Schutzpatron

Heiliger nach katholischem und orthodoxem Verständnis

Ein Schutzpatron (von lat. patronus „Schutzherr, Anwalt“) ist nach römisch-katholischem und orthodoxem Verständnis ein Heiliger, der in besonderer Weise um seine Fürsprache für einen bestimmten Ort, eine Region, einen Beruf oder einen Zustand angerufen wird. Dieses besondere Schutzverhältnis wird als Patrozinium bezeichnet. Bei weiblichen Schutzheiligen verwendet man den Begriff Schutzpatronin, seltener auch den lateinischen Ausdruck Patrona.

Heilige als PatroneBearbeiten

 
Patrone Europas. Oben von links nach rechts die hll. Methodius, Katharina von Siena, Cyrill. Unten die hll. Birgitta von Schweden, Benedikt von Nursia und Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein).

Gemäß der Lehre der römisch-katholischen Kirche und orthodoxen Kirchen dürfen Gläubige Heilige um ihr fürbittendes Gebet bei Gott bzw. der heiligen Dreifaltigkeit anrufen, die Heiligen werden dabei aber keineswegs angebetet noch werden ihnen göttliche Kräfte zugesprochen.

Aus diesem Verständnis heraus vertrauen sich einzelne Länder, Diözesen, Regionen, Orte, Lebens- und Berufsstände bestimmten Heiligen als ihrem Schutzpatron an, dem sie sich in besonderer Weise verbunden fühlen: Zimmerleute etwa dem hl. Josef, Fährleute dem hl. Christophorus. Der Erzengel Michael gilt als Schutzpatron Deutschlands, Leopold und Niklaus von Flüe sollen Österreich und die Schweiz beschützen. Soweit ein Heiliger besonders an einem Ort angerufen wird, spricht man von einem Ortspatron. Diese Beziehung kann von dem Patrozinium der örtlichen Kirche abgeleitet sein. Zuweilen gibt es mehrere Orts- oder Kirchenpatrone.

Weltliche SchutzpatroneBearbeiten

Daneben wurde als Schutzpatron zuweilen auch ein Ritter bezeichnet, der Kirchengebäude und Klöster vor weltlichen Übergriffen zu schützen hatte. Reguläre weltliche Schutzpatrone von Klöstern und Stiftern hießen Vögte.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Die Schutzpatrone und Orakel der Bauern. In: Die Gartenlaube. Heft 11, 1867, S. 165–168 (Volltext [Wikisource]).
  • A. M. Pachinger: Über Krankheitspatrone auf Heiligenbildern. In: Sudhoffs Archiv, 2, 1909, S. 351–374.
  • Oskar Rosenthal: Wunderheilungen und ärztliche Schutzpatrone. Leipzig 1925.

WeblinksBearbeiten

Commons: Schutzpatron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien