Arantxa Rus

niederländische Tennisspielerin
Arantxa Rus Tennisspieler
Arantxa Rus
Arantxa Rus 2019 in Wimbledon
Nation: NiederlandeNiederlande Niederlande
Geburtstag: 13. Dezember 1990
Größe: 180 cm
Gewicht: 65 kg
1. Profisaison: 2007
Spielhand: Links, beidhändige Rückhand
Trainer: Julian Alonso
Preisgeld: 1.558.077 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 511:311
Karrieretitel: 0 WTA, 24 ITF
Höchste Platzierung: 61 (13. August 2012)
Aktuelle Platzierung: 70
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 162:138
Karrieretitel: 1 WTA, 9 ITF
Höchste Platzierung: 114 (23. Juli 2018)
Aktuelle Platzierung: 134
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
16. März 2020
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Arantxa Rus (* 13. Dezember 1990 in Delft) ist eine niederländische Tennisspielerin.

KarriereBearbeiten

Rus, die im Alter von fünf Jahren mit dem Tennisspielen begann, war eine herausragende Juniorin. 2008 gewann sie den Juniorinnen-Wettbewerb der Australian Open sowie an der Seite ihrer Landsfrau Lesley Pattinama Kerkhove die Doppelkonkurrenz bei der renommierten Trofeo Bonfiglio und erreichte damit die Nummer Eins der Junioren-Weltrangliste.

Bereits 2007 debütierte sie mit einer Wildcard im Hauptfeld des WTA-Turniers in ’s-Hertogenbosch und gewann ihre ersten beiden Profititel auf der ITF Women’s World Tennis Tour. 2008 konnte sie in Bari und Opole ihre ersten beiden Siege bei Turnieren der $25.000-Kategorie erringen und erreichte in Guangzhou als Qualifikantin nach Siegen über Yanina Wickmayer und Gisela Dulko ihr erstes Viertelfinale auf der WTA Tour. 2009 ging sie bei den Australian Open zum ersten Mal in der Qualifikation eines Grand-Slam-Turniers an den Start und verlor in der zweiten Runde. In Paris gelang ihr dann der Sprung ins Hauptfeld, wo sie nach einem Auftaktsieg gegen Olivia Sanchez auf Anhieb in die zweite Runde kam, in der sie sich Jaroslawa Schwedowa geschlagen geben musste. Zum Saisonende gewann sie in Nantes bei einem Turnier der $50.000-Kategorie ihren bis dahin größten Titel und beendete das Jahr knapp außerhalb der Top 100 der Welt.

Nachdem sie nach einer schwächeren Saison 2010, in der Rus zunächst wieder zurückfiel, startete sie 2011 mit ihrem ersten Hauptfelderfolg in Melbourne über Bethanie Mattek-Sands in die neue Spielzeit. Bei den French Open stand sie nach einem überraschenden Dreisatzsieg gegen Kim Clijsters, ihrem ersten Erfolg gegen eine Top-10-Spielerin überhaupt, erstmals in der dritten Runde, war dort jedoch gegen Marija Kirilenko chancenlos. Nach ihrer Finalteilnahme am hochdotierten ITF-Turnier in Cuneo sowie dem ersten Einzug in die zweite Runde der US Open, wurde Rus erstmals unter den Top 100 der Welt gelistet. Im folgenden Jahr verbesserte sie ihre Grand-Slam-Ergebnisse sogar noch und rückte bei den French Open 2012 nach einem Sieg über Julia Görges zum ersten und bislang einzigen Mal ins Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers vor, in dem sie an Kaia Kanepi scheiterte. In Wimbledon feierte sie gegen Samantha Stosur ihren zweiten Sieg gegen eine Top-10-Spielerin und zog erstmals in die dritte Runde ein, bevor sie von Peng Shuai gestoppt wurde. Daraufhin erzielte sie in der Weltrangliste mit Platz 61 ihre bisher beste Position.

Im Anschluss erlitt Rus ein Formtief und verlor ausgehend von ihrer Niederlage in der zweiten Runde des WTA-Turniers in Dallas saisonübergrifend 15 Partien in Folge, bevor sie beim ITF-Turnier in Cagnes-sur-Mer die Auftaktrunde überstand. Die zweite Saisonhälfte verbrachte sie auf der ITF-Tour, wo sie fünf Turniere der $25.000-Kategorie gewinnen und so das Jahr noch in den Top 200 der Welt abschließen konnte. Zu beginn der Saison 2014 verlor Rus erneut acht Matches in Folge und rutschte im Ranking weiter ab. 2015 konnte sie lediglich ein ITF-Finale bei einem Turnier der niedrigsten Kategorie erreichen.

Im darauffolgenden Jahr stabilisierten sich die Leistungen von Rus wieder, doch konnte sie die hohen Erwartungen, die nach ihrer erfolgreichen Juniorinnenkarriere in sie gesetzt wurden, zu keinem Zeitpunkt erfüllen. Sie gewann zwei Turniere der $25.000-Kategorie auf der ITF-Tour und qualifizierte sich in Seoul nach dreijähriger Pause das Hauptfeld eines WTA-Turniers, wo sie zum Auftakt der späteren Siegerin Lara Arruabarrena unterlag. 2017 gewann sie in Båstad, wo sie an der Seite ihrer Landsfrau Quirine Lemoine ihren ersten WTA-Turniersieg im Doppel feiern konnte, gegen Patricia Maria Țig nach fünf Jahren wieder ein Einzelmatch im Hauptfeld. Zum Saisonabschluss erreichte sie das Finale bei einem Turnier der WTA Challenger Series in Taipeh, in dem sie sich Belinda Bencic geschlagen geben musste. Nachdem Rus 2018 in Istanbul aus der Qualifikation heraus das Viertelfinale erreichte, stand sie bei den French Open erstmals seit Wimbledon 2013 wieder im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers, nachdem sie als Lucky Loserin nachgerückt war; in der ersten Runde ließ ihr Sloane Stephens jedoch keine Chance.

2019 gelang Rus mit zehn ITF-Titeln der $25.000-Kategorie sowie einem WTA-Viertelfinale in Palermo die zwischenzeitliche Rückkehr in die Top 100 der Weltrangliste und qualifizierte sich damit für das Hauptfeld der Australian Open 2020. Dort zog sie nach einem Auftaktsieg gegen Magda Linette in die zweite Runde ein; es war ihr erster Erfolg im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers seit Wimbledon 2012. Vor dem coronabedingten Saisonabbruch erzielte sie in Monterrey ihr erstes Halbfinale auf der WTA Tour, in dem sie der späteren Siegerin Elina Switolina unterlag.

2008 wurde Rus erstmals für die niederländische Fed-Cup-Mannschaft nominiert. Seitdem hat sie für ihr Land mit Unterbrechungen 32 Begegnungen im Einzel und Doppel bestritten, von denen sie 15 gewinnen konnte (Einzelbilanz 15:12).

In der deutschen Bundesliga spielte sie von 2006 bis 2011 für den TC Blau-Weiss Bocholt und seit 2015 für den TC Rot-Blau Regensburg, mit dem sie 2016 Deutscher Meister wurde.[1]

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 26. August 2007 Niederlande  Vlaardingen ITF $10.000 Sand Deutschland  Anne Schäfer 6:75, 6:2, 6:2
2. 10. September 2007 Niederlande  Alphen aan den Rijn ITF $10.000 Sand Niederlande  Renée Reinhard 4:6, 7:5, 7:62
3. 19. April 2008 Italien  Bari ITF $25.000 Sand Italien  Alberta Brianti 2:6, 7:5, 6:3
4. 23. November 2008 Polen  Opole ITF $25.000 Teppich (Halle) Kroatien  Ana Vrljic 4:6, 7:5, 6:3
5. 8. November 2009 Frankreich  Nantes ITF $50.000 Hartplatz (Halle) Tschechien  Renata Voráčová 6:3, 6:2
6. 1. April 2012 Vereinigte Staaten  Osprey ITF $50.000 Sand Kasachstan  Sesil Karatantschewa 6:4, 6:1
7. 1. September 2013 Belgien  Fleurus ITF $25.000 Sand Lettland  Diāna Marcinkēviča 6:3, 6:2
8. 8. September 2013 Niederlande  Alphen aan den Rijn ITF $25.000 Sand Deutschland  Carina Witthöft 4:6, 6:2, 6:2
9. 6. Oktober 2013 Spanien  Vall de Uxó ITF $25.000 Sand Frankreich  Alizé Lim 6:1, 6:1
10. 12. Oktober 2013 Spanien  Sant Cugat ITF $25.000 Sand Italien  Alberta Brianti 6:4, 2:6, 6:2
11. 1. Oktober 2016 Thailand  Hua Hin ITF $25.000 Hartplatz Thailand  Nicha Lertpitaksinchai 3:6, 7:64, 7:63
12. 16. Oktober 2016 Frankreich  Équeurdreville ITF $25.000 Hartplatz (Halle) Belgien  Maryna Sanewska 6:2, 6:1
13. 9. Juli 2017 Niederlande  Middelburg ITF $25.000 Sand Griechenland  Valentini Grammatikopoulou 3:6, 6:2, 6:3
14. 30. September 2017 Thailand  Hua Hin ITF $25.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Jacqueline Cako 6:1, 6:3
15. 21. April 2019 Italien  Pula ITF $25.000 Sand Ukraine  Daria Lopatetska 6:72, 6:3, 6:1
16. 28. April 2019 Italien  Pula ITF $25.000 Sand Vereinigte Staaten  Elizabeth Halbauer 6:2, 6:76, 6:1
17. 7. Juli 2019 Niederlande  Den Haag ITF $25.000 Sand Russland  Walentina Iwachnenko 6:2, 6:2
18. 4. August 2019 Spanien  El Espinar ITF $25.000 Hartplatz Bulgarien  Julia Terziyska 6:4, 6:1
19. 11. August 2019 Italien  Cordenons ITF $25.000 Sand Slowenien  Nika Radišić 4:6, 6:4, 6:1
20. 8. September 2019 Spanien  Marbella ITF $25.000 Sand Spanien  Marina Bassols Ribera 6:2, 6:2
21. 15. September 2019 Italien  Santa Margherita di Pula ITF $25.000 Sand Italien  Elisabetta Cocciaretto 6:3, 6:75, 6:4
22. 20. Oktober 2019 Spanien  Sevilla ITF $25.000 Sand Rumänien  Patricia Maria Țig 6:4, 6:4
23. 3. November 2019 Luxemburg  Pétange ITF $25.000 Hartplatz (Halle) Rumänien  Laura-Ioana Paar 6:3, 3:6, 6:3
24. 17. November 2019 Vereinigte Staaten  Orlando ITF $25.000 Sand Rumänien  Irina Fetecău 6:3, 6:2

DoppelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 27. Oktober 2007 Mexiko  Mexiko-Stadt ITF $25.000 Hartplatz Niederlande  Nicole Thijssen Kroatien  Ivana Abramović
Kroatien  Maria Abramović
6:0, 6:1
2. 12. Februar 2011 Schweden  Stockholm ITF $25.000 Hartplatz (Halle) Weissrussland  Nastassja Jakimawa Frankreich  Claire Feuerstein
Russland  Ksenia Lykina
6:3, 2:6, [10:8]
3. 12. Mai 2013 Frankreich  Cagnes-sur-Mer ITF $100.000 Sand Vereinigte Staaten  Vania King Kolumbien  Catalina Castaño
Kolumbien  Teliana Pereira
4:6, 7:5, [10:8]
4. 2. November 2013 Chinesisch Taipeh  Taipeh ITF $50.000 Hartplatz Niederlande  Lesley Kerkhove Chinesisch Taipeh  Chen Yi
Thailand  Luksika Kumkhum
6:4, 2:6, [14:12]
5. 30. August 2014 Belgien  Fleurus ITF $25.000 Sand Niederlande  Demi Schuurs Schweden  Hilda Melander
Russland  Marina Melnikowa
6:4, 6:1
6. 26. Februar 2016 Italien  Beinasco ITF $25.000 Sand (Halle) Turkei  İpek Soylu Georgien  Lina Gjorcheska
Bosnien und Herzegowina  Dea Herdželaš
6:4, 6:2
7. 30. April 2016 Deutschland  Wiesbaden ITF $25.000 Sand Belgien  Marie Benoît Belgien  Steffi Distelmans
Niederlande  Demi Schuurs
6:2, 6:2
8. 10. September 2016 Ungarn  Budapest ITF $50.000 Sand Niederlande  Cindy Burger Ungarn  Ágnes Bukta
Tschechien  Jesika Malečková
6:1, 6:4
9. 30. Juli 2017 Schweden  Båstad WTA International Sand Niederlande  Quirine Lemoine Argentinien  María Irigoyen
Tschechien  Barbora Krejčíková
3:6, 6:3, [10:8]
10. 20. Januar 2019 Singapur  Singapur ITF $25.000 Hartplatz Niederlande  Quirine Lemoine Chinesisch Taipeh  Chen Pei-hsuan
Chinesisch Taipeh  Wu Fang-hsien
6:2, 6:4

WeblinksBearbeiten

Commons: Arantxa Rus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Claus-Dieter Wotruba: Die Eckert-Tennisdamen holen den Titel. In: Mittelbayerische Zeitung. 10. Juli 2016, abgerufen am 17. Januar 2017.