Torcheville

französische Gemeinde

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Torcheville
Torcheville (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 55′ N, 6° 51′ OKoordinaten: 48° 55′ N, 6° 51′ O
Höhe 223–261 m
Fläche 6,14 km²
Einwohner 118 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 57670
INSEE-Code

Torcheville
Kirche St. Pierre

Torcheville (deutsch Dorsweiler) ist eine französische Gemeinde mit 118 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins.

GeographieBearbeiten

Torcheville liegt etwa 60 Kilometer südöstlich von Metz, 40 Kilometer nordöstlich von Château-Salins und drei Kilometer südlich von Albestroff (Albesdorf) auf einer mittleren Höhe von 230 m. Das Gemeindegebiet umfasst 6,14 km².

Die Gemeinde liegt im Regionalen Naturpark Lothringen.

GeschichteBearbeiten

Der Ort gehörte früher zum Herzogtum Lothringen.[1] Erstmals urkundlich erwähnt wird Tornugo villare 777 als Fernbesitz der Abtei St. Denis bei Paris.[2] Weitere Ortsbezeichnungen in der französischen Geschichtsschreibung sind 1124 Torneswilre, 1285 Torviler und 1440 Tor(s)willer. Schon 1121 erhielt die Abtei Glandern in Longeville hier Güter.[1]

Nach dem Ort benannte sich ein altes Rittergeschlecht: 1344 erhielt Peter von Torcheville das Recht zur Anlage einer Saline zwischen Tarquimpol (deutsch Tarquinpol, früher Teckemphul) und Guermange (Germingen), zur Hälfte teilbar mit Herzog Rudolf. Im Jahr 1418 verkaufte Jean Wisse de Gerbeviller das Dorf an Herzog Karl II. Aus der Familie der Torcheville sollen die von Créhange (Kriechingen) hervorgegangen sein.[1]

Das Schloss war bereits 1560 vollständig zerstört, ebenso die Ringmauer. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs war das Dorf im Jahr 1650 unbewohnt und auch noch 1667–1669 entvölkert.[1] Im Jahr 1688 nannte sich Friedrich Ulrich Graf von Ostfriesland, Herr von Esens, Baron von Torcheville.[1]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreidebau und Viehzucht sowie etwas Weinbau.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

Das Dorf gehörte von 1973 bis 1998 zur Gemeinde Albestroff (Albesdorf).

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 137 137 137 142 143 172 174 115

Literatur aus der KaiserzeitBearbeiten

  • Dorsweiler, Kreis Château-Salins, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dorsweiler (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 493–494 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 175 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Torcheville – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 493–494 (google.books.de).
  2. Tangl, M.: Das Testament des (Abtes) Fulrad, Regesten A.