Marthille

französische Gemeinde

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Marthille
Marthille (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 55′ N, 6° 34′ OKoordinaten: 48° 55′ N, 6° 34′ O
Höhe 249–359 m
Fläche 10,2 km²
Einwohner 168 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 16 Einw./km²
Postleitzahl 57340
INSEE-Code

Marthille (deutsch bis 1919 Marthil) ist eine französische Gemeinde mit 168 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Marthille liegt in Lothringen, 44 Kilometer südöstlich von Metz, 15 Kilometer nordnordöstlich von Château-Salins, 13 Kilometer ostnordöstlich von Delme und fünf Kilometer westlich von Morhange (Mörchingen) im Saulnois (Salzgau) am Ursprung der Französischen Nied auf einer Höhe zwischen 249 und 359 m über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 10,2 km². In Marthille entspringt die französische Nied.

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft gehörte früher zur Grafschaft Mörchingen im Herzogtum Lothringen. Das Dorf wurde erstmals 717 als Marte urkundlich erwähnt, als die Abtei Sankt Arnulf in Metz hier Rechte besaß. Der Chor der Kirche ist sehr alt. Hier war eine Eremitage der Benediktiner in Metz mit Kapelle.[1] Um 1740 erwarb der lothringische Zweig der Familie Helmstatt die Grafschaft Mörchingen, Besitzer zur Zeit der Französischen Revolution war Reichsfreiherr Pleikart Maximilian Augustin von Helmstatt.[2] 1613 wurden im Ort zwei Männer wegen Hexerei verbrannt[1]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Obst- und Weinbau; auf der Gemarkung waren drei Mühlen.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

Das Dorf trug 1940–1944 den deutschen Namen Marten.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 206 193 189 182 178 178 190 168

WappenBearbeiten

Im Gemeindewappen werden die ehemaligen Herren von Marthil gezeigt: der Lachs steht für das Haus Salm, der Adler symbolisiert die Abtei Sankt Arnulf in Metz.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Marthil, Kreis Château-Salins, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Marthil (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 502–503 (google.books.com).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 178 (books.google.com).

WeblinksBearbeiten

Commons: Marthille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 502–503 (google.books.com).
  2. Die Reichsunmittelbarkeit der Herrschaften Hinsingen, Lenning, Fry Altroff, Mörchingen, Berendorf, Estroff und Kinger in Lothringen aus öffentlichen Akten und Familien-Urkunden ... bewiesen. 1792, S. 83, § 55 (books.google.com).
  3. Wappenbeschreibung auf genealogie-lorraine.fr (französisch)