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Dedesdorf (niederdeutsch Deesdorp) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Loxstedt im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen). Zur Ortschaft gehört das Dorf Oldendorf.[2]

Dedesdorf
Gemeinde Loxstedt
Wappen von Dedesdorf
Koordinaten: 53° 26′ 50″ N, 8° 30′ 12″ O
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 3,33 km²
Einwohner: 181 (30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1936
Eingemeindet nach: Landwürden
Postleitzahl: 27612
Vorwahl: 04740
Dedesdorf (Niedersachsen)
Dedesdorf

Lage von Dedesdorf in Niedersachsen

Dedesdorf in der Gemeinde Loxstedt
Dedesdorf in der Gemeinde Loxstedt

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Dedesdorf befindet sich an der Weser und liegt in der Gemarkung Landwürden. Das Dorf ist im Norden mit der Ortschaft Eidewarden verwachsen. Im Osten befinden sich Wiemsdorf sowie Maihausen und im Süden liegt Büttel. Durch den Ort verlaufen die Landesstraßen L 121 und L 143.

GeschichteBearbeiten

Am 1. Januar 1936 ist die Gemeinde Dedesdorf mit den umfassten Bauerschaften Buttel, Dorf Dedesdorf, Eidewarden, Maihausen, Overwarfe, Ueterlande und Wiemsdorf, in die Gemeinde Landwürden umbenannt worden.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Dedesdorf war bis zur Gebietsreform am 1. März 1974 ein Teil der Gemeinde Landwürden im Landkreis Wesermarsch. Seitdem ist Dedesdorf eine Ortschaft in der Gemeinde Loxstedt[4] und verfügt über einen Ortsvorsteher, der auch für die Ortschaft Eidewarden zuständig ist.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde DedesdorfBearbeiten

  • mit den oben genannten umfassten Bauerschaften
Jahr 1910 1933 1939
Einwohner 1402 1376 1472

(Quelle: 1910,[5] 1933–1939[3])

Dorf DedesdorfBearbeiten

Jahr 1925 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Einwohner 142 211 205 205 190 192 181

(Quelle: 1925,[3] 2010–2015[1])

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Dedesdorf vom Loxstedter Gemeinderat vertreten.

OrtsvorsteherBearbeiten

Der Ortsvorsteher von Dedesdorf ist Holger Onken.[6]

WappenBearbeiten

Das Kommunalwappen der zusammengeschlossenen Orte Dedesdorf und Eidewarden wurde von dem Bürgerverein Dedesdorf-Eidewarden von 1958 e. V. entworfen. Das Wappen wurde der Öffentlichkeit zum 860. Dedesdorfer Markt im August 2009 erstmals präsentiert.

Blasonierung: „Schild gespalten, vorn in Blau der heilige Laurentius im silbernen Gewand, in der Rechten einen Rost haltend, in der Linken ein aufgeschlagenes Buch und eine Lilie, oben rechts und links je ein schwebender achtstrahliger silberner Stern; hinten in Rot, oben vier schwarze Wellenlinien überhöht von einem schrägrechtsgestellten silbernen Spaten, der links und rechts von je einem schwarzen Kleeblatt beseitet wird, unten eine schwarzbedachte silberne Windmühle.“[7]
Wappenbegründung: Der im blauen Wappenteil dargestellte Heilige Laurentius im silbernen Gewand ist dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Landwürden entlehnt. Er ist der Schutzheilige der Kirche zu Dedesdorf. Im roten Wappenteil stehen oben die Wellenlinien für den Weserstrom, der Spaten und die Kleeblätter für die Fruchtbarkeit des Marschenlandes. Unten ist die Windmühle von Dedesdorf zu sehen, die es dort schon seit 1876 gibt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Sankt Laurentius ist im Kern ein gotischer Backsteinbau aus dem späten 13. Jahrhundert, wurde aber im 18. Jahrhundert erweitert und stark umgestaltet. Sie beherbergt eine Arp-Schnitger-Orgel, wie an den meisten Fenstern zu erkennen ist. An damals stehen gebliebenen Teilen des Mauerwerks wurden mehrere spätgotische Fresken entdeckt.
  • In Oldendorf befindet sich zudem eine Galerieholländer-Windmühle, die als Außenstelle des Standesamtes Loxstedt für Hochzeiten genutzt wird und heute „Hochzeitsmühle Ursel“ heißt. Die zweistöckige Windmühle, früher als Windmühle Dedesdorf bekannt, mit Steert und Segelflügeln wurde 1847 vom Erbauer Christian Blanke auf einem alten Mühlengrundstück errichtet. Dafür musste eine ältere Bockwindmühle abgerissen werden. So ist der Mühlenstandort seit 1584 urkundlich dokumentiert. Noch bis 1994 wurde die Mühle, die landläufig den Namen „Graue Griese“ trug, von der Müllerfamilie Blanke betrieben. 1995 an Ursel Sanders verkauft erfuhr die Mühle 1998 eine umfassende Restaurierung.[8] Der derzeitige Besitzer, Klaus Christmann, möchte die Mühle verkaufen oder einen Mühlenverein gründen, der sie dann unterhält. Sie war als „Hochzeitsmühle“ bekannt geworden, in der man standesamtlich heiraten konnte.[9]

BaudenkmaleBearbeiten

Siehe: Liste der Baudenkmale in Dedesdorf

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Der Ort ist insbesondere durch den Dedesdorfer Markt überregional bekannt

VerkehrBearbeiten

Die VBN-Buslinie 580 verbindet Dedesdorf mit anderen Teilen Landwürdens und mit Bremerhaven. Diese Linie wurde bereits 1925 von der Reichspost eingerichtet.[10] Darüber hinaus führen einzelne Fahrten und ein Anrufsammeltaxi nach Loxstedt. Bis 2004 gab es eine örtliche Fährverbindung nach Kleinensiel, die inzwischen durch den nahegelegenen Wesertunnel ersetzt wurde. Der Fähranleger wurde danach zu einem Sportboothafen umgebaut.[8]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

  • Eilert Köhler (1710–1751), Orgelbauer, er ergänzte das Pedalwerk der Schnitger-Orgel in der St.-Laurentius-Kirche in Dedesdorf (1742–1745)
  • Gerhard Janssen Schmid (1770–1845), Orgelbauer, er ersetzte in der Schnitger-Orgel 1838 ein Register im Pedal und legte eine gleichstufige Stimmung an
  • Johann Hundewandt (1782–1838), Großvater des dänischen Kaufmanns und Fabrikanten Johannes Ahlmann, besaß einen Hof in Dedesdorf
  • Franz Ludwig Anton Kelp (1809–1891), Arzt und Psychiater, er ließ sich 1833 in Dedesdorf als Praktischer Arzt nieder
  • Otto Wilhelm August Schreiber (1884–1967), Reeder, er pachtete 1937 die Weserfähre von Dedesdorf nach Kleinensiel

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der „Männer vom Morgenstern“ Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat [PDF; 431 kB; abgerufen am 12. März 2019] S. 5–6).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dedesdorf – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Einwohnerzahlen der Gemeinde Loxstedt. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 30. Juni 2015, archiviert vom Original am 27. April 2017; abgerufen am 1. Oktober 2018.
  2. Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der „Männer vom Morgenstern“ Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat [PDF; 431 kB; abgerufen am 15. März 2019] S. 17).
  3. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Siehe unter 6. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  5. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 24. Mai 2018, abgerufen am 1. Oktober 2018.
  6. Ortsvorsteher von Dedesdorf. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  7. Der Bürgerverein zeigt jetzt Flagge. (PDF; 144 KB) In: Bürgerverein Dedesdorf-Eidewarden von 1958 e. V. 23. Juli 2009, abgerufen am 29. November 2017.
  8. a b Über Dedesdorf. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  9. Barbara Fixy: Zukunft der Mühle offen. Berichterstattung in der Nordsee-Zeitung. In: Internetseite Tourilox. 19. August 2010, abgerufen am 1. Oktober 2018.
  10. Geschichte des Nahverkehrs. In: Internetseite Nahverkehr-Bremerhaven. Abgerufen am 1. Oktober 2018.