Rehe (Westerwald)

Rehe ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rehe
Rehe (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rehe hervorgehoben

Koordinaten: 50° 38′ N, 8° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 535 m ü. NHN
Fläche: 7,41 km2
Einwohner: 964 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02664
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 285
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.rehe-westerwald.de
Ortsbürgermeister: Johannes Beul
Lage der Ortsgemeinde Rehe im Westerwaldkreis
Karte
Rathaus in Rehe

Geographische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Westerwald im äußersten Nordosten von Rheinland-Pfalz, direkt an der Landesgrenze zu Hessen. Die nächsten größeren Städte sind Siegen (29 Kilometer nördlich), Wetzlar (28 Kilometer östlich) und Limburg an der Lahn (29 Kilometer südlich). Im Ortsgebiet befindet sich der größte Teil der Krombachtalsperre, deren Staudamm bereits auf dem Gebiet der hessischen Gemeinde Driedorf liegt.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde um das Jahr 1300 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war wohl schon seit dem Mittelalter Teil des Kirchspiels Emmerichenhain und mit diesem der Herrschaft zum Westerwald. Für die Zeit um 1440 ist eine eigene Kapelle nachgewiesen. Sie verfügte über den einzigen Kirchhof im Kirchspiel, mit Ausnahme der zentralen Kirche in Emmerichenhain. Ein Schulhaus ist erstmals 1737 im Zusammenhang mit seinem drohenden Einsturz erwähnt. 1741 wurde ein neues von der Gemeinde erbautes Schulhaus mit Kapelle im Obergeschoss fertiggestellt.

Im Jahr 1534 werden im Ort fünf Vogtleute und 15 Nassau-Beilsteiner Eigenleute erwähnt und 1577 elf dienstpflichtige Häuser. 1607 werden 18 Mann erwähnt und 1643 36 Einwohner. 1711 gab es 30 Familien, 1750 243 Einhwohner und 1807 342 Einwohner. 1828 wurden 22 Handwerker und Gewerbetreibenden im Ort registriert.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Rehe besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2]

BürgermeisterBearbeiten

Johannes Beul wurde am 2. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Rehe. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein Bewerber kandidiert hatte, erfolgte die Wahl gemäß Gemeindeordnung durch den Rat.[3][4]

Beuls Vorgängerin Christin Hahnenstein hatte das Amt des Ortsbürgermeisters von 2014 bis 2019 ausgeübt.[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Im Schild ein eingebogenes von Blau und Silber gespaltenes Göpelstück; vorn in Gold ein blaues stilisiertes Fachwerkgebäude; hinten in Grün nebeneinander zwei silberne Zahnradvierteln, eine aufrechte goldene Ähre, die zwei übereinanderstehende Kreisbögen überzieht.“

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Rathaus von Rehe ist ein Fachwerkhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert mit geschnitzten Blattwerk-Ornamenten an den Pfosten und an der Holztür. In seinem Obergeschoss befindet sich ein protestantischer Betsaal mit Bänken und Kanzel von 1741. Der Pfarrer Dr. Johann Heinrich Manderbach (1699–1767) hatte es als Lateinschule erbaut.

Mehrere Fachwerkhäuser zeugen von typischer Westerwälder Landbauweise: Das Dach ist nur an einer oder zwei Seiten tief herabgezogen. Auch die zeitgenössischen Einfamilienhäuser Rehes orientieren sich teilweise an dieser traditionellen Bauweise.

Durch Rehe führt der im Mai 2008 eröffnete Westerwaldsteig. Durch diese Anbindung und neue Gastronomiebetriebe in den historischen Fachwerkhäusern erfährt der Ort eine touristische Aufwertung.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Rehe (Westerwald)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

  • Rehe ist Sitz des Entwicklungs- und Produktionsstandorts der Firma ABUS (August Bremicker Söhne KG).

VerkehrBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hellmuth Gensicke: Kirchspiel und Gericht Emmerichenhain. In: Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung (Hrsg.): Nassauische Annalen. Band 101. Verlag des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 1990, S. 231–254.

WeblinksBearbeiten

Commons: Rehe – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  3. Bericht zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates vom 02. Juli 2019. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 28/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 18. Juli 2020.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Rennerod, Verbandsgemeinde, 14. Ergebniszeile. Abgerufen am 18. Juli 2020.
  5. Elke Hufnagl: Ehrungen und Verabschiedungen von Ratsmitgliedern sowie Ortsbürgermeistern. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 28/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 18. Juli 2020.