Attilloncourt

französische Gemeinde

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Attilloncourt
Attilloncourt (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 47′ N, 6° 23′ OKoordinaten: 48° 47′ N, 6° 23′ O
Höhe 195–293 m
Fläche 3,37 km²
Einwohner 103 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 31 Einw./km²
Postleitzahl 57170
INSEE-Code
Rathaus (Mairie)
Kirche St. Laurent

Attilloncourt ist eine französische Gemeinde mit 103 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins, zum Kanton Le Saulnois und zum Kommunalverband Saulnois.

GeographieBearbeiten

Attilloncourt liegt in Lothringen im Saulnois (Salzgau), rechts von der Seille, etwa 45 Kilometer östlich von Metz, zehn Kilometer südwestlich von Château-Salins und ca. 20 Kilometer nordöstlich von Nancy, auf einer Höhe zwischen 195 und 293 Metern über dem Meeresspiegel, die mittlere Höhe beträgt 200 Meter. Das Gemeindegebiet umfasst 3,37 km² (337 Hektar).

GeschichteBearbeiten

Attilloncourt ist nach dem fränkischen Namen Adalung benannt und bedeutet „Adalungshof“. 1477 wurde die Ortschaft als Acloncourt urkundlich erwähnt, 1600 als Atheloncourt und 1617 als Ateloncourt. Die Ortschaft gehörte zur 1234 eingerichteten Kastellanei von Vic-sur-Seille[1] im Bistum Metz.[2] Die Abtei Sainte-Glossinde in Metz verfügte über Landbesitz in Attilloncourt.[3]

1793 erhielt der Ort im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Département Meurthe, das 1871 in Département Meurthe-et-Moselle umbenannt wurde.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im neu eingerichteten Departement Mosel im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Wein-, Tabak- und Gemüsebau sowie Schaf- und Schweinezucht.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel wurde in seinen geographischen Ausmaßen beibehalten, jedoch in Département Moselle umbenannt.[4] Im Ersten Weltkrieg war die Ortschaft schwer beschädigt worden. Die 1869 erbaute Kirche St. Laurent wurde 1920 wiederaufgebaut.[5]

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

Attilloncourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Edelinghofen war bis 1919 der offizielle Ortsname.[6]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 106 113 117 92 96 94 98 103

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde zeigt das Wappen von Vic-sur-Seille, die heraldisch rechte Hälfte rot und die heraldisch linke Hälfte silbern, umgeben von einem blauen Bord, das den Schleier der Heiligen und Äbtissin Glossinde von Metz († um 610)[7] darstellt.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Attiloncourt, Kreis Château-Salins, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Attiloncourt (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 479 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 170 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Attilloncourt – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6. Auflage. Band 18, Nr. 14. Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 7+152 (französisch, in Google Books [abgerufen am 25. Februar 2010]).
  2. a b Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 479 (google.books.de).
  3. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (Memento des Originals vom 8. Januar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.genealogie-lorraine.fr (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010.
  4. Attilloncourt auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010.
  5. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.quid.fr Attilloncourt auf quid.fr@1@2Vorlage:Toter Link/www.quid.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (französisch) Abgerufen im Februar 2010.
  6. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010.
  7. Glodesindis von Metz im Ökumenischen Heiligenlexikon, abgerufen am 25. Februar 2010.
  8. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch)