbarkeit moderner Breitbandnetze. Zum Aufgabenspektrum gehören die rechtliche Ordnung und die Gewährleistung der Sicherheit der jeweiligen Verkehrsträger sowie die Planung und Finanzierung von Investitionen zur Erhaltung und zum Ausbau der Infrastrukturen.

Aufgabenschwerpunkt im Bereich digitale Infrastruktur ist eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet (Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s). Eine weitere Aufgabe ist die Modernisierung der Mobilität (alternative Antriebe und Kraftstoffe, Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur, intelligente Verkehrssysteme und automatisierte Mobilität). Dazu zählt auch die Einrichtung eines Digitalen Testfelds Autobahn zur Erprobung innovativer Fahrzeugtechnologien.

AufbauBearbeiten

Das Ministerium ist in neun Abteilungen mit jeweils einer bis drei Unterabteilungen gegliedert:

  • Abteilung Leitung, Kommunikation
  • Zentralabteilung
  • Abteilung Bundesfernstraßen
  • Abteilung Straßenverkehr
  • Abteilung Eisenbahnen
  • Abteilung Grundsatzangelegenheiten
  • Abteilung Digitale Gesellschaft
  • Abteilung Luftfahrt
  • Abteilung Wasserstraßen, Schifffahrt.

Die Abteilung Leitung, Kommunikation ist dem Minister direkt unterstellt. Die übrigen Abteilungen sind den beiden beamteten Staatssekretären zugeordnet: Die Zentralabteilung, die Abteilungen Bundesfernstraßen sowie Straßenverkehr und Eisenbahnen sind Staatssekretär Dr. Schulz unterstellt; die Abteilungen Grundsatzangelegenheiten, Digitale Gesellschaft, Luftfahrt sowie Wasserstraßen, Schifffahrt sind Staatssekretär Beermann unterstellt.[14]

HaushaltsmittelBearbeiten

Das Ministerium verwaltet einen Haushalt in Höhe von 24,572 Milliarden Euro (Soll für das Jahr 2016).[1] Nach dem Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2017 und Finanzplan 2016 bis 2020 soll sich diese Summe wie folgt entwickeln:[15]

Jahr Summe
(in Mio. Euro)
2015 (Ist) 23.193
2016 (Soll) 24.572
2017 (Regierungsentwurf) 26.821
2018 (Finanzplan) 27.395
2019 (Finanzplan) 27.417
2020 (Finanzplan) 25.255

Bundesminister seit 1949Bearbeiten

Peter RamsauerWolfgang TiefenseeManfred StolpeKurt BodewigReinhard KlimmtFranz MünteferingLauritz LauritzenAndreas ScheuerChristian SchmidtAlexander DobrindtMatthias WissmannGünther KrauseFriedrich ZimmermannJürgen WarnkeWerner DollingerVolker HauffKurt GscheidleLauritz LauritzenGeorg LeberHans-Christoph Seebohm 
Nr. Name Bild Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Amtsdauer
in Tagen
Kabinett(e)
Bundesminister für Verkehr
1 Hans-Christoph Seebohm   1903–1967 DP (bis 1960)
CDU (ab 1960)
20. September 1949 30. November 1966 6219 Adenauer I
Adenauer II
Adenauer III
Adenauer IV
Adenauer V
Erhard I
Erhard II
2 Georg Leber   1920–2012 SPD 1. Dezember 1966 7. Juli 1972 2045 Kiesinger
Brandt I
3 Lauritz Lauritzen   1910–1980 SPD 7. Juli 1972 16. Mai 1974 678 Brandt I
Brandt II
4 Kurt Gscheidle   1924–2003 SPD 16. Mai 1974 4. November 1980 2364 Schmidt I
Schmidt II
5 Volker Hauff   * 1940 SPD 6. November 1980 1. Oktober 1982 694 Schmidt III
6 Werner Dollinger   1918–2008 CSU 4. Oktober 1982 12. März 1987 1620 Kohl I
Kohl II
7 Jürgen Warnke   1932–2013 CSU 12. März 1987 21. April 1989 771 Kohl III
8 Friedrich Zimmermann   1925–2012 CSU 21. April 1989 18. Januar 1991 637 Kohl III
9 Günther Krause   * 1953 CDU 18. Januar 1991 13. Mai 1993 846 Kohl IV
10 Matthias Wissmann   * 1949 CDU 13. Mai 1993 26. Oktober 1998 1992 Kohl IV
Kohl V
Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
11/16 Franz Müntefering   * 1940 SPD 27. Oktober 1998 29. September 1999 337 Schröder I
12/17 Reinhard Klimmt   * 1942 SPD 29. September 1999 16. November 2000 383 Schröder I
13/18 Kurt Bodewig   * 1955 SPD 20. November 2000 22. Oktober 2002 701 Schröder I
14/19 Manfred Stolpe   * 1936 SPD 22. Oktober 2002 22. November 2005 1127 Schröder II
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
15/20 Wolfgang Tiefensee   * 1955 SPD 22. November 2005 28. Oktober 2009 1529 Merkel I
16/21 Peter Ramsauer   * 1954 CSU 28. Oktober 2009 17. Dezember 2013 1436 Merkel II
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
17 Alexander Dobrindt   * 1970 CSU 17. Dezember 2013 24. Oktober 2017 1407 Merkel III
Christian Schmidt
(kommissarisch)
* 1957 CSU 24. Oktober 2017 14. März 2018 151 Merkel III
18 Andreas Scheuer   * 1974 CSU 14. März 2018 im Amt 271 Merkel IV

Parlamentarische StaatssekretäreBearbeiten

Bundesministerium für VerkehrBearbeiten

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und WohnungswesenBearbeiten

Bundesministerium für Verkehr, Bau und StadtentwicklungBearbeiten

Bundesministerium für Verkehr und digitale InfrastrukturBearbeiten

Beamtete StaatssekretäreBearbeiten

Bundesministerium für VerkehrBearbeiten

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und WohnungswesenBearbeiten

Bundesministerium für Verkehr, Bau und StadtentwicklungBearbeiten

Bundesministerium für Verkehr und digitale InfrastrukturBearbeiten

  • 2013–2018: Rainer Bomba (CDU)
  • 2013–2018: Michael Odenwald (CDU)
  • seit 2018: Gerhard Schulz (parteilos)
  • seit 2018: Guido Beermann (CDU)

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Gesetz über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2017 (Haushaltsgesetz 2017). In: bundeshaushalt-info.de. Bundesministerium der Finanzen (BMF), 20. Dezember 2016, S. 16, abgerufen am 12. März 2018 (PDF; 31,5 MB).
  2. Abkürzungsverzeichnis. Abkürzungen für die Verfassungsorgane, die obersten Bundesbehörden und die obersten Gerichtshöfe des Bundes. In: bund.de. Bundesverwaltungsamt (BVA), abgerufen am 14. August 2016 (PDF; 49 kB).
  3. BMVI – Familienfreundlicher Arbeitgeber. Abgerufen am 12. Dezember 2017.
  4. Das Ministerium stellt sich vor. In: bmvi.de. Archiviert vom Original am 1. Februar 2014; abgerufen am 21. Januar 2014.
  5. Geschäftsbereiche. In: bmvi.de. Archiviert vom Original am 1. Februar 2014; abgerufen am 21. Januar 2014.
  6. Eintrag beim Weg der Demokratie
  7. Horst Heldmann: 50 Jahre Verkehrsministerium in Bonn. In: Internationales Verkehrswesen. September 1999, S. 406–407.
  8. Der Bundesminister für Verkehr gemeinsam mit dem Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (Hrsg.): Bundesministerium für Verkehr Bonn. Neubau am Robert-Schuman-Platz (= Bilddokumentationen des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau). Bonn September 1989 (36 Seiten).
  9. Adressen und Anfahrtswege in Berlin und Bonn. In: Internetauftritt. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, archiviert vom Original am 13. Juli 2016; abgerufen am 13. Juli 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmvi.de
  10. Preussische Geologische Landesanstalt - Geschichte und Dienstgebäude. In: Internetauftritt. K. Schuberth, abgerufen am 30. Dezember 2016.
  11. Historischer Berliner Dienstsitz. In: Internetauftritt. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, abgerufen am 18. Januar 2017.
  12. Heinz Hoffmann (Bearbeiter): Die Bundesministerien 1949–1999. Bezeichnungen, amtliche Abkürzungen, Zuständigkeiten, Aufbauorganisation, Leitungspersonen (= Materialien aus dem Bundesarchiv. Heft 8). Wirtschaftsverlag NW GmbH, Bremerhaven 2003, ISBN 3-86509-075-3, S. 370.
  13. Das Ministerium stellt sich vor. Die Abteilungen und ihre Aufgaben. In: Internetauftritt des BMVI. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2017, abgerufen am 27. Dezember 2017.
  14. Organigramm. In: Internetauftritt des BMVI. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 11. April 2018, abgerufen am 12. April 2018.
  15. Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2017 und Finanzplan 2016 bis 2020. In: bundesfinanzministerium.de. Bundesministerium der Finanzen (BMF), 6. Juli 2016, abgerufen am 7. Juli 2016 (PDF; 103 kB).
  16. BMVI: BMVI - Pressemitteilungen-Norbert Barthle neuer Parlamentarischer Staatssekretär. In: bmvi.de. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. 11. Februar 2015. Archiviert vom Original am 12. Februar 2015. Abgerufen am 26. März 2015.
  17. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.): Andreas Scheuer ist neuer Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Pressemitteilung. Berlin 14. März 2018 (bmvi.de).
  18. jok: Michael Odenwald ist Nachfolger von Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle. In: Verkehrsrundschau. 23. Oktober 2012.