Vittoncourt

französische Gemeinde

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Vittoncourt
Vittoncourt (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Faulquemont
Gemeindeverband District Urbain de Faulquemont
Koordinaten 49° 1′ N, 6° 26′ OKoordinaten: 49° 1′ N, 6° 26′ O
Höhe 221–277 m
Fläche 9,51 km²
Einwohner 385 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 40 Einw./km²
Postleitzahl 57580
INSEE-Code

Vittoncourt (lothringisch Vitonco oder Utonco) ist eine französische Gemeinde mit 385 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt am rechten Ufer der Französischen Nied, etwa 23 Kilometer südöstlich von Metz, 16 Kilometer südsüdwestlich von Boulay-Moselle (Bolchen) und 13 Kilometer westsüdwestlich von Faulquemont (Falkenberg).

Zur Gemeinde gehört der vier Kilometer nordöstlich des Dorfkerns gelegene Wohnplatz Faux en Forêt, ein ehemaliges Kloster.

GeschichteBearbeiten

Das Dorf gehörte früher zum Bistum Metz und zur Herrschaft Rollingen[1] im Heiligen Römischen Reich. Nach der Annexion des Herzogtums Lothringen 1766 kam 1769 auch Vittoncourt an Frankreich.

Im Ortsteil Faux en Forêt gab es von 1126 bis 1603 ein Benediktinerkloster, das von der Abtei Sankt Arnulf in Metz abhängig war. Nach der Zerstörung der restlichen Gebäude im Dreißigjährigen Krieg blieb nur noch die Kapelle Notre-Dame erhalten.[1]

Auf dem Gemeindewappen findet sich heraldisch rechts das Wappen der Abtei Sankt Arnulf in Metz, die das Patronat der Kirche hatte. Die heraldisch linke Wappenseite zeigt die Symbole der Familie Dieuamy, den weltlichen Herren von Vittoncourt.[2]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet von Frankreich an Deutschland, und das Dorf wurde dem Kreis Bolchen im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Französisch blieb aber Amts- und Umgangssprache. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Tabak- und Futterpflanzenbau.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt, und die Gemeinde stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung.

Der Ort trug 1915–1919 den Namen Wittenhofen und 1940–1944 Wittenhofen an der Nied.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 274 264 256 259 282 283 376 382

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche St. Grégoire-1er
  • Kapelle Notre-Dame, mit Wandmalereien,[1] Ortsteil Faux en Forêt

LiteraturBearbeiten

  • Vittoncourt, Kreis Bolchen, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Vittoncourt (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 372 (google-books.com).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 128 (google-books.com).

BelegeBearbeiten

  1. a b c d Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 372 google-books.com.
  2. Wappenbeschreibung auf genealogie-lorraine.fr (französisch)

WeblinksBearbeiten

Commons: Vittoncourt – Sammlung von Bildern