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20. Leichtathletik-Europameisterschaften
Logo der 20. Leichtathletik-Europameisterschaften
Stadt SpanienSpanien Barcelona
Stadion Estadi Olímpic Lluís Companys
Teilnehmende Länder 50
Teilnehmende Athleten 1370
Wettbewerbe 47
Eröffnung 26. Juli 2010
Schlussfeier 1. August 2010
Eröffnet durch Jordi Hereu
(Bürgermeister von Barcelona)
Chronik
Göteborg 2006 Helsinki 2012
Medaillenspiegel (Endstand nach 47 Entscheidungen)
Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 FrankreichFrankreich Frankreich 8 6 4 18
2 RusslandRussland Russland 8 4 6 18
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 6 10 4 20
4 DeutschlandDeutschland Deutschland 5 6 7 18
5 PolenPolen Polen 3 1 6 10
6 TurkeiTürkei Türkei 3 3
7 UkraineUkraine Ukraine 2 4 1 7
8 ItalienItalien Italien 2 3 2 7
9 SpanienSpanien Spanien 2 2 1 5
10 KroatienKroatien Kroatien 2 2
Vollständiger Medaillenspiegel

Die 20. Leichtathletik-Europameisterschaften wurden vom 27. Juli bis 1. August 2010 in der spanischen Stadt Barcelona ausgetragen. Die Wettkämpfe fanden im Estadi Olímpic Lluís Companys statt, das bereits Schauplatz der Olympischen Spiele 1992 war. Das Exekutivkomitee des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) bestätigte die katalanische Metropole am 29. April 2006 am Rande seiner Sitzung in Göteborg als Austragungsort. Zuvor war Barcelona 2001 bei der Vergabe der Europameisterschaften 2006 der Bewerbung Göteborgs unterlegen.

EröffnungsfeierBearbeiten

Die Eröffnungsfeier der Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 fand am Abend des 26. Juli 2010 am Brunnen Font Magica auf dem Gelände der Weltausstellung von 1929 am Fuße des Montjuïc statt. Damit war zum zweiten Mal nach Göteborg 2006 nicht das Stadion Ort der Eröffnungsfeier der Leichtathletik-Europameisterschaften.

TeilnehmerBearbeiten

 
Maskottchen „Barni“

Zu den Wettkämpfen entsandten alle fünfzig Mitgliedsverbände der European Athletic Association eine Delegation nach Barcelona. Insgesamt waren 1370 Athleten gemeldet.

Teilnehmer (1370)[1][2][3]

WettbewerbeBearbeiten

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften wurden Wettbewerbe in fünf unterschiedlichen Wettbewerbsgruppen ausgetragen: Laufen, Springen, Werfen, Gehen und Mehrkampf. Die Frauen maßen sich in 23, die Männer in 24 Disziplinen. Mit Ausnahme des 50-km-Gehens, das nur bei den Männern ausgetragen wurde, war das Wettkampfprogramm abgesehen von den Distanzen im Hürdensprint, die Gewichte bei den Wurfgeräten sowie die Anzahl der Disziplinen im Mehrkampf identisch.

DopingBearbeiten

Bei diesen Europameisterschaften kam die kaum zu glaubende Zahl von dreißig nachgewiesenen Dopingfällen zustande. Dieser Wert liegt in ähnlichen Dimensionen wie bei anderen großen internationalen Meisterschaften und Olympischen Spielen dieser Zeit und zeigt, in welchen Sumpf von Betrügereien und erschlichenen Leistungen die Leichtathletik geraten war.

Betroffen sind allerdings nur insgesamt sieben Nationen, vor allem Russland ragt dabei besonders heraus. Im Einzelnen sieht die Verteilung folgendermaßen aus:
Russland: 17, Weißrussland: 5, Türkei: 3, Spanien: 2, Litauen: 1, Griechenland: 1 und Moldawien: 1

Folgende Sportler wurden bei diesen Europameisterschaften wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen disqualifiziert:

  • José Luis Blanco (Spanien  Spanien) – 3000 Meter Hindernis, zunächst Dritter. Er wurde bei den spanischen Meisterschaften im Juli 2010 positiv auf EPO getestet. Sein EM-Resultat wurde annulliert und er wurde bis zum 26. Oktober 2012 gesperrt.[7]
  • Ildar Minschin (Russland  Russland) – 3000 Meter Hindernis, zunächst Sechster. Er wurde nachträglich die Einnahme verbotener Substanzen im August 2009 nachgewiesen. Er wurde für zwei Jahre gesperrt, sein EM-Ergebnus wurde ihm aberkannt.[8]
  • Stanislaw Jemeljanow (Russland  Russland) – 20-km-Gehen, zunächst Erster. Am 29. Juli 2014 wurde bekannt, dass bei ihm wegen auffälliger Blutwerte im „Biologischen Pass“ alle Ergebnisse ab dem 26. Juli 2010 aberkannt werden, somit auch die Goldmedaille beim 20 km Gehen in Barcelona.[9]
  • Andrej Michnewitsch (Weissrussland  Weißrussland) – Kugelstoßen, zunächst Erster. Ihm wurden 2013 seine Resultate von 2007 bis 2011 aberkannt. Als Mehrfachtäter wurde er auf Lebenszeit gesperrt.[10]
  • Pawel Lyschyn (Weissrussland  Weißrussland) – Kugelstoßen, zunächst Siebter. Unter anderem seine Platzierung bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.[11]
  • Anastassija Kapatschinskaja (Russland  Russland) – 200 Meter, zunächst Vierte, 4 × 400 m, zunächst Erste. Sie wurde der Einnahme gleich zweier verbotener Substanzen überführt. Dabei handelte es sich um das Anabolikum Turinabol sowie das anabole Steroid Stanozolol.[12]
  • Julija Tschermoschanskaja (Russland  Russland) – 200 Meter, zunächst Siebte, 4 × 100 m, zunächst Vierte. Auch ihr wurde der Missbrauch von Stanozolol und Turinabol nachgewiesen.[13]
  • Marija Sawinowa (Russland  Russland) – 800 Meter, zunächst Erste. Der Internationale Sportgerichtshof CAS löschte alle ihre Ergebnisse zwischen Juli 2010 und August 2013. Das Urteil fundiert auf klaren Abweichungen im Biologischen Pass, die Sawinowas Verstoß gegen die Dopingbestimmungen nachweisen.[14]
  • Swetlana Kljuka (Russland  Russland) – 800 Meter, zunächst Achte. Sie wurde aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass suspendiert, ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.[15]
  • Aslı Çakır Alptekin (Turkei  Türkei) – 1500 Meter, zunächst Fünfte. Die türkische Läuferin ist eine Mehrfachtäterin in Sachen Doping. Schon 2004 wurde sie positiv auf Methenolon getestet. Nun wurde Alptekin erneut suspendiert und 2015 rückwirkend für acht Jahre gesperrt, ein Strafmaß, das die IAAF für Wiederholungstäterinnen vorschreibt.[16]
  • Anna Alminowa (Russland  Russland) – 1500 Meter, zunächst Sechste. Sie wurde positiv auf die verbotene Substanz Pseudoephedrin getestet. Ihr Resultat der Europameisterschaften von 2010 wurde später annulliert.[17]
  • Alemitu Bekele (Turkei  Türkei) – 5000 Meter, zunächst Sechste. Sie wurde im Jahr 2013 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt und nachträglich disqualifiziert.[18]
  • Marija Konowalowa (Russland  Russland) – 5000 Meter, zunächst Fünfte. Sie wurde aufgrund von Unregelmäßigkeiten ihres Biologischen Passes für zwei Jahre suspendiert. Außerdem wurden ihr zahlreiche Resultate, darunter ihre Platzierung bei den Europameisterschaften 2010 aberkannt.[19]
  • Jelisaweta Gretschischnikowa (Russland  Russland) – 5000 Meter, zunächst Neunte. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass wurden alle ihre Ergebnisse von 2009 bis 2013 annulliert.[20]
  • Meryem Erdoğan (Turkei  Türkei) – 5000 (zunächst Siebte), 10.000 Meter (zunächst Fünfte). Sie wurde 2012 wegen Abweichungen in ihrem Blutpass für zwei Jahre gesperrt. Unter anderem auch ihre Resultate der Europameisterschaften von 2010 wurden annulliert.[21]
  • Inga Abitowa (Russland  Russland) – 10.000 Meter (zunächst Zweite). Sie wurde der Einnahme der verbotenen Substanz Turinabol überführt. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.[12]
  • Lilija Schobuchowa (Russland  Russland) – 10.000 Meter (DNF). Sie wurde Ende April 2014 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt, unter anderem ihr EM-Resultat von 2010 wurde annulliert. Vorausgegangen waren Enthüllungen zu Zahlungen in Größenordnungen von insgesamt einer halben Million US-Dollar für Bestechungen, Freikäufe, Startberechtigungen, in die auch der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack verwickelt war.[22]
  • Živilė Balčiūnaitė (Litauen  Litauen) – Marathonlauf (zunächst Erste). Sie wurde der Einnahme der verbotenen Substanzen Testosteron und Epitestosteron überführt. Sie erhielt eine Sperre von zwei Jahren bis zum 6. September 2012. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.[23]
  • Nailja Julamanowa (Russland  Russland) – Marathonlauf (zunächst Zweite). Sie wurde der Einnahme von Substanz Steroiden überführt und erhielt eine Sperre. Ihre Silbermedaille von den Europameisterschaften von 2010 musste sie zurückgeben.[15]
  • Irina Timofejewa (Russland  Russland) – Marathonlauf (zunächst Neunte). Nach Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass wurde ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 annulliert.[24]
  • Marta Domínguez (Spanien  Spanien) – 3000 m Hindernis (zunächst Zweite). Im November 2015 wurde der ihr nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS der Vizeeuropameistertitel wegen Dopingmisbrauchs aberkannt.[25]
  • Ljubow Charlamowa (Russland  Russland) – 3000 m Hindernis (zunächst Dritte). Sie wurde, nachdem sie aufgrund von Domínguez' Disqualifikation zunächst auf den zweiten Platz vorgerückt war, vom russischen Leichtathletik-Verband RusAF wegen positiver Dopingtests für zwei Jahre gesperrt. Ihr EM-Resultat von 2010 wurde gestrichen.[26]
  • Der weißrussischen Staffel über 4 × 400 Meter wurde ihr siebter Rang wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.[27]
  • Olga Kaniskina (Russland  Russland) – 20-km-Gehen (zunächst Erste). Ihr wurden nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs vom März 2016 alle Ergebnisse zwischen dem 5. August 2009 und dem 15. Oktober 2012 wegen Dopingmissbrauchs gestrichen.[28]
  • Athanasía Pérra (Griechenland  Griechenland) – Weitsprung (zunächst Zehnte). Sie wurde nachträglich des Dopings überführt und disqualifiziert.[29]
  • Nadseja Astaptschuk (Weissrussland  Weißrussland) – Kugelstoßen (zunächst Erste). Sie wurde schon zum dritten Mal des Dopingbetrugs überführt. Die Athletin wurde für vier Jahre von allen Wettkämpfen ausgeschlossen und entging nur knapp einer lebenslänglichen Sperre.[30]
  • Natallja Michnewitsch (Weissrussland  Weißrussland) – Kugelstoßen (zunächst Zweite). Auch sie war bereits früher als Dopingsünderin enttarnt worden – so auch bei diesen Europameisterschaften.[31]
  • Zalina Marghieva (Moldau Republik  Moldau) – Hammerwurf (zunächst Fünfte). Ihr EM-Resultat wurde gestrichen.[32]
  • Marija Abakumowa (Russland  Russland) – Speerwurf (zunächst Fünfte). Sie hatte bereits ihre Silbermedaille von den Olympischen Spielen 2008 verloren. Nun wurden ihr auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Weltmeisterschaften 2009, 2011 und den Europameisterschaften 2010 aberkannt.[33]
  • Tatjana Tschernowa (Russland  Russland) – Siebenkampf (zunächst Vierte). Aufgrund von Blutdoping waren ihr bereits ihr Weltmeister-Titel von 2011 und ihre Bronzemedaille von den Olympischen Spielen 2012 aberkannt worden. Zusätzlich wurden jetzt auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Olympischen Spielen 2008 und den Europameisterschaften 2010 annulliert, nachdem ihr die Einnahme von Turinabol nachgewiesen werden konnte Gesperrt wurde sie bis Februar 2019.[34]

Sportliche LeistungenBearbeiten

In der Medaillenwertung hatten mit Frankreich und Russland zwei Nationen je acht EM-Titel auf ihrem Konto. Frankreich hatte darüber hinaus sechs Silber- und vier Bronzemedaillen gesammelt gegenüber vier silbernen und sechs bronzenen bei Russland. Damit lag Frankreich in der Medaillenwertung diesmal ganz vorn. Dahinter folgten Großbritannien mit sechs und Deutschland mit fünf Europameistertiteln. Polen und die Türkei hatten jeweils drei Europameister in ihren Reihen, wobei Polen bezüglich der Zahl der Silbermedaillen vor der Türkei lag. Dahinter folgten die Ukraine, Italien und Spanien und Kroatien, die je zwei Goldmedaillen auf ihrem Konto hatten.

Bei den einzelnen Sportlern sind besonders folgende Leistungen zu nennen.

Ergebnisse MännerBearbeiten

100 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Christophe Lemaitre Frankreich  FRA 10,11
2 Mark Lewis-Francis Vereinigtes Konigreich  GBR 10,18
3 Martial Mbandjock Frankreich  FRA 10,18
4 Francis Obikwelu Portugal  POR 10,18 SB
5 Dwain Chambers Vereinigtes Konigreich  GBR 10,18
6 Jaysuma Saidy Ndure Norwegen  NOR 10,31
7 Emanuele Di Gregorio Italien  ITA 10,34
DNF Simone Collio Italien  ITA

Finale: 28. Juli, 21:45 Uhr

Wind: −1,0 m/s

Kurzbericht:
Christophe Lemaitre, der 2010 als erster weißer Sprinter den 100-Meter-Lauf unter zehn Sekunden gelaufen war, gewann das Rennen vor dem Briten Mark Lewis-Francis. Als Dritter errang Martial Mbandjock eine zweite Medaille für Frankreich in diesem Rennen. Titelverteidiger Francis Obikwelu aus Portugal kam im Fotofinish mit den zeitgleichen Lewis-Francis und Mbandjock auf den vierten Platz.

200 mBearbeiten

 
Christophe Lemaitre – mit drei Goldmedaillen erfolgreichster Sportler dieser Europameisterschaften
Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Christophe Lemaitre Frankreich  FRA 20,37
2 Christian Malcolm Vereinigtes Konigreich  GBR 20,38 SB
3 Martial Mbandjock Frankreich  FRA 20,42
4 Marlon Devonish Vereinigtes Konigreich  GBR 20,62
5 Jaysuma Saidy Ndure Norwegen  NOR 20,63
6 Paul Hession Irland  IRL 20,71
7 Lykourgos-Stefanos Tsakonas Griechenland  GRE 20,90
8 David Alerte Frankreich  FRA 20,93

Finale: 30. Juli, 19:25 Uhr

Wind: −0,8 m/s

Kurzbericht:
Nachdem er bereits den 100-Meter-Lauf gewonnen hatte, konnte Christophe Lemaitre auch das Rennen über die längere Sprintstrecke für sich entscheiden, indem er auf den letzten Metern an Christian Malcolm vorbeizog. Der Schweizer Marc Schneeberger und der Deutsche Sebastian Ernst kamen nicht über das Halbfinale hinaus.

400 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Kevin Borlée Belgien  BEL 45,08
2 Michael Bingham Vereinigtes Konigreich  GBR 45,23
3 Martyn Rooney Vereinigtes Konigreich  GBR 45,23
4 Wladimir Krasnow Russland  RUS 45,24
5 David Gillick Irland  IRL 45,28
6 Leslie Djhone Frankreich  FRA 45,30
7 Jonathan Borlée Belgien  BEL 45,35
8 Kacper Kozłowski Polen  POL 46,07

Finale: 30. Juli, 21:25 Uhr

Kurzbericht:
Eigentlich war von den belgischen Borlée-Zwillingsbrüdern der Jahresbeste Europas, Jonathan, als Favorit in das Finale gestartet. Dieser wurde aber nur Siebter, während Kevin überraschend Gold gewann. Die beiden anderen Medaillen gingen an die beiden Briten Michael Bingham und Martyn Rooney.

800 mBearbeiten

 
Marcin Lewandowski nach seinem Sieg über 800 Meter
Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Marcin Lewandowski Polen  POL 1:47,07
2 Michael Rimmer Vereinigtes Konigreich  GBR 1:47,17
3 Adam Kszczot Polen  POL 1:47,22
4 Arnoud Okken Niederlande  NED 1:47,31
5 Jakub Holuša Tschechien  CZE 1:47,45
6 Kevin López Spanien  ESP 1:47,82
7 Luis Alberto Marco Spanien  ESP 1:48,42
8 Hamid Oualich Frankreich  FRA 1:49,77

Finale: 31. Juli, 19:35 Uhr

Kurzbericht:
Das von Beginn an verbummelt Rennen lief auf eine reine Spurtentscheidung hinaus. Schließlich setzte sich der Pole Marcin Lewandowski durch und wurde Europameister. Sein Landsmann Adam Kszczot belegte hinter dem Briten Michael Rimmer den dritten Platz.

1500 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Arturo Casado Spanien  ESP 3:42,74
2 Carsten Schlangen Deutschland  GER 3:43,52
3 Manuel Olmedo Spanien  ESP 3:43,54
4 Reyes Estévez Spanien  ESP 3:43,67
5 Yoann Kowal Frankreich  FRA 3:43,71
6 Andrew Baddeley Vereinigtes Konigreich  GBR 3:43,87
7 Christian Obrist Italien  ITA 3:43,91
8 Mateusz Demczyszak Polen  POL 3:44,42

Finale: 30. Juli, 22:00 Uhr

Kurzbericht:
Arturo Casado setzte sich bereits zwei Runden vor Schluss an die Spitze des Feldes und gab seine Führung auch im Schlussspurt nicht mehr ab. Der Deutsche Carsten Schlangen, für den die Qualifikation für das Finale bereits ein Erfolg darstellte, gewann überraschend Silber vor dem Spanier Manuel Olmedo. Der Österreicher Andreas Vojta belegte Rang elf.

5000 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Mohammed Farah Vereinigtes Konigreich  GBR 13:31,18
2 Jesús España Spanien  ESP 13:33,12
3 Hayle İbrahimov Aserbaidschan  AZE 13:34,15
4 Serhij Lebid Ukraine  UKR 13:38,69
5 Noureddine Smaïl Frankreich  FRA 13:38,70
6 Daniele Meucci Italien  ITA 13:40,17
7 Alemayehu Bezabeh Spanien  ESP 13:43,23
8 Christopher Thompson Vereinigtes Konigreich  GBR 13:44,42

Finale: 31. Juli, 21:20 Uhr

Kurzbericht:
Der Brite Mohammed Farah errang nach seinem Sieg über 10.000 Meter auch den Titel über 5000 Meter. Der Spanier Jesús España sowie der von diesem auf den letzten 100 Metern überspurtete Aserbaidschaner Hayle İbrahimov gewannen Silber und Bronze. Den beiden weiteren Medaillengewinner über 10.000 Meter Daniele Meucci und Christopher Thompson gelang es nicht, dies über die kürzere Distanz zu wiederholen, Meucci wurde Sechster, Thompson Achter.

10.000 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Mohammed Farah Vereinigtes Konigreich  GBR 28:24,99
2 Christopher Thompson Vereinigtes Konigreich  GBR 28:27,33
3 Daniele Meucci Italien  ITA 28:27,33
4 Ayad Lamdassem Spanien  ESP 28:34,89
5 Carles Castillejo Spanien  ESP 28:49,69 SB
6 Christian Belz Schweiz  SUI 28:54,01 SB
7 Andrea Lalli Italien  ITA 29:05,20
8 Youssef El Kalay Portugal  POR 29:07,61

Datum: 27. Juli, 21:05 Uhr

 
Mohammed Farah nach seinem Sieg über 10.000 Meter

Kurzbericht:
Nachdem das Rennen langsam begonnen wurde – Durchgangszeit 5000 Meter 14:38,10 min, konnte sich Mo Farah zusammen mit Ayad Lamdassem absetzen. Kurz vor Schluss sprintete Farah dem Spanier davon. Dieser wurde von Christopher Thompson und Daniele Meucci noch überholt. Meucci und Thompson kamen zeitgleich ins Ziel, Thompson wurde jedoch im Fotofinish vor Meucci gewertet. Somit gab es einen britischen Doppelsieg. Von 26 Startern erreichten 22 das Ziel. Als bester deutschsprachiger Athlet wurde der Schweizer Christian Belz Sechster. Drei deutsche Sportler waren am Start: Christian Glatting wurde Neunter, Titelverteidiger Jan Fitschen Zwölfter, der aus Eritrea stammende Filmon Ghirmai kam auf den 15. Platz. Der Österreicher Michael Schmid gab nach rund der Hälfte des Rennens auf.

MarathonBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Viktor Röthlin Schweiz  SUI 2:15:31 SB
2 José Manuel Martínez Spanien  ESP 2:17:50 SB
3 Dmitri Safronow Russland  RUS 2:18:16
4 Ruggero Pertile Italien  ITA 2:19:33
5 Pablo Villalobos Spanien  ESP 2:19:56
6 Rafael Iglesias Spanien  ESP 2:20:14
7 Migidio Bourifa Italien  ITA 2:20:35
8 Lee Merrien Vereinigtes Konigreich  GBR 2:20:42

Datum: 1. August, 10:05 Uhr

Kurzbericht:
Bei Kilometer zwanzig hatte sich eine zwölfköpfige Spitzengruppe gebildet, zu der auch Titelverteidiger Stefano Baldini gehörte. Nach einer Tempoverschärfung setzten sich kurz nach der Halbzeitmarke vier Läufer an die Spitze: Viktor Röthlin, José Manuel Martínez, Ruggero Pertil und der Franzose James Theury. Baldini konnte nicht mehr Schritt halten und stieg aus. Kurz nachdem ebenfalls hatte Pertile abreißen lassen müssen, setzte sich bei Kilometer 28 Röthlin an die Spitze und baute bis ins Ziel seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Theury dagegen hatte sich übernommen, fiel immer weiter zurück und gab schließlich auf. Pertile kämpfte sich noch einmal kurzzeitig an Martínez heran, fiel dann aber von Krämpfen geplagt auf den letzten Kilometern hinter Dmitri Safronow zurück, der sich vom sechsten Platz vorgearbeitet hatte. Der Österreicher Günther Weidlinger, der bis Kilometer zwanzig zur Spitzengruppe gehört hatte, fiel danach kontinuierlich zurück und belegte den 18. Platz. Bei Temperaturen von mehr als 25 °C war es die langsamste Siegerzeit seit den Europameisterschaften 1969. Die schwierigen äußeren Bedingungen trugen auch dazu bei, dass 19 der 64 gestarteten Athleten nicht das Ziel erreichten, unter ihnen die Deutschen Martin Beckmann und Tobias Sauter sowie der Österreicher Florian Prüller. Der Liechtensteiner Marcel Tschopp kam auf Rang 39, der Österreicher Christian Pflügl auf Rang 44.

Marathon-CupBearbeiten

Platz Land Athleten Zeit (h)
1 Spanien  Spanien José Manuel Martínez
Pablo Villalobos
Rafael Iglesias
6:58:00
2 Russland  Russland Dmitri Safronow
Alexei A. Sokolow
Oleg Kulkow
7:01:29
3 Italien  Italien Ruggero Pertile
Migidio Bourifa
Ottaviano Andriani
7:01:40
4 Niederlande  Niederlande Rens Dekkers
Hugo van den Broek
Koen Raymaekers
7:07:33
5 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien Lee Merrien
Dave Webb
Dan Robinson
7:07:52
6 Israel  Israel Wodage Zvadya
Ayele Setegne
Dastaho Swonek
7:19:41
7 Portugal  Portugal Luís Feiteira
Alberto Chaíça
José Moreira
7:29:38
8 Slowenien  Slowenien Anton Kosmač
Primož Kobe
Robert Kotnik
7:42:40

Datum: 1. August, 10:05 Uhr

Im Marathonlauf gab es zusätzlich auch eine Teamwertung, für die die Zeiten der drei besten Läufer je Nation addiert wurden. Die Wertung zählte allerdings nicht zum offiziellen Medaillenspiegel.

110 m HürdenBearbeiten

 
Andrew Turner nach seinem Sieg über 110 Meter Hürden
Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Andrew Turner Vereinigtes Konigreich  GBR 13,28 SB
2 Garfield Darien Frankreich  FRA 13,34 SB
3 Dániel Kiss Ungarn  HUN 13,39
4 Dimitri Bascou Frankreich  FRA 13,41 SB
5 Artur Noga Polen  POL 13,44
6 Petr Svoboda Tschechien  CZE 13,57
7 Marcel van der Westen Niederlande  NED 13,58
8 Alexander John Deutschland  GER 13,71

Finale: 30. Juli, 19:50 Uhr

Wind: −1,0 m/s

Kurzbericht:
Der Brite Andy Turner gewann das Rennen, der schnellste Europäer des Jahres, der Tscheche Petr Svoboda, musste sich mit dem sechsten Rang zufriedengeben. Der Deutsche Alexander John kam auf Rang acht.

400 m HürdenBearbeiten

 
Europameister David Greene direkt nach dem Rennen
Platz Athlet Land Zeit (s)
1 David Greene Vereinigtes Konigreich  GBR 48,12
2 Rhys Williams Vereinigtes Konigreich  GBR 48,96 SB
3 Stanislaw Melnykow Ukraine  UKR 49,09 <PB
4 Héni Kechi Frankreich  FRA 49,34 PB
5 Periklis Iakovakis Griechenland  GRE 49,38 SB
6 Josef Prorok Tschechien  CZE 49,68 PB
7 Alexander Derewjagin Russland  RUS 49,70 SB
8 Fadil Bellaabouss Frankreich  FRA 1:02,94

Finale: 31. Juli, 20:10 Uhr

Kurzbericht:
Der Brite David Greene gewann deutlich mit mehr als acht Zehntelsekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Rhys Williams. Der Ukrainer Stanislaw Melnykow gewann die Bronzemedaille, Titelverteidiger Periklis Iakovakis aus Griechenland musste sich mit Platz fünf begnügen.

3000 m HindernisBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Mahiedine Mekhissi-Benabbad Frankreich  FRA 8:09,28
2 Bouabdellah Tahri Frankreich  FRA 8:09,28
3 Ion Luchianov Moldau Republik  MDA 8:19,64 SB
4 Tomasz Szymkowiak Polen  POL 8:23,37
5 Steffen Uliczka Deutschland  GER 8:25,39 SB
6 Eliseo Martín Spanien  ESP 8:27,49
7 Bjørnar Ustad Kristensen Norwegen  NOR 8:27,89
8 Alberto Paulo Portugal  POR 8:28,08

Finale: 1. August, 20:15 Uhr

Kurzbericht:
Die beiden Franzosen Mahiedine Mekhissi-Benabbad und Bouabdellah Tahri setzten sich bereits in der ersten Runde vom Rest des Feldes ab und liefen von da an ein einsames Rennen. Mekhissi-Benabbad behielt im Spurt die Oberhand vor Tahri. Bronze ging nachträglich an den Moldawier Ion Luchianov.

Es gab zwei Dopingfälle in diesem Wettbewerb.

  • Der Spanier José Luis Blanco, zunächst Dritter, wurde bei den spanischen Meisterschaften im Juli 2010 positiv auf EPO getestet. Sein EM-Resultat wurde annulliert und er wurde bis zum 26. Oktober 2012 gesperrt.[7]
  • Dem Russen Ildar Minschin, zunächst Sechster, wurde nachträglich die Einnahme verbotener Substanzen im August 2009 nachgewiesen. Er wurde für zwei Jahre gesperrt, sein EM-Ergebnis wurde ihm aberkannt.[8]

4 × 100 m StaffelBearbeiten

 
Die französische Staffel – (v. l. n. r.): Pierre-Alexis Pessonneaux, Martial Mbandjock, Christophe Lemaitre und Jimmy Vicaut – nach dem Rennen
Platz Land Athleten Zeit (s)
1 Frankreich  Frankreich Jimmy Vicaut
Christophe Lemaitre (Finale)
Pierre-Alexis Pessonneaux
Martial Mbandjock
im Vorlauf außerdem:
Imaad Hallay
38,11 SB
2 Italien  Italien Roberto Donati
Simone Collio
Emanuele Di Gregorio
Maurizio Checcucci
38,17 NR
3 Deutschland  Deutschland Tobias Unger
Marius Broening
Alexander Kosenkow
Martin Keller
38,44 SB
4 Schweiz  Schweiz Pascal Mancini
Aron Beyene
Reto Schenkel
Marc Schneeberger
38,69 NR
5 Polen  Polen Dariusz Kuć
Paweł Stempel
Robert Kubaczyk
Kamil Kryński
38,83 SB
6 Portugal  Portugal Ricardo Monteiro
Francis Obikwelu
Arnaldo Abrantes
João Ferreira (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Yazaldes Nascimento
38,88 NR
7 Finnland  Finnland Hannu Ali-Huokuna
Joni Rautanen
Jonathan Åstrand
Hannu Hämäläinen
39,29 NR
DNF Spanien  Spanien Alain López
Ángel David Rodríguez
Orkatz Beitia
Rubén Pros

Finale: 1. August, 19:35 Uhr

Kurzbericht:
Nach den Siegen im 100- und 200-Meter-Lauf krönte Christophe Lemaitre seine Erfolge mit dem Sieg mit der französischen Staffel. Deutschland errang die Bronzemedaille hinter Italien. Die Schweiz belegte mit neuem Landesrekord den vierten Platz. Insgesamt wurden in diesem Rennen vier nationale Rekorde aufgestellt.

4 × 400 m StaffelBearbeiten

Platz Land Athleten Zeit (min)
1 Russland  Russland Maxim Dyldin
Alexei Aksjonow
Pawel Trenichin
Wladimir Krasnow (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Sergei Petuchow
3:02,14
2 Vereinigtes Konigreich  Großbrtiannien Conrad Williams
Michael Bingham (Finale)
Robert Tobin
Martyn Rooney (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Graham Hedman
Richard Buck
3:02,25 SB
3 Belgien  Belgien Arnaud Destatte (Finale)
Kevin Borlée
Cédric Van Branteghem
Jonathan Borlée (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Antoine Gillet
Nils Duerinck
3:02,60 SB
4 Deutschland  Deutschland Kamghe Gaba
Bastian Swillims
Eric Krüger (Finale)
Thomas Schneider
im Vorlauf außerdem:
Jonas Plass
3:02,65 SB
5 Polen  Polen Marcin Marciniszyn
Daniel Dąbrowski
Piotr Klimczak
Kacper Kozłowski (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Jan Ciepiela
3:03,42 SB
6 Frankreich  Frankreich Leslie Djhone (Finale)
Yannick Fonsat
Mame-Ibra Anne
Teddy Venel (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Mamoudou Hanne
Yoan Décimus
3:03,85 SB
7 Niederlande  Niederlande Joeri Moerman
Youssef el Rhalfioui
Dennis Spillekom
Robert Lathouwers
3:04,13 SB
8 Italien  Italien Marco Vistalli
Luca Galletti
Claudio Licciardello
Andrea Barberi (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Domenico Fontana
3:04,20 SB

Finale: 1. August, 21:55 Uhr

20 km GehenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Alex Schwazer Italien  ITA 1:20:38
2 João Vieira Portugal  POR 1:20:49 SB
3 Robert Heffernan Irland  IRL 1:21:00
4 Giorgio Rubino Italien  ITA 1:23:12 SB
5 Andrei Kriwow Russland  RUS 1:23:20 SB
6 Matej Tóth Slowakei  SVK 1:23:20
7 Jakub Jelonek Polen  POL 1:23:24 SB
8 Juan Manuel Molina Spanien  ESP 1:22:35

Datum: 27. Juli, 08:05 Uhr

Kurzbericht:
Das 20-km-Gehen war die erste Entscheidung der Europameisterschaften. Der 19-jährige Russe Stanislaw Jemeljanow zählte gemeinsam mit Alex Schwazer zu den Favoriten. Jemeljanow, der zunächst Erster im Ziel war, wurde allerdings nachträglich aufgrund von Dopingmissbrauch disqualifiziert – siehe unten. So wurde Schwazer Europameister vor dem Portugiesen João Vieira, der sich zu Beginn des Rennens eine unfreiwillige Pause zum Binden seiner Schuhe hatte nehmen müssen. Der Deutsche Maik Berger vom SCC Berlin wurde Sechzehnter, André Höhne war nicht angetreten. Teilnehmer aus Österreich, Liechtenstein und der Schweiz waren nicht am Start.

Doping:
Am 29. Juli 2014 wurde bekannt, dass bei Stanislaw Jemeljanow wegen auffälliger Blutwerte im „Biologischen Pass“ alle Ergebnisse ab dem 26. Juli 2010 aberkannt werden, somit auch die Goldmedaille beim 20 km Gehen in Barcelona.[9]

50 km GehenBearbeiten

 
Der französische Europameister Yohann Diniz
Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Yohann Diniz Frankreich  FRA 3:40:37 SB
2 Grzegorz Sudoł Polen  POL 3:42:24 SB
3 Sergei Bakulin Russland  RUS 3:43:26 SB
4 Robert Heffernan Irland  IRL 3:45:30 NR
5 Jesús Ángel García Spanien  ESP 3:47:56 SB
6 Marco De Luca Italien  ITA 3:48:36 SB
7 André Höhne Deutschland  GER 3:49:29 SB
8 Łukasz Nowak Polen  POL 3:51:31

Datum: 30. Juli, 07:35 Uhr

HochsprungBearbeiten

Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Alexander Schustow Russland  RUS 2,33 SBe
2 Iwan Uchow Russland  RUS 2,31
3 Martyn Bernard Vereinigtes Konigreich  GBR 2,29 SB
4 Linus Thörnblad Schweden  SWE 2,29
5 Jaroslav Bába Tschechien  CZE 2,26
6 Oleksandr Nartow Ukraine  UKR 2,26 SBe
7 Alexei Dmitrik Russland  RUS 2,26
8 Konstandinos Baniotis Griechenland  GRE 2,23

Finale: 29. Juli, 18:30 Uhr

 
Renaud Lavillenie wurde seiner Favoritenrolle voll gerecht

StabhochsprungBearbeiten

Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Renaud Lavillenie Frankreich  FRA 5,85
2 Maksym Masuryk Ukraine  UKR 5,80 SB
3 Przemysław Czerwiński Polen  POL 5,75 SB
4 Giuseppe Gibilisco Italien  ITA 5,75 SB
5 Damiel Dossévi Frankreich  FRA 5,70
6 Fabian Schulze Deutschland  GER 5,70 SBe
7 Łukasz Michalski Polen  POL 5,65
8 Romain Mesnil Frankreich  FRA 5,60

Finale: 31. Juli, 18:00 Uhr

WeitsprungBearbeiten

 
Ein jubelnder Europameister Christian Reif
Platz Athlet Land Weite (m)
1 Christian Reif Deutschland  GER 8,47 CR/PB
2 Kafétien Gomis Frankreich  FRA 8,24 SB
3 Christopher Tomlinson Vereinigtes Konigreich  GBR 8,23 SB
4 Salim Sdiri Frankreich  FRA 8,20
5 Andrew Howe Italien  ITA 8,12
6 Louis Tsatoumas Griechenland  GRE 8,09 SB
7 Petteri Lax Finnland  FIN 7,96
8 Eusebio Cáceres Spanien  ESP 7,93

Finale: 1. August, 20:10 Uhr

Kurzbericht:
Überraschender Sieger wurde mit einer Weltjahresbestleistung von 8,47 m der Deutsche Christian Reif. Nach zwei Fehlversuchen drohte ihm sogar das frühzeitige Aus. Doch Reif steigerte seine persönliche Bestleistung im dritten Sprung um zwanzig Zentimeter und gewann die Goldmedaille. Kafétien Gomis aus Frankreich errang mit einer neuen persönlichen Saisonbestleistung von 8,24 m die Silbermedaille. Nur einen Zentimeter dahinter folgte der Brite Chris Tomlinson auf Platz drei.

DreisprungBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Phillips Idowu Vereinigtes Konigreich  GBR 17,81 PB
2 Marian Oprea Rumänien  ROU 17,51 SB
3 Teddy Tamgho Frankreich  FRA 17,45
4 Wiktor Kusnjezow Ukraine  UKR 17,29 PB
5 Benjamin Compaoré Frankreich  FRA 16,99
6 Ljukman Adams Russland  RUS 16,78
7 Dmitrij Vaľukevič Slowakei  SVK 16,77
8 Fabrizio Schembri Italien  ITA 16,73

Finale: 28. Juli, 19:40 Uhr

Kurzbericht:
Der Franzose Teddy Tamgho reiste mit der besten Saisonbestweite von 17,98 m nach Barcelona. Im Wettkampf blieb er hinter dem Rumänen Marian Oprea und dem Briten Phillips Idowu, der mit neuer persönlicher Bestleistung gewann.

KugelstoßenBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Tomasz Majewski Polen  POL 21,00
2 Ralf Bartels Deutschland  GER 20,93
3 Māris Urtāns Lettland  LAT 20,93
4 David Storl Deutschland  GER 20,57
5 Nedžad Mulabegović Kroatien  CRO 20,56 SB
6 Antonín Žalský Tschechien  CZE 20,01
7 Asmir Kolašinac Serbien  SRB 19,77
8 Jakub Giża Polen  Polen 19,73

Finale: 31. Juli, 18:30 Uhr

Kurzbericht:
Der amtierende Europameister Ralf Bartels kam wie auch vier Jahre zuvor erst mit seinem letzten Versuch in die Medaillenränge. Gold ging diesmal an den Olympiasieger Tomasz Majewski, Silber an Bartels.

In diesem Wettbewerb wurden zwei Athleten wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen nachträglich disqualifiziert:

  • Dem Weißrussen Andrej Michnewitsch, der ursprünglich den ersten Platz belegt hatte, wurden 2013 seine Resultate von 2007 bis 2011 aberkannt. Als Mehrfachtäter wurde er auf Lebenszeit gesperrt.[10]
  • Pawel Lyschyn, ebenfalls Weißrussland, wurde 2016 bei Nachtests des Dopingmissbrauchs überführt. Unter anderem seine Platzierung bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.[11]
 
Diesmal war Piotr Małachowski im Duell gegen Robert Harting vorn

DiskuswurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Piotr Małachowski Polen  POL 68,87
2 Robert Harting Deutschland  GER 68,47
3 Róbert Fazekas Ungarn  HUN 66,43 SB
4 Gerd Kanter Estland  EST 66,20
5 Virgilijus Alekna Litauen  LTU 64,64
6 Mario Pestano Spanien  ESP 64,51
7 Martin Wierig Deutschland  GER 63,32
8 Sergiu Ursu Rumänien  ROU 63,11

Finale: 1. August, 19:45 Uhr

Kurzbericht:
Der amtierende Weltmeister aus Deutschland Robert Harting errang mit 68,47 m die Silbermedaille. Gold ging mit 68,87 m im zweiten Wurf an den Polen Piotr Małachowski, den WM-Zweiten von 2009 in Berlin. Róbert Fazekas aus Ungarn, Europameister von 2002 in München, belegte mit 66,43 m Platz drei. Nach Olympia- und Weltmeisterschaftssilber gewann Piotr Małachowski seine erste Goldmedaille, Robert Harting zeigte sich selbst trotz Silbermedaille nach dem Wettbewerb mit seinem Abschneiden unzufrieden.

HammerwurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Libor Charfreitag Slowakei  SVK 80,02
2 Nicola Vizzoni Italien  ITA 79,12 SB
3 Krisztián Pars Ungarn  HUN 79,06
4 Waleryj Swjatocha Weissrussland 1995  BLR 78,20
5 Szymon Ziółkowski Polen  POL 77,99 SB
6 Oleksij Sokyrskyj Ukraine  UKR 76,62 SB
7 Wojciech Kondratowicz Polen  POL 75,30
8 Igor Winitschenko Russland  RUS 74,71

Finale: 28. Juli, 20:25 Uhr

Kurzbericht:
Mit dem einzigen Wurf des Wettkampfs über achtzig Meter sicherte sich Libor Charfreitag mit seinem zweiten Versuch die Goldmedaille. Nachdem Waleryj Swjatocha im letzten Durchgang Nicola Vizzoni zunächst vom Bronzeplatz verdrängt hatte, konterte der Italiener und setzte sich sogar noch vor den bis dahin zweitplatzierten Ungarn Krisztián Pars. Der Deutsche Markus Esser schied in der Qualifikation aus.

SpeerwurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Andreas Thorkildsen Norwegen  NOR 88,37
2 Matthias de Zordo Deutschland  GER 87,81 SB
3 Tero Pitkämäki Finnland  FIN 86,67
4 Oleksandr Pjatnyzja Ukraine  UKR 82,01
5 Teemu Wirkkala Finnland  FIN 81,76
6 Ainārs Kovals Lettland  LAT 81,19
7 Sergei Makarow Russland  RUS 80,86
8 Roman Awramenko Ukraine  UKR 79,52

Finale: 31. Juli, 20:05 Uhr

Kurzbericht:
Der klar favorisierte amtierende Weltmeister und Olympiasieger Andreas Thorkildsen aus Norwegen gewann mit 88,37 m – Persönliche Bestleistung 2006: 91,59 m – die Goldmedaille. Einen überraschenden zweiten Platz mit nur 56 Zentimetern Rückstand belegte mit einer Saisonbestleistung von 87,81 m der deutsche Linkshänder Matthias de Zordo, der auch gleichzeitig einen (inoffiziellen) Weltrekord für Linkshänder im Speerwurf errang. Der Finne Tero Pitkämäki, Weltmeister in Ōsaka 2007, errang mit 86,67 m – Persönliche Bestleistung 2005: 91,53 m – die Bronzemedaille.

 
Der Zehnkampfsieger Romain Barras beim Speerwurf

ZehnkampfBearbeiten

Platz Athlet Land Punkte
1 Romain Barras Frankreich  FRA 8453 PB
2 Eelco Sintnicolaas Niederlande  NED 8436 SB
3 Andrej Krautschanka Weissrussland 1995  BLR 8370 SB
4 Mikk Pahapill Estland  EST 8298 SB
5 Hans Van Alphen Belgien  BEL 8072
6 Darius Draudvila Litauen  LTU 8032 PB
7 Alexei Drosdow Russland  RUS 8029
8 Eduard Michan Weissrussland 1995  BLR 7999 SBe

Datum: 28./29. Juli, 21:10 Uhr

Ergebnisse FrauenBearbeiten

 
Verena Sailer mit einem fragenden Blick auf die Anzeigentafel – es hatte gereicht zum Europameistertitel

100 mBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Verena Sailer Deutschland  GER 11,10 SB
2 Véronique Mang Frankreich  FRA 11,11 PB
3 Myriam Soumaré Frankreich  FRA 11,18 SB
4 Ezinne Okparaebo Norwegen  NOR 11,23 NR
5 Marija Rjemjen Ukraine  UKR 11,31
6 Anna Gurowa Russland  RUS 11,36
7 Georgia Kokloni Griechenland  GRE 11,36
8 Christine Arron Frankreich  FRA 11,37

Finale: 29. Juli 2010
21:45 Uhr

Wind: −0,6 m/s

Kurzbericht:
Durch ihre persönliche Saisonbestleistung errang Verena Sailer mit ihrem Sieg in der Zeit von 11,10 s die erste deutsche 100-Meter-Europameisterschaftsmedaille seit sechzehn Jahren. Véronique Mang und Myriam Soumaré erreichten die Plätze zwei und drei ebenfalls mit jeweiliger persönlicher Bestleistung.

200 mBearbeiten

 
Myriam Soumaré nach ihrem Sieg über 200 Meter
Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Myriam Soumaré Frankreich  FRA 22,32 SB
2 Jelysaweta Bryshina Ukraine  UKR 22,44 NUR23
3 Alexandra Fedoriwa Russland  RUS 22,44
4 Lina Jacques-Sébastien Frankreich  FRA 22,59 PB
5 Eleni Artymata Zypern Republik  CYP 22,61 NR
DSQ Véronique Mang Frankreich  FRA
DOP Anastassija Kapatschinskaja Russland  RUS
Julija Tschermoschanskaja Russland  RUS

Finale: 31. Juli 2010 19:50 Uhr

Wind: +0,1 m/s

Kurzbericht:
Nach der Bronzemedaille im 100-Meter-Lauf gewann die Französin Soumaré Gold über 200 Meter. Die mitfavorisierte Russin Alexandra Fedoriwa belegte hinter der Ukrainerin Jelysaweta Bryshina den dritten Platz.

Auch in diesem Wettbewerb traten Dopingfälle auf. Betroffen davon waren zwei Russinnen:

  • Anastassija Kapatschinskaja, zunächst auf Rang vier, wurde der Einnahme gleich zweier verbotener Substanzen überführt: Turinabol und Stanozolol.[12]
  • Auch der zunächst siebtplatzierten Julija Tschermoschanskaja wurde der Missbrauch dieser beiden Substanzen nachgewiesen.[13]

400 mBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Tatjana Firowa Russland  RUS 49,89 SB
2 Xenija Ustalowa Russland  RUS 49,92 PB
3 Antonina Kriwoschapka Russland  RUS 50,10 SB
4 Libania Grenot Italien  ITA 50,43 SB
5 Denisa Rosolová Tschechien  CZE 50,90
6 Antonina Jefremowa Ukraine  UKR 51,67
7 Marta Milani Italien  ITA 51,87 SB
8 Muriel Hurtis-Houairi Frankreich  FRA 52,05

Finale: 30. Juli 2010 19:35 Uhr

800 mBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (min)
1 Yvonne Hak Niederlande  NED 1:58,85 PB
2 Jennifer Meadows Vereinigtes Konigreich  GBR 1:59,39
3 Lucia Klocová Slowakei  SVK 1:59,48
4 Jemma Simpson Vereinigtes Konigreich  GBR 1:59,90
5 Lenka Masná Tschechien  CZE 1:59,91
5 Mayte Martínez Spanien  ESP 1:59,97
DOP Marija Sawinowa Russland  RUS
Swetlana Kljuka Russland  RUS

Finale: 30. Juli 2010 21:50 Uhr

In diesem Wettbewerb wurden zwei weitere Russinnen aufgrund des Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen nachträglich disqualifiziert:

  • Marija Sawinowa, der ursprünglichen Siegerin, wurden vom Internationalen Sportgerichtshof CAS alle ihre Ergebnisse zwischen Juli 2010 und August 2013 aberkannt. Das Urteil fundiert auf klaren Abweichungen im Biologischen Pass, die Sawinowas Verstoß gegen die Dopingbestimmungen nachweisen.[14]
  • Swetlana Kljuka, die als Achte ins Ziel gelaufen war, wurde im Juli 2012 aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass suspendiert, ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.[15]

1500 mBearbeiten

 
Nuria Fernández und Natalia Rodríguez feierten ihre Medaillen
Platz Athletin Land Zeit (min)
1 Nuria Fernández Spanien  ESP 4:00,20 PB
2 Hind Dehiba Chahyd Frankreich  FRA 4:01,17
3 Natalia Rodríguez Spanien  ESP 4:01,30 SB
4 Lisa Dobriskey Vereinigtes Konigreich  GBR 4:01,54
5 Stephanie Twell Vereinigtes Konigreich  GBR 4:02,70
6 Fanjanteino Félix Frankreich  FRA 4:04,16
7 Oxana Sbroschek Russland  RUS 4:04,91 SB
8 Hannah England Vereinigtes Konigreich  GBR 4:05,07

Finale: 1. August 2010 21:15 Uhr

Wie auch auf der kürzeren Mittelstrecke waren im 1500-Meter-Lauf zwei Dopingfälle zu beklagen:

  • Die Türkin Aslı Çakır Alptekin, zunächst Fünfte, ist eine Mehrfachtäterin in Sachen Doping. Schon 2004 wurde sie positiv auf Methenolon getestet. Nun wurde Alptekin erneut suspendiert und 2015 rückwirkend für acht Jahre gesperrt, ein Strafmaß, das die IAAF für Wiederholungstäterinnen vorschreibt.[16]
  • Die Russin Anna Alminowa, ursprüngliche Sechste, wurde positiv auf die verbotene Substanz Pseudoephedrin getestet. Ihr Resultat der Europameisterschaften von 2010 wurde später annulliert.[17]

5000 mBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (min)
1 Elvan Abeylegesse Turkei  TUR 14:54,44
2 Sara Moreira Portugal  POR 14:54,71 PB
3 Jéssica Augusto Portugal  POR 14:58,47
4 Elena Romagnolo Italien  ITA 15:14,40 SB
5 Sabine Fischer Schweiz  SUI 15:19,80 PB
6 Anikó Kálovics Ungarn  HUN 15:29,44 SB
7 Olga Golowkina Russland  RUS 15:31,11
8 Judith Pla Spanien  ESP 15:35,01

Datum: 1. August 2010, 20:40 Uhr

Kurzbericht:
Auf der letzten Runde setzten sich die beiden aus Äthiopien stammenden Türkinnen Alemitu Bekele und Elvan Abeylegesse von den beiden Portugiesinnen Sara Moreira und Jéssica Augusto ab. Bekele lief zwar als Erste ins Ziel, wurde später jedoch disqualifiziert – siehe unten. So gewann Abeylegesse neben ihrem Sieg im 10.000-Meter-Lauf nun auch das Rennen über 5000 Meter. Außerdem rückte die Portugiesin Sara Moreira auf den Silberrang vor. Die Schweizerin Sabine Fischer kam auf den fünften Rang vor.

In diesem Wettbewerb kam es zu insgesamt vier dopingbedingten nachträglichen Disqualifikationen. Betroffen waren zwei türkische und zwei russische Läuferinnen:

  • Die aus Äthiopien stammende und für die Türkei startende Alemitu Bekele, zunächst Erste, wurde im Jahr 2013 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt und nachträglich disqualifiziert.[18]
  • Die Russin Marija Konowalowa, ursprüngliche Fünfte, wurde aufgrund von Unregelmäßigkeiten ihres Biologischen Passes für zwei Jahre suspendiert. Außerdem wurden ihr zahlreiche Resultate, darunter ihre Platzierung bei den Europameisterschaften 2010 aberkannt.[19]
  • Die zunächst siebtplatzierte Türkin Meryem Erdoğan, wurde 2012 wegen Abweichungen in ihrem Blutpass für zwei Jahre gesperrt. Unter anderem auch ihre Resultate der Europameisterschaften von 2010 über 5000 und 10.000 Meter wurden annulliert.[21]
  • Die Russin Jelisaweta Gretschischnikowa war zunächst auf Rang neun eingelaufen. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass wurden alle ihre Ergebnisse von 2009 bis 2013 annulliert.[20]

10.000 mBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (min)
1 Elvan Abeylegesse Turkei  TUR 31:10,23 SB
2 Jéssica Augusto Portugal  POR 31:25,77
3 Hilda Kibet Niederlande  NED 31:36,90 SB
4 Sabrina Mockenhaupt Deutschland  GER 32:06,02
5 Jelena Sokolowa Russland  RUS 32:36,71
6 Krisztina Papp Ungarn  HUN 32:49,05
7 Ana Dulce Félix Portugal  POR 33:12,93 SB
8 Swjatlana Kudselitsch Weissrussland 1995  BLR 33:31,33

Datum: 28. Juli 2010, 21:05 Uhr

Kurzbericht:
Dreizehn der achtzehn gestarteten Athletinnen kamen ins Ziel. Die in Äthiopien geborene Türkin Elvan Abeylegesse übernahm auf dem vierten Kilometer die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Jéssica Augusto lag lange Zeit auf dem zweiten Platz. Sie wurde zwar in der Schlussphase noch von der russischen Titelverteidigerin Inga Abitowa überholt, die jedoch gedopt war und disqualifiziert wurde – siehe unten. Deshalb erhielt Augusto im Nachhinein doch die Silbermedaille. Mit Hilda Kibet folgte eine weitere in Ostafrika geborene Läuferin vor der Deutschen Sabrina Mockenhaupt auf dem vierten Platz. Die Schweizerin Martina Strähl lief in 33:37,89 min als Neunte ein.

Wie in allen anderen Mittel- und Langstrecken kam es auch in diesem Wettbewerb zu dopingbedingten Disqualifikationen durch Läuferinnen aus der Türkei und Russland, hier in drei Fällen:

  • Die Russin Inga Abitowa, ursprünglich Zweite, wurde der Einnahme der verbotenen Substanz Turinabol überführt. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.[12]
  • Die zunächst fünftplatzierte Türkin Meryem Erdoğan wurde 2012 wegen Abweichungen in ihrem Blutpass für zwei Jahre gesperrt. Unter anderem auch ihre Resultate der Europameisterschaften von 2010 über 5000 und 10.000 Meter wurden annulliert.[21]
  • Die Russin Lilija Schobuchowa hatte das Rennen aufgegeben. Sie wurde Ende April 2014 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt, unter anderem ihr EM-Resultat von 2010 wurde annulliert. Vorausgegangen waren Enthüllungen zu Zahlungen in Größenordnungen von insgesamt einer halben Million US-Dollar für Bestechungen, Startberechtigungen und ähnlichen Dingen, in die auch der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack verwickelt war.[22]

MarathonBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (h)
1 Anna Incerti Italien  ITA 2:32:48 SB
2 Tetjana Filonjuk Ukraine  UKR 2:33:57
3 Isabellah Andersson Schweden  SWE 2:34:43
4 Olivera Jevtić Serbien  SRB 2:34:56 SB
5 Alessandra Aguilar Spanien  ESP 2:35:04 SB
6 Marisa Barros Portugal  POR 2:35:43
7 Rosaria Console Italien  ITA 2:36:20 SB
8 Silwija Skworzowa Russland  RUS 2:36:31

Datum: 31. Juli 2010, 10:05 Uhr

Kurzbericht:
Von 43 gestarteten Athletinnen beendeten 36 das Rennen. Nachdem die beiden erstplatzierten Läuferinnen wegen Dopingbetrugs disqualifiziert worden waren, wurde die Italienerin Anna Incerti Europameisterin. Die Schweizerin Maja Neuenschwander belegte den 24. Platz, ihre Landsferau Patricia Morceli gab das Rennen nach dreißig Kilometern auf. Es waren keine deutschen Läuferinnen am Start, auch die Titelverteidigerin Ulrike Maisch verzichtete. Österreich und Liechtenstein waren ebenfalls nicht vertreten.

Drei Dopingfälle traten im Marathonlauf auf:

  • Die ursprüngliche Siegerin Živilė Balčiūnaitė aus Litauen, wurde der Einnahme der verbotenen Substanzen Testosteron und Epitestosteron überführt. Sie erhielt eine Sperre von zwei Jahren bis zum 6. September 2012. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.[23]
  • Die Russin Nailja Julamanowa, zunächst Zweite, wurde der Einnahme von Substanz Steroiden überführt und erhielt eine Sperre. Ihre Silbermedaille von den Europameisterschaften von 2010 musste sie zurückgeben.[15]
  • Der Russin Irina Timofejewa, zunächst Neunte, wurde ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 nach Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass aberkannt.[24]

Marathon-CupBearbeiten

Platz Land Athletinnen Zeit (h)
1 Italien  Italien Anna Incerti
Rosaria Console
Deborah Toniolo
7:46:18
2 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien Michelle Ross-Cope
Susan Partridge
Holly Rush
8:00:36
3 Ukraine  Ukraine Tetjana Filonjuk
Svitlana Stanko-Klymenko
Olena Biloschtschuk-Popowa
8:08:53
4 Russland  Russland Silvia Skworzowa
Jewgenia Danilowa
Tetjana Zahriitschuk
8:10:18
5 Schweden  Schweden Isabellah Andersson
Anna von Schenck
Lena Gavelin
8:11:32
6 Norwegen  Norwegen Kirsten Melkevik
Kjersti Karolin Danielsen
Christina Bus Holth
8:15:39

Datum: 31. Juli 2010, 10:05 Uhr

Im Marathonlauf gab es zusätzlich auch eine Teamwertung, für die die Zeiten der drei besten Läuferinnen je Nation addiert wurden. Die Wertung zählte allerdings nicht zum offiziellen Medaillenspiegel.

100 m HürdenBearbeiten

 
Die Gewinnerin Nevin Yanıt
Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Nevin Yanıt Turkei  TUR 12,63 NR
2 Derval O’Rourke Irland  IRL 12,65 NR
3 Carolin Nytra Deutschland  GER 12,68
4 Christina Vukicevic Norwegen  NOR 12,78 SB
5 Jewhenija Snihur Ukraine  UKR 12,92
6 Tatjana Dektjarjowa Russland  RUS 12,98
7 Lisa Urech Schweiz  SUI 13,02
8 Nadine Hildebrand Deutschland  GER 13,08

Finale: 31. Juli 2010 20:25 Uhr

Wind: −0,5 m/s

Kurzbericht:
Nachdem die Türkin Nevin Yanıt bereits im Halbfinale einen neuen Landesrekord aufgestellt hatte, verbesserte sie diesen im Finale nochmals und gewann das Rennen vor der Irin Derval O’Rourke sowie der Schnellsten der Europäischen Jahresbestenliste, der Deutschen Carolin Nytra. Die Schweizerin Lisa Urech, die im Halbfinale mit 12,95 s nur knapp ihre Bestleistung von 12,84 s verfehlt hatte, konnte sich für das Finale nicht mehr steigern und belegte so den siebten, ihre deutsche Kollegin Nadine Hildebrand den achten Platz.

400 m HürdenBearbeiten

 
Natalja Antjuch nach ihrem Sieg über 400 m Hürden mit neuem Meisterschaftsrekord
Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Natalja Antjuch Russland  RUS 52,92 CR
2 Wanja Stambolowa Bulgarien  BUL 53,82 NR
3 Perri Shakes-Drayton Vereinigtes Konigreich  GBR 54,18 SB
4 Zuzana Hejnová Tschechien  CZE 54,30
5 Angela Moroșanu Rumänien  ROM 54,58 SB
6 Jewgenija Issakowa Russland  RUS 54,59 SB
7 Natalja Iwanowa Russland  RUS 55,51
8 Eilidh Child Vereinigtes Konigreich  GBR 55,51

Finale: 30. Juli 2010 21:40 Uhr

3000 m HindernisBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (min)
1 Julija Sarudnewa Russland  RUS 9:17,57 CR
2 Hatti Dean Vereinigtes Konigreich  GBR 9:30,19 PB
3 Wioletta Frankiewicz Polen  POL 9:34,13
4 Layes Abdullayeva Aserbaidschan  AZE 9:34,75 NR
5 Sophie Duarte Frankreich  FRA 9:35,52 SB
6 Zulema Fuentes-Pila Spanien  ESP 9:35,71 SB
7 Ancuța Bobocel Rumänien  ROM 9:41,20
8 Katarzyna Kowalska Polen  POL 9:42,47

Finale: 30. Juli 2010 20:25 Uhr

Der 3000-Meter-Hindernislauf wurde von zwei Dopingfällen überschattet:

  • Im November 2015 wurde der Spanierin Marta Domínguez nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS der Vizeeuropameistertitel wegen Dopingmisbrauchs aberkannt.[25]
  • Die Russin Ljubow Charlamowa wurde, nachdem sie aufgrund von Domínguez' Disqualifikation zunächst auf den zweiten Platz vorgerückt war, vom russischen Leichtathletik-Verband RusAF wegen positiver Dopingtests für zwei Jahre gesperrt. Ihr EM-Resultat von 2010 wurde gestrichen.[26]

4 × 100 m StaffelBearbeiten

 
Zieleinlauf über 4 × 100 m
Platz Land Athletinnen Zeit (s)
1 Ukraine  Ukraine Olesja Powch
Natalija Pohrebnjak
Marija Rjemjen
Jelysaweta Bryshina (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Jelena Tschebanu
42,29 WL
2 Frankreich  Frankreich Myriam Soumaré (Finale)
Véronique Mang
Lina Jacques-Sébastien (Finale)
Christine Arron
im Vorlauf außerdem:
Céline Distel-Bonnet
Nelly Banco
42,45 SB
3 Polen  Polen Marika Popowicz
Daria Korczyńska
Marta Jeschke
Weronika Wedler
42,68 NR
4 Weissrussland 1995  Weißrussland Julija Neszjarenka
Kazjaryna Schumak
Alena Neumjarschyzkaja
Julija Balykina
43,18 SB
5 Spanien  Spanien Ana Torrijos
Digna Luz Murillo
Estela García
Amparo María Cotán
43,45 NR
6 Schweden  Schweden Emma Rienas
Lena Berntsson
Elin Backman
Moa Hjelmer
43,75 SB
DNF Belgien  Belgien Olivia Borlée
Hanna Mariën
Élodie Ouédraogo
Frauke Penen
DOP Russland  Russland Juna Mechti-Sade
Alexandra Fedoriwa (Finale)
Julija Guschtschina
Julija Tschermoschanskaja
im Vorlauf außerdem:
Julia Kazura

Finale: 1. August 2010, 19:50 Uhr

Kurzbericht:
Europameister über 4 × 100 m der Frauen wurde die Staffel aus der Ukraine, was als eine Überraschung galt. Favorisiert waren die Französinnen und Polinnen, welche den zweiten bzw. dritten Platz belegten. Die Zeit von 42,29 der Siegerinnen mit Olesja Powch, Natalija Pohrebnjak, Marija Rjemjen und Jelysaweta Bryshina war Weltjahresbestzeit. Die ebenfalls mitfavorisierte deutsche Staffel mit Yasmin Kwadwo, Marion Wagner, Anne Möllinger und Verena Sailer schied aufgrund eines Wechselfehlers im Vorlauf aus. – Beim Wechsel zwischen Anne Möllinger und Schlussläuferin Verena Sailer war der Stab zu Boden gefallen.

Doping:
Die zunächst viertplatzierte russische Staffel wurde wegen der Beteiligung der bereits im 200-Meter-Lauf benannten Sprinterin Julija Tschermoschanskaja disqualifiziert. Tschermoschanskaja hatte mittels Stanozolol und Turinabol gedopt und wurde dafür bestraft.[13]

4 × 400 m StaffelBearbeiten

Platz Land Athletinnen Zeit (min)
1 Deutschland  Deutschland Fabienne Kohlmann (Finale)
Esther Cremer
Janin Lindenberg
Claudia Hoffmann
im Vorlauf außerdem:
Jill Richards
3:24,07 SB
2 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien Nicola Sanders
Marilyn Okoro
Lee McConnell
Perri Shakes-Drayton (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Vicky Barr
3:24,32 SB
3 Italien  Italien Chiara Bazzoni
Marta Milani
Maria Enrica Spacca
Libania Grenot
3:25,71 NR
4 Ukraine  Ukraine Daryna Prystupa
Hanna Titimez
Alina Lohwynenko (Finale)
Antonina Jefremova (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Julija Krewsun
Natalija Lupu
3:28,03
5 Frankreich  Frankreich Marie-Angélique Lacordelle
Muriel Hurtis-Houairi (Finale)
Thélia Sigère
Virginie Michanol (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Lætitia Anaba-Denis
Floria Gueï
3:28,11 SB
6 Rumänien  Rumänien Angela Moroșanu
Anamaria Ioniță
Bianca Răzor
Mirela Lavric
3:29,75
DOP Russland  Russland Anastassija Kapatschinskaja (Finale)
Antonina Kriwoschapka
Xenija Ustalowa (Finale)
Tatjana Firowa (Finale)
im Vorlauf außerdem:
Natalja Nasarowa
Xenija Sadorina
Xenija Aksjonowa
Weissrussland 1995  Weißrussland Kazjaryna Mischyna
Alena Kijewitsch
Hanna Taschpulatawa (Finale)
Swjatlana Ussowitsch
im Vorlauf außerdem:
Hanna Reischal

Finale: 1. August 2010 21:40 Uhr

Kurzbericht:
Die deutsche Staffel mit Janin Lindenberg, Esther Cremer, Fabienne Kohlmann und Claudia Hoffmann sowie der im Vorlauf eingesetzten Jill Richards lief eine Zeit von 3:24,07 min und wurde so Europameister vor den Britinnen.

Zwei Staffeln wurden dopingbedingt disqualifiziert:

  • In der russischen Staffel war die bereits im Resultat über 200 Meter benannte Anastassija Kapatschinskaja gedopt.[12]
  • Auch das Resultat der weißrussische Staffel – das Team hatte Rang sieben belegt – wurde später wegen Dopingmissbrauchs annulliert.[27]

20 km GehenBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (h)
1 Anisja Kirdjapkina Russland  RUS 1:28:55
2 Wera Sokolowa Russland  RUS 1:29:32
3 Melanie Seeger Deutschland  GER 1:29:43
4 Beatriz Pascual Spanien  ESP 1:29:52
5 Vera Santos Portugal  POR 1:30:52
6 Kristina Saltanovič Litauen  LTU 1:31:40 SB
7 Ana Cabecinha Portugal  POR 1:31:48
8 Inês Henriques Portugal  POR 1:32:26

Datum: 28. Juli 2010 08:05 Uhr

Doping:
Für die ursprünglich als Erste eingekommende Olga Kaniskina wurden nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs vom März 2016 alle Ergebnisse zwischen dem 5. August 2009 und dem 15. Oktober 2012 wegen Dopingmissbrauchs annulliert.[28]

HochsprungBearbeiten

 
Blanka Vlašić beim Beratungsgespräch mit ihrem Trainer zwischen den Sprüngen
Platz Athletin Land Höhe (m)
1 Blanka Vlašić Kroatien  CRO 2,03 CR
2 Emma Green Schweden  SWE 2,01 PB
3 Ariane Friedrich Deutschland  GER 2,01
4 Swetlana Schkolina Russland  RUS 1,97
5 Tia Hellebaut Belgien  BEL 1,97 SB
6 Ruth Beitia Spanien  ESP 1,95 SB
7 Wita Stjopina Ukraine  UKR 1,95
8 Adonia Steryiou Griechenland  GRE 1,92 SBe

Finale: 1. August 2010, 19:30 Uhr

Kurzbericht:
Blanka Vlašić wurde Erste und stellte sowohl Tia Hellebauts Europameisterschaftsrekord von 2006 wie auch die europäische Saisonbestleistung ein. Die zweitplatzierte Emma Green verbesserte ihren persönlichen Rekord um drei Zentimeter, brauchte für ihre Höhe von 2,01 m einen Versuch weniger als Ariane Friedrich, die mit ebenfalls 2,01 m die Bronzemedaille gewann. Tia Hellebaut erzielte eine persönliche Saisonbestleistung.

StabhochsprungBearbeiten

Platz Athletin Land Höhe (m)
1 Swetlana Feofanowa Russland  RUS 4,75 SB
2 Silke Spiegelburg Deutschland  GER 4,65
3 Lisa Ryzih Deutschland  GER 4,65 SB
4 Anastassija Schwedawa Weissrussland 1995  BLR 4,65 NR
5 Jiřina Ptáčníková Tschechien  CZE 4,65
6 Kate Dennison Vereinigtes Konigreich  GBR 4,55 SBe
7 Julija Golubtschikowa Russland  RUS 4,55
8 Cathrine Larsåsen Norwegen  NOR 4,35 NR

Finale: 30. Juli 2010 18:30 Uhr

Kurzbericht:
Obwohl Weltrekordhalterin und Titelverteidigerin Jelena Issinbajewa nicht an den Europameisterschaften teilnahm, ging der Europameistertitel dank Swetlana Feofanowa doch nach Russland. Silke Spiegelburg und Lisa Ryzih errangen die anderen beiden Medaillen. Die dritte Deutsche Carolin Hingst belegte den elften Platz, die Schweizerin Anna Katharina Schmid scheiterte im Finale dreimal an der Anfangshöhe von 4,15 m, nachdem sie sich in der Qualifikation leicht verletzt hatte.

WeitsprungBearbeiten

 
Ineta Radēviča nach ihrem Sieg im Weitsprung
Platz Athletin Land Weite (m)
1 Ineta Radēviča Lettland  LAT 6,92 NR
2 Naide Gomes Portugal  POR 6,92 SB
3 Olga Kutscherenko Russland  RUS 6,84
4 Wiktorija Rybalko Ukraine  UKR 6,78
5 Ljudmila Koltschanowa Russland  RUS 6,75
6 Nastassja Mirontschyk Weissrussland 1995  BLR 6,75
7 Renáta Medgyesová Slowakei  SVK 6,71
8 Ivana Španović Serbien  SRB 6,60

Finale: 28. Juli 2010 20:00 Uhr

Kurzbericht:
Ineta Radēviča gewann überraschend den Europameisterschaftstitel. Da Naide Gomes mit 6,92 m die gleiche Weite wie Radēviča erzielte, entschied die zweitbeste Weite des Wettkampfs, welche mit 6,87 m die Lettin aufwies. Die Schweizerin Irene Pusterla und die Deutsche Bianca Kappler hatten sich nicht für das Finale qualifizieren können.

DreisprungBearbeiten

 
Die Siegerin Olha Saladucha bei einem ihrer Sprünge
Platz Athletin Land Weite (m)
1 Olha Saladucha Ukraine  UKR 14,81 SB
2 Simona La Mantia Italien  ITA 14,56 SB
3 Svetlana Bolshakova Belgien  BEL 14,55 NR
4 Nadeschda Aljochina Russland  RUS 14,45
5 Adelina Gavrilă Rumänien  ROM 14,33
6 Snežana Rodić Slowenien  SLO 14,32
7 Dana Velďáková Slowakei  SVK 14,16
8 Patrícia Mamona Portugal  POR 14,07

Finale: 31. Juli 2010 19:10 Uhr

Doping;
Die Griechin Athanasía Pérra, die zunächst den zehnten Platz belegt hatte, wurde nachträglich des Dopings überführt und disqualifiziert.[29]

KugelstoßenBearbeiten

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Anna Awdejewa Russland  RUS 19,39 SB
2 Janina Karoltschyk-Prawalinskaja Weissrussland 1995  BLR 19,29
3 Olga Iwanowa Russland  RUS 19,02
4 Petra Lammert Deutschland  GER 18,94
5 Nadine Kleinert Deutschland  GER 18,94
6 Denise Hinrichs Deutschland  GER 18,48
7 Helena Engman Schweden  SWE 18,11
8 Mariam Kewchischwili Georgien  GE0 17,87

Finale: 27. Juli 2010 19:35 Uhr

Auch das Kugelstoßen blieb nicht von der Dopingproblematik ausgenommen, in beiden aufgetretenen Fällen waren weißrussische Sportlerinnen betroffen:

  • Die zunächst siegreiche Nadseja Astaptschuk wurde schon zum dritten Mal des Dopingbetrugs überführt. Sie wurde für vier Jahre von allen Wettkämpfen ausgeschlossen und entging nur knapp einer lebenslänglichen Sperre.[30]
  • Auch Natallja Michnewitsch war bereits früher als Dopingsünderin enttarnt worden – so auch bei diesen Europameisterschaften.[31]

DiskuswurfBearbeiten

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Sandra Perković Kroatien  CRO 64,67
2 Nicoleta Grasu Rumänien  ROU 63,48
3 Joanna Wiśniewska Polen  POL 62,37 SB
4 Natalja Sadowa Russland  RUS 61,20
5 Zinaida Sendriūtė Litauen  LTU 60,70 SB
6 Dragana Tomašević Serbien  SRB 60,10
7 Sabine Rumpf Deutschland  GER 58,89
8 Nadine Müller Deutschland  GER 57,78

Finale: 28. Juli 2010 18:30 Uhr

 
Betty Heidler siegte mit neuer Saisonbestleistung

HammerwurfBearbeiten

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Betty Heidler Deutschland  GER 76,38 SB
2 Tatjana Lyssenko Russland  RUS 75,65
3 Anita Włodarczyk Polen  POL 73,34
4 Bianca Perie Rumänien  ROM 71,62
5 Marina Marghieva Moldau Republik  MDA 70,77
6 Silvia Salis Italien  ITA 68,85
7 Merja Korpela Finnland  FIN 68,21
8 Berta Castells Spanien  ESP 68,20

Finale: 30. Juli 2010 20:20 Uhr

Kurzbericht:
Betty Heidler aus Deutschland, die als eine der Favoritinnen in den Wettbewerb ging, gewann mit 76,38 m im fünften Wurf nach ihrem Weltmeisterschafts-Sieg 2007 die zweite Goldmedaille in ihrer Laufbahn. Selbst ihr zweitbester Versuch von 75,92 m hätte zum Sieg gereicht. Die ehemalige Weltrekordlerin Tatjana Lysenko aus Russland, die zuvor zwei Jahre wegen Dopingmissbrauchs gesperrt war und als Titelverteidigerin an den Start ging, errang mit 75,65 m die Silbermedaille. Die amtierende Weltmeisterin und Weltrekordlerin – 78,30 m im Juni 2010 – Anita Włodarczyk aus Polen wurde mit 73,34 m Dritte.

Es gab einen Dopingfall:
Die Moldawierin Zalina Marghieva, die auf den fünften Platz gekommen war, wurde nachträglich gesperrt. Ihr EM-Resultat wurde gestrichen.[32]

SpeerwurfBearbeiten

 
Überraschender Sieg für Linda Stahl
Platz Athletin Land Weite (m)
1 Linda Stahl Deutschland  GER 66,81 PB
2 Christina Obergföll Deutschland  GER 65,58
3 Barbora Špotáková Tschechien  CZE 65,36
4 Katharina Molitor Deutschland  GER 63,81
5 Mercedes Chilla Spanien  ESP 61,40
6 Martina Ratej Slowenien  SLO 60,99
7 Madara Palameika Lettland  LAT 60,78
8 Jarmila Jurkovičová Tschechien  CZE 56,50

Finale: 29. Juli 2010 20:40 Uhr

Kurzbericht:
Durch Linda Stahl und Christina Obergföll kam es zu einem deutschen Doppelsieg. Stahl gewann mit einer persönlichen Bestleistung von 66,81 m im fünften Versuch die Goldmedaille. Die im Vorfeld höher eingeschätzte Christina Obergföll errang mit 65,58 m die Silbermedaille. Die Weltrekordlerin – 72,28 m in 2008 – Barbora Špotáková aus Tschechien kam mit 65,36 m auf den dritten Platz.

Auch im Speerwurf gab es einen Dopingfall:
Die zunächst fünftplatzierte Russin Marija Abakumowa hatte bereits ihre Silbermedaille von den Olympischen Spielen 2008 verloren. Nun wurden ihr auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Weltmeisterschaften 2009, 2011 und den Europameisterschaften 2010 aberkannt.[33]

SiebenkampfBearbeiten

Platz Athletin Land Punkte
1 Jessica Ennis Vereinigtes Konigreich  GBR 6823 CR
2 Natalja Dobrynska Ukraine  UKR 6778 PB
3 Jennifer Oeser Deutschland  GER 6683 PB
4 Karolina Tymińska Polen  POL 6230 SB
5 Ljudmyla Jossypenko Ukraine  UKR 6206
6 Eliška Klučinová Tschechien  CZE 6187
7 Marina Gontscharowa Russland  RUS 6186 SB
8 Maren Schwerdtner Deutschland  GER 6167 PB

Datum: 30./31. Juli 2010 20:45 Uhr
Kurzbericht:
Die klar favorisierte amtierende Weltmeisterin, die Britin Jessica Ennis, siegte souverän mit einem EM-Rekord und persönlicher Bestleistung von 6823 Punkten. Die deutsche WM-Zweite von 2009 Jennifer Oeser errang mit persönlicher Bestleistung von 6683 Punkten Bronze. Die Olympiasiegerin von 2008 Natalja Dobrynska wurde ebenfalls mit persönlicher Bestleistung Zweite. Von den Einzeldisziplinen gewann Ennis den 110-Meter-Hürdenlauf, den Hochsprung und den 200-Meter-Lauf, Oeser den Weitsprung und Dobrynska das Kugelstoßen.
Im Siebenkampf ist ein Dopingfall zu benennen:
Der zunächst viertplatzierten Russin Tatjana Tschernowa waren aufgrund von Blutdoping bereits ihr WM-Titel von 2011 und ihre olympische Bronzemedaille von den 2012 aberkannt worden. Zusätzlich wurden jetzt auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Olympischen Spielen 2008 und den Europameisterschaften 2010 annulliert, nachdem ihr die Einnahme von Turinabol nachgewiesen wurde. Gesperrt wurde sie bis Februar 2019.[34]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. bz-berlin.de: Anzahl Teilnehmer Europameisterschaften 2010. Abgerufen am 27. Juli 2010.
  2. Teilnehmerliste Männer (englisch, PDF; 151 kB) 21. Juli 2010. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  3. Teilnehmerliste Frauen (englisch, PDF; 126 kB) 21. Juli 2010. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  4. deutscher-leichtathletik-verband.de: DLV-Aufgebot für die Europameisterschaften 2010. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 22. Juli 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutscher-leichtathletik-verband.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. "ÖLV-Teilnehmer Europameisterschaften 2010" (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 4,0 MB) Website des Österreichischen Leichtathletikverbands. Abgerufen am 23. Juli 2010.
  6. БФЛА представляет состав команды на ХХ чемпионат Европы (russisch) Белорусская федерация лёгкой атлетики (Weißrussische Leichtathletikföderation) – www.bfla.eu. 15. Juli 2010. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  7. a b Doping – EM-Dritter Blanco zwei Jahre gesperrt auf welt.de, 26. Januar 2011 abgerufen am 1. Februar 2019
  8. a b Athletes currently suspended from all competitions in athletics following an Anti-Doping Rule Violation as at: 27.3.17 auf bianet.org, abgerufen am 5. Februar 2019
  9. a b Gold, das verlegen macht. Archiviert vom Original am 14. August 2014; abgerufen am 18. August 2014.
  10. a b Belarusian shot putter Andrei Mikhnevich stripped of 4 medals auf cbc.ca, The Associated Press, 2. August 2013 (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019
  11. a b Olympic shot put silver medalist stripped of medal auf radionz.co.nz, 26. November 2016 (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019
  12. a b c d e Doping: Russen sperren Olympia-Trio auf sport.de, 21. Juni 2017, abgerufen am 5. Februar 2019
  13. a b c Russian loses women's relay gold from '08 in doping case auf eu.usatoday.com, 16. August 2016 (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019
  14. a b Mariya Savinova verliert drei Goldmedaillen auf runaustria.at, 13. Februar 2017, abgerufen am 5. Februar 2019
  15. a b c d Top female Russian trio banned for doping auf af.reuters.com, 3. Juli 2012 (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019
  16. a b Asli Cakir Alptekin – das Comeback einer schweren Betrügerin auf runaustria.at, 9. Februar 2017, abgerufen am 5. Februar 2019
  17. a b Mariya Savinova verliert drei Goldmedaillen auf eu.usatoday.com, 13. Februar 2017, abgerufen am 5. Februar 2019
  18. a b 2013: Gay, Powell und Campbell-Brown – Die positive Sprint-Elite (Memento vom 16. September 2016 im Internet Archive) auf sportschau.de, 7. August 2014; abgerufen am 13. August 2016
  19. a b Fünf neue Dopingfälle in Russland auf leichtathletik.de, 5. November 2015, abgerufen am 5. Februar 2019
  20. a b Doping Irregularities at the Olympics auf sports-reference.com, 13. Februar 2017, abgerufen am 5. Februar 2019
  21. a b c Doping: Neun Athleten gesperrt, Der Tagesspiegel, 26. Juli 2012, abgerufen am 5. Februar 2019
  22. a b Einblicke in den Fall Lilya Shobukhova, WADA-Bericht auf leichtathletik.de, 14. Januar 2016, abgerufen am 5. Februar 2019
  23. a b Keine Gnade für Zivile Balciunaite auf leichtathletik.de, 2. April 2012, abgerufen am 5. Februar 2019
  24. a b Dopingsperren für russische Läufer auf runaustria.at, 28. September 2016, abgerufen am 5. Februar 2019
  25. a b Doping: Läuferin Dominguez verliert ihren WM-Titel, Spiegel Online, 20. November 2015, abgerufen am 5. Februar 2019
  26. a b Russland sperrt sechs Athleten wegen Dopings auf sport.de, 2. August 2017, abgerufen am 5. Februar 2019
  27. a b EUROPEAN ATHLETICS CHAMPIONSHIPS - BARCELONA 2010 auf european-athletics.org, abgerufen am 5. Februar 2019
  28. a b Nachträglich EM-Bronze für Melanie Seeger auf leichtathletik.de, 25. März 2016, abgerufen am 5. Februar 2019
  29. a b EM Barcelona 2010 – Leichtathletik, Dreisprung auf laem.sportschau.de, abgerufen am 5. Februar 2019
  30. a b Drug cheat Nadzeya Ostapchuk escapes life ban auf stuff.co.nz, 3. April 2014 (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019
  31. a b EM Barcelona 2010 – Kugelstoßen auf ecs.sportschau.de, abgerufen am 5. Februar 2019
  32. a b Zalina Petrivskaya / Zalina Marghieva auf www.revolvy.com (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019
  33. a b Two Russians lose world championships medals over doping auf reuters.com, 5. September 2018 (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019
  34. a b Siebenkampf-Dritte von Peking Tatyana Chernova nachträglich disqualifiziert auf leichtathletik.de, 24. April 2014, abgerufen am 5. Februar 2019