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Karte des Amtes Hachenburg 1828
Das Amt Hachenburg von 1816 in Orange innerhalb des heutigen Kreisgebietes

Das Amt Hachenburg war ab 1799 ein Nassau-Weilburger und ab 1806 ein herzoglich nassauisches Amt mit Sitz in Hachenburg. Das Amt ging 1867 im Oberwesterwaldkreis auf.

GeschichteBearbeiten

Das Amt war weitgehend deckungsgleich mit der früheren Grafschaft Sayn-Hachenburg. Das Amt bestand aus den ehemals Sayn-Hachenburgischen Orten, die 1799 an Nassau-Weilburg gefallen waren: Hachenburg, Ahlhausen, Alpenrod, Altburg, Altstadt, Astert, Atzelgift, Berod, Borod, Bretthausen, Burbach, Dehlingen, Ehrlich, Gehlert, Giesenhausen, Hanwerth, Heimborn, Heuzert, Hirtscheid, Höchstenbach, Hütte, Kirburg, Kroppach, Kundert, Laad, Langenbach, Lautzenbrücken, Limbach, Luckenbach, Marzhausen, Merkelbach, Mittelhattert, Mörlen, Mudenbach, Mündersbach, Müschenbach, Neunkhausen, Niederhattert, Niedermörsbach, Nister, Norken, Oberhattert, Obermörsbach, Rossbach, Stein, Streithausen, Wahlrod, Welkenbach, Wied, Wingert, Winkelbach, Winterhof, Korb, Lochum (die beiden letzten waren vorher gemeinschaftlich mit Nassau-Weilburg) und die Abtei Marienstatt.

Nach der Märzrevolution 1848 wurde die Verwaltung neu geordnet. Mit Gesetz vom 4. April 1849 wurden in Nassau Verwaltung und Rechtsprechung auf unterer Ebene getrennt. Die Reform trat zum 1. Juli 1849 in Kraft.[1] Für die Verwaltung wurden 10 Kreisämter gebildet, die Ämter als Justizämter (also Gerichte der ersten Instanz) weitergeführt. Die Verwaltungsaufgaben des Amtes Hachenburg wurden vom Kreisamt Hachenburg wahrgenommen, die Rechtsprechung vom Justizamt Hachenburg. Die Reform wurde jedoch bereits am 1. Oktober 1854 wieder rückgängig gemacht, die Kreise wieder abgeschafft und die vorigen Ämter wiederhergestellt.[2]

PreußenBearbeiten

Mit der Annexion Nassaus durch Preußen wurden auch die Ämter in ihrer alten Form aufgelöst und durch Kreise ersetzt. Das Amt Hachenburg bildete 1867 gemeinsam mit den Nachbarämtern Marienberg und Rennerod den Ober-Westerwald-Kreis.[3] Erst im Rahmen dieser Neuordnung wurden Verwaltung und Rechtsprechung getrennt. Für die Rechtsprechung in erster Instanz, die bisher durch das Amt vorgenommen wurde, wurde, zunächst die richterlichen Beamte in den Ämtern zuständig und zum 1. September 1867 das Amtsgericht Hachenburg gebildet.[4]

Aber auch nach der Kreisgründung bleibt die bisherige Amtsstruktur erhalten. Die Königliche Verordnung vom 22. Februar 1867 regelte: „[…] bleiben die Amtsbezirke als engere Verwaltungsbezirke in ihrer bisherigen Begrenzung bestehen.“[5] Die ehemaligen Ämter bilden die Bezirke des Kreises. Gemäß § 13 der Kreisverfassung entsendeten die Bezirke, also die ehemaligen Ämter, jeweils sechs Vertreter in den neuen Kreistag. Der Amtmann hatte die Aufsicht über die Ortspolizei und Organ des Landrates.

Mit der Verwaltungsreform von 1885/1886 wurden die Ämter endgültig aufgelöst.[6]

AmtmännerBearbeiten

  • Johann Lebrecht August Magdeburg 1799–1816
  • Christian Milchsack 1816–1823
  • Georg Wilhelm Herborn 1823–1826
  • Heinrich Ernst Schwab 1826–1832
  • Lorenz Schindling 1832
  • Franz Flach 1833–1837
  • Daniel Spieß 1837–1843
  • Wilhelm Heinrich Viktor Gödecke 1843–1849
  • Ernst Heinrich Wolf(f) 1854–1860, vorher Kreisamtmann in Hachenburg
  • Friedrich Wilhelm Heye 1860–1864
  • Alexander Carl Wilhelm Christian Westerburg (I) 1864/1865–1869
  • Karl Goedecke 1869/1870–1871
  • Wilhelm Rabe|Friedrich Wilhelm Rabe 1872–1875
  • Max von Graevenitz 1875–1882
  • Friedrich Karl Ernst Schultze 1882–1886

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Klein: Band 11: Hessen-Nassau, der Reihe: Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945, 1979, ISBN 3879691266, S. 151–152

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gesetz vom 4. April 1849 (VBl S. 87); Gesetz, die Vollziehung des Gesetzes über die Trennung der Rechtspflege von der Verwaltung in der unteren Instanz betreffend vom 31. Mai 1849, (VBl S. 409).
  2. Gesetz vom 24. Juli 1854 (Bvl. S. 160).
  3. Verordnung, betreffend die Organisation der Verwaltungsbehörden in dem vormaligen Kurfürstenthume Hessen, in dem vormaligen Herzogthume Nassau, in der vormals freien Stadt Frankfurt und in den bisher Bayerischen und Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, vom 22. Februar 1867, § 4, GS S. 273 (Digitalisat). Auch veröffentlicht als Beilage zum Intelligenzblatt für Nassau vom 11. März 1867.
  4. VO vom 26. Juni 1867, GS S. 1094
  5. Verordnung, betreffend die Organisation der Verwaltungsbehörden … vom 22. Februar 1867, § 8 und 9, GS S. 273
  6. GS 1885, S. 229