Plombières-les-Bains

französische Gemeinde

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Plombières-les-Bains
Wappen von Plombières-les-Bains
Plombières-les-Bains (Frankreich)
Plombières-les-Bains
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Vosges (88)
Arrondissement Épinal
Kanton Le Val-d’Ajol
Gemeindeverband Porte des Vosges Méridionales
Koordinaten 47° 58′ N, 6° 28′ OKoordinaten: 47° 58′ N, 6° 28′ O
Höhe 335–576 m
Fläche 27,26 km²
Einwohner 1.641 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 60 Einw./km²
Postleitzahl 88370
INSEE-Code
Website www.plombieres-les-bains.fr

Lage von Plombières-les-Bains
im Département Vosges
Plombières-les-Bains

Plombières-les-Bains ist eine französische Gemeinde mit 1641 Einwohnern (1. Januar 2018) im Département Vosges in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Épinal und ist Hauptort des Kantons Plombières-les-Bains.

GeografieBearbeiten

Die Stadt liegt am Ufer des Flusses Augronne. Auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es 27 schwach mineralisierte Heiße Quellen, die reich an Spurenelementen sind. Die Thermalquellen von Plombières erreichen Temperaturen zwischen 57 und 84 Grad. Die Gemeinde liegt im Regionalen Naturpark Ballons des Vosges. Zu Plombières-les-Bains gehört seit 1973 das Dorf Ruaux.

Nachbargemeinden von Plombières-les-Bains sind Bellefontaine im Norden, Saint-Nabord im Nordosten, Le Val-d’Ajol im Osten und Südosten, Fougerolles-Saint-Valbert mit Fougerolles im Süden, Aillevillers-et-Lyaumont im Südwesten, Le Clerjus im Westen sowie Xertigny im Nordwesten.

GeschichteBearbeiten

Die Quellen von Plombières wurden bereits zu gallo-römischer Zeit entdeckt und für ein erstes Thermalbad genutzt. Während der Völkerwanderung zerstört, wurde es im Mittelalter wieder aufgebaut. Auf einem Grundstück, das der Abtei Remiremont gehörte, ließ Herzog Friedrich III. auf der linken Seite der Augronne um 1292 eine Festung errichten, die wahrscheinlich bei einem Brand 1297 zerstört wurde.

Unter den Besuchern des Bades waren Michel de Montaigne, Voltaire, der Herzog von Guise, die Herzöge von Lothringen, Beaumarchais (nach einigen Quellen soll die Uraufführung seiner romantischen Komödie Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit hier stattgefunden haben,[1]) Napoléon Bonaparte, Joséphine de Beauharnais, Napoléon III., Hector Berlioz, Alphonse de Lamartine und Alfred de Musset.

Das Speiseeis Plombir wurde ursprünglich in der Stadt erfunden. Ab 1798 bot der Pariser Konditor Tortoni[2] seinen Kunden eine halbgefrorene Süßspeise aus Crème fraîche, Eiern, Vanille und kandierten Früchten namens Plombière an, die auch vom Schriftsteller Honoré de Balzac in seinen Briefen erwähnt wurde. Ab 1852 wurde Plombir in Paris in Waffelbechern hergestellt.[3]

Am 21. Juli 1858 fand im Pavillon des Princes (heute die Verwaltung der Société thermale) das Geheimtreffen zwischen Napoleon III. und Camillo Cavour, dem Premierminister des Königreichs Sardinien-Piemont, statt. Bei diesem Treffen schlossen die beiden einen Vertrag ab, in dem Frankreich seine Unterstützung für den Fall eines österreichischen Angriffs zusagte (→ Sardischer Krieg). Im Gegenzug musste Cavour das Königreich Savoyen und die Grafschaft Nizza abtreten. Dieser Vertrag war eine wichtige Voraussetzung für die Einigung Italiens im Jahre 1861 (→ Risorgimento).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 2.701 2.770 2.486 2.297 2.084 1.906 1.955

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Bain Stanislas, ein Badehaus aus dem 18. Jahrhundert
  • Bain National, ein klassizistisches Badehaus aus dem 19. Jahrhundert
  • Thermes Napoléon, Badehaus und Grand Hotel aus dem 19. Jahrhundert
  • 12 Original antike römische Statuen stehen seit den 1930er Jahren in Plombière, eine Leihgabe des Louvre in Paris.[4]
 
Thermes Napoléon in Plombières
 
Kirche Saint-Amé
 
Bain National in Plombières-les-Bains

PartnergemeindenBearbeiten

Plombières-les-Bains ist 1980 mit der deutschen Gemeinde Rickenbach (Hotzenwald) in Baden-Württemberg eine Gemeindepartnerschaft eingegangen. Eine überseeische Partnergemeinde ist seit 2013 Saint-Claude (Guadeloupe).[5]

PersönlichkeitenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Am 29. Juni 2021 erlitt die Gemeinde wenige Tage vor Beginn der Sommersaison einen kurzen, aber sehr schweren Hagel­sturm,[6] der das Hageleis von 80 cm bis zu 1,20 m Höhe in den Straßen auftürmte.[7] Keller, Erdgeschosse und Geschäfte wurden überflutet. Die Bürgermeisterin bezeichnete das Ereignis als „apokalyptisch“.[8]

FilmBearbeiten

  • Frankreichs mythische Orte – Plombières-les-Bains. (OT: Villages de France) Dokumentarfilm, Frankreich, 2012, 25:56 Min., Buch und Regie: Stéphane Jacques, Moderation: Emmanuel Laborde, Produktion: arte France, System TV, Reihe: Frankreichs mythische Orte (24/40), Erstsendung: 8. Juni 2012 bei arte, Inhaltsangabe von ARD.

WeblinksBearbeiten

Commons: Plombières-les-Bains – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marc Boyer: Histoire générale du tourisme du XVIe au XXIe siècle. Éditions L'Harmattan, Paris, 2005, ISBN 2-7475-8432-1, S. 64. Offiziell gilt allerdings das Pariser Théâtre de l'Odéon als Ort der Uraufführung.
  2. Vermischte Nachrichten: Der erste Konditor in Paris ist Tortoni. In: Regensburger Zeitung (Wochenbeilage), Mittwoch, 4. Februar 1829, Ausgabe Nr. 30, ohne Seitenangabe, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek / bavarikon.
  3. Paul Thorez: Les Enfants modèles. Lieu Commun, 1982, Seite 52.
  4. [1] TV Bericht France3 vom 19. Oktober 2021. Abgerufen am 19. Oktober 2021
  5. Commune de Saint-Claude (Gua). In: plombieres-les-bains.fr, aufgerufen am 2. Juli 2021.
  6. Hagel-Inferno in Frankreich. Im Osten Frankreichs kam es gestern zu massiven Unwettern. Der Hagel verwandelte die Straßen optisch in Schipisten. In: Kleine Zeitung, 30. Juni 2021, aufgerufen am 2. Juli 2021.
  7. Alfredo Graça, Leon Beurer: Heftiges Hagelunwetter setzt ganze Stadt unter Wasser! In: daswetter.com, 1. Juli 2021, aufgerufen am 2. Juli 2021.
  8. Cédric Lieto: Orage de grêle « apocalyptique » à Plombières-les-Bains. [= „Apokalyptischer“ Hagelsturm in Plombières-les-Bains.] In: France Bleu, 29. Juni 2021, aufgerufen am 2. Juli 2021.