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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Westernohe
Westernohe
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Westernohe hervorgehoben

Koordinaten: 50° 35′ N, 8° 6′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 7,5 km2
Einwohner: 906 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02664
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 309
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.westernohe.de
Ortsbürgermeister: Volker Abel
Lage der Ortsgemeinde Westernohe im Westerwaldkreis
Karte

Westernohe ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen den Städten Siegen (34 km nördlich), Wetzlar (28 km östlich) und Limburg an der Lahn (24 km südlich). Hier ist der Sitz des Bundeszentrums der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Auf dem anliegenden Zeltplatz, der mit 28 Hektar einer der größten Deutschlands ist, finden regelmäßig Veranstaltungen und Zeltlager statt.

Durch den Ort fließt der Krummbach, der in der Nähe eines Naturschutzgebietes zwischen Rennerod und der Krombachtalsperre entspringt.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im Jahre 1059 als Westernaha erstmals urkundlich erwähnt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Westernohe, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 451
1835 537
1871 538
1905 473
1939 514
1950 512
Jahr Einwohner
1961 600
1970 777
1987 752
1997 946
2005 942
2018 906

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Westernohe besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In geteiltem Schild, oben in Gold drei grüne Tannen, unten in Blau der rotbewehrte goldene nassauische Löwe mit goldenen Schildeln.“

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

WendelinuskapelleBearbeiten

Nördlich von Westernohe, nahe der Krummbachquelle und ca. 1 km vom Naturschutzgebiet Wacholderheide entfernt, steht eine dem Heiligen Wendelinus geweihte Kapelle, die 1887 von Johannes Gerz errichtet wurde. Ihr heutiges Aussehen in Bruchstein erhielt sie 1933 durch den Sohn des Erbauers. Eine Skulptur des Heiligen, dem Schutzpatron der Hirten, befindet sich im Inneren der Kapelle, zusammen mit seinen klassischen Attributen Hirtenstab und Schafen. Die Andachtsstätte wurde 1987 restauriert.

NaturschutzgebietBearbeiten

 
Wacholderheide bei Westernohe

Die als Naturschutzgebiet ausgewiesene Wacholderheide ist eine kleine Trockenrasenfläche mit Wacholder und anderen dornigen Sträuchern. Diese wesentlich durch die einstige Schäferei bzw. Wanderschäferei entstandene Kulturlandschaft, wie sie östlich des Ochsenbergs (580 m) noch bewahrt werden konnte und unter Naturschutz gestellt ist, war im Westerwald verbreitet.

Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)Bearbeiten

Etwas oberhalb des Ortes befindet sich seit 1956 das Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) mit einem eigenen Pfadfinder-Zeltplatz.

VerkehrBearbeiten

EreignisseBearbeiten

 
Gedenkkreuz an der Unfallstelle

Tauziehunfall 1995Bearbeiten

Am 4. Juni 1995 kam es bei einem Tauziehen mit 650 jugendlichen Pfadfindern am Bundeszentrum zu einem Unfall, als das Seil riss. Zwei Kinder kamen zu Tode, 102 erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Es war ein relativ dünnes Kunststoffseil eingesetzt worden, über dessen Belastungsgrenzen keine Angaben vorlagen. Die Veranstalter hatten die Möglichkeit einer Überlastung des Seiles, zumal bei einem Kindertauziehen, überhaupt nicht in Betracht gezogen.

Im Gerichtsverfahren wurde festgestellt, dass die Veranstalter ihre Sorgfaltspflicht verletzt hatten, weil sie sich nicht über die Eignung des Seiles informiert und auch keine Vorkehrungen für einen gegebenenfalls notwendigen sofortigen Abbruch der Veranstaltung getroffen hatten. Da eine Lebensgefahr allerdings nicht vorhersehbar gewesen sei, wurden die Verantwortlichen wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt, nicht wegen fahrlässiger Tötung.[4]

Ein Gedenkkreuz in der Nähe der Unfallstelle erinnert an die beiden getöteten Kinder.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Urteil im Tauziehunfall (Memento vom 7. Januar 2013 im Internet Archive)