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Kabinett Adenauer I

Erstes Ministerkabinett der Bundesrepublik Deutschland
Kabinett Adenauer I
1. Kabinett der Bundesrepublik Deutschland
Konrad Adenauer
Bundeskanzler Konrad Adenauer
Wahl 1949
Legislaturperiode 1.
Ernannt durch Bundespräsident Theodor Heuss
Bildung 20. September 1949
Ende 6. Oktober 1953
Dauer 4 Jahre und 16 Tage
Vorgänger Verwaltungsrat des Zweiten Wirtschaftsrates
Nachfolger Kabinett Adenauer II
Zusammensetzung
Partei(en) CDU, CSU, FDP, DP
Repräsentation
Deutscher Bundestag
218/402
Oppositionsführer Kurt Schumacher (SPD)
† 20. August 1952;
Erich Ollenhauer (SPD),
ab 27. September 1952

Das Kabinett Adenauer I war die vom 20. September 1949 bis zum 6. Oktober 1953 amtierende deutsche Bundesregierung in der ersten Legislaturperiode.

Inhaltsverzeichnis

KabinettBearbeiten

Kabinett Adenauer I – 20. September 1949 bis 6. Oktober 1953
(Bis zum 20. Oktober 1953 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)
Amt Foto Name Partei
Bundeskanzler Konrad Adenauer
(1876–1967)
CDU
Stellvertreter des Bundeskanzlers Franz Blücher
(1896–1959)
FDP
Bundesminister des Auswärtigen
ab 15. März 1951
Konrad Adenauer CDU
Bundesminister des Innern Gustav Heinemann (1899–1976)
bis 11. Oktober 1950
CDU
Robert Lehr (1883–1956)
ab 11. Oktober 1950
CDU
Bundesminister der Justiz Thomas Dehler (1897–1967) FDP
Bundesminister der Finanzen Fritz Schäffer
(1888–1967)
CSU
Bundesminister für Wirtschaft Ludwig Erhard
(1897–1977)
für die CDU,
formell aber
parteilos[1]
Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wilhelm Niklas (1887–1957) CSU
Bundesminister für Arbeit Anton Storch
(1892–1975)
CDU
Bundesminister für Verkehr Hans-Christoph Seebohm (1903–1967) DP
Bundesminister für Angelegenheiten des Fernmeldewesens
ab 1. April 1950: Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen
Hans Schuberth (1897–1976) CSU
Bundesminister für Wohnungsbau Eberhard Wildermuth (1890–1952)
bis 9. März 1952
FDP
Fritz Neumayer (1884–1973)
ab 15. Juli 1952
FDP
Bundesminister für Angelegenheiten der Vertriebenen Hans Lukaschek (1885–1960) CDU
Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen Jakob Kaiser (1888–1961) CDU
Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates Heinrich Hellwege (1908–1991) DP
Bundesminister für Angelegenheiten des Marshallplanes Franz Blücher (1896–1959) FDP

VeränderungenBearbeiten

Aus Protest gegen Ende August 1950 geführte Geheimverhandlungen, bei denen Bundeskanzler Adenauer eine westdeutsche „Bereitschaft zur Remilitarisierung“ signalisiert hatte, ohne das Kabinett und die deutsche Öffentlichkeit darüber zu informieren, trat Bundesinnenminister Gustav Heinemann am 9. Oktober 1950 zurück. Zu seinem Nachfolger wurde am 11. Oktober 1950 Robert Lehr ernannt.

Bei der Wiedereinrichtung des Auswärtigen Amtes, das formal noch unter der Kontrolle der Alliierten Hohen Kommission stand, verzichtete Bundeskanzler Adenauer auf die Ernennung eines Außenministers und übernahm am 15. März 1951 selbst die Führung der Amtsgeschäfte.

Nachdem Bundesbauminister Eberhard Wildermuth am 9. März 1952 einem Herzschlag erlegen war, waren als Nachfolger zunächst die FDP-Politiker Victor-Emanuel Preusker und Bundestagsvizepräsident Hermann Schäfer im Gespräch.[2] Am 15. Juli 1952 wurde dann aber schließlich der Bundestagsabgeordnete Fritz Neumayer zum neuen Bundesminister für Wohnungsbau ernannt.

SonstigesBearbeiten

Die Regierung stellte während ihrer Amtszeit mehrere hundert Strafanträge wegen „politischer Beleidigung“.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Peter Schindler: Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages 1949 bis 1999. Nomos Verlag, Baden-Baden 1999, ISBN 3-7890-5928-5, S. 1031.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ludwig Erhard wurde offenbar als Parteiloser Bundeskanzler. In: Die Welt, 16. November 2011. Siehe hierzu auch den Artikel Ludwig Erhard
  2. Wildermuth-Nachfolge. Nur ungern. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1952, S. 29 (online).
  3. Felix Bohr, Klaus Wiegrefe: „Großer Gangster“. In: Der Spiegel. Nr. 23, 2016, S. 44 f. (online).