Kröpelin

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kröpelin
Kröpelin
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kröpelin hervorgehoben

Koordinaten: 54° 4′ N, 11° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 67,34 km2
Einwohner: 4784 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18236
Vorwahlen: 038292, 038294
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 058
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
18236 Kröpelin
Website: www.kroepelin.de
Bürgermeister: Thomas Gutteck
Lage der Stadt Kröpelin im Landkreis Rostock
RostockSchwerinLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis Ludwigslust-ParchimAdmannshagen-BargeshagenBartenshagen-ParkentinBörgerende-RethwischHohenfelde (Mecklenburg)Nienhagen (Landkreis Rostock)ReddelichRetschowSteffenshagenWittenbeckBaumgarten (Warnow)BernittBützowDreetz (Mecklenburg)JürgenshagenKlein BelitzPenzinRühnSteinhagen (Mecklenburg)Tarnow (Mecklenburg)Warnow (bei Bützow)ZepelinBroderstorfBlankenhagenPoppendorf (Mecklenburg)Roggentin (bei Rostock)BroderstorfThulendorfAltkalenBehren-LübchinFinkenthalGnoienWalkendorfBehren-LübchinGlasewitzGroß SchwiesowGülzow-PrüzenGutowKlein UpahlKuhsLohmen (Mecklenburg)Lüssow (Mecklenburg)MistorfMühl RosinPlaazReimershagenSarmstorfDolgen am SeeHohen SprenzLaageWardowDobbin-LinstowHoppenradeKrakow am SeeKuchelmißLalendorfLalendorfAlt SührkowDahmenDalkendorfGroß RogeGroß WokernGroß WüstenfeldeHohen DemzinJördenstorfLelkendorfPrebberedeSchorssowSchwasdorfSukow-LevitzowThürkowWarnkenhagenAlt BukowAm SalzhaffBastorfBastorfBiendorf (Mecklenburg)CarinerlandRerikBentwischBlankenhagenGelbensandeMönchhagenRövershagenBenitzBröbberowKassowRukietenSchwaanVorbeckWiendorf (Mecklenburg)Cammin (bei Rostock)GnewitzGrammowNustrowSelpinStubbendorf (bei Tessin)Tessin (bei Rostock)ThelkowZarnewanzElmenhorst/LichtenhagenKritzmowLambrechtshagenPapendorf (Warnow)PölchowStäbelowZiesendorfBad DoberanDummerstorfGraal-MüritzGüstrowKröpelinKühlungsbornNeubukowSanitzSatowTeterowKarte
Über dieses Bild

Kröpelin ist eine amtsfreie Kleinstadt und ein Grundzentrum[2] im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Die Stadt liegt zwischen den Hansestädten Wismar und Rostock und mit bis zu 80 m ü. NHN für die Nähe zur ca. 12 km entfernten Ostsee ungewöhnlich hoch. Grund dafür ist der sich zwischen Kühlungsborn an der Küste und Kröpelin erstreckende waldreiche Höhenzug der Kühlung, der im Diedrichshagener Berg eine Höhe von 129,7 m ü. NHN erreicht.

StadtgliederungBearbeiten

Zu Kröpelin gehören folgende Ortsteile:[3]

GeschichteBearbeiten

 
Fachwerkhaus am Markt

Name und WappenBearbeiten

Der Ortsname ist slawischen Ursprungs („crepelita“ – Wachtelfeld oder „crepelice“ – Wachtelort). Die Namensherleitung über den Begriff Krüppel ist Volksetymologie. Das Wappen ist ein redendes Wappen, dem nicht die Sprachwurzel zugrunde liegt, sondern die bildhafte Umsetzung des Stadtnamens.

MittelalterBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1177 als Crapelin. Das Kirchdorf wurde als Doberaner Klosterbesitz 1186 ausgewiesen. Aus einem deutschen Dorf bei der alten slawischen Siedlung entstand eine in Ost-West-Richtung ausgerichtete regelmäßige Stadtanlage. In einer Schenkungsurkunde des Fürsten Heinrich Borwin III. wurde Kröpelin erstmals am 25. August 1250 als Stadt (oppidum) bezeichnet. Die Verleihung des lübischen Stadtrechts wird für das Jahr davor, also 1249, angenommen. Daher entschied man sich, die runden Stadtjubiläen jeweils ein Jahr zuvor zu feiern, so 1999 die 750-Jahr-Feier.

Kröpelin wurde eine Landstadt in Mecklenburg und war bis 1918 als Teil der Städte des Mecklenburgischen Kreises auf Landtagen vertreten. Die Stadtkirche stammt mit dem Chor aus dem 13., dem Langhaus aus dem 14. und dem Turm aus dem 15. Jahrhundert. Das Turm-Obergeschoss und der Turmhelm wurden 1883 errichtet.

Seit dem 19. JahrhundertBearbeiten

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts siedelten sich Juden in Kröpelin an, die sich 1821 in den Kahlwiesen den jüdischen Friedhof anlegten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde er von den Nazis geschändet und verfiel danach, bis seine Reste später als Gedenkort mit einem Gedenkstein versehen wurden, der an die jüdischen Opfer des Faschismus in der Shoa erinnert.

Von 1952 bis 2011 gehörte Kröpelin zum Kreis Bad Doberan (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, 1990–2011 im Land Mecklenburg-Vorpommern). Seit 2011 liegt die Stadt im Landkreis Rostock.

Innenstadt und Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert.

Bis zum 13. Juni 2004 war die Stadt Mitglied und Sitz des Amtes Kröpelin.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Brusow und Detershagen eingegliedert. Altenhagen, Jennewitz und Schmadebeck kamen am 13. Juni 2004 hinzu.[4]

PolitikBearbeiten

StadtvertretungBearbeiten

Der Stadtrat besteht aus 17 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 50,2 % zu folgendem Ergebnis:[5]

 
Rathaus
Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
CDU 38,4 % − 2,9 6 − 1
FWG Kröpelin 28,0 % + 11,80 5 + 2
SPD 15,1 % − 8,5 3 − 1
LINKE 12,2 % − 3,7 2 − 1
GRÜNE 06,3 % + 6,3 1 + 1

BürgermeisterBearbeiten

  • 1791–1827: Daniel Konrad Heinrich Ciese
  • 1827–1833: Konrad August Ackermann
  • 1833–1850: Andreas Burchard Röper
  • 1850–1852: Julius Joachim Konrad Moritz Störzel
  • 1852–1855: Dr. Johann August Friedrich Otto Schultz
  • 1855–1872: Ludwig Karrig
  • 1872–1878: Ludwig August Theodor Busch
  • 1879: Adolf Weltzin
  • 1879–1900: Rudolf Karl August Louis Schmidt (kommissarisch)
  • 1899–1900: Dr. Lange
  • 1900–1935: Friedrich Pfenningsdorf
  • 1935–1945: Hans Kähler
  • 1945: Alex Michaels
  • 1945: Karl Hillgraf
  • 1945–1946: Hans Bülow
  • 1946–1948: Hans Nünke
  • 1948–1949: Erich Raabe
  • 1949–1952: Martin Ziggel
  • 1952–1954: Horst Didzus
  • 1954–1957: Siedler
  • 1957–1974: Hans Kickbusch
  • 1974–1990: Franz Zielinski
  • 1990–1999: Karl-Heinz Schwarck (SPD)
  • 1999–2008: Paul Schlutow
  • 2008–2014: Hubertus Wunschik (Grüne)
  • seit 2017: Thomas Gutteck (parteilos)

Gutteck wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Februar 2017 ohne Gegenkandidat mit 90,6 % der gültigen Stimmen gewählt.[6]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 66 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Am 24. März 1997 beschloss die Stadtvertretung, das heutige Wappen einzuführen, das am 8. Juni 1999 durch das Innenministerium genehmigt wurde.

Blasonierung: „In Blau einen nach links kriechenden Krüppel mit silbernen Gewand, natürlicher Fleischfarbe (Ausnahmefarbe), mit goldenem Kegelhut, silbernem Haar und goldenen Klötzen an den Unterschenkeln und in den Händen; über dem Krüppel ein links gelehnter goldener Schild mit einem hersehenden schwarzen Stierkopf mit silbernen Hörnern und einer goldenen Fürstenkrone, von der fünf Zinken sichtbar sind.“

Der kriechende Behinderte ist mit dem Stierkopf bereits 1306 im Siegel von Kröpelin vertreten. Der schwarze Stierkopf im Wappen stellt die Zugehörigkeit zum Lande Mecklenburg durch den Verweis auf die Rostocker Nebenlinie des mecklenburgischen Fürstenhauses dar.

Das Wappen wurde von dem Weimarer Michael Zapfe neu gezeichnet und in Details farblich geändert.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Es besteht seit 1990 eine Partnerschaft mit den niedersächsischen Gemeinden Hude und Schwarmstedt sowie zur französischen Stadt Arnage, einem südlichen Vorort von Le Mans im Département Sarthe. 2003 wurde eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Włoszakowice im Powiat Leszczyński geschlossen.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

 
Galerie-Holländerwindmühle

BauwerkeBearbeiten

 
Blick vom Markt auf die Mühle

KulturBearbeiten

 
Gebäude Hauptstraße 5 mit Stadtbibliothek, Stadtmuseum und Ostrockmuseum

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im am westlichen Ortseingang der Stadt Kröpelin gelegenen Gewerbegebiet sind mehrere Betriebe der Bereiche Dienstleistungen (Tourismus) und Produktion (metallverarbeitendes Gewerbe) tätig. Für Menschen mit Behinderungen wurden ca. 170 Arbeitsplätze in den Kröpeliner Werkstätten geschaffen. Weiterhin spielt die Landwirtschaft traditionell eine gewichtige Rolle. So existiert unter anderem eine Milchviehanlage in Ortsrandlage. Die Betriebe in Kröpelin sind ausschließlich mittelständische und Einzelunternehmen.

VerkehrBearbeiten

Kröpelin liegt an der Bundesstraße 105 (Rostock–Wismar), an den Landesstraßen L 11 (Kühlungsborn–Kröpelin–Bützow) und L 122 nach Rerik. 15 Kilometer südlich der Stadt befindet sich die gleichnamige Anschlussstelle Kröpelin an der Ostseeautobahn A 20.

Der Ort verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Wismar–Rostock. Er wird von der Regionalbahnlinie RB 11 (WismarRostockTessin) bedient.

SendeanlageBearbeiten

Nördlich des Ortsteils Diedrichshagen bei 54°6'23" nördlicher Breite und 11°45'58" östlicher Länge befindet sich eine Sendeanlage der Deutschen Telekom AG. Als Antennenträger kommt ein 97 Meter hoher, abgespannter Stahlfachwerkmast zum Einsatz. Es werden die folgenden Programme abgestrahlt:

Sendername Frequenz ERP
NDR 1 MV 94,3 MHz 0,2 kW
N-Joy 103,7 MHz 5 kW

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit Kröpelin verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Stadt Kröpelin (Hrsg.): Die Geschichte der Stadt Kröpelin : Chronik. Keuer, Neubukow 1999, DNB 987792563 (uni-rostock.de [PDF] (2 Bände, Band 1 mit Druckbögen von 1932)).
  • Schreiber, Heinrich: Die Hexe von Kröpelin. Michaels, Kröpelin und Arendsee 1911 (unter Benutzung der Aufz. des weil. cand. theol. Rönnberg).
  • Schreiber, Heinrich: Die Hexe von Kröpelin und andere Episoden über Hexerei und Aberglaube. Ostsee-Bote, Kröpelin 1998, DNB 953573168.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kröpelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2018 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mittleres Mecklenburg/Rostock 2011 - Zentralorte und perspektivische Entwicklung, Planungsregion MMR, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Hauptsatzung der Stadt Kröpelin
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  5. Stadt Kröpelin, Stadtvertreterwahl am 26. Mai 2019, endgültiges Wahlergebnis, abgerufen am 13. Oktober 2019
  6. Thomas Gutteck ist neuer Bürgermeister. In: Ostsee-Zeitung, 27. Februar 2017.