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Dornburg (Hessen)

hessische Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dornburg
Dornburg (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dornburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 30′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 33,24 km2
Einwohner: 8434 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 254 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65599
Vorwahl: 06436
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Egenolfstraße 26
65599 Dornburg
Website: www.gemeinde-dornburg.de
Bürgermeister: Andreas Höfner (CDU)
Lage der Gemeinde Dornburg im Landkreis Limburg-Weilburg
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Über dieses Bild

Dornburg ist eine Gemeinde mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg im Westerwald.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Dornburg grenzt im Westen und Norden an Gemeinden des Westerwaldkreises (Rheinland-Pfalz); die übrigen Nachbargemeinden gehören gleichfalls zum Landkreis Limburg-Weilburg. Die Gemeindefläche beträgt 3321 Hektar, davon sind 979 Hektar Wald, von dem sich 922 Hektar im Besitz der Gemeinde befinden.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus fünf Ortsteilen:

GeschichteBearbeiten

 
Dorfmuseum in Thalheim

Die „Dornburg“, die der Gemeinde nach dem Zusammenschluss ihrer Vorgängerorte 1971 ihren Namen gab, ist eine rund 396 Meter hohe Erhebung, auf der sich die Reste einer Ringwallanlage aus der La-Tène-Zeit (5. bis 1. Jahrhundert vor Christus) befinden. In ihr lag eine stadtähnliche keltische Siedlung. Auf dem Blasiusberg befand sich eine heidnische Kultstätte. Die später dort errichtete christliche Kapelle diente bis 1734 als Pfarrkirche für elf Dörfer der Umgebung.

Die Gründung der fünf Dörfer, aus denen heute die Gemeinde Dornburg besteht, liegt teilweise über 1200 Jahre zurück. So datiert die erste urkundliche Erwähnung von Wilsenroth (damals Welsenderode, d. h. das Gebiet, das von Willesind gerodet wurde) und Langendernbach auf das Jahr 879 als Graf Gebhard im Lahngau her Güter dem Stift St. Severus in Gemünden schenkte.

Die erste Erwähnung von Dorndorf (damals Torndorph) stammt aus dem Jahr 772. Die Gründung von Frickhofen (von Fridechuba, etwa umfriedeter Hof) fand zwischen 802 und 812 statt.

1636 wütete die Pest in den Orten. In Dorndorf überlebte nur eine einzige Familie.

Die Gemeinde Dornburg entstand am 1. Februar 1971 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der drei bis dahin selbstständigen Gemeinden Frickhofen, Dorndorf und Wilsenroth im Landkreis Limburg.[2] Am 31. Dezember 1971 schloss sich Thalheim an. Schließlich wurde am 1. Juli 1974 kraft Gesetzes die Gemeinde Langendernbach eingegliedert.[3][4]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
7
18
6
18 
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 57,4 18 57,2 18 61,7 19 55,1 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,1 7 26,5 8 24,1 8 27,0 8
FWG Dornburg Freie Wählergemeinschaft Dornburg 18,5 6 16,3 5 14,2 4 10,3 3
DBL Dornburger Bürgerliste 7,7 3
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,7 50,0 51,2 60,8
 
Rathaus der Gemeinde Dornburg in Frickhofen

GemeindevorstandBearbeiten

Der Gemeindevorstand besteht aus dem Bürgermeister und 10 Beigeordneten. Auch hier stellt aktuell die CDU die absolute Mehrheit.

BürgermeisterBearbeiten

Bei der Wahl am 1. Februar 2009 gewann Andreas Höfner (CDU) mit 68,9 % der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang gegen den seit 1997 amtierenden Bürgermeister Dieter Hilbert (SPD). Die Wahlbeteiligung betrug 62,4 %. Die Amtszeit von Andreas Höfner begann am 1. August 2009.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Die Blasiuskapelle, erstmals erwähnt um 803, in der Gemarkung Frickhofen war bis 1746 Mittelpunkt des Kirchspiels Frickhofen. Die Kapelle war dem Erzengel Michael geweiht.
  • Die „Pfarrkirche zu Frickhofen“ wurde 1732 erbaut. Von der ursprünglichen Kirche sind noch der Turm und der Chor erhalten. Diese Bauteile wurden durch einen Umbau 1955/56 ergänzt, um die Kirche zu vergrößern. Die Kirche verfügt über einen großen Barockaltar der Hadamarer Schule.
  • Die neoromanische „Pfarrkirche St. Matthias“ zu Langendernbach mit „800-jähriger Linde“.
  • Pfarrkirche „St. Margaretha“ Dorndorf auf den Grundmauern eines Burgturms aus dem 10. Jahrhundert
  • Das „Hofhaus“ in Langendernbach
  • Der „Judenfriedhof“ in der Gemarkung Frickhofen
  • Das Denkmal in Wilsenroth zum Gedenken an die Kriegsopfer beider Weltkriege
  • Die „Dornburg“ als Reste eines keltischen Oppidum mit Ringwall
  • Der Blasiussteig, eine Wanderstrecke durch ganz Dornburg, vorbei an den Sehenswürdigkeiten.

MuseenBearbeiten

Die Ortsteile Wilsenroth und Thalheim verfügen über Dorfmuseen. Beide geben Aufschluss über die lokale Geschichte und die Westerwälder Volkskultur in ihrer örtlichen Ausprägung. Das Museum in Wilsenroth widmet sich zudem in weiten Teilen der Geschichte des Basaltabbaus im Dorf.

NaturräumeBearbeiten

  • Das „Ewige Eis“ am Fuß der Dornburg zwischen Wilsenroth und Frickhofen, ist ein Geotop des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Hier lassen Luftströmungen unter dem losen Basaltgeröll des Berges im Winter Feuchtigkeit zu Eis gefrieren. Die Luft trocknet und erwärmt sich dabei, steigt nach oben und hält so die Oberfläche der Geröllhalde schneefrei. Im Sommer kehrt sich die Luftströmung um. Dann fließt warme Luft von oben in die Halde, kühlt sich stark ab und tritt als kalter Luftstrom am unteren Ende wieder aus. Die gute Isolation durch das Basaltgeröll lässt die bis zu acht Meter tief in den Boden reichende Eisschicht auch im Sommer nie ganz abtauen. Dieses Phänomen ist in Hessen einzigartig. 1839 wurde es von Arbeitern beim Basaltabbau entdeckt und kann heute durch zwei künstliche Stollen betrachtet werden. Diese wurden zur kühlen Lagerung von Bier von einer Brauerei angelegt, die man im Jahr 1869 wegen dieser natürlichen Kühlmöglichkeit in unmittelbarer Nähe errichtet hatte.[8]
  • Der „Dreiherrenbrunnen“, ein Ort, wo die Grenzen dreier Staaten zusammentrafen und die jeweiligen Herrscher zusammenkamen, jedoch musste keiner das eigene Staatsgebiet verlassen. Heute liegt der Dreiherrenbrunnen mitten im Wald und ist Teil des Blasiussteiges.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Basaltsteinbruch am Ortsrand von Dorndorf

WirtschaftsstrukturBearbeiten

2643 Einwohner sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Stand: 30. Juni 2007), 2052 davon arbeiten nicht innerhalb der Gemeinde. Innerhalb Dornburgs existieren 1368 Arbeitsplätze, 777 sind von Menschen besetzt, die von außerhalb der Gemeinde einpendeln. Der größte Teil der Bevölkerung, 43,8 Prozent, arbeitet im produzierenden Gewerbe, 20,7 Prozent in Handel und Verkehr, 2,7 Prozent in Land- und Forstwirtschaft.

VerkehrBearbeiten

  • Durch Langendernbach verläuft die Bundesstraße 54.
  • Die Dornburger Ortsteile Frickhofen und Wilsenroth verfügen über Bahnhöfe an der Oberwesterwaldbahn, auf welcher die Züge der Regionalbahnlinie 90 (Limburg an der Lahn – Diez Ost – Westerburg – Hachenburg – Altenkirchen – Au(Sieg) – Wissen (Sieg) – Siegen – Kreuztal) (Westerwald-Sieg-Bahn) der Hessischen Landesbahn HLB, Bereich Dreiländerbahn verkehren.

BildungBearbeiten

In Dornburg bestehen Grundschulen in den Ortsteilen: Dorndorf, Langendernbach, Thalheim, Wilsenroth.

In Frickhofen befindet sich die Mittelpunktschule St. Blasius mit Grund-, Haupt- und Realschulzweig.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Kath. Kindergarten Frickhofen
  • Kath. Kindergarten Langendernbach
  • Kath. Kindergarten Wilsenroth
  • Kath. Kindergarten Dorndorf
  • Kath. Kindergarten Thalheim
  • Freiwillige Feuerwehr Frickhofen, gegr. 1895 (seit 15. April 1972 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Langendernbach, gegr. 1897 (seit 12. März 1971 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Wilsenroth, gegr. 1928 (seit 1932 mit Spielmannszug und seit 1970 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Dorndorf, gegr. 1928 (seit 1. März 1975 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Thalheim, gegr. 1909 (seit 1976 mit Blasorchester und seit 1. Mai 1973 mit Jugendfeuerwehr)
  • Seit 8. Mai 2010 wird durch die Feuerwehren Dornburgs ortsteilübergreifend eine Kinderfeuerwehr geführt.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Mützel – Der kleine Hase. Kinderbuch von Thomas Stähler (2. Tenor der Gesangsgruppe „Ohrenschmaus“ Frickhofen)
  • Stefan Grüssinger: St. Martinskirche Frickhofen – 50 Jahre. Hrsg.: Pfarrgemeinde St. Martin.
  • Leif Hansen: Ein frühlatènezeitliches Goldhalsringfragment von Dornburg-Wilsenroth (Kr. Limburg-Weilburg). In: Archäologisches Korrespondenzblatt 37, 2007, S. 233–246.
  • Randolf Fügen: Highlights in Mittelhessen. 1. Auflage. Wartenberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1044-0.
  • Hermann-Josef Hucke (Hrsg.): Großer Westerwaldführer. 3. Auflage. Verlag Westerwald-Verein e.V., Montabaur 1991, ISBN 3-921548-04-7.
  • Literatur über Dornburg in der Hessischen Bibliographie

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dornburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschluss und Gliederung von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248 ff., Punkt 328, Nr. 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011.
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006.
  8. Hans Dieter Sauer: Relikte der Eiszeit – Permafrost in deutschen und tschechischen Mittelgebirgen In: Neue Zürcher Zeitung. 18. September 2002 (nzz.ch (Memento vom 3. Oktober 2008 im Internet Archive)).