Farschviller

französische Gemeinde

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Farschviller
Farschviller (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Stiring-Wendel
Gemeindeverband Forbach Porte de France
Koordinaten 49° 6′ N, 6° 54′ OKoordinaten: 49° 6′ N, 6° 54′ O
Höhe 232–291 m
Fläche 11,25 km²
Einwohner 1.340 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 119 Einw./km²
Postleitzahl 57450
INSEE-Code
Kirche St. Dionysius (Saint-Denis)
Turm der ehemaligen romanischen Kapelle (12. Jahrhundert)

Farschviller (deutsch Farschweiler, nicht zu verwechseln mit Farschweiler im deutschen Landkreis Trier-Saarburg) ist eine französische Gemeinde mit 1340 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in Lothringen, etwa 65 Kilometer von Metz, zehn Kilometer südlich von Forbach auf einer Höhe zwischen 232 m bis 291 m und erstreckt sich über 11,32 km².

Westlich des Dorfs entspringt die Deutsche Nied.

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft gehörte früher zum Herzogtum Lothringen[1] im Heiligen Römischen Reich. Ältere Ortsbezeichnungen sind Fardulwiler (1125),[2] Farswiller (1214), Warswilra (1332), Farchwiller, Warswiller (1525), Farswiler, Farsweiler (1544), Farsweiler (1594), Farschweiler (1751) und Farschevillers (1825).[3][4] Im Jahr 1332 umfasste die Gemeinde noch das Dorf Cappel sowie die beiden später zu Lupershausen gehörigen Ortschaften Ellweiler und Johannisweiler (letztere im 19. Jahrhundert zerstört).[1]

Im Jahr 1125 war Farschwiller als Fardulwiler Teil des umfangreichen Besitzes, den die reiche und mächtige Abtei St. Denis bei Paris durch ihren aus den Mosel- und Saarlanden stammenden Abt Fulrad (750–784) seit 777 an der mittleren Saar und an der Blies um Saargemünd hielt. Der Name Fardulwiler weist hin auf den Nachfolger von Fulrad, Abt Fardulf, der als Grundherr als Träger des Siedlungsbaues um 800 anzusehen ist. Mit Dionysius von Paris, frz. St. Denis, als Kirchenheiligem besaß die Pfarrei das gleiche Patrozinium wie die Abtei. 795 hatte Fardulf als Begleiter Karls des Großen auf seinem Sachsenfeldzug Reliquien des Heiligen bei sich. Fardulf war auch ein Verehrer von Johannes dem Täufer. Das mag erklären, warum die inzwischen aufgelassene Filialgemeinde von Farschweiler Johannisweiler hieß.[2]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Forbach im Bezirk Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Obst- und Gemüsebau.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war das Gebiet von der deutschen Wehrmacht besetzt, und die Ortschaft stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 1264 1303 1282 1255 1211 1378 1510 1355

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche St. Dionysius (Saint-Denis)
  • Turm der ehemaligen romanischen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert

LiteraturBearbeiten

  • Farschweiler, Kreis Forbach, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Farschweiler (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 377 (Google Books).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 130 (Google Books).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 122 (Google Books).

WeblinksBearbeiten

Commons: Farschviller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 377 (Google Books).
  2. a b Palaeogermanica et onomastica. Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik, Band 29. Hrsg. v. Arend Quak, Florus van der Rhee. Rodopi, 1989, S. 79.
  3. Max Besler: Die Ortsnamen des lothringischen Kreises Forbach, Abhandlung zum Jahresberichte des Progymnasiums zu Forbach i. Lothr., Prog. No. 477, Buchdruckerei Robert Hupfer, Forbach 1888, S. 27 (books.google.de).
  4. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 122 (Google Books).