Erstroff

französische Gemeinde

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Erstroff
Erstroff (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Sarralbe
Gemeindeverband Saint-Avold Synergie
Koordinaten 48° 59′ N, 6° 47′ OKoordinaten: 48° 59′ N, 6° 47′ O
Höhe 227–278 m
Fläche 5,05 km²
Einwohner 192 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 38 Einw./km²
Postleitzahl 57660
INSEE-Code
Kreuzerhöhungskirche

Erstroff (deutsch Ersdorf) ist eine französische Gemeinde mit 192 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in Lothringen, etwa 50 Kilometer ostsüdöstlich von Metz, 30 Kilometer südsüdwestlich von Forbach und drei Kilometer östlich von Großtänchen sowie zwanzig Kilometer südlich des Grenzortes Freyming-Merlebach (Freimengen-Merlenbach) an der Grenze zum Saarland.

GeschichteBearbeiten

Ältere Ortsbezeichnungen sind Erstorf (1179), Erstroff (1441), Engelstroff (1544), Erstroff (1595), Herstroff (1656), Herstrof, Erstroff (1756) und Ersdroff (1784).[1] Die Ortschaft war schon 1441 ein Freilehen des Bistums Metz, eines Fürstbistums des Heiligen Römischen Reichs, und wurde später mit der Herrschaft Rohrbach – auch als ‚Herrschaft Rohrbach und Weiler‘ bezeichnet[2] – der Grafen von Kriechingen vereinigt.[3] Bistum und Dorf wurden 1552 vom Königreich Frankreich annektiert, das sich den Besitz im Westfälischen Frieden 1648 bestätigen ließ.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Forbach im Bezirk Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreidebau und Viehzucht.[3]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war das Gebiet von der deutschen Wehrmacht besetzt, und die Gemeinde stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung.

DemographieBearbeiten

Das Dorf hatte 1871 eine Gemarkungsfläche von 507 Hektar, 90 Häuser, 103 Familien und 420 meist römisch-katholische Einwohner, unter denen sich fünf Mennoniten und 46 Juden befanden.[3][4] 1910 wurden 260 Einwohner gezählt.

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009 2019
Einwohner 200 211 206 208 206 177 204 193

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kreuzerhöhungs-Kirche (Église de l’Exaltation-de-la-Sainte-Croix) von 1742

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ersdorf, Kreis Forbach, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Ersdorf (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 385 (google-books.com).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 136 (google-books.com).

WeblinksBearbeiten

Commons: Erstroff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Max Besler: Die Ortsnamen des lothringischen Kreises Forbach, Abhandlung zum Jahresberichte des Progymnasiums zu Forbach i. Lothr., Prog. No. 477, Buchdruckerei Robert Hupfer, Forbach 1888, S. 26 (books.google.de).
  2. Victor Chatelain: Histoire du comté de Créhange, in: Jahr-Buch der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde, Dritter Jahrgang, G. Scriba, Metz 1891, S. 175–231, insbesondere S. 176 (books.google.com).
  3. a b c Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 385 (google-books.com).
  4. Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 136 (google-books.com).