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Kabinett Merkel III

dritte Regierung der Bundesrepublik Deutschland unter Angela Merkel

Das Kabinett Merkel III ist das 23. Regierungskabinett der Bundesrepublik Deutschland. Der am 22. September 2013 gewählte 18. Deutsche Bundestag konstituierte sich am 22. Oktober 2013 und wählte in seiner vierten Sitzung am 17. Dezember 2013 die bereits seit 2005 als Bundeskanzlerin amtierende Angela Merkel mit 462 Ja-Stimmen, 150 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen im ersten Wahlgang zur Bundeskanzlerin einer großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Zuvor hatte eine Abstimmung unter allen Mitgliedern der SPD den Koalitionsvertrag mit 75,96 Prozent der gültigen Stimmen bestätigt. Merkel und die von ihr vorgeschlagenen Bundesminister wurden umgehend noch am 17. Dezember 2013 vom Bundespräsidenten ernannt und vor dem Bundestag vereidigt.[1]

Kabinett Merkel III
23. Kabinett der Bundesrepublik Deutschland
Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Wahl 2013
Legislaturperiode 18.
Ernannt durch Bundespräsident Joachim Gauck
Bildung 17. Dezember 2013
Ende 24. Oktober 2017
Dauer 3 Jahre und 311 Tage
Vorgänger Kabinett Merkel II
Nachfolger geschäftsführend im Amt
Zusammensetzung
Partei(en) CDU, CSU, SPD
Repräsentation
Deutscher Bundestag bis 2017:
502/630
Oppositionsführer bis 2017: Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch (Die Linke)

Die geänderten Zuständigkeiten der Ministerien ergeben sich aus dem Organisationserlass der Bundeskanzlerin vom 17. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4310). Vor den Bundestagswahlen und während der Koalitionsverhandlungen etablierte sich in der Medien- und Alltagssprache als Abkürzung für Große Koalition der Begriff GroKo, der schließlich zum Wort des Jahres gewählt wurde.

Inhaltsverzeichnis

KabinettBearbeiten

Kabinett Merkel III – 17. Dezember 2013 bis 24. Oktober 2017
(Bis auf Weiteres mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)[2]
Amt oder Ressort Bild Name Partei Parlamentarische Staatssekretäre bzw. Staatsminister Partei
Bundeskanzlerin
Angela Merkel CDU Helge Braun
Bürokratieabbau, bessere Rechtsetzung und Koordinierung der Bund-Länder-Beziehungen
Monika Grütters
Kultur und Medien
CDU
Aydan Özoğuz
Migration, Flüchtlinge und Integration
SPD
Stellvertreter der Bundeskanzlerin
Sigmar Gabriel SPD
Auswärtiges
Frank-Walter Steinmeier
bis 27. Januar 2017
SPD Maria Böhmer
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik
CDU
Sigmar Gabriel
seit 27. Januar 2017
Michael Roth
Europa
SPD
Inneres
Thomas de Maizière CDU Günter Krings
Ole Schröder
CDU
Justiz und Verbraucherschutz
Heiko Maas SPD Ulrich Kelber
Verbraucherschutz
Christian Lange
SPD
Finanzen
Wolfgang Schäuble
bis 24. Oktober 2017
CDU Steffen Kampeter
bis 3. Juli 2015
Michael Meister
Jens Spahn
seit 3. Juli 2015
CDU
Peter Altmaier
seit 24. Oktober 2017
kommissarisch
Wirtschaft und Energie
Sigmar Gabriel
bis 27. Januar 2017
SPD Uwe Beckmeyer
Maritime Wirtschaft
Iris Gleicke
Neue Bundesländer, Mittelstand und Tourismus
Brigitte Zypries
Luft- und Raumfahrt
bis 27. Januar 2017
Dirk Wiese
seit 27. Januar 2017
SPD
Brigitte Zypries
seit 27. Januar 2017
Arbeit und Soziales
Andrea Nahles
bis 28. September 2017
SPD Anette Kramme
Gabriele Lösekrug-Möller
SPD
Katarina Barley
seit 28. September 2017
kommissarisch
Ernährung und Landwirtschaft
Hans-Peter Friedrich
bis 17. Februar 2014
CSU Peter Bleser
Maria Flachsbarth
CDU
Christian Schmidt
seit 17. Februar 2014
Verteidigung
Ursula von der Leyen CDU Ralf Brauksiepe
Politik, Planung, Führung Streitkräfte, Strategie und Einsatz, Haushalt und Controlling
Markus Grübel
Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung, Recht, Personal, Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen
CDU
Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Manuela Schwesig
bis 2. Juni 2017
SPD Elke Ferner
Caren Marks
SPD
Katarina Barley
seit 2. Juni 2017
Gesundheit
Hermann Gröhe CDU Ingrid Fischbach
Annette Widmann-Mauz
CDU
Verkehr und digitale Infrastruktur
Alexander Dobrindt

bis 24. Oktober 2017

CSU Dorothee Bär
Güterverkehr und Logistik
CSU
Christian Schmidt

seit 24. Oktober 2017
kommissarisch

Enak Ferlemann
Katherina Reiche
bis 4. Februar 2015
Norbert Barthle
seit 11. Februar 2015
CDU
Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Barbara Hendricks SPD Florian Pronold
Bau und Stadtentwicklung
Rita Schwarzelühr-Sutter
Naturschutz, Klimaschutz, Reaktorsicherheit, Immissionsschutz, Umwelt & Gesundheit und Chemikaliensicherheit[3]
SPD
Bildung und Forschung
Johanna Wanka CDU Stefan Müller
Berufliche Bildung, Schlüsseltechnologien und Innovationsstrategien, Energie- und Klimaforschung
Thomas Rachel
Wissenschaftssystem, Hochschulen und Forschungsorganisationen, Lebenswissenschaften und Forschung für die Gesundheit, Europäische und internationale Zusammenarbeit und Haushalt
CSU
CDU
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Gerd Müller CSU Hans-Joachim Fuchtel CDU
Christian Schmidt
bis 17. Februar 2014
Thomas Silberhorn
seit 17. Februar 2014
CSU
Bundesminister für besondere Aufgaben und
Chef des Bundeskanzleramtes
Peter Altmaier CDU

VeränderungenBearbeiten

Am 14. Februar 2014 erklärte Hans-Peter Friedrich (CSU) im Zusammenhang mit dem Skandal um den Politiker Sebastian Edathy (SPD) aus seiner Zeit als Bundesinnenminister seinen Rücktritt vom Amt des Bundeslandwirtschaftsministers.[4] Sein Nachfolger als Bundeslandwirtschaftsminister wurde der bisherige Parlamentarische Staatssekretär beim Entwicklungsministerium Christian Schmidt (CSU),[5] dessen Nachfolger als Parlamentarischer Staatssekretär beim Entwicklungshilfeministerium Thomas Silberhorn (CSU).[6]

Am 27. Januar 2017 gab es eine größere Kabinettsumbildung: Frank-Walter Steinmeier trat von seinem Amt als Außenminister zurück, um am 12. Februar 2017 zum Bundespräsidenten gewählt werden zu können. Seinen Posten als Außenminister übernahm der bisherige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, an dessen bisherige Stelle wiederum rückte die bisherige Parlamentarische Staatssekretärin aus dem Ministerium und frühere Justizministerin Brigitte Zypries als neue Wirtschaftsministerin.

Am 2. Juni 2017 trat Manuela Schwesig von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin zurück, da sie in Mecklenburg-Vorpommern das Amt der Ministerpräsidentin von Erwin Sellering übernehmen soll. Nachfolgerin wurde die bisherige Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley.

Am 28. September 2017 schied Arbeitsministerin Andrea Nahles aus dem Kabinett aus, um im neugewählten Bundestag den SPD-Fraktionsvorsitz zu übernehmen; das Arbeitsministerium wurde für die verbleibende Amtszeit des Kabinetts ebenfalls von Katarina Barley übernommen.[7][8]

In der konstituierenden Sitzung des 19. Deutschen Bundestags am 24. Oktober 2017 wurde Wolfgang Schäuble zum Bundestagspräsidenten gewählt. Er schied damit aus dem Amt des Bundesfinanzministers aus, das geschäftsführend von Peter Altmaier übernommen wurde.[9] Alexander Dobrindt gab zeitgleich sein Amt als Bundesverkehrsminister auf, um sich auf seine Aufgaben als Vorsitzender der CSU-Landesgruppe und als Chef-Unterhändler der CSU (neben Horst Seehofer) in den Koalitionsverhandlungen, zu konzentrieren. [10] Seine Funktion übernahm vorübergehend Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.[11]

Bild der RegierungBearbeiten

Kabinett Merkel III im Deutschen Bundestag, 2014 (ohne Peter Altmaier und Heiko Maas)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kabinett Merkel III – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 18/4, vom 17. Dezember 2013
  2. Entlassung der Bundesregierung. Bundespräsidialamt, 24. Oktober 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017.
  3. www.schwarzelühr-sutter.de
  4. Agrarminister Friedrich tritt zurück, heute.de, 14. Februar 2014
  5. Friedrich-Nachfolge: Staatssekretär Schmidt wird neuer Landwirtschaftsminister. In: zeit.de. 17. Februar 2014, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  6. Staatssekretär Schmidt wird neuer Agrarminister. In: Spiegel Online. 17. Februar 2014, abgerufen am 2. Dezember 2014.
  7. Bundespräsident entlässt Andrea Nahles aus der Regierung. In: Spiegel Online. 28. September 2017, abgerufen am 28. September 2017.
  8. Entlassung der Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Bundespräsidialamt, 28. September 2017, abgerufen am 28. September 2017.
  9. Pe­ter Alt­mai­er ist ge­schäfts­füh­ren­der Fi­nanz­mi­nis­ter. In: Bundesfinanzministerium. 24. Oktober 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
  10. https://bahnblogstelle.net/2017/10/25/ministerwechsel-im-bundesverkehrsministerium-schmidt-uebernimmt-fuer-dobrindt
  11. Bundesregierung: Verkehrsministerium könnte neuen Zuschnitt erhalten. In: handelsblatt.com. 19. Oktober 2017, abgerufen am 22. Oktober 2017.