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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Liebenscheid
Liebenscheid
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Liebenscheid hervorgehoben
Koordinaten: 50° 42′ N, 8° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 535 m ü. NHN
Fläche: 10,56 km2
Einwohner: 866 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02667
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 256
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.rennerod.de
Ortsbürgermeisterin: Mechthild Hoffmann
Lage der Ortsgemeinde Liebenscheid im Westerwaldkreis
Karte

Liebenscheid ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg an der Lahn an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Die drei Ortsteile der Gemeinde sind Liebenscheid, Weißenberg und Löhnfeld. Östlich von Weißenberg liegt das Dreiländereck der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

GeschichteBearbeiten

Liebenscheid geht vermutlich aus einer Befestigungsanlage zurück, die zur Kontrolle der in der Nähe verlaufenden Fernhandelsstraßen vom Rhein nach Frankfurt am Main und nach Leipzig errichtet wurde. Ob diese von Anfang an mit der späteren Burg Liebenscheid identisch war, ist unklar. Die Endung "-scheid" deutet auf eine Gründung zwischen 1100 und 1300 hin. Vermutlich fiel der Ort 1323 zusammen mit Mengerskirchen von den Grafen von Molsberg an das Haus Nassau. Dort war er zunächst Teil des Haigergaus.

Erstmals erwähnt wurde Liebenscheid am 18. Juni 1341 in einem Teilungsvertrag zwischen den Söhnen des Grafen Heinrich I. von Nassau-Dillenburg erstmals erwähnt. Heinrich I. von Nassau-Beilstein erhielt neben anderen Besitztümern Liebenscheid, das damit Teil der eigenständigen Grafschaft Nassau-Beilstein wurde. In den rund 200 Jahren der Existenz Nassau-Beilstein war Liebenscheid zeitweise Residenz von jüngeren Brüder der jeweils amtierenden Grafen. Teilweise wird auch von einer eigenständigen Grafschaft mit Sitz in Liebenscheid gesprochen.

Im Jahre 1360 erhielt Liebenscheid zusammen mit dem Nachbardorf Weißenberg auf Betreiben Heinrichs I. durch Kaiser Karl IV. die Stadtrechte, wobei der Kaiser den beiden Orten die gleichen Rechte wie die der Reichsstadt Wetzlar zusagte. Es folgte der Bau einer Befestigung mit Turm und Mauern. Zudem erhielt der Ort ein Gericht. 1452 stiftete der Beilsteiner Graf dem Mainzer Dompropst Heinrich eine Kapelle.

1561, mit dem Tod Johanns III., fiel Liebenscheid an Nassau-Dillenburg. 1584 wurde der Ort zum Standort eines Fähnleins des neu aufgestellten Landrettungswerks, einer Milizeinheit. 1587 begannen Bauarbeiten, um die verfallene Erste Stadtmauer durch eine neue Befestigungsanlage zu ersetzen, an denen der kurmainzer Baumeister Georg Robin beratend mitwirkte. Es handelte sich um eines der ersten Festungsprojekte nach zeitgenössischem niederländsichen Vorbild im Heiligen Römischen Reich. Bis mindestens 1594 hielten die Bauarbeiten an, eine Fertigstellung der Anlage erfolgte jedoch nicht. Ihre Reste wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

Im Gefängnis des Schlosses Liebenscheid wurden der Vater von Peter Paul Rubens, Jan Rubens, festgehalten, da er eine Affäre mit Anna, der Ehefrau des Grafen Wilhelm I. von Oranien-Nassau, hatte. 1582 wurde, ebenfalls wegen Ehebruchs, der Theologe Gerhard Eobanus Geldenhauer dort inhaftiert.

Nach dem Tod Wilhelm Ludwigs von Nassau-Dillenburg fiel Liebenscheid 1620 an die Grafschaft Nassau-Dietz. Im Dreißigjährigen Krieg litt Liebenscheid unter seiner Lage an einer wichtigen Heerstraße von den Niederlanden nach Süddeutschland. 1632 wurden 16 Haushaltungen gezählt, 1644 noch acht. In Weißenburg wurden 1632 zehn Haushaltungen verzeichnet, 1650 noch vier. Für 1738 werden in Liebenscheid wieder 34 Feuerstätten genannt. 1779 wurde ein Pfarrhaus fertiggestellt.

Am 1. April 1969 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Löhnfeld und Weißenberg eingemeindet.[2]

Kulturdenkmäler

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Liebenscheid besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

WappenBearbeiten

Die Blasonierung lautet: „Gespalten von Gold und Blau; rechts ein blaues Antoniuskreuz mit zwei angehängten blauen Glöckchen, links ein rotbewehrter und -gezungter goldener Löwe.“

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Wolf, Karl: Zur Geschichte des hohen Westerwalds (Sechshundert Jahre Liebenscheid), in: Nassauische Annalen, 61. Band, 1950, Seiten 181–196.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 170 (PDF; 2,8 MB).
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen