Hauptmenü öffnen

Jean-Michel Martin

Belgischer Autorennfahrer
Der Rondeau M379 mit dem Gordon Spice, Philippe und Jean-Michel Martin 1980 Gesamtdritte beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans wurden

Jean-Michel Martin (* 19. Juni 1953 in Brüssel) ist ein belgischer Unternehmer und ehemaliger Autorennfahrer.

FamilieBearbeiten

Jean-Michel Martin ist der Bruder von Philippe Martin, der ebenfalls als Fahrer im Motorsport aktiv war. Sein Sohn Maxime trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Profirennfahrer.

UnternehmerBearbeiten

Nach dem Ende seiner professionellen Rennkarriere mit dem Ablauf der Saison 2001 eröffnete Jean-Michel Martin in Woluwe eine BMW-Vertragswerkstatt. Seine Kontakte aus der Rennfahrerzeit ermöglichten ihm den Import von Alpina-Wagen, die er exklusiv in Belgien vertrieb. Neben Fahrzeugen der Marke Mini werden seit 2016 an allen BMW-Martin-Standorten in Belgien auch Jaguar- und Land-Rover-Modelle angeboten.

Karriere als RennfahrerBearbeiten

In den 1970er- und 1980er-Jahren war Jean-Michel Martin einer der bekanntesten und erfolgreichsten belgischen Tourenwagenpiloten. Fünfmal, 1977[1], 1980[2], 1986[3], 1989[4] und 1999[5], gewann er auf BMW- und Audi-Modellen die Gesamtwertung der belgischen Tourenwagen-Meisterschaft. 26-mal war er beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps am Start, viermal gewann er die Gesamtwertung des Rennens. 1979 fuhr er gemeinsam mit seinem Bruder Philippe einen Ford Capri für das Rennteam von Gordon Spice. Das Duo gewann das Rennen mit einem Vorsprung von zwei Runden auf den BMW 500i von Jean-Claude Andruet und Eddy Joosen[6]. Ein Jahr später wiederholte das Brüderpaar den Erfolg. 1987 siegte er als Partner von Eric van de Poele und Didier Theys im BMW M3[7]. Sein letzter Sieg datierte aus dem Jahr 1992, als er das Rennen gemeinsam mit Steve Soper und Christian Danner gewann.

Auch im Sportwagen war Martin erfolgreich. Gleich bei seinem Debüt beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1980 schaffte er eine Podiumsplatzierung. Mit Bruder Philippe und Gordon Spice als Teamkollegen wurde er auf einem Rondeau M379 Gesamtdritter, neun Runden hinter den siegreichen Teamkollegen Jean Rondeau und Jean-Pierre Jaussaud. Ein weiterer dritter Endrang gelang ihm beim 6-Stunden-Rennen von Silverstone 1982. Seine beste Platzierung bei einem Sportwagenrennen war der zweite Rang beim 9-Stunden-Rennen von Kyalami 1981. In Le Mans war er in den 1980er-Jahren Werksfahrer bei Mazdaspeed und fuhr die Wankelmotor-Rennwagen 727C und 737C. Der dritte Rang 1980 blieb seine beste Platzierung bei diesem 24-Stunden-Rennen.

StatistikBearbeiten

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1980 Frankreich  Belga Jean Rondeau Rondeau M379 Belgien  Philippe Martin Vereinigtes Konigreich  Gordon Spice Rang 3
1981 Vereinigtes Konigreich  Alain de Cadenet De Cadenet-Lola LM Belgien  Philippe Martin Vereinigtes Konigreich  Alain de Cadenet Ausfall Motorschaden
1982 Deutschland  Belga Team Joest Racing Porsche 936C Belgien  Philippe Martin Frankreich  Bob Wollek Ausfall Motorschaden
1983 Deutschland  Belga Team Joest Racing Porsche 936C Belgien  Philippe Martin Belgien  Marc Duez Ausfall Benzinpumpe
1984 Japan  Mazdaspeed Co. Ltd. Mazda 727C Belgien  Philippe Martin Irland  Dave Kennedy Rang 15
1985 Japan  Mazdaspeed Co. Ltd. Mazda 737C Belgien  Philippe Martin Irland  Dave Kennedy Rang 19
1986 Vereinigtes Konigreich  Spice Engineering Spice SE86C Vereinigtes Konigreich  Ray Bellm Vereinigtes Konigreich  Gordon Spice Rang 19

LiteraturBearbeiten

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909413-06-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten