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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gackenbach
Gackenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gackenbach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 22′ N, 7° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Montabaur
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 4,75 km2
Einwohner: 535 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56412
Vorwahl: 06439
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 020
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Konrad-Adenauer-Platz 8
56410 Montabaur
Website: www.gackenbach-ww.de
Ortsbürgermeister: Hans Ulrich Weidenfeller
Lage der Ortsgemeinde Gackenbach im Westerwaldkreis
Karte
Ortsansicht
Kirche in Kirchähr

Gackenbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Montabaur an. Gackenbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Gackenbach liegt im Buchfinkenland im südlichen Westerwald sowie im geographischen Dreieck zwischen Koblenz, Limburg an der Lahn und Montabaur inmitten des Naturparks Nassau.

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem Hauptort Gackenbach sind Dies und Kirchähr Ortsteile. Dies hat rund 70 Einwohner und liegt unterhalb Gackenbachs im Gelbachtal. Der Ortsteil Kirchähr liegt auch im Gelbachtal und besteht hauptsächlich aus dem Karlsheim Kirchähr, einem Jugend- und Tagungshaus des Bistums Limburg mit einem zugehörigen Zeltplatz.

GeschichteBearbeiten

Erstmals wurde der heutige Hauptort Gackenbach 1447 urkundlich erwähnt. Das auch genannte Jahr 1290 beruht auf der Erwähnung des Herkunftsnamens Gackenbacher, der sich aber vermutlich auf die Wüstung Gockenbach bei Hellenhahn bezieht. Für das Jahr 1706 wird die Erbauung einer Kapelle im Dorf erwähnt, die 1935 abgebrochen wurde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Blei- und Silberbergbau nahe Gackenbach betrieben, dem damals schon eine ältere Tradition zugeschrieben wurde. 1879 erfolgte der Bau der heutigen Pfarrkirche, 1881 der des Pfarrhauses, womit Gackenbach auch Zentrum des Kirchspiels wurde. Laut Überlieferung befand sich in der Nähe Gackenbachs die heute nicht mehr fassbare Sarnburg. Im Ort wurden im Jahr 1563 17 Feuerstellen gezählt, im Jahr 1787 137 Einwohner und 1814 163 Einwohner. Die Zählung aus dem Jahr 1818 fasst Gackenbach, Dies und Kirchähr mit 239 Einwohnern zusammen.

Der heutige Ortsteil Kirchähr war zunächst die bedeutendere Siedlung, da sich dort der Sitz des örtlichen Kirchspiels befand. Der Name geht, wie der von Weinähr, auf Anara als alte Bezeichnung des Gelbachs zurück. Das Kirchspiel Kirchähr wird im Jahr 1346 erstmals erwähnt, dürfte aber älter sein, da es wie Esten-Holzappel (erstmals 1198 erwähnt) aus der Pfarrei Humbach hervorging, die wiederum auf das 10. Jahrhundert zurückgeht. Zum Kirchspiel gehörten Gackenbach, Dies, Horbach, Hübingen, zeitweise auch Ettersdorf sowie die heute wüst gefallenen Orte Sarenberg (rund 500 Meter südsüdöstlich von der Kirche in Gackenbach), Wilchenhausen und Nentzingen. Bauhistorisch lässt sich der Westturm der Kirche in Kirchähr im 12. Jahrhundert verorten, ihr Schiff im 13. Jahrhundert. In der Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden Chor und Seitenschiffe im Stil der Spätgotik. 1680 wurde ein Pfarrhaus als Ersatz des älteren Vorgängergebäudes errichtet. Der Sitz der Pfarrei ging 1881 nach Gackenbach über, das zentraler zu den übrigen zugehörigen Orten lag und wohl deutlich mehr Einwohner hatte. Statt des zunächst vorgesehenen Abrisses erfolgte 1908 eine Restaurierung der Kirche. Wohl in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde in Kirchähr eine Kirchspielschule eingerichtet. Zumindest bis 1816 bestand das Schulhaus weiter. Das Kirchspiel Kirchähr bildete zugleich auch eine "Zeche" genannte Untergliederung des weltlichen Amts Montabaur, der spätestens 1541 einen Heimberger in Kirchähr vorstand.

Der heutige Ortsteil Dies wurde im Jahr 1343 erstmals erwähnt. Allerdings datiert die Erwähnung des Dieser Bachs auf die Mitte des 10. Jahrhunderts, frühestens 913. Der Ort bestand ursprünglich aus zwei Teilen nördlich und südlich des Dieser Bachs. Der nördliche Teil gehörte zum Zehnt Humbach-Montabaur, der südliche zur Grundherrschaft Winden-Weinähr. Erst 1818 erfolgte im Herzogtum Nassau die Zusammenlegung und Eingemeindung nach Gackenbach-Kirchähr. Wirtschafltich wurde der Ort von mehreren Hofreiten und einer, von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an mindestens zwei Mühlen geprägt.

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Gackenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 239
1835 365
1871 364
1905 320
1939 328
Jahr Einwohner
1950 358
1961 334
1970 339
1987 410
2005 583

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Gackenbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus und SebastianBearbeiten

Die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus und Sebastian in Kirchähr besteht mindestens seit 1200. Bis zur Fertigstellung der neuen Pfarrkirche in Gackenbach im Jahre 1884 war sie Sitz der Pfarrei Kirchähr. Jetzt hat diese Funktion die Gackenbacher Kirche übernommen und ist als beherrschendes Wahrzeichen des Dorfes weit über die Höhen des Buchfinkenlandes hinaus zu sehen. Die Pfarrkirche wurde innen zu großen Teilen mit Zierrat der alten romanischen Kirche in Kirchähr ausgestattet. Sehenswert ist u. a. das Flügelretabel, das aus der Zeit um 1480 stammt.

Wild- und Freizeitpark WesterwaldBearbeiten

 
Sommerrodelbahn in Gackenbach im Wald - und Freizeitpark Westerwald

In Gackenbach befindet sich der Wild- und Freizeitpark Westerwald, in dem Besucher auf ca. 60 Hektar Fläche viele einheimische Tierarten sowie Wisente in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten können. Des Weiteren gibt es eine Streichelwiese, Grillplätze sowie eine Sommerrodelbahn von 400 Metern Länge.[4]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Die Fritz Stephan Medizintechnik GmbH stellt Geräte für die Medizin her. Die Schmidt Consulting & Vertrieb GmbH & Co. KG stellt schlüsselfertige Solarstromanlagen her und überwacht diese satellitengestützt. Die Holzbau Kappler GmbH & Co. KG, ansässig im Ortsteil Dies stellt Holzhäuser in Holzrahmenbauweise her.

PersönlichkeitenBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. http://www.wild-freizeitpark-westerwald.de/aktuelles/