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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schwaan
Schwaan
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schwaan hervorgehoben
Koordinaten: 53° 56′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Schwaan
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 38,29 km2
Einwohner: 5029 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18258
Vorwahl: 03844
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 095
Adresse der
Stadtverwaltung:
Pferdemarkt 2
18258 Schwaan
Website: www.schwaan.de
Bürgermeister: Mathias Schauer
Lage der Stadt Schwaan im Landkreis Rostock
RostockSchwerinLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis Ludwigslust-ParchimAdmannshagen-BargeshagenBartenshagen-ParkentinBörgerende-RethwischHohenfelde (Mecklenburg)Nienhagen (Landkreis Rostock)ReddelichRetschowSteffenshagenWittenbeckBaumgarten (Warnow)BernittBützowDreetz (Mecklenburg)JürgenshagenKlein BelitzPenzinRühnSteinhagen (Mecklenburg)Tarnow (Mecklenburg)Warnow (bei Bützow)ZepelinBroderstorfBlankenhagenPoppendorf (Mecklenburg)Roggentin (bei Rostock)BroderstorfThulendorfAltkalenBehren-LübchinFinkenthalGnoienWalkendorfBehren-LübchinGlasewitzGroß SchwiesowGülzow-PrüzenGutowKlein UpahlKuhsLohmen (Mecklenburg)Lüssow (Mecklenburg)MistorfMühl RosinPlaazReimershagenSarmstorfDolgen am SeeHohen SprenzLaageWardowDobbin-LinstowHoppenradeKrakow am SeeKuchelmißLalendorfLalendorfAlt SührkowDahmenDalkendorfGroß RogeGroß WokernGroß WüstenfeldeHohen DemzinJördenstorfLelkendorfPrebberedeSchorssowSchwasdorfSukow-LevitzowThürkowWarnkenhagenAlt BukowAm SalzhaffBastorfBastorfBiendorf (Mecklenburg)CarinerlandRerikBentwischBlankenhagenGelbensandeMönchhagenRövershagenBenitzBröbberowKassowRukietenSchwaanVorbeckWiendorf (Mecklenburg)Cammin (bei Rostock)GnewitzGrammowNustrowSelpinStubbendorf (bei Tessin)Tessin (bei Rostock)ThelkowZarnewanzElmenhorst/LichtenhagenKritzmowLambrechtshagenPapendorf (Warnow)PölchowStäbelowZiesendorfBad DoberanDummerstorfGraal-MüritzGüstrowKröpelinKühlungsbornNeubukowSanitzSatowTeterowKarte
Über dieses Bild

Schwaan ist eine Stadt im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Schwaan, dem weitere sechs Gemeinden angehören, und sie bildet für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Schwaan liegt an der unteren Warnow und der Beke zwischen Rostock und Güstrow. Die Hänge östlich und westlich der Warnow erreichen kaum noch 50 m ü. NN, das Gebiet wird nach Norden, zur Ostsee hin, flacher.

Zu Schwaan gehören die Ortsteile Bandow, Dorf Tatschow, Hof Tatschow und Letschow.

GeschichteBearbeiten

Der Name Schwaan kommt aus dem Altslawischen und bedeutet: živŭ = lebend oder zvati für rufen. Auch eine Herleitung vom Lokator­namen Svan od. Zvan also Ort des živan, Svan, Zvan ist durchaus möglich.[3]

 
Schatzfund von Schwaan, Archäologisches Museum Groß Raden

Das Gebiet an der Warnow war ursprünglich von Slawen besiedelt, was man heute noch an den Orts- und Flurnamen erkennen kann. Erstmals wurde Schwaan 1276 als Stadt in einer Urkunde nachgewiesen. Eine Kirche wurde bereits 1236 urkundlich erwähnt.[4] Sowohl das ehemalige Schloss als auch der Ort „[...] Schwan an der Warnow“ gilt als Stammsitz des seit 1202 bezeugten Adelsgeschlechtes von Schwan.[5]

1765 vernichtete ein großer Brand die gesamte Stadt bis auf die Paulskirche und eine Mühle. Daher wird heute das Stadtbild von danach errichteten, insbesondere auch im klassizistischen Stil errichteten Bürgerhäusern bestimmt. Schwaan war Landstadt in Mecklenburg und als solche eine der Städte im Wendischen Kreis, die bis 1918 auf mecklenburgischen Landtagen der 1523 vereinten Landstände vertreten waren. Schon vor 1771 waren im Ort Juden ansässig, die sich den Jüdischen Friedhof einrichteten. Seit den 1880er Jahren nahm die Zahl der jüdischen Bürger kontinuierlich ab, bis sich die kleine Gemeinde 1915 auflöste. Die in der Zeit des Nationalsozialismus 1937 noch hier lebenden sieben Juden wurden in die Emigration oder in den Freitod getrieben. Drei Personen sind in das KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet worden.[6] Der Friedhof verwahrloste und wurde in den 1960er Jahren überbaut. Im Jahr 1988 wurde ein Denkmal am ehemaligen Ort des Friedhofs errichtet.

Schwaan war eine kleine Landstadt und Markt für die umliegenden Gemeinden des Amtes Schwaan. Der Bau der Bahnlinie Hagenow–Schwerin–Rostock durch Schwaan (1850) brachte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Rathaus wurde nur fünf Jahre später in neugotischem Stil errichtet. 1928 wurde an der Warnow die erste deutsche Flussbadeanstalt eröffnet. Zwischen 1890 und 1930 hatte Schwaan einen Ruf als Spargelstadt weit über seine Grenzen hinaus.[7] Die Stadt wurde als Ausflugsziel vor allem der Rostocker sehr geschätzt. 1911 wurde eine Lungenheilstätte errichtet, die später zu einer Tuberkulose- und Rehabilitationsklinik ausgebaut wurde. Sie wird auch heute noch für Rehabilitationszwecke genutzt.[8]

 
Hubbrücke über die Warnow von 1928 (inzwischen abgetragen)
 
neue Warnowbrücke von 2015

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Schwaan keine Zerstörungen durch Bombentreffer. Die 1928 errichtete Schwaaner Hubbrücke über die Warnow wurde jedoch am 1. Mai 1945 gesprengt, ihr beschädigter Hubteil bis 1950 wieder erneuert. Die Brücke war technisches Denkmal und ein Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde auf Grund von Baufälligkeit 2015 durch ein festes Brückenbauwerk ersetzt. Bereits im August 2009 wurden die stählernen Hubportale abgetragen.

Am 1. Juli 1950 wurden die bisher eigenständigen Gemeinden Letschow und Niendorf eingegliedert.

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit Loxstedt, südlich von Bremerhaven in Niedersachsen gelegen.

Seit 1991 wurde der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild hat sich stark verbessert.

Am 1. Januar 1999 wurde Bandow eingemeindet.[9]

ReligionBearbeiten

In Schwaan gibt es zwei christliche Gemeinden, eine evangelisch-lutherische Kirchgemeinde und die römisch-katholische Gemeinde St. Josef, die zur St.-Antonius-Gemeinde Bützow gehört.[10]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus

StadtvertretungBearbeiten

Die Stadtvertretung, das Kommunalparlament der Stadt, hat (inkl. Bürgermeister) 17 Mitglieder, die Stadtvertreter genannt werden.[11]

Partei / Liste Sitze 2014
Christlich Demokratische Union (CDU) 4
Die Linke 4
Bündnis 90/Die Grünen 3
Unabhängige Wähler Schwaan (UWS) 6

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt. In seiner heutigen Form wurde es am 14. September 1940 vom Reichsstatthalter in Mecklenburg verliehen und unter der Nr. 218 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau ein rechts gekehrter silberner Schwan mit goldenem Schnabel und goldenen Füßen und mit goldener Krone um den Hals.“

Das Wappen wurde von dem Berliner Hans Schweitzer neu gezeichnet.

KulturBearbeiten

Seit 2012 gibt es das Kino im AUZ des Vereins Bürger für Schwaan, des Mobilen Kinos Filmklub Güstrow und Filmkommunikation Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mit regelmäßigem Programmkinoprogramm und verschiedenen Sonder- und Bildungsveranstaltungen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Schwaan

 
Kunstmuseum in der Wassermühle
 
Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1870/71
  • Kunstmuseum in der Wassermühle: Das Kunstmuseum stellt Werke der mecklenburgischen Kunst aus. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Arbeiten der Maler Franz Bunke, Rudolf Bartels, Peter Paul Draewing (alle Schwaan) und Alfred Heinsohn (Hamburg). Diese vier Künstler gründeten um 1890 in Schwaan die einzige Künstlerkolonie Mecklenburgs, die Künstlerkolonie Schwaan.
  • Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1870/71 von 1895 auf dem Marktplatz: An der Vorderseite ist ein Reliefmedaillon des Großherzogs Friedrich Franz IV., geschaffen von dem Bildhauer Hermann Hultzsch, zu sehen. Bekrönt wird das Denkmal von einem Eisernen Kreuz. Am Bahnhof erhalten ist auch das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
  • Die Gedenkstele von 1988 am ehemaligen Jüdischen Friedhof in der Lindenbruchstraße erinnert an den „Guten Ort“ der Jüdischen Gemeinde.

VerkehrBearbeiten

Bahn

Schwaan liegt an den Bahnlinien Rostock–Güstrow sowie Rostock–Bützow–Schwerin. Eine direkte Regionalexpress­linie RE1 verbindet Schwaan im Zweistundentakt mit Hamburg, Schwerin und Rostock, eine Linie der S-Bahn Rostock (S2) verkehrt stündlich nach Güstrow sowie Rostock und Warnemünde. Am Bahnhof entstand 2015/2016 ein neuer ZOB.

Straße

Über die Landesstraße 13 sind die Bundesautobahn 19 Rostock–Berlin über die Anschlussstelle Laage in 16 km und die Bundesautobahn 20 Lübeck–Stettin über die Anschlussstelle Bad Doberan in 10 km erreichbar.
Landesstraßen verbinden Schwaan mit Bad Doberan, Bützow, Laage, Güstrow und Rostock.

Fernradwege

Der Radweg Berlin-Kopenhagen verläuft durch Schwaan und verbindet die Stadt damit auch mit Städten wie Waren, Güstrow oder Rostock.[12]

Flug- und Seehafen

Östlich von Schwaan befindet sich 14 km entfernt der Regionalflughafen Rostock-Laage mit Linienverbindungen nach München, Köln-Bonn und Stuttgart sowie Charterverbindungen in den Mittelmeerraum.

Der Seehafen Rostock ist über die Landesstraße 13 und die A 19 erreichbar.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Schwaan – „wie ein Hauch verträumten Sinnens“. Stadt Schwaan. [Texte: Heiko Brunner ...] Redieck & Schade, Rostock 2005, ISBN 3-934116-41-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schwaan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2017 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mittleres Mecklenburg/Rostock 2011 Zentralorte und perspektivische Entwicklung, Planungsregion MMR, abgerufen am 12. Juli 2015.
  3. Paul Kühnel: Die slawischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 46, 1881, S. 130.
  4. August Rudloff: Die meklenburgische Vogtei Schwaan. Aufsatz 8. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde Schwerin. Band 61, 1896, S. 255–256
  5. Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band VIII, Voigt, Leipzig 1859, S. 381 u. ö.; (Digitalisat über Google-Bücher)
  6. Bernd Kasten: Verfolgung und Deportation der Juden in Mecklenburg 1938–1945. Schwerin 2008, ISBN 978-3-940207-16-6.
  7. Fritz Luckmann: Schwaan in alten Ansichten. Band 2, Europäische Bibliothek, 1997, ISBN 90-288-6437-7, S. 62.
  8. Fachklinik Waldeck
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  10. Stadt Schwaan@1@2Vorlage:Toter Link/www.schwaan.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Stadtvertreter und Vertreterausschüsse – schwaan.de (Memento des Originals vom 27. Dezember 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwaan.de
  12. Mecklenburgische Etappe | Berlin - Kopenhagen. Abgerufen am 4. April 2017.
  13. Liste der Mitglieder des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern (1946–1952) 1. Wahlperiode