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Westerwaldkreis

Landkreis in Rheinland-Pfalz
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Westerwaldkreises Deutschlandkarte, Position des Westerwaldkreises hervorgehobenKoordinaten: 50° 33′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Montabaur
Fläche: 988,95 km2
Einwohner: 201.597 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: WW
Kreisschlüssel: 07 1 43
Kreisgliederung: 192 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Peter-Altmeier-Platz 1
56410 Montabaur
Website: www.westerwaldkreis.de
Landrat: Achim Schwickert (CDU)
Lage des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz
NiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Westerwaldkreis ist eine Gebietskörperschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz und liegt zwischen Köln/Bonn und der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die Stadt Montabaur. Der Landkreis entstand im Jahr 1974 im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform aus den gleichzeitig aufgelösten Landkreisen Unterwesterwaldkreis (mit Sitz in Montabaur) und Oberwesterwaldkreis (mit Sitz in Westerburg).

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Fläche des Westerwaldkreises wurde im Jahr 2014 laut Kreisverwaltung des Westerwaldkreises mit 988,97[2] bzw. gemäß Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz mit 988,98 Quadratkilometern[3] berechnet. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 44 und die West-Ost-Ausdehnung 40 Kilometer. Die höchste Erhebung ist die Fuchskaute mit 657 m ü. NN, der niedrigste Punkt mit 150 m befindet sich im Gelbachtal unterhalb von Dies, einem Ortsteil von Gackenbach.

LageBearbeiten

Der Westerwaldkreis befindet sich im nördlichen Rheinland-Pfalz, unweit des Dreiländerecks mit Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Landkreis erstreckt sich über den Westerwald nordöstlich von Koblenz. Er ist relativ dünn besiedelt. Größere Flüsse sind die Nister, die Wied und die Sayn, die jedoch schon wenige Kilometer nach der Quelle das Kreisgebiet verlassen.

KlimaBearbeiten

Der Westerwald hat trotz seiner relativ geringen Höhe ein für Mittelgebirge typisches Reizklima.[4] Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt zwischen 6,5 und 8,5 Grad Celsius. Durchschnittlich beträgt der jährliche Niederschlag zwischen 780 und 1300 Millimeter. Rund 40 Prozent des Landkreises sind bewaldet.[2]

NachbarkreiseBearbeiten

Der Westerwaldkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an den Kreis Siegen-Wittgenstein (in Nordrhein-Westfalen), an den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg (beide in Hessen) sowie an den Rhein-Lahn-Kreis, an die kreisfreie Stadt Koblenz und an die Landkreise Mayen-Koblenz, Neuwied und Altenkirchen (Westerwald) (alle in Rheinland-Pfalz).

GeschichteBearbeiten

Das heutige Kreisgebiet war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete aufgeteilt, wovon das Kurfürstentum Trier und das Fürstentum Nassau-Oranien die größten Anteile hatte. Danach kam das Gebiet ab 1806/1815 an das Herzogtum Nassau und 1866 wurde es von Preußen annektiert. Danach entstanden die drei Landkreise Unterwesterwaldkreis (Sitz in Montabaur), Oberwesterwaldkreis (Sitz in Bad Marienberg) und Westerburg. 1932 wurde der nördliche Teil des Landkreises Westerburg mit der Stadt Westerburg dem Oberwesterwaldkreis angegliedert, dessen Kreissitz von Bad Marienberg nach Westerburg verlegt wurde. Der südliche Teil des Landkreises Westerburg kam an den Unterwesterwaldkreis. Die Kreise gehörten zum Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau. 1946 kamen beide Landkreise zu Rheinland-Pfalz und gehörten dort zunächst zum Regierungsbezirk Montabaur. Nach dessen Auflösung 1968 wurden beide Kreise dem Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet. 1970 wechselten Marienhausen aus dem Unterwesterwaldkreis in den Landkreis Neuwied und Berod bei Hachenburg aus dem Oberwesterwaldkreis in den Landkreis Altenkirchen. Im Rahmen der Kreisreform wurden beide Kreise zum 16. März 1974 zum Landkreis Westerwald, der am 1. August 1974 seinen heutigen Namen erhielt, vereinigt (mit Ausnahme von Arzbach, welches heute zum Rhein-Lahn-Kreis gehört, und Stromberg, heute Stadtteil von Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz).[5]

BevölkerungBearbeiten

Jahr Einwohner Quelle
1975 165.800 [6]
1980 167.700 [7]
1990 178.100 [8]
2000 201.800 [9]
2010 198.580
2016 201.027

Die Bewohner werden im Allgemeinen als Westerwälder bezeichnet, die Einheimischen bezeichnen sich selbst als Wäller bzw. Basaltköppe,[10] da sie als dickköpfig gelten und in einer sehr basaltreichen Region leben. Per 31. Dezember 2018 zählte der Westerwaldkreis 201.597 Einwohner.[1] Die Bevölkerungsdichte bezifferte sich am Stichtag auf 204 Einwohner pro Quadratkilometer. Ende 2013 gab es im Landkreis mehr Frauen (50,5 Prozent) als Männer (49,5 Prozent).[3] Der Altenquotient übertrifft mit 32,5 Prozent den Jugendquotienten (32,1 Prozent) leicht.

Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit) belief sich am 31. Dezember 2013 auf 6,2 Prozent (12.263 Personen).[3] Zu den am stärksten vertretenen Nationalitäten zählen vornehmlich türkisch, polnisch, italienisch, kosovarisch, russisch, bulgarisch, bosnisch und herzegowinisch, rumänisch, niederländisch und kroatisch.

Im März 2015 verzeichnete der Landkreis eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent (4651 Personen).[11]

PolitikBearbeiten

Politisch ist der Westerwaldkreis konservativ ausgerichtet. Das zeigt sich auch in der dominierenden Position der CDU, die mit Abstand stärkste Kraft ist. Bei der Kreistagswahl 2014 konnte sie wie aber auch das linke Spektrum ihren Stimmenanteil zu Lasten der FDP ausbauen. Zudem konnte die NPD bei der Kreistagswahl 2009 einen Sitz für sich beanspruchen. Bei der Landratswahl am 7. Mai 2017 wurde Achim Schwickert (CDU) als Landrat bestätigt.

Kreistagswahl 2014[12]
Wahlbeteiligung: 58,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
28,9
(± 0,0)
44,9
(+2,0)
7,4
(+1,4)
3,8
(-4,5)
3,6
(+0,9)
11,5
(+2,0)
2009

2014

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
z gewichtetes Ergebnis aufgrund personalisierter Verhältniswahl
 
Das Kreishaus in Montabaur ist Sitz der Kreisverwaltung

KreistagBearbeiten

Der Kreistag des Westerwaldkreises besteht aus 50 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 25. Mai 2014 ergibt sich folgende Sitzverteilung.[12]

Jahr SPD CDU Grüne FDP Linke NPD FWG Gesamt
2014 14 22 4 2 2 6 50
2009 15 21 3 4 1 1 5 50
2004 14 26 3 2 5 50
1999 18 24 2 2 4 50
  • Freie Wählergruppe Westerwald (FWG) e. V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[13]

LandratBearbeiten

Seit dem 11. Oktober 2009 hat Achim Schwickert (CDU) die Funktion des Landrates für eine Amtsdauer von acht Jahren inne, ist zudem Behördenleiter und Vorsitzender des Kreisvorstandes, Vorsitzender des Kreistages und Außenvertreter des Kreises. Als Vertreter des Landrates zählen die Mitglieder des Kreisvorstandes Kurt Schüler (erster Kreistagsabgeordneter) sowie Ulrich Keßler und Thomas Roth (beide Kreistagsabgeordnete).

Ehemalige Landräte

KreisverwaltungBearbeiten

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises besteht aus drei Dezernaten und neun Abteilungen (davon eine als Eigenbetrieb).[2] Den Abteilungen sind zahlreiche Referate und Fachbereiche untergeordnet.

Wappen und FlaggeBearbeiten

Der Westerwaldkreis führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Blasonierung: „In Silber ein grüner Schrägbalken; unten wachsend sieben silbern berandete, sechseckige schwarze Basaltsäulen von unterschiedlicher Höhe, oben eine zylindrische, altdeutsche blaue Kanne mit silbernen Riffeln und drei ovalen silbernen Medaillons.“
Wappenbegründung: Die sieben Basaltsäulen stehen für die sieben Verbandsgemeinden, in denen Basalt und Quarz vorkommt, während die Kanne mit den drei Medaillons die drei Verbandsgemeinden des sogenannten Kannenbäckerlandes symbolisiert, in denen das Töpferhandwerk und die keramische Industrie beheimatet sind. Der grüne Schrägbalken symbolisiert den Erholungswert des Kreises mit seinen Wäldern und Wiesen.

Das Wappen wurde per 2. Februar 1976 genehmigt.

WirtschaftBearbeiten

Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt zählt der Westerwaldkreis zu den wirtschaftsstärksten Landkreisen in Rheinland-Pfalz.[14] 2010 wurden im Landkreis nominal 5,4 Milliarden Euro erwirtschaftet – dies stellt die höchste Quote in allen rheinland-pfälzischen Landkreisen dar. Die Stadt Montabaur und die Verbandsgemeinde Wallmerod weisen jeweils die höchste Pro-Kopf-Kaufkraft im Landkreis auf und liegen mit ihren Werten über dem Bundesdurchschnitt.[15]

2012 pendelten rund 29.000 Menschen über den Westerwaldkreis hinaus zur Arbeit, während rund 17.000 Menschen in den Landkreis zu ihrem Arbeitsplatz einpendelten. Der Großteil jener Arbeitnehmer, die das Kreisgebiet verließen, fuhr vornehmlich nach Koblenz, in den hessischen Landkreis Limburg-Weilburg und in den Landkreis Altenkirchen (Westerwald). Die Einpendler stammen insbesondere aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und dem Rhein-Lahn-Kreis.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Westerwaldkreis Platz 215 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[16]

VerkehrBearbeiten

SchienenverkehrBearbeiten

 
Ein ICE 3 passiert ohne Halt den Bahnhof Montabaur.

Die verkehrsferne Gegend des Westerwaldes wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts von Bahnlinien erschlossen, die – bis auf eine Kleinbahn – von der Preußischen Staatsbahn erbaut wurden. Seit 2002 ist der Westerwald durch den Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main an das nationale und internationale Fernverkehrsnetz angeschlossen. Der ICE verbindet im Südosten den Bahnhof Limburg Süd, den Frankfurter Flughafen-Fernbahnhof und den Frankfurter Hauptbahnhof. In entgegengesetzter Richtung verbindet der ICE den Bahnhof Siegburg/Bonn, den Kölner Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Köln Messe/Deutz und Brüssel.

Im Jahr 1884 wurde die Unterwesterwaldbahn von Limburg über Montabaur nach Altenkirchen eröffnet, von der in Siershahn eine Linie nach Engers am Rhein abzweigte, die in Grenzau einen Abzweig nach Höhr-Grenzhausen erhielt, der erst 1911 bis Hillscheid verlängert wurde. Die zweite Strecke von Limburg nach Altenkirchen über Hadamar–Westerburg wurde nur zwei Jahre später – 1886 – in Betrieb genommen.

Von Herborn im Lahn-Dill-Kreis führte ab 1906 eine Nebenbahn bis Rennerod und erreichte 1907 Westerburg. In ihr mündete ebenfalls die 1911 eröffnete Bahnstrecke Erbach–Fehl-Ritzhausen ein, die von der Oberwesterwaldbahn Altenkirchen–Westerburg–Limburg abzweigte.

Die östliche Nord-Süd-Strecke wurde 1910 mit der westlichen Parallelstrecke durch die Bahnlinie Westerburg–Montabaur verbunden.

Eine weitere Querverbindung war bereits 1901 durch die Schmalspurstrecke der Kleinbahn-AG Selters-Hachenburg geschaffen worden.

Die Stadt Höhr-Grenzhausen erhielt 1907 – nebst einer Verlängerung im Jahre 1910 – durch die Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft eine elektrische Überlandlinie nach Vallendar am Rhein; diese wurde 1941 durch einen Oberleitungsbus ersetzt.

Von dem Eisenbahnnetz, das ab 1911 – also ohne die 25 km Neubaustrecke – etwa 185 km umfasste, werden heute nur noch 66 km von Personenzügen befahren. Dieser Verkehr wurde Ende 2004 von der Vectus Verkehrsgesellschaft übernommen. Der Verkehrsvertrag mit der ehemaligen Verkehrsgesellschaft Vectus endete zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Ab Dezember 2014 übernahm die Hessische Landesbahn, Betriebsbereich Dreiländerbahn, die Verkehrsleistungen auf der RB 29 (Unterwesterwaldbahn) und auf der RB 90 (Westerwald-Sieg-Bahn), welche zum Fahrplanwechsel 2015 ab Au (Sieg) über Wissen und Betzdorf nach Siegen verlängert wurde. Der Bahnhof Au an der Sieg ist ein wichtiger Umsteigebahnhof für Reisende aus dem Oberwesterwald in Richtung Bonn, Köln und Aachen, hier endet die aus Düren kommende Linie S12 der S-Bahn Rhein-Sieg (Düren - Horrem - Köln - Siegburg/Bonn - Herchen - Au(Sieg)), der Rhein-Sieg-Express (RE 9) verkehrt ab Au (Sieg) nach Siegen sowie in entgegengesetzter Richtung zum Bahnhof Siegburg/Bonn, nach Köln, Düren und Aachen.

Seit dem 1. Januar 2017 wendet der Westerwaldkreis für Bus- und Bahnfahrscheine den Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) an.[17]

Einstellungen des Personenverkehrs:

  • 1950: Herschbach – Hachenburg 19 km (Meterspur)
  • 1959: Herborn – Rehe – Rennerod 6 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1960: Selters – Herschbach 5 km (Meterspur)
  • 1971: Fehl-Ritzhausen – Bad Marienberg – Erbach 12 km
  • 1972: Grenzau – Höhr-Grenzhausen – Hillscheid 7 km
  • 1981: Rennerod – Fehl-Ritzhausen – Westerburg 17 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1981: Montabaur – Wallmerod – Westerburg 26 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1984: Siershahn – Selters – Altenkirchen 40 km (davon 12 km im Westerwaldkreis) (Holzbachtalbahn)
  • 1989: Engers – Grenzau – Siershahn 28 km (davon 15 km im Westerwaldkreis) (Brexbachtalbahn)

FernstraßenBearbeiten

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 3 (KölnFrankfurt am Main) und die 48 (Koblenz–Montabaur). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen erschlossen, darunter die B 8, die B 49, die B 54, die B 255, die B 413 und die B 414.

Anfang des 21. Jahrhunderts wurden Anstrengungen unternommen, den Westerwaldkreis besser an das Autobahnnetz anzubinden. Die unter dem Namen „Westerwaldautobahn“ diskutierte Strecke hätte die A 48 bei Dernbach mit der A 45 bei Freudenberg verbunden und damit insbesondere die Verkehrssituation in der Verbandsgemeinde Hachenburg und im Landkreis Altenkirchen erheblich verbessert. Dennoch wurde die Westerwaldautobahn aufgrund erheblichen Protestes nicht realisiert.[18]

Administrative GliederungBearbeiten

Der Westerwaldkreis umfasst zehn Verbandsgemeinden mit 192 Ortsgemeinden. Die größte Kommune ist die Stadt Montabaur mit 13.691 Einwohnern, die kleinste Ortsgemeinde ist Heuzert mit 121 Einwohnern.

VerbandsgemeindenBearbeiten

Verbandsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2018)[19]
Bad Marienberg (Westerwald) 19.363
Hachenburg 24.203
Höhr-Grenzhausen 13.471
Montabaur 39.781
Ransbach-Baumbach 14.958
Rennerod 16.807
Selters (Westerwald) 16.136
Wallmerod 14.627
Westerburg 22.725
Wirges 19.526

OrtsgemeindenBearbeiten

Die Verwaltungssitze der Verbandsgemeinden sind mit einem Stern (*) markiert.

Ortsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2018)[19]
Verbandsgemeinde
Bad Marienberg (Westerwald), Stadt * 5.961 Bad Marienberg (Westerwald)
Bölsberg 215 Bad Marienberg (Westerwald)
Dreisbach 576 Bad Marienberg (Westerwald)
Fehl-Ritzhausen 782 Bad Marienberg (Westerwald)
Großseifen 618 Bad Marienberg (Westerwald)
Hahn bei Marienberg 509 Bad Marienberg (Westerwald)
Hardt 450 Bad Marienberg (Westerwald)
Hof 1.253 Bad Marienberg (Westerwald)
Kirburg 599 Bad Marienberg (Westerwald)
Langenbach bei Kirburg 1.067 Bad Marienberg (Westerwald)
Lautzenbrücken 435 Bad Marienberg (Westerwald)
Mörlen 531 Bad Marienberg (Westerwald)
Neunkhausen 1.021 Bad Marienberg (Westerwald)
Nisterau 843 Bad Marienberg (Westerwald)
Nistertal 1.216 Bad Marienberg (Westerwald)
Norken 961 Bad Marienberg (Westerwald)
Stockhausen-Illfurth 436 Bad Marienberg (Westerwald)
Unnau 1.890 Bad Marienberg (Westerwald)
Alpenrod 1.549 Hachenburg
Astert 225 Hachenburg
Atzelgift 620 Hachenburg
Borod 511 Hachenburg
Dreifelden 252 Hachenburg
Gehlert 608 Hachenburg
Giesenhausen 316 Hachenburg
Hachenburg, Stadt * 6.059 Hachenburg
Hattert 1.759 Hachenburg
Heimborn 269 Hachenburg
Heuzert 121 Hachenburg
Höchstenbach 679 Hachenburg
Kroppach 693 Hachenburg
Kundert 247 Hachenburg
Limbach 412 Hachenburg
Linden 148 Hachenburg
Lochum 319 Hachenburg
Luckenbach 666 Hachenburg
Marzhausen 249 Hachenburg
Merkelbach 412 Hachenburg
Mörsbach 445 Hachenburg
Mudenbach 734 Hachenburg
Mündersbach 763 Hachenburg
Müschenbach 992 Hachenburg
Nister 1.035 Hachenburg
Roßbach 825 Hachenburg
Steinebach an der Wied 838 Hachenburg
Stein-Wingert 220 Hachenburg
Streithausen 514 Hachenburg
Wahlrod 860 Hachenburg
Welkenbach 143 Hachenburg
Wied 489 Hachenburg
Winkelbach 231 Hachenburg
Hilgert 1.515 Höhr-Grenzhausen
Hillscheid 2.452 Höhr-Grenzhausen
Höhr-Grenzhausen, Stadt * 9.260 Höhr-Grenzhausen
Kammerforst 244 Höhr-Grenzhausen
Boden 568 Montabaur
Daubach 465 Montabaur
Eitelborn 2.430 Montabaur
Gackenbach 535 Montabaur
Girod 1.172 Montabaur
Görgeshausen 888 Montabaur
Großholbach 985 Montabaur
Heilberscheid 651 Montabaur
Heiligenroth 1.390 Montabaur
Holler 1.018 Montabaur
Horbach 650 Montabaur
Hübingen 535 Montabaur
Kadenbach 1.330 Montabaur
Montabaur, Stadt * 13.691 Montabaur
Nentershausen 2.017 Montabaur
Neuhäusel 2.018 Montabaur
Niederelbert 1.674 Montabaur
Niedererbach 1.013 Montabaur
Nomborn 713 Montabaur
Oberelbert 1.147 Montabaur
Ruppach-Goldhausen 1.253 Montabaur
Simmern 1.466 Montabaur
Stahlhofen 724 Montabaur
Untershausen 483 Montabaur
Welschneudorf 965 Montabaur
Alsbach 609 Ransbach-Baumbach
Breitenau 695 Ransbach-Baumbach
Caan 707 Ransbach-Baumbach
Deesen 672 Ransbach-Baumbach
Hundsdorf 425 Ransbach-Baumbach
Nauort 2.226 Ransbach-Baumbach
Oberhaid 389 Ransbach-Baumbach
Ransbach-Baumbach, Stadt * 7.715 Ransbach-Baumbach
Sessenbach 516 Ransbach-Baumbach
Wirscheid 336 Ransbach-Baumbach
Wittgert 668 Ransbach-Baumbach
Bretthausen 192 Rennerod
Elsoff (Westerwald) 913 Rennerod
Hellenhahn-Schellenberg 1.220 Rennerod
Homberg (Westerwald) 165 Rennerod
Hüblingen 301 Rennerod
Irmtraut 772 Rennerod
Liebenscheid 866 Rennerod
Neunkirchen (Westerwald) 547 Rennerod
Neustadt/Westerwald 589 Rennerod
Niederroßbach 699 Rennerod
Nister-Möhrendorf 297 Rennerod
Oberrod 673 Rennerod
Oberroßbach 349 Rennerod
Rehe 951 Rennerod
Rennerod, Stadt * 4.354 Rennerod
Salzburg 228 Rennerod
Seck 1.152 Rennerod
Stein-Neukirch 425 Rennerod
Waigandshain 206 Rennerod
Waldmühlen 338 Rennerod
Westernohe 906 Rennerod
Willingen (Westerwald) 282 Rennerod
Zehnhausen bei Rennerod 382 Rennerod
Ellenhausen 286 Selters (Westerwald)
Ewighausen 235 Selters (Westerwald)
Freilingen 679 Selters (Westerwald)
Freirachdorf 653 Selters (Westerwald)
Goddert 443 Selters (Westerwald)
Hartenfels 776 Selters (Westerwald)
Herschbach 2.773 Selters (Westerwald)
Krümmel 331 Selters (Westerwald)
Marienrachdorf 993 Selters (Westerwald)
Maroth 254 Selters (Westerwald)
Maxsain 1.071 Selters (Westerwald)
Nordhofen 531 Selters (Westerwald)
Quirnbach 485 Selters (Westerwald)
Rückeroth 490 Selters (Westerwald)
Schenkelberg 624 Selters (Westerwald)
Selters (Westerwald), Stadt * 2.773 Selters (Westerwald)
Sessenhausen 901 Selters (Westerwald)
Steinen 254 Selters (Westerwald)
Vielbach 546 Selters (Westerwald)
Weidenhahn 559 Selters (Westerwald)
Wölferlingen 479 Selters (Westerwald)
Arnshöfen 148 Wallmerod
Berod bei Wallmerod 541 Wallmerod
Bilkheim 487 Wallmerod
Dreikirchen 1.026 Wallmerod
Elbingen 317 Wallmerod
Ettinghausen 325 Wallmerod
Hahn am See 409 Wallmerod
Herschbach (Oberwesterwald) 893 Wallmerod
Hundsangen 2.039 Wallmerod
Kuhnhöfen 157 Wallmerod
Mähren 212 Wallmerod
Meudt 1.890 Wallmerod
Molsberg 458 Wallmerod
Niederahr 808 Wallmerod
Oberahr 549 Wallmerod
Obererbach 503 Wallmerod
Salz 855 Wallmerod
Steinefrenz 807 Wallmerod
Wallmerod * 1.431 Wallmerod
Weroth 584 Wallmerod
Zehnhausen bei Wallmerod 188 Wallmerod
Ailertchen 591 Westerburg
Bellingen 606 Westerburg
Berzhahn 498 Westerburg
Brandscheid 512 Westerburg
Enspel 264 Westerburg
Gemünden 980 Westerburg
Girkenroth 612 Westerburg
Guckheim 923 Westerburg
Halbs 359 Westerburg
Härtlingen 377 Westerburg
Hergenroth 431 Westerburg
Höhn 3.031 Westerburg
Kaden 582 Westerburg
Kölbingen 1.001 Westerburg
Langenhahn 1.387 Westerburg
Pottum 1.050 Westerburg
Rotenhain 534 Westerburg
Rothenbach 902 Westerburg
Stahlhofen am Wiesensee 348 Westerburg
Stockum-Püschen 624 Westerburg
Weltersburg 304 Westerburg
Westerburg, Stadt * 5.666 Westerburg
Willmenrod 655 Westerburg
Winnen 488 Westerburg
Bannberscheid 660 Wirges
Dernbach (Westerwald) 2.504 Wirges
Ebernhahn 1.253 Wirges
Helferskirchen 1.190 Wirges
Leuterod 866 Wirges
Mogendorf 1.291 Wirges
Moschheim 741 Wirges
Niedersayn 169 Wirges
Ötzingen 1.369 Wirges
Siershahn 2.887 Wirges
Staudt 1.255 Wirges
Wirges, Stadt * 5.341 Wirges

Für Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz.

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Unterwesterwaldkreis gültige Unterscheidungszeichen MT zugewiesen. Es wurde von dessen Kreisstadt Montabaur hergeleitet. 1976 wurde das heutige Unterscheidungszeichen WW eingeführt, das bis heute als einziges Kennzeichen ausgegeben wird.

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises lehnt die Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen MT (Montabaur bzw. Unterwesterwaldkreis) und WEB (Westerburg bzw. Oberwesterwaldkreis) vehement ab, da der Landrat „das WW-Kennzeichen als starkes Zeichen der Identifikation mit der ganzen Region“ sehe.[20] Eine Wiedereinführung würde, so Landrat Schwickert, „die alten Gräben zwischen dem ehemaligen Oberwesterwaldkreis (WEB) und dem früheren Unterwesterwaldkreis (MT) wieder aufreißen“.

Siehe auchBearbeiten

  Portal: Westerwald – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Westerwald

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b c Westerwald: Land – Leute – Ideen. Kreisbroschüre Auflage 2014. (PDF, 1,68 MB) Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, abgerufen am 21. April 2015.
  3. a b c Mein Kreis, meine kreisfreie Stadt – Westerwaldkreis. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  4. Westerwald. Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 156 (PDF; 2,8 MB).
  6. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  10. Der Westerwald – Heimat für Durchreisende. Norddeutscher Rundfunk (NDR), abgerufen am 19. April 2015.
  11. Berichtsmonat März 2015 – Westerwaldkreis. Zentraler Statistik-Service der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 19. April 2015.
  12. a b Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
  13. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  14. Dr. Birgit Hübbers: Rheinland-Pfalz regional: Westerwaldkreis. (PDF; 213 kB) Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 19. April 2015.
  15. Statistik für den Westerwaldkreis: In Montabaur ist die Kaufkraft am höchsten. Rhein-Zeitung, 17. Oktober 2013, abgerufen am 21. April 2015.
  16. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  17. Westerwaldkreis tritt Gemeinschaftstarif bei. Kreistag trifft wichtige Entscheidung. In: westerwaldkreis.de. Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, 14. Juli 2016, abgerufen am 16. Juli 2016.
  18. Naturschutz in Rheinland-Pfalz. NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V., archiviert vom Original am 13. Dezember 2014; abgerufen am 23. April 2015.
  19. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  20. Kreis lehnt Alt-Kennzeichen MT und WEB ab. Rhein-Zeitung, 23. August 2012, abgerufen am 9. April 2015.