Seille (Mosel)

Nebenfluss der Mosel

Die Seille [sɛj] ist ein rechter Nebenfluss der Mosel in der französischen Region Grand Est.

Seille
Verlauf der Seille

Verlauf der Seille

Daten
Gewässerkennzahl FRA7--0100
Lage Frankreich

Lothringen

Flusssystem Rhein
Abfluss über Mosel → Rhein → Nordsee
Quelle im Gemeindegebiet von Maizières-lès-Vic
48° 43′ 29″ N, 6° 47′ 46″ O
Quellhöhe ca. 253 m[1]
Mündung im Stadtgebiet von Metz in die kanalisierte MoselKoordinaten: 49° 7′ 33″ N, 6° 11′ 7″ O
49° 7′ 33″ N, 6° 11′ 7″ O
Mündungshöhe ca. 160 m[2]
Höhenunterschied ca. 93 m
Sohlgefälle ca. 0,67 ‰
Länge ca. 138 km[3]
Einzugsgebiet ca. 1348 km²[4]
Abfluss[5]
AEo: 1348 km²
an der Mündung
MQ
Mq
10,5 m³/s
7,8 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Loutre Noire, Gueblange, Nard
Rechte Nebenflüsse Petite Seille, Osson, Saint-Jean, Moince
Durchflossene Seen Linderweiher
Großstädte Metz
Kleinstädte Marly
Die Seille in Vic-sur-Seille

Die Seille in Vic-sur-Seille

Man nennt die Seille auch die Lothringische Seille oder die Große Seille zur Unterscheidung von der Seille, die in der Region Burgund in die Saône mündet. Der Fluss trug auch während der deutschen Herrschaft (1871 bis 1918) amtlich den Namen Seille, bis 1916 der Name in Selle geändert wurde.[6] Bei dem gelegentlich als deutsche Bezeichnung angegebenen Namen Selz handelt es sich um ein Missverständnis, das aus der 1915 vorgenommenen Umbenennung von Coin-sur-Seille in Selzeck herrührt.

Geographie

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Der Quellbach der Seille, der Ruisseau de Guessing, entspringt im Regionalen Naturpark Lothringen, im Gemeindegebiet von Maizières-lès-Vic, ändert noch im Quellgebiet mehrfach seinen Namen und fließt schließlich in den Linderweiher (frz.: Étang de Lindre), den er bei Lindre-Basse unter seinem endgültigen Namen Seille wieder verlässt. Der Fluss entwässert unter streckenweise starker Bildung von Flussschleifen generell in nordwestlicher Richtung und mündet nach 138[3] Kilometern im Stadtgebiet von Metz in die Mosel. Auf ihrem Weg durchquert die Seille die Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle und bildet in ihrem Mittellauf über eine lange Strecke die Grenze zwischen beiden Départements. Im 19. Jahrhundert gab es Pläne die Seille zu kanalisieren (Canal des Salines de l’Est), die jedoch nicht realisiert wurden.

Orte am Fluss

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(Reihenfolge in Fließrichtung)

Salzwiesen

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In der Nähe von Marsal tritt Salz natürlich aus und bildet Salzwiesen. Hier wachsen Pflanzen, die sonst nur an den Meeresküsten vorkommen: Queller, Strand-Aster, Strand-Dreizack, Bodden-Binse. Die Salzwiesen stehen unter dem Natura 2000 Schutz, auch die Landwirtschaft ist nur in einiger Entfernung und eingeschränkt möglich. Vom Stadttor in Marsal hat man einen guten Blick auf die Wiesen, Wanderwege führen an der Seille entlang.[7][8][9]

 
Salzwiesen im Tal der Seille bei Marsal

Siehe auch

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Commons: Seille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Quelle geoportail.fr (1:32.000)
  2. Mündung geoportail.fr (1:16.000)
  3. a b Die Angaben zur Flusslänge beruhen auf den Informationen über die Seille bei SANDRE (französisch), abgerufen am 7. Jänner 2012, gerundet auf volle Kilometer.
  4. Siehe Weblink: Débits caractéristiques de la Seille
  5. hydro.eaufrance.fr (Station: A7881010, Option: Synthèse) (Memento des Originals vom 19. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hydro.eaufrance.fr
  6. Bekanntmachung, betreffend die Änderung französischer Bach-, Berg-, Wald-, Wege-, Tal- und Flurnamen, vom 7. September 1916. In: Zentral- und Bezirks-Amtsblatt für Elsaß-Lothringen. 1916, Nr. 40, Seiten 400–404.
  7. Vallée de la Seille, secteur amont et petite Seille. In: Natura 2000. 2024, abgerufen am 21. April 2024 (französisch).
  8. ZWISCHEN WALD UND SALZWIESEN. In: Mosl - Moselle sans limites. Region Moselle, 2024, abgerufen am 21. April 2024.
  9. VALLÉE DE LA SEILLE ET PRÉS SALÉS DE MARSAL. In: Tourisme Saulnois. 2024, abgerufen am 21. April 2024 (französisch).