Abreschviller

französische Gemeinde

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Abreschviller
Abreschviller (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Phalsbourg
Gemeindeverband Sarrebourg Moselle Sud
Koordinaten 48° 38′ N, 7° 6′ OKoordinaten: 48° 38′ N, 7° 6′ O
Höhe 273–968 m
Fläche 41,29 km²
Einwohner 1.400 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 34 Einw./km²
Postleitzahl 57560
INSEE-Code

Abreschviller

Abreschviller (deutsch Alberschweiler, 1941–1944 Albersweiler; lothringisch Elwechwiller) ist eine französische Gemeinde mit 1400 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Vor 1945 wurde der Ortsname auf Französisch Abreschwiller geschrieben.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im historischen Lothringen am Rande der Vogesen an der Roten Saar, nahe dem Donon, zehn Kilometer südöstlich von Lorquin (Lörchingen) und 16 Kilometer südlich von Sarrebourg (Saarburg).

Ortsteile sind La Valette, Charlot, Les Deux Rivières, Grossmann und Grand Soldat (Soldatenthal).

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft gehörte einst zum Elsass und zur Herrschaft Dachsburg. Das Dorf entstand aus Köhlerhütten, bekam 1605–1608 zwei Papiermühlen und hatte 1660 erst 48 Häuser, erhielt aber bald Zuwachs durch französische Ansiedler.[1] Das Dorf entwickelte sich zu einem Gewerbe-Standort.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Saarburg im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner waren größtenteils in örtlichen Fabriken und Kleinbetrieben beschäftigt. Das Dorf hatte eine Papierfabrik, Hammerschmieden, Sägewerke, eine Schlosserei, einen Glaspolier-Betrieb, eine Getreidemühle, eine Kalikofabrik, eine Oberförsterei und ein Steueramt.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt.

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

DemographieBearbeiten

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2019
1353 1421 1381 1309 1233 1285 1481 1400

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche St. Pierre-aux-Liens
  • Reformierte Kirche
  • Friedhofskapelle St. Marguerite
  • Kapelle St. Véronique
  • Schulkapelle im Ortsteil Grand-Soldat
  • Soldatenfriedhof (französischer und deutscher Teil)

VerkehrBearbeiten

Neben dem ehemaligen Bahnhof Abreschviller fährt seit 1968 die als Museumsbahn betriebene Chemin de fer touristique d’Abreschviller (Waldeisenbahn Alberschweiler). Sie entstand auf der Bahnstrecke nach Grand Soldat der ehemaligen Waldbahn von Abreschviller.

 
Lokschuppen der Waldeisenbahn

VeranstaltungenBearbeiten

Jedes Frühjahr wird auf der Straße nach Saint-Quirin ein zur französischen Bergmeisterschaft zählendes Bergrennen ausgetragen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Alexandre Chatrian (1826–1890), Schriftsteller, wurde in Soldatenthal/Grand Soldat (heute Ortsteil von Abreschviller) geboren.

LiteraturBearbeiten

  • Alberschweiler, Kreis Saarburg, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Alberschweiler (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 451 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 164–165 (books.google.de).
  • C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 68 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 5–7 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Abreschviller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 451 (google.books.de).