Baudrecourt (Moselle)

französische Gemeinde

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Baudrecourt
Baudrecourt (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 58′ N, 6° 27′ OKoordinaten: 48° 58′ N, 6° 27′ O
Höhe 224–271 m
Fläche 5,04 km²
Einwohner 188 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 37 Einw./km²
Postleitzahl 57580
INSEE-Code
Kirche Saint-Pierre

Baudrecourt ist eine französische Gemeinde mit 188 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Kommunalverband Saulnois.

GeographieBearbeiten

Baudrecourt liegt in Lothringen im Saulnois (Salzgau), etwa 30 Kilometer südöstlich von Metz an der Nied.

GeschichteBearbeiten

Baudrecourt gehörte früher zum Bistum Metz und wurde 1192 als Baldrecurt erstmals urkundlich erwähnt. Weitere überlieferte Ortsbezeichnungen sind Bauldrecourt (1500) und Badrecour (1566).[1] Im Mittelalter gehörte die Gemeinde zur Seigneurie von Morville, außerdem besaßen die Abtei Sankt Arnulf und die Cölestiner von Metz Grundbesitz in Baudrecourt.[2] Das Lehen Baudrecourt gehörte dabei zum Marquisat von Pont-à-Mousson.[3]

1793 erhielt Baudrecourt im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Département Meurthe.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Es lag im neu gebildeten Departement Mosel. Die Dorfbewohner betrieben Getreidebau und Viehzucht. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Die Verwaltungseinheit Departement Mosel wurde unverändert übernommen, jedoch in Département Moselle umbenannt.[4] Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Baudrecourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name im Ersten Weltkrieg, am 2. September 1915, eingedeutscht wurde. Der Name lautete „Baldershofen“[5], der des Bahnhofs „Baldershofen (Lothr.)“[6]

DemographieBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 114 151 143 157 164 172 178 188

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde erinnert an die Abtei Sankt Arnulf und an den Schutzpatron Simon Petrus. Auf der rechten Hälfte ist es blau mit einem halben goldenen Adler, denn das Wappen der Abtei war blau mit einem goldenen Adler[7]. Die linke Hälfte ist golden mit einem roten Schlüssel, dem Attribut des Simon Petrus.[8]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Kirche Saint-Pierre, ein kleiner, einschiffiger, spätgotischer Bau mit Westportal,[1] wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Sie wurde schon 1889 als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert. In der Kirche steht eine steinerne, bemalte Statue der Maria mit dem trinkenden Kinde aus dem 14. Jahrhundert. Sie stand ursprünglich in der Kapelle Notre-Dame de Lorette in Baudrecourt, die 1578 gebaut wurde. Die Statue wurde 1984 als Monument historique eingestuft.

EisenbahnBearbeiten

 
LGV Est européenne bei Baudrecourt

Der Bahnhof von Baudrecourt war von 2007 bis 2016 vorläufiger Endpunkt der Neubaustrecke LGV Est européenne, auch Paris-Ostfrankreich-Süddeutschland genannt.

LiteraturBearbeiten

  • Baudrecourt, Kreis Château-Salins, Elsass-Lothringen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Baudrecourt (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 498 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 176 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 31–32 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Baudrecourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 31 (books.google.de).
  2. Histoire auf mairie-baudrecourt-moselle.fr (Memento des Originals vom 11. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mairie-baudrecourt-moselle.fr (französisch).
  3. Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6. Auflage. Band 18, Nr. 14. Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 12 (in Google Books [abgerufen am 2. März 2010]).(französisch)
  4. Baudrecourt auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 2. März 2010
  5. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch) Abgerufen am 2. März 2010
  6. Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 30. Oktober 1915, Nr. 54. Bekanntmachung Nr. 721, S. 350f.
  7. Morville-sur-Seille, offizielle Webpräsenz der CDC Pays Pont-à-Mousson (französisch) Abgerufen am 2. März 2010
  8. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch) Abgerufen am 23. Juni 2022