Burlioncourt

französische Gemeinde

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Burlioncourt
Burlioncourt (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 52′ N, 6° 35′ OKoordinaten: 48° 52′ N, 6° 35′ O
Höhe 207–307 m
Fläche 7,39 km²
Einwohner 123 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 17 Einw./km²
Postleitzahl 57170
INSEE-Code
Kirche Saint-Léger

Burlioncourt ist eine französische Gemeinde mit 123 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins, zum Kanton Le Saulnois und zum Kommunalverband Saulnois.

GeographieBearbeiten

Burlioncourt liegt in Lothringen, 41 Kilometer südöstlich von Metz und 34 Kilometer nordöstlich von Nancy im Saulnois (Salzgau) auf einer Höhe zwischen 207 und 307 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 7,39 Quadratkilometer.

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft gehörte früher zum Herzogtum Lothringen und dem Bistum Metz. 1266 wurde Burlioncourt als Bruilloncort im Kopialbuch der Abtei von Salival, die heute auf dem Gemeindegebiet von Moyenvic liegt, erstmals urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert tauchte die Ortschaft als Brulloncuria erneut in diesem Kopialbuch auf. Es ist vermutet worden, dass der Ortsname aus dem latinisierten germanischen Namen Brodlonus und der Ortsendung -court, für „Hof“, zusammengesetzt sein könnte und „Hof des Brodlonus“ bedeute.[1] Es gibt auch einen Familiennamen Burlion, der besonders in den Départements Nord und Aisne sowie in Belgien verbreitet ist und möglicherweise ebenfalls aus dem germanischen Namen entstanden ist.[2]

Die Pfarrei von Burlioncourt gehörte dem Erzpriester von Haboudange (Habudingen), der dem Bistum Metz unterstellt war. Die Ortschaft selbst gehörte zur 1234 eingerichteten Kastellanei von Vic-sur-Seille, die ebenfalls dem Bistum Metz unterstand.[3]

1793 erhielt Burlioncourt im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Département Meurthe.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im neu eingerichteten Departement Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Wein-, Obst-, Gemüse- und Hopfenbau. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel wurde in Département Moselle umbenannt.[4] Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Burlioncourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Der Name wurde in „Burlingshofen“ geändert und war bis 1919 offizieller Ortsname.[5]

DemographieBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 185 171 159 180 162 181 177 123

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde ist rot mit zwei silbernen Lachsen, die Rücken an Rücken stehen. Zwischen ihnen befinden sich im oberen und unteren Teil des Wappens zwei goldene Kiesel. Die Lachse findet man ebenfalls auf dem Wappen der Abtei von Salival und die Kiesel auf dem Wappen des Bistums Metz.[6]

InfrastrukturBearbeiten

Der nächste Flughafen ist der Flughafen Metz-Nancy-Lothringen, er liegt 27,3 Kilometer nordwestlich von Burlioncourt.[7]

LiteraturBearbeiten

  • Burlioncourt, Kreis Château-Salins, Elsass-Lothringen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Burlioncourt (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 479–480 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 170 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 48 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Burlioncourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 2. Librairie Droz, 1996, ISBN 978-2-600-00133-5, S. 888 (französisch, in Google Books [abgerufen am 27. März 2010]).
  2. Noms commençant par B (französisch)
  3. Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6. Auflage. Band 14, Nr. 18. Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 25 + 63 + 152 f. (französisch, in Google Books [abgerufen am 27. März 2010]).
  4. Des villages de Cassini aux communes d’aujourd’hui (französisch)
  5. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch)
  6. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch)
  7. Village de Burlioncourt, annuaire-mairie.fr (französisch)