Château-Bréhain

französische Gemeinde

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Château-Bréhain
Château-Bréhain (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 54′ N, 6° 32′ OKoordinaten: 48° 54′ N, 6° 32′ O
Höhe 238–335 m
Fläche 6,10 km²
Einwohner 75 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km²
Postleitzahl 57340
INSEE-Code
Kapelle Saint-Simon und Saint-Jude

Château-Bréhain ist eine französische Gemeinde mit 75 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins, zum Kanton Le Saulnois und zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

GeographieBearbeiten

Château-Bréhain liegt in Lothringen im Saulnois (Salzgau), 34 Kilometer südöstlich von Metz, 34 Kilometer nordöstlich von Nancy,[1] 26 Kilometer südwestlich von Saint-Avold und 11 Kilometer nordöstlich des Kantonshauptorts Delme, zwischen den Nachbargemeinden Bréhain im Nordosten, Chicourt im Nordwesten und Vannecourt im Süden, auf einer Höhe zwischen 238 und 335 Metern über dem Meeresspiegel, die mittlere Höhe beträgt 240 Meter. Das Gemeindegebiet umfasst 6,11 km² (611 Hektar). Die französische Nied fließt nördlich des Ortskerns durch das Gemeindegebiet.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname Bréhain wurde 1169 als Berchem erstmals urkundlich erwähnt, 1178 tauchte er als Brehem auf. Der Ortsname soll aus dem germanischen Wort „Berg“ und der Ortsnamensendung „-heim“ zusammengesetzt sein.[3] Die Ortschaft bestand aus einem Weiler und einem davon etwas abgelegenen Schloss. Das Schloss wurde 1218 als Villa de Chestes im Kopialbuch des Klosters Beaupré in Moncel-lès-Lunéville erstmals urkundlich erwähnt. 1505 taucht es als Le Chastel de Chastelbrehain in einem Vertrag auf, 1525 als Chastelbreheim und 1528 als Chasteaubrehan, Chasteau-Brehan.[4] Die Burg (lateinisch Castellum, französisch Château), die der Ortschaft ihren Namen gab, ist nicht erhalten geblieben.

Die Ortschaft gehörte früher zur Grafschaft Bar, die 1661 von Frankreich annektiert worden war. Sie gehörte als Lehen zur Salmschen Baronie von Viviers, die wiederum ab dem 14. Jahrhundert zum Marquisat von Pont-à-Mousson gehört hatte. 1698 wurde Pont-à-Mousson zu einer Bailliage des Herzogtums Bar. Ab 1751 gehörte die Ortschaft zur Bailliage von Château-Salins. Die Pfarrei von Château-Bréhain unterstand dem Erzpriester von Haboudange, der wiederum dem Bistum Metz unterstand.[5] Hier hatte sich einst eine Eremitage befunden.[6]

1793 erhielt Château-Bréhain als Chateau Brehain im Zuge der Französischen Revolution den Status einer Gemeinde und 1801 als Château-Brehain das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Département Meurthe.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Château-Salins im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner ernährten sich von der Torfgewinnung sowie vom Getreidebau und der Viehzucht. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt.[7] Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Château-Bréhain gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name im Ersten Weltkrieg am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Der Name wurde zu „Bruch-Kastel“ geändert und war bis 1918 offizieller Ortsname.[8]

DemographieBearbeiten

Anzahl Einwohner
(Quelle: [7])
Jahr 17931831187218961962197520072018
Einwohner 334459338227103707576

Am meisten Einwohner hatte die Gemeinde 1831 (459), danach ging die Einwohnerzahl bis 1975 (70) zurück. Sie hat sich seitdem auch nicht nennenswert erholt.

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde ist golden und zeigt einen roten Donjon zur Erinnerung an die Burg von Château-Bréhain, dadurch ist es ein redendes Wappen. Auf dem Donjon weht eine rote Flagge, die zwei silberne Lachse zeigt, die aufrecht, mit den Rücken zueinander dargestellt sind. Die Lachse entsprechen dem Wappen der Baronie von Viviers.[9]

InfrastrukturBearbeiten

Der nächste Flughafen ist der Flughafen Metz-Nancy-Lothringen, er liegt 21,7 Kilometer nordwestlich von Château-Bréhain.[2] Südlich des Ortskerns gibt es eine Auffahrt auf die Route nationale 74 (RN74).

LiteraturBearbeiten

  • Château-Bréhain, Kreis Château-Salins, Elsass-Lothringen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Château-Bréhain (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 498 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 176 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 57–58 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Château-Bréhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Village de Château-Bréhain, Actuacity.com (französisch)
  2. a b Village de Château-Bréhain, Annuaire-Mairie.fr (französisch)
  3. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 2. Librairie Droz, 1996, ISBN 978-2-600-00133-5, S. 724 (in Google Books [abgerufen am 29. März 2010]). (französisch)
  4. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 57–58 (books.google.de).
  5. Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6. Auflage. Band 14, Nr. 18. Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 29 f.+63+110+157 (in Google Books [abgerufen am 29. März 2010]).(französisch)
  6. Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 498 (books.google.de).
  7. a b Des villages de Cassini aux communes d’aujourd’hui (französisch)
  8. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch)
  9. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch)