Many (Moselle)

französische Gemeinde

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Many
Many (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Faulquemont
Gemeindeverband District Urbain de Faulquemont
Koordinaten 49° 0′ N, 6° 31′ OKoordinaten: 49° 0′ N, 6° 31′ O
Höhe 242–328 m
Fläche 8,22 km²
Einwohner 242 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km²
Postleitzahl 57380
INSEE-Code

Many (deutsch Niederum) ist eine französische Gemeinde mit 242 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Many liegt in Lothringen, etwa 32 Kilometer südöstlich von Metz, 32 Kilometer südlich von Boulay-Moselle (Bolchen) und sieben Kilometer südwestlich von Faulquemont (Falkenberg).

Zur Gemarkung der Gemeinde gehören die Kapellen-Standorte Mainvillers und Marcourt sowie der Weiher von Bouligny.

GeschichteBearbeiten

Ältere Ortsbezeichnungen sind Manheim, Niederheim (1180), Nidrehem (1267), Magny, Nyderchem (1346), Maney devant le Pont (15. Jh.), Marneio (1544), Niderheim alias Magny (1594), Maigny (1675) und Nidrum.[1][2] Das Dorf gehörte früher zum Herzogtum Lothringen[3] im Heiligen Römischen Reich und lag im Mittelalter noch im deutschen Sprachraum, ist aber infolge kriegsbedingter Verschiebung der Sprachgrenze mittlerweile frankophon. Nördlich führt eine alte Römerstraße vorbei. Bei der Ruine der Kapelle Marcourt südöstlich des Dorfkerns lagen früher die Weiler Beving und Mertring,[3] die um 1580 aufgegebenen wurden. Many wurde 1766 zusammen mit dem Herzogtum Lothringen von Frankreich annektiert.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet von Frankreich zurück an Deutschland, und das Dorf wurde dem Kreis Bolchen im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Französisch blieb aber Amts- und Umgangssprache. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Obst- und Weinbau sowie Viehzucht.[3]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt, und der Ort stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 175 171 172 170 196 237 250 242

LiteraturBearbeiten

  • Niederum, Kreis Bolchen, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Niederum (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 370 (google-books.com).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 127 (google-books.com).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 821 (google-books.com).

WeblinksBearbeiten

Commons: Many – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 821 (google-books.com).
  2. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France, Tome 2: Formations non-romanes (1996).
  3. a b c Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 370 (google-books.com).