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Logo des Kulturportals bavarikon

bavarikon ist das Internetportal des Freistaats Bayern zur Präsentation von Kunst-, Kultur- und Wissensschätzen aus Einrichtungen in Bayern. Beteiligt sind Archive, Bibliotheken und Museen sowie Institutionen der Landesverwaltung, der Denkmalpflege und aus der Wissenschaft.

bavarikon ermöglicht einen weltweiten und kostenlosen Zugang zu einem breiten Spektrum von Kulturgütern wie Urkunden und Archivalien, Handschriften, archäologischen Funden, Gemälden, Grafiken und Fotografien, Stadtplänen und Landkarten, Skulpturen, Zahlungsmitteln, Burgen und Schlössern sowie Volkskultur und vielem mehr. Ausgewählte Exponate werden als 3D-Objekte angeboten.

Die Digitalisate im Portal wurden teilweise eigens für bavarikon produziert. Das Portal wird monatlich um neue Inhalte erweitert und gewinnt laufend weitere Einrichtungen als neue Partner. Darüber hinaus können die Inhalte über Schnittstellen auch an die Deutsche Digitale Bibliothek und an die Europeana weitergeleitet werden.

bavarikon ging im April 2013 online. Es ist ein Bestandteil des Förderprogramms „Bayern Digital II“[1] der Bayerischen Staatsregierung und war in seinen Anfangsjahren ein Modul des „Bayerischen Kulturkonzepts“.

InhaltBearbeiten

bavarikon enthält etwa rund 270.000 vollintegrierte Objekte (Stand Februar 2019): digitalisierte Archivalien, Handschriften, Gemälde und andere Museumsstücke. Weitere Inhalte sind Datensätze zu Schlössern und Burgen sowie Karten, Fotografien und Informationen zu Orten, Institutionen und Personen. Hochauflösende Scans zeigen Abbildungen von Objekten, Gemälden und Texten aus dem bayerischen Kulturraum. Ausgewählte Exponate bayerischer Sammlungen präsentieren sich als dreidimensionale Objekte. Damit werden neue Perspektiven auf die Kunstgegenstände eröffnet: Sie lassen sich hin- und herbewegen, verkleinern, vergrößern und drehen. Parallel wurde die iOS-App "bavarikon 3D"[2] programmiert. Die Inhalte von bavarikon bestanden anfangs im Wesentlichen aus bereits vorhandenen Digitalisaten; sie werden seit 2014 laufend um weitere eigens im Rahmen des Projektes digitalisierte Objekte ergänzt. Im März 2017 ging die erste virtuelle Ausstellung des Kulturportals bavarikon mit dem Titel "Martin Luther und die Reformation in Bayern" online.[3] Seitdem präsentiert bavarikon regelmäßig neue Ausstellungen.

VorgeschichteBearbeiten

Den Kern bildete die seit 2000 bestehende und 2002 online gegangene Bayerische Landesbibliothek Online (BLO), ein kulturwissenschaftliches Informationsportal mit elektronischen Angeboten zu Geschichte und Kultur Bayerns. Die BLO ist ein Gemeinschaftsprojekt und wird von sechs bayerischen Bibliotheken unter der Federführung der Bayerischen Staatsbibliothek getragen. Sie hat mit Archiven, Behörden, Museen und Universitäten Kooperationspartner auch aus anderen Sparten, doch konnte sich dieses Konzept, u. a. aufgrund der Bezeichnung "Bibliothek", nur ansatzweise etablieren. Die Bayerische Staatsbibliothek entwickelte daher in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats der BLO, Ferdinand Kramer, die Idee eines spartenübergreifenden Kulturportals. Diese Idee wurde von der Politik aufgegriffen. Ministerpräsident Horst Seehofer kündigte schließlich im Rahmen seiner Regierungserklärung vom 25. Januar 2012 den Aufbau einer Internetpräsenz im Rahmen des Kulturkonzepts Bayern an, damals noch unter dem Arbeitstitel "Digitales Kulturportal Bayern".[4] Am 26. September 2012 erfolgte der Beschluss durch das Kabinett. Eines der Ziele war der möglichst schnelle Onlinegang einer Beta-Version. Nach sehr kurzer Entwicklungsphase wurde dieser Prototyp am 16. April 2013 live geschaltet.[5] Am 11. Mai 2015 konnte das Portal auf einer konsolidierten technischen Basis, mit neuen Features und einem sich kontinuierlich steigernden Umfang digitaler Objekte in den Regelbetrieb überführt werden.[6]

BeteiligungenBearbeiten

Die Inhalte liefern die sich beteiligenden Partner-Institutionen. Zu Beginn waren dies das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das Bayerische Nationalmuseum, die Bayerische Staatsbibliothek, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, das Haus der Bayerischen Geschichte, das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern (ehemals Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern), das Münchner Stadtmuseum und die Universitätsbibliothek Regensburg. Seit dem Onlinegang sind zahlreiche weitere Einrichtungen auch in nichtstaatlicher Trägerschaft hinzugekommen. Die Präsentation einer Vielzahl von Inhalten neuer Projektpartner ist in Vorbereitung.[7] Das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften stellt die Server, auf denen die Inhalte und die technische Infrastruktur vorgehalten werden.

PartnerinstitutionenBearbeiten

Organisation und FinanzierungBearbeiten

An der Spitze des Projektes steht eine Leitungsebene, die aus dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie dem Staatsministerium für Digitales besteht. Der Leitungsebene ist die Entscheidung über die grundsätzliche Ausrichtung von bavarikon sowie die Digitalisierungsstrategie für den künftigen inhaltlichen Ausbau vorbehalten. Sie wird unterstützt vom bavarikon-Rat, der sich aus derzeit 13 Mitgliedern aus bayerischen Kultureinrichtungen (Archive, Bibliotheken, Museen, Landesämter etc.) zusammensetzt.[8] Er gibt fachliche Empfehlungen für den technischen Betrieb, legt Kriterien für die Auswahl der Inhalte fest und entscheidet über die einzelnen Digitalisierungsprojekte. Die Bayerische Staatsbibliothek trägt den laufenden technischen, redaktionellen und organisatorischen Betrieb. Im Doppelhaushalt 2013/2014 wurden für Auf- und technischen Ausbau insgesamt 5 Millionen Euro brutto bereitgestellt.[9] Im Doppelhaushalt 2015/2016 waren jährlich zwei Millionen Euro für die Weiterentwicklung von bavarikon vorgesehen, ebenso im Doppelhaushalt 2017/18. Mit dem Nachtragshaushalt 2018 wurden die Mittel auf drei Millionen Euro erhöht.[10] Durch den Doppelhaushalt 2019/20 wurden Teile dieses Ansatzes in feste Personalstellen der Bayerischen Staatsbibliothek umgewidmet.

bavarikon ist Bestandteil der Digitalisierungsstrategie der Bayerischen Staatsregierung[11] und des Masterplans „Bayern Digital II“ vom 30. Mai 2017.[12]

LiteraturBearbeiten

  • Klaus Ceynowa und Stephan Kellner: Das bayerische Kulturportal bavarikon – digital, vernetzt, spartenübergreifend, in: Ellen Euler, Monika Hagedorn-Saupe, Gerald Maier, Werner Schweibenz und Jörn Sieglerschmidt (Hrsg.): Handbuch Kulturportale. Online-Angebote aus Kultur und Wissenschaft, Berlin/Boston 2015, S. 292–300
  • Klaus Ceynowa und Stephan Kellner: Das neue Portal "bavarikon". Schaufenster der Kultur- und Wissensschätze Bayerns, in: Tourismus Management Passport. Sonderedition 2015. Tourismus and the City, S. 38–40
  • Klaus Ceynowa und Florian Sepp: Das Landesportal "bavarikon" in kulturpolitischer Perspektive, in: Bibliotheks-Magazin 11 (2016), Heft 2, S. 13–16.
  • Felix Horn: 3-D, eine Mammutaufgabe, in: Restauro Nr. 61 (2016), S. 44–46.
  • Florian Sepp: Das bayerische Kulturportal bavarikon – von der Beta-Version zum Regelbetrieb, in: Bibliotheks-Magazin (2015), Heft 3, S. 42–45
  • Markus Brantl und Felix Horn: Vom Prachteinband bis zur Lutherstube: Fotorealistische 3D-Digitalisierung für bavarikon. in Bibliotheks-Magazin (2016), Heft 3, S. 3–9
  • Johannes Haslauer/Stephan Kellner, Luther, Eck und die frühe Reformation in Bayern. Eine kooperative virtuelle Ausstellung von Archiven, Bibliotheken und Museen im Kulturportal bavarikon, in: Archive in Bayern 10 (2018), S. 247–264.
  • Florian Sepp: „bavarikon“ - Das Kulturportal des Freistaats Bayern, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 110. Band (2018), S. 25–34
  • Florian Sepp/Martin Jäger: Weiter auf Erfolgskurs! Die Digitalisierungskampagne von bavarikon nimmt Fahrt auf, in: Bibliotheks-Magazin (2018), Heft 2 = 38. Ausgabe, S. 18–21.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.bayern.de/wp-content//uploads/2014/09/17-05-30-masterplan-bayern-digital_massnahmen_anlage-mrv_final.pdf
  2. Archivlink (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive), Pressemitteilung zur App "bavarikon 3D" vom 18. November 2013
  3. Virtuelle Ausstellung über Martin Luther. In: sueddeutsche.de. 15. März 2017, abgerufen am 16. Juni 2018.
  4. http://langzeitarchivierung.bib-bvb.de/wayback/20120201104608/http://www.bayern.de/Regierungserklaerungen-.1290.10366801/index.htm, Punkt III. 3, Regierungserklärung Horst Seehofers am 25. Januar 2012
  5. Archivlink (Memento vom 10. September 2015 im Internet Archive), Pressemitteilung zum Onlinegang vom 16. April 2013
  6. Archivlink (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive), Pressemitteilung zur Überführung in den Regelbetrieb vom 11. Mai 2015
  7. http://www.bavarikon.de/institutions, Liste der teilnehmenden Institutionen, abgerufen am 28. August 2015
  8. Über bavarikon in bavarikon.de, abgerufen am 1. Oktober 2015
  9. https://www.bibliotheksforum-bayern.de/fileadmin/archiv/2014-1/PDF-Einzelbeitraege/BFB_0114_08_Kellner_V04.pdf, Bibliotheksforum Bayern 8 (2014), S. 20–25
  10. Vgl. Haushaltspläne des Freistaats Bayern, online unter https://www.stmflh.bayern.de/haushalt/haushaltsplaene/; bavarikon ist in den Einzelplänen 13 (ab 2019: 16) und 15 unter der Bezeichnung „Digitales Kulturportal Bayern“ enthalten.
  11. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie: Zukunftsstrategie Bayern Digital, München 2015, S. 82. Online: https://www.stmwi.bayern.de/fileadmin/user_upload/stmwi/Themen/Medien/Dokumente/2015-07-27-Zukunftsstrategie-BAYERN-DIGITAL.pdf
  12. http://www.bayern.de/wp-content//uploads/2014/09/17-05-30-masterplan-bayern-digital_massnahmen_anlage-mrv_final.pdf