Hauptmenü öffnen

GeschichteBearbeiten

 
Teile des Amtsgebiets auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1819

Fürstentum Nassau-WeilburgBearbeiten

Die Errichtung des Amtes erfolgte bereits im ausgehenden Mittelalter für die Stadt Weilburg und die umgebenden Dörfer. Diese Region bildete eine zusammenhängende Herrschaft die bereits bei der nassauischen Bruderteilung 1255 vom Bistum Worms an das Haus Nassau gelangt war.

Als Graf Ludwig II. von Nassau-Weilburg seine Residenz in das Schloss Saarbrücken verlegte, wertete er das Amt Weilburg zum Oberamt für die Grafschaft Weilburg auf, indem er ihm die Ämter Merenberg und Weilmünster unterstellte. An der Spitze des Amts stand ein Amtmann, der teilweise mehrere Ämter in Personalunion führte. Die Finanzverwaltung oblag in jedem Amt einem Keller. Teilweise waren mehrere Kellereien in Personalunion zusammengefasst. Amtmann und Keller unterstanden der Kanzlei in Weilburg als Zentralbehörde der Grafschaft.

Im 17. Jahrhundert, insbesondere infolge des Dreißigjährigen Kriegs, kam es zur Stärkung des Amts zulasten der alten Schöffengerichte. Die Ämter Weilburg, Merenberg und Weilmünster wurden zum kombinierten Amt zusammengefasst. Dieses wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts um die Grundherrschaft Elkerhausen erweitert.[1]

Unter Fürst Karl August kam es zu einer umfassenden Verwaltungsreform. Hierbei wurden die allgemeine Amtsverwaltung und die Finanzverwaltung vollständig getrennt. Die jeweiligen Bezirke bleiben jedoch erhalten. Die Ämter des Oberamts Weilburg werden wie folgt gegliedert:

Weilburg Weilmünster Merenberg
  • Ahausen,
  • Selters,
  • Drommershausen,
  • Hirschhausen,
  • Philippstein,
  • Bermbach,
  • Laimbach,
  • Cubach
  • Edelsberg,
  • Esserhausen,
  • Freienfels,
  • Weinbach,
  • Elkerhausen,
  • Gräveneck,
  • Kirchhofen
  • Weilmünster,
  • Lützendorf,
  • Ernsthausen,
  • Möttau,
  • Altenkirchen,
  • Dietenhausen,
  • Langenbach,
  • Rohnstadt,
  • Aulenhausen,
  • Audenschmiede
  • Merenberg,
  • Hasselbach,
  • Allendorf,
  • Reichenborn,
  • Barig,
  • Selbenhausen

Die Stadt Weilburg bildete ein eigenständiges Unteramt mit einem Landschultheißen.

Seit 1773 kam von Oranien Nassau das Amt Löhnberg an Nassau-Weilburg und wurde dem Oberamt Weilburg unterstellt. Das Amt umfasste die Orte Löhnberg, Waldhausen und Odersbach.

Herzogtum NassauBearbeiten

Zwischen 1803 und 1815 erfolgten im Herzogtum Nassau mehrfache Amtsreformen mit Änderungen der Grenzen. Im Herzogtum hatte das Amt ab 1815 folgende Zusammensetzung:

  • Von Nassau-Weilburg: Ahausen, Allendorf, Altenkirchen, Audenschmiede, Aulenhausen, Barig, Bermbach, Dietenhausen, Drommershausen, Edelbserg, Einhaus, Elkerhausen, Ernsthausen, Essershausen, Freienfeld, Gräveneck, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Kubach, Laimbach, Langenbach, Lützendorf, Merenberg, Möttau, Philippstein, Reichenborn, Rohnstadt, Selbenhausen, Selters, Waldhausen, Weilburg, Weilmünster, Weinbach
  • Aus dem Gemeinschaftsbesitz von Nassau-Weilburg und Oranien-Nassau: Löhnberg, Odersbach, Waldhausen
  • Von Oranien-Nassau: Dillhausen, Mengerskirchen; Niedershausen, Obershausen, Probbach, Winkels.

Nach der Märzrevolution 1848 wurde die Verwaltung neu geordnet. Mit Gesetz vom 4. April 1849 wurden in Nassau Verwaltung und Rechtsprechung auf unterer Ebene getrennt. Die Reform trat zum 1. Juli 1849 in Kraft.[2] Für die Verwaltung wurden 10 Kreisämter gebildet, die Ämter als Justizämter (also Gerichte der ersten Instanz) weitergeführt. Die Verwaltungsaufgaben des Amtes Weilburg wurden vom Kreisamt Hadamar wahrgenommen. Die Reform wurde jedoch bereits am 1. Oktober 1854 wieder rückgängig gemacht, die Kreise wieder abgeschafft und die vorigen Ämter wiederhergestellt.[3]

Königreich PreußenBearbeiten

Mit der Annexion Nassaus durch Preußen werden auch die Ämter in ihrer alten Form aufgelöst und durch Kreise ersetzt. Das Amt Weilburg bildet 1867 gemeinsam mit den Ämtern Runkel und Hadamar den Oberlahnkreis. Mit der Verwaltungsreform von 1885/1886 wurden die Ämter endgültig aufgelöst.[4]

AmtssitzeBearbeiten

 
Das Amtsgebäude von 1775 ist heute noch Sitz des Amtsgerichts
 
Haus Bogengasse 2/4, Vorübergehender Amtssitz 1803/1841

Bis 1703 war das Amt im Amtshof an der Stadtmauer, Pfarrgasse 2,[5] untergebracht. Das Gebäude wurde 1709 bei der Erweiterung des Schlossparks abgerissen.

Ab 1703 hatte der Amtmann seinen Sitz im Ertzmannschen Hof, Langgasse 3. Wegen Baufälligkeit des Gebäudes befand sich 1762–1768 der Amtssitz im Gebäude der Münze am Hainerberg, dem heutigen Standort der Hainkaserne. 1768 wurde das Amt wieder in den Ertzmannschen Hof zurückverlegt. Das Gebäude wurde 1839 abgerissen und mit dem Schulhaus überbaut.[6]

In den Jahren 1775–1778 erfolgte der Bau des Amthauses in der Mauerstraße 25.[7] Da das Gebäude ab 1803 als Ministerialgebäude genutzt wurde, musste das Amt in das Gebäude Bogengasse 2/4 ausweichen.[8] Ab 1841 konnte das Amt wieder das Amtshaus, Mauerstraße 25, nutzen. Nach den Preußischen Verwaltungsreformen verblieb das Amtsgericht Weilburg in diesem Gebäude.

Übersicht der Orte 1843Bearbeiten

Ort Gemarkung in Morgen Anzahl der Häuser Einwohner
Weilburg 2049 300 2476
Ahausen 1616 64 363
Allendorf 1810 47 300
Altenkirchen 2333 83 470
Audenschmiede 302 9 63
Aulenhausen 1193 38 224
Barig und Selbenhausen 1670 46 270
Bermbach 1115 22 138
Cubach 3041 92 540
Dietenhausen 1875 56 281
Dillhausen 1923 88 551
Drommershausen 2018 52 370
Edelsberg 1857 58 318
Elkerhausen 1984 79 443
Ernsthausen 2771 69 430
Essershausen 1541 27 166
Freyenfels 1075 33 193
Gräveneck 2760 54 322
Hasselbach 2153 59 365
Hirschhausen 2517 71 391
Kirschhofen 1895 62 368
Laimbach 1058 23 130
Langenbach 2481 62 343
Löhnberg 4129 127 682
Lützendorf 930 27 142
Mengerskirchen 4455 160 953
Merenberg 3842 119 710
Möttau 1770 30 174
Niedershausen 3107 132 781
Obershausen 4145 66 410
Odersbach 1806 80 467
Philippstein 3387 69 413
Probbach 1842 84 495
Reichenborn 1221 60 330
Rohnstatt 1814 38 187
Selters 1910 35 185
Waldhausen 1917 85 510
Weilmünster 9616 226 1398
Weinbach 4062 110 641
Winkels 1440 81 510

Liste der AmtmännerBearbeiten

  • 1740–1755 Schmidtborn
  • 1755 Heß[9]
  • 1755–1758 Dombois
  • 1758–1764 Chuno
  • 1764–1774 Thamerus
  • 1774–1777 Birke
  • 1777–1784 Petsch
  • 1784–1788 Friedrich Ludwig Michael Müller[10]
  • 1788–1800 Langendorf
  • 1800–1816 W. Ch. Wüstenfeld
  • 1816–1835 Hermann Jacob Pagenstecher[11]
  • 1835–1840 C. Gieße
  • 1840–1849 R. Schenk
  • 1849–1880 Rudolph von Reichenau
  • 1880–1884 Ch. Schütz
  • 1884–1886 R von Spillner

LiteraturBearbeiten

  • Christian Spielmann: Geschichte der Stadt und Herrschaft Weilburg. Stadt Weilburg, Weilburg 2005 (Erstausgabe: 1896).
  • Edith Bröckel u. a.: Weilburg-Lexikon. Magistrat der Stadt Weilburg, Weilburg 2006.
  • Falko Lehmann: Kulturdenkmäler in Hessen Landkreis Limburg-Weilburg. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Band 2. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1994, ISBN 3-528-06243-6.
  • Christian Daniel Vogel: Beschreibung des Herzogthums Nassau. Beyerle, Wiesbaden 1843.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Joachim Häbel: Amt Weilburg (HHStAW Bestand 160). In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 1991, abgerufen am 12. August 2013.
  2. Gesetz vom 4. April 1849 (VBl S. 87); Gesetz, die Vollziehung des Gesetzes über die Trennung der Rechtspflege von der Verwaltung in der unteren Instanz betreffend vom 31. Mai 1849, (VBl S. 409)
  3. Gesetz vom 24. Juli 1854 (Bvl. S. 160)
  4. GS 1885, S. 229
  5. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Pfarrgasse 2 In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen. Zugegriffen 12. August 2013.
  6. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Langgasse 3: Ehem. Volksschule In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen. Zugegriffen 12. August 2013.
  7. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Mauerstraße 25: Amtsgericht/ Ehem. Amtshaus In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen. Zugegriffen 12. August 2013.
  8. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Bogengasse 2/4: Ehem. Synagoge und Husarenkaserne In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen. Zugegriffen 12. August 2013.
  9. Andreas Wilhelm: Nassau-Weilburg 1648–1806; S. 162
  10. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie; S. 529
  11. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie; S. 598