Juvelize

französische Gemeinde

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Juvelize
Juvelize (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 46′ N, 6° 39′ OKoordinaten: 48° 46′ N, 6° 39′ O
Höhe 202–257 m
Fläche 7,82 km²
Einwohner 72 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 9 Einw./km²
Postleitzahl 57170
INSEE-Code

Blick auf Juvelize

Juvelize (deutsch Geistkirch) ist eine französische Gemeinde mit 72 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Saulnois (Salzgau), etwa acht Kilometer südöstlich von Château-Salins.

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft gehörte früher zum Herzogtum Lothringen und dem Bistum Metz.[1] Das Dorf wurde 1160 erstmals als Giverlize erwähnt, aus dem Jahre 1594 ist der deutsche Name Gerskirch belegt. Das Kloster Salival war hier begütert. 1661 wurde dss Dorf Frankreich einverleibt.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. In der Gemarkung des Dorfs gab es Salzquellen. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Wein- und Obstbau sowie Viehzucht.[1] Am 22. Juni 1877 wurde der statt des romanischen Ortsnamens Juvelize (oder Juvelise) bereits in Gebrauch befindliche deutsche Ortsname Geistkirch amtlich bestätigt.[2] An mittelalterlichen Bauresten waren in Geistkirch um 1890 ein Turm mit Schießscharten und Reste einer befestigten Kirche vorhanden.[3]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt. Am 22. September 1944 wurde das Dorf von im Bündnis mit der Sowjetunion kämpfenden US-amerikanischen Streitkräften eingenommen und schwer zerstört.[4]

Während des Zweiten Weltkriegs wurde statt des bisherigen deutschen Ortsnamens Geistkirch[2] die Ortsbezeichnung Geistkirchen eingeführt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 135 114 118 110 107 95 95 72

LiteraturBearbeiten

  • Geistkirch, Kreis Château-Salins, Elsaß-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Geistkirch (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 516 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 182 (books.googl.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Juvelize – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 516 (books.google.de).
  2. a b Bekanntmachung Nr. 142 vom 22. Juni 1877. In: Amts-Blatt für den Bezirk Lothringen Nr. 26 vom 3. Juli 1877, S. 181–182, Zeile 49 (books.google.de).
  3. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band IV: Nachträge, Friedrich Bull, Straßburg 1892, S. 65, Zeile 156 (books.google.de).
  4. Hugh M. Cole: The Lorraine Campaign. Center of Military History, United States Army, Washington, D.C., 1984, S. 231–233 (books.google.de).