Hundsangen

Stadt in Deutschland

Hundsangen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wallmerod an.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hundsangen
Hundsangen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hundsangen hervorgehoben

Koordinaten: 50° 27′ N, 7° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Wallmerod
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 7,63 km2
Einwohner: 2056 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 269 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56414
Vorwahl: 06435
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 037
Adresse der Verbandsverwaltung: Gerichtsstraße 1
56414 Wallmerod
Website: hundsangen.de
Ortsbürgermeisterin: Melanie Brühl
Lage der Ortsgemeinde Hundsangen im Westerwaldkreis
Karte

GeografieBearbeiten

 
Blick vom Osterfeuerplatz auf Hundsangen

Geographische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Montabaur und Limburg an der Lahn unmittelbar an der Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Hundsangen ist gemessen an der Einwohnerzahl die größte Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Wallmerod.

GemeindegliederungBearbeiten

Zu Hundsangen gehören auch die Wohnplätze Am Buch und Roßborner Hof.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Die Nachbargemeinden Hundsangens sind: Hadamar, Dornburg, Molsberg, Wallmerod, Weroth, Dreikirchen, Obererbach und Elz.

GeschichteBearbeiten

Hundsangen wurde im Jahre 1096 als Hundeszagel erstmals urkundlich erwähnt.[3] Seine Kirche hat den Schutzpatron Goar, einen Heiligen vom Mittelrhein. Die barocke Kirche (1722–1726) ist 1971 erweitert worden. Sie war früher großzügig und einheitlich mit Bildwerken der Hadamarer Schule (um 1730) ausgestattet; diese gingen jedoch bei Umbaumaßnahmen im Jahr 1967 verloren.[4]

Auf dem Friedhof Hundsangens wurde ein römisches Medaillon gefunden. Es befindet sich heute in der Sammlung Nassauischer Altertümer in Wiesbaden.

1970 wollte die Gemeinde Hundsangen ins Nachbarland Hessen wechseln und stellte beim rheinland-pfälzischen Innenministerium einen entsprechenden Antrag. Grund dafür waren die starken Beziehungen der Bevölkerung in den Raum Limburg-Hadamar. Im Januar 1972 lehnte man diesen Antrag wegen seiner Sogwirkung für andere Gebiete ab. Drei Monate später wurde Hundsangen dann in die Verbandsgemeinde Wallmerod eingegliedert.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hundsangen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Jahr Einwohner
1815 660
1835 815
1871 948
1905 1.009
1939 1.203
Jahr Einwohner
1950 1.341
1961 1.327
1970 1.471
1987 1.747
2005 2.117

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Hundsangen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Am 12. August 2018 kam es zu einer vorgezogenen Kommunwahlwahl, bei der die Gemeinderatsmitglieder in einer Mehrheitswahl und der Ortsbürgermeister direkt gewählt wurden.[7] Die Neuwahlen sind notwendig geworden, nachdem am 6. April 2018 alle Mandatsträger nach Differenzen mit dem damaligen Ortsbürgermeister Alois Fein zurückgetreten waren.[8][9][10] Als sich daraufhin nicht genügend Nachrücker gefunden haben, hat auch dieser seinen Rückzug bekanntgegeben. Damit ist zwischenzeitlich die kuriose Situation entstanden, dass Hundsangen weder Rat noch Bürgermeister hatte.[11]

BürgermeisterBearbeiten

Melanie Brühl wurde am 19. Juni 2019 Ortsbürgermeisterin von Hundsangen.[12] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 76,39 % für fünf Jahre gewählt worden.[13]

Brühls Vorgänger waren der 2018 gewählte Marco Weißer,[12][14] sowie bis 2018 der damals zurückgetretene Ortsbürgermeister Alois Fein.[11]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber ein durchgehendes, facettiertes, rotes Tatzenkreuz, belegt mit einem blauen Schild, darin pfahlweise zwei goldene Löwen.“

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Der Bärenbrunnen, 1991 gebauter Treffpunkt in der Ortsmitte von Hundsangen
 
Luftbild der katholischen Kirche Sankt Goar

BauwerkeBearbeiten

Die barocke Pfarrkirche „St. Goar“ wurde im Jahr 1726 erbaut. Der romanische Kirchturm stammt aber noch aus dem 12. Jahrhundert.

Wald BoschernBearbeiten

In Hundsangen gibt es mehrere Wälder, die stark frequentiert werden. So gibt es beispielsweise einen Naturlehrpfad im Wald Am Buch oder einen Grillplatz im Wald „Boschern“. Der Name dieses Waldes leitet sich aus dem örtlichen Dialekt ab und bedeutet „Buchenwald“.[15]

Im Wald Boschern gibt es einige Felsen aus der Zeit, als Hundsangen noch Meeresgrund war. Sie enthalten hochwertigen Marmor.

DenkmälerBearbeiten

Auf dem Friedhof von Hundsangen hinter der St.-Goar-Kirche befindet sich ein Kriegerdenkmal, auf dem einige gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs mit Namen erwähnt werden.

Vereine und GenossenschaftenBearbeiten

Musik

In Hundsangen gibt es einen Kirchenchor, einen Männergesangverein und einen Musikverein.

Fußball

Hundsangens erste Fußballmannschaft wusste viele Jahre in der Fußball-Rheinlandliga zu überzeugen. Seit dem Abstieg aus der Rheinlandliga 2007 spielt die 1. Mannschaft des SV Hundsangen e.V. 1926 ununterbrochen in der Bezirksliga Ost. Benutzt wird das Sportgelände im Wald „Am Buch“ mit zwei Fußballfeldern. Außerdem wird noch in der Haupthalle der Ollmerschhalle trainiert.

Freiwillige Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Hundsangen sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe seit ihrer Gründung im Jahr 1908. Die Feuerwehr fördert viele Kinder und Jugendliche, die eine große Jugendfeuerwehr bilden.

Angelsport

Der Angelsportverein Hundsangen e. V. verfügt über den Tonweiher, in dem jedes Mitglied angeln kann, solange er oder sie die rechtlichen Bestimmungen oder Voraussetzungen erfüllt beziehungsweise einhält.

Schützenverein

Im örtlichen Schützenverein schafften dessen Athleten auch schon den Sprung zu den deutschen Meisterschaften. Das Schützenhaus befindet sich am Wald Boschern.

Fastnacht

Im Jahr 1955 wurde der Hundsänger Carnevalverein (HCV)[16] mit dem Ziel der karnevalistischen Brauchtumspflege gegründet. Neben verschiedenen Gruppen für Sketche und Gesang wird auch der Garde- und Schautanz gefördert. Die Nachwuchsarbeit findet Anklang in den Kinder- und Jugendkappensitzungen.

Pfadfinder

In Hundsangen gibt es einen Stamm der DPSG-Pfadfinder.

CAP-Markt Hundsangen

Lebensmittelmarkt auf genossenschaftlicher Basis mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsplatzsituation und die Erweiterung der Möglichkeiten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

BildungBearbeiten

Hundsangen verfügt über einen katholischen Kindergarten sowie eine Grundschule. Die weiterführenden Schulen (Gymnasien in Hadamar, Limburg und Montabaur, Realschulen in Hadamar und Montabaur sowie die Hauptschulen in Salz, Montabaur und Hadamar) sind durch den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Alle öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde Hundsangen:

  • Schwimmbad
  • Rathaus
  • Pfarrbüro der kath. Kirchengemeinde St. Goar
  • Erich-Kästner-Schule
  • Katholischer Kindergarten St. Elisabeth
  • Ollmerschhalle

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Hundsangen (Hrsg.): Hundsangen: ein Westerwalddorf in neun Jahrhunderten, 1096 – 1996. Hundsangen 1996, ISBN 978-3-00-000520-6.
  • Joseph Wagenbach: Hundsangen Heimat, Gemeinde Hundsangen (Hrsg.), Hundsangen 1964.
  • Klaus Wagenbach: Hundsangen, Hundert Jahre in einem Dorf. In: Freibeuter – Vierteljahreszeitschrift für Kultur und Politik, Berlin 1980.
  • Heinz Ludwig: Aus der Geschichte unserer Heimatgemeinde Hundsangen. In: 75 Jahre Kirchenchor „Cäcilia“ Hundsangen, Hundsangen 1987.

WeblinksBearbeiten

Commons: Hundsangen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 80 (PDF; 3 MB).
  3. Hundsangen stellt sich vor. (Memento vom 30. März 2013 im Internet Archive)
  4. Vgl. H.J. Roth. der Westerwald. DuMont, Köln 1981, S. 59.
  5. Karl Wiedemann: Nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Gemeinde Hundsangen (Hrsg.): Hundsangen – ein Westerwalddorf in neun Jahrhunderten. Hundsangen 1996, ISBN 3-00-000520-X, S. 152.
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Einzelansicht. Abgerufen am 30. August 2018.
  8. Susanne Willke: Gestörtes Vertrauensverhältnis: Gemeinderat Hundsangen tritt geschlossen zurück. In: Rhein-Zeitung. 10. April 2018, abgerufen am 11. Mai 2018.
  9. Gemeinderat nach Komplettrücktritt gesucht. In: SWR Aktuell. 10. April 2018, abgerufen am 11. Mai 2018.
  10. Katja Mielcarek: Politik: Alle gegen den Bürgermeister. In: Nassauische Neue Presse. 11. April 2018, abgerufen am 11. Mai 2018.
  11. a b Susanne Willke: Ein Dorf ohne Rat und Chef: Kuriose Situation in Hundsangen. In: Rhein-Zeitung. 9. Mai 2018, abgerufen am 11. Mai 2018 (Zugriff nur mit Anmeldung).
  12. a b Bericht aus der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates vom 19.06.2019. Ortsgemeinde Hundsangen, abgerufen am 5. Juli 2020.
  13. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Wallmerod, Verbandsgemeinde, zweite Ergebniszeile. Abgerufen am 5. Juli 2020.
  14. Marco Weißer: Hundsangen ist nicht mehr „Ratlos“; Hundsangen hat gewählt. Ortsgemeinde Hundsangen, abgerufen am 5. Juli 2020.
  15. Wanderatlas Verlag: Hundsangen
  16. Internetpräsenz des Hundsänger Carnevalvereins