DB Cargo

Tochterunternehmen der Deutschen Bahn
DB Cargo AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
Gründung 2009 (Railion GmbH: 2000)
Sitz Mainz, Deutschland
Leitung
  • Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende
Mitarbeiterzahl 28.842[2]
Umsatz 4.177 Mio. EUR[2]
Branche Transport/Logistik
Website dbcargo.com
Stand: 2018

Die DB Cargo AG (bis 2016 als DB Schenker Rail, zuvor bis 2009 unter dem Namen Railion Logistics) ist die Führungsgesellschaft für das Geschäftsfeld Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn, in dem die DB alle nationalen und europäischen Logistikaktivitäten auf der Schiene gebündelt hat.

Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Mainz.

GeschichteBearbeiten

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Ehemaliges Railion-Logo mit dem Zusatz DB Logistics

Das Unternehmen ging als DB Cargo AG im Zuge der zweiten Stufe der Bahnreform zum 1. Januar 1999 aus dem Unternehmensbereich Güterverkehr der Deutschen Bahn AG hervor.[3]

Zum 1. Januar 2000 wurde die Railion GmbH mit Sitz in Mainz ins Leben gerufen, in die die Deutsche Bahn und die niederländischen Nederlandse Spoorwegen (NS) ihre Schienengüterverkehrs-Aktivitäten als 100-prozentige Tochtergesellschaften der Railion einbrachten. Aus DB Cargo wurde so Railion Deutschland und aus NS Cargo wurde Railion Benelux. Später wurde diese Gesellschaft in Railion Nederland umbenannt. Der Zusammenschluss war am 16. September 1999 offiziell angekündigt worden[4]. Die Deutsche Bahn hielt 94 % des Kapitals der Railion GmbH, die NS 6 %.

Die zum 1. Januar 2000 zunächst als reine Finanzholding-Gesellschaft gegründete Railion stand nach ihrer Gründung auf der Kippe, nachdem der neue DB-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn an Stelle der gemeinsamen Güterbahn eine Kooperation mit einem großen Logistikkonzern anstrebte.[4] Nach den Plänen vom Spätsommer 2000 sollte sich die Gesellschaft auf die Entwicklung des Güterverkehrs zwischen Deutschland und den Benelux-Ländern konzentrieren.[5]

Zum 1. April 2001 wurde die Organisationsstruktur des Unternehmens verändert. Das Cargo-Geschäft wurde dabei in die Segmente Wagenladungsverkehr und Kombinierter Verkehr aufgeteilt und als Vorstandsressorts organisiert. Um die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu stärken, wurde darüber hinaus die Unternehmensentwicklung in ein eigenständiges Vorstandsressort überführt.[6] Zum gleichen Stichtag stellte das Unternehmen den Transport lebender Tiere ein.[7]

Mitte 2001 brachten auch die dänischen Danske Statsbaner (Dänische Staatsbahnen – DSB) ihre Schienengüterverkehrssparte DSB Gods ebenfalls als 100-prozentige Tochtergesellschaft namens Railion Danmark in die Holding ein und erhielt dafür 2 % des Kapitals der Railion, der Anteil der DB wurde auf 92 % vermindert.

Anfang 2002 kündigte das Unternehmen an, die Mehrheit der Geschäftsanteile der Spedition Nieten Fracht-Logistik – vorbehaltlich einer Genehmigung der Kartellbehörden – zu übernehmen.[8]

Zum 1. September 2003 übertrug die Deutsche Bahn ihren Anteil an der Railion an die Stinnes AG (heute DB Mobility Logistics). Zum Jahresende übten die NS die Option aus, ihren Kapitalanteil an der Railion ebenfalls an Stinnes abzugeben.

Mit Wirkung zum 19. Januar 2004 erwarb Railion Deutschland eine 30,07-Prozent-Beteiligung an der italienischen Rail Traction Company.[9] Im Juni 2004 übernahm Railion 95 % der Anteile an der italienischen Strade Ferrate del Mediterraneo (SFM). Ab April 2005 firmierte das Tochterunternehmen als Railion Italia s.r.l. Anfang Januar 2010 wurde das inzwischen in DB Schenker Rail Italia umbenannte Unternehmen mit der NordCargo s.r.l. vereinigt, an der DB Schenker Rail gleichzeitig die Mehrheit der Anteile übernahm. Damit ist NordCargo gemessen am Verkehr und Umsatz die zweitgrößte italienische Güterbahn.[10]

2003 und 2005 führte das Unternehmen ein neues Logo ein.[11] Mit der Übernahme der schweizerischen Brunner Railway Services (BRS) im Januar 2007 erweiterte sich das Unternehmen in die Schweiz hinein. Seit Mai 2007 firmiert dieses Tochterunternehmen als DB Schenker Rail Schweiz, seit 2016 als DB Cargo Schweiz.

Im Dezember 2007 beteiligte sich Green Cargo mit 49 % an Railion Danmark. Das Joint-Venture heißt Railion Scandinavia A/S.

 
Bis 2016 trat DB Cargo als DB Schenker Rail mit diesem Logo auf.

Zu Beginn des Jahres 2008 ordnete die Deutsche Bahn ihre Markenarchitektur neu. Dabei wurde die Logistiksparte unter dem Namen DB Schenker zusammengefasst. In Bereichen, in der Kunden von Railion in einer Konkurrenzsituation zu Schenker stehen, wie zum Beispiel im kombinierten Verkehr, soll nur die Marke DB angewandt werden.[12] Zum 16. Februar 2009 wurde der Name erneut geändert, diesmal in DB Schenker Rail Deutschland Aktiengesellschaft, und nochmals zum 1.  März 2016 in DB Cargo Deutschland Aktiengesellschaft.

Anfang 2009 wurde das Unternehmen von „Railion“ in „DB Schenker Rail“ umbenannt und in fünf Geschäftseinheiten neu strukturiert.[13] Diese untergliedern sich in drei regionale Einheiten (West, Central und East) sowie die Fachbereiche Automotive (Transporte für die Autoindustrie) und Intermodal. Im Bereich Automotive sind spezielle Dienstleister für die Automobilindustrie zusammengefasst (DB Schenker Rail Automotive GmbH (DBSRA) und Transfesa).[14]

Ende Januar 2009 kaufte DB Schenker Rail die größte private polnische Eisenbahn PCC Rail (350 Millionen Euro Umsatz 2008), die bis dahin zur Logistiksparte der PCC SE gehörte. Nach der Genehmigung durch die EU-Kommission wurde die Übernahme Ende Juli wirksam.[15] Die Gesellschaft heißt heute DB Cargo Polska S.A.

Im Rahmen einer Sanierung sollten laut Presseberichten von Ende 2015 bis zu 5.000 der rund 31.000 Stellen wegfallen.[16] Im März 2016 war der Abbau von rund 2100 Arbeitsplätzen und die Schließung von 215 Verladestationen in Deutschland geplant, die zusammen für 0,4 Prozent des Güterbahnumsatzes in Deutschland stünden.[17]

UnternehmensprofilBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

DB Cargo hat seinen Unternehmenssitz in Mainz und ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG. Zudem ist DB Cargo Mitglied der Bahnallianz XRail.[18]

 
Kesselwagen-Güterzug der DB Cargo in Treuchtlingen

Nach Angaben des Unternehmens werden 60 % der Verkehrsleistungen paneuropäisch erbracht. Mit 2.686 Lokomotiven und 88.237 eigenen sowie geleasten Güterwagen verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über den größten Fuhrpark auf dem europäischen Kontinent. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 255 Millionen Tonnen Güter transportiert.[2] Auch Verkehre nach Nishnij-Novgorod oder Shenyang sind im Netz von DB Cargo möglich und werden durchgeführt.

Der Umsatz des Unternehmens in Deutschland ging von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2018 zurück, das Transportvolumen im gleichen Zeitraum von 287 Mio. Tonnen auf 186 Mio. Tonnen. Der Marktanteil des Unternehmens am Schienengüterverkehr in Deutschland ging von 98,2 % (2000) auf 52,2 % (2017) zurück. Im Einzelwagenverkehr gingen die Frachterlöse von 1,5 Mrd. Euro (2007) auf 1,4 Mrd. Euro (2018) zurück.[19]

Das Unternehmen verfügt in Deutschland über rund 65.000 Güterwagen, die durchschnittlich 30 Jahre alt sind (Stand: 2018). Im Jahr 2000 hatte das Unternehmen noch über rund 120.000 Wagen verfügt.[19]

VorstandBearbeiten

  • Sigrid Nikutta, Vorsitzende des Vorstandes
  • Marek Staszek, Vorstand Produktion
  • Ursula Bienert, Vorstand Personal
  • Matthias Reichel, CFO
  • Pierre Timmermans, Vorstand Vertrieb & Marketing

Vorstand des DB-Vorstandsressorts Güterverkehr war bis Ende 2019 Alexander Doll. Seit 1. Januar 2020 hat Sigrid Nikutta dieses Amt übernommen.[20] Sie ist seitdem zudem die neue Vorstandsvorsitzende der DB Cargo.

Da DB Cargo Deutschland das größte Unternehmen der Gruppe ist, sind die Mitglieder des Vorstandes gleichzeitig in der Geschäftsleitung der DB Cargo tätig.

UnternehmensgruppeBearbeiten

 
Zug der Euro Cargo Rail in Constantí

Folgende Tochterunternehmen gehören zur DB Cargo Gruppe[21]:

KennzahlenBearbeiten

 
Lokomotiven (noch mit Railion-Logo) in Singen (Hohentwiel)
 
Ein Güterzug von DB Cargo auf der Dillstrecke bei Ehringshausen (Oktober 2015)

Im Jahr 2007 erwirtschaftete Railion nach eigenen Angaben 182 Mio. Euro Gewinn bei einem Umsatz von 3,66 Mrd. Euro. Dabei wurde eine Verkehrsleistung von 91.013 Mio. Tonnenkilometern (tkm) erbracht und 279 Mio. Tonnen Güter transportiert. Laut Angaben des Unternehmens[22] vom Januar 2007 lag der Marktanteil im deutschen Schienengüterverkehr bei rund 85 %, in Europa bei 22,5 %. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag im ersten Halbjahr bei rund 104 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 15 Millionen Euro Verlust).

DB Schenker Rail Deutschland AG gelang es nach der Finanzkrise den Umsatz im Jahr 2010 um 10,8 % auf 3,242 Milliarden Euro zu steigern, nachdem dieser im Vorjahr gegenüber 2008 um 20,8 % auf 2,927 Milliarden Euro eingebrochen war. In gleicher Weise entwickelte sich die Verkehrsleistung, die 2010 79,441 Milliarden tkm betrug. Zum Umsatz trugen insbesondere die Beförderung von Montan- (30 Prozent), Intermodal- (21 Prozent) sowie Baustoff-, Industrie- und Konsumgütern (18 Prozent) bei. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBIT) war jedoch 2010 mit −104 Millionen Euro negativ, so dass der Jahresfehlbetrag in Höhe von −148 Millionen Euro durch den DB-Konzern ausgeglichen werden musste.[23]

Im Geschäftsjahr 2014 konnte das Geschäftsfeld DB Schenker Rail (das neben Deutschland noch 14 weitere europäische Gesellschaften umfasst) trotz Rückgang des Verkehrsaufkommens um 15,6 % auf 329 Millionen Tonnen, der zum Teil durch die verschärfte Wettbewerbssituation verursacht wurde, den Gesamtumsatz noch um 0,4 % auf 4,86 Milliarden Euro leicht steigern.[24]

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtsgericht Mainz, HRB 44261
  2. a b c DB Cargo AG im Kurzporträt. DB Cargo AG, 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  3. Meldung Zweite Stufe der Bahnreform. In: Eisenbahn-Revue International, Ausgabe 1/2, 1998, ISSN 1421-2811, S. 2
  4. a b Meldung Was wird aus Railion. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2000, S. 147.
  5. Meldung Neuorientierung von DB-Cargo. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2000, S. 428.
  6. Meldung Neupositionierung von DB Cargo. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2001, ISSN 1421-2811, S. 250
  7. Meldung Aktuelles in Kürze. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2001, ISSN 1421-2811, S. 198
  8. Meldung DB Cargo übernimmt Bahnspedition. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2002, ISSN 1421-2811, S. 168
  9. Railion erwirbt 30 % an Rail Traction Company. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2004, S. 120.
  10. Vgl. Pressemeldung der Deutschen Bahn: DB Schenker Rail erwirbt Mehrheit an italienischer NordCargo. 13. Januar 2010, abgerufen am 13. Januar 2010.
  11. Meldung Abermals neues Railion-Logo. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2005, S. 561.
  12. Deutsche Bahn ordnet ihre Marken neu. In: Das Unternehmen DB. Deutsche Bahn AG, 18. April 2008, abgerufen am 19. Februar 2009.
  13. Aus Railion wird DB Schenker Rail. In: DB Welt, Ausgabe Januar 2009, S. 13.
  14. Pressemitteilung der Deutsche Bahn AG vom 3. März 2009
  15. Vgl. finanznachrichten.de, „Verkauf der PCC Logistics an die Deutsche Bahn vollzogen / Die Duisburger PCC SE hat den Großteil ihrer Logistik-Sparte, die polnische PCC Logistics, an die Deutsche Bahn-Gruppe (DB) verkauft“. 22. Juli 2009, abgerufen am 22. Juli 2009.
  16. Thomas Wüpper: Plant die Bahn tariflose Billigtöchter? In: Stuttgarter Zeitung. 7. November 2015, S. 14 (online).
  17. Deutsche Bahn streicht 2100 Jobs im Güterverkehr. In: Stuttgarter Nachrichten. Nr. 70, 24. März 2016, S. 11.
  18. Im Herzen der europäischen Güterströme. Abgerufen am 24. Januar 2019 (deutsch).
  19. a b Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Christian Jung, Frank Sitta, Torsten Herbst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP – Drucksache 19/8396 –. Wettbewerbsfähigkeit von DB Cargo AG. Band 19, Nr. 9440, 16. April 2019, ISSN 0722-8333, S. 1–3 (BT-Drs. 19/09440).
  20. DB-Aufsichtsrat beschließt neue Vorstandsstruktur und Milliarden-Investition in neue Züge. Abgerufen am 4. Januar 2020.
  21. Netzwerk für ganz Europa. Abgerufen am 24. Januar 2019 (deutsch).
  22. Peter Kirnich: "Schnellster Postzug der Welt". In: Berliner Zeitung. 3. Februar 2007, abgerufen am 10. Juli 2015 (Interview mit Railion-Vorstand Klaus Kremper (Herr Kremper irrt beim Superlativ, siehe TGV postal)).
  23. Geschäftsbericht 2010. (PDF, 2,09 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Schenker Rail Deutschland AG, 2. März 2011, ehemals im Original; abgerufen am 12. August 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www1.deutschebahn.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  24. Geschäftsbericht 2014. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Mobility Logistics AG, März 2015, archiviert vom Original am 10. März 2016; abgerufen am 3. April 2015.

Koordinaten: 49° 59′ 40,9″ N, 8° 16′ 51,3″ O