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Limbach (Westerwald)

Gemeinde im deutschen Landkreis Westerwaldkreis
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Limbach
Limbach (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Limbach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 42′ N, 7° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 265 m ü. NHN
Fläche: 3,69 km2
Einwohner: 412 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 57629
Vorwahl: 02662
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 257
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Website: www.limbach-ww.de
Ortsbürgermeister: Ralph Hilger
Lage der Ortsgemeinde Limbach im Westerwaldkreis
Karte

Limbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Die landwirtschaftlich strukturierte Wohngemeinde gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an. Limbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographische LageBearbeiten

Der Ort liegt auf 250 m Höhe im Westerwald zwischen Limburg an der Lahn und Siegen, sechs Kilometer von Hachenburg entfernt im Tal der Kleinen Nister im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Kroppacher Schweiz, unmittelbar am Fernwanderweg Westerwaldsteig. Die Nachbarorte sind Heimborn im Westen, Atzelgift im Osten, Astert im Süden und Heuzert im Südwesten des Ortes. Südlich liegt der Aßberg (327 m).

GeschichteBearbeiten

Limbach wurde in einer Schenkungsurkunde im Jahre 1346 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte jedoch als Ort mit der Endung -bach wesentlich älter sein.[3] Der Name des Ortes leitet sich von dem innerhalb der Ortschaft in die Kleine Nister fließenden Lehmbach ab. Wirtschaftliche Bedeutung hatten in früherer Zeit die Dachschiefergrube Assberg[4] und die Limbacher Mühle.[5] Limbach hatte 1579 zwölf Häuser und 1793 deren neunzehn.[6]

Das Dorf Limbach gehörte zum Kirchspiel Kroppach und bis Ende des 18. Jahrhunderts landesherrlich zur Grafschaft Sayn. Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn erst lutherisch und später reformiert.[7] Nach der Landesteilung der Grafschaft Sayn im 17. Jahrhundert gehörte Limbach zur Grafschaft Sayn-Hachenburg.

1799 ging die Grafschaft auf dem Erbweg an die Fürsten von Nassau-Weilburg. Im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes kam die Region und damit auch Limbach 1806 an das neu errichtete Herzogtum Nassau. Unter der nassauischen Verwaltung war Limbach dem Amt Hachenburg zugeordnet. Nach der Annexion des Herzogtums Nassau, kam der Ort 1866 an das Königreich Preußen und gehörte von 1868 an zur Provinz Hessen-Nassau und zum Oberwesterwaldkreis. Seit 1946 ist Limbach Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Kulturdenkmäler

→ siehe Liste der Kulturdenkmäler in Limbach (Westerwald)

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Limbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 107
1835 133
1871 134
1905 241
1939 325
1950 304
Jahr Einwohner
1961 351
1970 410
1987 386
1997 418
2005 395
2018 412

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Limbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[8]

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Seit 1998 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Kács in Ungarn.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die alte Steinbogenbrücke während des Brückenfestes

In Limbach wird seit 1987 in einer alten Scheune das Dorfmuseum Limbach betrieben. Über tausend Exponate zur Heimatgeschichte werden vorgestellt.

 
Dorfmuseum

Südlich des Orts liegt die mittelalterliche Dachschiefergrube Assberg. In ihr wurden zunächst im Tagebau, später auch unter Tage, Schieferplatten abgebaut und zu Dachschiefern weiter verarbeitet. Mit Schiefer aus der Grube Assberg ist u. a. das Schloss Hachenburg und das Kloster Marienstatt gedeckt. Heute ist die Dachschiefergrube zu einem frei zugänglichen Besucherbergwerk ausgebaut. Es liegt direkt am Westerwaldsteig.

Ebenfalls am südlichen Ortsrand liegt der Felsen Hohe Ley (270 m).

Das Wahrzeichen von Limbach ist die Steinbogenbrücke über die Kleine Nister. Sie wurde 1871 aus Bruchsteinen erbaut, als ihre Vorgängerin, eine Holzbrücke, teilweise schon eingestürzt war. Die Baukosten lagen bei 1467 Gulden, wobei die Gemeinde einen Zuschuss von 1208 Gulden erhielt. Die Brücke wurde 1978 saniert und gilt als erhaltenswertes Baudenkmal.

Hier findet seit 1971 jährlich jeweils am zweiten Samstag im Juli das Brückenfest statt. Zu diesem Sommernachtsfest kommen mittlerweile mehrere tausend Besucher in den kleinen Ort.

Der Kräutermarkt in Limbach findet regelmäßig alle zwei Jahre am dritten Sonntag im August statt und ist der größte und einzigartigste Naturmarkt im Westerwald. Er wird seit 1985 ehrenamtlich von der Limbacher Dorfgemeinschaft durchgeführt. Alle Einnahmen kommen den Westerwälder-Sorgenkindern zugute.

VereineBearbeiten

Limbacher Dorfmusikanten 1919 e.V., Männergesangverein Harmonie, Kultur- und Verkehrsverein Limbach, Sportverein Blau-Weiß.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Südlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 414, die von Hohenroth nach Hachenburg führt. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind in Siegen, Wilnsdorf und Herborn an der A 45 (DortmundGießen). Die nächsten Anschlussstellen an die A 3 (KölnFrankfurt am Main) sind in Montabaur und in Mogendorf. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Leyendecker: Dachschieferbergwerk „Assberg“ in Limbach, in: Wäller Heimat (2003), S. 78–81.
  • Heinz Leyendecker: Ortsgeschichte von Limbach, Westerwald, in der Kroppacher Schweiz. Geschichte, Chronologie, Zeitspuren, Verwaltung, Bilder, Menschen, Vereine, Flurnamen, Sprache, Wirtschaft, Begebenheiten, Legenden usw. eines Westerwalddorfes, Limbach 2007, ISBN 978-3-00-021676-3.
  • Ortsgemeinde Limbach (Hrsg.): 650 Jahre Limbach. 1346–1996. Festschrift, Limbach 1996.
  • Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 59 (2016), S. 219–237.
  • Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  • Dieter Trautmann: Die Flurnamen der Gemarkung Limbach, in: Von Land und Leuten an der Nister 29 (2008), S. 1–32.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Ortsgeschichte auf der Webseite der Gemeinde@1@2Vorlage:Toter Link/www.limbach-ww.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Heinz Leyendecker: Dachschieferbergwerk „Assberg“ in Limbach, in: Wäller Heimat (2003), S. 78–81.
  5. Zur geschichtlichen Entwicklung der Mühlen in der Grafschaft Sayn siehe Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 59 (2016), S. 219–237.
  6. Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg: Westerwälder Beiträge 1 – Naturkundliche und kulturhistorische Denkmäler im Westerwald: Kroppacher Schweiz und Hachenburg. Hachenburg 1981, S. 63.
  7. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen