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Krempe (Steinburg)

Gemeinde im Kreis Steinburg, Schleswig-Holstein

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet erstreckt sich zentral in der Kremper Marsch an der (historisch schiffbaren) Krempau, einem Nebenfluss der Stör.

NachbargemeindenBearbeiten

An Krempe grenzen direkt die nachfolgenden Gemeinden:

Bahrenfleth Neuenbrook
Borsfleth   Grevenkop
Krempdorf Elskop Süderau

GeschichteBearbeiten

 
Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt
 
„Crempe“ 1645 im Atlas Maior von Willem Blaeu
 
Stadtplan von Krempe in der Neuen Landesbeschreibung von Danckwerth und Mejer (1652)

Krempe wurde bereits früh besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung fand um 1234 statt, die Verleihung der Stadtrechte geschah auf Betreiben der Ritter von Barmstede. Seit dem Jahr 1361 war westlich vor der Stadt ein Siechenhaus für Leprakranke nachweisbar.[2] An der Entwässerung der Stadt waren holländische Siedler beteiligt, welcher der Stadt im Mittelalter zu einem festen Untergrund verhalfen. Ab 1535 wurde Krempe durch den dänischen König Christian III. zum Schutz der holsteinischen Elbmarschen stark befestigt.[3] Ab 1595 – laut anderer Angaben ab 1607[3] – wurden unter Christian IV. die Ausbauten so erweitert, dass eine Anlage mit Wallgraben, Bastionen und vier Toren entstand, der Graben war bis zu 25 Meter breit und der Wall bis 4,5 Meter hoch. Zu dieser Zeit stand die Stadt in ihrer wirtschaftlichen Blüte und war nach Rendsburg die zweitgrößte Festung im Herzogtum Holstein. Über die Krempau wurde auch Handel mit bedeutenden Städten wie Venedig und Lissabon betrieben. Das Rathaus von Krempe diente dabei auch der Kaufmannsgilde als Verwaltungsbau.

Die Befestigungen des Ortes erwiesen sich im Dreißigjährigen Krieg als nicht ausreichend und Krempe wurde am 14. November 1628 nach mehrmonatiger Belagerung von den Truppen Wallensteins erobert. Bedingt durch Kriegsschäden, die Verschlickung der ehemals schiffbaren Krempau[4] und vor allem der Gründung Glückstadts verlor Krempe während des 17. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. 1857 wurde die Glückstadt-Elmshorner Eisenbahnlinie bis an die Stör verlängert. Damit erhielt die Stadt Bahnanschluss.

PolitikBearbeiten

RatsversammlungBearbeiten

Die Ratsversammlung der Stadt Krempe setzt sich aus 2 Ratsfrauen und 11 Ratsherren zusammen. Der Einzelkandidat der Freien Wähler Krempe (FWK) hat sich der Fraktion der Bürgergemeinschaft Krempe (BGK) angeschlossen. Somit erlangte die BGK letztendlich 6 Sitze.[5]

Partei Anzahl Sitze
Bürgergemeinschaft Krempe (BGK) 5
Wir für Krempe (WfK) 4
SPD 3
Freie Wähler Krempe (FWK) 1

(Stand: Kommunalwahl am 6. Mai 2018)

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister der Stadt Krempe ist Volker Haack (BGK). Seine Stellvertreter sind Gerd Kilbienski (WfK) und Dennis Krause (SPD).[5]

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Kommunalwappens der Stadt Krempe, in der von 1957 bis heute verbindlichen Wappenform, stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht.[6]

Blasonierung: „In Gold oberhalb und unterhalb eines schmalen blauen Wellenbalkens drei im Dreipass gestellte, mit den Köpfen einander zugewendete blaue Fische. Zwischen den beiden oberen ein rot gezungter schwarzer Wolfskopf.“[6][7]
Wappenbegründung: Die Stadt Krempe, als Hauptort der Kremper Marsch, führt ein historisches Wappen, das auf ein mittelalterliches Siegel zurückgeht. Das älteste Stadtsiegel zeigt als Hauptfigur einen Bärenkopf, der dem Wappen der damals ortsansässigen Adelsfamilie „von Barmstede“ entlehnt ist. Im 20. Jahrhundert ist dieser Bärenkopf wohl als Wolfskopf missverstanden worden. Jedenfalls wurde der Wolfskopf bei der im Jahre 1957 durchgeführten Neubearbeitung des Wappens als gültige Version festgelegt und offenbar ist dafür auch keine Genehmigung benötigt worden. Die Fische und der Wellenbalken beziehen sich auf die am Ort liegende Kremper Au mit ihrem damaligen Fischreichtum.

Städtepartner- und patenschaftenBearbeiten

Mit den Gemeinden Gramzow in der Uckermark im Nordosten Brandenburgs und Sankt Martin im Sulmtal in der Steiermark (Österreich) pflegt Krempe partnerschaftliche Verbindungen, zu Reichenbach in Preußisch Holland in Ostpreußen, heute in Polen, unterhält Krempe eine patenschaftliche Verbindung.[8]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Den Mittelpunkt der Stadt bildet das Renaissance-Rathaus von 1570. Das Haus war ehemals mit einem Stufengiebel geschmückt und trägt einen kleinen Dachreiter. Im Inneren finden sich der Rats-Saal und der Große Saal, die beide mit reichen Malereien ausgestattet sind, sowie eine große Lagerhalle an der Nordseite des Baus. Das Rathaus wurde 1990 umfassend restauriert und gehört zu den schönsten historischen Rathäusern des Landes. Rund um das Rathaus befindet sich der fast vollständig von Altbauten umstandene Markt.
  • Die Kremper Kirche St. Peter befindet sich in direkter Nachbarschaft zu Markt und Rathaus. Die Kremper Kirche ist der mindestens dritte Bau an dieser Stelle, eine erste Kirche ist um 1239 erwähnt. Diese Kirche erhielt 1506 einen neuen Turm, welcher 1648 während eines Sturmes auf das Kirchenschiff fiel und dieses weitgehend zerstörte. Der Nachfolgebau brannte 1814 aus, nachdem schwedische Truppen hier Pulvervorräte gelagert hatten. Die heutige Kirche ist ein klassizistischer Bau von 1832, für den Christian Frederik Hansen die Entwürfe geliefert hat.
  • Der Königshof wurde als Nye Hus 1543 erbaut und 1558 durch den dänischen König erworben. Das Fachwerkhaus diente Christian III. als Residenz, wenn er sich in Krempe aufhielt.
  • Auf dem Mühlenberg steht der ehemalige Wasserturm von 1902, der mit seiner Höhe von etwa 36 Metern die Stadtsilhouette mitbestimmt.

KulturdenkmaleBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

Die Wirtschaftsstruktur von Krempe ist ländlich geprägt. Der Handel ist zum großen Teil filialisiert. So sind in Krempe noch ein REWE-Supermarkt (ehemals sky-Markt der coop eG) und ein Drogeriemarkt der Handelskette Müller vorhanden. Daneben ist ein Unternehmen aus dem Bereich Stahlbau am Ort ansässig.

VerkehrBearbeiten

Das Gemeindegebiet liegt abseits des Bundesfernstraßennetzes. Die Anbindung der Gemeinde erfolgt über die schleswig-holsteinischen Landesstraßen L 119 und L 118. Erstgenannte führt auf ihrer Route zwischen Blomesche Wildnis (Anschluss an die Bundesstraße 431 bei Glückstadt) und dem gemeindlichen Grenzraum Münsterdorf/Breitenburg-Nordoe (Anschluss an die Bundesautobahn 23 bei Itzehoe) seit 2002 durch eine Umgehungsstraße nördlich um die Stadt herum. Die L 118 zweigt im Bereich Krempdorf ab und führt zunächst durch in die Ortslage von Krempe – anschließend weiter über Süderau in den Raum Elmshorn.

Im ÖPNV wird Krempe über den gleichnamigen Bahnhof an der Marschbahn erreicht. Hier halten alle Züge der Linien RB 61 und 71 von Hamburg Hbf bzw. Hamburg-Altona nach Itzehoe. Diese Strecke wird zur Zeit vom Unternehmen nordbahn angefahren.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

BildergalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Marianne Hofmann: Die Anfänge der Städte Itzehoe, Wilster und Krempe. In: ZSHG. 83, 1959, S. 15–82 (Teil I) und ZSHG. 84, 1960, S. 15–92 (Teil II).
  • Andreas Rumler: Schleswig-Holstein – Kultur, Geschichte und Landschaft zwischen Nord- und Ostsee, Elbe und Flensburger Förde. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 1997, ISBN 3-7701-3566-0, S. 287–288. (Digitalisat. Leseprobe bei Google-Books)
  • Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt: Geschichte der Stadt Krempe im Überblick. In: Kremper Chronik, Heide, 2009

WeblinksBearbeiten

  Commons: Krempe – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. siehe Übersicht der Gesellschaft für Leprakunde über die mittelalterlichen Leprosorien in Schleswig-Holstein unter: Archivierte Kopie. (Memento vom 10. Dezember 2014 im Internet Archive) Heutige Bauten oder davon abgeleitete Namen sind nicht vorhanden.
  3. a b Wilhelm Sager: Heere zwischen den Meeren – Heeres- und Kriegsgeschichte Schleswig-Holsteins. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. Husum. 2003, ISBN 3-89876-113-4, S. 40–41.
  4. innerstädtische Krempau schließlich 1964 zugeschüttet, verrohrt und südlich umgeleitet; seitdem mit nur noch symbolischer brückenähnlicher Gestaltung von zwei Querstraßen anstelle der ehemals sechs Übergänge zwischen Breite- und Rathausstraße.
  5. a b Bürgermeister und Ratsversammlung der Stadt Krempe. In: Internetseite Amt Krempermarsch. 13. Juni 2018, abgerufen am 24. April 2019.
  6. a b Martin Reißmann: Die Wappen der Kreise, Ämter, Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Husum 1997, ISBN 3-88042-815-8, S. 212.
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. Eintrag über die Städtepartner- und patenschaften. In: Internetseite der Stadt Krempe. Abgerufen am 31. März 2019.
  9. Volker Mehmel: Ohne Förderung wäre Krempe heute eine Ruine. In: Internetseite Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag. 24. November 2009, abgerufen am 24. April 2019.