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Richelieu Motor Car Corporation

ehemaliger Automobilhersteller
Richelieu Motor Car Corporation
Rechtsform Kapitalgesellschaft
Gründung 1921
Auflösung 1923
Auflösungsgrund Insolvenz
Sitz Asbury Park, Monmouth County, New Jersey, USA
Leitung N. G. Rost
Branche Automobilhersteller

Die Richelieu Motor Car Corporation ist ein ehemaliger US-amerikanischer Automobilhersteller der von 1922 bis 1923 ein Luxusautomobil baute.

UnternehmensgeschichteBearbeiten

 
Richelieu-Anzeige, ca. 1922
 
Richelieu T-85 Sport Touring, wahrscheinlich mit Fleetwood-Karosserie (1922)
 
Richelieu T-85 Touring, wahrscheinlich mit Fleetwood-Karosserie (1922)

Das Unternehmen wurde von ehemaligen Mitarbeitern der Duesenberg Motors Corporation (DMC) gegründet, die im Ersten Weltkrieg in Elizabeth und Poughkeepsie (New York) überwiegend Flugzeugmotoren gebaut hatte. In der Folge gelangten die Rechte am großvolumigen Duesenberg-Vierzylindermotor Walking Beam an die Rochester Motors Company, Inc. Richelieu war einer der Kunden, welche diese Rochester-Duesenberg genannten Motoren verwendeten.[1] Leitende Mitarbeiter von Rochester waren im Vorstand vertreten und es scheint, dass der Motorenbauer versucht hat, über diesen Autobauer den Absatz seiner Motoren anzukurbeln. Richelieu war der jüngste und letzte Hersteller, der Automobile mit solchen Motoren auf den Markt brachte.[2]

Präsident der Richelieu Motor Car Corporation war der ehemalige DMC-Verkaufsleiter N. G. Rost, Vizepräsident William Beckman, Fred Duesenbergs ehemaliger Assistent in der DMC. Der weitere Vorstand setzte sich aus Bankern und Investoren zusammen. Die Gründung erfolgte im Oktober 1921 und die Vorstellung des einzigen Modells Richelieu T-85 am New Yorker Automobilsalon Ende November des gleichen Jahres.[1] Es scheint, dass einer der Kapitalgeber Newton Van Zandt war, der zuvor mit wenig Erfolg und oft dubiosen Methoden die Revere Motor Car Corporation und die Duesenberg Automobile & Motors Corporation geleitet hatte. ReVere war ein Mitbewerber, der ebenfalls Duesenberg-Motoren verwendete. Es wird nicht ausgeschlossen, dass Van Zandt heimlich einen ReVere nach Asbury Park brachte und diesen dort ohne Wissen von Revere als Blaupause für den T-85 verwendete.[3]

Der T-85 war anfangs nur als viertüriger Touring mit einer Karosserie von Fleetwood erhältlich.[4] Das Design war sportlich-europäisch ausgerichtet. Der Radstand betrug 3327 mm (131 Zoll). Mit der vernickelten, oben gerundeten Kühlereinfassung erinnerte der Richelieu an große Fiat-Modelle. Er hatte eng geschnittene Kotflügel und kein durchgehendes Trittbrett. Stattdessen gab es zu jeder der vier Türen eine vernickelte Trittstufe. Drahtspeichenräder, große, trommelförmige Scheinwerfer und eine horizontal geteilte Windschutzscheibe vervollständigten die Ausstattung. Die 85 bhp (63,4 kW) boten eine zu ihrer Zeit mehr als ausreichende Leistung; die Rennversion von der er abgeleitet worden war, hatte 100 bhp (74,6 kW).[1]

Allerdings war der geforderte Preis von US$ 3950,- für den Viersitzer beachtlich: Der Richelieu war ein Luxusauto und teurer als die etablierte Konkurrenz, z. B. von Peerless oder Packard.

Für 1923 gab es mehr Karosserievarianten, alle wiederum von Fleetwood produziert. Zum Touring kam ein zweisitziger Roadster, je zu US$ 4200,-, und neu war auch ein siebensitziger Sedan zu US$ 6000,-. Nach einer Quelle wurde Richelieu nach anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten von einem lokalen Karosseriebauunternehmen, der United Body Company in Rahway (New Jersey) übernommen, welches auch die letzten Karosserien lieferte. United Body hatte als einer der Zulieferer von Locomobile-Werkskarosserien und mit Einzelanfertigungen für verschiedene europäische Marken (Mercedes, Renault, Rolls-Royce) Erfahrung mit dem Markt für Oberklasse-Automobile.[5] Es zeigte sich bald, dass Richelieu nicht stark genug war, um die Anfang der 1920er-Jahre eingetretene Wirtschaftskrise zu überstehen. Im Februar 1923 musste das Unternehmen seine Zahlen offenlegen. Schulden von US$ 46.851,- standen demnach Werte von US$ 2723,- gegenüber.[1]

Die Geschäftsleitung versuchte eine Nachfolgefirma namens Advanced Motors zu etablieren und kündigte den Bau eines leichten Sportwagens mit der Bezeichnung Barbarino an. In der Folge kam es zu einem Gerichtsstreit mit dem Konstrukteur Salvatore Barbarino und der Barbarino Motor Car Company. Advanced Motors wurde bis Anfang 1923 untersagt, weitere Aktien auszugeben.[1]

Autohersteller mit Rochester-Duesenberg MotorBearbeiten

 
Roamer Model D4 Touring mit Rochester-Duesenberg Vierzylinder (1920)

Bis weit in die 1920er Jahre verkaufte Rochester diese Motoren als Rochester-Duesenberg an eine Reihe kleiner und exklusiver Automobilhersteller:

Genannt, aber nicht zweifelsfrei nachweisbar werden:

Ein erhalten gebliebenes Fahrzeug, das in älterer Literatur irrtümlich der Marke Biddle (Philadelphia, Pennsylvania; 1915–1922).[18] zugeordnet worden ist, wird nun als Argonne gesehen.[14]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 1289 (Richelieu).
  2. Roe: Duesenberg - The Pursuit of Perfection. 1982, S. 70.
  3. hemmings.com: ReVere's Ride.
  4. coachbuilt.com: Fleetwood.
  5. coachbuilt.com: United body.
  6. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars, 1805–1942. 1996, S. 62–63 (Argonne).
  7. a b Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 1344–1345 (Shaw/Hertz).
  8. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 355 (Colonial/Hertz).
  9. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 803 (Kenworthy).
  10. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 966 (Meteor).
  11. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805-1942, 1996, S. 1245–1246 (Premocar).
  12. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 1286–1287 (ReVere).
  13. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 1297–1299 (Roamer).
  14. a b c Roe: Duesenberg - The Pursuit of Perfection. 1982, S. 63–66.
  15. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 1564 (Wolverine).
  16. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 1996, S. 961 (Mercury).
  17. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars, 1805–1942. 1996, S. 1344 (Shad-Wyck).
  18. Kimes, Clark: Standard Catalog of American Cars, 1805–1942. 1996, S. 124–125 (Biddle).