Avricourt (Moselle)

Gemeinde im französischen Département Moselle

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Avricourt
Avricourt (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Sarrebourg
Gemeindeverband Sarrebourg Moselle Sud
Koordinaten 48° 39′ N, 6° 48′ OKoordinaten: 48° 39′ N, 6° 48′ O
Höhe 240–334 m
Fläche 10,46 km²
Einwohner 593 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 57 Einw./km²
Postleitzahl 57810
INSEE-Code
Avricourt, rue du Temple, mit der evangelischen Kirche im Hintergrund (Aufnahme 2014)
Deutsch-Avricourt um 1915


Deutscher Grenzbahnhof bis 1918: Deutsch-Avricourt an der Bahnstrecke Paris–Straßburg (Hintergrund), vorne die deutsch-französische Grenze
Empfangsgebäude des deutschen Grenzbahnhofs Deutsch-Avricour

Avricourt ist eine französische Gemeinde mit 593 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Avricourt liegt im Regionalen Naturpark Lothringen, etwa 20 Kilometer südwestlich von Sarrebourg (Saarburg) an der Grenze zum Nachbardépartement Meurthe-et-Moselle.

Zu Avricourt gehört der Hof la Baronne (Freunhof) im westlich gelegenen Bois de la Baronne (Freunholz).

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1127 erstmals als Avricorth erwähnt, dann 1142 als Albsidingen, 1435 Ellefringen, 1484 Elfferingen, 1513 Elferingen, 1618 Elbringen.[1][2] Das Dorf gehörte früher zur Hälfte zum Herzogtum Lothringen und zur anderen Hälfte zum Bistum Metz und der Grafschaft Rixingen.[3]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam der Teil der Region, der zum Bistum Metz gehört hatte, an Deutschland zurück und wurde dem Kreis Saarburg im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Bis 1871 gab es nur eine Gemeinde namens Avricourt, künstlich durch die Bahnlinie NancyStraßburg getrennt. Die Teilung erfolgte 1871. Der Nordteil Avricourts kam zu Deutschland. Da der Bahnhof Igney-Avricourt im Südteil Avricourts und damit in Frankreich lag, wurde 1875 auf deutscher Seite ein eigener Grenzbahnhof errichtet. Der deutsche Nordteil von Avricourt hieß nunmehr amtlich Deutsch-Avricourt und wurde 1915 in Elfringen umbenannt, der Bahnhof Elfringen (Lothr.).[4]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt. Schon im November 1918 war der Ort zwar wieder in den Besitz Frankreichs gekommen, blieb aber eine eigenständige Gemeinde und wurde nicht wieder mit dem Südteil (heutige Nachbargemeinde Avricourt im Département Meurthe-et-Moselle) zusammengeschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

DemographieBearbeiten

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten WeLtkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 963 877 811 725 669 647 662 593

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Avricourt, Kreis Saarburg, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Avricourt (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 468 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 163 (books.google.de).
  • C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 68 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 25 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Avricourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martina Pitz – Onoma 36 (2002), S. 267–68.
  2. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 25 (books.google.de).
  3. Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 468 (google.books.de).
  4. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 30. Oktober 1915, Nr. 54. Bekanntmachung Nr. 721, S. 350f.