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Kabinett Kohl II

15. Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland (1983–1987)
Kabinett Kohl II
15. Kabinett der Bundesrepublik Deutschland
Helmut Kohl
Bundeskanzler Helmut Kohl
Wahl 1983
Legislaturperiode 10.
Ernannt durch Bundespräsident Karl Carstens
Bildung 30. März 1983
Ende 18. Februar 1987
Dauer 3 Jahre und 325 Tage
Vorgänger Kabinett Kohl I
Nachfolger Kabinett Kohl III
Zusammensetzung
Partei(en) CDU/CSU, FDP
Repräsentation
Deutscher Bundestag
290/520
Oppositionsführer Hans-Jochen Vogel (SPD)

Inhaltsverzeichnis

KabinettBearbeiten

Kabinett Kohl II – 30. März 1983 bis 18. Februar 1987
(Bis zum 12. März 1987 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)
Amt Foto Name Partei Parlamentarischer Staatssekretär
bzw. Staatsminister
Partei
Bundeskanzler Helmut Kohl
(1930–2017)
CDU Philipp Jenninger
(1932–2018)
Friedrich Vogel
(1929–2005)
Peter Lorenz
(1922–1987)
CDU
Stellvertreter des Bundeskanzlers Hans-Dietrich Genscher
(1927–2016)
FDP
Auswärtiges Alois Mertes
(1921–1985)
verstorben am 16. Juni 1985
Lutz Stavenhagen
(1940–1992)
ab 4. September 1985
Jürgen Möllemann
(1945–2003)

CDU


FDP
Inneres Friedrich Zimmermann
(1925–2012)
CSU Carl-Dieter Spranger
(* 1939)
Horst Waffenschmidt
(1933–2002)
CSU
CDU
Justiz Hans A. Engelhard
(1934–2008)
FDP Hans Hugo Klein
(* 1936)
bis 3. November 1983
Benno Erhard
(1923–2011)
ab 3. November 1983
CDU
Finanzen Gerhard Stoltenberg
(1928–2001)
CDU Hansjörg Häfele
(* 1932)
Friedrich Voss
(1931–2012)
CDU
CSU
Wirtschaft Otto Graf Lambsdorff
(1926–2009)
bis 27. Juni 1984
FDP Martin Grüner
(1929–2018)
Rudolf Sprung
(1925–2015)
FDP
CDU
Martin Bangemann
(* 1934)
ab 27. Juni 1984
FDP
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ignaz Kiechle
(1930–2003)
CSU Georg Gallus
(* 1927)
Wolfgang von Geldern
(* 1944)
FDP
CDU
Innerdeutsche Beziehungen Heinrich Windelen
(1921–2015)
CDU Ottfried Hennig
(1937–1999)
CDU
Arbeit und Sozialordnung Norbert Blüm
(* 1935)
CDU Wolfgang Vogt
(1929–2006)
Heinrich Franke
(1928–2004)
bis 30. März 1984
Stefan Höpfinger
(1925–2004)
ab 4. April 1984
CDU


CSU
Verteidigung Manfred Wörner
(1934–1994)
CDU Peter Kurt Würzbach
(* 1937)
CDU
Jugend, Familie und Gesundheit Heiner Geißler
(1930–2017)
bis 26. September 1985
CDU Irmgard Karwatzki
(1940–2007)
CDU
Rita Süssmuth
(* 1937)
ab 26. September 1985
CDU
Verkehr Werner Dollinger
(1918–2008)
CSU Dieter Schulte
(* 1941)
CDU
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
seit 6. Juni 1986
Walter Wallmann
(1932–2013)
CDU
Post- und Fernmeldewesen Christian Schwarz-Schilling
(* 1930)
CDU Wilhelm Rawe
(1929–2017)
CDU
Raumordnung, Bauwesen und Städtebau Oscar Schneider
(* 1927)
CSU Friedrich-Adolf Jahn
(1935–2016)
CDU
Forschung und Technologie Heinz Riesenhuber
(* 1935)
CDU Albert Probst
(1931–2015)
CSU
Bildung und Wissenschaft Dorothee Wilms
(* 1929)
CDU Anton Pfeifer
(* 1937)
CDU
Wirtschaftliche Zusammenarbeit Jürgen Warnke
(1932–2013)
CSU Volkmar Köhler
(1930–2012)
CDU
Besondere Aufgaben
Chef des Bundeskanzleramtes

seit 15. November 1984
Wolfgang Schäuble
(* 1942)
CDU

VeränderungenBearbeiten

Am 3. November 1983 wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Benno Erhard, als Nachfolger des zum Richter am Bundesverfassungsgericht gewählten Hans Hugo Klein zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz ernannt.

Um sein neues Amt als Präsident der Bundesanstalt für Arbeit antreten zu können, schied Heinrich Franke am 30. März 1984 aus der Bundesregierung aus. Sein Nachfolger als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung wurde am 4. April 1984 Stefan Höpfinger, der zuvor seit 1982 Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Jugend, Familie und Gesundheit gewesen war.

Die Aufklärung der Flick-Affäre hatte auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Bundesregierung. So trat am 27. Juni 1984 Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff zurück, nachdem die Anklage gegen ihn zugelassen worden war. Sein Nachfolger wurde der bisherige Vorsitzende der Liberalen und Demokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Bangemann. Am 5. November 1984 wurde dann der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Philipp Jenninger, als Nachfolger von Rainer Barzel zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt, nachdem dieser ebenfalls im Zuge der Flick-Affäre am 25. Oktober 1984 zurückgetreten war.

Am 14. November 1984 wurde Wolfgang Schäuble, der seit 1981 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewesen war, zum Bundesminister für besondere Aufgaben ernannt. Er übernahm damit den bisherigen Aufgabenbereich von Philipp Jenninger und wurde außerdem als Nachfolger von Staatssekretär Waldemar Schreckenberger zum Chef des Bundeskanzleramts berufen.

Als Nachfolger des am 16. Juni 1985 verstorbenen Staatsministers im Auswärtigen Amt, Alois Mertes, wurde am 4. September 1985 Lutz Stavenhagen berufen.

Nach einer schon länger bekannten Planung,[1] dass sich Bundesfamilienminister Heiner Geißler ganz auf sein Amt als CDU-Generalsekretär und die Vorbereitung der Bundestagswahl 1987 konzentrieren sollte, trat Geißer schließlich am 25. September 1985 als Bundesminister zurück. Seine Nachfolgerin wurde auf Geißlers Empfehlung die bisherige Leiterin des Hannoveraner Instituts „Frau und Gesellschaft“ Rita Süssmuth.[2] Bundeskanzler Kohl hatte für dieses Amt zunächst Gertrud Höhler favorisiert; da sie nicht verheiratet war, galt sie in den Unionsparteien jedoch als nicht durchsetzbar.[3]

Der Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, Walter Wallmann, war schon länger als Bundesminister im Gespräch gewesen.[4] Als im Gefolge der Katastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 ein Bundesumweltministerium eingerichtet werden sollte, wurde Wallmann am 9. Juni 1986 zum ersten Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ernannt.[5]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gibt Geißler auf? In: Der Spiegel. Nr. 3, 1985, S. 14 (online).
  2. Mal was Neues. In: Der Spiegel. Nr. 37, 1985, S. 26 (online).
  3. „Die Chancen stehen fifty-fifty“. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1985, S. 17–19 (online).
  4. Schweift ab. In: Der Spiegel. Nr. 13, 1986, S. 23–25 (online).
  5. „Wallmann kann nur Propaganda machen“. In: Der Spiegel. Nr. 24, 1986, S. 17–22 (online).