Riche

französische Gemeinde

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Riche
Riche (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 53′ N, 6° 38′ OKoordinaten: 48° 53′ N, 6° 38′ O
Höhe 213–270 m
Fläche 6,34 km²
Einwohner 187 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km²
Postleitzahl 57340
INSEE-Code

Riche (deutsch Reich) ist eine französische Gemeinde mit 187 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins.

GeographieBearbeiten

Riche liegt in Lothringen, 47 Kilometer südöstlich von Metz und elf Kilometer nordöstlich von Château-Salins auf einer Höhe zwischen 213 und 270 m über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 6,34 km².

Zur Gemeinde Riche gehören die beiden Weiler Niverlach und Metzing.

GeschichteBearbeiten

Das kleine Dorf wurde erstmals als Rista erwähnt (1202: Rich, 1782: Richtz). Es gehörte früher zum Herzogtum Lothringen[1] und wurde 1766 von Frankreich annektiert. Auf der Gemarkung des Dorfs wurden Spuren einer ansehnlichen römischen Villa gefunden.[2]

Aus Riche stammte die einst einflussreiche Familie von Riste, der ein Teil von Lunéville gehörte und die bereits 1102 erwähnt wird.[1] Schloss Riste wurde 1215 von Heinrich II. von Bar eingenommen und geschleift.[3] Jakob von Lothringen gab 1328 an das Kapitel in Vic einige Güter zu Riche. Im Jahr 1776 war Karl Anton Leroi Chavigny, Graf von Montluc, Besitzer der Ortschaft.[1]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Wein- und Obstbau.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 166 158 181 215 223 205 197 187

WappenBearbeiten

Im Gemeindewappen finden sich die Symbole des Herzogtums Lothringen (Alérions), der Grafen von Salm (Lachse, bis 1707) und schließlich die Merletten der Familie Le Roy de Montluc, der letzten Herren von Riche im 18. Jahrhundert.[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche St. Étienne
  • Soldatenfriedhof

LiteraturBearbeiten

  • Reich, Kreis Château-Salins, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Reich (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 484–485 (google.books.com).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 172 (books.google.com).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 861 (books-google.com).
  • J.-A. Schmit: Promenades antiques aux alentours de Château-Salins, in: Mémoires de la Société d'Archéologie Lorraine et du Musée Historique Lorrain, Band 29, Nancy 1879, S. 49–79, insbesondere S. 71–76 (google.books.com).

WeblinksBearbeiten

Commons: Riche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 484 (google.books.com).
  2. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 861 (books-google.com).
  3. Julius Friedrich Scharffenstein: Kurtze doch gründliche Historie des Herzogthums Lothringen, Frankfurt und Leipzig 1743, S. 167 (google.books.com).
  4. Wappenbeschreibung auf genealogie-lorraine.fr (französisch)