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DB Cargo

Tochterunternehmen der Deutschen Bahn
DB Cargo AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
Gründung 2009 (Railion GmbH: 2000)
Sitz Mainz, Deutschland
Leitung
  • Roland Bosch, Vorstandsvorsitzender[2]
Mitarbeiterzahl 28.257[3]
Umsatz 4.209 Mio. EUR[3]
Branche Transport/Logistik
Website dbcargo.com
Stand: 2017

Die DB Cargo AG (bis 2016 als DB Schenker Rail, zuvor bis 2009 unter dem Namen Railion Logistics) ist die Führungsgesellschaft für das Geschäftsfeld Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn, in dem die DB alle nationalen und europäischen Logistikaktivitäten auf der Schiene gebündelt hat.

Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Mainz.

Inhaltsverzeichnis

UnternehmensprofilBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

DB Cargo hat seinen Unternehmenssitz in Mainz und ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG. Zudem ist DB Cargo Mitglied der Produktionsallianz XRail.[4]

 
Kesselwagen-Güterzug der DB Cargo in Treuchtlingen

Nach Angaben des Unternehmens werden 60 % der Verkehrsleistungen paneuropäisch erbracht. Mit 2.758 Lokomotiven und 83.386 eigenen und geleasten Güterwagen verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über den größten Fuhrpark auf dem europäischen Kontinent. Im Jahr 2017 wurden von DB Cargo täglich 4.236 Güterzüge gefahren und insgesamt 271 Millionen Tonnen Güter transportiert.[5] Auch Verkehre nach Nishnij-Novgorod oder Shenyang sind im Netz von DB Cargo möglich und werden durchgeführt.

Der Umsatz des Unternehmens in Deutschland ging von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2018 zurück, das Transportvolumen im gleichen Zeitraum von 287 Mio. Tonnen auf 186 Mio. Tonnen. Der Marktanteil des Unternehmens am Schienengüterverkehr in Deutschland ging von 98,2% (2000) auf 52,2% (2017) zurück. Im Einzelwagenverkehr gingen die Frachterlöse von 1,5 Mrd. Euro (2007) auf 1,4 Mrd. Euro (2018) zurück.[6]

Das Unternehmen verfügt in Deutschland über rund 65.000 Güterwagen, die durchschnittlich 30 Jahre alt sind (Stand: 2018). Im Jahr 2000 hatte das Unternehmen noch über rund 120.000 Wagen verfügt.[6]

VorstandBearbeiten

  • Roland Bosch, Vorsitzender des Vorstandes
  • Marek Staszek, Vorstand Produktion
  • Ursula Bienert, Vorstand Personal
  • Matthias Reichel, CFO
  • Pierre Timmermans, Vorstand Vertrieb & Marketing

Vorstand des DB-Vorstandsressorts Güterverkehr ist Alexander Doll.

GeschichteBearbeiten

 
Ehemaliges Railion-Logo mit dem Zusatz DB Logistics

Zum 1. Januar 2000 wurde die Railion GmbH mit Sitz in Mainz ins Leben gerufen, in die die Deutsche Bahn und die niederländischen Nederlandse Spoorwegen (NS) ihre Schienengüterverkehrs-Aktivitäten als 100-prozentige Tochtergesellschaften der Railion einbrachten. Aus DB Cargo wurde so Railion Deutschland und aus NS Cargo wurde Railion Benelux. Später wurde diese Gesellschaft in Railion Nederland umbenannt. Der Zusammenschluss war am 16. September 1999 offiziell angekündigt worden[7]. Die Deutsche Bahn hielt 94 % des Kapitals der Railion GmbH, die NS 6 %. Die zum 1. Januar 2000 zunächst als reine Finanzholding-Gesellschaft gegründete Railion stand nach ihrer Gründung auf der Kippe, nachdem der neue DB-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn an Stelle der gemeinsamen Güterbahn eine Kooperation mit einem großen Logistikkonzern anstrebte.[7] Nach den Plänen von Spätsommer 2000 sollte sich die Gesellschaft auf die Entwicklung des Güterverkehrs zwischen Deutschland und den Benelux-Ländern konzentrieren.[8]

Mitte 2001 brachten die dänischen Danske Statsbaner (Dänische Staatsbahnen – DSB) ihre Schienengüterverkehrssparte DSB Gods ebenfalls als 100-prozentige Tochtergesellschaft namens Railion Danmark in die Holding ein und erhielt dafür 2 % des Kapitals der Railion, der Anteil der DB wurde auf 92 % vermindert. Zum 1. September 2003 übertrug die DB ihren Anteil an der Railion an die Stinnes AG (heute DB Mobility Logistics). Zum Jahresende übten die NS die Option aus, ihren Kapitalanteil an der Railion an Stinnes abzugeben.

Mit Wirkung zum 19. Januar 2004 erwarb Railion Deutschland eine 30,07-Prozent-Beteiligung an der italienischen Rail Traction Company.[9] Im Juni 2004 übernahm Railion 95 % der Anteile an der italienischen Strade Ferrate del Mediterraneo (SFM). Ab April 2005 firmierte das Tochterunternehmen als Railion Italia s.r.l. Anfang Januar 2010 wurde das inzwischen in DB Schenker Rail Italia umbenannte Unternehmen mit der NordCargo s.r.l. vereinigt, an der DB Schenker Rail gleichzeitig die Mehrheit der Anteile übernahm. Damit ist NordCargo gemessen am Verkehr und Umsatz die zweitgrößte italienische Güterbahn.[10]

2003 und 2005 führte das Unternehmen ein neues Logo ein.[11] Mit der Übernahme der schweizerischen Brunner Railway Services (BRS) im Januar 2007 erweiterte sich das Unternehmen in die Schweiz hinein. Seit Mai 2007 firmiert dieses Tochterunternehmen als DB Schenker Rail Schweiz, seit 2016 als DB Cargo Schweiz. Im Dezember 2007 beteiligte sich Green Cargo mit 49 % an Railion Danmark. Das Joint-Venture heißt Railion Scandinavia A/S.

 
Bis 2016 trat DB Cargo als DB Schenker Rail mit diesem Logo auf.

Anfang 2009 wurde das Unternehmen von „Railion“ in „DB Schenker Rail“ umbenannt und in fünf Geschäftseinheiten neu strukturiert.[12] Diese untergliedern sich in drei regionale Einheiten (West, Central und East) sowie die Fachbereiche Automotive (Transporte für die Autoindustrie) und Intermodal. Im Bereich Automotive sind spezielle Dienstleister für die Automobilindustrie zusammengefasst (DB Schenker Rail Automotive GmbH (DBSRA) und Transfesa).[13]

Ende Januar 2009 kaufte DB Schenker Rail die größte private polnische Eisenbahn PCC Rail (350 Millionen Euro Umsatz 2008), die bis dahin zur Logistiksparte der PCC SE gehörte. Nach der Genehmigung durch die EU-Kommission wurde die Übernahme Ende Juli wirksam.[14] Die Gesellschaft heißt heute DB Cargo Polska S.A.

Im Rahmen einer Sanierung sollten laut Presseberichten von Ende 2015 bis zu 5.000 der rund 31.000 Stellen wegfallen.[15] Im März 2016 war der Abbau von rund 2100 Arbeitsplätzen und die Schließung von 215 Verladestationen in Deutschland geplant, die zusammen für 0,4 Prozent des Güterbahnumsatzes in Deutschland stünden.[16]

DB Cargo GruppeBearbeiten

 
Zug der Euro Cargo Rail in Constantí

Folgende Tochterunternehmen gehören zur DB Cargo Gruppe[17]:

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtsgericht Mainz, HRB 44261
  2. Frank Sennhenn weitere fünf Jahre als Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG bestätigt • Dr. Volker Hentschel neuer Produktionsvorstand. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 1. Dezember 2017, abgerufen am 1. Dezember 2017.
  3. a b Beste Wahl auf Europas Schienen. (Nicht mehr online verfügbar.) DB Cargo Deutschland AG, 9. Oktober 2015, archiviert vom Original am 15. März 2016; abgerufen am 15. März 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dbcargo.com
  4. Im Herzen der europäischen Güterströme. Abgerufen am 24. Januar 2019 (deutsch).
  5. DB Cargo AG im Kurzporträt. Abgerufen am 24. Januar 2019 (deutsch).
  6. a b Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Christian Jung, Frank Sitta, Torsten Herbst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP – Drucksache 19/8396 –. Wettbewerbsfähigkeit von DB Cargo AG. Band 19, Nr. 9440, 16. April 2019, ISSN 0722-8333, S. 1–3 (BT-Drs. 19/09440).
  7. a b Meldung Was wird aus Railion. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2000, S. 147.
  8. Meldung Neuorientierung von DB-Cargo. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2000, S. 428.
  9. Railion erwirbt 30 % an Rail Traction Company. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2004, S. 120.
  10. Vgl. Pressemeldung der Deutschen Bahn: DB Schenker Rail erwirbt Mehrheit an italienischer NordCargo. 13. Januar 2010, abgerufen am 13. Januar 2010.
  11. Meldung Abermals neues Railion-Logo. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2005, S. 561.
  12. Aus Railion wird DB Schenker Rail. In: DB Welt, Ausgabe Januar 2009, S. 13.
  13. Pressemitteilung der Deutsche Bahn AG vom 3. März 2009
  14. Vgl. finanznachrichten.de, „Verkauf der PCC Logistics an die Deutsche Bahn vollzogen / Die Duisburger PCC SE hat den Großteil ihrer Logistik-Sparte, die polnische PCC Logistics, an die Deutsche Bahn-Gruppe (DB) verkauft“. 22. Juli 2009, abgerufen am 22. Juli 2009.
  15. Thomas Wüpper: Plant die Bahn tariflose Billigtöchter? In: Stuttgarter Zeitung. 7. November 2015, S. 14 (online).
  16. Deutsche Bahn streicht 2100 Jobs im Güterverkehr. In: Stuttgarter Nachrichten. Nr. 70, 24. März 2016, S. 11.
  17. Netzwerk für ganz Europa. Abgerufen am 24. Januar 2019 (deutsch).

Koordinaten: 49° 59′ 40,9″ N, 8° 16′ 51,3″ O